21. Mai 2012

Baltikum: dicke Flieger in Schwaben

Grad hinter Stein am Rhein beginnt Deutschland. Es geht rauf und runter und immer dem Bodensee entlang. In Meersburg gehe ich Schiffe gucken, und die Kunst im Hafen. Ein Schild verspricht „Leberkäs mit Weckle“, da kann ich nicht wiederstehen. Aussen herrlich knusprig, innen saftig, warm und würzig.

In Friedrichshafen erfülle ich mir einen alten Wunsch. Das Zeppelin- und das Dornier-Museum. Zweimal gute Architektur und zweimal dicke Flieger. Es gibt viele müde Flugzeuge und verbrannte Luftschiffresten zu bestaunen.
Aber auch Friedrichshafen selber ist nett anzuschauen. Am Hafen flanieren und vom Aussichtsturm nachhause schauen.

Das „blaue Haus“ steht schief und schräg in einem Gewerbegebiet in Ravensburg. Es soll diesem Unort ein Gesicht geben. Tut es; mir gefällt’s.

In Ravensburg einen habe ich genug vom Fahren und finde einen guten Übernachtungsplatz. Die Altstadt ist von hier bloss ein Spaziergang entfernt und wiederum malerisch.
Von meinem Übernachtungsplatz kann man das nicht unbedingt sagen. Ein kiesiger Grossparkplatz. Ich stelle mich in den Schatten einer türkischen Moschee. Am Abend gesellt sich dann noch ein Lastwagen mit einer grossen Röhre zu mir.

20. Mai 2012

Baltikum: zäh ist aller Anfang

Eigentlich reise ich ja gerne, bloss mit dem Start tue ich mich immer schwer. Mich überkommt so eine zähklebrige Unlust. Mich graust die Fahrerei und überhaupt. Zuhause ist es doch eigentlich auch ganz schön. Am Nachmittag fahre ich dann endlich los. Nach den ersten Kilometern wird dann jeweils meine Unlust vom Tatendrang überrannt. So auch diesmal.

Der erste Tag bringt mich von meinen Bergen an den Bodensee, nach Stein am Rhein. Das Städtchen ist ganz malerisch. Und das wissen auch unzählige Sonntagsausflügler. Nahezu alle im Rentenalter und mit Gehhilfen ausgerüstet. Gegen Abend leeren sich die Gassen. Ich bleibe allein zurück; ich und einige Enten. Ich will mit ihnen spielen, sie aber schauen mich bloss verächtlich an und dann rennen sie laut schnattern um ihr Leben.

Ich übernachte direkt am Rhein. Es ist kalt; Kühlschranktemperatur. In der Nacht höre ich eigenartige Geräusche. Und in der Morgendämmerung sehe ich auf der Frontscheibe Fussspuren. Dicke, pelzige Pfoten, wie von einem Bären.

19. Mai 2012

Jubiläumswoche 5

Und schon der am 5. meisten geklickte Beitrag. Wäääh!
Autosex in Frankreich
Ich habs gewusst; mit Schmuddelthemen lockt man das Volk an.
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18. Mai 2012

Jubiläumswoche 4

Schon der viertmeisten geklickte Beitrag:
Katzen in Dosen
na also; der Unsinn findet seine Leser.
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17. Mai 2012

Jubiläumswoche 3

Nun der am 3. meisten geklickte Beitrag. Wieder eine kleine Überraschung:
Brot backen ohne Ofen
schon wieder ein vernünftiger Beitrag, hört das denn nie auf...
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16. Mai 2012

Jubiläumswoche 2

Und nun der am 2. meisten geklickte Beitrag. Man glaubt es kaum:
12 Dinge die man einpacken sollte
erschreckend vernünftig.
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15. Mai 2012

Jubiläumswoche

Heute mein meistgeklickter Beitrag aller Zeiten.
Wen wundert es - Trommelwirbäääl - die Hodenbader
sauniggel...
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14. Mai 2012

juuudihuiii...

Ihr glaubt es kaum – aber das ist tatsächlich der 500. Beitrag. Fünfhundert. Füüünfhuuundert!

Und letzte Woche gab es ein weiteres Jubiblähung. Ihr habt den 100‘000 Klick geklickt. Danke vielmal - ha usinnig freid gha.

Um dieses Doppel-Jubilum würdig zu feiern, gönne ich mir eine ganze Woche Blog-Urlaub. Ich schreibe nix, statt dessen tue ich alte Beiträge wiederverwerten. Die meistgeklickten Beiträge zum nochmal lesen.
Und anschliessend gibt es dann wieder viele bunte Reisebericht.
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13. Mai 2012

am Sonntag

Trotz allem, heute ist Sonntag. Und Muttertag.

Da gibt's hier nichts zu lesen.
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12. Mai 2012

das Schweigen der Männer

«Zum Schweigen fehlen mir oft die Worte.»
... wollte das bloss mal sagen.

11. Mai 2012

Lesen hilft

Es war mitten in der Nacht. Ich schlief friedlich und fest vor mich hin, als - krck-knackkkr - mich ein krachender Knall aufschreckte. Der Erdboden erzitterte und alles um mich herum war schlagartig schief und schräg. Wie damals, als dieser Italiener mit seinem Schiff in die Insel fuhr! Dumpf dämmerte mir, dass ich ja in meinem eigenen Bett liege. Wie zum Teufel komme ich damit denn auf dieses italienische Schiff? Und warum fährt der Kerl schon wieder in diese Insel hinein. Eine Katastrophe - muss ich jetzt ertrinken?

Im fahlen Schein meiner Energiespar-Nachttischlampe zeigt sich das ganze Ausmass der Havarie. Der Lattenrost war aus seiner Halterung gerutscht und ich hänge nun bedenklich durch. Als Ursache vermute ich menschliches Versagen und die Gravitation. Wohl kein Einzelfall.
Im letzten Moment konnte ich die Lage mit Buchhaltung soweit stabilisieren, dass keine unmittelbare Gefahr mehr droht. Wenn man bedenkt, was da alles hätte passieren können! Da hab ich richtig Glück gehabt.

10. Mai 2012

wir mögen die Deutschen

Zurzeit stecke ich ja mitten in den Vorbereitungen für unsere nächste Frühlingstour. Die erste Etappe führt uns nach Deutschland. Darum habe ich mich mal mit diesem, für uns so eigenartigen, Doitschland beschäftigt.
Als erstes habe ich mich in die Fachpublikation „SonntagsBlick“ vertieft. Die haben nämlich herausgefunden: 64% der Schweizer mögen „die Deutschen“.
Das stimmt uns doch schonmal recht zuversichtlich. Und; man muss seine Nachbarn ja nicht unbedingt "mögen", in Ruhe lassen reicht allemal. So wie wir das auch mit unseren Welschen, Tessinern und den Rumantschen handhaben.

Das kuschlige Ergebnis der Umfrage sollte uns aber nicht über die gewaltigen Unterschiede hinweg täuschen:
- Wir sind im Tennis unschlagbar, dafür lassen wir die Deutschen manchmal beim Fussball gewinnen.
- Wir haben den kraftstrotzenden Franken, sie lediglich Euroli.
- Sie haben eine „Verordnung zum Erlass und zur Änderung von Vorschriften über die Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge“, wir nicht.
- Sie haben den Döner-Kebab erfunden, wir die WC-Ente.
- Sie kommen in Scharen zu uns - jetzt kommen wir...

9. Mai 2012

der Aff und mein Hai

Der Mensch unterscheidet sich kaum vom Affen. Mehr als 99% der Gene sollen gleich sein. Der Aff trägt Pelz und Schwanz; der Mensch statt dessen Kleidung und Verantwortung. Und genau deswegen betrat ich neulich die H&M-Kleiderei. Ich tue das ja äusserst ungern. Aber es musste sein, ich muss verhindern, dass man mich mit einem Primaten verwechselt.
Gleich beim Eingang lagen braune Hosen im Regal. Die Grösse war gut, also bezahlen und raus hier. Aber die Beinlänge war ungenügend, zu kurz; vermutlich Schimpansen-Hosen. Nach endloslanger Sucherei fand ich dann so graubeige Hosen. Mit Beinen bis zu den Füssen runter. OK – die nehm ich. Ich wollte bloss noch raus hier. Da zwinkerte mir wildfremder Kerl zu und sagte: « nicht schlächt - die Hosen!». Aber was erzähl ich das alles; darum geht es ja gar nicht.

Der wildfremde Kerl hatte tätowierte Arme. Über und über. Drachen und so. Und nun dachte ich, jetzt wo der Sommer kommt, wäre so eine Tätowierung vielleicht auch etwas für mich. Ich will auch aussehen wie ein wilder Kerl. Drum habe ich mir einen Weissen Hai mitten auf den Bauch täto… malt.
Sieht richtig abenteuerlich aus - grrrr…
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8. Mai 2012

mehr Busen gucken

Man muss sich das wohl so vorstellen: Da stehen damals die einflussreichsten Geographen beisammen, alte Herren mit Schnauz, und grübeln, wie man das Stück Meer östlich der Ostsee nennen könnte. Diesen wenig beachteten Zipfel zwischen Estland und Finnland.
Keiner hat eine Idee. Und dann sagt einer: „Busen“ wäre doch nett. Weich, warm und heimelig – das würde doch gut passen. Ja - nennen wir’s „Finnischer Meerbusen“…

Demnächst starten wir zu unserer alljährlichen Frühjahrsreise. Diesmal wollen wir in den Norden; diesen finnischen Meerbusen anschauen. Und die baltischen Staaten und Polen. Und natürlich auch Deutschland; Bayern und Sachsen und so.
Die erste Etappe von hier bis nach Dresden bin ich alleine unterwegs. Ich werde mich vorallem der Lokalkultur annehmen; der Wurstwaren und so. Und ich werde regelmässig berichten. Demnächst geht’s los.

7. Mai 2012

der teuerste Schrei

Kürzlich wurde „der Schrei“ von Edvard Munch verkauft. Es ist zwar bloss eines von vier Schrei-Gemälden. Aber der Käufer bezahlte dafür trotzdem 119‘922‘500 Dollar. Nun rätseln alle, wer der geheimnisvolle Käufer wohl sein mag?

Gerüchte behaupten nun, der Käufer sei ein neureicher Araber aus Katar. Doch das sind das bloss wage Vermutungen...
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6. Mai 2012

am Sonntag

Wer's noch nicht bemerkt hat, heute ist Sonntag. Und da schreibe ich nix.

Nie.
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5. Mai 2012

kluger mit Muger

Diese Woche habe ich wieder viel Neues gelernt:

1. Heuschrecken haben ihre Ohren am Knie – Knieohren.
2. ich sollte künftig im IKEA kein gelbes Hemd tragen.
3. ich kann Wein in Urin verwandeln – fast wie der Messias.
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4. Mai 2012

den Manta vergraben

Es war Ende März 1996 und auf der Strasse lag etwas Schnee. Einer aus Brunnen, ich nenne ihn mal „Ruedi“, fuhr mit seinem Manta gerne zügig. Doch in dieser Nacht gingen ihm zuerst die Bodenhaftung und dann die Strasse aus. Er prallte in ein abgestelltes Auto. Um seinen Fahrausweis nicht schon wieder zu verlieren, fahrerflüchtete er.
Anhand der Kollisionsspuren fand die Polizei schnell heraus, dass es sich beim Verursacher um einen hellen Opel Manta Jahrgang 82 handelt. Die Beamten machten das Einfachste zuerst: Sie boten alle in Frage kommenden Mantabesitzer zu einer Visite auf. Alle wussten nichts von einem Unfall, auch Ruedi nicht. Bloss er war der einzige, der seinen Manta nicht herzeigen konnte. Er habe ihn verkauft, in den Ostblock. Die Polizei wollte die Geschichte aber nicht so recht glauben.

Ruedi wusste, sein geliebter Manta muss sofort verschwinden, sonst erwischen sie ihn. Er fuhr zu einem Kumpel. Gemeinsam liessen sie alle Flüssigkeiten aus dem Auto und entfernten die Batterie. Dann hoben sie mit dem Mistladekran eine tiefe Grube aus und beerdigten den Manta. Der Neuschnee überdeckte die Grabstätte.

Die Polizei ermittelte hartnäckig weiter. Nach einigem hin und her gestand Ruedi schliesslich alles. Er wollte aber keinesfalls seinen Kumpel in die Sache hineinziehen. Weil er geständig und auch sonst ein Ehrlicher war, konnte er die Beamten überreden, dass er seinen Opel Manta ohne Zeugen ausgraben und der Polizei übergeben konnte.

Im Herbst 1996 suchte Günther Jauch von RTL für die neue Sendung „Menschen, Bilder, Emotionen“ interessante Geschichten. Und so kam es, dass Ruedi am 15. Dezember im Fernsehen kam. Und zu seiner grossen Überraschung schenkte ihm RTL einen genau gleichen Opel Manta Jahrgang 82. Den fuhr er dann aber nicht selber, er versteigerte ihn für einen guten Zweck.

3. Mai 2012

mein Bär sieht aus wie Schicklgruber

Unsere Zeitungen sind voll von Berichten über den Bären in Graubünden. Er heisst M13 und ist ein Braunbär aus Italien. Er streift im Dreiländereck umher und ängstigt die Unterländer.

Ich habe ja auch einen. Bären meine ich, nicht Unterländer. Meiner heisst „Funzi“ und ist ein Teddybär. Heute erschrak ich heftig, als ich ihm zuschaute, wie er auf dem Regalbrett hockt und nichts tat. Gepferdeckel - mein „Funzi“ sieht aus wie Schicklgrubers Bub - dieser Adolf Hitler...
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2. Mai 2012

dicke Mauern und Schädelspalter

Der König Albrecht I. war ein mächtiger Herrscher. Bis ihm am 1. Mai 1308 einige Adlige den Schädel spalteten. Einer der Mörder war Walther von Eschenbach aus Luzern.
Albrechts Kumpel reagierten auf den Meuchelmord mit einem Rachefeldzug. Im August 1309 heimsuchten sie Walther von Eschenbach und brandschatzten sein Anwesen; die Burg und Stadt Eschenbach. So gründlich, dass seither da bloss noch Ruinen stehen.

Alt-Eschenbach ist heute fast vergessen, aber noch zu sehen. Sogar von der Autobahn aus. Ein Hügel mit den Mauerresten einer Stadtmauer und eines mächtigen Turmes. Die Turmmauern sind fast vier Meter dick - aber nur noch dreissig Zentimeter hoch. Etwas kümmerlich, aber dennoch einen Spaziergang wert.
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1. Mai 2012

Wohnmobil-Einbruch in 30 Sekunden

Neulich hat sich ein dramatischer Vorfall ereignet. Zwei nicht genannt sein wollende Personen sassen hinter ihrem Reisemobil im Schatten. Die Personin holte im Reisemobil drinnen etwas zu knabbern. Als sie wieder heraus kam, zentralveriegelte sich die Tür selbständig. Was an sich kein Problem gewesen wäre, wäre nicht der Schlüssel drinnen gewesen. Der Personin kann man aber keinen Vorwurf machen, es handelte sich definitiv um eine Fehlfunktion des Automobils.

Die beiden sassen also nun draussen vor dem verschlossenen Auto; ohne Schlüssel. In kurzen Hosen und Sandalen. Mit einem grossen Schraubenziehers; eigentlich einem Schraubendreher; konnte problemlos ein Fenster geöffnet werden. Wie das gemacht wird, verrate ich nicht. Ich will ja niemanden zur Delinquenz verführen. Wie auch immer. Der Person war von mächtigem, ja athletischem Körperbau und konnte durch das nun geöffnete Fenster hinein greifen. Aber leider nicht bis zum Türgriff. Was tun? Nach kurzer Suche fand sich ein junger Schlacks mit primatengleichen Armen. Er fingerte hinein und öffnete gekonnt die Tür.

Uuuch – nochmal Schwein gehabt.

Und was lernen wir daraus? Jeder Ganoven-Anfänger kann innert dreissig Sekunden so ein Plastik-Wohnmobilfenster öffnen. Spur- und schadlos. Und – an allem ist dieses verfluchte Knabberzeug schuld.

30. April 2012

Weltreisen und geschwärztes Essen

Am vergangenen Wochenende besuchten wir das „Swiss Travel Festival“ in Meierskappel. Und wir waren nicht alleine da, es kamen auch noch einige hundert andere Leute.

Abgebrühte Weltreisende und junge Grünschnäbel. Die einen sind schon überall unterwegs, die anderen mit einem Kopf voller grosser Pläne.

Da in der Bildmitte - da stehen wir. Und wer ganz genau hinschaut, sieht sogar meinen Wettbewerbgewinn: ein roter Regenschirm und ein Pfannenset.

Vom Velo mit Packtaschen bis zum dreiachsigen Männerspielzeug war alles da. Geländewagen, Kleinbusse, allerhand Eigenartiges und Einzigartiges. Wir haben alte Freunde getroffen, viel geplaudert, turbulent Vorträge gehört und Hacktätschli geschwärzt. Das Beste war aber der Frau G. ihre Kuchen. Und natürlich sie...
Es war einfach schön.

29. April 2012

am Sonntag

Schon wieder Sonntag

und wieder nichts geschrieben.
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28. April 2012

schweinisches Glück

Es war nicht vorgesehen, hat sich dann aber so ergeben.

Hab das Glückssäuli von Frau G. geschenkt bekommen – danke.
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27. April 2012

Globi im Kloster

Das Kloster Kappel ist über 800 Jahre alt und schon länger keines mehr. Einst Zisterzienserkloster, dann Armenanstalt und jetzt ein Seminarhotel. Die Anlage ist aber immer noch sehr sehenswert und mehr oder weniger frei zugänglich.

Einer Seitenkappelle, die Stephanskapelle, ist scheinbar dem Globi* gewidmet. Doch das täuscht, das ist nicht der Globi, sondern das Familienwappen der habsburgischen Gessler. Es zeigt den Schild und den Helm der Adligen. Damit konnte man damals noch Eindruck schinden…

*Für alle Auswärtigen: Globi ist in der Deutschschweiz eine weltberühmte Comicfigur. Er wurde in den 1930-er Jahren vom Warenhaus Globus erschaffen.

26. April 2012

meine Expedition – Problem mit der Donau

Die Vorbereitungen für meine Monster-Mega-Expedition nach Sewastopol laufen gut. Noch fehlt mir ein Expeditionsgefährt. Meines ist schwer krank. Die Wilde Henne bot mir das Mofa ihres Junghahnes an. Doch das ist ein Ciao, ein Mädchen-Töffli. Und mit sowas will ich nicht herumfahren; ich bin ein Kerl!

Zudem sind jetzt unerwartet neue Hindernisse aufgetaucht. Ich war bei einem Solex-Fachhändler. Und der hat mir erklärt, dass ich einen Helm tragen muss. Das will ich aber nicht, denn ich habe einen harten Grind und will den Fahrtwind im Haar spüren.
Und zudem dürfe ich mit dem Töffli nicht auf dem Radweg fahren. Auch nicht mit dem Velo-Solex, obwohl es ja ein Fahrrad mit einem Hilfsmotor ist. Und ich wollte doch auf dem Donau-Radweg fahren. Wobei die Donau weder bei mir zuhause, noch in Sewastopol durchfliesst! Probleme…

25. April 2012

das Kreuz ist weg

Neulich besuchte ich das Schweizerkreuz im Obstockenwald ob Sachseln. Und was soll ich sagen - ich hab’s kaum noch gefunden. Alles zugewachsen. Die neuen Bäume sind schon armdick.

Das Schweizerkreuz wurde im April 2007 für Werbeaufnahmen in den Wald geschnitten. Es war 120x120 Meter gross und dafür fielen über 400 m3 Holz; Buchen und Fichten. Und jetzt ist es schon wieder zugewachsen und kaum mehr zu sehen. Irgendwie schade.
Dafür sah ich zwei Gemsen vorbei schlendern. Als ich ein Foto machen wollte, rannten die beiden aber weg - Feiglinge.

24. April 2012

Geschichten: königliches Auto im See

Das noble Auto fuhr von Luzern gegen Küssnacht zu. Dieser 29. August 1935 hätte eigentlich ein schöner Sommertag werden können. Doch dann schwenkte das Auto abrupt nach rechts, prallte in einen Birnenbaum und kam am Seeufer unten zum stehen. Zwei Männer waren verletzt, eine Frau tot. Im Verlauf des Tages stellte sich heraus, dass es sich bei der Toten um die belgische Königin Astrid handelt.

Am Steuer sass der belgische König Leopold III. Der Mann auf dem Rücksitz war ihr Chauffeur, Pierre Devuyst. Das Unfallauto wurde zur Untersuchung in die naheliegende Garage Mühlemann in Küssnacht gebracht. Hier wimmelte es von Schaulustigen und Journalisten. Alle wollten das Unfallauto sehen. Im Gedränge kletterten manche sogar auf die dort abgestellten Autos und beschädigten diese. Der Werkstattbesitzer verlangte daraufhin von jedem Gaffer 30 Rappen, um sich schadlos zu halten, wie er sagte. Als der belgische Konsul davon erfuhr, war der nicht sehr erfreut.

Zwei Tage später wurde der Unfallwagen der belgischen Botschaft übergeben und auf Wunsch des Königs im Vierwaldstättersee versenkt. Im Chrüztrichter, unweit der königlichen „Villa Haslihorn“ in Horw. Dort ist der See mehr als hundert Meter tief.
Immer wieder gehen Gerüchte um, Taucher hätten das Autowrack gefunden. Bestätigt hat sich das bis jetzt aber nie...

23. April 2012

Frau G. jetzt oben ohne

Der Frau G. ihr Auto war ein altes. Und noch ganz gut in Schuss. Bis sie neulich rückwärts und in einen Pfosten fuhr. Der Kofferraum wurde etwas onduliert und einige Nebensächlichkeiten eingedrückt. Kurz darauf begann dann auch noch die Antriebswelle um eine Reparatur zu betteln. Und dann sahen wir dieses zauberhafte Auto beim Händler stehen.

Das alte Auto verkaufte sie einem libanesischen Autoschieber. Und nun ist das neue da. Ein blausilberiges Cabrio mit schmeichelnden Ledersitzen. Anhängekupplung, Eierkochern und Regensensor - einfach alles. Und Abstandswarnern am Heck...
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22. April 2012

am Sonntag

Heute tue ich nichts; ist Sonntag.

... da tue ich ja immer und gerne nichts.
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21. April 2012

Gute alte Zeit?

«Ein Weibsbild, ein Esel und ein Nuss, dass sind drei Ding, die man klopfen muss.»

Diesen alten Sinnspruch habe ich kürzlich auf einem Kachelofen gelesen. 
Irgendwie unnett...
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20. April 2012

meine Expedition – Sorgenfalten

Die Vorbereitungen zu meiner super-mega Expedition ans „Ende der Welt“ sind in vollem Gange. Mein Ziel soll Sewastopol auf der Krim sein. Dahin will ich ja schon seit vielen Jahren unbedingt mal. An der Promenade entlang fahren, dann eine Grillwurst essen und den Schiffen nachgucken. Wer möchte das nicht?
Jetzt habe ich mir mal angeschaut, wie man dort hin kommt? Auf meinem Globus sind es bloss fünf Zentimeter. Aber in Wirklichkeit, man glaubt es kaum, mehr als dreitausend Kilometer. Mit einem Töffli! Gopferdeckel - das sind mindestens 120 Stunden Fahrt! Und nachhause noch einmal so viele. Ich bin ja von athletischem Körperbau und ein zäher Hund; aber das geht nicht. Ich befürchte entstellende Schwielen am Heck.

Dazu kommen noch unerwartete Probleme mit dem Triebwerk meines künftigen Expeditionsgefährts. Statt einem kraftvollen Röhren bleibt der Motor überwiegend stumm. Bloss so ein rasselndes Gestöhne; wie man es von sterbenden Filmhelden kennt.
Vielleicht sollte ich mit meinem Töffli vorerst gscheiter nach Lourdes fahren und auf ein Wunder hoffen. Wie all die Blinden und Lahmen...

Es sind ja noch einige weitere kleine Unpässlichkeiten vorhanden: Kupplung kaputt, Bremsen bremsen nicht, Reifen platt, umfangreiche Hässlichkeit usw. Darum überlege ich mir nun, den Gaul sterben zu lassen. Und wenn ich’s mir recht überlege, wäre es ja sowieso klüger, das Expeditionsfahrzeug etwas näher am Ziel zu erwerben. Das würde mir die laaange und peinliche Fahrt durch meine engere Heimat ersparen.
Also: ich suche ein Mofa, Moped, Moperl oder eine Schwalbe in Orient-Deutschland. Hätte jemand von euch zufällig so etwas abzugeben? Bei mir wäre es in guten Händen: Artgerechte Haltung und genügend Auslauf.
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19. April 2012

Augen schaudern - dramatisch

Neulich war ich auswärts speisen. Erwartungsvoll drückten meine Gedärm und ich musste stoffwechseln. Dringlich. Der Gastwirt schickte mich in ein finsteres Kämmerlein im Keller.

Während ich auf dem Keramik hockte, gewöhnten sich meine Augen langsam an das Dämmerlicht.
«Bwuääääh – ich bin umzingelt» schrie ich. Amöbenartige Tupfen besiedelten die Wände und glotzten mich schamlos an. Und wegschauen geht nicht; die sind überall! Ich kneiffe fest die Augen zu und flüchte ohne Hände waschen.
Manchmal beneide ich die Blinden.
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18. April 2012

Flieger in Not

Es war Donnerstag und über den Himmel zogen Wolken; am 24. Mai 1934. Und auf dem Stanserhorn prallte ein Flugzeug in den Berg.

Jedes Mal besuche ich den kleinen Gedenkstein unterhalb vom Gipfel: «Hier fanden den Fliegertod - Heinrich Vogt von Arbon – Rudolf Scheller von Richterswil». Was war damals wohl geschehen? Jetzt habe ich mich mal schlau gemacht:
Die beiden starteten auf dem Militärflugplatz Dübendorf zu einem Alpenrundflug. Leutnant Scheller war der Pilot der „Häfeli DH-5 MV“, einem damals schon etwas angejahrten Trainingsflugzeug. Sie kreisten einige mal über dem Gipfel und dann prallten sie im Sturzflug in die Bergflanke. Der Pilot war sofort tot. Sein Passagier, Heinrich Vogt-Wüthrich, überlebte zunächst. Er starb aber kurze Zeit später an seinen schweren Kopfverletzungen.
Die Absturzursache ist ungeklärt. Vielleicht nahm ihnen eine Nebelschwade kurz die Sicht, oder der Pilot versuchte eine Notlandung? Wie auch immer - Flieger tot.

17. April 2012

Swiss Travel Festival

Vom 27. bis 29. April findet in Meierskappel wieder das Swiss Travel Festival statt. Drei Tage lang dreht sich alles ums Reisen, ferne Länder und Plagieren.

Ach so! Wir sind auch da. Man erkennt mich an meinem hellgelben Hosenanzug, den ich eventuell anhabe. Und man kann mit mir reden - wer das möchte. Und mit Frau G. auch...

16. April 2012

Kinderkiste in Monthey

Wie ein riesengrosses Spielzeug liegt es in einem kleinen Park neben dem Bahnhof Monthey. „La Tonkinelle“ - der Kindergarten für 180 Kinder.

Das zweigeschossige Gebäude schlängelt sich übers Gelände und um die alten Bäume.

„La Tonkinelle“ wurde von Bonnard Woeffray Architectes in Monthey geplant. Das Architekturbüro ist bekannt für seine interessanten und klugen Bauten.

Also unbedingt mal anschauen gehen. Aber Vorsicht: Die Kindergärtnerinnen nerven sich ab der zahlreichen Architektur-Gucker.

15. April 2012

am Sonntag

Ich schreib's nun schon zum x-tenmal: Heute ist Sonntag und da tu ich nichts.

...gar nix.
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14. April 2012

bäuerlicher Nebenerwerb - wäääh

Die Landwirtschaft ist seit den 1980-er Jahren in einem umfassenden Strukturwandel begriffen. Die Erzeugerpreise sinke, während die Anforderungen stetig steigen. Händeringend sucht die Branche nach Auswegen.
Gestern las ich nun dieses zauberhafte Inserat: «Bäuerin, XXL-Busen, putzt ohne Höschen deine Wohnung» (Zusammenfassung).

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das künftig wird, wenn sich dieser bäuerliche Nebenerwerb durchsetzt. Hagere Bergbauern mit schlaffen - öhhhm – ich will nicht dran denken.

13. April 2012

taubstummer Hamster

Neulich ist mir ein Hamster zugelaufen. Er ist kurzhaarig und getigert, die Pfötchen und das Schnäuzchen sind fast weiss. Für einen Hamster hat er einen auffallend lagen Schwanz; ich vermuten drum, es ist ein junges Männchen.

Der Hamster ist sehr verschmust. Beim Kuscheln beisst er gelegentlich um sich, die Wunden verheilen aber gut.
Er ist nicht stubenrein und nicht dressiert. Ich haben alle erdenklichen Kommandos ausprobiert, er reagiert überhaupt nicht. Vielleicht ist das arme Tierli taubstumm?

Wer sachdienliche Hinweise hat, soll sich doch bitte melden.

12. April 2012

der letzte Hund im Weltall

Genau vor 51 Jahren, am 12. April 1961, kletterte Juri Gagarin in Kasachstan in die Spitze einer Rakete. Kurz nach sechs am Morgen schoss man ihn damit in den Himmel. Und einmal rund um die Weltkugel. Kurz vor acht plumpste er nördlich vom einstigen Stalingrad auf ein Feld. Juri Gagarin war der erste Mensch im Weltall. Vor ihm waren da oben bloss ein paar Hunde unterwegs.

Später soll Gagarin mal gesagt haben: «Ich war nicht der erste Mensch, ich war der letzte Hund im All»
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11. April 2012

der Untergang

«Trag immer saubere Unterhosen» sagte meine Mutter früher, «sonst nimmt dich der Krankenwagen nicht mit, wenn du mal verunfallst!» Und wie recht sie damals hatte, erlebte ich grad kürzlich.

Ich war etwas in Eile, ein ganz wichtiger Termin. Noch kurz die Schuppen vom Hemd wedeln und einmal mit den eingespeichelten Fingern durch Haar. Und die Schuhe ordentlich binden; guten Eindruck schinden. Ich bückte mich - und da traf mich das Unheil. Aus heiterem Himmel. Ein schabendes Getöse und ein eiskalter Luftzug kündeten vom Unglück. Ein langer Schranz auf der Steuerbordseite.

Genau wie damals bei der Titanic…
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10. April 2012

Elsass: denk mal an Krieg

Überall im Elsass gibt es Kriegsdenkmäler und -museen. Von weit her sieht man die Gedenkkreuze auf den Hügeln. Am Strassenrand stehen ausgebleichte Panzer und nutzlose Bunker öffnen ihre Pforten.

In Schirmeck gibt es seit einigen Jahren ein neues Museum; das „Memorial D'Alsace Moselle“. Die Elsass-Mosel-Gedenkstätte befasst sich mit Geschichte der letzten 150 Jahre. Dem Leiden und Sterben in den vergangenen Kriegen. Und wie aus Nachbarhass der Anfang des heutigen Europas wurde.

Der Museumsbau wurde vom Atelier „François Seigneur& Sylvie de la Dure“ geplant. Die kühne Stahl- und Betonstruktur ragt weit in die Landschaft hinaus und hat einige sehr schöne Details.

Und was haben wir gelernt? Das Museum ist am Montag geschlossen! Und im Tümpel unterhalb leben viele brünstige Kröten und Frösche.

9. April 2012

meine Expedition

Seit vielen Jahren verfolgt mich eine Idee zu einer waghalsige Expeditionsreise. Ferne Länder und wilde Eingeborene entdecken. Dahin, wo sich noch kein Schweizer gewagt hat. Und als richtiger Kerl, will ich natürlich diese Entdeckungsfahrt mit einem Zweirad unternehmen. Ihr wisst schon - röhrender Motor, der Fahrtwind im Gesicht und die Freiheit grenzenlos.
Was ich jetzt noch brauche, ist eine geeignete Maschine; ein robust und treuer Begleiter in allen Situationen.

Nach jahrelanger Suche habe ich nun eine Expeditions-Maschine erworben. Ein "Condor Puch X30NL". Bullenstarkes Triebwerk mit gut 1,2 PS und ein 2-Gang Schaltgetriebe. Das Gerät ist in einem sehr guten Zustand. Jetzt muss ich bloss noch den Vogelschiss vom Sattel entfernen und die Reifen flicken. Und den Motor zum Laufen bringen, die Kupplung und die Bremsen erneuern. Und ölwechseln. Ach ja, das Licht leuchtet sehr finster und die Fahrzeugpapier fehlen auch. Aber sonst, sonst ist mein Agregat Top in Schuss.
Sobald ich die kleinen Reparaturen erledigt habe, besteige ich meinen Gaul und reite ostwärts. Ich werde berichten…

8. April 2012

am Sonntag

Am Sonntag schreibe ich nichts.

...und an Ostern schon gar nicht.
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7. April 2012

namenloser Eierspender

Jeder kennt das doch: Es gibt so Sachen, woran man auf den ersten Blick erkennt, wo man grad ist. Der Eiffelturm in Paris, zum Beispiel. Überschwemmte Strassen und voller schwitzender Touristen - Venedig im Sommer. Oder Zelte mit grausliger Musik und mit über Tische kotzen Asiaten - Oktoberfest in München.
Und wer auf dem Wirtshaustisch diesen gelben Eierspender sieht, der weiss sofort - Ostern in der Schweiz.

Kein Mensch weiss, wie dieses Ding wirklich heisst. „Gastronomisches-Oster-Vergnügungs-Set“? Und woher die kommen? Aber es gibt sie überall, in jeder Beiz. Sechs bunt lackierte Eier drängeln sich um eine stolz aufragende Aromat-Dose*. In Position gehalten von einem überaus eleganten, wie raffiniert konstruierten Gerät aus Hartplastik. Schweizer Technik und Schweizer Design. Vielleicht weiss jemand, wie man das bildhübsche Ding nennt?

*Aromat ist eine Streuwürze und gilt in der Schweiz als Grundnahrungsmittel. Woraus das gelbe Pulver ist, will niemand wissen. Ich vermute, aus lauter Vitamine und wertvollen Mineralstoffe. Oder so...

6. April 2012

ich nannte es - "Heinz"

Die Welt um uns herum lässt sich ja bekanntlich ganz systematisch einteilen: In die "belebte" und die "unbelebte" Welt. Fische, Hirsche, Fenchel und Berliner gehören zu der belebten; Steine, Meer, Fernseher und Stacheldraht zur unbelebten Welt. Alles klar?
Neulich habe ich aber etwas gesehen, das in keine der beiden Kategorien passt - Austern! Aussen herum betonhart und hässlich braungraugrün, kalt und sprachslos. Kein Beine, keine Blüte und kein Gesicht. Weder Vieh noch Gemüse.

Neulich habe ich mir mal so eine gekauft. Gibt es im Migros für 1.90 das Stück. Ich wollte zu dem Ding ein wenig nett sein und nannte es drum „Heinz“.
Heinz versteckte sich zwischen zwei rauen Schalen. Etwas unhandlich, aber mit Werkzeug kommt man da dennoch ran. Es stellte sich heraus, dass Heinz bloss ein gräuliches Gschludder ist. Unansehnlich, ja hässlich. Aber ich schluckte ihn hinunter; roh! Heinz schmeckt gar nicht übel, jedenfalls deutlich besser als er aussah. Wie eingeschlafene Füsse - kalte, salzige eingeschlafene Füsse.

5. April 2012

Mut zur Lücke

Janus nennt sich die Erweiterung des Stadtmuseums in Rapperswil-Jona. Wie der römische Gott Janus hat das neue Gebäude auch zwei Gesichter. Zur Altstadtgasse hin eine goldschimmernden und gefaltete Metallhaut. Hinten raus eine mittelalterliche Hauswand.

Der neue Zwischenbau verbindet das Breny-Haus mit dem Breny-Turm. Zugleich ist er der neu Zugang zum alten Museum.

Die Fassade und das Dach sind so gestaltet, dass die Fenster der beiden mittelalterlichen Bauten nirgends durchschnitten werden. Daraus ergab sich eine Art Faltenwurf; geknickt und massstabslos.

Wir rätselten, ob die Fassade Lochkartenstreifen, Blindenschrift oder Morsezeichen abbildet? Janus wurde vom Architekturbüro :mlzd entworfen. So wie auch das Historischen Museum Bern, das wir im vergangenen Jahr besuchten.

4. April 2012

Eier färben und darum Salat

Eigentlich wollte ich Eier färben. So wie früher; mit Böllenhültschä. Also klaubte ich eifrig die braunen Schalen von all meinen Zwiebeln. Dann fiel mir aber auf, dass ich ja gar keine Eier da habe!
Und jetzt? Was mache ich mit den vielen blutten Böllen? Klar - Zwiebelsalat!

Dazu braucht man:
Zwiebeln, aber nicht Salatzwiebeln, sondern die milden roten
Peterli
Knoblauch
Essig
Salz
Pfeffer
Koriander

Und so geht’s: Viele Zwiebeln in Ringe schneiden. Und einige Knoblauchzehen scheibeln. Etwas Salz darüber und kurz andünsten. Ich mache das in der Mikrowellen, da dauert das bloss eine Minute, odr so..
Währenddessen den Peterli fein schneiden und zusammen mit einem Schluck Essig und den Gewürzen eine Marinade machen. Die heissen und weichen Zwiebeln untermischen und dann ziehen lassen. Wenn sie lauwarm sind, ist das Gericht fertig.

Ich mag dazu gerne Laugenbrötli - und nachher kann man flatulieren.

3. April 2012

Elsass: die „Judensau“ in Colmar

Wer an gotischen Kirchen hochschaut, dem glotzen nicht selten grässliche Drachen und Fratzen entgegen. Oder man schaut einer Steinfigur direkt ans Füdli, wie zum Beispiel am Freiburger Münster.

Am Martinsmünster in Colmar ist etwas ganz seltenes zu sehen; eine  „Judensau“. Genaugenommen sogar zwei; eine rechts am Portal und eine als Ausspeier an der Südwand des Chores. Beide Hohnskulpturen stammen aus dem Hochmittelalter. Sie zeigen einen Juden der an einer Sau säugt. Und einen, der einem Eber den Arsch leckt.

Diese "Judensau"-Skulpturen sind Ausdruck einer damals in der Gesellschaft weit verbreiteten Judenfeindlichkeit. Martin Luther hat über die "Judensau" an der Stadtkirche in Wittenberg gesagt: Die Juden würden ihren Glauben aus dem Hintern einer Sau heraus lesen...

Solche Spottfiguren an Kirchen sind europaweit verbreitet. Hier ein besonders obszönes Beispiel aus Rouffach.
Heutzutage ist uns die genaue Bedeutung meist unbekannt; die Figuren wirken bloss noch bizarr und seltsam. Damals wussten die Leute aber sehr genau, wer oder was damit gemeint ist.