19. September 2018

das Bond-Girl mit dem weissen Bikini – in der Agglo von Bern

Ab und zu müssen wir in der Gegend von Bern Verwandte besuchen. Diesmal nutzte ich die Gelegenheit für eine kleine Expedition in die Agglo von Bern. Als zweites Ziel steuerten wir Ostermundigen an. Eine Stadt, die ihre Schöhnheit geschickt verbirgt. Nur einmal hat sie etwas Reizvolles hervorgebracht: „Honey Ryder“, das erste und berühmteste Bond-Girl.

Honey Ryder heisst im wirklichen Leben Ursula Andress und stammt aus Ostermundigen. Hier wuchs sie in der Gärtnerei ihrer Grosseltern auf. Sie wurde Schauspielerin und war das Bond-Girl im allerersten James Bond Film „007 jagt Dr. No“.

Weltberühmt wurde sie aber weniger wegen ihrer Schauspielkünste, sondern viel mehr wegen ihres weissen Bikinis mit dem Messergürtel. Damit stieg sie an einem jamaikanischen Strand aus dem Wasser und in die Film-Arme vom James Bond. Und damit wurde sie in den frühen 1960-er Jahren auch zur Stil-Ikone.
Den weissen Bikini hat sie übrigens selbst entworfen, denn der ursprüngliche Film-Bikini gefiel ihr nicht. Und so liess sie bei einem jamaikanischen Schneider über Nacht einen nach ihren Vorstellungen nähen.
Inzwischen ist Frau Andress 82 Jahre alt und wohnt wieder in der Gegend.

17. September 2018

das Stellwerkmuseum in Rubigen – in der Agglo von Bern

Ab und zu müssen wir in der Gegend von Bern unsere Verwandte besuchen. Diesmal nutzte ich die Gelegenheit für eine kleine Expedition in die Agglo von Bern. Als erstes Ziel steuerten wir das weitherum unbekannte Stellwerkmuseum in Rubigen an.

Das Stellwerkmuseum ist eines der kleinsten Museen der Schweiz. Es ist etwas so gross wie eine Schrankwand. Dazu kommt noch ein Freigelände – also eigentlich bloss ein Signalmast, eine Barrieren-Glocke und ein alter Kilometerstein in der Rabatte nebenan. Aber Obacht, der Müllcontainer gehört nicht dazu.

Das Museum wurde ursprünglich 1987 erbaut. Wegen einer neuen Lärmschutzwand musste es dann 2001 in den heutigen Neubau zügeln. Das Stellwerkmuseum ist  vielleicht ein bisschen monothematisch. Aber: Es ist das ganze Jahr und rund um die Uhr geöffnet, und der Eintritt ist kostenlos. Also sind das schon mal drei gute Gründe es zu besuchen.

13. September 2018

Stoos – Klingenstock und Fronalpstock

Jetzt wo wir schon auf dem Stoos sind, wollten wir natürlich auch die umliegenden Berggipfel erfahren. Wir stampften als erstes zur Talstation der Klingenstock-Sesselbahn und gondelten in einem Rutsch auf den besagten Klingenstock hinauf.

Die Seilbahnstation hockt buchstäblich zuoberst auf dem Gipfel. Aber ausser Aussicht gibt es hier oben wenig. Man könnte von hier zum Fronalpstock wandern, aber wir wollen bahnfahren und schwingen uns deswegen wieder auf die Sesselbahn.
Unten marschieren wir quer durchs Dörfchen Stoos zur Sesselbahn Fronalpstock. Damit fliegen wir wieder nach oben – bis auf den Gipfel des Fronalpstock.

Hier ist die Aussicht nicht minder Spektakulär. Etwa 1,5 Kilometer tief unter uns wellt der Vierwaldstättersee. Kleine Schiffli fahren umher und wenn man ganz genau schaut, sieht man auch da und dort einen Eisenbahnzug. Es ist wie im Miniatur-Wunderland.
Obwohl es recht diesig ist, sehen wir von hier das 70 km entfernte Atomkraftwerk Beznau. Und fast bis nach Giswil.

Neben erstaunlich vielen Ausflüglern sehen wir auch einige Murmeltiere. Die Steinböcke entpuppen sich allerdings bei genauerem Hinsehen als gewöhnliche Ziegen. Leider türmen sich am Nachmittag nassgraue Gewitterwolken auf und wir sesselbahnen heimwärts.
Es war ein schöner Ausflug in den Kanton Schwyz. Da kommen wir wieder einmal.

11. September 2018

Stoosbahn – Weltrekord!

Die Stoos-Bahn fährt von Schwyz hinauf auf den Stoos. Und das mit einem Weltrekord! Mit 110% Steigung ist die Stoosbahn ist die steilste Bahn der Welt.
Ein Zug besteht aus 4½ röhrenförmigen Kabinen, die sich unterwegs immer so drehen, dass der Fussboden waagrecht bleibt. 136 Personen haben Platz – und als wir mitfuhren war er platschvoll.

Nach der Talstation geht das Gleis zuerst über den Fluss und dann immer steiler den Hang hinauf, dann durch mehrere kaminartige Tunnels hindurch bis auf die Hochebene vom Stoos. Die Bahnlinie ist zwar nur etwa 1,7 km lang, überwindet aber ein e Höhendifferenz von fast 750 m Höhe. Und wir brauchten dazu nur gut fünf Minuten.

Im autofreien Dörfchen Stoos wohnen etwa 150 Leute und es gibt mehr als 2‘000 Hotelbetten. Und obwohl es wegen der neuen spektakulären Bahn und dem wunderbaren Spätsommerwetter von Ausflüglern überschwemmt wird, sieht es hier aus wie in der Nebensaison. Gleich mehrere Restaurants, Ladengeschäfte und Hotels sind nämlich geschlossen.

Jahrzehntelang waren die Gelmerbahn mit 106% und die Trümmelbach-Bahn mit 105% die steilsten Bahnen der Welt.

5. September 2018

sie sind genau HIER!

Immer wenn ich dieses «Sie sind hier» sehe denke ich: Wie zum Teufel können die wissen, dass ich jetzt gerade hier bin. Ich meine, vom Internet ist man sich solches ja schon längst gewohnt – aber warum weiss das diese blecherne Hinweistafel?

Und das Schlimmste ist – das funktioniert sogar online. Sie sind HIER!

3. September 2018

exotischer Treibwagen trifft Muger

Neulich in Bulgarien. Ich sehe zufällig, wie ein Bahnsignal auf grün schaltet. Also gschwind rechts heranfahren, hinüber rennen und schauen, was für ein Zug da kommt? Ich meine, wer macht das nicht.
Erst kommt lange nichts, und dann brummelt ein mir völlig unbekannter „Schienenbus“ heran. Ich winke, er pfeift und wir beide freuten uns ob unserer Begegnung.

Zuhause schaue ich nach, was das war? Es nennt sich BDŽ 19.001.7 und ist ein rares Einzelstück. Der Salontriebwagen wurde 1960 von der Simmering-Graz-Pauker AG in Wien als Prototyp für einen neuen Regionalzug gebaut. Mit seinem Dieselhydraulische Antrieb war er damals sehr fortschrittlich – und pannenanfällig.
Deshalb wurde der Treibwagen 1965 an die Bulgarische Staatseisenbahn BDŽ verkauft. Die setzte ihn aber nie im Bahnbetrieb ein, sondern nutzten ihn bloss für Dienst- und Sonderfahrten. Und das jetzt schon seit fünfzig Jahren.

1. September 2018

ohne Sommer ist auch blöd…

Als Zeichen meiner Missbilligung des garstigen Wetters trage ich heute meine Strumpfhosen andersherum. Das Flauschige nach aussen.

25. August 2018

Tunesien Reiseplanung - jetzt mit fast ganz ohne Eisenbahn

Wie ich ja schon neulich berichtet habe, wollen wir im Spätherbst wieder einmal Tunesien heimsuchen. Ich wollte mir einen alten Wunsch erfüllen und mal mit der Eisenbahn kreuz und quer durchs Land rollen.
Natürlich weiss ich schon, dass das tunesische Eisenbahnnetz nicht grad üppig ist. Im Personenverkehr gibt es im Prinzip bloss etwa fünf Linien. Davon führt nur eine – Sfax-Tozeur – ansatzweise durch die Wüste.
Aber: Abgesehen von der Hauptstrecke Tunis-Sfax verkehren auf den restlichen Strecken nur ganz wenig Züge. Und die fahren gerne am ganz frühen Morgen oder am späten Nachmittag los. Also dann wenn es bereits finster ist. Zugreisen machen aber bloss Spass, wenn man aus dem Fenster schauen kann und mehr sieht als schwarze Nacht.

Auf der „Wüsten-Strecke“ von Sfax nach Tozeur wollte ich unbedingt mal mitfahren. Aber nach schweren Ausschreitungen wurde vor einigen Jahren hier der Personenverkehr eingestellt, seither fahren hier nur noch Güterzüge.
Allerdings wird seit Mitte August 2018 die Teilstrecke Tozeur-Gafsa wieder befahren. Allerdings auch bloss wenn‘s finster ist!

Aber das Grundproblem bleibt: Ausser auf der Nordsüd-Strecke fahren die meisten Züge in den Randstunden – oder gar nicht. Für Touristen ist das nix. Also haben wir uns ein kleines Auto gemietet und werden damit einige eher unbekannte und unbeachtete Ecken in Süd-Tunesien besuchen. Und vielleicht gelingt uns dann doch noch eine Bahnfahrt...

22. August 2018

wilde Tiere und tropisches Wetter

Jetzt geht das schon seit Monaten so - die ganze Woche über arbeiten wir und am Wochenende flüchten wir vor der Hitze in unsere Alphütte hinauf. Da fläzen wir dann untätig herum und schauen den Viechern zu.
Im Frühling standen die Kühe dicht gedrängt am Zaun und glotzten uns an. Später zogen sie in die Hochalpen hinauf; und nun sind sie wieder da und glotzen. Über und über von Fliegen besiedelt.


Und auch sonst merkt man schon gut, dass sich der Herbst anschleicht. Neulich rannten zwei Gämsen vorbei und am Himmel kreiste ein Milan und schaute nach einem Imbiss.
Auch sonst sind hier oben viele wilde Tiere unterwegs.

Ein „Trauermantel“ in der Flugversion und ein „Kleiner Fuchs“ in der Fussgängerausführung.

Und ein Schüblig und Thymian-Herdäpfl in der Grill-Version.

16. August 2018

Bier - wie in Algerien

Am Voodoo-Treffen kredenzte unser alter Freund und Wüstenkumpel Martin diesmal „Picon Bière“. Das ist so eine Art Orangen-Likör mit dem man sein Bier aufmotzen kann. Ursprünglich enthielt es recht viel Alkohol und vor allem in Algerien sehr bekannt und beliebt. Heutzutage trinkt man es nur noch in einigen Teilen Frankreichs.

Dass es auf meinem Foto so eine eigenartige Farbe hat, liegt nicht am Picon Bière, sondern an der grellroten Markise darüber. Eigentlich ist es eher orange-braun-goldig.

14. August 2018

Voodoo-Afrika-Fahrer-Treffen

Am vergangenen Wochenende besuchten wir traditionell das Voodoo-Afrika-Fahrer-Treffen. Es war das schönste Treffen aller Zeiten. Doch leider habe ich aus technischen Gründen – gut; vor allem aus Faulheit – kaum Fotos gemacht.
Hier ein paar bemerkenswerte Fahrzeuge:

Ein Berna 2VM aus den frühen 1970-er Jahren mit einem zauberhaften Wohnaufbau. Komplett aus Holz gebaut und mit einem wirklich gemütlichen Innenleben. Fensterläden. Gardienen und - auf meinem Foto schlecht zu erkennen – einer Veranda am Heck.
Und gleich dahinter steht der Taurus.

Ein grossartiger Iveco 35-10 4x4 und gleich dahinter ein Iveco Massif. Beide sind sehr, seeehr Afrika-erfahren...

Ein Dachzelt auf einem Land Rover Defender 130 kennt jeder. Dieser hier hat aber gleich eine richtig nette Dachterrasse oben drauf.

Der postgelbe MOWAG PTT Fourgon dürfte aus den 1960-er Jahren sein. Ganz speziell ist die Fronttür, die die Post damals bestellte, damit die Lastwagen dicht nebeneinander an der Rampe stehen konnten. Als Wohnmobil macht er auch heute noch was her.

Aber: Noch besser als die Reisefahrzeuge waren die Leute. Und deswegen fahren wir immer ans Treffen. Denn nirgendwo anders trifft man so viele spannende und interessante Leute und hört so viele anregende Geschichte wie hier.

10. August 2018

wir am Voodoo-Afrika-Fahrer-Treff

Wochenende fahren wir ans „24. internationale Voodoo-Afrika-Fahrer-Treffen“ in Kallnach hinter Bern.

Ich sag‘s diesmal vorher, damit es hinterher nicht wieder heisst; «hätte ich davon gewusst, so wäre ich …». Odr so.
Hier, hier und hier

9. August 2018

meine kühle Sommerhitze

An diesen heissen Sommertagen werde auch ich zum Pendler. Ich pendle aber nicht wie die meisten Werktätigen in die Stadt, sondern auf den Berg. In knapp 15 Minuten fahre ich in unsere 800 Meter höher gelegene Alphütte. Hier oben ist es 6° kühler als im Tal unten und es weht immer ein frischer Wind. Zusammen ergibt das einen wunderbar luftigen Sommertag.

So sitze ich den ganzen Tag am Compi und arbeite vor mich hin. Und weil ich allen erzählte, dass ich hier oben keinen Telefonempfang hätte – was ein wenig gelügelt ist – schalte ich es aus und geniesse die ungestörte Ruhe.

Irgendwie bin ich schon ein Glückspilz.

6. August 2018

der Abenteuer-Wohnwagen

Wo ich doch neulich von diesem bunten Wohnwagen in Frankreich berichtet habe, will ich unbedingt auch diesen hier zeigen. Wir fanden ihn in einem Wald in Bosnien Herzegowina.

Mir gefielen spontan das absenkbare Dach und das lange Panoramafenster auf der Seite. Dazu büffelfarbene Polster und Möbel in expressivem Holzsplitter-Dekor. Alles zusammen gibt dem Wohnwagen einen exklusiven und abenteuerlichen Safari-Look.

4. August 2018

warum ich Wohnwagen nun doch mag

Bekanntlich habe ich ja ein etwas getrübtes Verhältnis zu Campingplätzen und den darauf siedelnden Wohnwagen. Üblicherweise sind das uniforme schrägrundliche Anhängerkisten mit allerlei vermeintlich eleganten Zierlinien und trübweisse Gardinen.

Aber seit ich neulich in Frankreich diesen Wohnwagen sah, muss ich meine Vorurteile etwas anpassen. Der Wohnwagen entspricht zwar nicht unbedingt meinem Ideal vom unauffälligen Reisen, aber ausschauen tut er richtig schön. Und schön bunt.

1. August 2018

dreimal Geburtstag der Schweiz

Heute am 1. August feiern wir den 727. Geburtstag der Schweiz. Im Jahr 1291 haben nämlich ein paar aufmüpfige Bauern auf der Rütliwiese die Eidgenossenschaft gegründet. So zumindest behauptet das der Volksmund.
Aber eigentlich entstand die Schweiz erst vor 370 Jahren. Denn im Herbst 1648 endete mit dem „Westfälischer Frieden“ der Dreissigjährige Krieg. Damals wurde in Osnabrück halb Europa neu geordnet - und die Schweizer erhielten ihre Unabhängigkeit. Denn bis dahin waren wir ja Mitglied im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ und unterstanden irgendwelchen deutschen Kaisern und/oder dem Papst in Rom.

Diese Unabhängigkeit dauerte genau 150 Jahre, dann kamen die Franzosen und eroberten la Suisse. Wir wurden zur „Helvetische Republik“. Fünf Jahre später, im März 1803, gingen die Franzosen wieder heim und die „Schweizerische Eidgenossenschaft“ wurde erfunden. Und die besteht bis heute - seit 215 Jahren.

Daher feiern wir heute zugleich den 727., den 370. und den 215. Geburtstag der Schweiz. Gratulation!

31. Juli 2018

unzugängliche Orte – Massenpilzhaltung

Aktuell ist in Spiegel-Online grad ein Bericht über geheimnisvolle und unzugängliche Orte in der Schweiz. Mit dabei ist auch die erstaunliche Pilz-Fabrik in unserem Nachbardorf Kerns; die Produktionsstätte der Kernser Edelpilze. Und selbstverständlich gaben wir uns dort auch schon umgesehen.

Von aussen eine banale Industriehalle, ist es drinnen eine raffinierte Pilz-Maschine. Auf mehreren Stockwerken werden die Edelpilze eingepflanzt, ausgebrütet und abgeerntet. Die Pilze leben hier millionenfach auf raumhohen Regalen und in fensterlosen, kalten Tresorräumen. Sozusagen eine veganer Massenpilzhaltung – und Bio.

Wir pirschten uns durch die langen Gänge und schauten uns die verschiedenen Pilze an. Manche sind schleimglänzende Glatzköpfe, andere haben wirre Krausfrisuren oder fleischige Ohren. Und genaus diese schmecken gebraten ausgesprochen gut.

19. Juli 2018

was ist los, Muger?

In der letzten Zeit werde ich oft gefragt, weswegen hier kaum noch neue Berichte erscheinen? Ob ich krank sei, oder gar ideenlos? Oder einfach nur zu faul?
Nein, nix von alldem. Ich tue zurzeit bloss einfach viel arbeiten. So um die 50 bis 60 Stunden pro Woche und habe deswegen nur wenig Freizeit.

das Symbolbild verbildlicht nur meine gegenwärtige Stimmung
Da ich seit mehr als zwanzig Jahren ein „digitaler Nomade“ bin, muss ich zum Arbeiten ja nicht extra woanders hinfahren. Ich arbeite meistens zuhause oder in unserer Alphütte. Da trage ich tagein tagaus nix anderes als ein verwaschenes T-Shirt und ausgeleierte Unterhosen. Und wenn ich zwischendurch nicht arbeite, fläze ich mich aufs Sofa und döse gedankenlos vor mich hin. Wenn ich dann stundenspäter wieder erwache, liege ich oft in einem klebrigen Habitat aus Speichelfäden, Kekskrümel und Schweiss. Dann weiss ich – es ist Sommerzeit. Und ich sollte weiterarbeiten.

16. Juli 2018

Sahara-Tee

Mein Verhältnis zu Campingplätzen ist bekanntlich leicht angespannt. Man sagt mir diesbezügliche Vorurteile nach. Trotzdem übernachteten wir am letzten Wochenende auf einem. Denn wir waren bei Freunden eingeladen. Alles alte Sahara-Reisende- Zusammen hatten wir bestimmt mehr als 100 Sahara-Touren auf dem Buckel.

Wir machte das ganze Wochenende nichts anderes als unter einem Schattenbaum zu sitzen und zu plaudern. Ab und zu assen wir allerlei Getier vom Grill und Kartoffelsalat.


Frau R. kochte für uns Tuareg-Tee mit den saharatypischen Gewürzen drin. Abwechslungsweise mit Wermutkraut, Kardamom-Kapseln, Bockshornklee-Samen und zum Schluss mit Zimt und unanständig viel Zucker drin. Tee wie es ihn damals in Algerien zu trinken gab. Herrlich.

Unseren Wohnwagen-Nachbarn bestätigten wieder einmal alle Klischees. Der eine kramte einen Rasenmäher hervor und röhrte damit um seinem Wohnwagen herum. Ein anderer suchte seinen Stellplatz und kurvte dazu immer wieder kreuz und quer über den Campingplatz. Selbst als wir am Sonntagabend weg fuhren, war er immer noch am Rangieren. Und die gelben Keile lagen immer noch untätig auf der Strasse herum. Hätte ich gekonnt, wäre ich drüber gefahren.

12. Juli 2018

ab nach Tunesien

Im Spätherbst wollen wir wieder einmal Tunesien besuchen. Früher war ich mehr als drei Dutzend Mal da. Jetzt aber schon seit einigen Jahren nicht mehr.
Eigentlich würden wir mit unserem Möbelwagen hinfahren. Denn es ist gar nicht so weit; ab Giswil sind es 400 Kilometer Autobahn und 21 Stunden Autofähre. Samstag frühmorgens los und dann wären wir am Sonntagmittag in Tunis.

Aber – im Moment haben wir dafür einfach zu wenig Urlaub. Also habe ich einen Flug gesucht. Entweder bin ich zu verwöhnt, oder zu geizig. Jedenfalls war es gar nicht einfach einen preiswerten Direktflug zu finden. Nun haben wir hin einen Charterflug gebucht und zurück geht’s dann mit der Tunisair.

Unser Reiseprogramm ist hingegen noch völlig offen. Das einzige was schon klar ist, dass wir ohne eigenes Auto unterwegs sein werden. Ich möchte deshalb mit der Eisenbahn fahren. Und Frau G. möchte baden. Im Meer, nicht in der Badewanne.

Und ich schulde ihr ja auch immer noch die Delfine.

10. Juli 2018

Pou-du-ciel - das fliegende Mofa

Andauern laufe ich diesem kleinen schrulligen Flugzeug über den Weg. Alleine dieses Jahr schon zweimal. Man nennt es Pou-du-ciel – „Himmelslaus“. Korrekt heisst es aber „Mignet HM.14“

In den 1930-er Jahren wollte der Franzosen Henri Mignet ein Flugzeug für Jedermann bauen. Es sollte einfach und einfach zu fliegen sein, und billig. Also entwickelte er ein simples Flugzeug aus Sperrholz und Stoff. Sozusagen ein fliegendes Moped. Und billig wurde es dadurch, dass er es klein baute - sehr klein.

Das Flugzeug hat zwei grosse Tragflächen hintereinander. Und wer genau hinschaut sieht, dass es ganz ohne Klappen auskommt. Zum Steuern bewegt man nur das komplette Heckruder und die hintere Tragfläche.
Für den Transport können die Tragflächen ganz einfach gedreht werden, so dass man seinen Flieger auch gut transportieren kann. Auf den Sonntagsasflug, odr so.

Henri Mignet verkaufte zahlreiche seiner Flugzeuge; und vor allem auch die Pläne dazu. So konnte jeder zuhause in der Garage sich sein eigenes Flugzeug bauen. Was bis heute immer noch gemacht wird, weshalb es immer noch nagelneue Pou du ciel gobt.
Die rote Himmelslaus sahen wir im Chateau de Savigny-les-Beaune im Burgund, das blaue in Ta'Qali in Malta. Und auch im Verkehrshaus in Luzern hängt eines an der Decke.

4. Juli 2018

Kirschen-Überfall

Es ist jedes Jahr das Gleiche, entweder hat es an unserem Kirschbaum keine einzige Kirsche oder er ist voll davon. Heuer war er übervoll. Wohin wir blicken hägen Kirschen. Und jetzt bleicht zwischen „noch sauer“ und „schon von den Vögeln gefressen“ nur ein kurzes Zeitfenster zum Ernten. Wie die Affen kletterten wir in die Baumkrone und zupften die prallen Chriesi aus dem Laub.

Das Resultat ist eimerweise Kirschen. Aber was tun damit? Essen. Entsteinen, Konfitüre kochen, Einfrieren, Chriesiprägel. Und Frau G. backte einen Kirchkuchen. Knusprig-flauschig-saftig.
Wenn wir schon nicht verreisen können, dann wenigstens etwas Süsses auf dem Tisch!