28. Dezember 2018

Tatort – wir im Fernsehen

Vor mehr als einem Jahr durften Frau G. und ich im Tatort-Krimi mitspielen. Wir waren Statisten, also so etwas wie menschliche Dekoration; lebendiger Hintergrund, Füllmaterial.
Unser Tatort „Friss oder stirb“ wird am Sonntag 30. Dezember auf SRF1 um 20:05 und auf ARD und ORF um 20:15 ausgestrahlt.

Ich denke wir werden ziemlich am Anfang als Gäste in einer Autobahnraststätte zu sehen sein. Vermutlich als schwarze, unscharfe Schatten vor dunklem Hintergrund. Odr so.
Leider werden wir selber den Krimi nicht anschauen können weil – öööhm – wegen weil nicht da. Aber wir freuen uns über viele Zuschauer.
Und schreibt uns unbedingt in die Kommentare, wie wir euch gefallen haben...

22. Dezember 2018

eine kleine Weihnachtsgeschichte

Neulich traf ich im Treppenhaus das – ich schätze mal vierjährige – Nachbarmädchen. Auf meine Nachfrage hin erzählte sie, dass sie sich zu Weihnachten ein Pony aus braunem Stoff wünsche.
Ein richtiges Pony sei doch viel, viiiel besser, sage ich. Damit könnte sie richtig reiten, galoppieren und hüpfen. Und so.
Ja schon, aber sie hätten doch gar keinen Stall für ein lebendes Pony, meint sie.
Braucht man doch nicht, das Pony könne doch im Zimmer ihres grossen Bruders wohnen.
Jetzt solle sie sich einfach so oft wie möglich ihre Eltern nach einem Pony fragen - dann bringe ihr das Christkind ganz bestimmt eines.
Sie war ganz glücklich. Ich auch.

12. Dezember 2018

Pizza und Vulkan

Im Januar machen wir wieder unsere traditionelle Kurzreise in den Süden. Diesmal wollen wir mit der Bahn nach Süditalien reisen. Wir wollen Pizza essen und Vulkane anschauen. Und auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit besuchen. Aber vor allem wollen wir einfach die Wintersonne geniessen.

Für uns ist Süditalien völlig unbekanntes Land. Wer also noch tolle „Geheim“-Tipps hat, nur her damit. Wir freuen uns darüber.

10. Dezember 2018

Mädchen mit Schnauz und Bart

Jedes Jahr Anfangs Dezember zieht bei uns der Schüler-Samiglois - Sankt Nikolaus - durchs Dorf. Vorne weg schreitet der Nikolaus mit seinen Dienern. Diese gehen von Haus zu Haus und bieten „Vögel“ feil. Die Backwaren sind kostenlos, doch die heilige Truppe erwartet dafür eine kleine Spende. Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen geht auch noch ein „Schmutzli“ mit einem Knüppel.

Bei diesem alten Volksbrauch sind ausschliesslich Schüler beteiligt. Die Kleinen laufen mit Schellen, Glocken und Trinkeln hinterher und sorgen für Lärm. Die grossen Schüler mimen das mehr oder minder christliche Personal. Und weil sich die Burschen sich nicht getrauen, schnallen die Mädchen den Bart um und machen den Nikolaus.

*und nein - das Schnee-Bild ist nicht von heuer.

6. Dezember 2018

rote Kartoffeln aus der Vergangenheit

Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht – behauptet der Volksmund. Doch bei den Kartoffeln war das anders. Kaum von Amerika nach Europa gebracht, wurden sie schon vor dem Jahr 1700 hier bei uns in den Bergen angepflanzt. Und gegessen.
Zufällig bekam ich neulich eine Handvoll solcher Ur-Kartoffeln. „Highland Burgundy Red“ oder „roter Kardinal“ nennt sie der Kartoffel-Kenner. Und sie sind rot – innen.

Blaue Kartoffeln kennt man ja, aber rote sind sehr selten. Sie sollen den ursprüngliche Herdäpfeln aus den Anden sehr ähnlich sein.
Wir haben unsere roten Herdäpfel gesotten und mit etwas Butter und Salz gegessen. Sie schmecken gut und üppig, aber auch recht gewöhnlich. Die Schale ist hart wie Alu-Folie und im Inneren hat es da und dort so eigenartige Fasern. Ein feiner Herdäpfel – damit könnte man bestimmt auch nette Fritten oder feisse Rösti machen.

5. Dezember 2018

Eisenbahnen in Südtunesien (Teil 2)

Schlechte Nachrichten aus Südtunesien: Die grandiose Eisenbahnstrecke durch die Selja-Schlucht ist ausser Betrieb. Im Oktober hat ein Hochwasser hat die Gleise zerstört und den Phosphat-Verladebahnhof Selja überschwemmt. Die Schäden sind fast noch schlimmer als 2009.

… das völlig verschüttete Anschlussgleis von Selja gare nach Redeyef.

Im Bahnhof Redeyef stehen mehrere vollbeladen Phosphat-Güterwagen herum. Auf der Ladung wachsen bereits Büsche. Der Phosphat-Sand wird zurzeit ausschliesslich mit Lastwagen zu den Aufbereitungsfabriken transportiert.

Im Stadtzentrum von Redeyef steht wenigstens diese kleine Grubenbahn auf einem Sockel. Ein herzallerliebst und knallbunt angestrichenes Züglein von SCHÖMA, Bremen. Mehr Eisenbahn gibt es hier zurzeit nicht.

Der historische Luxuszug „Lezard rouge“ steht auch still. Normalerweise karrt er Touristen durch die bizarr schöne Selj-Schlucht. Doch seit den Überschwemmungen steht untätig in seiner neuen und zu kurzen Halle im Bahnhof Metlaoui herum. Hier privatisieren ihn Vandalen nun Stück für Stück. Die meisten Messing-Embleme sind schon verschwunden. Und auch im Inneren sehen die Luxus-Wagen staubig und etwas leergeräumt aus.

Wie sich jetzt zeigt, war unser Entscheid nicht mit der Bahn zu reisen richtig. Schade.

3. Dezember 2018

Eisenbahn in Südtunesien (Teil 1)

Im Süden Tunesiens gibt es ja bekanntlich nicht grad viele Eisenbahnlinien. Und die einzige mit fahrplanmässigem Personenverkehr ist die Strecke Tunis - Sfax – Tozeur. Zweimal am Tag fährt da der Fernzug; einmal am frühen Morgen und einmal am Abend.
Wir waren mehrmals am Bahnhof und jedesmal hatte der Zug um die 90 Minuten Verspätung. Aber immerhin stiegen eine Handvoll Passagiere ein und aus. Der Zug lebt.

Vom „neuen Regionalzug“ zwischen Tozeur und Gafsa haben wir nichts gesehen. Ich weiss aber nicht, ob er nur grad zurzeit nicht verkehrt. Oder ober er schon wieder eingestellt wurde. Aber zumindest im Fahrplan fährt er.

Im Depot Gafsa lassen grad einige Lokomotiven ihre Motoren warmlaufen. Und am Bahnhof stehen mehrere schwerbeladen Phosphat-Züge, teilweise mit nagelneuen Wagen. Anscheinend rollen die Güterzüge trotz Streik und Blockaden? Allerdings haben wir auf der Strecke keinen einzigen fahren sehen.

Der Bahnhof Sened bildet sozusagen die „Passhöhe“ zwischen den Phosphat-Minen und den Verladehäfen am Mittelmeer. Heute ist er komplett unbemannt und ohne Rollmaterial…

30. November 2018

Tunesien: bäääh - ein Regenflug

18 Houmt Souk. Um drei Uhr mitten in der Nacht müssen wir los. Es regnet und stürmt. Alles ist plotschnass und die grossen Pfützen von gestern sind inzwischen zu richtigen Seen zusammengewachsen. In einem Kreisel steht ein Schiff auf dem Sockel. Ursprünglich wohl als Dekoration gedacht, sieht es jetzt aus wie ein Rettungsboot.
Am Flughafen herrscht noch schläfrige Ruhe. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Wir investieren unser Restgeld in Süsskram, dann beginnt das lange Warten.
Ursprünglich haben wir ja den Nachmittagsflug nach Zürich gebucht. Der wurde dann auf den Vormittag verschoben - und auf Genf statt Zürich. Dann wurde er noch einmal verschoben. Und nur deswegen lümmeln wir jetzt hier in aller Frühe am Flughafen herum!
Irgendwann dürfen wir einsteigen. Der Tunisair-Flieger ist bis auf den letzten Platz ausgebucht und mollig warm beheizt.

In Genf erwischen wir den 9-Uhr-Zug nach Luzern. Nach einer Stunde kommt der Mann mit dem Mini-Buffet vorbei. Endlich bekomme ich meinen Morgenkaffee – lange hätte ichs ohne wohl nicht mehr ausgehalten!
Am Mittag sind wir zuhause. Es ist kalt und neblig. Bald ist 1. Advent.

28. November 2018

Tunesien: Djerba kann auch schön

18 Houmt Souk ist eine richtig nette Stadt – und so ganz anders als das Touristen-Djerba an den Hotelpalästen am Mittelmeerstrand. Hier im Zentrum kuscheln sich die weiss gekalkten Häuser eng zusammen. Schmale Gassen drängeln sich zwischen den Hauswänden durch. Die Ladengeschäfte prahlen mit ihren Auslagen. Reichlich Glitzerzeug, buntes Obst und chinesischer Plastikplunder.

Überall in der Altstadt von Houmt Souk gibt es Wandmalereien. Aber nicht das übliche, talentfreie Graffiti-Geschmiere wie in vielen europäische Städten, sondern richtige Wandbilder. Gemacht von Künstlern und Könnern.

Wir geniessen unseren letzten Urlaubstag in Tunesien. Wir sitzen ausgiebig in den Strassencafés herum und schauen den Leuten zu. Und wie immer am letzten Abend in Tunesien kaufe ich ein Mechmoum, ein traditionelles Jasmin-Sträusschen. Das steckt Mann sich hinter das Ohr - und dann duftet er herzallerliebst und zuckersüss.

27. November 2018

Tunesien: nasse Juden in Djerba

17 Houmt Souk. Eigentlich wollten wir an unserem letzten Tag Houmt Souk erkunden. Doch vorerst fällte unser Ausflug buchstäblich ins Wasser, denn es schüttet wie aus Kübeln. Seit Mitternacht folgt ein Gewitter dem anderen. Der Regeln plätschert in den Innenhof und überall bilden sich schuhtiefe Pfützen.

Gegen Mittag fahren wir an den Hafen und schauen uns die regennasse Festung und das Denkmal der einstigen "Schädel-Pyramide" (n33.8849, e10.8575) an. Beides ist heute nur mässig sehenswert.

Etwas ausserhalb von Houmt Souk steht die el-Ghriba-Synagoge. Sie ist die älteste und schönste Synagoge auf Djerba. Von aussen sieht sie recht schlicht und schneeweiss aus, aber innen ist sie bunt bemalt und üppig verziert.
Man kann die Synagoge frei besichtigen, aber am Eingang sitzt ein frommer Mann, der freiwillige Spenden einzieht. Mit unseren drei Dinar fünfzig ist er zufrieden und wir bekommen sogar noch ein Andenken und seinen „Segen“ mit auf den Weg.
Später erzählt uns ein jüdischer Händler, dass heute auf Djerba noch etwa 1'200 Juden wohnen täten.

Weltweit bekannt wurde die el-Ghriba-Synagoge 2002, als hier beim Eingang die al-Khaida eine Lastwagen-Bombe zündete. Die verheerende Explosion tötete etwa zwanzig Touristen und verstümmelte und verbrannte viele weiter. Die meisten Opfer waren aus Deutschland. Und die Drahtzieher hinter dem Anschlag auch.

Nach dem Mittag geben wir unseren feuerroten Miet-Flitzer retour. Insgesamt sind wir damit 1’814 km gefahren - pannenfrei und sehr bequem. Wir sausen mit dem Taxi zurück ins Stadtzentrum und schlendern ein wenig durch die Gassen. An so einem regnerischen Tag ist der überdachte Markt ganz besonders angenehm.

Gegen Abend tröpfelt sogar ein wenig Sonne aus den Wolken. Wir setzen uns in ein Café und geniessen die friedvolle Sonnenuntergangs-Stimmung. Richtig schön hier.

26. November 2018

Tunesien: unser schlammiges Ende

16 Matmata. In der Nacht hat es geregnet. Blitz und Donner und Wolkenbruch. In unserer Schlaf-Höhle haben wir davon nicht viel gemerkt, aber am Morgen sind die Männer damit beschäftigt den Schlamm aus den Lichthöfen zu schaufeln.
Als wir losfahren ist es immer noch stark bewölkt und kalt. Wir rollen gemütlich südwärts durch die Dahar-Berge. Die ersten Kilometer ist die Strasse noch asphaltiert, doch hinter Techine beginnt die Piste. Trotz der Pfützen und schlammigen Stellen kommen wir gut voran.

Sicher, manchmal muss unser Skoda tapfer sein und knackige Schläge einstecken. Manche Furten sind überspült oder schlammig. Doch nach zwanzig Kilometer ist unsere Piste weggespült (n33.3792, e10.0365). Über die ersten Schadstellen kämen wir noch drüber. Aber die  folgenden paar hundert Meter sehen noch schlimmer aus. Also – umdrehen! Zwanzig Kilometer zurück.

Ansich sind die Dahar-Berge ganz hübsch, doch bei diesem trüben Wetter ist alles einfach nur braun und grau und grauslig. Wir fahren deshalb in die Ebene hinunter und bis nach Mareth. Während wir im Café sitzen, lassen wir unser Mietauto aussen und innen sauber machen. Nachher ist alles blitzsauber und der Autowäscher um drei Euro reicher.

Spasseshalber wollen wir heute mit der Fähre nach Djerba übersetzen. Die Autokolonne am Hafen ist aber mehr als einen Kilometer lang. Wir denken noch, das geht sicher trotzdem ganz schnell. Tut es dann aber nicht - bis wir auf die Fähre fahren dürfen dauert es über zweieinhalb Stunden!
Die Überfahrt mit der Fähre geht dafür sehr zügig. Nach etwa fünfzehn Minuten landen wir in Djerba. Von hier sind es nun noch zwanzig Kilometer bis zu unserem Hotel.

Wir wohnen wieder im „Hotel Erriadh“ mitten in der Altstadt von Houmt Souk. Zum einen, weil es uns das letzte Mal hier so gut gefallen hat. Dann aber auch, weil ich damals vergessen habe unseren Zimmerschlüssel abzugeben! Der Patron sagt, er habe «wie ein Zöllner alles durchwühlt, ihn aber nirgends finden können».

24. November 2018

Tunesien: viele, viele Berge und zwischendurch eine Schlucht

15 Gafsa. Als ich am frühen Morgen in die Gasse hinunter schaue, sitzen die Männer schon wieder im Café. Mich dünkt, die haben immer sehr viel zu besprechen?
Der Himmel ist braun und es weht ein staubiger Wind. Wir schauen noch gschwind am Bahnhof vorbei, dann fahren wir los. Die Strassen sind von Autos, Lastwagen, Mofas und allerlei Handkarren verstopft. Alle wuseln kreuz und quer herum. Ausserhalb der Stadt sind wir dann aber wieder alleine unterwegs.

In Sened verlassen wir die Hauptstrasse und fahren nun wieder südwärts. Die Strasse windet sich kurvenreich durch die Berglandschaft. Es geht stetig aufwärts. Einige ärmliche Bauernhöfe und ein paar karge Oliven Haine. Dann erreichen wir die Passhöhe des Jebel Biadha (n34.4235, e9.2339), 1'030 Meter über dem Meeresspiegel. Der Rundumblick ist grossartig, aber leider auch wolkenverhangen.

Hinter Sakket zwängt sich unsere Strasse durch eine Schlucht des Oued Hayfa (n34.3692, e9.2146). An der engsten Stelle stehen die Felswände keine 2,5 Meter auseinander. Zudem macht die Piste hier mehrere rechtwinklige Kurven. Unser Skoda passt da grad noch zwischendurch.

Später überqueren wir einen weiteren Bergpass. Der ist zwar bei weitem nicht mehr so hoch, wie der vorherige. Doch hier finden wir die Überbleibsel des Limes (n34.13744, e9.17231), des römischen Grenzwalles gegen die Barbaren, zu sehen. Die stämmige und fast 2‘000 Jahre alte Mauer schlängelt sich über den Bergkamm. Interessant.

Früher war die Piste mitten über den Salzsee Chott el-Fejaj sehr einsam und abenteuerlich; jetzt ist es eine gutausgebaute Asphaltstrasse. Und die eindrückliche Landschaft versteckt sich hinter dem diesige Sandwind. Wie Nebel lullt er alles ein.
Unser heutiges Ziel ist Matmata, das Bergdorf mit den unterirdischen Häusern. Und genau in einem solchen wollen wir heute übernachten; im Hotel Marhala. Jedes Zimmer ist in einer Felsenhöhle, die von einem runden Lichthof abgeht. Tunnel verbinden die Lichthöfe miteinander – ein kleines unterirdisches Labyrinth.

Am Abend setzen wir uns in ein Café am Dorfplatz und schauen den spektakulären Wolken zu. Im grossen Baum zwitschern die Vögel und der Muezzin ruft zum Abendgebet. Die Leute sind ausgesprochen nett und freuen sich, dass endlich wieder einmal Touristen da sind.

22. November 2018

Tunesien: heute wohl kein Zug

14 Tozeur. Das schlechte Wetter ist vorbei - und der Sommer anscheinend auch, denn heute ist es gut 10°C kälter als gestern! Wir fahren zeitig los, denn um 10 Uhr soll in Métlaoui der historische Zug „Lezard rouge“ zur Fahrt durch die spektakuläre Selja-Schlucht starten. Wenn er denn fährt?
„Nein – heute kein Zug“ meint später der Bahnhofvorstand von Metlaoui. Na gut, dann machen wir halt selber einen kleine Ausflug an die Selja.
Métlaoui ist ein wuchernde Bergarbeiterstadt. Hier dreht sich alles um Phosphat, das hier in den Bergen seit über 100 Jahren abgebaut wird. Die ersten Bergarbeiter kamen damals aus dem Elsass und Lothringen, deren Häuser erkennt man heute noch an den französischen Ziegeldächern.

Hinter Métlaoui ist die ganze Landschaft komplett umgegraben, aufgeschüttet und verwüstet. Riesige Muldenkipper, zahllose Lastwagen und kilometerlange Förderbänder transportieren den Phosphat-Sand zur zu den schwarzgrau-staubigen Aufbereitungsanlagen.

Auf einer Piste fahren wir mitten ins Abbaugebiet hinein. Hier in Selja Gare (n34.3859, e8.3396) wird das Phosphat auf den Zug verladen. Aber heute steht alles still, denn ein Unwetter hat die Verladestationen überschwemmt und die Bahnlinie kilometerweit zerstört. Die vollen Bahnwagen stehen untätig im Schlamm, die Brücke hängt schlaff über den Fluss – alles kaputt. Und ich denke mir, der Bahnhofsvorstand hatte recht: Heute fährt kein Zug!
Eigentlich wäre ich gerne durch die Tunnel und die Schlucht gewandert. Aber Frau G. schwächelt etwas angeschlagen und fürchtet sich zudem vor den ortsansässigen Schlangen und Skorpionen. Also spazieren wir bloss bis zum ersten Tunnel (n34.3807, e8.3463).

In Gafsa schlendern wir ein wenig über den Markt und beäugen die schrillen Auslagen: Rosa Pantoffeln, glitzernde Kleider und chinesische Mopeds. Am Rande der Altstadt gibt es die sogenannten „römischen Zisternen“. Das sind zwei mit mächtigen Sandsteinquadern ummauerte Wasserstellen. An heissen Tagen vergnügen sich hier die Jungmänner und springen vom den Mauern ins tiefe Wasser. Heute aber nicht, denn selbst für uns Bergler ist frostig kühl.


Wir wohnen im „Hotel Gafsa“ im Stadtzentrum. Zum z’Nacht gibt es „Mléoui“, das sind gerollte Fladenbrote mit Füllung. Sie schmecken wunderbar und kosten tun sie fast nichts.