31. Juli 2018

unzugängliche Orte – Massenpilzhaltung

Aktuell ist in Spiegel-Online grad ein Bericht über geheimnisvolle und unzugängliche Orte in der Schweiz. Mit dabei ist auch die erstaunliche Pilz-Fabrik in unserem Nachbardorf Kerns; die Produktionsstätte der Kernser Edelpilze. Und selbstverständlich gaben wir uns dort auch schon umgesehen.

Von aussen eine banale Industriehalle, ist es drinnen eine raffinierte Pilz-Maschine. Auf mehreren Stockwerken werden die Edelpilze eingepflanzt, ausgebrütet und abgeerntet. Die Pilze leben hier millionenfach auf raumhohen Regalen und in fensterlosen, kalten Tresorräumen. Sozusagen eine veganer Massenpilzhaltung – und Bio.

Wir pirschten uns durch die langen Gänge und schauten uns die verschiedenen Pilze an. Manche sind schleimglänzende Glatzköpfe, andere haben wirre Krausfrisuren oder fleischige Ohren. Und genaus diese schmecken gebraten ausgesprochen gut.

19. Juli 2018

was ist los, Muger?

In der letzten Zeit werde ich oft gefragt, weswegen hier kaum noch neue Berichte erscheinen? Ob ich krank sei, oder gar ideenlos? Oder einfach nur zu faul?
Nein, nix von alldem. Ich tue zurzeit bloss einfach viel arbeiten. So um die 50 bis 60 Stunden pro Woche und habe deswegen nur wenig Freizeit.

das Symbolbild verbildlicht nur meine gegenwärtige Stimmung
Da ich seit mehr als zwanzig Jahren ein „digitaler Nomade“ bin, muss ich zum Arbeiten ja nicht extra woanders hinfahren. Ich arbeite meistens zuhause oder in unserer Alphütte. Da trage ich tagein tagaus nix anderes als ein verwaschenes T-Shirt und ausgeleierte Unterhosen. Und wenn ich zwischendurch nicht arbeite, fläze ich mich aufs Sofa und döse gedankenlos vor mich hin. Wenn ich dann stundenspäter wieder erwache, liege ich oft in einem klebrigen Habitat aus Speichelfäden, Kekskrümel und Schweiss. Dann weiss ich – es ist Sommerzeit. Und ich sollte weiterarbeiten.

16. Juli 2018

Sahara-Tee

Mein Verhältnis zu Campingplätzen ist bekanntlich leicht angespannt. Man sagt mir diesbezügliche Vorurteile nach. Trotzdem übernachteten wir am letzten Wochenende auf einem. Denn wir waren bei Freunden eingeladen. Alles alte Sahara-Reisende- Zusammen hatten wir bestimmt mehr als 100 Sahara-Touren auf dem Buckel.

Wir machte das ganze Wochenende nichts anderes als unter einem Schattenbaum zu sitzen und zu plaudern. Ab und zu assen wir allerlei Getier vom Grill und Kartoffelsalat.


Frau R. kochte für uns Tuareg-Tee mit den saharatypischen Gewürzen drin. Abwechslungsweise mit Wermutkraut, Kardamom-Kapseln, Bockshornklee-Samen und zum Schluss mit Zimt und unanständig viel Zucker drin. Tee wie es ihn damals in Algerien zu trinken gab. Herrlich.

Unseren Wohnwagen-Nachbarn bestätigten wieder einmal alle Klischees. Der eine kramte einen Rasenmäher hervor und röhrte damit um seinem Wohnwagen herum. Ein anderer suchte seinen Stellplatz und kurvte dazu immer wieder kreuz und quer über den Campingplatz. Selbst als wir am Sonntagabend weg fuhren, war er immer noch am Rangieren. Und die gelben Keile lagen immer noch untätig auf der Strasse herum. Hätte ich gekonnt, wäre ich drüber gefahren.

12. Juli 2018

ab nach Tunesien

Im Spätherbst wollen wir wieder einmal Tunesien besuchen. Früher war ich mehr als drei Dutzend Mal da. Jetzt aber schon seit einigen Jahren nicht mehr.
Eigentlich würden wir mit unserem Möbelwagen hinfahren. Denn es ist gar nicht so weit; ab Giswil sind es 400 Kilometer Autobahn und 21 Stunden Autofähre. Samstag frühmorgens los und dann wären wir am Sonntagmittag in Tunis.

Aber – im Moment haben wir dafür einfach zu wenig Urlaub. Also habe ich einen Flug gesucht. Entweder bin ich zu verwöhnt, oder zu geizig. Jedenfalls war es gar nicht einfach einen preiswerten Direktflug zu finden. Nun haben wir hin einen Charterflug gebucht und zurück geht’s dann mit der Tunisair.

Unser Reiseprogramm ist hingegen noch völlig offen. Das einzige was schon klar ist, dass wir ohne eigenes Auto unterwegs sein werden. Ich möchte deshalb mit der Eisenbahn fahren. Und Frau G. möchte baden. Im Meer, nicht in der Badewanne.

Und ich schulde ihr ja auch immer noch die Delfine.

10. Juli 2018

Pou-du-ciel - das fliegende Mofa

Andauern laufe ich diesem kleinen schrulligen Flugzeug über den Weg. Alleine dieses Jahr schon zweimal. Man nennt es Pou-du-ciel – „Himmelslaus“. Korrekt heisst es aber „Mignet HM.14“

In den 1930-er Jahren wollte der Franzosen Henri Mignet ein Flugzeug für Jedermann bauen. Es sollte einfach und einfach zu fliegen sein, und billig. Also entwickelte er ein simples Flugzeug aus Sperrholz und Stoff. Sozusagen ein fliegendes Moped. Und billig wurde es dadurch, dass er es klein baute - sehr klein.

Das Flugzeug hat zwei grosse Tragflächen hintereinander. Und wer genau hinschaut sieht, dass es ganz ohne Klappen auskommt. Zum Steuern bewegt man nur das komplette Heckruder und die hintere Tragfläche.
Für den Transport können die Tragflächen ganz einfach gedreht werden, so dass man seinen Flieger auch gut transportieren kann. Auf den Sonntagsasflug, odr so.

Henri Mignet verkaufte zahlreiche seiner Flugzeuge; und vor allem auch die Pläne dazu. So konnte jeder zuhause in der Garage sich sein eigenes Flugzeug bauen. Was bis heute immer noch gemacht wird, weshalb es immer noch nagelneue Pou du ciel gobt.
Die rote Himmelslaus sahen wir im Chateau de Savigny-les-Beaune im Burgund, das blaue in Ta'Qali in Malta. Und auch im Verkehrshaus in Luzern hängt eines an der Decke.

4. Juli 2018

Kirschen-Überfall

Es ist jedes Jahr das Gleiche, entweder hat es an unserem Kirschbaum keine einzige Kirsche oder er ist voll davon. Heuer war er übervoll. Wohin wir blicken hägen Kirschen. Und jetzt bleicht zwischen „noch sauer“ und „schon von den Vögeln gefressen“ nur ein kurzes Zeitfenster zum Ernten. Wie die Affen kletterten wir in die Baumkrone und zupften die prallen Chriesi aus dem Laub.

Das Resultat ist eimerweise Kirschen. Aber was tun damit? Essen. Entsteinen, Konfitüre kochen, Einfrieren, Chriesiprägel. Und Frau G. backte einen Kirchkuchen. Knusprig-flauschig-saftig.
Wenn wir schon nicht verreisen können, dann wenigstens etwas Süsses auf dem Tisch!

2. Juli 2018

unsere Urwaldwanderung

Bei uns in Giswil gibt es einen Urwald – ich habe ja auch schon davon berichtet. Der Wald liegt recht abgelegen und ausser den Forschern sind da nur wilde Tiere unterwegs. Und wir.

Auf den ersten Blick sieht der Urwald kaum anders aus, als der Wald rundherum. Tannen, Farn, Schachtelhalm. Doch wer genauer hinschaut kann hier viele rare Pflanzen entdecken. Eine welke Einbeere oder einheimische Orchideen, wie das Knabenkraut.

Und die Bäume tragen Nummernschilder.