23. Januar 2018

Malta: Valletta, Birgu und anderswo

Wir wohnen in Sliema. Die Hauptstadt Valletta liegt gleich gegenüber auf der andern Seite der Bucht. Am besten kommen wir mit der Fähre hinüber. Die Fahrt kostet 1,50 und dauert bloss wenige Minuten. Ein kurzer Regenguss nässt uns zwar ein, dann scheint aber gleich wieder die Sonne.

Valletta hockt auf einem Hügel und ist von haushohen Festungsmauern umgeben. Wir steigen hinauf und tauchen ein ins Häusermeer.
Alle Strassen sind schnurgerade und verlaufen rechtwinklig Hügel auf und – ab. Und obwohl viele Gassen sehr, sehr schmal sind, ist alles voller Autos.

Auf den kleinen romantischen Stadtplätzen sind überall Bühnen und Scheinwerfer aufgebaut. Hier finden abends die Feierlichkeiten zu „Kulturhauptstadt Valletta 2018“ statt. Leider stören diese Bauten ein wenig die Idylle.
In den Upper Barrakka Gardens setzen wir uns ins Café und trinken feierlich ein „Kinnie“, diese hier so beliebte Bitterorangen-Limonade.

Punkt zwölf schiesst nebenan die Saluting Battery eine alte Kanone ab. Früher war das ein wichtiges Zeitsignal, heute dient es bloss noch zur Volksbelustigung. Einige als Soldaten verkleidete Jungs gockeln umher und ziehen pünktlich am Abzug. Ein Knall und etwas Rauch – das war’s.
Mit dem Barakka Lift fahren wir 58 Meter weit hinunter zum Meer. Gleich ums Eck herum fährt das Fährschiff über die Bucht hinüber nach Cospicua. Man könnte auch mit einem „Dghajsa“ fahren, einem typischen Malta-Ruderboot. Damit kostet die Überfahrt auch nur 2 Euro. Rudern tun sie aber schon lange nicht mehr, dank einem Aussenbordmotor...

Das Städtchen Cospicua ist sehr unaufgeregt und ganz ohne Tourismus. Wir schauen uns dies und das - und das alte Schiffdock No 1 an.
In einer Pastizzeria verkaufen sie - öööhm - Pastizzi. Das sind so kleine Blätterteigtaschen mit verschiedensten Füllungen. Heute erwischen wir solche mit Käse- und Erbsenfüllung; sehr fettig und sehr gut.
Von Cospicua schlendern wir weiter nach Vittoriosa, das aber von allen nur „Birgu“ genannt wird. Das Städtchen liegt wieder oben auf einem Hügel und ist wie Valletta auch von mächtigen Festungsmauern umschlossen. Die Gassen sind noch etwas steiler und enger als drüben. Und viele Fassaden schauen sehr angejahrt und aufgegeben aus. Aber grad das mag ich ja besonders gerne.

In einem Gebüsch vor dem neuen Marinemuseum von Birgu steht ein kleines Denkmal (n35.8871, e14.521). Es erinnert an die letzten britischen Soldaten, die genau hier 1979 ihr Kriegsschiff bestiegen und damit Malta endgültig verliessen. Die Malteser waren alles andere als traurig, denn zum ersten Mal in Maltas Geschichte waren nun keine fremden Armeen auf der Insel.
Statt Frachter und Kriegsschiffe ankern hier heute nur noch noble Jachten und Segelboote.

22. Januar 2018

Malta: Flug mit Maltesers

Heute wollen wir nach Malta. Um 17:45 legt unser Air Malta Airbus ab und donnerte südwärts in die Abenddämmerung. Über Mailand wird uns ein daumengrosses Sandwich und eine Plastikflasche Wasser serviert. Das letzte Mal gab es noch „zumBeispielHühnchen- das ist jetzt wohl dieser Fortschritt.
Frau G. kauft bei der Flugbegleiterin eine Tüte Süssigkeiten – natürlich ausgerechnet „Maltesers“!

Als wir auf Malta  landen ist es bereits stockfinstere Nacht. Da wir nur mit Handgepäck reisen, können wir ungehindert vom Flugzeugsitz bis zum Flughafenausgang durchmarschieren. Hier kaufen wir am Taxischalter eine Fahrt nach Sliema; 20 Euro Festpreis. Der Bus wäre günstiger gewesen, aber der fährt erst in einer halben Stunde und wir hätten unterwegs auch noch umsteigen müssen.
Unser Taxifahrer scheint heute noch etwas anderes vor zu haben, denn er räubert wie eine Wildsau durch die engen Gassen. Mehr als einmal schiessen wir nur fingerbreit an einem anderen Verkehrsteilnehmer vorbei.

Unser Hotel liegt direkt am Meer. Doch unser Zimmer ist hinten raus und deshalb sehen wir statt zum Meer nur in den kargen Innenhof. Dafür ist das Zimmer aber sehr ruhig. Und sehr gross. Es hat sogar drei Betten – warum auch immer?
Natürlich gibt es nur diese eckigen englischen Steckdosen. Unsere runden schweizer Stecker gehen da aber trotzdem hinein; ich muss einfach zuerst ein Wattestäbchen ins dritte Steckdosenloch hinein drücken, damit die Sicherung weggeht. Aber zum Glück haben sie hier wenigstens 230 Volt und nicht nur 110 Volt, wie das sonst in ehemaligen britischen Kolonien gerne der Fall ist.

Insgesamt war es eine ereignisarme und angenehme Anreise. Trotzdem bin hundemüde − vermutlich spüre ich schon den Jetlag.

20. Januar 2018

das Sandwich-Tier

In Bristen sah ich neulich dieses Schild: «Alpkäse und Lama-Fleisch».

Käse und Lama. Jetzt fehlt mir nur noch knuspriges Brot und gelbe Alpbutter dazu – und ich könnte daraus ein perfektes Sandwich basteln...

18. Januar 2018

die geniale Wort-Uhr

Neulich waren wir irgendwo zu Besuch - und da stand eine „Qlocktwo", diese geniale Wort-Uhr. Statt mit Zeigern schreibt sie die Zeit mit Worten hin. Und das in allen möglichen Sprachen. Diese hier schreibt in Berndeutsch.

Erfunden wurde die Qlocktwo vor einigen Jahren von den beiden schwäbischen Designern Marco Biegert und Andreas Funk. Mir gefallen das gradlinige Konzept und die sehr schlichte Gestaltung; „füf vor haubi sächsi“. Besser kann man es nicht machen.

17. Januar 2018

vor 20 Jahren - www Sahara

Als ich im Januar 1998 aus Mittelamerika zurückkam, besorgte ich mir meinen ersten Internet-Anschluss. Seither bin ich online – also nun seit genau 20 Jahren.
Das Internet wurde ja im August 1991 in Genf öffentlich gemacht. Anfangs war es noch eher etwas für Forscher und Freaks. Aber als dann Mitte 1990-er Jahren die ersten Browser kamen, wurde es erst so richtig populär.

Bild: google.ch
Nun waren Reiseinformationen über exotische Länder frei erhältlich. Ich lud damals nächtelang Satellitenbilder der Sahara herunter. Die Auflösung war noch gering, aber trotzdem deutlich besser als die jahrzehntealten Landkarten aus der Kolonialzeit, die wir damals benutzten. Mit Satellitenbildern und den ersten Navi war es nun plötzlich möglich mitten durch die Wüste zu fahren – und immer genau zu wissen, wo man ist. Das war ein völlig neues Gefühl.

16. Januar 2018

wir nach Malta

Demnächst fliegen Frau G. und ich nach Malta. Auf der kleinen, steinige Mittelmeerinsel wollen wir schon mal den neuen Frühling geniessen. Wir wollen ausflügeln und die lokale Kost versuchen. Und ich möchte mir noch die eine oder andere bizarre Sehenswürdigkeit anschauen.

Drei Gründe, weshalb wir nach Malta reisen:
1. weil Frau G. dahin möchte. Sie war noch nie in Malta und hat erst jetzt ihren verdienten Weihnachtsurlaub.
2. weil es in Malta auch im Februar schneefrei und sonnenmild ist. Zudem sind jetzt kaum Flip-Flop-Touristen unterwegs - hoffentlich.
3. weil Maltas Hauptstadt Valetta dieses Jahr Europäischen Kulturhauptstadt ist. Ist uns zwar egal, aber wenn schon...
4. weil ich gerne gehorche.

Wenn wir da sind, werde ich reiseberichten. Odr so.

12. Januar 2018

meine Sahara-Abstinenz

Die letzten paar Jahrzehnte reisten ich ja fast jedes Jahr nach Nordafrika. Diesen Winter aber bleibe ich zuhause, denn ich habe mir als therapeutische Massnahme ein ganzes Jahr Sahara-Abstinenz verordnet. Und deshalb leide ich unter Entzugserscheinungen: Trockene Haut, tränende Augen, kameliges Grunzen, usw.

Das Schöne daran ist, dass meine saharafreie Zeit bald um ist. Und wer weiss, vielleicht gelüstet es mich im Herbst wieder einmal nach Marokko?

11. Januar 2018

Miet-Fahrräder im Iran

Wenn wir grad von iranischen Öko-Mobilität sprechen: In Isfahan haben wir auf unserer letzten Reise einige nagelneue Fahrrad-Mietstationen gesehen. Die blauen City-Bikes lassen sich mit dem Smartphone freischalten. Und manche Mietstationen sind sogar bemannt, was für uns die Sache wesentlich vereinfacht hat.

Überhaupt wird im Iran viel mehr Velo gefahren als früher. Vor allem die Jugend radelt. In der Stadt oder auch Langstrecken. Wir haben damals ja auch eine Radler-Frauengruppe getroffen, die grad eine 700 Kilometer Fahrt hinter sich hatten.

10. Januar 2018

Elektroauto im Iran

Kürzlich hat der iranische Autohersteller SAIPA sein neues Elektroauto vorgestellt; den „Saina EV“. Der Saina EV hat einen 70 kW/95 PS Elektromotor und eine Reichweite von etwa 170 bis 210 km. Ob und in welchen Stückzahlen er gebaut werden wird, wurde noch nicht entschieden.

Was viele nicht wissen: Der Iran verfügt über eine recht grosse Automobilindustrie mit etwa 500‘000 Beschäftigten. Jährlich werden etwa zwischen 1 und 1,4 Millionen Fahrzeuge produziert. Ein grosser Teil davon ist für den heimischen Markt bestimmt und bloss wenige 100‘000 Stück exportiert, vor allem in umliegenden Länder. 
Letztes Jahr hat Saipa schon ein Hybrid-Fahrzeug vorgestellt. Das war aber wohl eher eine Studie und nicht für die Produktion vorgesehen.

9. Januar 2018

überraschende Entdeckung in Valencia - Wetzrillen

Neulich habe ich an der Kathedrale von Valencia eine schier schon sensationelle Entdeckung gemacht. Neben dem Ostportal habe ich nämlich "Wetzrillen" entdeckt. Wetzrillen, auch Wetzmarken, Schleifrillen oder Teufelskrallen genannt, findet man im ganzen christlichen Europa; vor allem in Deutschland und Frankreich. Aber eben nur sehr selten.
Das ganz Besondere an den Wetzrillen von Valencia ist, dass sie bisher in der Fachliteratur* nicht erwähnt wurden.

Die Herkunft der Wetzrillen ist weitgehend unbekannt, da es darüber kaum historische Aufzeichnungen gibt. Manche Volkskundler vermuten, dass sie entstanden, weil die Leute da ihre Messer rituell schärften. Somit ging der Segen oder die Kraft der geweihten Kirche auf die Messer über. Also vergleichbar mit Berührungsreliquien.
Andere vermuten genau das Gegenteil. Nämlich dass die Kirchgänger hier, als Zeichen des Friedens, rituell ihre Messer entschärften, bevor sie den Kirchenraum betraten.
Eine dritte Theorie vermutet, dass die Kirchbesucher nach der Messe hier ihren Feuerstahl rieben, um ihre Pfeifen und Stumpen anzuzünden.
Alle drei Varianten sind möglich, denn tief in den Wetzrillen sieht man ganz deutlich Metallabrieb.

Wetzrillen werden auch gerne mit "Schabmulden" verwechselt, aber das hier in Valencia sind eindeutig keine. Vielleicht schreibe ich dazu auch mal etwas, denn in meiner Nachbarschaft gibt es dazu ein sehr spannendes Beispiel.

* jawohl, dazu gibt es Fachliteratur; und im Standartwerk „Schalen-und Zeichensteine der Schweiz“ von Urs Schwegler bin ich sogar namentlich erwähnt.

6. Januar 2018

yallah - Salat Mechouia

Neulich hatte ich Langizyti nach der Sahara. Früher fuhr ich da ja mehrmals pro Jahr hin; nach Tunesien, Algerien, Libyen, odr so. Nun geht das leider nicht mehr. Als kleiner Trost habe ich uns deshalb einen Salat Mechouia gemacht. Das ist sozusagen der tunesische Nationalsalat; etwa so wie der Wurstsalat in Deutschland. Wie der geht habe ich hier schon einmal beschreiben.

Salat Mechouia besteht hauptsächlich aus auf dem Grill geschmorten Paprika. Leider hatte ich diesmal nur weisse und rote ungarische Spitzpaprika da; und keinen Holzkohlegrill. Aber damit und im Backofen geht’s zur Not auch.
Zum Schluss kippte ich aus Versehen Essig statt Olivenöl über den Salat. Erstaunlicherweise hat der Salat trotzdem ganz gut geschmeckt.
Also, liebe Freunde der Sahara, schnippelt und grillt euch einen Salat Mechouia. Der guten alten Zeiten wegen. Damals, als man noch kreuz und quer durch die Sahara reisen durfte…

4. Januar 2018

der Riese und der Seppetoni

An Silvester brachte mein Bruder einige Zeitungen aus den 1930-er Jahren mit. In einer war ein Inserat: «Van Albert aus Holland. Der grösste Mann der Welt. Der Riese aller Riesen» und «Seppetoni aus Appenzell. Der kleinste Mann. Der Liebling aller Damen und Kinder» seien in unserer Nachbargemeinde Sarnen zu bestaunen. «Eintritt: Erwachsene 50 Cts., Kinder 25 Cts.»

Da konnte ich jetzt natürlich widerstehen und schaute nach, wer die beiden den eigentlich waren? „Van Albert“ hiess in Wirklichkeit Albert Johan Kramer (1897–1976) und war aus Amsterdam. Mit seinen etwa 2,50 m Körperlänge gehörte er zu den grössten Menschen seiner Zeit.

Bild: google.ch, aus technischen Gründen im Querformat.
Ab 1919 trat er zusammen mit „Seppetoni, dem kleinste Mann der Schweiz“ als Varietékünstler auf. Seppetoni hiess eigentlich Josef Fässler (1898–1966) und war nur knapp 90 cm gross. Er kam aus Herisau im Kanton Appenzell. Und – jetzt kommt’s – der lange Van Albert war sein Schwager, denn der hatte die Schwester vom kurzen Seppetoni geheiratet.
van Albert und Seppetoni tourten zwei Jahrzehnte lang gemeinsam durch halb Europa und Amerika und liessen sich vom gwundrigen Publikum begaffen.

3. Januar 2018

die Schweiz wird billiger

Die Schweiz-Reisen sind günstiger geworden! Denn am 1. Januar 2018 sank der Mehrwertsteuersatz nämlich von 8,0% auf nun 7,7%. In den Ladenregalen sind die Auswirkungen schon deutlich sichtbar – alles wird billiger.

Interessant daran ist aber vor allem das warum. Wir Bürger haben nämlich 2009 in einer Volksabstimmung einer vorübergehenden Mehrwertsteuererhöhung zugunsten der Invalidenversicherung zugestimmt. Ende 2018 hat diese fristgerecht geendet. Und im Jahr 2030 sinkt sie erneut um 0,1%, denn dann läuft die Sonderfinanzierung zum Ausbau der Bahninfrastruktur aus. Die Schweiz wird immer billiger, wo wird das bloss enden?.

1. Januar 2018

jawohl - wir hatten frohe Festtage

Meine Schwester hat uns zum Weihnachtsessen eingeladen. Na und, denkt jetzt mancher.
Stimmt schon, aber schaut euch erst noch unser Menü an:

Zuerst gab‘s Häppchen: Lachs mit Limonenschaum, Thunfisch-Mousse mit Kapern und Rosmarin-Blätterteigstangen.

Es folgte eine Safransuppe und ein Rüebli-Sorbet - Ausländer täten dazu wohl „Karotten-Eis“ sagen.

Dann kam ein Schweinsfilet im Speckmantel, dazu Bandnudeln mit einer Sauce aus getrockneten Tomaten und fünferlei Rüebli mit gerösteten Kernen und Nüssen bestreut.

Zum Abschluss reichte sie einen Fruchtsalat und mit dunklen Schoko-Streuseln panierte Vanille-Glacé.
Ich kann nur sagen: Es war nicht nur wunderschön anzusehen, sondern schmeckte einfach nur grossartig…

30. Dezember 2017

Spanien: Entenmuscheln sind gar keine

Neulich habe ich auf dem Markt in Valencia "Entenmuscheln" gesehen. Die Spanier nenne diese hässliche Delikatesse „Percebes“ und bezahlen dafür bis weit über 100 Euro pro Kilo.

Entenmuscheln sind aber weder Federvieh noch Schalentiere, sondern eine eine Art Krebse. Sie wachsen in grossen Kolonien auf den Unterwasser-Felsen an der Atlantikküste. Wie Korallen klammern sie sich am Gestein fest und schnäbeln den Plankton aus dem Meerwasser. Bis sie von den Entenmuschel-Tauchern von den Felsen geklaubt werden.
Irgendwann will ich die sonderlichen Tierli auch mal essen − gekocht oder roh. Mir egal.

28. Dezember 2017

Wohnmobil richtig einwintern

Wie man sein Wohnmobil richtig einwintert weiss ich nicht; ich kann aber erzählen wie ich das mache. Seit vielen Jahren und immer ohne Probleme. Unser Möbelwagen steht im Winter in einem unbeheizten Unterstand. Wegen dem Frost muss ich drei Sachen machen:

Erstens. Das Wasser muss komplett raus. Also alle drei Wassertanks leeren, den Abwassertank und Ablass am Boiler auf und das Wasser aus dem Duschschlauch ablassen, denn da bleibt immer ein Schluck zurück.

Zweitens. Ich schaue dass beide Batterien vollgeladen sind, dann klemme ich sie ab. Ich entferne einfach eine der beiden Polklemmen. Eigentlich löst man immer den Minuspol, aber bei meinem Sprinter komme ich da schlecht heran, weshalb ich den Pluspol löse; dem Strom ist das ja egal! Dann stülpe noch einen Arbeitshandschuh über die lose Polklemme, damit sie nicht aus Versehen wieder Kontakt aufnimmt - und die Batterie entleert.

Drittens. Alle Fenster zu. Einzig das Dachfenster im Bad lasse ich spaltbreit offen, damit keine Temperatur-oder Luftfeuchtigkeitsunterschiede entstehen können. Denn dann kann auch kein Kondensat/Schwitzwasser entstehen.
Die Bettwäsche, die Notvorräte, das Badezimmer-Zeug und den restlichen Krempel bleiben jahraus jahrein im Möbelwagen. Zahnpaste und Shampoo haben sich nämlich als frostfest erwiesen. Und die PET-Flaschen sind stabil oder dehnbar genug um die Vereisung unbeschadet zu überstehen.

Mehr muss man nicht machen. An den Strom anschliessen oder gar heizen ist nicht nur teuer, sondern auch völlig unnötig und meistens sogar schädlich.

26. Dezember 2017

Josef und Maria warten auf Königs

damals in Nazareth - 3. Teil. Herr J und Frau M. wohnen immer noch im Stall.

Und sie erwarten Besuch − in ein paar Tagen sollen einige Könige aus Morgenlandien vorbei kommen, munkelt man.

25. Dezember 2017

Maria und Josef bekommen ein Büblein

damals in Nazareth - 2. Teil. Herr J und Frau M. aus Nazareth haben ein kleines Büblein bekommen.

Alles ist gut gegangen - jetzt wird Weihnachten gefeiert.

23. Dezember 2017

Herr J. und seine Frau M. erwarten die Nachwuchs

Damals in Nazareth: Der Schreiner Josef und sein Weib Maria warten auf die Niederkunft.

Und es pressiert ihnen sehr, denn schon übermorgen ist Weihnachten und dann ist eh alles geschlossen...

21. Dezember 2017

Gaddafis Air Force One

Als ich neulich mit dem Schnellzug von Montpellier nach Barcelona pfiff, sah ich kurz vor Perpignan ein Flugzeug stehen. Irgendetwas kam mir eigenartig vor. Es reichte grad noch um ein Foto machen, dann waren wir schon vorbei.

Später habe ich dann nachgeschaut. Das Flugzeug mit der Kennung (5A-ONE) ist ein Airbus A340-200 der Afriqiyah Airways. Und es war das Flugzeug vom einstigen libyschen Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi.
Voller Einschusslöcher kam es 2012 zur Reparatur ins Airbuswerk. Nachher war dann plötzlich nicht mehr klar, wer eigentlich der Eigentümer des Flugzeuges ist. Denn den Staat Libyen gibt es quasi nicht mehr. Zudem wurde es zwischenzeitlich von einer kuwaitischen Firma gepfändet.
Bis diese Fragen geklärt sind, hat man das Flugzeug auf dem Flughafen Perpignan (n42.7309, e2.8776) erst einmal zwischengelagert. Und da steht es nun seit bald fünf Jahren.

19. Dezember 2017

kernlose Erdnüsse

Im Regal lagen kernlose Mandarinen und kernlose Trauben – und ich konnte es mir nicht verkneifen, die Verkäuferin nach kernlosen Erdnüssen zu fragen. Erst wollte sie etwas sagen. Dann schaute sie mich sprachlos an. Und dann latschte sie kopfschüttelnd davon.

Ich habe mich diebisch gefreut. Und sie hat in der Pause ihren Kolleginnen bestimmt etwas schier Unglaubliches zu erzählen…

18. Dezember 2017

französische Bahn und meine Verspätungsgutschrift

Auf meiner Spanien-Bahnreise waren die meisten Züge irgendwie unpünktlich unterwegs. Der TGV von Valence nach Montpellier hatte sogar eine ganze Stunde Verspätung. Bereits im Zug hat die französische Bahn die Web-Adresse für die Entschädigung durchgegeben.

Zuhause hab ich‘s gleich ausprobiert und meine erlittene Verspätung beim G30-Programm der SNCF gemeldet. Und schon wenige Minuten später bekam ich einen Gutschein über 25% des Reisepreises zurückerstattet - öööhm - danke.

17. Dezember 2017

wir sind Statisten im Tatort-Krimi

Kaum aus Spanien zurück mussten Frau G. und der Muger vor die Filmkamera. Denn zurzeit wird bei uns in der Gegend ein neuer „Tatort“-Krimi gedreht. Und wir beide waren als Statisten mittendrin und dabei.
Für uns begannen die Dreharbeiten mit ausgiebig herumsitzen und warten. Währenddessen wuselten unglaublich viele Filmleute umher und machte Sachen. Kabel legen, Scheinwerfer und Kameras aufbauen, essen und so. Viel Aufwand und Leidenschaft.

Der neue Tatort wird  „Notstandsrecht“ heissen. Die Handlung ist geheim und ich darf auch nichts darüber erzählen. Nur so viel; es geht um eine Entführung.
Erste Szene: Eine Autobahn-Raststätte. Die Sonne scheinwerfert durchs Fenster. Ein Mann – die Zuschauer ahnen es noch nicht, aber es ist der Erbrecher – sitzt an der Stehbar und schaut seinem Kaffee zu. Es wird kaum gesprochen. Dann splittert unvermittelt sein Nasenbein. Blut spritzt wie Tomatensosse und einige Schneidezähne kullern über den Tresen. Im Hintergrund – und da kommen nun wir ins Spiel – schleicht ein prächtiges Pärchen um die Verkaufsregale. Sie trägt einen adretten Stretch-Einteiler von Gnocchi, er einen blutverschmierten, dreikantigen Eichenholz-Knüppel. Eine laue Brise. Bunte Schmetterlinge flattern umher und liebliche Flötenmusik erklingt. Schluss.

Dann wiederholten wir die Szene noch etwa dreissigmal. Dann durften wir nachhause gehen. War schön.

14. Dezember 2017

meine SchBahnien-Reise

Mein Fazit:

+ im Winter ist es auch in Spanien recht kühl. Tagsüber ist es zwar mollig warm, aber nachts ist es überall kalt, weil die spanischen Häuser keine richtige Heizung haben. Um an der Wärme zu überwintern müsste man deutlich weiter in den Süden fahren. Zum Beispiel nach Marokko. Keine wirklich neue Erkenntnis, aber ich wollte mal ausprobieren wie es sich im Rentnerparadies so leben lässt.
+ so eine Bahnreise ist eine wunderbare Sache, bequem und erlebnisreich. Einzig das Umsteigen war jedesmal mehr als aufregend. Entweder musste ich rennen wie der Teufel - oder endlos auf einer arschkalten Bank warten bis der Zug endlich kommt. Und auf die Anzeigetafeln konnte man sich auch nicht verlassen. Entweder zeigten sie gar nichts an. Oder etwas Falsches. Oder wechselten zwei Minuten bevor mein Zug ankam noch gschwind das Gleis.
+ die Leute unterwegs waren alle aussergewöhnlich nett und hilfsbereit. Egal ob in Frankreich oder in Spanien, ob mit oder ohne gemeinsame Sprache. Die Leute sind einfach grossartig.

Es war eine schöne Reise mit vielen verschiedenen Zügen und vielen verschiedenen netten Leuten. Ich kann es jedem nur weiter empfehlen.

13. Dezember 2017

nach Valencia: adieu Barcelona, grüezi Schnee

Barcelona. Da es in meinem Hotel kein Frühstück gibt, schlendere ich frühzeitig zum Bahnhof hinüber und verköstige mich da. Obwohl im fast im Minutentakt Züge ankommen und abfahren hat es nicht übermässig viele Leute da. Ich finde jedenfalls eine ruhige Ecke und kann mich da niederlassen und genüsslich dem Treiben zusehen.

Heute habe ich eine lange Fahrt vor mir. Wenn das Umsteigen klappt, bin ich am Abend zuhause. Um aufs Gleis zu gelangen muss ich durch die Sicherheitskontrolle und mein Koffer durch die Röntgenmaschine.
Mein Zug nach Valence ist ein französischer TGV. Ich habe mich zwar auf einen spanischen AVE gefreut, aber eigentlich ist's egal. Ich sitze wieder im Oberdeck. Da ist es zwar etwas enger als unten, aber dafür ist die Aussicht besser.

Schon um halb elf rasen wir durch den Perthus-Tunnel nach Frankreich hinüber. Später fahren wir wieder durch die Seen-Landschaft. Die Flamingos sind immer noch im Wasser und schnäbeln im Schlick.
Mit 300 km/h pfeifen wir das Rhonetal hinauf. Mit nur acht Minuten Verspätung erreichen ich meinen Umsteigebahnhof „Valance TGV“. Wie ein hungriges Flusspferd renne ich quer durch die Bahnhofshalle zur Regionalbahn nach Genève. Sie fährt pünktlich ab. Hätte ich den Zug verpasst, hätte ich drei Stunden warten müssen! Aber nun ist alles gut, denn in Genf bekomme ich in jedem Fall einen Zug in die Deutschschweiz.


Das Wetter wird schlechter. Es beginnt zu regnen und schon lange vor Genève schneit es. Genève erreichen wir dann mit zehn Minuten Verspätung. Wieder trample ich im Laufschritt durch den Zoll aufs Gleis 6. Dieser Zug hat auch Verspätung – und fährt deshalb von Gleis 4. Die beiden liegen praktischerweise direkt nebeneinander, das erspart mir eine erneute Rennerei.
Die drei Stunden bis Luzern döse ich, während an jedem Bahnhof die Pendlermassen ein- und aussteigen.
Das wir in Luzern verspätet ankommen ist mir egal, denn die Zentralbahn fährt jedes Stunde mehrmals. Und heute wartet sie sogar meinen verspäteten Zug ab.
Pünktlich um 20:35 bin ich nach elf Stunden Fahrt in Giswil. Und Frau G. ist auch da und holt mich ab.

Renfe/SNCF TGV 9702, Barcelona-Valencia, 2. Klasse, € 39.-
SNCF Ter 99614, Valence-Genève, 2. Klasse, € 38.30
SBB IR 2531 Genf-Luzern, 2. Klasse
ZB IR 2940 Luzern-Giswil, 2. Klasse, zusammen Fr. 40.-

12. Dezember 2017

nach Valencia; Barcelona und Gaudis Meisterwerk

Barcelona: Gestern nutzte ich die die Zeit bis zum Sonnenuntergang um mit der Metro gschwind zur Basilika „Sagrada Família“ zu fahren. Antoni Gaudís Kirchen-Baustelle ist immerhin die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens, deshalb will ich da unbedingt hin. Doch heute bin ich fast alleine hier. Keine Warteschlange, trotzdem mag ich nicht hineingehen und schaue mir das Meisterwerk nur von aussen an.

Baubeginn war 1882. Seither wird, teilweise mit jahrzehntelangen Unterbrüchen, stetig gebaut und in 9 Jahren soll die Basilika dann fertig sein. Es fehlen noch sechs Türme, die Südwest-Fassade und einige kleine Kapellen am Rande.

Heute betonieren sie hoch oben grad am Jesus Christus-Turm. Der wird mit über 170 Meter Höhe der höchste werden. Im oberen Teil wird er aus einem filigranen Geflecht aus Natursteinen gebaut werden. Soweit ist am aber noch nicht.

Zurzeit fehlt vor allem noch die Passionsfassade im Südwesten. Hier sieht man erst einige mächtige Betonsäulen. Später entsteht hier ein pilzartiges Vordach; bestimmt vierzig Meter hoch und sehr spektakulär.

Die Sagrada Familia ist irgendwie schon faszinieren. Aber sie ist auch eine übertrieben schrill-kitschige Kirche, die kein Spektakel auslässt. Wie ein amerikanisches Spiel-Casino oder ein Jahrmarkt-Gruselkabinett.
Da passt es ganz gut, dass der Mc Donald’s gleich nebenan eine Abspeiserei betreibt. Ausserdem ist auch noch Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz. Stände voller glitzerndem und qwitschebuntem Dekozeug und Heiligenfiguren aus Plastik.

In der Metro hängen Plakate: «Schwarzfahren ist schlecht fürs Karma». Stimmt, zudem bin ich zu alt um über die Abschrankung zu hüpfen.

Metro L5, Einzelfahrt €2,15