15. September 2011

Fragen: Weihnachten droht

In genau 100 Tagen ist es wieder soweit - Weihnachten. Wir freuen uns ja alle auf das besinnliche Fest, die flackernden Kerzen, die wohlklingenden Blockflötenklänge, das feine Naschwerk und die Sandalenfilme im Fernsehen.
Aber - da ist noch die Sache mit den Geschenken! Ich erwähne das bloss, weil - sollte jemand noch kein ordentliches Geschenk für mich besorgt haben - jetzt wäre noch Zeit dazu. Es muss ja nichts Grosses sein.

Letztes Jahr bekam ich, zum Beispiel, einen Autowäsche-Kalender geschenkt. Und eine Tragetasche für eine Motorsäge. Überaus praktisch, wenn man eine Motorsäge besitzen täte. Beim Terrarium im Vorjahr verhielt es sich ganz ähnlich; ich habe immer noch keinen passenden Fisch. Und ich weiss bis heute nicht, wozu eine aufblasbare Gitarre gut sein soll?
Darum verzichte ich dieses Jahr auf Sachgaben. Und ich verzichte gerne auch auf persönliche Besuche. Statt dessen nehme ich gerne Barbeträge, Diesel-Gutscheine oder allerart Feingebäck entgegen. Oder ich übermittle dir einfach und diskret meine Kontonummer.
.

14. September 2011

Brückenspucken

Neulich stand ich auf einer Brücke. Und wie jedesmal überkam mich der unbändige Drang hinunter zu spucken; „speuzen“ wie man hier zu Lande sagt.

Ich suche mir ein geeignetes Ziel; eine Blume, ein Schachtdeckel, ein Jogger. Dann lutsche ich mir eine ordentliche Portion Geifer zusammen. Und dann lasse ich den Choder genüsslich aus dem Mund flutschen. Der Tropf hängt zunächst noch an einem langen schleimigen Faden, ehe er abreisst und in die Tiefe saust. Ich verfolge gebannt den freien Fall. Bis der Geifer fast lautlos aufschlägt und einen feuchten, schnuddrigen Fleck hinterlässt. Aber manchmal verfälscht die Zugluft die Flugbahn meiner Spucke und ich verfehle das Ziel. Dann muss ich die Sache wiederholen. Solange bis ich treffe oder mein Mund ausgetrocknet ist.
.

13. September 2011

Sprichwort: der Lurch

Zur Erbauung ein spätsommerliches Sprichwort. Ich habe keine Ahnung was es bedeutet, aber es hört sich irgendwie nach uralter asiatischer Weisheit an. Oder nach Unfug...
«Sei strebsam, wie ein LurchUnd hüte dich vor den alten Männern.»
.

12. September 2011

wurstiger Tausendfüssler

Kürzlich hatte ich einen Gedankenblitz. Ein nahezu geniales und überaus witziges Menü. Ein Wurst-Tausendfüssler, oder so…
Als ich das Bild dem Peter zeigte, sagt der: «Kenn ich, hab ich im Internet gesehen»! Nun bin ich völlig enttäuscht, ja erschüttert. Da habe ich mal eine neue Idee. Und nun gibt’s das schon, und meine Idee ist gar keine neue. Ich zeige euch mein Wurst-Tausendfüssler aber trotzdem.

die Zutaten:
fingergrosse Würste; Knackerli oder so.
Spaghetti
Sauce

Wie ich es gemacht habe, mag ich nach meiner Enttäuschung nicht mehr erzählen. Nur soviel; weiche Nudeln gehen schlecht durch harte Würste.

10. September 2011

Dinosaurier-Braterei

Neulich habe ich zugeschaut, wie sie einen Dinosaurier gebraten haben. Anschliessend wurde er von den Eingeborenen gefressen...

... bis nur noch das Gerippe übrig blieb.
.

9. September 2011

in den Berg gucken

Damals wussten die Planer des ersten Gotthard-Tunnels bloss: Irgendwo ennet dem Berg liegt Airolo. Und dahin soll die Eisenbahn fahren – von Göschenen direkt durch den Fels. Die Frage war nun, in welcher Richtung soll man den Tunnel bauen, damit man dann mitten im Berg auf den Tunnel aus der Gegenrichtung trifft?
Zwei Vermesser, Otto Gelpke und etwas später Carl Koppe nahmen sich der Aufgabe an. Sie legten ein Triangulationsnetz über den Gotthard und massen die genaue Lage der beiden Portale ein. Als „Massstab“ nutze man eine etwa 1‘200 Meter lange Basislinie zwischen Andermatt und Hospental. Mit diesen Messungen konnten sie nun die Tunnelachse definieren.
Damals waren nur schnurgerade Tunnels möglich, Tunnel mit Kurven konnte man nicht genügend genau einmessen.

Man hatte also jetzt den Startpunkt des Tunnels und die geplante Richtung. Diese theoretische Linie wurde nun möglichst weit ausserhalb des Tunnels präzise vermessen. Von diesem Punkt, dem Observatorium, konnte man dann in den künftigen Tunnel hineinschauen und -messen. Theoretisch hätte man durch den ganzen Gotthard hindurch nach Airolo schauen können.

In Göschenen befand sich das Observatorium etwa 600 Meter vor dem Tunnelportal, direkt an der Göschenerreuss. Ungeschickterweise versperrte aber ein Felskuppe die direkte Sicht auf das Tunnelportal. Deshalb musste extra ein 110 Meter langer Stollen ausgebrochen werden, der "Visierstollen".
Die Tunnelachse wurde vorsichtshalber weiter hinten mehrfach rückversichert. Mit sogenannte "Tunnelmarken".

Und heute; was ist davon noch zu sehen? Den Visierstollen gibt es noch, und er kann auch besichtigt werden. Der unscheinbare Eingang befindet sich gleich hinter dem Bahnhof. Von den Tunnelmarken ist kaum mehr etwas zu finden. Einzig von einem einzigen Messpunkt gibt es noch einige Überbleibsel: Mörtelreste und eine rostige Eisentür.

Die damaligen Vermessungen waren unglaublich genau. Die beiden Tunnels trafen mittem im Gotthard präzise aufeinander. Seitlich betrug die Abweichung 33 cm, in der Höhe bloss 7 cm. Die Tunnellänge von Göschenen nach Airolo wies allerdings einen Fehler von 7.10 m auf; was aber bei einer Tunnellänge von 15 Kilometer zu verschmerzen war.

Am kommenden Wochenende ist wieder der "Europäischen Tag des Denkmals" und da kann man in Göschenen sogar Vorträge zu diesem Thema besuchen.