Kürzlich besuchten wir ja die sensationellen "Meyerstollen" unter dem Bahnhof Aarau. Der Bahnhof selber ist aber auch einen Blick wert. Nagelneu – und zudem machen ihn zwei Sachen einzigartig.
Die Bahnhofsuhr hat eines der grössten Zifferblätter Europas; neun Meter im Durchmesser. Und es ist eine dieser typischen Schweizer Bahnhofsuhren mit dem Sekundenzeiger in Form einer roten Bähnler-Kelle. Und wer sie nicht kennt; der Sekundenzeiger bleibt zu jeder vollen Minute kurz stehen und zeigt so ganz deutlich die Abfahrtszeit an. Entworfen wurde die geniale Uhr von Hans Hilfiker.
Die zweite Sehenswürdigkeit - der Bahnhof Aarau hat ein „Gleis 0“. So etwas gibt es nur ganz selten. Das Gleis = entstand, als der Bahnhof erweitert wurde und man vor dem Gleis 1 eines dazu baute. Erst wurde es als Gleis 10 bezeichnet. Das schaffte aber immer wieder Verwirrung, weil es nicht wie erwartet hinter dem Gleis 9 lag, sondern vor dem Gleis 1. Und so fügte sich die Bahn dem Schicksal und nannte es Gleis 0.
In meinem Begeisterungstrubel habe ich ganz vergessen davon ein Foto zu machen.
Ein Bergler auf Abwegen. Der Schweizer Weltenbummler, Klugscheisser und Sapperlot berichtet von weltweit und zuhause. Ein Reiseblog.
14. Januar 2013
13. Januar 2013
Indianer vergiften
Eine Weissagung der Cree Indianer: «Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann»
Allerdings - um das zu merken, musste ich keinen einzigen Baum fangen oder Fisch vergiften! Schwanzgrind ...
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Allerdings - um das zu merken, musste ich keinen einzigen Baum fangen oder Fisch vergiften! Schwanzgrind ...
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12. Januar 2013
dreieckige Quadrate
Kürzlich erfuhr ich, dass junge Toastbrote anfangs komplett viereckig sind.
Die Biologen nehmen an, das sei deshalb so, damit die frischgeschlüpften Jungbrote nicht von der Klippe rollen.
Ich glaub aber das ist nicht so, denn wären junge Toastbrote dreieckig, würden sie auch nicht rollen. Und es war auch nicht kürzlich.
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11. Januar 2013
mangelhafte Unsichtbarkeit
Oben ging es wieder, aber untenrum war das Resultat immer noch sehr unbefriedigend.
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10. Januar 2013
Nullstein im Bahnhof Olten
Olten gilt als Nullpunkt des Schweizerischen Eisenbahnnetzes und als Ausgangspunkt der Kilometrierung. Hinter dem Gleis 12 befindet sich auch ein entsprechender Kilometerstein „0“. Nur – das ist leider falsch. Auch wenn es genau so in Wikipedia steht!
Und das kam so: Um 1850 begannen in der Schweiz zahlreiche Eisenbahngesellschaften mit dem Bau einzelner Bahnstrecken. Die damalige „Schweizerische Centralbahn“ (SCB) aus Basel baute zwei Strecken: Basel-Luzern und Bern-Aarau; die beiden Linien kreuzten sich in Olten.
Damit der Lokführer immer genau weiss, wo er grad fährt, werden entlang der Geleise Kilometersteine gesetzt; damals „Stundensteine“ – das ist jetzt aber egal. Die Kilometersteine beginnen immer beim Hauptsitz der Bahngesellschaft. Bei der Centralbahn war das Basel. 1853 waren die ersten Teilstücke um Olten fertig und man wollte den Betrieb aufnehmen. Da aber der Hauensteintunnel noch nicht fertig war, klaffte noch eine Lücke zwischen Basel und Olten. Und man konnte die Strecke zwischen Basel (Kilometer 0) und Olten noch nicht vermessen. Also vermass man die ersten Streckenabschnitte erst einmal ab Olten und verwendete dazu einen provisorischen Nullpunkt im Bahnhof Olten.
Als dann 1858 der Hauensteintunnel fertig war, konnte man die Kilometersteine von Basel bis Olten vermessen. Die genaue Distanz betrug 39,291 km. Jetzt hätte man eigentlich alle provisorischen Kilometersteine ab Olten versetzen müssen. Der Aufwand erschien aber zu gross und man liess das bleiben; ging ja auch so.
Jede Bahngesellschaft hatte damals ihre eigenen Strecken und entsprechenden Ausgangspunkte für die Vermessung. Die „Gotthardbahn-Gesellschaft“ (GB) zum Beispiel hatte ihren in Immensee. Und als ab 1902 die Bahngesellschaften zu den „Schweizerischen Bundesbahnen“ (SBB) verschmolzen wurden entstand ein richtiges Bahnnetz. Die einzelnen Bahnstrecken Strecken haben immer noch an am einen Ende einen Nullstein. Solche gibt es in Basel, Luzern, Zürich, Lausanne usw. Nur in Olten gab es nie einen richtigen Nullstein!
Damit der Lokführer immer genau weiss, wo er grad fährt, werden entlang der Geleise Kilometersteine gesetzt; damals „Stundensteine“ – das ist jetzt aber egal. Die Kilometersteine beginnen immer beim Hauptsitz der Bahngesellschaft. Bei der Centralbahn war das Basel. 1853 waren die ersten Teilstücke um Olten fertig und man wollte den Betrieb aufnehmen. Da aber der Hauensteintunnel noch nicht fertig war, klaffte noch eine Lücke zwischen Basel und Olten. Und man konnte die Strecke zwischen Basel (Kilometer 0) und Olten noch nicht vermessen. Also vermass man die ersten Streckenabschnitte erst einmal ab Olten und verwendete dazu einen provisorischen Nullpunkt im Bahnhof Olten.
Als dann 1858 der Hauensteintunnel fertig war, konnte man die Kilometersteine von Basel bis Olten vermessen. Die genaue Distanz betrug 39,291 km. Jetzt hätte man eigentlich alle provisorischen Kilometersteine ab Olten versetzen müssen. Der Aufwand erschien aber zu gross und man liess das bleiben; ging ja auch so.
Jede Bahngesellschaft hatte damals ihre eigenen Strecken und entsprechenden Ausgangspunkte für die Vermessung. Die „Gotthardbahn-Gesellschaft“ (GB) zum Beispiel hatte ihren in Immensee. Und als ab 1902 die Bahngesellschaften zu den „Schweizerischen Bundesbahnen“ (SBB) verschmolzen wurden entstand ein richtiges Bahnnetz. Die einzelnen Bahnstrecken Strecken haben immer noch an am einen Ende einen Nullstein. Solche gibt es in Basel, Luzern, Zürich, Lausanne usw. Nur in Olten gab es nie einen richtigen Nullstein!
9. Januar 2013
feuchtes Geheimnis unter Aarau
Ab 1791 entstanden in einer Tiefe von zehn bis fünfzehn Metern die ersten Wasserstollen. Einige Jahre später erweiterten sie die Anlagen und installierten ein riesengrosses Wasserrad. Heute kennt man etwa 1,7 Kilometer Stollen und Kammern, es dürften aber noch einige unentdeckt sein.
Kürzlich erfüllte ich mir einen alten Wunsch und besuchte die Meyer Stollen. Seit dem Bahnhof-Neubau gibt es einen neuen Zugang in diese Unterwelt. Vom 3. Untergeschoss geht es bloss noch ein paar Stufen hinab und dann kann man ein kurzes Stück eines Zulaufstollens betreten. Eng, finster, nass - grossartig. Und wer sich getraut, kann auch noch etwas weiter ins Dunkel vordringen...
Wer sich für die genaue Lage interessiert, kann sie hier erkunden.
8. Januar 2013
Gretzenbach - Land des Lächelns
Der "Wat Srinagarindravararam" steht in Gretzenbach, unweit von Olten. Und zwischen Aldi, Denner und Lidl. Als ich 2003 das erstemal hier war, stand er noch ganz alleine auf der Wiese, jetzt nicht mehr.
Der buddhistische Tempel ist im traditionellen Thai-Stil gebaute. Schlangenähnliche goldene Spitzen züngeln gegen den Himmel. Ein vielgliedriger Kirchturm überragt ein buntes Ziegeldach. Trotz des trüben Wetters ein Augenschmaus.
Wir werfen einige Münzen in den Goldfischteich, treffen aber keinen der nassen Bewohner.
Der buddhistische Tempel ist im traditionellen Thai-Stil gebaute. Schlangenähnliche goldene Spitzen züngeln gegen den Himmel. Ein vielgliedriger Kirchturm überragt ein buntes Ziegeldach. Trotz des trüben Wetters ein Augenschmaus.
Wir werfen einige Münzen in den Goldfischteich, treffen aber keinen der nassen Bewohner.
7. Januar 2013
kein goldenes Dach in Olten
In Olten steht ein Haus mit einem goldene Dach. Seit Jahren streiten sich die Leute drum, ob Farbtupfer oder Schandfleck? Und die Behörden vermuten einen Verstoss gegen die Baubewilligung.
Die Obrigkeit hat nun verlangt, dass das Dach einen Farbanstrich bekommen soll, damit es sich besser ins Quartier einfügt. Jetzt muss man aber wissen, dass Olten einen eher herben Charmes hat. Jedenfalls würde es niemand als „schön“ bezeichnen. Und so gesehen passt das goldige Dach wunderbar ins Quartier.
6. Januar 2013
ein neues Reisejahr
Ein neues Reisejahr steht vor der Tür. Und wir haben schon einiges geplant.
Ende Monat fahren wir für einige Tage nach Portugal an die Sonne. Im Februar reise ich wiedermal in die Wüste, nach Marokko. Dann Ende März für einige Tage nach Berlin und im Mai nach Strassbourg. Und im Juni für vier Wochen nach BeNeLux und dann ist schon wieder Sommer.
Im August haben wir etwas ganz besonderes vor – ein Weltenbummler-Treffen bei mir zuhause!
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Ende Monat fahren wir für einige Tage nach Portugal an die Sonne. Im Februar reise ich wiedermal in die Wüste, nach Marokko. Dann Ende März für einige Tage nach Berlin und im Mai nach Strassbourg. Und im Juni für vier Wochen nach BeNeLux und dann ist schon wieder Sommer.
Im August haben wir etwas ganz besonderes vor – ein Weltenbummler-Treffen bei mir zuhause!
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5. Januar 2013
Kakerlaken totmachen
Wir nenne die Kakerlaken „Schwabenkäfer“. Die Spanier sagen dazu „Cucaracha“, die Engländer „Cockroach“. Aber eigentlich sind die possierlichen Tierli bloss gewöhnliche Schaben. Trotz der liebevollen Namen haben die Kakerlaken Freunde. Fast alle sind sich einig: Totschlagen! Die Kakerlaken wiederum haben dafür recht wenig Verständnis und entziehen sich diesem Ansinnen gerne durch flinke Flucht.
Die Kakerlaken totzuschlagen ist nicht ganz einfach. Dazu braucht es Übung und eine ausgefeilte Technik.
Ich mache das so: Ich schleiche mich im Dunkeln ins Hotelzimmer; oder wo sonst ich die Viecher vermute. In der einen Hand eine Gummisandale, in der anderen die Taschenlampe. Dann das Licht an - und den Lichtkegel grossflächig über den Boden schwenken. Die lichtscheuen Kakerlaken beginnen zu rennen um sich im Dunkeln zu verbergen; unter Teppich, Mobiliar oder Wurstbrot. Jetzt weiss ich, wo sie sich verstecken. Ich pirsche an, hebe das Versteck an, schlage blitzschnell mit der Sandale zu. Die Kakerlake ist ob der virtuosen Abfolge dermassen überrascht, dass sie tödlich getroffen auf dem Boden liegt bleibt.
Dabei sollte man aber beachten, nicht allzu hart zuzuschlagen, da das Insekt sonst platzt und am Boden festschmiert. Schlägt man hingegen zu sanft zu, wird das Tierli bloss durchgeschüttelt und rennt in Sicherheit. Manchmal kann man dann ein hämisches Kichern hören; ganz leise - cch-cchcchhh.
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Ich mache das so: Ich schleiche mich im Dunkeln ins Hotelzimmer; oder wo sonst ich die Viecher vermute. In der einen Hand eine Gummisandale, in der anderen die Taschenlampe. Dann das Licht an - und den Lichtkegel grossflächig über den Boden schwenken. Die lichtscheuen Kakerlaken beginnen zu rennen um sich im Dunkeln zu verbergen; unter Teppich, Mobiliar oder Wurstbrot. Jetzt weiss ich, wo sie sich verstecken. Ich pirsche an, hebe das Versteck an, schlage blitzschnell mit der Sandale zu. Die Kakerlake ist ob der virtuosen Abfolge dermassen überrascht, dass sie tödlich getroffen auf dem Boden liegt bleibt.
Dabei sollte man aber beachten, nicht allzu hart zuzuschlagen, da das Insekt sonst platzt und am Boden festschmiert. Schlägt man hingegen zu sanft zu, wird das Tierli bloss durchgeschüttelt und rennt in Sicherheit. Manchmal kann man dann ein hämisches Kichern hören; ganz leise - cch-cchcchhh.
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4. Januar 2013
fehlsichtig und das Froilein
Neulich hatte sich meine Sehhilfe aufgrund eines Missgeschicks meinerseits arg verbogen. Also musste ich zum Optiker zum richten. Das kennt jeder Brillenträger, so was passiert halt mal!
Während sich der Fachmann meiner Bille annahm, vergnügte ich mich mit warten. Beinahe blind. Die Welt um mich herum sah sehr sanft aus. Wie durchsichtiger Nebel. Selbst der Strassenlärm von draussen hörte sich irgendwie wattig an. Ich setzte mich auf ein Ding und blätterte sinnlos in einem Heftli. Sehen tat ich nichts, aber ich wollte damit verhindern, dass ich angesprochen werde. Raffiniert - oder.
Aber es ging nicht lange, da sagte jemand: «Sali Muger – wiä gahts». Ich murmelte etwas und schaute noch tiefer in meine Zeitschrift. Ich sah nichts, lauter bunte Wolken. Kurz darauf: «Ja hoi Muger». Dann: «Sali Muger – noii Brille?». Hier scheint mich jeder zu kennen! Als ich dann meine Brille wieder zurück hatte, war ich ganz alleine. Einzig das Brillen-Froilein, das immer sagt: «die-steht-ihnen-ausgezeichnet», war da. Alle meine "Bekannten" haben sich aus dem Staub gemacht, die Feiglinge.
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Während sich der Fachmann meiner Bille annahm, vergnügte ich mich mit warten. Beinahe blind. Die Welt um mich herum sah sehr sanft aus. Wie durchsichtiger Nebel. Selbst der Strassenlärm von draussen hörte sich irgendwie wattig an. Ich setzte mich auf ein Ding und blätterte sinnlos in einem Heftli. Sehen tat ich nichts, aber ich wollte damit verhindern, dass ich angesprochen werde. Raffiniert - oder.
Aber es ging nicht lange, da sagte jemand: «Sali Muger – wiä gahts». Ich murmelte etwas und schaute noch tiefer in meine Zeitschrift. Ich sah nichts, lauter bunte Wolken. Kurz darauf: «Ja hoi Muger». Dann: «Sali Muger – noii Brille?». Hier scheint mich jeder zu kennen! Als ich dann meine Brille wieder zurück hatte, war ich ganz alleine. Einzig das Brillen-Froilein, das immer sagt: «die-steht-ihnen-ausgezeichnet», war da. Alle meine "Bekannten" haben sich aus dem Staub gemacht, die Feiglinge.
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3. Januar 2013
Feminismus gescheitert?
Der Mensch an und für sich ist ja ein kommunikatives Wesen; die Menschin sogar noch ein wenig mehr. Solche Unterschiede werden von Feministen mit "geschlechtsspezifischen Sozialisation" erklärt. Und solche Folgen der Sozialisation konnte ich während den Festtagen wieder wunderbar beobachten: Während die haushaltführende Personin die schon sowieso sauber Wohnung staubsaugte und allerhand Grünzeug und Glitzerkram zu „Dekoration“ aufhäuft, sitzt der männliche Mensch auf dem Sofa und schauten leeräugig in die Ferne. Oder im Glücksfall in den Fernseher.
Die Emanzipation und der Feminismus scheinen gescheitert zu sein. Nun haben gelesen, dass amerikanische Wissenschaftler kürzlich herausgefunden haben, dass es zwischen Mann und Frau auch "signifikante biologische Unterschiede" gibt. Vermutet habe ich das ja schon lange; schon vor den Feiertagen ...
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2. Januar 2013
Marmor, Stein und Eisen …
Wenn man in Meggen die St. Pius Kirche seiht, denkt mancher, er sei hier falsch. Das da sähe doch eher aus wie eine Trafostation, ein Kühlhaus, odr so. Aber da irrt man gewaltig.
Die St. Pius Kirche ist ein schlichter weisser Würfel auf einem Betonsockel. Keine Fenster, kein Dach und ein Gittermast mit einer Uhr. Demnächst fünfzig Jahre alt und vom Solothurner Architekten Franz Füeg.
Der Innenraum ist dann völlig überraschend; ein einziger eleganter, lichtdurchfluteter Raum. Die weissen Fassaden bestehen aus Stein; aus durchscheinendem Marmor aus Dionysos. Die Platten sind nur knapp drei Zentimeter stark und bunt gemustert.
Eine Augenweide …
Die St. Pius Kirche ist ein schlichter weisser Würfel auf einem Betonsockel. Keine Fenster, kein Dach und ein Gittermast mit einer Uhr. Demnächst fünfzig Jahre alt und vom Solothurner Architekten Franz Füeg.
Der Innenraum ist dann völlig überraschend; ein einziger eleganter, lichtdurchfluteter Raum. Die weissen Fassaden bestehen aus Stein; aus durchscheinendem Marmor aus Dionysos. Die Platten sind nur knapp drei Zentimeter stark und bunt gemustert.
Eine Augenweide …
1. Januar 2013
manchmal ist der Winter schon eine blöde Sau
Es gibt so Tage, da schickt man keinen Hund nach draussen. An so einem überwand ich meinen inneren Schweinehund und machte noch gschwind einen Feierabendspaziergang. Ich schlüpfte in meine toten Hosen und zog die Mütze tief. Draussen blies ein eisiger Wind und es schneefallte heftig. Manche täten dieses Wetter auch als „sehr schattig“ umschreiben.
Nichts desto trotz stampfte ich los. Der Schnee lag schuhtief und überall. Ich kam zügig voran. Auf einmal bemerkte ich eine schwindende Adhäsion am linken Hinterlauf. Er geriet ins Rutschen und brach seitlich aus. Dann begann ich mein Gleichgewicht zu verlieren. Der Schwerkraft folgend sackte ich mit einer halben Drehung zu Boden und schlug mit dem Kinn auf. Im Sport würde man so etwas wohl als „gehockte Dreh-Grätsche mit Kinnhaken“ bezeichnen. Und die Punktrichter würden Schilder mit Wertungsnoten hochhalten.
Ich lag mitten auf der Strasse und fühlte mich erniedrigt und gedemütigt. Mühsam und von Schmerzen gepeinigt ordnete ich meine Glieder und quälte mich wieder auf diese. Interessanterweise tat mir nur das rechte Knie weh, dafür stark. Und das Kinn; und beide Handballen. Vom Umfall gezeichnet schleppte ich mich nachhause.
Mein Schweinehund soll das nächste Mal alleine raus – die blöde Sau.
Nichts desto trotz stampfte ich los. Der Schnee lag schuhtief und überall. Ich kam zügig voran. Auf einmal bemerkte ich eine schwindende Adhäsion am linken Hinterlauf. Er geriet ins Rutschen und brach seitlich aus. Dann begann ich mein Gleichgewicht zu verlieren. Der Schwerkraft folgend sackte ich mit einer halben Drehung zu Boden und schlug mit dem Kinn auf. Im Sport würde man so etwas wohl als „gehockte Dreh-Grätsche mit Kinnhaken“ bezeichnen. Und die Punktrichter würden Schilder mit Wertungsnoten hochhalten.
Ich lag mitten auf der Strasse und fühlte mich erniedrigt und gedemütigt. Mühsam und von Schmerzen gepeinigt ordnete ich meine Glieder und quälte mich wieder auf diese. Interessanterweise tat mir nur das rechte Knie weh, dafür stark. Und das Kinn; und beide Handballen. Vom Umfall gezeichnet schleppte ich mich nachhause.
Mein Schweinehund soll das nächste Mal alleine raus – die blöde Sau.
31. Dezember 2012
Ohrenbohnen und ein neues Jahr
Der grossen Musiker und Poeten Gus Backus wurde mit Werken wie „Bohnen in die Ohr’n“ weltberühmt. Unvergesslich sind bestimmt auch „An dem Baume da hängt 'ne Pflaume“ und „Mein Schimmel wartet im Himmel“.
30. Dezember 2012
Pest ist auch keine Lösung
Test
test-test
test-test-teeeeeest
Teeest- test-test-test-test – öööhm - test-test-testtest?
test-test-test-test-Testikel
Justin Bieber-test-test-test-Hundemetzgerei
test-test-tääääst
Test-test
test
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Teeest- test-test-test-test – öööhm - test-test-testtest?
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29. Dezember 2012
Algerien: schön war's und keiner hat gekotzt
aus meinem Tagebuch: Teil 18
Freitag 26.4 96. Um 7 Uhr sind wir bereits vor dem grossen Tor zum Hafen. Es sind erfreulich wenig andere Fahrzeuge an, so dass die Formalitäten zügig erledigt sind. Wir verladen alle Töff in den Bus, so sparen wir mächtig Gebühren. Mit fünf Leuten, drei Töff und dem ganzen Gepäck im Bus ist es darin richtig kuschelig.
Bereits um halb neun sind wir an Bord der „Habib“. Das ist die alte CTN-Fähre, schon etwas abgenutzt und schmuddelig. Mein Bus steht ganz vorne beim Tor. Das ist sehr gut, dann sind wir in Genua schnell draussen.
Wir treffen einige alte Bekannte, darunter auch ein paar auffallend blöde. Den ganzen Tag verbringen wir mit Schlafen, Essen und Plaudern. Das Wetter ist schön und die Fahrt ruhig. Keiner muss kotzen.
Samstag 27. April 96. Wir feiern ein Jubiläum. Andi hat sich heute zum ersten mal beim Rasieren nicht geschnitten – behauptet er.
Um 12 Uhr landet die „Habib“ in Genua; pünktlich! Der Papierkram geht dank meinen persönlichen Kontakten zu den Behörden sehr schnell. So sind wir schon um 12.30 Uhr draussen. Noch gschwind die zwei Töff ausladen und ein Salami-Panini futtern. Und los geht’s. 410 Kilometer Autobahn bis nachhause. Um 19 Uhr trennen wir uns auf der Gotthardraststätte. Kurz vor acht bin ich zuhause. Auf den letzten Kilometern verliere ich doch tatsächlich noch den Öldeckel vom Motor.
... das war eine schöne Reise - da fahren wir wieder mal hin.
Freitag 26.4 96. Um 7 Uhr sind wir bereits vor dem grossen Tor zum Hafen. Es sind erfreulich wenig andere Fahrzeuge an, so dass die Formalitäten zügig erledigt sind. Wir verladen alle Töff in den Bus, so sparen wir mächtig Gebühren. Mit fünf Leuten, drei Töff und dem ganzen Gepäck im Bus ist es darin richtig kuschelig.
Bereits um halb neun sind wir an Bord der „Habib“. Das ist die alte CTN-Fähre, schon etwas abgenutzt und schmuddelig. Mein Bus steht ganz vorne beim Tor. Das ist sehr gut, dann sind wir in Genua schnell draussen.
Wir treffen einige alte Bekannte, darunter auch ein paar auffallend blöde. Den ganzen Tag verbringen wir mit Schlafen, Essen und Plaudern. Das Wetter ist schön und die Fahrt ruhig. Keiner muss kotzen.
Samstag 27. April 96. Wir feiern ein Jubiläum. Andi hat sich heute zum ersten mal beim Rasieren nicht geschnitten – behauptet er.
Um 12 Uhr landet die „Habib“ in Genua; pünktlich! Der Papierkram geht dank meinen persönlichen Kontakten zu den Behörden sehr schnell. So sind wir schon um 12.30 Uhr draussen. Noch gschwind die zwei Töff ausladen und ein Salami-Panini futtern. Und los geht’s. 410 Kilometer Autobahn bis nachhause. Um 19 Uhr trennen wir uns auf der Gotthardraststätte. Kurz vor acht bin ich zuhause. Auf den letzten Kilometern verliere ich doch tatsächlich noch den Öldeckel vom Motor.
... das war eine schöne Reise - da fahren wir wieder mal hin.
28. Dezember 2012
Tunesien: der Düsseldorfer ist nicht ganz dicht
aus meinem Tagebuch: Teil 17
Mittwoch 24 April 96. Schlechtes Wetter! Bewölkt und ein kalter Wind. Zum Frühstück gibt es, wie seit Jahren, Quittenkonfitüre und dürres Brot. Dazu schwarzen Kaffee mit zuviel Zucker.
Wir machen eine Besichtigungstour durch Kairouan. Zuerst die „Barbiermoschee“, die Aghlabiden-Wasserbecken, dann die Grosse Mosche. Dann einige Paläste in der Altstadt und zum Schluss noch verschiedene Märkte. Die Grosse Moschee wird von Bustouristen bestürmt. Sie drängeln und schupsen, als ob es kein Morgen gäbe. Andere wiederum laufen wie Hühner ihrem Führer hinterher.
Den verbleibenden Tag verbringe ich mit ausgiebigem Nichtstun. Essen und plaudern. Geniessen. Im „magasin general“ hinter unserem Hotel kaufe ich noch einige Packungen Schaf-Suppe. Leider ist die bekannt rote Suppe ausverkauft.
Zum Sonnenuntergang steigen wir auf die Dachterrasse vom Hotel. Eine Muezzin nach dem anderen beginnt mit seinem Abendgebet. Aus allen Richtungen erschallen die Gebete und vereinen sich bei uns zu einer Kakophonie. Als es wieder ruhig ist, beginnen Tausende von Vögeln zu zwitschern, um sich dann im Geäst zum Schlafen niederzulassen.
Auf dem Heimweg vom Nachtessen treffen wir noch den „Düsseldorfer“. Ein älterer Tunesier, der immer von seiner Zeit damals in Düsseldorf erzählt, aber wohl einen an der Waffel hat. Ich zahle ihm ein Tee und etwas zu Essen; er kann es gebrauchen.
25. April 96. Unsere Gruppe ist gewachsen, mittlerweile sind wir zehn Personen. Einige Motorradfahrer, die wir von früher kennen, haben sich uns angeschlossen. Über Enfidaville fahren wir nach Tunis, mitten ins Zentrum hinein. Zu „meinem“ Parkplatz direkt vor der britischen Botschaft ist frei. Der Pförtner bekommt einen Obolus und so stehen der Bus im Halteverbot und die Töff auf dem Trottoir. Und unter dem Schutz Grossbritaniens.
Die Medina, die historische Altstadt, ist auch diesmal einen Besuch wert. Die Händler sitzen vor ihren Geschäften und ärgern die Touristengruppen. Ich brauche eine neue Mütze; probiere die eine oder andere, aber keine gefällt mir.
Zum Sonnenuntergang fahren wir nach Sidi Bou Said. Trotz mässig schönem Wetter ist das Städtchen wunderschön. Weisse Häuser mit schmiedeisernen Erkern und hellblauen Türen. Wir sitzen uns in das „Café des Nates“ und schlürfen Tee. Gegen Abend beginnt es zu regnen. Ausgerechnet heute, an unserem letzten Abend in Afrika. Eigentlich wollten wir in der Nähe direkt am Strand übernachten, bei dem Regen macht das aber wenig Spass. Also fahren wir nach La Goulette und übernachten bei der neuen Sporthalle. Eigentlich dürften wir drinnen schlafen, aber das Dach ist undicht und es regnet durch. Unter einem Vordach finden wir dann einen trockenen Schlafplatz.
Morgen geht es weiter, und wir tun schiffen.
Mittwoch 24 April 96. Schlechtes Wetter! Bewölkt und ein kalter Wind. Zum Frühstück gibt es, wie seit Jahren, Quittenkonfitüre und dürres Brot. Dazu schwarzen Kaffee mit zuviel Zucker.
Wir machen eine Besichtigungstour durch Kairouan. Zuerst die „Barbiermoschee“, die Aghlabiden-Wasserbecken, dann die Grosse Mosche. Dann einige Paläste in der Altstadt und zum Schluss noch verschiedene Märkte. Die Grosse Moschee wird von Bustouristen bestürmt. Sie drängeln und schupsen, als ob es kein Morgen gäbe. Andere wiederum laufen wie Hühner ihrem Führer hinterher.
Den verbleibenden Tag verbringe ich mit ausgiebigem Nichtstun. Essen und plaudern. Geniessen. Im „magasin general“ hinter unserem Hotel kaufe ich noch einige Packungen Schaf-Suppe. Leider ist die bekannt rote Suppe ausverkauft.
Zum Sonnenuntergang steigen wir auf die Dachterrasse vom Hotel. Eine Muezzin nach dem anderen beginnt mit seinem Abendgebet. Aus allen Richtungen erschallen die Gebete und vereinen sich bei uns zu einer Kakophonie. Als es wieder ruhig ist, beginnen Tausende von Vögeln zu zwitschern, um sich dann im Geäst zum Schlafen niederzulassen.
Auf dem Heimweg vom Nachtessen treffen wir noch den „Düsseldorfer“. Ein älterer Tunesier, der immer von seiner Zeit damals in Düsseldorf erzählt, aber wohl einen an der Waffel hat. Ich zahle ihm ein Tee und etwas zu Essen; er kann es gebrauchen.
Die Medina, die historische Altstadt, ist auch diesmal einen Besuch wert. Die Händler sitzen vor ihren Geschäften und ärgern die Touristengruppen. Ich brauche eine neue Mütze; probiere die eine oder andere, aber keine gefällt mir.
Zum Sonnenuntergang fahren wir nach Sidi Bou Said. Trotz mässig schönem Wetter ist das Städtchen wunderschön. Weisse Häuser mit schmiedeisernen Erkern und hellblauen Türen. Wir sitzen uns in das „Café des Nates“ und schlürfen Tee. Gegen Abend beginnt es zu regnen. Ausgerechnet heute, an unserem letzten Abend in Afrika. Eigentlich wollten wir in der Nähe direkt am Strand übernachten, bei dem Regen macht das aber wenig Spass. Also fahren wir nach La Goulette und übernachten bei der neuen Sporthalle. Eigentlich dürften wir drinnen schlafen, aber das Dach ist undicht und es regnet durch. Unter einem Vordach finden wir dann einen trockenen Schlafplatz.
Morgen geht es weiter, und wir tun schiffen.
27. Dezember 2012
Tunesien: eine ganz süsse Zuckerschnecke
aus meinem Tagebuch: Teil 16
Montag 22. April 96. Gemeinsam mit einigen Mopeds aus Hamburg fahren wir heimwärts. Doch wie so oft, passiert auf dem letzten Pistenkilometer ein Missgeschick. Diesmal trifft es Andi. Ein Stein schlägt ein Loch in den Motorblock seiner Kawasaki. Da wo das Öl herausläuft kann man nun tief hinein gucken; gar nicht gut! Also verstauen wir den Andi und seinen Töff bei uns im Bus.
Nach wenigen Kilometern auf dem Beifahrersitz beginnt Andi von diffusen Ängsten zu jammern. Nach seiner Meinung hängen diese direkt mit der Pistenfahrt zusammen. Und mit meiner, seiner Ansicht nach, zügigen Fahrweise. Dabei ist es im Bus am ruhigsten, wenn alle vier Räder in der Luft sind. Kopfschüttel.
Wir nächtigen in einem Hotel in Gabés.
Dienstag 23. April 96. Gegen Mittag fahren wir weiter nach Kairouan, auf der direkten Route durchs Innenland. Nur Olivenbäume und Kakteen. Laaangweilig.
In Kairouan beziehen wir wie immer Zimmer im Hotel „Tunisia“. Ein erfreutes „Hallo“, wir kennen uns seit Jahren. Spaziergang durch den Souk, den alten Markt. Leo kauft sich ein Trommel. Toll - beim Didgeridoo tröten hat er ja bisher seine Hände frei, da kann er ja auch gut noch etwas trommeln.
In der Nähe vom Bir Barouta futtern wir „Brik au Thon“. Das sind frittierte Teigtaschen mit köstlichem Inhalt. Und hier gibt es die besten weltweit. Der Bir Barouta ist ein Brunnenhaus. Im ersten Stock oben läuft ein Kamel im Kreis herum und treibt so den Pump-Mechanismus an. Das Kamel und sein Chauffeur haben sich für die Besucher extra herausgeputzt. Beide tragen einen Hut mit bunten Fransen. Im Nebenraum gurgeln wir eine Schischa, eine Wasserpfeife.
Am Abend sitzen wir im Cafe „Sabra“ beim Stadttor und schauen den Leuten zu. Hier treffen wir doch tatsächlich wieder unseren grossmäuligen Schweizer von neulich. Und er wohnt sogar im gleichen Hotel wie wir; ja hurrrra.
Wie jedesmal in Kairouan, gehe ich am Abend in "meine" Konditorei gleich hinter unserem Hotel. Hier gibt es zuckersüsse Naschereien. Und eine ebensolche Bedienerin. Immer wenn sie mir das Rückgeld gibt, krault sie mir die Handfläche und lächelt scheu. So schööön …
Morgen geht es weiter, und vielleicht gibt es noch mehr Frauengeschichten.
Montag 22. April 96. Gemeinsam mit einigen Mopeds aus Hamburg fahren wir heimwärts. Doch wie so oft, passiert auf dem letzten Pistenkilometer ein Missgeschick. Diesmal trifft es Andi. Ein Stein schlägt ein Loch in den Motorblock seiner Kawasaki. Da wo das Öl herausläuft kann man nun tief hinein gucken; gar nicht gut! Also verstauen wir den Andi und seinen Töff bei uns im Bus.
Nach wenigen Kilometern auf dem Beifahrersitz beginnt Andi von diffusen Ängsten zu jammern. Nach seiner Meinung hängen diese direkt mit der Pistenfahrt zusammen. Und mit meiner, seiner Ansicht nach, zügigen Fahrweise. Dabei ist es im Bus am ruhigsten, wenn alle vier Räder in der Luft sind. Kopfschüttel.
Wir nächtigen in einem Hotel in Gabés.
In Kairouan beziehen wir wie immer Zimmer im Hotel „Tunisia“. Ein erfreutes „Hallo“, wir kennen uns seit Jahren. Spaziergang durch den Souk, den alten Markt. Leo kauft sich ein Trommel. Toll - beim Didgeridoo tröten hat er ja bisher seine Hände frei, da kann er ja auch gut noch etwas trommeln.
In der Nähe vom Bir Barouta futtern wir „Brik au Thon“. Das sind frittierte Teigtaschen mit köstlichem Inhalt. Und hier gibt es die besten weltweit. Der Bir Barouta ist ein Brunnenhaus. Im ersten Stock oben läuft ein Kamel im Kreis herum und treibt so den Pump-Mechanismus an. Das Kamel und sein Chauffeur haben sich für die Besucher extra herausgeputzt. Beide tragen einen Hut mit bunten Fransen. Im Nebenraum gurgeln wir eine Schischa, eine Wasserpfeife.
Am Abend sitzen wir im Cafe „Sabra“ beim Stadttor und schauen den Leuten zu. Hier treffen wir doch tatsächlich wieder unseren grossmäuligen Schweizer von neulich. Und er wohnt sogar im gleichen Hotel wie wir; ja hurrrra.
Wie jedesmal in Kairouan, gehe ich am Abend in "meine" Konditorei gleich hinter unserem Hotel. Hier gibt es zuckersüsse Naschereien. Und eine ebensolche Bedienerin. Immer wenn sie mir das Rückgeld gibt, krault sie mir die Handfläche und lächelt scheu. So schööön …
Morgen geht es weiter, und vielleicht gibt es noch mehr Frauengeschichten.
26. Dezember 2012
Tunesien: sandbaden und Touri gucken
es geht weiter ...
aus meinem Tagebuch: Teil 15
Samstag 20. April 96. Den ganzen Tag mache ich buchstäblich nichts. Erst am späten Nachmittag versuche ich das Schloss an der Hecktüre zu flicken. Die Tür lässt sich zwar schliessen, dann aber nur noch von Innen öffnen! Der Mechanismus hat sich zerlegt. In einem Gebüsch kann ich eine Sandfisch fangen. Das ist so ein Reptil, das aussieht wie eine Bratwurst mit Beinen. Scheu und nur ganz selten zu sehen.
Ich koche Reissalat zum Znacht. Das Essen hat aber einen eigenartigen Nachgeschmack. Wir suchen lange nach dem Grund, bis wir entdecken, dass unserem Trinkwasser mit Diesel verschmutzt ist. Heute ist küssen schlecht.
Am Abend hocken wir mit ein paar Deutschen zusammen und plaudern. Ich mache einige Liter Schoggi-Creme mit Birnen zum Dessert. Diesmal ohne Dieselgeschmack.
Sonntag 21. April 96. Dank einer Matratze, die ich in einem fremden Zelt ausgeliehenen habe, schlief ich wunderbar und ohne Rückenschmerzen. Dafür habe ich jetzt Kopfweh. Ob es am gestrigen Diesel-Essen liegt?
Am Nachmittag treffen wir einen Schweizer. Einen von der ganz primitiven Sorte. Er erzählt unglaubliche Schauergeschichten von seinen Heldentaten in Afrika. Original Zitat: «Wenn man einen Neger umfährt, bekommt man bloss eine Busse»!
Eigentlich wollte ich heute ein Brot backen, lasse es dann aber bleiben, weil ich zu faul bin. Und es ist schliesslich Sonntag.
Morgen geht es weiter, und um ein Loch.
aus meinem Tagebuch: Teil 15
Samstag 20. April 96. Den ganzen Tag mache ich buchstäblich nichts. Erst am späten Nachmittag versuche ich das Schloss an der Hecktüre zu flicken. Die Tür lässt sich zwar schliessen, dann aber nur noch von Innen öffnen! Der Mechanismus hat sich zerlegt. In einem Gebüsch kann ich eine Sandfisch fangen. Das ist so ein Reptil, das aussieht wie eine Bratwurst mit Beinen. Scheu und nur ganz selten zu sehen.
Ich koche Reissalat zum Znacht. Das Essen hat aber einen eigenartigen Nachgeschmack. Wir suchen lange nach dem Grund, bis wir entdecken, dass unserem Trinkwasser mit Diesel verschmutzt ist. Heute ist küssen schlecht.
Am Abend hocken wir mit ein paar Deutschen zusammen und plaudern. Ich mache einige Liter Schoggi-Creme mit Birnen zum Dessert. Diesmal ohne Dieselgeschmack.
Sonntag 21. April 96. Dank einer Matratze, die ich in einem fremden Zelt ausgeliehenen habe, schlief ich wunderbar und ohne Rückenschmerzen. Dafür habe ich jetzt Kopfweh. Ob es am gestrigen Diesel-Essen liegt?
Am Nachmittag treffen wir einen Schweizer. Einen von der ganz primitiven Sorte. Er erzählt unglaubliche Schauergeschichten von seinen Heldentaten in Afrika. Original Zitat: «Wenn man einen Neger umfährt, bekommt man bloss eine Busse»!
Eigentlich wollte ich heute ein Brot backen, lasse es dann aber bleiben, weil ich zu faul bin. Und es ist schliesslich Sonntag.
Morgen geht es weiter, und um ein Loch.
25. Dezember 2012
kunterbuntes Bundeshaus
Wie auch schon im letzten Jahr erstrahlt diesen Winter das Bundeshaus allabendlich in regenbogenbunten Lichterglanz. Kürzlich waren wir grad zufällig in Bern und schauten uns das Spektakel an. Zusammen mit mehreren Milliarden anderer Besucher. Ein Gedrücke und Gedränge sondergleichen.
Mit „Feste & Zeit“ erfreuen die französischen Lichtkünstler „Spectaculaires“ das Publikum. Zwanzig Minuten Bilderrausch und liebliche Musik. In der Vorweihnachtszeit ist so was schön, sonst wäre mir das eindeutig zu kitschig.
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Mit „Feste & Zeit“ erfreuen die französischen Lichtkünstler „Spectaculaires“ das Publikum. Zwanzig Minuten Bilderrausch und liebliche Musik. In der Vorweihnachtszeit ist so was schön, sonst wäre mir das eindeutig zu kitschig.
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24. Dezember 2012
einarmiger Jesus am Gebälk
Wie auch schon die letzten Jahre, möchte ich auch heuer wieder zu Weihnachten ein aussergewöhnliches Kunstwerk präsentieren. Diesmal ein barockes Kruzifix aus der Möslikapelle in Kerns. Hier hauste einst der Bruder Ulrich, ein Kumpel vom Bruder Klaus; unserem Nationalheiligen, Niklaus von Flüe (1417-87).
Auf den ersten Blick sieht alles aus wie gewohnt. Christus ans Gebälk genagelt, daneben Maria und Magdalena in festlichem Gewand und traurigem Gesicht. Was mir hier aber so gut gefällt ist der gekreuzigte Jesus. Er grüsst ganz cool seine trauernde Mutter. Fast meint man ihn rufen zu hören: «guck mal, ich bin hier oooben. Die Römer haben mich hingetackert, aber ich kann noch einhändig».
Ist doch irgendwie tröstlich.
Ich wünsche euch - öööhm - wunderschöne Weihnachten.
Auf den ersten Blick sieht alles aus wie gewohnt. Christus ans Gebälk genagelt, daneben Maria und Magdalena in festlichem Gewand und traurigem Gesicht. Was mir hier aber so gut gefällt ist der gekreuzigte Jesus. Er grüsst ganz cool seine trauernde Mutter. Fast meint man ihn rufen zu hören: «guck mal, ich bin hier oooben. Die Römer haben mich hingetackert, aber ich kann noch einhändig».
Ist doch irgendwie tröstlich.
Ich wünsche euch - öööhm - wunderschöne Weihnachten.
23. Dezember 2012
Tunesien: abgestempelt und warm gebadet
aus meinem Tagebuch: Teil 14
Freitag 19. April 96. Nach dem Morgenessen bekommen wir Besuch von einem Militär-Unimog. Er kommt extra einige Kilometer querfeldein, um unsere „Legitimation“ zu kontrollieren. Dabei dachten wir gestern noch, uns würde hier zwischen den Dünen keiner sehen!
Wir bleiben bis gegen Mittag hier. Andi besteigt mit dem Töff die höchste Düne. Weiter nordwärts. Erst ist die Piste gut und schnell. Dann sind es bloss noch holprige Spuren. Fast 80 Kilometer geht es so. Barchane-Felder und Kieshügel, dann wieder weite Ebenen mit Grasbüscheln. Etwa 55 Kilometer südlich von Ksar Ghilane verlassen wir das Sperrgebiet und donnern auf der Pipelinepiste nach Norden. Gegen Abend erreichen wir da.
Leo aber nicht. In einem stinkigen Tuaregzelt finden wir dann aber seinen Rucksack, also hat er es doch hierher geschafft. Als wir unser Lager eingerichtet haben, kommt er dann auch tatsächlich angehumpelt. Er ist erstaunt, uns zu sehen, er hat uns erst am Sonntag erwartet!
Am Abend essen wir auswärts: Hier gibt es nämlich ein "Restaurant" für die Badetouristen auf „Sahara-Expedition“. Ich essen auf jeder Reise einmal hier. Nicht weil es so gut ist, sondern um mich beliebt zu machen. Man weiss ja nie, ob man später einmal auf die Leute angewiesen ist. Es gibt wie jedesmal orange Suppe und lederige Spaghetti. Im Hintergrund findet derweilen die obligate tunesische „Feuerschau“ statt. Als dann der Volkstanz beginnt, gehe ich schlafen.
In einer Woche fährt unser Schiff …
Wegen der Weihnachtereien gibts es morgen eine besinnlichen Beitrag. Hier geht es erst am Mittwoch weiter, dann aber schon.
Freitag 19. April 96. Nach dem Morgenessen bekommen wir Besuch von einem Militär-Unimog. Er kommt extra einige Kilometer querfeldein, um unsere „Legitimation“ zu kontrollieren. Dabei dachten wir gestern noch, uns würde hier zwischen den Dünen keiner sehen!
Leo aber nicht. In einem stinkigen Tuaregzelt finden wir dann aber seinen Rucksack, also hat er es doch hierher geschafft. Als wir unser Lager eingerichtet haben, kommt er dann auch tatsächlich angehumpelt. Er ist erstaunt, uns zu sehen, er hat uns erst am Sonntag erwartet!
Am Abend essen wir auswärts: Hier gibt es nämlich ein "Restaurant" für die Badetouristen auf „Sahara-Expedition“. Ich essen auf jeder Reise einmal hier. Nicht weil es so gut ist, sondern um mich beliebt zu machen. Man weiss ja nie, ob man später einmal auf die Leute angewiesen ist. Es gibt wie jedesmal orange Suppe und lederige Spaghetti. Im Hintergrund findet derweilen die obligate tunesische „Feuerschau“ statt. Als dann der Volkstanz beginnt, gehe ich schlafen.
In einer Woche fährt unser Schiff …
Wegen der Weihnachtereien gibts es morgen eine besinnlichen Beitrag. Hier geht es erst am Mittwoch weiter, dann aber schon.
22. Dezember 2012
Tunesien: der Klumpfuss und ein dickes Kamel
aus meinem Tagebuch: Teil 13
Mittwoch 17. April 96. Leo kann mit seinem Klumpfuss nicht laufen und willl deshalb einige Tage ausruhen. Andi und Gü bringen ihn nach Chenini, wo er versuchen will, zurück nach Ksar Ghilane zu kommen. Und dort auf uns und die Heilung warten.
Derweilen fahren Philippe und ich zum Gouverneur die Bewilligung abholen. Pünktlich um 10 Uhr sind wir da. Man werde sich unserem Anliegen gleich annehmen, meint der Beamte von gestern. Die Papiere seien parat, es fehle bloss noch die Unterschrift - meint er gut eine Stunde später. Wir sollten doch noch einen Moment warten. Dann, um 12.30 Uhr bekommen wir tatsächlich das Papiere ausgehändigt; mehrfach gestempelt und unterschrieben vom Gouverneur.
Am Nachmittag fahren wir nach Remada, um die Papiere von den dortigen Militärbehörden beglaubigen zu lassen. Obwohl die Bewilligung erst morgen gültig ist, stempelt man uns frei. Gegen 17 Uhr fahren wir bei Kambout ins Sperrgebiet hinein. Viel Landschaft. Tafelberge. Wir übernachten oben auf einem Plateau mit toller Fernsicht.
Donnerstag 18. April 96. Die ganze Nacht tobte ein starker und kühler Wind. Gut, ich schlafe ja im Bus, aber die Töffler draussen im Zelt.
Zeitig fahren wir los. Die Piste ist gut. Am Horizont begleiten uns Berge, die Landschaft sieht recht hübsch aus, obwohl alles mit diesen kleinen Büschen bewachsen ist. Mitten auf der Piste erfreut uns ein aufgedunsener Kamelkadaver. Er riecht übel. Dennoch versuchen gewisse Mitreisende, das Kamel platzen zu lassen Es klappt nicht - zum Glück! Wobei - ich hätt es gerne mit dem Didjiridoo versucht zu entlüften, aber das hat der Leo mit sich genommen! Leider ...
Wir kommen weiterhin flott voran. Vor El Borma erreichen wir die ersten richtigen Dünen. Wunderschön hier, wie in Algerien! Dann kommen wir an einen Kontrollposten. Man will unsere „Autorisation“ sehen, denn hier beginnt das Erdölgebiet. Und dafür gibt es extra Kontrollen. Einen Kilometer weiter müssen wir an einem Polizeiposten unsere Pässe deponieren, dafür dürfen wir uns in El Borma frei bewegen. Das Gebiet ist riesig und weit nach Algerien hinein. Überall Pipelines, Fördertürme, Pumpstationen, Stromleitungen und Abfälle. Es ist seltsam hier. Wir verlassen El Borma wieder, etwas enttäuscht und ernüchtert.
Dafür finden wir einen schönen Übernachtungsplatz, versteckt zwischen den Dünen. Ein traumhafter Abend. Rund um uns herum nur Sand.
Morgen geht es weiter, und noch mehr in den Sand.
Mittwoch 17. April 96. Leo kann mit seinem Klumpfuss nicht laufen und willl deshalb einige Tage ausruhen. Andi und Gü bringen ihn nach Chenini, wo er versuchen will, zurück nach Ksar Ghilane zu kommen. Und dort auf uns und die Heilung warten.
Derweilen fahren Philippe und ich zum Gouverneur die Bewilligung abholen. Pünktlich um 10 Uhr sind wir da. Man werde sich unserem Anliegen gleich annehmen, meint der Beamte von gestern. Die Papiere seien parat, es fehle bloss noch die Unterschrift - meint er gut eine Stunde später. Wir sollten doch noch einen Moment warten. Dann, um 12.30 Uhr bekommen wir tatsächlich das Papiere ausgehändigt; mehrfach gestempelt und unterschrieben vom Gouverneur.
Am Nachmittag fahren wir nach Remada, um die Papiere von den dortigen Militärbehörden beglaubigen zu lassen. Obwohl die Bewilligung erst morgen gültig ist, stempelt man uns frei. Gegen 17 Uhr fahren wir bei Kambout ins Sperrgebiet hinein. Viel Landschaft. Tafelberge. Wir übernachten oben auf einem Plateau mit toller Fernsicht.
Donnerstag 18. April 96. Die ganze Nacht tobte ein starker und kühler Wind. Gut, ich schlafe ja im Bus, aber die Töffler draussen im Zelt.
Zeitig fahren wir los. Die Piste ist gut. Am Horizont begleiten uns Berge, die Landschaft sieht recht hübsch aus, obwohl alles mit diesen kleinen Büschen bewachsen ist. Mitten auf der Piste erfreut uns ein aufgedunsener Kamelkadaver. Er riecht übel. Dennoch versuchen gewisse Mitreisende, das Kamel platzen zu lassen Es klappt nicht - zum Glück! Wobei - ich hätt es gerne mit dem Didjiridoo versucht zu entlüften, aber das hat der Leo mit sich genommen! Leider ...
Wir kommen weiterhin flott voran. Vor El Borma erreichen wir die ersten richtigen Dünen. Wunderschön hier, wie in Algerien! Dann kommen wir an einen Kontrollposten. Man will unsere „Autorisation“ sehen, denn hier beginnt das Erdölgebiet. Und dafür gibt es extra Kontrollen. Einen Kilometer weiter müssen wir an einem Polizeiposten unsere Pässe deponieren, dafür dürfen wir uns in El Borma frei bewegen. Das Gebiet ist riesig und weit nach Algerien hinein. Überall Pipelines, Fördertürme, Pumpstationen, Stromleitungen und Abfälle. Es ist seltsam hier. Wir verlassen El Borma wieder, etwas enttäuscht und ernüchtert.
Dafür finden wir einen schönen Übernachtungsplatz, versteckt zwischen den Dünen. Ein traumhafter Abend. Rund um uns herum nur Sand.
Morgen geht es weiter, und noch mehr in den Sand.
21. Dezember 2012
Tunesien: kalte Zimmer, warme Liebe
aus meinem Tagebuch: Teil 12
Sonntag 14. April 96. Wie üblich in Ksar Ghilane, hängen wir den ganzen Tag herum. Liegen unter den Palmen im Schatten, baden im warmen Tümpel und lümmeln im Café herum.
Die Sache mit dem „Touareg“ und der ausgeliehenen KTM spitzt sich zu. Die Gendarmerie ist da, denn ihm ist es verboten, mit ausländische Fahrzeuge zu fahren.
Vier Töfffahrer wollen heute Nachmittag zum Tanken gschwind nach Douz fahren. Die direkte Strecke, quer über die Dünen. Und sie wollen gegen Abend zurück sein. Um 22 Uhr kommen zwei zurück. Die beiden anderen sind in Douz geblieben, die Töff geschrottet.
Montag 15. April 96. Es ist stürmisch. Überall Sand. In den Ohren, Augen, Mund. An meinem Mercedes ist vorne ein Federauge ausgeschlagen; klappert schon länger. Ich quetsche ein Stück Gummi in die Lücke. Für den Moment hilft es, wird aber wohl nicht lange halten.
Den restlichen Tag sitzen wir am und im Teich und plaudern. Und warten auf besseres Wetter. Leo tritt sich eine Splitter in den Fuss. Sonst passiert nicht viel.
Dienstag 16. April 96. Es ist kalt und es fallen ein paar Regentropfen. Es ist Zeit zu gehen. Am Leclerc-Denkmal nehmen wir die Piste nach Osten. Dann auf der Pipelinepiste einige Kilometer nach Süden und dann weiter nach Osten auf der Chenini-Piste. Sie ist rauh und löcherig. Manchmal holpere ich im Schrittempo dahin. Auf die Besichtigung des pittoresken Chenini verzichten wir diesmal. Es wimmelt von Tagestouristen, die von den Strandhotels hierhin gekarrt werden.
In Tatouine fahren wir mit Leo erst mal zu einem Arzt. Sein Fuss ist entzündet und tut höllisch weh. Er kann nicht mehr drauf stehen und es sieht nach einer schönen Blutvergiftung aus. Der Arzt verschreibt ordentlich Medikamente, kann aber weiter nichts tun, solange der Fuss so stark geschwollen ist.
Wir hausen im Hotel „Gazelle“. Über dem Eingang hängt ein neues Schild mit dem sinnigen Text: «Saharienne Ksür. Kalte Zimmer, warme Liebe»!
Jetzt wo wir schon mal in Tatouine sind, könnten wir doch versuchen, die Bewilligung für das südliche Sperrgebiet zu bekommen. Dieser Teil von Tunesien ist nämlich nur mit einer behördlichen Bewilligung zugänglich. Wir fahren ins Gouvernement. Das ist etwa sieben Kilometer ausserhalb. Ein schäbiger Betonwürfel mit Zaun rundum, als ob hier jemand etwas klauen würde! Ein Büroknecht gibt uns einen Norm-Antragsbrief, den wir ab- und unterschreiben sollen. Und ein fünfseitiges Formular zum ausfüllen. Wir machen wie befohlen. Und er meint, morgen um 10 Uhr können wir die Bewilligung abholen kommen. Wir sind verblüfft, wie einfach und freundlich das geht.
Morgen geht es weiter, mit einem sehr korpulenten Kamel.
Sonntag 14. April 96. Wie üblich in Ksar Ghilane, hängen wir den ganzen Tag herum. Liegen unter den Palmen im Schatten, baden im warmen Tümpel und lümmeln im Café herum.
Die Sache mit dem „Touareg“ und der ausgeliehenen KTM spitzt sich zu. Die Gendarmerie ist da, denn ihm ist es verboten, mit ausländische Fahrzeuge zu fahren.
Vier Töfffahrer wollen heute Nachmittag zum Tanken gschwind nach Douz fahren. Die direkte Strecke, quer über die Dünen. Und sie wollen gegen Abend zurück sein. Um 22 Uhr kommen zwei zurück. Die beiden anderen sind in Douz geblieben, die Töff geschrottet.
Montag 15. April 96. Es ist stürmisch. Überall Sand. In den Ohren, Augen, Mund. An meinem Mercedes ist vorne ein Federauge ausgeschlagen; klappert schon länger. Ich quetsche ein Stück Gummi in die Lücke. Für den Moment hilft es, wird aber wohl nicht lange halten.
Den restlichen Tag sitzen wir am und im Teich und plaudern. Und warten auf besseres Wetter. Leo tritt sich eine Splitter in den Fuss. Sonst passiert nicht viel.
Dienstag 16. April 96. Es ist kalt und es fallen ein paar Regentropfen. Es ist Zeit zu gehen. Am Leclerc-Denkmal nehmen wir die Piste nach Osten. Dann auf der Pipelinepiste einige Kilometer nach Süden und dann weiter nach Osten auf der Chenini-Piste. Sie ist rauh und löcherig. Manchmal holpere ich im Schrittempo dahin. Auf die Besichtigung des pittoresken Chenini verzichten wir diesmal. Es wimmelt von Tagestouristen, die von den Strandhotels hierhin gekarrt werden.
In Tatouine fahren wir mit Leo erst mal zu einem Arzt. Sein Fuss ist entzündet und tut höllisch weh. Er kann nicht mehr drauf stehen und es sieht nach einer schönen Blutvergiftung aus. Der Arzt verschreibt ordentlich Medikamente, kann aber weiter nichts tun, solange der Fuss so stark geschwollen ist.
Wir hausen im Hotel „Gazelle“. Über dem Eingang hängt ein neues Schild mit dem sinnigen Text: «Saharienne Ksür. Kalte Zimmer, warme Liebe»!
Jetzt wo wir schon mal in Tatouine sind, könnten wir doch versuchen, die Bewilligung für das südliche Sperrgebiet zu bekommen. Dieser Teil von Tunesien ist nämlich nur mit einer behördlichen Bewilligung zugänglich. Wir fahren ins Gouvernement. Das ist etwa sieben Kilometer ausserhalb. Ein schäbiger Betonwürfel mit Zaun rundum, als ob hier jemand etwas klauen würde! Ein Büroknecht gibt uns einen Norm-Antragsbrief, den wir ab- und unterschreiben sollen. Und ein fünfseitiges Formular zum ausfüllen. Wir machen wie befohlen. Und er meint, morgen um 10 Uhr können wir die Bewilligung abholen kommen. Wir sind verblüfft, wie einfach und freundlich das geht.
Morgen geht es weiter, mit einem sehr korpulenten Kamel.
20. Dezember 2012
Tunesien: unter die Dünen tauchen
aus meinem Tagebuch: Teil 11
Freitag 12. April 96. Gegen Mittag brechen wir auf und fahren an den Chott el Jerid. Der Salzsee glitzert weiss, Salz so weit man sieht. Und es ist heiss. Die Luft flimmert. Wir trödeln herum. Die Töfffahrer nutzen die Salzfläche für Kapriolen und fahrerische Rekordversuche. In Douz ist wegen der nachmittäglichen Hitze alles zu.
Wir fahren darum direkt weiter zum Bir el Hadj Brahim, einem Brunnen im Süden. Hier in der Einsamkeit schlagen wir unser Nachtlager auf. Heute gibt es gebratenen Truthahn und Gemüse. Als Dessert Vanille-Creme mit Pfirsichen. Und nachher experimentieren wir mit einem leeren Fass, reichlich Benzin und Streichhölzern. Dabei gehen mir einige Augenbrauen verlustig. Wir würden gerne auch Versuche mit Leos Didgeridoo machen, täte bestimmt schön brennen.
Samstag. 13. April 96. Einige Spuren führen hinüber zum Jebil, einem Hügelzug mitten in den Dünen. Sanddünen und Plateauberge, fast wie in Algerien! Die Hügel sind dicht mit blauen Blumen bewachsen, die riechen ganz intensiv nach Shampoo. Auch Cistanche gedeihen hier.
Von hier sind es etwas mehr als 80 Kilometer hinüber zum Bir Soltane. Andi und Gü nehmen die Abkürzung quer über die Sanddünen und fahren direkt nach Ksar Ghilane. Wir kommen gut voran. Dann versperren uns immer öfter kleine, pluderweiche Dünen unsern Weg. Einmal stürzt Philippe. Man könnte fast meinen, er wolle unter der Düne durchtauchen.
Mitten im Nichts steht ein Mann. Er wolle auch nach Bir Soltane; zufuss! Ich nehme ihn mit. Er riecht streng, sehr streng. Irgendwo im Nichts steigt er wieder aus und marschiert schnurstracks quer in die Landschaft hinaus. Ich muss lüften.
Gegen 17 Uhr kommen wir nach Bir Soltane. Was sich nach einem Dorf anhört, ist in Wirklichkeit bloss eine Hütte mit einem Schilfdach; das legendäre „Café Bir Soltane“. Wir kehren kurz ein und begrüssen unsere alten Bekannten. Dann geht es mit gut 100 km/h über die Schotterpiste hinunter nach Ksar Ghilane; viele Dattelpalmen und ein Teich mit warmem Thermalwasser. Früher ein traumhaft schöner Ort, heutzutage aber von zahlreichen Ausflugstouristen heimgesucht.
Andi und Gü sind schon lange da. Sie sind vom Jebil direkt hier hin gefahren; etwa 50 Kilometer nichts als Sand! Ich treffe einige Reisende, die ich von früher kenne. Peter aus Deutschland hat sich ein paar Rippen gebrochen. Und auch unser tunesischer Freund, der „Touarag“, hat sich die Flosse gebrochen. Er ist mit einer ausgeliehen KTM gestürzt, ganz ungeschickt!
Morgen geht es weiter, ausser der Weltuntergang findet statt; dann erst übermorgen.
Freitag 12. April 96. Gegen Mittag brechen wir auf und fahren an den Chott el Jerid. Der Salzsee glitzert weiss, Salz so weit man sieht. Und es ist heiss. Die Luft flimmert. Wir trödeln herum. Die Töfffahrer nutzen die Salzfläche für Kapriolen und fahrerische Rekordversuche. In Douz ist wegen der nachmittäglichen Hitze alles zu.
Wir fahren darum direkt weiter zum Bir el Hadj Brahim, einem Brunnen im Süden. Hier in der Einsamkeit schlagen wir unser Nachtlager auf. Heute gibt es gebratenen Truthahn und Gemüse. Als Dessert Vanille-Creme mit Pfirsichen. Und nachher experimentieren wir mit einem leeren Fass, reichlich Benzin und Streichhölzern. Dabei gehen mir einige Augenbrauen verlustig. Wir würden gerne auch Versuche mit Leos Didgeridoo machen, täte bestimmt schön brennen.
Samstag. 13. April 96. Einige Spuren führen hinüber zum Jebil, einem Hügelzug mitten in den Dünen. Sanddünen und Plateauberge, fast wie in Algerien! Die Hügel sind dicht mit blauen Blumen bewachsen, die riechen ganz intensiv nach Shampoo. Auch Cistanche gedeihen hier.
Von hier sind es etwas mehr als 80 Kilometer hinüber zum Bir Soltane. Andi und Gü nehmen die Abkürzung quer über die Sanddünen und fahren direkt nach Ksar Ghilane. Wir kommen gut voran. Dann versperren uns immer öfter kleine, pluderweiche Dünen unsern Weg. Einmal stürzt Philippe. Man könnte fast meinen, er wolle unter der Düne durchtauchen.
Mitten im Nichts steht ein Mann. Er wolle auch nach Bir Soltane; zufuss! Ich nehme ihn mit. Er riecht streng, sehr streng. Irgendwo im Nichts steigt er wieder aus und marschiert schnurstracks quer in die Landschaft hinaus. Ich muss lüften.
Gegen 17 Uhr kommen wir nach Bir Soltane. Was sich nach einem Dorf anhört, ist in Wirklichkeit bloss eine Hütte mit einem Schilfdach; das legendäre „Café Bir Soltane“. Wir kehren kurz ein und begrüssen unsere alten Bekannten. Dann geht es mit gut 100 km/h über die Schotterpiste hinunter nach Ksar Ghilane; viele Dattelpalmen und ein Teich mit warmem Thermalwasser. Früher ein traumhaft schöner Ort, heutzutage aber von zahlreichen Ausflugstouristen heimgesucht.
Andi und Gü sind schon lange da. Sie sind vom Jebil direkt hier hin gefahren; etwa 50 Kilometer nichts als Sand! Ich treffe einige Reisende, die ich von früher kenne. Peter aus Deutschland hat sich ein paar Rippen gebrochen. Und auch unser tunesischer Freund, der „Touarag“, hat sich die Flosse gebrochen. Er ist mit einer ausgeliehen KTM gestürzt, ganz ungeschickt!
Morgen geht es weiter, ausser der Weltuntergang findet statt; dann erst übermorgen.
19. Dezember 2012
Tunesien: wir tun Luftschlangen fangen
aus meinem Tagebuch: Teil 10
Mittwoch 10. April 96. In zwei Wochen fährt unser Schiff, also geniessen wir halt die verbleibende Zeit und Tunesien. Wir bummeln erst einmal durch Tozeur. Grosser Einkauf und ausgiebiges im-Café-sitzen. Gegen Mittag fahren wir nach Chebika, besichtigen die Schlucht und das verfallene Dorf. Dann über den Pass zum „grossen“ Wasserfall. Hier ist ein Stelldichein eines Döschwo-Klubs. Bunte und skurrile Fahrzeuge und ebensolche Fahrer.
In Tamerza gehe ich mit Leo Fossilen und Drusen suchen. Wir klopfen Steine und graben Löcher im Geröll, finden aber wenig. Auf dem Rückweg sehe ich eine riesige Heuschrecke mit roten Beinen und gelb-schwarzen Flügeln. Die sonst kahlen Hügel um Tamerza sind jetzt mit dichtem Gras bewachsen. Es scheint geregnet zu haben.
Am Abend treffen wir zwei spinnige Franzosen. Er ist ein netter Typ, sie ein Idiot. Sie schimpft andauernd wie ein Rohrspatz.
Donnerstag 11. April 96. Bereits vor neun Uhr verlassen wir Tamerza. Über Redeyef und Mulares fahren wir gegen Metlaoui. Kurz vor den Bergen nehmen wir die Piste, rechts ins Bergwerk hinein und weiter bis nach Selja Gare. Ab hier spazieren wir den Bahngeleisen entlang in die Schlucht hinein. Senkrechte Felswände und dann der erste Tunnel. Wir gehen beherzt hinein, mitten auf den Geleisen. Stockfinster. Dann über eine Brücke und gleich wieder in einen Tunnel. Mittendrin kommt uns ein Zug entgegen. Wir pressen uns ganz flach an den Fels; so dass der Platz für alle reicht.
Die Schlucht weitet sich etwas und ist grandios. Leo sieht, wie eine Schlange in einem alten Stahlrohr verschindet. Wir halten schnell beide Rohrenden zu. Mit einem Zweig versuchen wir das gefangene Tier heraus zu grübeln, um es genauer anzuschauen. Aber nix - das Rohr ist leer. Vermutlich eine Luftschlange. Dafür sehen ich später einen beachtlich grossen Skorpion - genau zwischen meinen Sandalen. Wäre fast drauf getreten.
Um drei Uhr sind wir zurück bei unseren Fahrzeugen. Wir rollen nach Metlaoui, wir heimsuchen die örtliche Konditorei und ergänzen unseren Zuckerhaushalt mit bunten Cremeschnitten. Zum Übernachten fahren wir ans Südende der Selja-Schlucht. Hier machen wir ein grosses Lagerfeuer und plaudern bis tief in die laue Nacht. Heute keine Mücken.
Morgen geht es weiter, mit Dünentauchen und so.
Mittwoch 10. April 96. In zwei Wochen fährt unser Schiff, also geniessen wir halt die verbleibende Zeit und Tunesien. Wir bummeln erst einmal durch Tozeur. Grosser Einkauf und ausgiebiges im-Café-sitzen. Gegen Mittag fahren wir nach Chebika, besichtigen die Schlucht und das verfallene Dorf. Dann über den Pass zum „grossen“ Wasserfall. Hier ist ein Stelldichein eines Döschwo-Klubs. Bunte und skurrile Fahrzeuge und ebensolche Fahrer.
In Tamerza gehe ich mit Leo Fossilen und Drusen suchen. Wir klopfen Steine und graben Löcher im Geröll, finden aber wenig. Auf dem Rückweg sehe ich eine riesige Heuschrecke mit roten Beinen und gelb-schwarzen Flügeln. Die sonst kahlen Hügel um Tamerza sind jetzt mit dichtem Gras bewachsen. Es scheint geregnet zu haben.
Am Abend treffen wir zwei spinnige Franzosen. Er ist ein netter Typ, sie ein Idiot. Sie schimpft andauernd wie ein Rohrspatz.
Donnerstag 11. April 96. Bereits vor neun Uhr verlassen wir Tamerza. Über Redeyef und Mulares fahren wir gegen Metlaoui. Kurz vor den Bergen nehmen wir die Piste, rechts ins Bergwerk hinein und weiter bis nach Selja Gare. Ab hier spazieren wir den Bahngeleisen entlang in die Schlucht hinein. Senkrechte Felswände und dann der erste Tunnel. Wir gehen beherzt hinein, mitten auf den Geleisen. Stockfinster. Dann über eine Brücke und gleich wieder in einen Tunnel. Mittendrin kommt uns ein Zug entgegen. Wir pressen uns ganz flach an den Fels; so dass der Platz für alle reicht.
Die Schlucht weitet sich etwas und ist grandios. Leo sieht, wie eine Schlange in einem alten Stahlrohr verschindet. Wir halten schnell beide Rohrenden zu. Mit einem Zweig versuchen wir das gefangene Tier heraus zu grübeln, um es genauer anzuschauen. Aber nix - das Rohr ist leer. Vermutlich eine Luftschlange. Dafür sehen ich später einen beachtlich grossen Skorpion - genau zwischen meinen Sandalen. Wäre fast drauf getreten.
Um drei Uhr sind wir zurück bei unseren Fahrzeugen. Wir rollen nach Metlaoui, wir heimsuchen die örtliche Konditorei und ergänzen unseren Zuckerhaushalt mit bunten Cremeschnitten. Zum Übernachten fahren wir ans Südende der Selja-Schlucht. Hier machen wir ein grosses Lagerfeuer und plaudern bis tief in die laue Nacht. Heute keine Mücken.
Morgen geht es weiter, mit Dünentauchen und so.
18. Dezember 2012
Algerien: Geld stinkt nicht - behauptet man
aus meinem Tagebuch: Teil 9
Dienstag 9. April 96. Am Vormittag fahren wir aus Touggourt raus, aber nicht ohne nochmal die obligate Strassensperre zu geniessen. Die Landschaft ist schön, doch das Wetter verschlechtert sich. Kurz vor El Oued fallen sogar Regentropfen. Am Stadtrand wieder eine Strassensperre. Die Töffahrer müssen ihre Helme abnehmen und ihr wahres Gesicht zeigen.
Ich gehe in die „Nationalbank“ um etwas Geld zu wechseln. Üblicherweise ein einfaches Unterfangen. Gleich am Eingang wird mein Pass einbehalten und man schickt mich zum Schalter „1“. Der Beamte verlangt als erstes meinen Pass. Kurzes Geschrei und der Pförtner bringt ihn her. Irgendein Bürolist blättert gelangweilt darin herum. Ich frage ihn, ob es damit ein Problem gäbe. Darauf verlässt er zornig seinen Arbeitsplatz. Ich warte. Ab und zu kommt einer, blättert in meinem Pass oder sieht sich meine Devisendeklaration an. Oder meine 50 Franken, die ich gerne wechseln möchte. Dann kommt der Ober-Beamte. Er blättert in meinem Pass. Bestaunt meine 50-Franken-Note, dann beginnt er umständlich meine Devisendeklaration auszufüllen. Dann bemerkt er, dass er so einen 50-Franken Geldschein noch gesehen hat. Zu zweit suchen sie daraufhin den Katalog mit den Abbildungen ausländischer Währungen. Dabei kippt das Regal. Nun beginnt die Sucherei im gefunden Katalog. Blättern, vergleichen, staunen und weiter blättern. Ein Reka-Check; das könnte es sein – nein, doch nicht! Dann kommt einer mit einem Briefumschlag mit Nachtragsblättern zum Katalog. Aber auch da ist nichts dabei. Immer wieder betrachten sie meine Geldschein. UV- Licht. Irgendwann kapitulieren sie. Vor allem, weil inzwischen schon alle Formulare ausgefüllt sind. Ich bekomme 4‘408 Dinar. Ich betrachte die Dinar-Geldscheine ausgiebig, knittere sie zwischen den Fingern und halte sie gegen das Licht. Meine Prüfung bringt die Bankbeamten dermassen in Rage, dass sie mir die 8 Dinar in winzigkleinen Münzen auszahlen!
Das Geld verfressen wir sogleich in der nächsten Gaststätte, um dann zur Grenze fahren. Nach gut zweieinhalb Stunden haben wir die Formalitäten hinter uns gebracht. Am Abend sind wir zurück in Tunesien. Wir übernachten am Rande der Palmgärten hinter Tozeur. Noch lange sitzen wir im fahlen Licht einer Kerze und besprechen unsere sieben Tage in Algerien. Unsere Tour ist irgendwie anders verlaufen, wie geplant!
Dienstag 9. April 96. Am Vormittag fahren wir aus Touggourt raus, aber nicht ohne nochmal die obligate Strassensperre zu geniessen. Die Landschaft ist schön, doch das Wetter verschlechtert sich. Kurz vor El Oued fallen sogar Regentropfen. Am Stadtrand wieder eine Strassensperre. Die Töffahrer müssen ihre Helme abnehmen und ihr wahres Gesicht zeigen.
Ich gehe in die „Nationalbank“ um etwas Geld zu wechseln. Üblicherweise ein einfaches Unterfangen. Gleich am Eingang wird mein Pass einbehalten und man schickt mich zum Schalter „1“. Der Beamte verlangt als erstes meinen Pass. Kurzes Geschrei und der Pförtner bringt ihn her. Irgendein Bürolist blättert gelangweilt darin herum. Ich frage ihn, ob es damit ein Problem gäbe. Darauf verlässt er zornig seinen Arbeitsplatz. Ich warte. Ab und zu kommt einer, blättert in meinem Pass oder sieht sich meine Devisendeklaration an. Oder meine 50 Franken, die ich gerne wechseln möchte. Dann kommt der Ober-Beamte. Er blättert in meinem Pass. Bestaunt meine 50-Franken-Note, dann beginnt er umständlich meine Devisendeklaration auszufüllen. Dann bemerkt er, dass er so einen 50-Franken Geldschein noch gesehen hat. Zu zweit suchen sie daraufhin den Katalog mit den Abbildungen ausländischer Währungen. Dabei kippt das Regal. Nun beginnt die Sucherei im gefunden Katalog. Blättern, vergleichen, staunen und weiter blättern. Ein Reka-Check; das könnte es sein – nein, doch nicht! Dann kommt einer mit einem Briefumschlag mit Nachtragsblättern zum Katalog. Aber auch da ist nichts dabei. Immer wieder betrachten sie meine Geldschein. UV- Licht. Irgendwann kapitulieren sie. Vor allem, weil inzwischen schon alle Formulare ausgefüllt sind. Ich bekomme 4‘408 Dinar. Ich betrachte die Dinar-Geldscheine ausgiebig, knittere sie zwischen den Fingern und halte sie gegen das Licht. Meine Prüfung bringt die Bankbeamten dermassen in Rage, dass sie mir die 8 Dinar in winzigkleinen Münzen auszahlen!
Das Geld verfressen wir sogleich in der nächsten Gaststätte, um dann zur Grenze fahren. Nach gut zweieinhalb Stunden haben wir die Formalitäten hinter uns gebracht. Am Abend sind wir zurück in Tunesien. Wir übernachten am Rande der Palmgärten hinter Tozeur. Noch lange sitzen wir im fahlen Licht einer Kerze und besprechen unsere sieben Tage in Algerien. Unsere Tour ist irgendwie anders verlaufen, wie geplant!
Morgen geht es weiter, und in die Wüste zum Schlangen fangen.
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17. Dezember 2012
Algerien: weicher Sand und weiche Birnen
aus meinem Tagebuch: Teil 8
Montag 8. April 96. Schon wieder bläst der Wind. Heute ist es kühler und am Himmel hat es Wolken. Wir nodern etwas herum. Jeder werkelt für sich. Leo hockt in den Dünen und plärrt mit seinem Didgeri-Dingsbums. Ich fülle derweilen Benzin um. Dabei passiert ein kleines Hopperla und ich saue mich und den Bus komplett ein.
Wir fahren weiter nach Westen. Keine Piste, nicht einmal Spuren. Dafür wird das Gelände immer weicher und ruppiger. Etwa einen Meter niedrige, dafür aber puderige Sandhügel und unzählige Grasbüschel stehen im Weg. Für die Töffahrer ist das keine grosse Sache. Mit meinen dreieinhalb Tonnen Lebendgewicht ist das aber nicht so einfach. Vor allem nicht schnell. Noch sind es bestimmt 30 Kilometer bis zur Strasse. Also hoppeln wir weiter. Zum Glück treffen wir schon bald auf eine kleine Piste. Die führt genau in die richtige Richtung. Und so brausen wir mit beachtlicher Geschwindigkeit nach Touggourt.
Wir hausen im Hotel „Oasis“, nicht teuer, aber auch nicht gut. Man renoviert gerade. Überall schmieren und salben Maler Farbe an die Wände, und Elektriker nageln Stromleitungen an die Decken. Wird bestimmt ganz hübsch, wenn es dann fertig ist!
Vor dem Eingang werden wir von zwei Polizisten angesprochen. Wir kennen das ja nun schon zu genüge und drum ignorieren wir sie einfach. Irgendwann verleidet es ihnen und sie schleichen davon.
Andi wird von einer etwas überreifen, aber gigrigen Hotelgästin bezirzt. Sie wirft sich richtiggehend in Pose, aber Andi bleibt kühl. Wir motivieren ihn, doch er will nicht - ums verrecken nicht.
Morgen geht es hier weiter, mit und ohne Schlangen.
Montag 8. April 96. Schon wieder bläst der Wind. Heute ist es kühler und am Himmel hat es Wolken. Wir nodern etwas herum. Jeder werkelt für sich. Leo hockt in den Dünen und plärrt mit seinem Didgeri-Dingsbums. Ich fülle derweilen Benzin um. Dabei passiert ein kleines Hopperla und ich saue mich und den Bus komplett ein.
Wir fahren weiter nach Westen. Keine Piste, nicht einmal Spuren. Dafür wird das Gelände immer weicher und ruppiger. Etwa einen Meter niedrige, dafür aber puderige Sandhügel und unzählige Grasbüschel stehen im Weg. Für die Töffahrer ist das keine grosse Sache. Mit meinen dreieinhalb Tonnen Lebendgewicht ist das aber nicht so einfach. Vor allem nicht schnell. Noch sind es bestimmt 30 Kilometer bis zur Strasse. Also hoppeln wir weiter. Zum Glück treffen wir schon bald auf eine kleine Piste. Die führt genau in die richtige Richtung. Und so brausen wir mit beachtlicher Geschwindigkeit nach Touggourt.
Vor dem Eingang werden wir von zwei Polizisten angesprochen. Wir kennen das ja nun schon zu genüge und drum ignorieren wir sie einfach. Irgendwann verleidet es ihnen und sie schleichen davon.
Andi wird von einer etwas überreifen, aber gigrigen Hotelgästin bezirzt. Sie wirft sich richtiggehend in Pose, aber Andi bleibt kühl. Wir motivieren ihn, doch er will nicht - ums verrecken nicht.
Morgen geht es hier weiter, mit und ohne Schlangen.
16. Dezember 2012
Algerien: der Osterhase trägt Socken
aus meinem Tagebuch: Teil 7
Ostern, 7. April 96. Wir geniessen ein umfangreiches Frühstück, diesmal ohne Wind. Um uns herum wunderschöne Dünenlandschaften. Wir fahren weiter. El Alia ist wie ausgestorben, bloss ein paar Lümmel rennen uns hinterher, sonst scheint niemand da zu sein. Etwas westlich vom Dorf gibt es einen kleinen See mitten im Nichts. Und da fahren wir jetzt hin, ein Bad tut uns bestimmt gut. Das Wasser erweist sich aber als arg frostig, wir baden trotzdem.
Mit zwei Socken auf meinem Kopf und einer Visitenkarte unter der Oberlippe schauspielere ich ein Oster-Rätsel. Gefragt ist ein „saisonales Tier“?
Gemeinsam mit dem Rätsel-Gewinner futtern wir nachher einige Tüte farbiger Zucker-Eier. Nach unserem Badeplausch fahren wir noch ein Stück weiter nordwärts bis Chegguet. Gleich bei der Moschee nach rechts und dann genau gegen Westen, quer über die Dünen. Genau sowas gefällt uns.
Morgen geht es weiter, vollständig bekleidet.
Ostern, 7. April 96. Wir geniessen ein umfangreiches Frühstück, diesmal ohne Wind. Um uns herum wunderschöne Dünenlandschaften. Wir fahren weiter. El Alia ist wie ausgestorben, bloss ein paar Lümmel rennen uns hinterher, sonst scheint niemand da zu sein. Etwas westlich vom Dorf gibt es einen kleinen See mitten im Nichts. Und da fahren wir jetzt hin, ein Bad tut uns bestimmt gut. Das Wasser erweist sich aber als arg frostig, wir baden trotzdem.
Mit zwei Socken auf meinem Kopf und einer Visitenkarte unter der Oberlippe schauspielere ich ein Oster-Rätsel. Gefragt ist ein „saisonales Tier“?
Gemeinsam mit dem Rätsel-Gewinner futtern wir nachher einige Tüte farbiger Zucker-Eier. Nach unserem Badeplausch fahren wir noch ein Stück weiter nordwärts bis Chegguet. Gleich bei der Moschee nach rechts und dann genau gegen Westen, quer über die Dünen. Genau sowas gefällt uns.
Morgen geht es weiter, vollständig bekleidet.
15. Dezember 2012
Algerien: die Sahara hat geschlossen
aus meinem Tagebuch: Teil 6
Ostern 6. April 96. Diese Nacht blies der Wind durchgehen. Wir sind ganz eingetrocknet, wie Dörrzwetschgen. Ich lasse meinen Drachen steigen. Die Schnüre sirren im kräftigen Wind. Leo pfurrt mit seinem Didgeridoo. Die Töfffahrer fahren irgendwo in den Dünen Töff .
Wir fahren immer am westlichen Rand der Sanddünen entlang. Ab und zu fahren wir ins Dünenfeld hinein, scheitern aber meist nach einem halben Kilometer wegen des weichen Sandes. Die Dünen drücken unseren Kurs zunehmend nach Westen. Wir sollten aber nach Nordosten; das hat uns auch der Pistolenpolizist geraten.
Am Nachmittag sehen wir am Horizont ein Dorf; El Bour. Wir fahren hin. Ab hier gibt es eine Teerstrasse zurück nach Ouargla. Also fahren wir einkaufen. Gestern konnten wir nicht; am Freitag ist hier Sonntag! Wir setzen uns ins selbe Cafe wie gestern. Diesmal ungestört von der Polizei.
Wir schlendern über den Markt und kaufen Proviant ein. Eier, Gemüse, Brot und Milch. Man weiss ja nie, vielleicht fahren wir ja doch noch in das Hoggar!
Wir werden von einem Algerier angesprochen. Er arbeitet im Tourismus und schildert uns die aktuelle Situation in Algerien. Im Süden gebe es Probleme mit Mali. Das gesamte Gebiet sei seit etwa drei Wochen für Touristen gesperrt. Die Situation sei momentan ruhig, aber die Sperrung könne noch einige Monate anhalten. Für uns wohl das endgültig Aus für eine Tour dahin!
Zum Übernachten fahren wir wieder nach Norden. Wunderschöne Sicheldünen und dazwischen einige Dattelpalmen. Leo blökt mit seinem Didgeridoo. Es würde niemand wundern, wenn sich das Ding eines Nachts auf rätselhafte Weise verschwinden täte.
Morgen geht es weiter, und an den Badestrand
Ostern 6. April 96. Diese Nacht blies der Wind durchgehen. Wir sind ganz eingetrocknet, wie Dörrzwetschgen. Ich lasse meinen Drachen steigen. Die Schnüre sirren im kräftigen Wind. Leo pfurrt mit seinem Didgeridoo. Die Töfffahrer fahren irgendwo in den Dünen Töff .
Wir fahren immer am westlichen Rand der Sanddünen entlang. Ab und zu fahren wir ins Dünenfeld hinein, scheitern aber meist nach einem halben Kilometer wegen des weichen Sandes. Die Dünen drücken unseren Kurs zunehmend nach Westen. Wir sollten aber nach Nordosten; das hat uns auch der Pistolenpolizist geraten.
Am Nachmittag sehen wir am Horizont ein Dorf; El Bour. Wir fahren hin. Ab hier gibt es eine Teerstrasse zurück nach Ouargla. Also fahren wir einkaufen. Gestern konnten wir nicht; am Freitag ist hier Sonntag! Wir setzen uns ins selbe Cafe wie gestern. Diesmal ungestört von der Polizei.
Wir schlendern über den Markt und kaufen Proviant ein. Eier, Gemüse, Brot und Milch. Man weiss ja nie, vielleicht fahren wir ja doch noch in das Hoggar!
Wir werden von einem Algerier angesprochen. Er arbeitet im Tourismus und schildert uns die aktuelle Situation in Algerien. Im Süden gebe es Probleme mit Mali. Das gesamte Gebiet sei seit etwa drei Wochen für Touristen gesperrt. Die Situation sei momentan ruhig, aber die Sperrung könne noch einige Monate anhalten. Für uns wohl das endgültig Aus für eine Tour dahin!
Zum Übernachten fahren wir wieder nach Norden. Wunderschöne Sicheldünen und dazwischen einige Dattelpalmen. Leo blökt mit seinem Didgeridoo. Es würde niemand wundern, wenn sich das Ding eines Nachts auf rätselhafte Weise verschwinden täte.
Morgen geht es weiter, und an den Badestrand
14. Dezember 2012
Algerien: die Speckmütze sagt nein!
aus meinem Tagebuch: Teil 5
Donnerstag 4. April 96. Mit der Sonne kommt auch wieder der Wind. Wir essen panierte Butterbrote.
Nach etwa sechzig Kilometer erreichen wir Djamaa. Da wir nun unabhängig sein wollen, tanken wir mal voll. Mehr als zweihundert Liter Benzin und etwas Wasser. Kurz vor der nächsten Strassensperre zweigen wir auf eine kleine Nebenstrasse ab. Noch einmal „davon gekommen“. Irgendwo überqueren wir eine Öl-Pipeline und machen Mittagsrast. Wir überlegen, ob wir der Pipeline nach Süden folgen sollten, und so Touggourt zu umfahren; oder gerade aus weiter? Wir beschliessen dann aber, geradeaus nach M’Rara und weiter zu fahren.
Mitten in M’Rara ist die Strasse zu Ende. Schäbige Häuser um einen staubiger Platz. Wir fragen nach dem Weg. Da kommt ein silbriger Peugeot angebraust und ein Mann mit ernster Mine und einer Pistole entsteigt der Karre. Und nimmt uns unsere Pässe ab. Bald darauf stehen wir vor der Polizeistation! Umringt von einem Dutzend Polizisten mit ebenso vielen Gewehren. Wie im Wildwest-Film. Die Obrigkeit berät nun, was mit uns geschehen soll? Möglichst ohne unnötige Umtriebe für sie. Sie beschliessen, uns in Djamma einer anderen Behörde weiterzureichen. Also rasen wir im Konvoi dahin.
Schon bald sitzen wir vor einem Kasernentor. Hinein dürfen wir nicht, was uns eigentlich ganz recht ist. Ich schaue durch eine Ritze in den Kasernehof. Da steht ein Häftling auf einem Bein und stemmt einen Stuhl in die Höhe, während ihn ein paar Beamte verhören.
Irgendwann kommt ein Uniformträger heraus zu uns und will die Namen unserer Eltern wissen. Dann verschwindet er wieder in der Kaserne. Der Häftling stemmt immer noch den Stuhl. Kurz vor 16 Uhr steht der Uniformierte plötzlich wieder da - und erklärt uns, dass wir nicht nach Ghardaia fahren dürften. Sonst aber überall hin; und dann wünscht er uns eine Gute Fahrt.
Ja - dann wollen wir mal los! Wir fahren nach Touggourt und wundern uns, dass jetzt plötzlich geht, was am Vormittag noch unmöglich schien. Wir wollen bei den Seen von Merjadja übernachten. Doch die Seen gibt es nicht mehr, hier sind jetzt Gemüsegärten. So fahren wir hinaus in die Wüste und übernachten etwa 20 Kilometer südlich von Touggourt.
Freitag 5. April 96. Gegen Mittag kommen wir nach Ouargla. Jetzt sind wir immerhin schon mehr als 300 Kilometer von der Grenze weg. Die Soldaten an der ortstypischen Strassensperre winken. Wir auch - und fahren durch. Im Stadtzentrum setzen wir setzen uns in ein Café. Herrlich. Wenige Kilometer hinter Ouargla beginnt nun eine schöne Piste, die uns weit nach Süden bringt. Mehr als 1'000 Kilometer, bis ins Hoggar. Nur Wüste, keine Siedlungen, keine Strassen, keine Strassenkontrollen.
Nach wenigen Minuten kommt ein Polizist mit strammem Schritt und einer speckigen Mütze – und nimmt uns unsere Pässe ab! Schon wieder. Uns so sitzen wir kurz darauf in einem armseligen Büro im Polizeipräsidium von Ouargla. Die übliche Fragerei nach dem wohin und woher? Man überlegt, telefoniert, klärt ab. Dann kommt man zum Schluss, dass wir nun nach Tunesien zurück reisen tuen. Man mache sich Sorgen um unsere Sicherheit - wobei! Algerien natüüürlich ein sehr sicheres Land sei, aber unsere Sicherheit sei ihnen doch das wichtigste. Und so weiter und so fort.
Als wir wieder draussen auf der Strasse sind, kommt uns ein Polizist nachgerannt. Er sagt uns mit klaren und einprägsamen Worten: «Wenn ihr auch nur einen Meter Richtung Ghardaia fährt, verstösst ihr gegen algerischer Recht. Au Revoir». Gleichzeitig fingert er an seiner Dienstpistole herum.
Na gut, fahren wir halt wieder nachhause. Einige Kilometer ausserhalb der Stadt fahren wir erst einmal in die Dünen und übernachten. Leo wickelt sein Didgeridoo aus ...
Donnerstag 4. April 96. Mit der Sonne kommt auch wieder der Wind. Wir essen panierte Butterbrote.
Nach etwa sechzig Kilometer erreichen wir Djamaa. Da wir nun unabhängig sein wollen, tanken wir mal voll. Mehr als zweihundert Liter Benzin und etwas Wasser. Kurz vor der nächsten Strassensperre zweigen wir auf eine kleine Nebenstrasse ab. Noch einmal „davon gekommen“. Irgendwo überqueren wir eine Öl-Pipeline und machen Mittagsrast. Wir überlegen, ob wir der Pipeline nach Süden folgen sollten, und so Touggourt zu umfahren; oder gerade aus weiter? Wir beschliessen dann aber, geradeaus nach M’Rara und weiter zu fahren.
Mitten in M’Rara ist die Strasse zu Ende. Schäbige Häuser um einen staubiger Platz. Wir fragen nach dem Weg. Da kommt ein silbriger Peugeot angebraust und ein Mann mit ernster Mine und einer Pistole entsteigt der Karre. Und nimmt uns unsere Pässe ab. Bald darauf stehen wir vor der Polizeistation! Umringt von einem Dutzend Polizisten mit ebenso vielen Gewehren. Wie im Wildwest-Film. Die Obrigkeit berät nun, was mit uns geschehen soll? Möglichst ohne unnötige Umtriebe für sie. Sie beschliessen, uns in Djamma einer anderen Behörde weiterzureichen. Also rasen wir im Konvoi dahin.
Schon bald sitzen wir vor einem Kasernentor. Hinein dürfen wir nicht, was uns eigentlich ganz recht ist. Ich schaue durch eine Ritze in den Kasernehof. Da steht ein Häftling auf einem Bein und stemmt einen Stuhl in die Höhe, während ihn ein paar Beamte verhören.
Irgendwann kommt ein Uniformträger heraus zu uns und will die Namen unserer Eltern wissen. Dann verschwindet er wieder in der Kaserne. Der Häftling stemmt immer noch den Stuhl. Kurz vor 16 Uhr steht der Uniformierte plötzlich wieder da - und erklärt uns, dass wir nicht nach Ghardaia fahren dürften. Sonst aber überall hin; und dann wünscht er uns eine Gute Fahrt.
Ja - dann wollen wir mal los! Wir fahren nach Touggourt und wundern uns, dass jetzt plötzlich geht, was am Vormittag noch unmöglich schien. Wir wollen bei den Seen von Merjadja übernachten. Doch die Seen gibt es nicht mehr, hier sind jetzt Gemüsegärten. So fahren wir hinaus in die Wüste und übernachten etwa 20 Kilometer südlich von Touggourt.
Nach wenigen Minuten kommt ein Polizist mit strammem Schritt und einer speckigen Mütze – und nimmt uns unsere Pässe ab! Schon wieder. Uns so sitzen wir kurz darauf in einem armseligen Büro im Polizeipräsidium von Ouargla. Die übliche Fragerei nach dem wohin und woher? Man überlegt, telefoniert, klärt ab. Dann kommt man zum Schluss, dass wir nun nach Tunesien zurück reisen tuen. Man mache sich Sorgen um unsere Sicherheit - wobei! Algerien natüüürlich ein sehr sicheres Land sei, aber unsere Sicherheit sei ihnen doch das wichtigste. Und so weiter und so fort.
Als wir wieder draussen auf der Strasse sind, kommt uns ein Polizist nachgerannt. Er sagt uns mit klaren und einprägsamen Worten: «Wenn ihr auch nur einen Meter Richtung Ghardaia fährt, verstösst ihr gegen algerischer Recht. Au Revoir». Gleichzeitig fingert er an seiner Dienstpistole herum.
Na gut, fahren wir halt wieder nachhause. Einige Kilometer ausserhalb der Stadt fahren wir erst einmal in die Dünen und übernachten. Leo wickelt sein Didgeridoo aus ...
13. Dezember 2012
Algerien: Süsskram und ein schwarzer Mond
aus meinem Tagebuch: Teil 4
Mittwoch 3. April 96. Am Vormittag besuchen wir den Markt. Zahllose Händler bieten Unmengen von Waren an. Billigst Batterien aus China, emaillierte Blechtöpfe und in Einzelteile zerlegte Kamele. Schon alleine die verschiedenen Gerüche waren einen Besuch wert. Während wir in einem Strassencafe Cremeschnitten futtern, bemerken wir, dass uns die Polizei beobachtet. Nicht gut, ich glaube, es wird für uns Zeit, El Oued zu verlassen!
Wir wollen nach In Salah in Zentral-Algerien. Auf der direkten Hauptstrasse geht das nicht; da soll es überall Strassensperren geben. Direkt nach Süden geht’s auch nicht, da sind die schier endlos Sanddünen des Grand Erg Oriental. Wir könnten aber versuchen die Städte nördlich zu umfahren. Das wäre unüblich und eine von Touristen kaum heimgesuchte Region. Ich kenne da auch einige Schleichweg bis in die Gegend von Ghardaia. Und ab da gibt es dann genügend abgelegene Pisten in den Süden.
Am Mittag, als alle im Schatten dösen, fahren wir kurzerhand los. Nach Norden aus der Stadt hinaus. Vor einer grossen Kaserne am Stadtrand stehen lange Kolonnen Militärfahrzeuge und die Soldaten sind grad aum Aufsitzen. Kein gutes Zeichen.
Etwa 30 Kilometer nördlich von Guemar biegen wir nach Westen ab. Die Strasse ist sogar geteert und quert den Nordrand vom Souf. Wir übernachten in einem Dünenfeld, einen Kilometer weg von der Strasse. Der Wind bläst uns den Sand ins Gesicht, aber wir sind froh, draussen zu sein.
Kurz vor Mitternacht bekommt der Vollmond einen Schatten. Die versprochene Mondfinsternis beginnt. Wir haben uns liegestuhlförmige Gruben gegraben und liegen nun drinnen und schauen dem Mond zu. Um Mitternacht ist der Mond komplett dunkel. Leo „spielt“ mit seinem Didgeridoo. Hört sich irgendwie nach Hirsch und Brunft an.
Philippe meint, der Mond sei ein abgesprengtes Stück der Erde. Ich vermute, ein Stück Algerien; da die hier ja alle eine Ecke ab haben.
Ob wir morgen weiter in den Süden kommen? Hoffen wir mal, und machen wir das Beste aus der misslichen Situation. Aber erst einmal wollen wir die Wüste geniessen.
Morgen geht es hier weiter, und um nackte Kerle.
Mittwoch 3. April 96. Am Vormittag besuchen wir den Markt. Zahllose Händler bieten Unmengen von Waren an. Billigst Batterien aus China, emaillierte Blechtöpfe und in Einzelteile zerlegte Kamele. Schon alleine die verschiedenen Gerüche waren einen Besuch wert. Während wir in einem Strassencafe Cremeschnitten futtern, bemerken wir, dass uns die Polizei beobachtet. Nicht gut, ich glaube, es wird für uns Zeit, El Oued zu verlassen!
Am Mittag, als alle im Schatten dösen, fahren wir kurzerhand los. Nach Norden aus der Stadt hinaus. Vor einer grossen Kaserne am Stadtrand stehen lange Kolonnen Militärfahrzeuge und die Soldaten sind grad aum Aufsitzen. Kein gutes Zeichen.
Etwa 30 Kilometer nördlich von Guemar biegen wir nach Westen ab. Die Strasse ist sogar geteert und quert den Nordrand vom Souf. Wir übernachten in einem Dünenfeld, einen Kilometer weg von der Strasse. Der Wind bläst uns den Sand ins Gesicht, aber wir sind froh, draussen zu sein.
Kurz vor Mitternacht bekommt der Vollmond einen Schatten. Die versprochene Mondfinsternis beginnt. Wir haben uns liegestuhlförmige Gruben gegraben und liegen nun drinnen und schauen dem Mond zu. Um Mitternacht ist der Mond komplett dunkel. Leo „spielt“ mit seinem Didgeridoo. Hört sich irgendwie nach Hirsch und Brunft an.
Philippe meint, der Mond sei ein abgesprengtes Stück der Erde. Ich vermute, ein Stück Algerien; da die hier ja alle eine Ecke ab haben.
Ob wir morgen weiter in den Süden kommen? Hoffen wir mal, und machen wir das Beste aus der misslichen Situation. Aber erst einmal wollen wir die Wüste geniessen.
Morgen geht es hier weiter, und um nackte Kerle.
12. Dezember 2012
Algerien: wenn die Wüste grenzenlos wäre
aus meinem Tagebuch: Teil 3
Dienstag 2. April 96. Gegen halb neun fahren zur Grenze, ist ja nicht weit. Früher hinzufahren lohnt sich meist nicht, da die Grenzer dann noch schlafen. Ich habe gemischte Gefühle; so zwischen Erinnerungen an die "guten alten Zeiten" und Neugier auf das "neue Algerien". Hazoua, der tunesische Grenzort hier im Süden, ist in den letzten Jahren mächtig gewachsen. Hässliche Neubauten, wohin man blickt. Die Grenzabfertigung geht zügig und freundlich, sonst ist aber alles beim Alten geblieben. Die Grenzer interessieren sich sehr für Leos Didgeridoo im Bademantel; lassen ihn aber doch passieren.
Nach ein paar Kilometern Niemandsland kommen wir zum algerischen Grenzposten Taleb Larbi. Auch hier; ausser einem neuen Dach, sehe ich keine Veränderungen. Freundlich und hilfsbereit werden wir abgefertigt. Polizei – Zoll – Devisendeklaration - Pflichtumtausch – Versicherung, wie früher. Der Bankier kann nicht rechnen, der Versicherungsagent ist fast blind und wird von einem Schwarzhändler begleitet. Nach etwa drei Stunden sind wir abgefertigt und dürfen los. Grüezi Algerien!
Der Sandwind ist inzwischen noch etwas kräftiger geworden. Wir sind gespannt, was uns erwartet. Vorerst erwartet uns Wind, Sand und steinewerfende Kinder. Philippe muss alle paar Kilometer seinen Töff auf die Seite legen, damit etwas vom restlichen Benzin in den Vergaser läuft! Alle Tankstellen haben zwar Benzin; aber heute Stromausfall, und so laufen ihre Pumpen nicht. Benzinreserven haben wir natürlich keinen mit, denn Benzin kostet hier ja bloss halb soviel wie in Tunesien.
Kurz vor El Oued werden wir an einer Strassenkontrolle ein weiteres Mal angehalten. Ein netter Uniformierter nimmt uns gleich die Pässe ab, nuschelt etwas ins Funkgerät - und bittet uns, doch einen Moment zu warten. Tun wir doch gerne ...
Nach wenigen Minuten braust ein silbriger Peugeot daher. Ihm entsteigen einige grimmige Herren mit Maschinenpistolen und bitten uns freundlich, ihnen doch zu folgen. Wir besuchen gemeinsam das örtlichen Polizeipräsidium. In einem schäbigen Büro im zweiten Stock offenbart uns der Chef der „Strassenräuber“, dass die Weiterfahrt verboten sei. Wir jammern ein wenig. Er bietet uns drum ein Begleitfahrzeug nach Illizi (Südostalgerien) an. Wir wollen aber weder ein Begleitfahrzeug, noch nach Illizi. Also lehnen wir dankend das grosszügige Angebot ab. Daraufhin legt man uns nahe, nachhause zu fahren!
Doch dann bekommen wir überraschend unsere Pässe zurück. Und den dringenden Wunsch, uns vorläufig im „Hotel du Souf“ einzuquartieren. Ein schönes Hotel zum Entspannen - gewiss, aber wir wollen uns nicht entspannen. Wir wollen in die Wüste!
El Oued ist uns vertraut. Im Stadtzentrum essen wir erst einmal ein Grillhähnchen und trinken farbige Limonaden. Zurück im Hotel werden wir von einen bekannten Gesicht empfangen. Unser Polizist bringt drei weitere Schweizer vorbei. Auch sie sind in der Strassenkontrolle hängen blieben. Sie kamen bis nach Hassi Messoud hinunter, und wurden dann zurückgeschickt. Sie berichten von zahlreichen Strassensperren und Kontrollen unterwegs. Unser Plan einfach abzuschleichen, scheint zu platzen. Mal schauen ...
Bis Mitternacht sitzen wir zusammen im Hotelgarten. Über uns der Mond, in uns reichlich zuckersüsse Limo.
Morgen geht es weiter, und um gar keinen Mond.
Dienstag 2. April 96. Gegen halb neun fahren zur Grenze, ist ja nicht weit. Früher hinzufahren lohnt sich meist nicht, da die Grenzer dann noch schlafen. Ich habe gemischte Gefühle; so zwischen Erinnerungen an die "guten alten Zeiten" und Neugier auf das "neue Algerien". Hazoua, der tunesische Grenzort hier im Süden, ist in den letzten Jahren mächtig gewachsen. Hässliche Neubauten, wohin man blickt. Die Grenzabfertigung geht zügig und freundlich, sonst ist aber alles beim Alten geblieben. Die Grenzer interessieren sich sehr für Leos Didgeridoo im Bademantel; lassen ihn aber doch passieren.
Nach ein paar Kilometern Niemandsland kommen wir zum algerischen Grenzposten Taleb Larbi. Auch hier; ausser einem neuen Dach, sehe ich keine Veränderungen. Freundlich und hilfsbereit werden wir abgefertigt. Polizei – Zoll – Devisendeklaration - Pflichtumtausch – Versicherung, wie früher. Der Bankier kann nicht rechnen, der Versicherungsagent ist fast blind und wird von einem Schwarzhändler begleitet. Nach etwa drei Stunden sind wir abgefertigt und dürfen los. Grüezi Algerien!
Der Sandwind ist inzwischen noch etwas kräftiger geworden. Wir sind gespannt, was uns erwartet. Vorerst erwartet uns Wind, Sand und steinewerfende Kinder. Philippe muss alle paar Kilometer seinen Töff auf die Seite legen, damit etwas vom restlichen Benzin in den Vergaser läuft! Alle Tankstellen haben zwar Benzin; aber heute Stromausfall, und so laufen ihre Pumpen nicht. Benzinreserven haben wir natürlich keinen mit, denn Benzin kostet hier ja bloss halb soviel wie in Tunesien.
Kurz vor El Oued werden wir an einer Strassenkontrolle ein weiteres Mal angehalten. Ein netter Uniformierter nimmt uns gleich die Pässe ab, nuschelt etwas ins Funkgerät - und bittet uns, doch einen Moment zu warten. Tun wir doch gerne ...
Nach wenigen Minuten braust ein silbriger Peugeot daher. Ihm entsteigen einige grimmige Herren mit Maschinenpistolen und bitten uns freundlich, ihnen doch zu folgen. Wir besuchen gemeinsam das örtlichen Polizeipräsidium. In einem schäbigen Büro im zweiten Stock offenbart uns der Chef der „Strassenräuber“, dass die Weiterfahrt verboten sei. Wir jammern ein wenig. Er bietet uns drum ein Begleitfahrzeug nach Illizi (Südostalgerien) an. Wir wollen aber weder ein Begleitfahrzeug, noch nach Illizi. Also lehnen wir dankend das grosszügige Angebot ab. Daraufhin legt man uns nahe, nachhause zu fahren!
Doch dann bekommen wir überraschend unsere Pässe zurück. Und den dringenden Wunsch, uns vorläufig im „Hotel du Souf“ einzuquartieren. Ein schönes Hotel zum Entspannen - gewiss, aber wir wollen uns nicht entspannen. Wir wollen in die Wüste!
El Oued ist uns vertraut. Im Stadtzentrum essen wir erst einmal ein Grillhähnchen und trinken farbige Limonaden. Zurück im Hotel werden wir von einen bekannten Gesicht empfangen. Unser Polizist bringt drei weitere Schweizer vorbei. Auch sie sind in der Strassenkontrolle hängen blieben. Sie kamen bis nach Hassi Messoud hinunter, und wurden dann zurückgeschickt. Sie berichten von zahlreichen Strassensperren und Kontrollen unterwegs. Unser Plan einfach abzuschleichen, scheint zu platzen. Mal schauen ...
Bis Mitternacht sitzen wir zusammen im Hotelgarten. Über uns der Mond, in uns reichlich zuckersüsse Limo.
Morgen geht es weiter, und um gar keinen Mond.
11. Dezember 2012
Tunesien: Versteinerungen, Couscous und Nutella
aus meinem Tagebuch: Teil 2
Montag 1. April 96. Gegen 6 Uhr erwache ich. Draussen höre ich Gerede. Ich steige aus meinem Bus-Bett und gehe nachschauen. Das verlassene Haus ist gar nicht verlassen! Die Bewohner sind schon auf den Beinen und bestaunen die zahlreichen Besucher auf ihrer Veranda. Mit einer herzlichen Entschuldigung und zwei Dosen Bier regeln wir die Übernachtungskosten.
Den ganzen Tag rollen wir südwärts, wir wollen heute bis Nefta. Unterwegs verlieren wir den Kontakt zu unsern Töffs. Kein Problem. In Gafsa warten wir in einem Strassencafé, doch sie kommen nicht. So fahren wir weiter. In der Nähe von Metlaoui gehen Leo und ich Leo Fossilien suchen. Doch wir finden nichts Gescheites, bloss versteinerte Muscheln. Wenn die Töffs noch hinter uns wären, müssten sie uns jetzt längst eingeholt haben, doch sie sind nirgends zu sehen. Leo spielt noch etwas Didgeridoo, drum will ich losfahren. Also fahren wir bis nach Tozeur und hängen dort in einem Strassencafé herum. Und warten. Nichts. Wir futtern präventiv etwas Kuchen.
Um fünf Uhr kommen wir an unserem Übernachtungsort, im „Marhala“ in Nefta, an. Auch hier; keine Töfffahrer. Hätten wir in Gafsa doch noch länger warten sollen? Dann schellt das Telefon. Ist für mich, Andi ist dran: Sie sind noch in Gafsa - und warten auf uns! 120 Kilometer hinter uns.
Eine gute Stunde später sind sie da. Gemeinsam gehen wir bei meinem Freund im „Specialite Couscous“ Nachtessen. Nett, aber nicht wirklich gut. Wie immer.
Das Hotel „Marhala“ ist ein älteres Hotel aus den hier typischen Backsteinen. Alles, selbst die Betten sind gemauert. Früher stand es ganz allein ausserhalb von Nefta. Jedes Jahr rücken aber die Neubauten näher, die ersten sind schon fast da.
Ich bringe für die Kinder des Inhabers immer Schoggi und Nutella mit, auch dieses mal. Ich habe seine Kinder aber noch nie gesehen; könnte ja sein, dass er gar keine hat und das Zeug selber isst.
Montag 1. April 96. Gegen 6 Uhr erwache ich. Draussen höre ich Gerede. Ich steige aus meinem Bus-Bett und gehe nachschauen. Das verlassene Haus ist gar nicht verlassen! Die Bewohner sind schon auf den Beinen und bestaunen die zahlreichen Besucher auf ihrer Veranda. Mit einer herzlichen Entschuldigung und zwei Dosen Bier regeln wir die Übernachtungskosten.
Den ganzen Tag rollen wir südwärts, wir wollen heute bis Nefta. Unterwegs verlieren wir den Kontakt zu unsern Töffs. Kein Problem. In Gafsa warten wir in einem Strassencafé, doch sie kommen nicht. So fahren wir weiter. In der Nähe von Metlaoui gehen Leo und ich Leo Fossilien suchen. Doch wir finden nichts Gescheites, bloss versteinerte Muscheln. Wenn die Töffs noch hinter uns wären, müssten sie uns jetzt längst eingeholt haben, doch sie sind nirgends zu sehen. Leo spielt noch etwas Didgeridoo, drum will ich losfahren. Also fahren wir bis nach Tozeur und hängen dort in einem Strassencafé herum. Und warten. Nichts. Wir futtern präventiv etwas Kuchen.
Um fünf Uhr kommen wir an unserem Übernachtungsort, im „Marhala“ in Nefta, an. Auch hier; keine Töfffahrer. Hätten wir in Gafsa doch noch länger warten sollen? Dann schellt das Telefon. Ist für mich, Andi ist dran: Sie sind noch in Gafsa - und warten auf uns! 120 Kilometer hinter uns.
Eine gute Stunde später sind sie da. Gemeinsam gehen wir bei meinem Freund im „Specialite Couscous“ Nachtessen. Nett, aber nicht wirklich gut. Wie immer.
Das Hotel „Marhala“ ist ein älteres Hotel aus den hier typischen Backsteinen. Alles, selbst die Betten sind gemauert. Früher stand es ganz allein ausserhalb von Nefta. Jedes Jahr rücken aber die Neubauten näher, die ersten sind schon fast da.
Ich bringe für die Kinder des Inhabers immer Schoggi und Nutella mit, auch dieses mal. Ich habe seine Kinder aber noch nie gesehen; könnte ja sein, dass er gar keine hat und das Zeug selber isst.
10. Dezember 2012
Tunesien: vom Versuch in die Sahara zu fahren
Früher reiste ich jedes Jahr mehrmals in die algerische Sahara. Bis dort Anfang 90-er Jahre Unruhen begannen. 1996 erschien sich die Lage wieder etwas beruhigt zu habe. Warum also nicht mal wieder hinfahren und nachsehen?
Wir, das waren drei Töffahrer: Gü (Honda Dominator), Andi und Philippe (Kawa KLX 650). Dazu der Leo bei mir im Begleitfahrzeug (MB310 4x4). Wir waren alles alte Freunde und erfahrene Weltreisende. Damals habe ich leider fast keine Fotos gemacht und die paar wenigen habe ich glaub verloren. Es war damals halt einfach eine von vielen Saharatouren ...
aus meinem Tagebuch: Teil 1
Samstag 30. März 96. Früh am Morgen fahre ich von zuhause los. Unterwegs steigt Leo zu. Er hat ein Didgeridoo dabei. Das Ding ist bestimmt anderthalb Meter lang und in einen Frotte-Bademantel eingerollt.
Auf der Gotthard-Raststätte treffen wir die drei Töffler - Andi, Gü und Philippe. Und weiter. Frühstück in Bellinzona. Kaum in Italien, streikt Gü’s Töff. Ein Deckeli am Motor ist weg. Wir laden beide zu uns in den Bus und fahren weiter.
Gegen Mittag sind wir im Hafen von Genua. Andi und Philippe fahren noch gschwind in die Stadt, um einen Deckel für Gü’s Dominator zu besorgen; ist hier vermutlich einfacher als in Tunesien. Ich mache den Papierkram für alle und dann warten wir aufs Schiff. Ein kurzes Gerangel und wir sind auf der Fähre. Und ganz vorne, was bei der Ankunft guuut ist Pünktlich um 17 Uhr verlässt die „Dame M“ mit uns an Bord den Hafen. Das Schiff fährt als Ersatz für die "Habib" und ist etwa gleich - öööhm - nett.
Sonntag 31. März 96. Den ganzen Tag hocken wir auf dem Schiff! 24 laaangeweilige Stunden.
Als wir La Goulette, den Hafen von Tunis, verlassen, ist es bereits finster. Wir fahren gleich auf die Autobahn und gegen Süden. Etliche Schilder weisen auf die neuen Zahlstellen hin, doch die sind zum Glück noch nicht in Betrieb.
Nachtessen in Bou Ficha, da wo ich im letzten November kotzen musste! Wegen einer Cremeschnitte, die gut schmeckte - dabei aber sehr eigenwillig roch.
Wir übernachten am Strand vorne, neben einem verlassenen Haus.
Wir, das waren drei Töffahrer: Gü (Honda Dominator), Andi und Philippe (Kawa KLX 650). Dazu der Leo bei mir im Begleitfahrzeug (MB310 4x4). Wir waren alles alte Freunde und erfahrene Weltreisende. Damals habe ich leider fast keine Fotos gemacht und die paar wenigen habe ich glaub verloren. Es war damals halt einfach eine von vielen Saharatouren ...
aus meinem Tagebuch: Teil 1
Samstag 30. März 96. Früh am Morgen fahre ich von zuhause los. Unterwegs steigt Leo zu. Er hat ein Didgeridoo dabei. Das Ding ist bestimmt anderthalb Meter lang und in einen Frotte-Bademantel eingerollt.
Auf der Gotthard-Raststätte treffen wir die drei Töffler - Andi, Gü und Philippe. Und weiter. Frühstück in Bellinzona. Kaum in Italien, streikt Gü’s Töff. Ein Deckeli am Motor ist weg. Wir laden beide zu uns in den Bus und fahren weiter.
Gegen Mittag sind wir im Hafen von Genua. Andi und Philippe fahren noch gschwind in die Stadt, um einen Deckel für Gü’s Dominator zu besorgen; ist hier vermutlich einfacher als in Tunesien. Ich mache den Papierkram für alle und dann warten wir aufs Schiff. Ein kurzes Gerangel und wir sind auf der Fähre. Und ganz vorne, was bei der Ankunft guuut ist Pünktlich um 17 Uhr verlässt die „Dame M“ mit uns an Bord den Hafen. Das Schiff fährt als Ersatz für die "Habib" und ist etwa gleich - öööhm - nett.
Sonntag 31. März 96. Den ganzen Tag hocken wir auf dem Schiff! 24 laaangeweilige Stunden.
Als wir La Goulette, den Hafen von Tunis, verlassen, ist es bereits finster. Wir fahren gleich auf die Autobahn und gegen Süden. Etliche Schilder weisen auf die neuen Zahlstellen hin, doch die sind zum Glück noch nicht in Betrieb.
Nachtessen in Bou Ficha, da wo ich im letzten November kotzen musste! Wegen einer Cremeschnitte, die gut schmeckte - dabei aber sehr eigenwillig roch.
Wir übernachten am Strand vorne, neben einem verlassenen Haus.
9. Dezember 2012
keine Katze heisst Merkel
Zweiter Adventssonntag: Wenn ich eine Katze hätte, täte ich sie "Traktor" nennen. Ich habe aber keine.
Wollte das nur mal mit aller Deutlichkeit gesagt haben ...
Wollte das nur mal mit aller Deutlichkeit gesagt haben ...
8. Dezember 2012
Reisetipp: Kinderfoto
Der Reisetipp am Samstag: Bei Kontrollen unterwegs muss man öfters mal den Reisepass vorzeigen. Ein Beamter mit einem speckigen Kragen blättert dann lustlos darin hin und her. Und stellt dann mürrisch einige Fragen. Name? Woher? Wohin?
Ich lege immer ein Foto mit "meinen" Kindern in den Pass. Das fällt dann bei der Kontrolle gerne zu Boden und der Beamte muss es aufheben. Er schaut drauf - und erzählt von seiner eigenen Brut. Von seinen kräftigen Buben und den paar Mädchen. Die Stimmung lockert sich jeweils schlagartig.
Auf meinem Foto sind einige Nachbarkinder abgebildet. Nur Knaben und vor neutralem Gebüsch. Nicht das ein Betrachter noch auf die Idee kommt, ich schwelge in Reichtum. Und würde ihm gerne etwas davon abgeben.
Ich lege immer ein Foto mit "meinen" Kindern in den Pass. Das fällt dann bei der Kontrolle gerne zu Boden und der Beamte muss es aufheben. Er schaut drauf - und erzählt von seiner eigenen Brut. Von seinen kräftigen Buben und den paar Mädchen. Die Stimmung lockert sich jeweils schlagartig.
Auf meinem Foto sind einige Nachbarkinder abgebildet. Nur Knaben und vor neutralem Gebüsch. Nicht das ein Betrachter noch auf die Idee kommt, ich schwelge in Reichtum. Und würde ihm gerne etwas davon abgeben.
7. Dezember 2012
bissigkaltregnerischwindiges Wien
Heute vor fünf Jahren war ich in Wien. Es war genau das gleiche garstige Dezemberwetter wie jetzt; bissigkaltregnerischwindig und kurzschwänzig.
Wir wollten im Schmetterlingshaus im Hofgarten die Schmetterlinge angucken. Zuerst fanden wir aber keine, denn die hockten alle bewegungslos auf einem Heizungsrohr - an der Decke oben. So aus der Ferne beurteilt – schöne Tiere.
Wir wollten im Schmetterlingshaus im Hofgarten die Schmetterlinge angucken. Zuerst fanden wir aber keine, denn die hockten alle bewegungslos auf einem Heizungsrohr - an der Decke oben. So aus der Ferne beurteilt – schöne Tiere.
6. Dezember 2012
selbstklebende Salami
Wir alle müssten «Innovation fordern und fördern», sagte der Mann im Fernsehen. Sonst werden wir von den Chinesen überrannt. Er schaute dabei sehr ernst und sehr entschlossen aus seinem blassgelben Hemd. Seine Haare und Zähne hatten auch diese Farbe; blassgelb. Überhaupt, seine gesamte Erscheinung war irgendwie gelblich. Wasserleichenmässig - aber darum geht es jetzt nicht.
Innovationen! Nach der selbstklebenden Salami und den synthetischen Nasenpopeln habe ich eine weitere Innovation entwickelt: Zahnpasta mit Senf-Geschmack!
Ich will nicht vom Chinesen überrannt werden - nicht jetzt.
5. Dezember 2012
Trennung und Zugriff
Neulich glaubte ich noch, die Ersatzbeschaffung meiner Schuhe liesse sich ins nächste Jahr vertagen. Zwischenzeitlich hat sich aber die Lage dramatisch zugespitzt und die Sohlen gehen zusehends eigene Wege. Neue Schuhe müssen her. Dringend – ich muss in den Schuhladen. Wie empfohlen, begleitet mich diesmal Frau G. In modischen Dingen, und um solche handelt es sich hier, ist sie einfach viel kompetenter und mir weit überlegen.
Vor dem Schuhladen machen wir eine kurze Lage- und Einsatzbesprechung. Das Ziel sind schwarze Halbschuhe, schwarz, mittlerer Preisklasse. Grösse so um die 42. Und dann schlagen wir zu: Hinein in den Laden. Ein schneller und präziser Zugriff. Die Grösse stimmt, also OK. Zahlen - und raus mit der Beute.
Zuhause betrachte ich dann in Musse meine neuen Schuhe. Tadellose Füsslinge in schwarz; wie gewünscht. Und eines ist mir klar: Irgendwann in den nächsten Jahren werden solche Briefträgerschuhe wieder sehr, seeehr modern sein. Ich kann dann zu Recht behaupten, ich sei dem Trend voraus gewesen.
Vor dem Schuhladen machen wir eine kurze Lage- und Einsatzbesprechung. Das Ziel sind schwarze Halbschuhe, schwarz, mittlerer Preisklasse. Grösse so um die 42. Und dann schlagen wir zu: Hinein in den Laden. Ein schneller und präziser Zugriff. Die Grösse stimmt, also OK. Zahlen - und raus mit der Beute.
Zuhause betrachte ich dann in Musse meine neuen Schuhe. Tadellose Füsslinge in schwarz; wie gewünscht. Und eines ist mir klar: Irgendwann in den nächsten Jahren werden solche Briefträgerschuhe wieder sehr, seeehr modern sein. Ich kann dann zu Recht behaupten, ich sei dem Trend voraus gewesen.
4. Dezember 2012
Keihnachtsmarkt in Luzern
Am vergangenen Samstag war in der Luzerner Altstadt so ein weihnachtlicher Markt. Und solche mag ich etwa so gerne wie Fusspilz oder ein Zimmerbrand. Deswegen gingen wir extra einen Umweg. Hinten herum.
Bei der Gelegenheit beaugapfelte ich die Rückseite vom Coop am Löwengraben. Schön bunt und farbig. Und kein bitz weihnachtlich.
Bei der Gelegenheit beaugapfelte ich die Rückseite vom Coop am Löwengraben. Schön bunt und farbig. Und kein bitz weihnachtlich.
3. Dezember 2012
bin halt ein Romantiker
Es ist jedes Jahr ende November dasselbe. Draussen ist es trüb und bereits am späten Nachmittag finster. In der Bahnhofsunterführung panflöten sich Peruaner die Lippen wund und im Aldi gibt’s Weihnachtsmänner aus China für 19.90. Jetzt merkt’s auch der Dümmste: Weihnachtszeit.
Dieses Jahr wollte ich mich dem Trend zu Besinnlichkeit und kindlichem Kitsch nicht verschliessen und habe mir so einen Adventskranz gebastelt.
Ganz tief in in mir drinnen schlummert halt ein unverbesserlicher Romantiker.
Ganz tief in in mir drinnen schlummert halt ein unverbesserlicher Romantiker.
1. Dezember 2012
Reisetip: mein Besteck
Der Reisetipp am Samstag: Das Besteck in manchen "Gaststätten" und Garküchen ist – öhm – merkwürdig. Sagen wir mal, es hat Patina. Üppige Gebrauchsspuren. Geleckt statt gewaschen.
Um dem zu entgehen, nehme ich gerne meinen eigenen Löffel mit. Der passt ganz perfekt in die Innentasche meiner Jacke und ist so allzeit bereit. Und ein Taschenmesser habe ich ja sowieso mit; ich bin doch ein richtiger Bergler.
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Um dem zu entgehen, nehme ich gerne meinen eigenen Löffel mit. Der passt ganz perfekt in die Innentasche meiner Jacke und ist so allzeit bereit. Und ein Taschenmesser habe ich ja sowieso mit; ich bin doch ein richtiger Bergler.
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30. November 2012
Frau Lena und ihre Nordsee
Kürzlich hat mich die Frau Lena von nordsee24.de gefragt, ob ich nicht mal etwas über die Nordsee schreiben täte. Und dabei meint sie wohl nicht diese Fischbraterei, die in allen Fussgängerzonen fritiertes Getier feilhält.
Bei „Nordsee“ kommen mir schrumplige Frührentner in Strandkörben und gelben Gummistiefeln in den Sinn. Nasskalter Wind, gestrandete Walkadaver und Otto. Und ein Meer ganz ohne Wasser, also eigentlich perfekt für Nichtschwimmer und Bergler wie mich.
Jetzt will ich aber nicht behaupten, dass ich schon einmal freiwillig dort war - immer bloss auf der Durchreise. Die Nordsee war daher eher im Weg als am Ziel. Und bis anhin verspürte ich auch keine erkennbare Zuneigung dazu. Eher grauste mich vor den Wattwürmern und den –wanderern.
Jetzt wo mich die Frau Lena neugierig gemacht hat, finde ich den Gedanken an eine Reise an die Nordsee gar nicht mehr so abwegig. Also nicht bloss daran vorbei fahren, nein, anhalten und aussteigen. Da hat es nämlich viel schöne Gegend; Landschaft wäre etwas übertrieben, da jegliche Berge fehlen. Dafür gibt’s üppig Himmel und Wolken. Und Meer, wenn das Wasser grad da ist. Ich vermute, es gibt dort oben sogar gebratenen Fisch.
Hier drauf drücken: Nordsee, Ostsee oder Frau Lena.
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Bei „Nordsee“ kommen mir schrumplige Frührentner in Strandkörben und gelben Gummistiefeln in den Sinn. Nasskalter Wind, gestrandete Walkadaver und Otto. Und ein Meer ganz ohne Wasser, also eigentlich perfekt für Nichtschwimmer und Bergler wie mich.
Jetzt will ich aber nicht behaupten, dass ich schon einmal freiwillig dort war - immer bloss auf der Durchreise. Die Nordsee war daher eher im Weg als am Ziel. Und bis anhin verspürte ich auch keine erkennbare Zuneigung dazu. Eher grauste mich vor den Wattwürmern und den –wanderern.
Jetzt wo mich die Frau Lena neugierig gemacht hat, finde ich den Gedanken an eine Reise an die Nordsee gar nicht mehr so abwegig. Also nicht bloss daran vorbei fahren, nein, anhalten und aussteigen. Da hat es nämlich viel schöne Gegend; Landschaft wäre etwas übertrieben, da jegliche Berge fehlen. Dafür gibt’s üppig Himmel und Wolken. Und Meer, wenn das Wasser grad da ist. Ich vermute, es gibt dort oben sogar gebratenen Fisch.
Hier drauf drücken: Nordsee, Ostsee oder Frau Lena.
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29. November 2012
Kalter Krieg auf unserer Strasse
In den 1960-er Jahren brodelte rund um die Schweiz der „Kalte Krieg“. Das Militär gab sich wehrhaft und kaufte zahlreiche neue Kriegsflugzeuge. Dazu erneuerte man auch die entsprechenden Flugplätze und baute grössere Bunker für die neuen und grösseren Flieger. Man war bereit gegen Feind aus dem Osten.
Nun hatte man zwar über 350 Kampfflugzeuge; aber bloss 13 Flugplätze. Und die täte der Russen bestimmt als erstes kaputtmachen. Die neuen Flugzeuge könnten dann nicht starten; oder wenn doch, nachher nicht mehr landen. Das wär blöd.
Nun hatte man zwar über 350 Kampfflugzeuge; aber bloss 13 Flugplätze. Und die täte der Russen bestimmt als erstes kaputtmachen. Die neuen Flugzeuge könnten dann nicht starten; oder wenn doch, nachher nicht mehr landen. Das wär blöd.
Also baute man einige Autobahnen zu Notflugpisten um. Das klappte da ganz gut, wo der Flugplatz direkt neben einer geraden Autobahn lag. Direkt neben dem Flugplatz Alpnach ist dummerweise keine - nur eine zweispurige, kurvig Autostrasse. Und mit einer Brücke drüber. Für eine Flugpiste also eher suboptimal!
Im Juni 1978 probierte man es trotzdem aus. Bei der Übung „NOSTRA“ starteten sechs „Hawker Hunter“ von der Autostrasse. Mit 200km/h rasten sie unter der Brücke durch und hoben danach gleich ab, denn bis zur nächsten Kurve waren es knapp 700 Meter. Und dahinter steht der Pilatus.
Ende September 1988 übte man ein zweites mal. Diesmal starteten zwölf „Northrop Tiger“ von der Strasse. Alles klappte tadellos. Man war parat, doch ein Jahr später war der „Kalte Krieg“ aufs mal zu Ende.
Im Juni 1978 probierte man es trotzdem aus. Bei der Übung „NOSTRA“ starteten sechs „Hawker Hunter“ von der Autostrasse. Mit 200km/h rasten sie unter der Brücke durch und hoben danach gleich ab, denn bis zur nächsten Kurve waren es knapp 700 Meter. Und dahinter steht der Pilatus.
Ende September 1988 übte man ein zweites mal. Diesmal starteten zwölf „Northrop Tiger“ von der Strasse. Alles klappte tadellos. Man war parat, doch ein Jahr später war der „Kalte Krieg“ aufs mal zu Ende.
28. November 2012
suchenSieetwasBestimmtes
Neulich war es wieder soweit; der alljährliche Schuhe-Einkauf stand an. Meine aktuellen Schuhe sind ausgelatscht und hässlich. Das habe ich schon im Sommer bemerkt, den Ersatz aber auf später vertagt. Jetzt ist „später“ und die Sohle löst sich ab. Jetzt muss ich wohl da hin; in den Schuhladen
Für mich – ja ich möchte gar behaupten, für den männlichen Menschen generell – ist Einkaufen eine lästige Pflicht. Schuhe kaufen eine ganz besonders üble, schlimmer wäre nur noch Hosen kaufen. Also: Ich brauche neue Schuhe. Halbschuhe. Schwarze. Zum Schnüren.
Im Schuhladen haben sie reihenweise Schuhe in allen Farben und Formen. Die schiere Menge liess mich erschaudern. Ich will doch nur Schuhe. Halbschuhe. Schwarze. Aber solche hat es hier anscheinend keine!
Für mich – ja ich möchte gar behaupten, für den männlichen Menschen generell – ist Einkaufen eine lästige Pflicht. Schuhe kaufen eine ganz besonders üble, schlimmer wäre nur noch Hosen kaufen. Also: Ich brauche neue Schuhe. Halbschuhe. Schwarze. Zum Schnüren.
Im Schuhladen haben sie reihenweise Schuhe in allen Farben und Formen. Die schiere Menge liess mich erschaudern. Ich will doch nur Schuhe. Halbschuhe. Schwarze. Aber solche hat es hier anscheinend keine!
Unbemerkt schlich sich so ein aufgehübschtes und pickliges Froilein an. Sie flötet: «suchenSieetwasBestimmtääs?». Diese direkte Frage traf mich ganz unvorbereitet. „Etwas Bestimmtes“ - nö, suche ich eigentlich nicht. Einfach Halbschuhe; irgendwelche. Gut, neu müssten sie sein, und schwarz. Sie wusste viel über Schuhe zu erzählen. Von Rindsleder, Teddyfell und atmungsaktiver Fütterung. Ich will aber doch kein Haustier kaufen – was ich brauch sind neue Schuhe!
Da blieb mir nur noch die Flucht. Draussen im Parkhaus beschaute ich noch einmal meine gegenwärtigen Schuhe und kam zum Schluss: Jetzt im Dunkeln sehen die ja noch ganz nett aus – die kann ich noch eine Saison tragen. Schuhe werden sowieso gerne überbewertet.
Da blieb mir nur noch die Flucht. Draussen im Parkhaus beschaute ich noch einmal meine gegenwärtigen Schuhe und kam zum Schluss: Jetzt im Dunkeln sehen die ja noch ganz nett aus – die kann ich noch eine Saison tragen. Schuhe werden sowieso gerne überbewertet.
27. November 2012
dieser Reinhold Messner lügt doch
Beim Aufräumen bin ich über ein altes Foto gestolpert. Wir bezwangen im Oktober den Giswilerstock und ich machte einen Eintrag ins Gipfelbuch.
Ich schrieb: Wir sind oben. Dieser Reinhold Messner ist ein Dubel - so eine Gipfelbesteigung ohne Sauerstoff ist nämlich gar nicht möglich. Lügner!
Ich schrieb: Wir sind oben. Dieser Reinhold Messner ist ein Dubel - so eine Gipfelbesteigung ohne Sauerstoff ist nämlich gar nicht möglich. Lügner!
26. November 2012
mein Wurstbrot verpasst und ich bin schuld
Neulich reisten wir doch nach Berlin. Mit dem Flieger. Aufgrund äusserst ungünstiger Umstände stand Frau G. ohne ihre Handtasche am Flughafen. Ohne Geld, ohne Reisepass, ohne Karten. Und auch ohne die extra für die lange Flugreise geschmierten Wurstbrote.
Manche geben reflexartig mir die Schuld, bloss weil ich auf ihre Handtasche aufpassen sollte. Hab ich ja auch getan - anfangs. Nun steht ihre Handtasche zuhause auf dem Parkplatz. Und im Regen. Aber wie gesagt; die Umstände waren äusserst ungünstig! Und die Tasche ist ja nicht weg; nur nicht dabei.
Wie dem auch sei: Die Flughafenleute sind da etwas eigen; sie wollen ein Reisedokument sehen, sonst lassen die Frau G. nicht einsteigen. Genau für solche Fälle betreibt die Kantonspolizei direkt am Flughafen einen Schalter. Der diensthabende Polizist zeigte sich einsichtig und ist willig zu helfen. Zehn Minuten und Hundertfünfzig Franken später hat Frau G. einen niglnagelneuen „provisorischen Schweizer Pass“ in Händen. Nun kann's losgehen.
Eins aber hab ich gelernt: Nächstes mal gebe ich die Wurstbrote nicht wieder aus der Hand.
Manche geben reflexartig mir die Schuld, bloss weil ich auf ihre Handtasche aufpassen sollte. Hab ich ja auch getan - anfangs. Nun steht ihre Handtasche zuhause auf dem Parkplatz. Und im Regen. Aber wie gesagt; die Umstände waren äusserst ungünstig! Und die Tasche ist ja nicht weg; nur nicht dabei.
Wie dem auch sei: Die Flughafenleute sind da etwas eigen; sie wollen ein Reisedokument sehen, sonst lassen die Frau G. nicht einsteigen. Genau für solche Fälle betreibt die Kantonspolizei direkt am Flughafen einen Schalter. Der diensthabende Polizist zeigte sich einsichtig und ist willig zu helfen. Zehn Minuten und Hundertfünfzig Franken später hat Frau G. einen niglnagelneuen „provisorischen Schweizer Pass“ in Händen. Nun kann's losgehen.
Eins aber hab ich gelernt: Nächstes mal gebe ich die Wurstbrote nicht wieder aus der Hand.
24. November 2012
Reisetip: wo ist der Diesel
Der Reisetipp am Samstag: Die Schrift und/oder Sprache kann noch so exotisch sein, die Tanksäule mit dem Diesel findet man aber trotzdem immer. Da wo der Boden schwarzschmierig und speckglänzend ist - da ist jeweils die Dieselsäule.
Manchmal liegen da richtige Dieselpfützen, darum empfehle ich auf der Beifahrerseite aus zu steigen. Sonst hat man die ganze Sosse an den Schuhen - und das Auto stinkt die nächsten Monate wie in eine brennende Raffinerie. Unschön ...
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Manchmal liegen da richtige Dieselpfützen, darum empfehle ich auf der Beifahrerseite aus zu steigen. Sonst hat man die ganze Sosse an den Schuhen - und das Auto stinkt die nächsten Monate wie in eine brennende Raffinerie. Unschön ...
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