28. Dezember 2011

meine Rucksack-Wollmilchsau

Ich brauche einen neuen Rucksack! Der alte ist kaputt und ich will doch demnächst ferienhalber dem garstigen Klima entfliehen. Mit dem Flieger. Da kam das Angebot der Koffer-Arena zum Rucksack-Test grad goldrichtig.

Mein neues Reisegepäck muss nämlich einiges können:
+im Hotel soll er wie ein Koffer ausschauen.
+im Flughafen soll er hinter mir herrollen.
+und unterwegs will ich ihn am Rücken tragen können.
+nicht zu gross, aber auch nicht zu klein.
+keine bunte Farbe, aber auch nicht schwarz.
Also; ich brauche eine Rucksack-Wollmilchsau - einen „Rucksackrollkoffer“! Gibt es nicht! Doch, sowas gibt es tatsächlich: Nennt sich "Rucksack-Trolley".

Ich habe mich für einenSamsonite Offtread Trolley-Rucksack entschieden. Und nun ist es da, mein Test-Exemplar. Khaki-grün und etwa 40 Liter Volumen. Nach einem ersten Augenschein bin ich mehr als zufrieden damit. Robust, überraschend bequem und einige kluge Details. Gut, bis jetzt musste er sich aber erst in der heimischen Stube bewähren. Doch das ändert sich demnächst, dann verreisen wir nach Ausland.

27. Dezember 2011

mein Selbstportrait

Ich kann nichts dafür. Ich bin halt so!

...wollte es nur mal gesagt haben.

26. Dezember 2011

Eskimo sind wortlos

Manche sagen, die Eskimo kennen über achtzig Wörter für „Schnee“.

Sie kennen aber für ...
-sich im Nebel verirren,
-sich im Scheesturm verirren,
-am Abend nicht mehr nach Hause finden,
-sich zuhause aussperren,
-draussen den Haustürschlüssel verlieren,
-
ohne Mantel kurz Zigaretten holen gehen,
-kurz Bier holen, ohne Mantel,
-ohne Mütze raus gehen,
-ohne Strumpfhosen raus gehen,
-exhibitionistisch den Mantel öffnen,
-ins Wasserloch fallen,
-in die Eisspalte stolpern,
-vom Eisberg stürzen,
-vom Gletscher rutschen,
-in der Kurve vom Schneemobil fallen,
-vom Hundeschlitten purzeln,
-sich beim Eisplatte-Hüpfen in der Weite verschätzen,
-nicht merken wenn das Kanu leckt,
-vergessen das Kanu an der Scholle festzumachen,
-kurz mal schwimmen gehen,
-einem hungrigen Eisbär begegnen,
-zwei hungrigen Eisbären begegnen,
-einem hungrigen Walross begegnen,
-einem hungrigen Killer-Pinguin begegnen,
-einem hungrigen Eskimo begegnen,
-Nacktwandern,
-vergessen vor der Abfahrt das Schneemobil zu tanken,
-vergessen die Schlittenhunde zu füttern,

-vergessen den Hundeschlitten an den Schlittenhund zu knüpfen,
-den fremden Husky reizen

... bloss ein einziges Wort: „døde“

24. Dezember 2011

ein Lieblingsbild zu Weihnachten

Weihnachten ist ja geprägt von kitschigen Bildern. Von überall blicken uns pfausbackige Engel und aufgedunsene Weihnachtsmänner an. Es geht aber auch anders.

„Die Jungfrau züchtigt den Jesusknaben vor drei Zeugen“. 1926 von Max Ernst gemalt. Ein grossartiges Bild, dass einem verblüfft und verwirrt.

Was sehen wir? Maria, die Mutter Gottes, versohlt ihr Kind; den Jesus. Seine Füdlibacken sind schon gerötet und sein Heiligenschein liegt am Boden. Drei Männer beobachten gelangweilt das Geschehen.
Die Jungfrau Maria, Mutter Gottes, ist traditionell das Sinnbild für Sanftmut, Milde und Gnade. Hier wird sie aber als Frau und Mutter dargestellt. Sie entzaubert sich selber. Auch Jesus ist einfach ein Menschenkind; augenscheinlich mit den üblichen Problemen.
Statt der einfältigen Hirten sind drei kritische Denker Zeuge des Vorfalls. Max Ernst und seine beiden Freunde Paul Éluard und André Breton.
Nicht bloss ein Heiligenbild, ein Denkbild.

Ich wünsche euch allen wunderschöne Festtage.

23. Dezember 2011

Schminkzeug und die Söldnerei

Meine Götti-Meitli ist fünfzehn und eigentlich eine ganz liebe. Öhm - für fremdsprachige Leser: Ein "Götti-Meitli" ist ein "Patenkind-Mädchen". Also: Mein Götti-Meitli ist eine ganz liebe und wurde neulich beim Ladendiebstahl erwischt! Schminkzeug für 22,10 Franken hat sie gestohlen!

Ich war darüber nicht sehr erfreut. Überhaupt nicht! Mit Ladendiebstahl ist nämlich nicht zu spassen. Damit hat schon manche Kriminellen-Karriere begonnen. Und geendet hat das ganze mit Flugzeugentführung und Söldnerei; habe ich ihr erklärt. Sie musste mir versprechen, künftig von Diebstahl und Flugzeugentführung abzusehen. Weiter habe ich sie augeklärt, dass sie wohl zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt wird.
Sie bekommt dann einen orangen Overall mit Rückennummer und Gummischuhe in Einheitsgrösse. So gekleidet muss sie dann jeden Morgen vor dem Bahnhof auf den vergitterten Kleinbus warten, der sie zum Einsatz karrt. Dort muss sie Brennesseln mähen oder den Schleim aus Kanalisationsschächten schaben. Oder in der Kadaver-Sammelstelle Sortierungsarbeiten erledigen. Und das ist bloss das Freizeitangebot für die Tüchtigen. Die anderen müssen richtig arbeiten. Am Mittag gibt es einen Napf Kohlsuppe und etwas wässrigen Tee. Schluss ist abends um Neun. Und dann muss sie nachhause laufen, da der Busfahrer längst Feierabend hat.

Meint ihr, reicht das? Oder hätte ich weiter erzählen sollen, bis sie richtig weint?
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22. Dezember 2011

Matratzen-Aufschnitt

Neulich musste ich die betrübliche Feststellung machen, dass meine Matratze mürbe geworden ist. Sie hat schlapp gemacht; sie hängt durch. Ich kann mir ihr Verhalten eigentlich nicht erklären, da ich ja eigentlich von überaus feingliedrigem Körperbau bin. Ich vermute einen Materialfehler.

Wie dem auch sei, ich investierte mehr als hundert Franken in eine neue Matratze. Eine ganz stramme, die sich dennoch weich und sanft an meinen Körper schmiegt. Nun musst ich aber die alte loswerden. Wohin damit?
Mit dem Brotmesser schnitt ich den Schaumstoffkern in handliche Würfel. So konnte ich nun jeden Morgen einen davon mitnehmen und beim Bahnhof in den Abfalleimer stopfen. Nach einer Woche war die komplette Matratze vollständig weg. Raffiniert, oder?
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21. Dezember 2011

Vergangenheit ist kein Zufall

Heute vor genau 46 Jahren war auch Mittwoch. Unglaublich!
Sowas kann doch kein Zufall sein...

die Geschichte von den Mandarinen-Böcken
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20. Dezember 2011

es weihnachtet schlimm

Früher, als kleiner Bub, als ich im Winter noch wollene Strumpfhosen trug, war meine Welt noch übersichtlich. Im Herbst hockten die Krähen auf den Telefondrähten, bevor sie wegflogen. Irgendwann stellte die Mutter einen Adventskranz mit vier Kerzen auf den Stubentisch. Dann kam jedes Jahr dieser Nachmittag, wo wir mit dem Vater spazieren gehen und nachher baden mussten.

Anschliessend stand völlig unerwartet eine kleine Tanne in der Stube. Und ein Vogelhäuschen mit Figuren drin: Maria, Josef und das Jesuskindli. Dazu zwei Hirten und einiges Beistehgetier. Dann zündete der Vater die die Kerzli an und wir assen die Schokolade-Mäuse vom Baum. Zwei Wochen später kamen die Drei Könige hinzu. Am Tag darauf warf die Mutter den nun ausgedienten Christbaum aus dem Fenster und der Vater machte Anfeuerholz daraus. So war Weihnachten. Jedes Jahr. Schön.

Heutzutage findet Weihnachten im Einkaufszentrum und Fernsehen statt. Und es hat viel mehr Mitwirkende. Einen dicken Mann im roten Hosenanzug, einen rotznasigen Hirsch. Zahlreiche Engel, eine Kutsche mit Rehen, einen Limonaden-Sattelschlepper. Schoko-Osterhasen in Zäpfchenform. Jedes Jahr schlimmer.

19. Dezember 2011

Geheimnis um Kim Jong-il gelüftet

Eilmeldung + aktuell + Geheimnis gelüftet +++
Auf dem Bahnhofplatz in Giswil (Obwalden) steht seit gut einem Jahr ein beeindruckendes Denkmal. Eine Herrscher-Figur steht stramm und blickt über die parkierten Autos gegen Westen. Und den Bahnreisenden streckt sie ihr Hinterteil entgegen. Wen aber soll diese Statue darstellen? Bis heute ein Rätsel.

Nun scheint das Geheimnis um die geheimnisvolle Statue gelüftet: Gerüchten zufolge soll es sich um Kim Jong-il handeln, den nordkoreanischen Führer und Staatenlenker. Bis anhin vermutete man eher den „Schacher Seppli“ oder den Papst. Aber nein: Giswil hat das erste und einzige „Kim Jong-il Denkmal“ ausserhalb Nordkoreas. Eine Sensation!
Man möchte damit nordkoreanische Touristen anlocken. Und mit Jong-il hat man die perfekte „Galionsfigur“ gefunden. Man erwartet, dass sich das verschlossene Land nach dem Hinscheiden des Herrschers öffnet und die Nordkoreaner in die Welt hinaus reisen wollen. In Giswil geht man davon aus, dass die Nordkoreaner bei der Wahl ihrer Reisedestination nicht besonders wählerisch sein werden; Hauptsache raus aus Nordkorea. Und da bietet sich richtiggehend Giswil an. Man darf gespannt sein, ob die Rechnung aufgeht.

Der Werbeslogan lautet übrigens: "Grüezi Koreaner - bei euch ist es auch nicht schön".
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18. Dezember 2011

Höllenhund von Guatemala

Genau heute vor vierzehn Jahren war ich in Guatemala unterwegs. Wir fuhren von Antigua nach Copán Ruinas in Honduras. Das war zu der Zeit, wo ich keine Foto machte. Geblieben ist mir von dieser Reise deshalb einzig mein Tagebuch und dieses Holzpferd.

Kurz vor der Grenze machten wir in Chiquimula Mittagsrast. Und dort kaufte ich diese bunte Holzschnitzerei. Ein Holzpferd. Ich mag solche volkskundliche Schnitzereien.  Und die "Ursula" hat mir immer Glück gebracht und mich glücklich und wurmfrei nach Hause gebracht.
Allerdings kam ich später ob der eigenwilligen Darstellung ins Grübeln. Wegen der gelben Augen vermute ich, dass es gar kein Pferd ist. Vermutlich ist’s ein Höllenhund? Oder so.
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