14. September 2012

Wien: namenlose und andere Tote

Wien: Auf dem Weg zurück zu meinem Parkplatzt in Leopoldsau mache ich noch einen kleinen Umweg in den Süden der Stadt.

Hier unten, wo die Donau Wien verlässt und nur noch einige tote Industriebauten stehen - hier unten spült die Donau immer wieder Tote an. Dies wohl wegen eines Strudels.

Diese werden gleich vor Ort auf dem „Friedhof der Namenlosen“ (n48.1596, e16.5021) bestattet. Menschen die in die Donau fielen, sprangen oder geworfen wurden. All diese Namenlosen finden hier ihre Ruhestätte.

Unweit vom Friedhof steht direkt am Donauufer die „Friedenspagode“ - Nipponzan-Myôhôji genannt. Die Stupa wurde 1983 gebaut und seither wohnt ein buddhistischer Mönch auf dem Gelände. Heute putzte er grad die Fenster seiner Wohnung.

Auf dem Nachhauseweg schaue ich noch kurz beim Stephansdom an. Diesmal die Katakomben und die Gruften im Untergrund.

Hier unten wurden lange Zeit die Toten Wiens bestattet. Bis der Gestank in der Kirche darüber so unerträglich wurde, dass man damit aufhören musste. In der Gruft nebenan liegen Töpfe mit den Innereien von etwa 75 Königen. Darunter sind viele Habsburger und so. Heutzutage werden bloss noch kirchliche Würdenträger in der Gruft bestattet. Und die am Stück und in Metallsärgen eingelötet, wie in Konservendosen.

Nun hat mich der Hunger eingeholt und ich muss dringend eine Wurst essen. Ich nehme eine „Bosna“. Das ist ein Käsekrainer mit viel Zwiebeln und mit Curry und Paprika gewürzt. Schmeck genau so, und gut.

Und wie immer wenn ich in Wien bin besuche ich auch noch gschwind den „Fotzenpoidl“ auf der Pestsäule.

13. September 2012

Septembersonne in Wien

Melk: Schon wieder nebliges Wetter! Dabei hat das Radio gestern für heute schönes versprochen. Doch bereits zehn Minuten hinter Melk löst sich der Nebel auf und die Sonne scheint.

Es ist nicht mehr weit bis Wien. Um zehn bin ich da: In Leopoldau, ganz im Osten der Stadt. Hier gibt es eine Menge freier Parkplätze direkt neben der U-Bahnstation. Die Bahnfahrt ins Stadtzentrum, zum Stephansplatz, dauert grad einmal zwanzig Minuten. Also hinein ins Getümmel der Hauptstadt.

Als erstes gehe ich mal etwas Ordentliches essen. Und zwar in die Kantine der Nationalbibliothek. Allerdings wird meine Hoffnung auf ein Wienerschnitzel nicht erfüllt, aber das Menü ist trotzdem ausgezeichnet: Eiernockerl oder Fisch, dazu Salat und Kuchen für ganz wenig Geld.

Mit der daheimgebliebenen Frau G. habe ich abgemacht, für sie in die Webcam vom Strauss-Denkmal zu winken. Also eile ich in den Stadtpark und winke wie von Sinnen in die Kamera. Eigentlich hat alles wunderbar geklappt. Allerdings muss ich leider feststellen, dass die Webcam die Bilder mit zwei Tagen Verzögerung sendet! So hab ich mir das aber nicht vorgestellt!

Dann gehe ich halt etwas Kunst schauen. Ins Museumsquartier. Es sind viele Leute da und geniessen die Septembersonne. Ich auch. Und nun ist mir doch nicht nach Kunst zumute.

Auf dem Nachhauseweg schaue ich mir noch den Stephansdom an. Wie jedesmal als erstes die Linde auf der Südseite.

Darauf hin nehme ich noch einen kleinen Imbiss. Wie immer beim "Trześniewski", der hat die unaussprechlich gute Brötchen.

Zum Übernachten fahre ich von Leopoldau einige Kilometer aufs Land hinaus. Am Badesee Süßenbrunn finde ich einen schönen und ruhigen Übernachtungsplatz. Es ist ein lauer Abend mit einem barbierosa Himmel und ich bin hundemüde.

12. September 2012

Donau: Fromme Leut und allerhand Gesindel

Altötting liegt gleich neben Neuötting und ist vermutlich der bekannteste Wallfahrtsort Deutschlands. Seit fünfhundert Jahren strömen die Pilgermassen herbei um sich Hilfe und Beistand zu erbitten. Im Zentrum stehen barocke Kirchen und prächtige Bürgerhäuser. Das eigentliche Zentrum ist aber eine kleine, einfache Kapelle, die Gnadenkapelle.

Hier her, zur „schwarze Maria von Ötting“, kommen die Pilger. Mich haben aber vorallem die zahlreichen Ex Voto-Täfelchen im Umgang fasziniert. Bildtafeln die aus Dankbarkeit hier angebracht wurden, und werden. Manche hängen sogar ihre Prothesen an die Kapellenwand. Für reuige Sünder stehen zudem Holzkreuze bereit, die sie um die Gnadenkapelle herum tragen können. Volksreligiosität aus tiefstem Herzen.
Am Kapellplatz gibt es aber auch unzählige Souvenirläden. Zu hunderten glotzen Plastik-Heilige aus den Schaufenstern. Gegen Mittag fahre ich weiter nach Marktl. Das kleine Dorf würde niemand beachten, wäre da nicht der aktuelle Papst geboren worden.

Im Papsthaus kam aber noch eine weitere Berühmtheit zur Welt: Georg Lankensperger; der Erfinder der Achsschenkellenkung. Danke Herr Lakensperger - was täten wir ohne diese wichtige Erfindung. Ich möchte zur Erinnerung gerne einen Papst-Kuchen oder so etwas kaufen, aber alle Geschäfte haben zu. Ausser "Martl's Grill-Hendl & Haxen", aber ich glaube nicht, dass der Martl etwas papstiges im Angebot hat.

Gar nicht weit von Marktl liegt Braunau. Es ist üppig barock und sehr gemütlich hier. Wenn es nicht nieselregnen würde, wäre es bestimmt noch schöner. Ich gehe in den „Salon Helga“ und lasse mir die Haare scheren.

Braunau rühmt sich eines seeehr hohen Kirchturms; und schämt sich etwas eines hier Geborenen: Adolf Hitler! Das Geburtshaus steht zurzeit leer, bis vor kurzem war da eine Behindertenwerkstätte drin.

Eigentlich will ich in Ybbs übernachten, aber ein Zaum verhindert das. Also fahre ich ins nahe Melk.

Das Stift Melk thront wie eine Burg über dem Städtchen. Unten die Werktätigen, oben die Frommen. Das Städtchen ist hübsch. Eine Marktgasse mit Strassencafes und Touristenläden. Und jetzt wo die Sonne wieder durch die Wolken dringt, will ich hier bleiben.

11. September 2012

Österreich und drei Minuten Liechtenstein

Heute Morgen um acht fuhr ich dann doch endlich los; wegen meiner Erwerbstätigkeit um zwei Tag verspätet. Und wie jedes Mal beim Losfahren, bin ich übellaunig.
Um neun Uhr bin ich auf dem Hirzel; ab nun sehe ich meine Heimat hinter mir nicht mehr. Bin immer noch übellaunig. Aber 60 Kilometer habe ich bereits geschafft, jetzt sind es bloss noch 850 bis Wien.
Um 10:28 Uhr reise ich in Liechtenstein ein. Schön hier. Um 10:31 reise ich aus Liechtenstein aus. Und in Österreich ein.

An der Autobahnauffahrt begrüssen sie mich mit österreichischen Landesflaggen – find ich sehr nett. Ich besorge mir so eine Vignette für deren Autobahnen. Für acht Euro bekomme ich eine Woche freie Fahrt.

Auf dem Arlbergpass verköstige ich mich mit einem „Fleischkäse Bagett“ (so schreiben sie’s hier) und mache ein Nickerchen. Nun bin ich nicht mehr ganz so übellaunig und geniesse die Aussicht auf die nebelverhangenen Gipfel.
In Terfens steht ein Haus kopfüber. Eine „Mutprobe“ und ein „Abenteuer“ sei es; und das einzige "Kopfüberhaus" mit Garage" - weltweit! Ja - wenn das so ist; dann muss ich mir das wohl anschauen.

Na ja! Stände es nicht kopfüber, wäre es nur hässlich.
Unweit davon liegt Stans, gleichnamig mit Stans bei uns in Nidwalden. Ich schau es mir an; und fahre weiter.
Die Autobahn zieht mich ostwärts. Hinter dem Chiemsee biege ich links ab. Liebliche Landschaften und viel Nichts.

Am Abend finde ich in Altötting Unterschlupf. Die Sonne geht unter und ich bin von der 560km Fahrt ermattet. Aber einen Abendspaziergang mache ich trotzdem noch. Schön hier.

10. September 2012

vitaminfreie Ernährung; grün

Ein winziger Ausschnitt aus meiner grandiosen Sammlung asiatischer Päckli-Suppen.
Heute: Komplett vitaminfreie Ernährung in grün.


Der neue Reisebericht müssten eigentlich heute noch kommen.
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9. September 2012

vitaminfreie Ernährung; rot

Ein winziger Ausschnitt aus meiner intergalaktischen Sammlung asiatischer Päckli-Suppen.
Heute: Komplett vitaminfreie Ernährung in rot.


Eigentlich kommen jetzt dann die neuen Reiseberichte.
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8. September 2012

eine huerä weite Reise

So langsam sollte ich mich dranmachen, meine Koffer zu packen. Denn schon in wenigen Tagen sollte ich Frau G. vom Bahnhof abholen. Vom Westbahnhof in Wien.
Dieses Wien liegt gopferdeckel weit weg: Achthundertachzig Kilometer von hier! Hätte ich nicht gedacht, aber der Computer sagt das so voraus. Achthundertachzig Kilometer sind mindestens achtmal anhalten, Kaffee trinken und brünzeln. Und unzählige Stunden einsamer Fahrerei.

Ich glaube, ich söllte dann mal packen gehen. Und losfahren. Vielleicht berichte ich ab und zu von unterwegs? Mal sehen…

7. September 2012

vitaminfreie Ernährung, blau

Ein kleiner Ausschnitt aus meiner Sammlung asiatischer Päckli-Suppen.
Heute: Komplett vitaminfreie Ernährung in blau.

Baldest kommen die neuen Reiseberichte.
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6. September 2012

vitaminfreie Ernährung; gelb

Ein kleiner Ausschnitt aus meiner bemerkenswerten Sammlung asiatischer Päckli-Suppen.
Heute: Komplett vitaminfreie Ernährung in gelb.

Jeden Moment kommen die neuen Reiseberichte.
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5. September 2012

mein ideales Fernreisemobil

Wollten wir für uns ein neues Fernreisemobil anschaffen, ich glaub ich müsste es selber bauen. Und im nicht ganz unvorbereitet zu sein, habe ich mir schon mal dazu einige Gedanken gemacht.
Mein ideales Fernreisemobil wäre unscheinbar. Dazu müsste es winter- und tropenfest sein, robust und einfach, nicht schwer und nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden.

Von aussen hätte es den Charmes eines Werkstattwagens. Kleine Fenster hoch oben und eine abschliessbare Tür zum Fahrerhaus. Übrigens; auf dem Bild ist rechts – vorne.

Der Innenraum ist dreigeteilt. Vorne das Bad mit dem Durchgang zum Fahrerhaus. In der Mitte die Küche und der Tisch.

Und ganz hinten das Bett. Die eine Hälfte vom Bett ist fest, die andere lässt sich ganz einfach aus der Versenkung hervor holen.
Ich sag jetzt nicht, dass ich mir so ein Ding baue - aber wenn, dann schon.  Oder so.
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4. September 2012

Katzenfutter und Fugenmörtel

Mein Nachbar heisst Klaus und ist Plättlileger; Fliesenleger sagen die Auswärtigen dazu. Neulich hat er mir eine nette Geschichte erzählt: Klaus und sein Mitarbeiter plättelten irgendwo einen Boden. Mittagspause machten sie dann gleich auf Baustelle und Klaus wollte seinem Mitarbeiter einen kleinen Streich spielen. Er reichte ihm eine Dose Katzenfutter, natürlich ohne Etikett. Das Zeug sieht ja aus wie Fleischkäse; Leberkäs sagen manche auch dazu. Wie dem auch sei, sein Mitarbeiter ass munter vom Fleischkäse-Katzenfutter. Und sagte nichts. Klaus platzte fast vor Neugier. Und innerlich schüttelte ihn der Ekel.

«Mhhhm – schmeckt nicht schlecht», meinte der Mitarbeiter auf seine Nachfrage hin. Für den Klaus war das nun zuviel; der Ekel gewann die Oberhand. Vulkanartig sprudelte es aus ihm heraus. In einem beachtenswerten Bogen kotzte er sein Mittagsessen in die Baustelle. Genauer gesagt, auf den nagelneuen, aber noch nicht verfugten Plattenboden.

Den Nachmittag verbrachten die beiden dann damit, die ganze Bescherung aus den Plattenfugen zu schaben. Meter um Meter. Mit einem Streichholz und einem Schwamm.
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3. September 2012

Fett im See

Gottlieb Duttweiler war nicht nur der berühmte Begründer der „Migros“, ihm lagen auch die Notvorräten besonders am Herzen. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg versuchte er die Behörden zu überzeugen, umfangreiche Notvorräte anzulegen. Doch die wollten nicht.
Nach dem Krieg experimentierte er selber mit der bombensicheren Lagerung von Lebensmitteln und Rohstoffen. Geeignet schien ihm die Lagerung unter Wasser - versenken im See.

Im Sommer 1958 fand im Alpnachersee ein praktischer Versuch statt. Gegen Hundert Fässer mit Speisefett wurden abwechselnd mit Schwimmkörpern an Stahlseilen montiert. Die "Perlenketten" schleppte man dann in die Seemitte und versenkte sie. Der See ist hier „bombensichere“ dreissig Meter tief.
Soweit klappte die Sache ganz gut. Unerwartete Probleme zeigten sich allerdings, als man die Notvorrat-Fässer wieder bergen wollte. Alle Versuche die Fässer ans Tageslicht zu heben scheiterten kläglich. Und so liegen bis heute gut zehn Tonnen Speisefett auf dem Grund des Alpnachersees. Die einstigen Notvorräte wurden zu Altlasten.

1. September 2012

berühmte Österreicher mag niemand

So richtig berühmt werden Österreicher meist im Ausland: Arnold Schwarzenegger, Adolf Hitler, Freddy Quinn...
Aber zuhören mag ich denen trotzdem nicht!

31. August 2012

Ladenöffnungszeiten – häää?

Im Fernsehen diskutieren sie wieder - kurzatmige Journalistinnen mit empörten Konsumentenschützerinnen. Über die Ladenöffnungszeiten. Soll man sie nun verlängern? Oder doch nicht; wegen der von Ausbeutung bedrohten Werktätigen. Und so.

Uns lässt das bloss müde schmunzeln. Hier gibt es keine gesetzlichen Ladenöffnungszeiten. Und es gab auch nie welche. Jeder Lädeler kann offen haben wann er will. Oder wann er Kunden und/oder Mitarbeiter anlocken kann.
Das funktioniert hervorragend. Statt endlos zu diskutieren, könnten die Städter ja mal vorbei kommen und sich die Sache anschauen. Aber neiiin, sie jammern lieber über den Einkaufstourismus ins Ausland. Und in die Zentralschweiz!
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30. August 2012

unglaubliches aus Österreich

Als Wolfgang Amadeus Mozart so alt war wie ich jetzt, war er schon lange tot. Er hat aber trotzdem wesentlich mehr Musik komponiert wie ich. Und diese Schggikugeln seien auch von ihm. Schier unglaublich.
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29. August 2012

den Wurm hacken

Vor zwölf Jahren wurde in Obwalden schon einmal eine neue Tierart entdeckt; der „Sarner Schnegel“ (Limax sarnensis). Eine getupfte Nacktschnecke von imposantem Ausmass. Einige der Viecher sind mehr als zwanzig Zentimeter lang.

Und nun die Sensation! Neulich wurde schon wieder ein völlig neues Tier entdeckt: „Dendrocoelum nekoum“. Was sich so grossartig anhört ist aber bloss ein weisslicher, flacher Wurm. Wie hingerotzt. Blind, stumm und etwas mehr als ein Zentimeter kurz. Ausser fressen und fortpflanzen kann der kaum etwas.
Halt! Eine besondere Fähigkeit hat der Wurm. Auch wenn man ihn in kleine Stücke hackt; die Einzelteile überleben und es bilden sich daraus wieder komplette Würmer. Finde ich nett.

28. August 2012

wir sind schwangerer

Die Symptome sind sowas von eindeutig; Fressattaken, Morgenübelkeit, Blähbauch. Wir erwarten Nachwuchs.

Unser Zwetschgenbaum ist schwanger. Reichlich schwanger. Über und über trägt er pralle Zwetschgen. Die Niederkunft erwarten wir in wenigen Tagen, aber genascht haben wir schon.

27. August 2012

Flöhe und Gaukler und keine Wurst

Am Samstag waren Frau G. und ich am "Floh- und Gauklermarkt" in Sarnen. Aber ich sag’s gleich, weder das noch das andere konnte man kaufen.

Also schlenderten wir bloss die Stände entlang und ich befingerte die feilgehaltenen Waren. Kisten voller Barbies und Kens aus wurstigem Plastik. Wintermäntel in schlimmen Farben und Bücher mit Knicken und weichen Ecken. Dazu noch Unmengen von "dekorativen" Dingen - wobei dekorativ in landläufigen Sinn waren die wenigsten. Aber skurril.

Gaukler haben wir zwei gesehen; Feuerschlucker. Beide waren schwarz gekleidet und spuckten Feuer, was mir bei der schwülen Hitze eher unvorteilhaft schien. Einer der Beiden hatte eine abgesengte Nase – beeindruckend.

Schlussendlich haben wir nichts gekauft, nicht einmal eine Wurst vom Grill. Es war trotzdem schön – da gehen wir auch nächstes Jahr wieder hin.
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25. August 2012

Guido hat uns lieb

Als kleiner Bub hatte ich eine Grosstante. So eine, die einem in die Backe kneift und nach Mottenkugeln riecht. Sie hatte mich unheimlich lieb und nahm dies als Vorwand, mich regelmässig zu besuchen. Ich mochte sie gar nicht. Das hinderte sie aber nicht, mich mit Zuneigungen aller Art zu belästigen. Und ich glaubte an ihren Umarmungen zu ersticken.

Weshalb ich mich ausgerechnet heute an sie erinnere…
Guido hat euch lieb 
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24. August 2012

Skyjector - die vergessene Himmelkanone ist wieder da

Vor vielen Jahren sah ich auf einem Schrottplatz in der Nähe von Luzern ein seltsames Fahrzeug stehen. Ein rundlicher Lastwagen mit einer riesigen Kanone hinten drauf. Der Laster ging mir nie mehr aus dem Kopf. Nach langem Suchen habe ich das Ding nun wieder gefunden. Zumindest einige Bilder davon.

Das Fahrzeug hiess „Skyjector“ und wurde 1959 von Fernand Auberson und Michael Schwabacher erbaut. Der Skyjector konnte Bilder mehrere Kilometer weit auf Wolken oder Berge projizieren. Vor allem für Werbung und so. Zuerst in der Schweiz und dann ab 1960 in den Vereinigten Staaten.

Was aus dem Projektor geworden ist und ob oder wann er wieder in die Schweiz zurück kehrte, weiss ich nicht. Und auch sonst weiss ich nicht. Vielleicht kann jemand mir weiter helfen?

Todesstrahl von Sarnen

23. August 2012

Schwarznasenschaf – die deutscheste Übersetzung

Obwohl mir bereits der Schweiss in die Gesässfalte rinnt, habe ich dennoch dem vielgeäusserten Wunsch nachgegeben und „der Schwanzgrind und das Schwarznasenschaf“ auf hochdeutsch übersetzt.

-erste Szene.
Seepfärdli: Hallo Bademeister
Bademeister: mhm
Seepfärdli: Ich habe ein Problem!
Bademeister: Keinen Zeit, lass mich in Ruhe.
Seepfärdli: Höre mir doch kurz zu.
Bademeister: mhm
Seepfärdli: Meine Schafe sind durchgebrannt. Ich habe gesehen, wie einige ins Meer rannten. Und nun möchte ich sie retten.
Bademeister: Was habe ich dir gestern gesagt! Du verlässt morgens den Stall; dann schliesst du ab.
Seepfärdli: ja - hhn?
Bademeister: Ja – und nun sind die Schafe weg! Also, eigentlich ist mir das egal.
Seepfärdli: Weisst du, mich belastet das emotional schwer.
Bademeister: Nimm dir doch das Leben?
Seepfärdli: Ach – du bist manchmal eine Spur zu unsensibel!
Bademeister: Ach mein kleines Seepferdchen – wir alle haben doch schon mal ein Schaf verloren.
Seepfärdli: Ja, aber doch nicht gleich dreissig Stück. Und - die beiden schönsten Schwarznasenschafe…
Bademeister: Was, die auch!
Seepfärdli: Ja, welche ich letztes Jahr im Oberland habe besamen lassen.
Bademeister: Schau, du hast doch immer noch zwei herrliche Brüste. Das ist doch alles, was zählt. Weisst du was – ich kenne einen sehr guten Züchter in Zermatt. Morgen können wir da einige holen.
Seepfärdli: Ach, das geht doch nicht…

-zweite Szene
Schwanzgrind: Hallo, gibt es ein Problem?
Bademeister: Ja hallo. Hast du einige Schafe im Wasser gesehen?
Schwanzgrind: Jetzt sag aber nicht, diese Dämliche hat tatsächlich erneut die Stalltüre offengelassen.
Bademeister: Ja hast du eigentlich gar kein Mitgefühl?
Schwanzgrind: Ach; wir haben tausendmal gesagt, sie solle abschliessen!
Bademeister: Da draussen sind dreissig Schafe am ertrinken – du grosses Weichei!
Schwanzgrind: ach...
Seepfärdli: …und die zwei schönsten Schwarznasenschafe!
Schwanzgrind: Ja – das ist nicht mein Problem! Das nächstemal halt besser aufpassen.
Bademeister: He (unschöner Kraftausdruck, den Penis betreffend) – warte!
Schwanzgrind: uuuhu
Bademeister: Es tut mir leid – aber manchmal bist du einfach eine Spur zu unsensibel.

-Abschlussgeblöck

22. August 2012

Schwanzgrind und das Schwarznasenschaf

Wegen der affigen Hitze fühle ich mich ausserstande etwas substantielles zu schreiben. Deshalb gibt es zur Abwechslung mein Lieblingsvideo: "Baywatch und das Schwarznasenschaf" in Walliser Mundart.



In den Hauptrollen:
dr Badmeister - David Hasselhoff
chlii Seepfärdli - Pamela Anderson
dr Schwanzgrind - John Allen Nelson

21. August 2012

was stört beim Essen?

Es gibt doch diesen alten Witz: „Was ist weiss und stört beim Essen?“ – „Eine Lawine“.

Genau so war es am letzten Sonntag. Wir sassen grad friedlich beim Essen, als plötzlich ein Quad den Hang hinunter kullerte. Erst überschlug sich das Gefährt, dann rollte es führerlos die Böschung hinunter. Genau auf unseren Sprinter zu! Dann verschwand es aus unserem Blick. Oben am Hang strampelte derweilen ein Mann herum, bis er endlich Halt fand und aufstehen konnte.
Da ist was passiert, dachte ich und ging mal nachschauen. Der Quad hat auf seiner Irrfahrt ordentlich Erdreich umgepflügt und drei Zäune durchbrochen. Dann kurz vor unserem Sprinter ist er rechtwinklig abgebogen und knapp daran vorbei schrammt. Glück gehabt! Er fuhr dann noch weiter bis er in einen Alpstall prallte und endgültig zum Stehen.
Der Fahrer erzählte, er sei beim Rückwärtsfahren wohl etwas weit hinaus gekommen. Daraufhin habe er mit seinem Gefährt eine Rolle seitwärts gemacht. Dann habe es ihn abgeworfen und sei noch auf seinen Kopf gesprungen. Zum Glück hatte er einen Helm auf, sonst hätte ihm der Vorfall wohl den Nachmittag verdorben.
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20. August 2012

die Sommerfrische

Was tut man an einem solch heissen Wochenende? Aus allen Poren schwitzen oder in die Berge fahren. Wir wählten das Zweite und fuhren obsi. Ich kenne da einen lauschigen Platz an einem Bergbächlein und unter einigen Schattenbäumen. Hier in der Höhe ist die Luft frisch und es weht ein laues Lüftchen. Es ist huere schön.

Am Abend brutzeln wir Tier am Spiess. Ich habe zwar den Grillrost zuhause vergessen, aber es geht auch ohne.

Bein Einnachten schauen wir den Dohlen zu. Öhm – ich meine die Vögel, nicht die Kanalisationsschächten. In der Ferne hören wir die Kühe bimmeln und in der Nacht verglühen über uns einige Sternschnuppen.

Nach zwei herrlich frischen Tagen ist schon wieder Sonntagabend und wir müssen nachhause fahren. Ist ja nicht weit. Aber im Tal unten ist es immer noch düppig heiss.

18. August 2012

der Neonazi

Muger erklärt die Welt - heute: der Neonnazi.
Nach dem verlorenen Weltkrieg schämten sich viele Nazis ihrer braunen Vergangenheit. Ein neues Erscheinungsbild - eine neue Farbe musste her. Aber die meisten Farben waren schon besetzt. Ausser rosa - und neon.

Also scherten sie sich den Schnauz ab und trugen nun den Seitenscheitel flächendeckend. Und nennen sich fortan "Neonazi".
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17. August 2012

Paprikagulasch und Schnitzelparadies

Als ich in den 1980-er Jahren zum erstenmal in den Osten reiste, war der „Eisernen Vorhang“ noch zu und ich ein schmächtiges Kerlchen. Die Autos auspufften blaue Wolken und die Gaststätten reichten „Grilletten und Sättigungsbeilage“. Für uns Westler war’s eine tolle Zeit.

Im September fahren wir wieder einmal hin. Tschechien, Slowakei, Ungarn und so weiter. Die erste Etappe werde ich voraussichtlich wieder alleine unterwegs sein. Wenn jemand mögen täte, könnten wir uns unterwegs auf einen Sirup treffen. Oder so.

16. August 2012

Scheiss-Sport

Muger erklärt die Welt - heute: Trendsport Kuhfladenlotto
Die Spielregeln im Kuhfladenlotto sind äusserst übersichtlich: Eine Wiese wird in nummerierte Quadrate eingeteilt. Man kann nun auf eines oder mehrere der Quadrate Geld setzten. Und dann kommt die Kuh ins Spiel; da wo sie einen veritablen Fladen fallen lässt - dieses Quadrat gewinnt! Meist zieht sich die Sache aber endlos in die Länge, da Kühe sich anscheinend genieren vor Publikum zu fladen.

Neulich wurde ich beim Kuhfladen-Lotto schamlos beschissen. Die Kuh liess den langersehnten Fladen ausserhalb des Spielfeldes fallen. Augenscheinlich verstand sie die Regeln nicht und der Veranstalter sackte die gesamten Spieleinsätze ein. Vermutlich steckten er und die Kuh unter einer Decke? Skandalös!

15. August 2012

heute ist Maria Shopping

Heute haben wir in der katholischen Schweiz "Maria Himmelfahrt". Kirchlicher Feiertag bedeutet auch immer freier Tag.
Traditionell wallfahren wir an solchen Feiertagen ins protestantische und darum werktätige Unterland. Aber nicht etwa aus unerwartet aufkeimender Zuneigung zu unseren Miteidgenossen. Nein, nein - einzig wegen der Tatsache, dass dort die Geschäfte auf haben.
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14. August 2012

unverwechselbare Schweiz

Muger erklärt die Welt - heute: Schweiz - Schweden

Die beiden werden oft verwechselt. Dabei ist es doch ganz einfach. Schweden, das ist IKEA – gegründet von Ingvar Kamprad. Und der wurde damit zum Milliardär und wohnt in der Schweiz. In Swasiland wiederum hat der König cirka 13 Frauen, aber keinen einzigen IKEA.