19. Januar 2012

ich tue nicht tanzen!

Neulich sass ich so da und betrachtete meine Füsse. Also genau genommen den Bereich zwischen den wurzeligen Zehen und der behornhauteten Ferse. Aber nur von oben, denn um die die Fusssohlen zu betrachten, müsste ich mich arg verrenken. Und wer will schon seine Fusssohlen anschauen!

Aber darum geht es jetzt nicht. Mir fiel auf, dass ich nie tanze. Kein Paartanz. Kein Tango-Walzer-Disco-Volkstanz. Keiner. Nie. Und ich weiss nicht einmal, ob ich überhaupt tanzen könnte, wenn ich wöllte? Hab’s ja noch nie probiert. Vielleicht könnte ich tanzen wie ein junger Gott. Rauschende Schwünge, federnde Schritte und sinnliche Wirbel. Aber ‒ öööhm ‒ wohl eher nicht.

Möchte jemand meine Füsse anschauen - ich könnte ein Foto machen?

18. Januar 2012

Kunst: Schwerverkehr in Uri

Als ich DAS auf dem Bahnhofplatz in Flüelen sah, dachte ich: «da steht ein dreckiges Auto im Kreisel.» Aber nein, das Auto ist aus Beton. Komplett. Innen und aussen - alles aus Beton.

Erst dachte ich, es sei ein „Morgan“. Aber dann erkannte ich ihn als „Wiesmann Roadster“. Das Betonauto ist ein Überbleibsel von der „Urner Gewerbeausstellung '06“. Es wurde damals von einem heimischen Betonwerk gebaut und ausgestellt.
Das Betonauto erinnert unweigerlich an den „Betonporsche“ vom österreichischen Künstler Gottfried Bechtold aus den frühen 1970-er Jahren. Der gilt als grossartiges Kunstwerk. Der Beton-Wiesmann in Flüelen nicht, der ist bloss Dekoration...

17. Januar 2012

der Nil und wir

Jetzt wo die Nächte lang und die Tage kalt sind, dachte ich, sollten wir wieder einmal in Urlaub fahren. Sonnenschein und laue Abende unter Palmen. Spannende Kultur und schmackhafte Nachspeisen. Und wo gibt’s das alles? Natürlich – in Assuan.
Frau G. und ich ferien nach Ägypten. Und ich kann auch gleich meinen neuen Wunder-Rucksack ausprobieren.

Flüge nach Ägypten gibt es zahlreich und für wenig Geld, dachte ich. Ich lasse das Internet glühen, finde aber kaum Brauchbares. Entweder ordentlich teuer oder stundenlange Umwege.
Irgendwann gelingt es mir dann doch; ich kann zwei Direktflüge von Zürich nach Luxor für je gut 320 Franken ergattern.
Und für die erste Nacht buche ich auch gleich noch ein Hotel; drei Sterne und Blick zum Nil für 25 Franken. Bestimmt ein urgemütliches Hotel. Ich sehe uns schon auf der Dachterrasse frühstücken. Ich hoffe die haben eine Dachterrasse. Und Frühstück. Oder zumindest ein Dach!

16. Januar 2012

die Liebe zu Vögeln

Die Reussdelta am Urnersee sei bekannt wegen der reichenhaltigen Vogelwelt – stand kürzlich in der Zeitung. «Na und?» sagte ich. Aber da stand auch noch geschrieben, dass da ein neuer Vogel-Beobachtungsturm steht. Gestern ist er fertig geworden. Also nichts wie hin; Turm gucken.

Wir schlendern vom Schlösschen A Pro quer durch die Riedlandschaft bis ans Seeufer. Und da steht er. Der neue Holzturm. Nigelnagelneu, elf Meter hoch und vom bekannten Architekten Gion Caminada geplant. In der Mitte eine Wendeltreppe, rundum geschälte Fichtenstämme. Ganz oben ein blütenförmiges Dach und vier Aussichts-Körbe. Hübsch, ganz besonders die Brüstungen aus Korbweide.

Von oben kann man das Wassergeflügel beobachten. Oder von unten die Ornithologen auf dem Turm.

Was wir so hörten, gefällt der Turm den Urner. Ich finde ihn aber etwas gekünstelt. Da wollte man wohl besonders originell sein und einen ganz besonderen Turm bauen. Dabei wäre etwas weniger mehr gewesen. Die grossartige Landschaft braucht eigentlich keine Aufhübschung.
Und obwohl die Aussichtsplattform recht gross ist, sieht man wegen der der Holzstämme nicht raus - schade.

14. Januar 2012

eine Bankenkrise

Vor einigen Tagen lag ein blasses Couvert im Briefkasten. Meine Bank schreibt, auf einem alten „Sparheft“ läge noch Geld und das täten sie mir gerne auszahlen.
Der Wohlstand hat mich gefunden! Ein unerwarteter Geldregen überschüttet mich - ich bin reich! Also nichts wie hin, mein Geld abholen.

Anscheinend habe ich in den 80-er Jahren der Bank von meinem Geld geliehen. Das wollen sie mir nun zurückgeben. Das Bankfroilein überreichte mir jedenfalls den stolzen Betrag von 210 Franken 17.
Was mich aber wirklich erstaunte: Ich vertraue der Bank jahrzehntelang mein Geld an. Sie hingegen ketten sogar ihren Kugelschreiber an. Deren Vertrauen in mich scheint überschaubar zu sein!
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13. Januar 2012

manchmal - bin ich ein ganz Netter

Heute möchte ich euch allen einmal Danke sagen. Es gibt keinen speziellen Grund dazu, kein Jubiläum und keinen Jahrestag. Es ist mir einfach drum. Also; ein «herzliches Dankeschön» all euch lieben Leser und –innen. Ohne euch wäre das alles nix.

Ganz besonders möchte ich mich bei Frau G. bedanken. Ich bin mächtig stolz auf sie. Zudem erträgt sie mich jahrein und jahraus ohne murren. Gut, seit dem ich täglich diese blassgrünen Pillen nehme, bin ich ja normal. Wer’s nicht glaubt, ich hab’s im fall schriftlich.
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12. Januar 2012

platzt bald mein Gehirn?

Das neue Jahr ist nun schon fast zwei Wochen alt. Zeit für einen Rückblick. Denn ich bin erstaunt, wie viele neue Sachen ich in der kurzen Zeit schon gelernt habe.

Folgendes:
+ Liege-Fahrräder werden immer von Männern gefahren. Männern mit Rosschwanz und ledrigen Gesichtern.
+ Annika und Tommy aus den Pippi-Langstrumpf-Filmen sind immer noch so doof wie früher. Und sie tragen gelbe Rollkragen-Pullis.
+ Alzheimer heisst mit Vornamen Alois. Und die Mutter Teresa Agnes und sie kommt aus Mazedonien und nicht aus Albanien.
+ Mein Fotoapparat ist kaputt. Und auch wenn man ihn aufschraubt und an seinen Innereien herumfingert, wird er nicht wieder heil.
+ Es heisst Ohrenschmerzen, auch wenn bloss eines Ohr schmerzt. Jetzt schmerzt es nicht mehr und ich höre wieder beidseitig und stereo.

Wenn das so weiter geht mit neuen Sachen, befürchte ich, dass dereinst mein Gehirn platzen wird.
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11. Januar 2012

Sprichwort: Feiglinge rennen schnell

Jetzt wo die Tage wieder länger; ein hilfreiches Sprichwort:

«Feiglinge leben länger - ganz besonders, wenn sie schnell rennen können.»
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10. Januar 2012

berühmt werden mit iSchnuddr

Neulich, als ich meinen Taschentuch-Eintrag betrachtete, dachte ich mir, eigentlich sollte ich berühmt werden. Weltberühmt, so dass die Passanten tuscheln und sich leicht verneigen, wenn sie vorbei gehen. Ich müsste bloss etwas erfinden. Und ich weiss auch schon was ich erfinden würde; synthetische Schnudder/Nasenpopel/Rotz. Ich würde ihn "iSchnuddr©" nennen.

Der Konsument könnte "iSchnuddr©" überall an Automaten beziehen. In so kleinen Plastik-Döschen, wie die Kaffeerahmkübeli. Drin wäre eine Portion synthetisches Nasensekret. Trübgelb glibbrig, langfadig und pastorisiert.
Der "iSchnuddr©" könnte mit wenigen Handgriffen in die Nasenlöcher appliziert werden. Und schon könnte man damit rotzen. Rauf schlotzen und dann runter gleiten lassen. Mit schnarchendem Gedröhne oder leisem Pfeifen; wie man möchte. Und für Familien gäbe es "iSchnuddr©" im praktischen ein Kilo Tetrapack. Zude gäbe es ihn in verschiedenen Geschmacksrichtungen: „feuchter Iltis“, „ranziger Keks“ und „Tramfurz“. Oder so.

Jawoll, genau das täte ich erfinden. Und dann damit weltberühmt werden. Und unglaublich reich.

9. Januar 2012

toter Tunnel in Luzern

Manche von euch haben es vielleicht schon bemerkt; ich bin alter Eisenbahntechnik nicht abgeneigt. Was also liegt näher, diese regnerischen Januartage zu einem Besuch solcher zu nutzen. Diesmal - der vor mehr als hundert Jahren stillgelegten „Gibraltar-Tunnel“ in Luzern.

Der Gibraltar-Tunnel wurde 1855-59 von der "Schweizerischen Centralbahn" erbaut. Durch ihn führte die erste Bahnlinie von Basel zum Luzerner Bahnhof. Der lag damals auf dem Gebiet der heutigen Pilatusstrasse. Schon bald war der Bahnhof zu eng und man baute nebenan einen neuen. Dadurch musste auch die Zufahrt angepasst werden. Um künftig keine Barrieren mehr zu haben, kamen die Geleise auf eine vier Meter hohen Damm. Dadurch lag der Gibraltar-Tunnelnun zu tief und wurde durch einen neuen ersetzt, den Gütschtunnel. Der Gibraltar-Tunnel wurde somit überflüssig und schon 1896 stillgelegt.
Ein paar Jahre lang diente der gut dreihundert Meter lange Tunnel der Pilzzucht. Seit gut hundert Jahren ist er nun aber bloss noch ein feuchter Lagerraum.
Wer gerne tote Tunnel guckt: Das Nordportal befindet sich hinter der Sentikirche, das Südportal in der Vonmattstrasse. Viel Spass.