28. Februar 2011

Herdäpfel-Torte und willige Weiber

Habe wieder mal gekocht. „Herdäpfeltorte“, Kartoffel-Torte, ist ein einfaches traditionelles Rezept aus dem vorletzten Jahrhundert. Und es gehört zu meinen Lieblingsessen; deren ich ja zahlreiche habe. In manchen Gegenden der Innerschweiz sagt man auch „Ofentori“ oder „Ofenguck“ dazu. Und manche machen sie auch mit Polenta statt Kartoffeln. Aber eigentlich ist es ein typisches Reste-Essen; hinein kommt, was da ist.

die Zutaten für 2 kräftige Esser:
Kartoffelstock, frisch gemacht, übriggebliebenen von gestern oder aus dem silbrigen Beutel
2 Eier
geriebener Käse, zum Beispiel Sprinz
eine Handvoll Speckwürfeli
eine Cervelat
Salz, Pfeffer, Muskat

Kartoffelstock machen, vielleicht etwas sämiger als üblich. Die Eier verquirlen und zusammen mit dem gerieben Käse unter die Kartoffelmasse mischen. Nun ordentlich Speckwürfeli in eine Gratinform streuen und die Kartoffelmasse vorsichtig darauf geben. Mit Wursträdli garnieren. Etwa dreiviertel Stunden bei gut 200° backen, mit Unterhitze. Und schon ist‘s fertig – essen.
Wer mag, kann auch Käsestifte in die Masse stecken. Oder Butterflocken darüber geben. Oder Zwiebelwürfeli untermischen. Ich mag sie aber am liebsten pur. Dazu passt gut ein Salat und ein kalter Winterabend.

Die "willigen Weiber" im Titel kommen im Rezept leider nicht vor, sie sollen bloss Google verwirren...

27. Februar 2011

Abenteuer mit Huhn

Heute war mir nach Abenteuer, Expedition und Wagnis. Nach fremdländischen Eingeboren, exotischem Getier und seltsamem Essen. Aber wo fährt man da hin, wenn man bloss einen Vormittag Zeit hat? Zum „Schaden-Otti“! Da kaufte ich mir für 3.95 eine Schachtel „Kebab de Poulet“ mit „Boulgour à l’orientale“. Gut; schon mal fremdländisch.

Im bunten Karton war eine dicht verschweisste Plastikschale. Also hinein in die Mikrowelle mit dem Geköche. Zwei Minuten Geduld und dann das erlösende: pling! Essen.
Der Inhalt der Schale schmeckte genau so wie er aussah. Sagen wir mal; öööhm, exotisch! Und huere abenteuerlich.
Und das Beste ist; das Zeug ist auch ungekühlt fast endlos haltbar. Man muss es nicht essen, man kann es auch im Schrank stehen lassen.
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25. Februar 2011

nur noch unglückliche Tiere essen

Als ich neulich mit den Schafen diskutierte, kam einer hinzu. Der erzählt mir, dass er seit neustem nur noch Fleisch von „glücklichen Tieren“ esse. Eine gute Sache finde ich, nobel. Glückliche, tote Tiere essen.

Aber auf dem Nachhauseweg überlegte ich mir dann: Halt; warum sollen denn ausgerechnet die glücklichen Tiere geschlachtet werden? Die Glücklichen, die auf der Blumenwiese am Waldrand weiden dürfen. Die übers Feld traben und in den blauen Himmel schauen können. Die sich den lauen Frühlingswind um die Nase wehen lassen und am Morgen das taunasse Gras futtern. Die sind wirklich glücklich.
Wäre es nicht viel klüger, stattdessen die Unglücklichen zu metzgen? Die Tiere tot zu machen, die tagein und tagaus dumpf in ihren Gattern stehen und sinnleer an die Stallwand glotzen. Die würden so vom tristen Dasein erlöst - und die Glücklichen dadurch doch bestimmt nicht unglücklicher...
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23. Februar 2011

zuhause: Schrein der Idioten

Aus gegebenem Anlass habe ich jetzt meinen persönliche Gedenkstätte errichtet - einen „Schrein der Idioten“. Jedesmal wenn ich daran vorbei gehe, gedenke ich nun all der Leute, die jahrelang von diesen Diktatoren, Despoten und Idioten geplagt und verhöhnt wurden.

Und es dient auch meiner persönliche Psycho-Hygiene. Jahrelang haben diese Idioten meine Reiselust einschränkten und uns mit unendlicher Bürokratie schikanierten.
Hoffen wir, dass alles gut wird...

Nachtrag und Ergänzung:
- Werbeplakat von Zine el-Abidine Ben Ali, Tunesien
- das Grüne Buch von Muammar al-Gaddafi, Libyen
- ein Stempel, von einem Grenzbeamten ausgeliehen, Pakistan
- ein Visum-Antrag, DDR
wird laufend ergänzt...
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wo übernachten mit dem Reisemobil?

Ich werde oft gefragt: Wo und wie findet ihr immer so schöne Übernachtungsplätze? Nun denn, dann will ich’s mal erzählen.

Vorgängig muss ich aber noch etwas richtigstellen. Unser Muger ist ein Reisemobil. Nein, kein Wohnmobil; denn darin täte man wohnen. Wir aber tun reisen. Und darin übernachten; aber nicht „wohnen“.
Eigentlich ist unser Muger sowieso bloss ein Kastenwagen. So einer, wie mit dem die Post die Pakete bringt; bloss deutlich weniger gelb. Und statt Päckli hat es ein Bett, eine Dusche und eine Küche drin. Dazu ein Fernseher, ein Kühlschrank und eine Heizung. Genau wie zuhause, aber wesentlich übersichtlicher; und auf Rädern.

Wo findet man nun einen guten Übernachtungsplatz. Da gibt es viele. Man könnte auf einen Campingplatz fahren. Da gibt es Duschen, WC und viele andere Camper. Manchmal schön, aber oft nicht. Zudem sind Campingplätze recht teuer, vorallem wenn man, wie wir, ausser dem Parkplatz nichts braucht. Und in der Nebensaison sind sie sowieso geschlossen. In vielen Ländern gibt es für Wohnmobile extra Stellplätze. Praktisch, preiswert und oft sehr schön gelegen. Aber manchmal stehen da die Wohnmobile dichtgedrängt und der Platz versprüht den Charme eines Grossparkplatzes.

Am liebsten stehen wir deshalb frei. Irgendwo am Flussufer unter den Kastanien. Oder am Rande der Altstadt oder auf einem Alpenpass. Nur solche traumhaften Übernachtungsplätze muss man kennen. Es gibt aber gewisse Tricks, diese auch an unbekannten Gegenden zu finden. In touristischen Orten kann man gut auf den Car-Parkplätzen übernachten. Die liegen gerne nahe an der Altstadt und sind nachts völlig leer. Ähnlich funktioniert das mit Sportplätzen, Hallenbädern und so. Besonders bewährt haben sich auch Friedhöfe. Die liegen oft an schöner Lage und verfügen über grosse Parkplätze, zudem hat es Abfallkübel und ein Wasserhahn. In Frankreich kann man sich fast immer am Kanal-Hafen hinstellen.
Überhaupt nicht zu empfehlen sind hingegen Autobahnraststätten. Vorne ist es laut, hinten brünzlen alle in die Büsche und die ganze Nacht brummen die Kühllastwagen. Noch schlimmer sind die Autobahn-Parkplätze. Da sind nachts gerne so seltsame Gestalten unterwegs; Stricher, Dealer, Polizisten. Da fährt man besser ins nächste Gewerbegebiet und stellt sich irgendwo hin.
Wenn man frei steht, ist es wichtig, dass man sich mit den Anwohnern, Spaziergängern, Böötlern, Fischern gut stellt. Immer nett grüssen und vielleicht etwas plaudern. Weil mit denen sollte man keinen Ärger haben, denn die sind in der Überzahl.

In all den Jahren kann ich mich bloss an einmal Ärger erinnern. In Bellinzona auf der Autobahn-Raststätte; da hat der Parkplatzwächter ab 4 Uhr nachts regelmässig ans Auto geklopft. Anfangs zögerlich, später zunehmend energisch. Ich konnte ihn irgendwie nicht hören und schlief derweilen weiter. Um 6 Uhr hämmerte er ans Blech und rief was - mehrsprachig. Als ich dann gegen halb sieben weiter fuhr, habe ich ihm für seine Bemühungen mit einem freundlichen Lächeln gedankt. Sieg nach Punkten für mich.

21. Februar 2011

ein schlaues Schaf

Dieses Schaf ist ein WAS, ein weisses Alpenschaf. Es hat keinen Namen, ich nenne es deshalb „Bänz“. Immer wenn ich an seinem Stall vorbei komme, schaut es neugierig heraus. Ich spreche jeweils ein paar Worte mit ihm. Es hört immer sehr interessiert zu. Es ist ein sehr schlaues Schaf; wissbegierig und lernwillig.

Meist sprechen wir über gesellschaftliche Themen oder die Tagespolitik. Das letztemal habe ich ihm aber die Resublimation am Beispiel der vereisenden Autoscheiben erklärt. Bänz hat sehr aufmerksam zugehört und dann lange nachgedacht.
Gesagt hat es nichts. Bänz ist halt eher etwas schweigsam.

20. Februar 2011

die Schneeglöggli sind da

Gestern sahen wir eine riesengrossen Herde von Schneeglöggli. Sie standen einfach ganz ruhig da und warteten auf den Frühling. Finde ich sooo schön - war ein wahrer Augenschmaus.

Hier noch was in die Ohren...
(und ganz laut machen)
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19. Februar 2011

zuhause: Einkaufswägeli knacken

Man kennt das, man will einkaufen und hat natürlich keine Münze dabei, um das Einkaufswägeli los zu ketten. Oder es bedarf einer fremdländischen Münze...
Ich will jetzt niemanden zur Delinquenz verführen - aber, mit etwas Fingerfertigkeit geht das auch ganz ohne Münze.

Wir unterscheiden ja zwei Typen von Einkaufswagenschlössern: Münzschlitz- und Münzschieber-Pfandschlösser. Die Münzschieber öffnet man ganz bequem, indem man auf seitlich des Schiebers einen Zahnstocher einführt und dann den Schieber wie gewohnt zudrückt. Klick - und schon ist es auf! Sollte man grad keinen Zahnstocher dabei haben, es geht auch mit Draht, Kabelbinder oder so.

Bei Wägeli mit einem neuen bedienungsfreundlicheren Münzschlitz-Pfandschloss geht es meist noch ringer: Einfach den Autoschlüssel statt der geforderten Münze in den Münzschlitz drücken. Und schnapp; schon ist das Wägeli dein. Bei manchen Modellen geht  es aber nur zwei Schlüssel; diese müssen gespreizt eingeführt werden; und klack - das Wägelei ist frei.
Einfach mal ausprobieren und ein wenig üben ...

17. Februar 2011

zuhause: Weltuntergang, schon wieder...

Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter. Das haben die Maya kürzlich in der Sonntagszeitung verkündet. Ausgerechnet die Maya! Woher sollten die das denn wissen, die sind ja längst selber untergegangen.

Unerfreuliche. Ich mache mir jedenfalls jetzt schon Gedanken, wie das wohl sein wird; der Weltuntergang. Ich meine, man will ja nicht unvorbereitet weltuntergehen. Besonders dann nicht, wenn das Datum schon so lange im Voraus bekannt ist. Was zieht man zum Weltuntergang an? "Festlich" scheint mir nicht unbedingt das Richtige. Vielleicht zwänge ich mich in meinen bewährten Hochzeits-Beerdigungs-Tschopen? Ein dunkelblauer Zweireiher, tailliert und mit goldenen Knöpfen. Um den ist sowieso nicht Schade, sollte er beim weltuntergehen kaputt gehen.
In den Altkleider-Container kann ich ihn ja sowieso nicht mehr geben; wer in der Dritten Welt unten würde so einen Tschopen anziehen wollen. Gut, vielleicht haben die ja auch Weltuntergang? Ja dann, dann spende ich ihn vielleicht doch dem Container. Ist ja für eine Gute Sache...

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16. Februar 2011

der mit dem Golf tanzt.

Neulich sassen Frau G. und ich ermattet auf einem Bänkli und schauten dem Strassenverkehr zu. Vierspurig drängten die Autos dem Stadtzentrum zu. Und mitten drin geht ein Mann. Er aalte sich geschmeidig zwischen den Autos durch. Weicht wie ein Stierkämpfer aus, hüpfte zur Seite. Aber was tut er da?
Der Mann hält irgend welche Waren feil! Ich konnte nicht genau erkennen, was er da anbot. Es muss sich aber um etwas unglaublich wichtiges handeln, sonst würde er sich doch nicht in solche Gefahr begeben.
Ich gehe näher. Sieht aus wie Blumensträusse in Silberpapier? Oder Kröten in Einmachgläsern? Oder sind es Chips-Tüten?

Nein, es sind fussballgrosse Disko-Kugeln! Er bietet doch tatsächlich den Autofahrern Diskokugeln an.

Ich meine, wer hat sich auf der feierabendlichen Heimfahrt nicht schon oft nach einer  eigenen Disko-Kugel gesehnt. Hier in Istanbul wird einem auch dieser Wunsch ambulant erfüllt.
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14. Februar 2011

Türkei: Istanbul, schön war’s.

Wieder ein wunderbar sonniger Vormittag. Wir genehmigen uns ein letztes Tee und schauen etwas wehmütig zur Sultanahmed-Moschee hinüber. Um Punkt elf Uhr besteigen wir die Strassenbahn und fahren zum Flughafen.

Bye türkiye.

Der Flieger hebt pünktlich ab. Nach kurzer Zeit schieben zwei Froilein ein Futterwägeli durch den Gang. Es gibt Nudeln in einem Alu-Schälchen und ein Plastikbeutel mit einem Küchlein. Dazu ein Plastikbeutel mit Plastikbesteck; alles schön abgerundet und in Kindergrösse. Ein Papierbeutelchen mit Salz und Pfeffer, eines mit Zucker und eines mit einem einsamen Zahnstocher. Das Auspacken dauert jedenfalls länger als das Essen.

Mit der untergehenden Sonne landen wir in Zürich.
Es war wunderschön in Istanbul. Und wir kommen wieder; im Herbst...

Ankunft
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4. Bericht

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12. Februar 2011

Türkei: Istanbul, schon der 4. Bericht

Bald unser letzter Tag in Istanbul. Heute haben wir endlich die Ayasofya (Hagia Sofia) besichtigt. Der Kuppelbau ist von grandiosem Ausmass und reich geschmückt; goldene Mosaiken und Marmor in allen Farben. Aber da und dort bröckelt es und die Zeit nagt am Gemäuer.

Mit dem Bus (Nr. 99) fahren wir am Goldenen Horn hoch zur bulgarisch-orthodoxen Kirche "Aya Stefan". Diese Kirche besteht komplett aus Gusseisen. Die Einzelteile wurde um 1895 in Wien gegossen, dann hierhin verschifft und aufgebaut. Jetzt nach gut 100 Jahren leidet sie schwer unter Korrosion. Und auf der Nordseite sind die Grundmauern schon bedenklich im weichen Untergrund eingesunken. Es klaffen handbreite Risse. Die Kirche ist meistens verschlossen, wir durften aber trotzdem hinein!

Nach so viel Kültür hatten wir eine Stärkung verdient. Wir trinken ein Glas "Boza", und das direkt beim Hersteller "Vefa Bozacısı". Boza besteht aus vergorener Hirse und wird mit Zimt genossen. Boza soll die Manneskraft stärken, oder vor Hundebissen schützen - habe das nicht recht verstanden…

Wir schlendern noch etwas durch die Gassen und durch die Hallen des Grossen Basars. Es ist viel los, jeder scheint unterwegs zu sein um noch gschwind seine Wochenendeinkäufe zu tätigen.

Dieser Koch macht "Kokoreç". Das sind aufgewickelte und dann gegrillte Schafsdärme. Anschliessend werden sie kleinehackt und mit Weissbrot genossen. Stärkt bestimmt auch die Manneskraft. Odr so?


Morgen werden wir uns auf den Heimweg machen. War schön in Istanbul; wir kommen bestimmt bald wieder.

Ankunft
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11. Februar 2011

Türkei: immer noch in Istanbul, 3. Teil

Heute ist hier Freitag. Und wieder ein sonniger Februartag. Wir fahren mit der Autofähre nach Asien hinüber, über den Bosporus nach Harem. Hier besuchen wir die Şakirin Moschee. Die ist ganz neu und vor allem bekannt, weil sie die erste Moschee ist (?), die von einer Frau geplant wurde.  

Am Hayderpaşa Bahnhof starten die Züge in den Osten der Türkei, und nach Bagdad und Damaskus. Vor kurzem hat es hier gebrannt, nun fehlt am grandiosen Bahnhof leider ein Teil des Daches. Wir schauen uns schon mal die Fahrpläne an; vielleicht sind wir im Herbst wieder hier und...

Von Karakoy fahren wir mit dem Personenschiff retour zur Galatabrücke. Und gleich weiter gut 20 Kilometer den Bosporus nordwärts bis zur „Sultan-Mehmed-Brücke“. Eine imposante Hängebrücke mit einer Spannweite von über einem Kilometer. An beiden Ufern des Bosporus sehen wir viele prachtvolle Palästen und Festungen aus osmanischer Zeit.

Es war ein wunderschöner Tag auf dem Wasser.

Und was haben wir gelernt? Bei tiefstehender Sonne werfen auch Zwerge lange Schatten.

Ankunft
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2. Bericht

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10. Februar 2011

Türkei: Istanbul, unser 2. Bericht

Ein weiterer Tag in dieser Weltstadt. Heute überquerten wir die Galata-Brücke um den Stadtteil Beyoğlu zu erkunden. Auf der Galata-Brücke sind wie jeden Tag unzählige Fischer am angeln. Und sie fangen auch tatsächlich Fische, da steht keiner mit einem leeren Kübel da.

Mit der Tünnel-Bahn fahren wir nach oben zur Istiklal-Strasse. Diese Bahn ist eine der ältesten U-Bahnen der Welt; Baujahr um 1870. Die Istiklal ist eine recht europäisch anmutende Strasse mit vielen Hundert von Einkaufsläden und einem historischen Tram. Und irgendwo zweigen wir ab und gehen durch eine schmale Seitengasse und  kommen so zu einem Teegarten mit einer grandiosen Aussicht. Ein Häusermeer mit zehntausende von Dächer. Und jedes mit mehreren Satellitenschüsseln bekrönt.

Am Nachmittag besuchen wir das „Istanbul Modern“, das neue Museum für moderne Kunst. Das liegt direkt am Bosporus und man hat einen tollen Ausblick. Und als Abschluss geniessen wir gebratenen Fisch und den Sonnenuntergang am Goldenen Horn.

Immerzu werden wir für Spanier gehalten. Mir ist das eigentlich egal, ich frage mich bloss, wie kommen die da drauf? Was ist an uns spanisch? Wenn wir in Badehosen herumliefen, OK, aber mit Wintermantel und Mütze! Seltsam.
 
Ankunft
1. Bericht.

9. Februar 2011

Türkei: wir in Istanbul

Gestern Nachmittag landete unser Flieger pünktlich auf dem Atatürk-Flughafen. Wir fuhren mit der Metro und dann mit der Strassenbahn nach Sultanahmed. Gleich hinter der berühmten „Blauen Moschee“ ist unser Hotel; mit einem herrlichen Ausblick auf Meer und die Stadt.

Heute machten wir einen ersten Rundgang. Sultanahmed-Moschee, grosser Bazar, Suleyman-Moschee und dann zum ägyptischen Bazar. In den Markthallen wird eine unglaubliche Vielfalt an Waren angeboten. Und noch mehr in den Gassen rundherum. Wir sehen Fachgeschäfte für Hosenknöpfe, Plastikkörbe, Puppen, Kleiderbügel und vieles mehr. Zudem Gewürze, süsses Naschwerk, Früchte, Fische und allerhand Touristenkram.

Es ist sonnig und recht warm für den Februar. Und die Leute sind nett und machen gerne ein Spässchen. Am Mittag essen wir ein Kebab, teuer und leblos. Aber von unserem Bänkli aus sehen wir die Galata-Brücke und die Schiffe auf dem Bosporus. Am Nachmittag lümmeln wir noch ein wenig herum. Trinken Kaffee und besichtigen einige Konditoreien.


Seit gestern versuche ich ein“ AKBIL“ zu kaufen. Das ist so ein elektronisches Billet für den öffentlichen Verkehr. Mit Geld aufladen kann man das Ding an unzähligen Automaten; aber kaufen bloss an wenigen Verkaufsstellen. Heute gelingt das Vorhaben: In einem eigenartigen Kabäuschen hockt ein Türke und verkauft welche; nun haben wir ein knallgelbes AKBIL.

Bericht von der Ankunft
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8. Februar 2011

wir essen beim Türken

Heute Abend hat mich die bezaubernde Frau G. zum Essen ausgeführt. Wir feiern ein rundes Jubiläum; unser erstes Zusammentreffen jährt sich. Wir sind beim Türken essen gegangen. Und wo könnte man das am Besten tun, in Istanbul.

Und wo wir jetzt schon mal da sind, werden wir gleich einige Tage bleiben. Wir wollen durch die Basare streifen und auf Türme steigen. Im Kaffeehaus sitzen und durch die Gassen flanieren. Orientalische Kültür und den noch zarten Frühling geniessen.

Merhaba Türkiye!

7. Februar 2011

kochen: Landjäger-Kartoffel-Eintopf

Vor einigen Tagen kochte ich wieder mal mein Lieblings Herdäpfel-Zwiebel-Eintopf mit Landjägern. Ein einfaches, schnelles Rezept für einsame Winterabende oder für unterwegs im Reisemobil.

die Zutaten für 2 Personen:
4 bis 6 festkochende Herdäpfel, zum Beispiel „Charlotte“ oder so
2 grosse Zwiebeln
Frühlingszwiebeln 
oder Lauch
einige Knoblauchzehen
2 Landjäger
Kümmel
gemahlenen Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer

Die Zwiebeln, den Knoblauch und die Frühlingszwiebeln klein schneiden und kurz in etwas Öl andünsten. Einen ganzen Kaffeelöffel voll gemahlenen Kreuzkümmel und ordentlich gewöhnlichen Kümmel dazu geben. Dann die kleingeschnittenen Kartoffeln und den gescheibelten Landjäger in den Topf geben und mit ganz wenig (ein Esslöffel) Wasser angiessen. Salz und Pfeffer dran. Und nun auf ganz kleiner Flamme köcheln. Wenn die Kartoffeln gar sind – ist alles fertig.

Vegetarier können von mir aus die Landjäger weglassen; oder sie mir überlassen.

6. Februar 2011

von See zu See

Ein Spaziergang von Giswil nach Lungern. Vom Bahnhof Giswil gingen wir dem Lauibach entlang bis zur Kirche. Beim Pfedli beginnt dann die Steigung hinauf nach Bürglen am Lungernsee. Unterwegs hat man einen schönen Ausblick auf das Sarneraatal, Pilatus, Stanserhorn, Rigi usw.

In Bürglen erreichten wir nach 3,5 km den Lungernsee. Der leidet im Winter jeweils an Entwässerung, ein breiter Kiesrand umsäumt den Seespiegel. Auf einem malerischen Kiessträssli laufen wir dem Westufer entlang nach Obsee. Und dann hinauf zum Bahnhof Lungern.
Gesamtstrecke 9,5 km und 270 Höhenmeter berauf.

Der Weg ist nicht zu verfehlen. In Giswil einfach dem Radweg nach Lungern folgen. Nicht dem Jakobs-Pilgerweg, der führt der zuerst der lärmige Strasse entlang und dann steil den Berg hinauf und dann wieder der lärmigen Strasse entlang.

5. Februar 2011

Mannen auf dem Mond

Neulich schaute ich im Fernsehen wie (genau heute vor 40 Jahren, am 5. Februar 1971) zwei Mannen ihr Apollo 14 auf den Mond parkierten. Kaum gelandet, öffnete sich eine Klappe und der eine kletterte über ein Leiterli hinunter auf den bleichen Mondboden. Einige federnde Schritte - und um ein Haar wäre er in einen Hundsdreck gestanden!

Uiuiui – aber er hat nochmal Glück gehabt und den Gaggel knapp verfehlt. Das hätte nachher in dem Apollo drinnen schön gestunken. Und das bei dem langen Heimflug.
Diese Raumfahrerei war schon immer voller unberechenbarer Gefahren...
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4. Februar 2011

scheiss Menschenversuch

Gestern hat mir die Frau an der Migros-Kasse so ein „nano mania“ aufgenötigt. Zuhause habe ich dann erwartungsvoll das kisternden Beutelchen aufgerissen und geschaut was da drinn ist? Hervor kam ein hellblaues Plasik-Zäpfli. Und jetzt - was tun damit?
Hinten auf der Packung steht mehrsprachig: «Enthält verschluckbare Kleinteile»
Also los; ich habe das Zäpfli wie befohlen verschluckt. Wollte einfach mal schauen, wie es schmeckt. Und wann es in der Kloschüssel wieder das Tageslicht erblickt?

Was ich schon sagen kann; es ist völlig ohne Geschmack. Auch das Design.
Geschuckt habe ich es gestern, 3. Februar, um 19:14 Uhr. Bis heute Morgen habe ich nichts mehr von ihm gemerkt. Ich werde euch aber selbstverständlich weiter auf dem Laufenden halten...

+Nachtrag: Es ist jetzt der 5. Februar Abends; und vom Plastik-Dings in meinen Gedärmen ist immer noch nichts zu sehen!
+Nachtrag 2: Sonntag Abend, 6. Februar. Noch immer nicht zum Vorschein gekommen.
+Nachtrag 3: Samstag Abend, 12. Februar. Das Nano ist immer nocht nicht wieder zum Vorschein gekommen. Ich glaub langsam, ich habe das Ding verdaut?
+Nachtrag 4: Montag, 14. Februar. Ich habe heute im Migros wieder zwei Nano bekommen. Soll ich den Versuch wiederholen?
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3. Februar 2011

unterwegs: Libyen 1997

Wieder einmal ein altes Foto aus der Guten alten Zeit. Ein Übernachtungsplatz am Südrand der al-Hamrah in Libyen, November 1997.

Wir kamen von Ghadames her. Bis hierhin lagen schon etwas mehr als 250km freie Wüste hinter uns. Und bis zur nächsten Strasse waren es immer noch gut 200km.
Die Weiterfahrt am nächsten Morgen ging zuerst hinüber zu den Sanddünen, dann diesen entlang nach links (ostwärts). Und dann nach etwa 50km  scharf rechts abbiegen und südwärts fahren bis Idri...

Auf dem Bild mein IVECO 45-10 4x4
mein alter MB 207

2. Februar 2011

duschen im Reisemobil?

Eine Dusche im Reisemobil; braucht man sowas? Darüber wurde kürzlich im Wohnmobilforum eifrig diskutiert. Ich sage; ja - braucht man; unbedingt.

In all den Jahren davor habe ich unzählige mal auswärts geduscht. Und dabei so meine leidvollen Erfahrungen gemacht. Es gibt Duschen, die sind so schmutzig, dass man besser die Stiefel anbehält. Oder spreizbeinig auf dem Rand der Dusche stehen muss. Dann gibt es Duschen ohne warmes Wasser, ohne kaltes Wasser, ganz ohne Wasser. Mit rostigem Wasser, mit schwefligem Wasser, mit tröpfelndem Wasser. Manche Duschen funktionieren zu Beginn, dann aber verebben sie. Oder man braucht Münzen, Jetons oder so. Und die bekommt man am anderen Ende der Anlage beim Pförtner. Der hat aber schon Feierabend, oder er kommt erst später.
Dann gibt es Duschen mit Türen ohne Schloss oder Türen die nicht zu gehen. Oder ohne Tür; ohne Dach, ohne Wände oder ohne Dusche. Und der Duschschlauch rinnt und spritzt in alle Richtungen. Bloss vorne kommt kaum Wasser raus. Dafür spritzt er die frischen Kleider nass.
Der Weg vom Reisemobil zur Dusche kann weit sein. Das ist ungünstig wenn es regnet, schneit, sandstürmt oder stockfinster ist. Unterwegs kann man auf strupfige Hunde, faustgrosse Käfer, durstige Schafe treffen. Oder auf australische Camping-Gruppen, Rotel-Tour-Busreise-Herden oder polnische Sporttrinker. Oder auf lokale Gaffer, ermattete Säufer und Taschendiebe.
In der Dusche angekommen ist keine Dusche frei. Oder bloss die eine, wo kein Wasser läuft. Oder der Abfluss verstopft ist (das ist allerdings gut für die durstigen Schafe, die müssten sonst aus der Toilette trinken). Oder es steht schon eine Kolonne halbnackter, wildfremder Mannen an. Ist man dann drin in der Dusche, hat es keinen Hacken um die Kleider und das Tüechli aufzuhängen. Und keine Möglichkeit das Shampoo hinzustellen. Und stellt man es auf den Boden, kann man es nicht mehr aufheben, da die Enge ein Bücken nicht zulässt. Hängt man sein Tüechli über die Tür, muss man Angst haben, dass es in die nasse Dusche zurück fällt. Oder aussen hinunter, wo es auch nass ist, und zudem sandig.
Ist man dann fertig geduscht, stellt man fest, dass es sibirisch kalt ist. Und wenn man schlotternd seine Hosen anzieht, schleifen die Hosenbeine durch die Pfütze. Oder die Unterhosen fallen ganz hinein. Das Tüechli hat von der Tür, wo es drüber lag, einen braungrauen Abdruck. Draussen stehen immer noch Leute; die eigenen Schuhe aber nicht mehr. Der Spiegel über dem Brünneli ist blind, oder er fehlt. Dafür hat es kein Tablar um die Zahnbürste abzulegen. Und legt man sie auf den Brünneli-Rand, fällt sie auf den Boden zu den Käfern. Also muss man die fertig präparierte Zahnbürste in den Mund stecken, während man mit den freien Händen den Deckel auf die Zahnpastetube dreht. Das Tüechli klemmt man während dessen zwischen die Knie. Und die Zahnpastatube dann in die Hosentasche. Dann rennt man durch den peitschenden Regen zurück zum Reisemobil. Wenn es aber Glatteis hat, sollte man nicht rennen. Und wenn es stockfinster ist, sollte man die Taschenlampe dabei haben. Hat man sie in der Dusche vergessen, braucht man nicht mehr retour zu gehen; die ist weg. Auch der Schirm. Das Wohnmobil findet man aber auch im Dunkeln; man hört die Hunde, die sich um den Müllbeutel streiten.

Darum, und nur darum, haben wir eine Dusche in unserem Reisemobil.
Siehe auch die Toiletten-Sache.

1. Februar 2011

zuhause: wenn der Himmel heult

Ich will euch frühzeitig vorwarnen. Morgen ist es wieder soweit. Am frühen Nachmittag vernimmt man ganz unvermittelt ein jammerndes Heulen, schauerlich und durchdringlich. «UUUUUuuuuuUUUUUU».
Schreien die Wolken, weinen die Hausdächer? Nein, es ist wieder Sirenentest, so wie jedes Jahr, am ersten Mittwoch im Februar.

Mit diesem uralten Ritual begrüsst die offizielle Schweiz alljährlich den Frühling. Ab nun werden die Tage spürbar länger. Bald schon blühen die ersten Scheeglöggli und Krokusse. Und die Kröten und Nordic-walkingerinnen erobern das Seewegli zurück.

Also, morgen Nachmittag mitheulen und den Frühling willkommen heissen.