24. April 2014

Genfersee: eine Hochschule macht Wellen

Von der Strasse her sieht es erst einmal recht unspektakulär aus; das neue „Rolex Learning Center“ der Technischen Hochschule Lausanne. Ein riesiger Faden, der sich da und dort etwas aufbäumen. Wie ein Teppich, den man aufhebt um den Staub drunter zu wischen. Beim näher kommen merkten wir dann, wie gross das Ding ist: Riesig. 120 mal 160 Meter lese ich irgendwo.

Bildquelle: Tageszeitung/www.etools.ch
Durch eine der Wellen betreten wir das Gebäude. Überall sind runde Löcher ausgestanzt, so entstehenzahlreiche Innenhöfe; und unter den Wellen gedeckte Aussenplätze und Durchgänge.

Innen formt der Boden eine Berg- und Tallandschaft. Da und dort flätzen Studenten in utopischen Sitzkissen und dösen. Andere sitzen in gläsernen Blasen und studieren. Ich interessiere mich aber mehr für die Gatronomie. Mehrere riechen sehr verlockend. Und preiswert essen ist ja nie verkehrt.

Ein spannender Bau, aber auch etwas arg künstlich. Überall wird das eigentlich schöne Konzept von Schutzgeländern, Rollstuhlrampen und Warnmarkierungen blossgestellt. Etwas weniger Spektakel wäre vielleicht schlussendlich klüger gewesen.
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23. April 2014

Genfersee: toter Charlie Chaplin für fünfzig Franken

Seine letzten Jahre wohnte der britische Komiker und Filmproduzent Charlie Chaplin in Corsier-sur-Vevey am Genfersee. Hier starb er an Weihnachten 1977 und wurde auf dem Dorffriedhof beigesetzt. So weit so gut. Dann aber, in der Nacht vom 1. auf den 2. März 1978, verschwand er spurlos. Auf dem Friedhof klaffte ein grosses leeres Loch.

Einige Tage später rief ein „Monsieur Cohat“ bei Frau Chaplin an und verlangte 600‘000 Dollar Lösegeld für den Leichnam. Frau Chaplin lehnte ab. In den folgenden elf Wochen rief der Ganove noch einige Dutzend mal an, um zu feilschen. Ohne Ergebnis. Irgendwann endete die unrühmliche Sache und die Polizei verhaftete die Täter. Zwei Automechaniker aus Osteuropa, Roman Wardas und Gantscho Ganev. Der eine wurde zu einigen Jahren Gefängnis verurteilt, der andere bekam wegen seiner nachweislichen Doofheit bloss eine bedingte Strafe.

Frau Chaplin erzählte später; wenn sie hätte weiter verhandeln können, hätte sie den Leichnam für weniger als 50 Franken, inkl. Eichensarg, zurückbekommen! Heute liegen beide nebeneinander auf dem Friedhof. Diebstahlsicher einbetoniert, munkelt man.
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22. April 2014

Westschweiz: grauslig schöner Anfang

Wenn wir einen Tag früher losfahren und später heimkehren - haben ich mir überlegt - hätten wir spürbar mehr Osterurlaub. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist solala, also fahren wir über den Jaunpass in die Westschweiz. Architektur gucken und anderes.

In Greyerz, oder Gruyères wie die Leute hier sagen, besuchen wir das mittelalterliche Städtchen. Auf einem Hügel hockt ein Schloss und drumherum kuscheln sich einige schöne alte Häuser. Gefällt uns.

Neben dem berühmten Greyerzer-Käse gibt es hier noch eine weitere Berühmtheit: H.R. Giger. Bildhauer und Alien-Erfinder. Und darum gibt es auch eine H.R. Giger-Gaststätte. Die Einrichtung ist so etwas zwischen Horrorfilm und Leichenschauhaus. Wirbelsäulen, Rippen und hagere Roboterfrauen mit spitzigen Brüsten. Von einer wand glotzen Monster mit Skibrillen und eine Lampe sieht wie ein Gebärmutter aus. Wir bestellen uns einen Kaffee und lassen uns begruseln.

Vevey liegt am Genfersee und ist bei näherer Betrachtung ganz hübsch. Die Cafés an der Uferpromenade sind voller Leute, die bunte Getränke und die milde Frühlingsonne geniessen. Wir auch. Und Sachen anschauen tun wir auch.

Gegen Abend fahren wir zum Übernachten ans obere Ende vom Genfersee. Hier finden wir einen schönen Platz direkt an der Rhône. Das Schmelzwasser gluckst seewärts und die Abendsonne versinkt im bierfarbigen See. Fühlt sich an wie richtige Ferien.
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19. April 2014

Eierschlacht

Wer das Knusprige aussen an den Ostereiern nicht mag, kann sie in Sarnen schlachten lassen.

Und dann nur das weiche Innere essen. Odr so...
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18. April 2014

wichtige Mitteilung, heute betreffend:

Heute ist - ääähm  - dings, dingsda: Feiertag.
Jedenfalls haben sie damals diesen Juden ans Gebälk genagelt. Für ihn wohl eine etwas unerfreuliche Sache. Dennoch erinnert man sich bis heute gerne daran.
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