16. April 2014

hummelbrummen und der Osterduft

Nach dem fehlenden Winter hat nun der Frühling zugeschlagen. Die Wiesen leuchten blumig gelb und ein launischer Wind bläst Wolkenfuseln über den blauen Himmel. An den Bäumen spriessen zartgrüne Blätter und die Singvögel pfeifen bis ihre Schnäbel glühen. Eine Hummel brummt beharrlich und futterneidig um meinen Fruchtkuchen. Es ist Frühling.

Und es würde mich nicht wundern, gelänge es nicht dem eine oder anderen Bauern, noch vor Ostern gschwind seine Matten zu güllen - und die Feiertage herzhaft einzustinken.
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15. April 2014

Fenster aus Stein und Ägypten

Die "Paulus-Basilika" in Rom gilt als eine der grössten Kirchen weltweit. Und ja, gross ist sie. Schön aber nur bedingt. Das liegt vor allem daran, dass sie im Juli 1823 komplett abbrannte und dann dem Zeitgeschmack entsprechend wieder aufgebaut wurde.
Mir haben ganz besonders die Fenster aus durchscheinendem Alabaster gefallen. Sie erinnern mich an die St. Pius Kirche in Meggen, die ja komplett aus durchscheinendem Marmor gebaut ist.

Die Alabasterfenster sind ein Geschenk vom Mohammed Ali - nicht vom Boxer, vom anderen - dem ägyptischen Vizekönig. Er liess damals in Kairo grad die "Muhammad-Ali-Moschee" bauen. Und die ist über und üppig mit Alabaster ausgestattet; weshalb sie heute auch "Alabastermoschee" genannt wird. Wie dem auch sei - Fenster aus durchscheinendem Stein sind im christlichen Baukunst eher selten und schon deshalb sehenswert.
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14. April 2014

den Stier reiten

Bei uns in Kägiswil war am Wochenende Büchermarkt. Eine alte Industriehalle voller Bücher in Kartonschachteln. Und da ist er mir gleich ins Auge gesprungen; der neue "Jungbauernträume 2014"-Kalender. Ganz besonders das berauschende Ding mit den sinnlichen Rundungen auf dem Titelbild.

Auf genau so einem Deutz D15 habe ich damals Traktor fahren gelernt. Ein Arbeitstier mit brachialen 14 PS und einem elastisch gefederten Blechschalensitz. Der Einzylindermotor katapultierte uns auf weit über 20 km/h Höchstgeschwindigkeit. Es fühlte sich an wie ein Ritt auf einem wilden Stier.
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12. April 2014

nichts für schwache Nerven

Die heisse Bratpfanne ist das, was die Fischstäbchen eiskalt und steinhart macht, wenn man keine hat.
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11. April 2014

was ich an Campingplätzen mag – nichts

Was liegt in meiner persönlichen Beliebtheitsskala noch hinter gebrochener Nase und Zimmerbrand – Campingplätze. Wobei die Idee eigentlich ja gar nicht verkehrt ist; gemeinsam mit anderen Reisenden an einem schönen Platz urlauben.
Die meisten Campingplätze verströmen jedoch den Charme eines IKEA-Parkplatzes. Dicht an dicht stehen Wohnmobile und Wohnwagen, die Zwischenräume mit allerlei Hausrat vollgestellt. Und mitten in dem Plunder hocken spärlich bekleidete Rentner mit leichenblassen Beinen und trinken Rotwein aus Plastikgläsern. Im Schatten modern hechelnde Hunde vor sich hin. Die Luft duftet nach Schweiss, Sonnenmilch und WC-Chemikalien. Also eigentlich ganz nett.
Doch der Schein trügt. Die an sich harmlosen Camper sitzen aus einem einzigen Grund draussen auf ihren Klappstühlen. Sie beäugen die Neuankömmlinge und lästern was das Zeug hält. Eine Atmosphäre wie im Zoo, oder bei der Stasi. Wer sowas mag - ok - aber für uns ist das eher nix.
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