1. Februar 2017

nach Marokko: französisch Sibirien

Valence. Draussen ist es kalt und trüb. Und unser Frühstücksbuffet entpuppt sich als ein ödes Ensemble aus Brot, acht Scheiben Aufschnitt, Plastik-Käse und einer röchelnden Kaffeemaschine. Aber es mundet gut und ich bin rundum zufrieden. Die Nachfolgenden werden aber leider leer ausgehen.
Auf der Landstrasse rollen wir gemütlich nach Orange. Die Landschaft hier ist, wie ich von früheren Reisen weiss, hübsch. Rechts die Rhone und links die Lavendelfelder. Heute aber nicht. Bloss grau und abgestorben.

Um zu zeigen, wie das hier bei sch;nem Wetter ausschauen tut, habe ich extra dieses Lavendel-Poster mit Katzen-Baby fotografiert.

Vor zweitausend Jahren haben die Römer hier mitten ins Städtchen Orange hinein einen Triumphbogen und ein mächtiges Theater gebaut. Und das wollen wir uns jetzt anschauen.

Dicken Mauern und Sitzplätze für zehntausend Römer. Imposant anzuschauen – aber die Temperatur um den Gefrierpunkt und der stramme Polarwind dämpfen unsere Begeisterung für Architekturgeschichte massiv.

Wir setzen uns deshalb in ein Bistro und lassen unsere Glieder auftauen. Der anschliessende Stadt-Spaziergang endet im Schneeregen. Für uns heisst das ab in den Süden. Dort ist es hoffentlich etwas weniger kalt, so dass unser Möbelwagen endlich auftaut. Eigentlich wären wir ja gerne noch etwas in der Camargue herum gestreift, aber so nicht.

In Béziers verkriechen wir uns ins Ibis Hotel. Es sieht besser aus, als das gestrige. Aber auch es steht im Niemandsland zwischen einer Autoglaserei und einem Möbelhaus. Als wir ankommen, ist keiner da und wir müssen am Automaten einchecken. So ein unbemanntes Hotel finde ich immer wieder erstaunlich. Und eigentlich ist mir so ein vielsprachiger Hotel-Automat fast lieber, als so ein mürrischer Pförtner-Knecht.

31. Januar 2017

nach Marokko: französisch Sibirien

Valence. Draussen ist es kalt und trüb. Und unser Frühstücksbuffet entpuppt sich als ein ödes Ensemble aus Brot, acht Scheiben Aufschnitt, Plastik-Käse und einer Kaffeemaschine. Aber es mundet gut und ich bin rundum zufrieden.
Auf der Landstrasse rollen wir gemütlich nach Orange. Die Landschaft hier ist, wie ich von früheren Reisen weiss, hübsch. Rechts die Rhone und links die Lavendelfelder. Heute aber nicht. Bloss grau und abgestorben.

Um zu zeigen, wie das hier im Sommer ausschauen tut, habe ich extra dieses Lavendel-Poster mit Katzen-Baby fotografiert. Herzig, odr?

Vor zweitausend Jahren haben die Römer hier mitten ins Städtchen Orange hinein einen Triumphbogen und ein mächtiges Theater gebaut. Und das wollen wir uns jetzt anschauen.
Dicken Mauern und Sitzplätze für zehntausend Römer. Imposant anzuschauen – aber die Temperatur um den Gefrierpunkt und der stramme Polarwind dämpfen unsere Begeisterung für Architekturgeschichte massiv.

Wir setzen uns deshalb in ein Bistro und lassen unsere Glieder auftauen. Der anschliessende Stadt-Spaziergang endet im Schneeregen. Für uns heisst das, ab in den Süden. Dort ist es hoffentlich etwas weniger kalt, so dass unser Möbelwagen endlich auftaut. Eigentlich wären wir ja gerne noch etwas in der Camargue herum gestreift, aber so nicht.

In Béziers verkriechen wir uns ins Ibis Hotel. Es sieht besser aus, als das gestrige Hotel. Aber es steht genaus im Niemandsland; zwischen einer Autoglaserei und einem Möbelhaus. Als wir ankommen, ist keiner da und wir müssen am Automaten einchecken. So ein unbemanntes Hotel finde ich immer wieder erstaunlich. Und eigentlich ist mir der vielsprachiger Hotel-Automat fast lieber, als ein dumpfmürrischer Pförtner-Knecht.

30. Januar 2017

nach Marokko: der Seilschlepper Ardeche

Am südlichen Stadtrand von Valence liegt ein Schiffswrack am Rhone-Ufer. Ein einzigartiger Seilschlepper von 1895; der Toueur „Ardeche“. Und den möchte ich schon seit vielen Jahren einmal aus der Nähe anschauen. Und jetzt war die Gelegenheit grad günstig. Die Sonne scheint uns es ist eisig kalt, also spazieren wir zum Wrack.

Damals waren die Schiffe noch zu schwach motorisiert um gegen die Strömung der Rhone anzukommen. Deshalb mussten sie von Schleppern gezogen werden. Der Schlepper „Ardeche“ hatte zwar eine 220 PS Dampfmaschine, doch auch damit wäre er immer noch viel zu schwach gewesen, um andere Schiffe bergwärts zu schleppen. Deshalb zog er sich mit seiner eigenen Seilwinde bergauf.

Der Seilschlepper ist gut 50 Meter lang und etwa 325 Tonnen schwer. Mitten auf dem Schiff sieht man heute noch die Winde mit einem 15 Kilometer langen Seil. Daran zog er sich, und die anderen Schiffe, durch die Strömung. Hatte er sein Ziel erreicht, übernahm der nächste Schlepper die Frachtschiffe und zog sie weiter bergauf. Um die 100 Kilometer Stromschnellen zu bewältigen waren auf der Rhone acht solcher Seilschlepper im Einsatz.

Schleppbetriebe à la Toueur wurde bis 1936 durchgeführt, dann waren die neuen Schiffe kräftig genug um selber zu fahren. Unser Seilschlepper „Ardeche“ ist der einzig erhalten gebliebene seiner Art. Eigentlich sollte er in den um 1980 ein Museumsschiff werden. Doch daraus wurde nichts und seither schläft er hier am Ufer.

27. Januar 2017

nach Marokko: Winter in Frankreich

Alles ist steinhart gefroren, als wir in der Morgendämmerung unseren Möbelwagen aus dem Winterschlaf wecken. Eigentlich ist das Wetter ja nicht grad ideal für einen Campingurlaub, doch wir müssen los, denn ich habe einen Termin in Marokko.

Genüsslich brummen wir durch den nebligen Winter in Richtung Westschweiz. Die Strassen sind trocken und der Verkehr zahm. Wir kommen gut voran. Nach Genf ist schlagartig der Nebel weg und die Sonne scheint bleich vom fahlen Himmel. Frau G. fährt und ich döse auf dem Beifahrersitz. Heute wollen wir Kilometer machen, denn in Südfrankreich ist es deutlich weniger kalt; zumindest frostfrei.

Ab und zu machen wir eine Brünzlipause – und dann geht’s weiter. Erst kurz vor Valance ist endlich der Schnee weg. Aber die Kälte bleibt. Deshalb kneifen wir und übernachten im Hotel Balladins. Das Hotel Balladins ist vor allem preiswert – oder billig. Am Empfang steht ein Algerier und unser Zimmer erinnert an eine Gefängniszelle. Bett, Hocker, Lavabo und ein Wandschrank mit einem Klo. Aber für 19,50 Euro pro Person erwarten wir eigentlich auch nicht mehr.

Nachdem ich mit der Eisensäge nachhelfe, passen auch unsere Stecker in die Steckdosen. Wir geniessen das Unterwegssein und sind froh, dass wir die ersten 530 Kilometer gut hinter uns gebracht haben.

25. Januar 2017

Reisetipp: meine Packliste

Demnächst geht’s wieder los nach Marokko. Und jetzt im Vorfeld werde ich immer wieder nach meiner Packliste gefragt. Deshalb hier ein paar Sachen, die ich immer dabei habe.

1. Die wichtigsten Dokumente und die Kreditkarten verstaue ich diebstahlsicher im Hosentaschen-Tresor.

2. Neben den üblichen Fahrzeugpapieren braucht man fürs Fahrzeug unbedingt die „Grüne Versicherungskarte“. Wer keine hat muss an der Grenze eine Haftpflichtversicherung abschliessen; kein Problem zwar, aber nicht billig.

3. Unterwegs haben wir immer unseren Wortlos-Sprachführer dabei. Ein Büchlein mit unzähligen Bildern gegen alle Verständigungsprobleme.

4. Fast immer wenn man den Wagenheber braucht, ist der Untergrund weich oder uneben – und der Wagenheber deshalb zu kurz. Deshalb habe ich einige Holzklötze dabei. Einen habe ich diagonal durchgesägt. Nun kann ich die beiden Teile gegeneinander verschieben und so die Höhe stufenlos anpassen.

5. Hosen! Einmal habe ich sie vergessen und kam arg in Nöte, als ich meine einzige Hose waschen mussten und keinen Ersatz hatte...

24. Januar 2017

lila Wohnmobil-Dings

Was immer das ist – es ist ganz bestimmt aus Amerika; und sehr lila …

… und ausserordentlich hässlich. Und es steht in Giswil und wartet auf einen mutigen Käufer.

23. Januar 2017

in den marokkanischen Frühling

Demnächst geht’s wieder los nach Marokko. Anders als sonst will ich aber diesmal auf dem Landweg anreisen; also quer durch Frankreich und Spanien bis nach Gibraltar fahren. Das letzte Mal hab eich das in den 90-er Jahren gemacht.
Die erste Etappe bis nach Südspanien wird Frau G. mitkommen. Sie wird dann von Málaga zurückfliegen. Ich schiffe über die Strasse von Gibraltar nach Marokko und werde einige Tage später dort meine alten Reisekumpels treffen. Gemeinsam reisen wir dann in die Wüste und in den Frühling.



Dieses Mal will ich hauptsächlich Land und Leute geniessen - und vor allem nichts tun.
Ich werde wie gewohnt von unterwegs berichten. Aber diesmal wird es vermutlich weniger müde Eisenbahnen und rostige Karren zu bestaunen geben. Und ich werde ‒ und das habe ich der Frau G. versprochen ‒ weniger über Zäune klettern und mich in geschlossene Anlagen einschleichen. Oder mich dabei zumindest nicht erwischen lassen...

20. Januar 2017

wandern im Schnee

Für einmal wollte ich bei einem neuen Trend-Sport frühzeitig mit dabei sein. Ein Pionier.

Beim nochmaligen durchlesen der Gebrauchsanleitung musste ich dann aber erkennen, dass ich fürs Nacktwandern komplett falsch angezogen bin.

19. Januar 2017

trügerische Freiheit

Neulich wollte ich meinen gesammelten Bauchnabel-Flusen den Schnee zeigen.

Vermutlich hielt ich aber den Briefumschlag verkehrt herum, so dass es den meisten Bauchnabel-Flusen gelang zu entwischen. Wegen der eisigen Luft werden sie aber wohl nicht lange überleben.
Manchmal ist die Freiheit trügerisch.

18. Januar 2017

praktische Papiertaschentücher

Neulich erwarb ich eine XXL-Packung Papiertaschentücher bei einem dieser Billig-Discounter.

Später musste ich allerdings die betrübliche Feststellung machen, dass sich das „XXL“ nicht auf die Packungsgrösse, sondern auf die Grösse der Papiertaschentücher bezieht. Betrug. Ganz, ganz mieser Beschiss!

17. Januar 2017

farbenblinde Eskimos

Wegen dem Schnee bemerken farbenblinden Eskimo ihr Leiden oft überhaupt nicht.

Als damals das Farbfernsehen eingeführt wurde, konnten sie die Aufregung überhaupt nicht verstehen. Einen Unterschied zum bisherigen Schwarz-weiss-Bild erkannte sie jedenfalls keinen.

16. Januar 2017

ich demonstrierte

Neulich wollte ich auch einmal demonstrieren.

Auf dem Schild steht in weisser Farbe und grossen Buchstaben:
«Hier gibt es nichts zu sehen - bleiben Sie mir fern».
Es kam dann auch tatsächlich niemand näher. Beeindruckend, dass sowas funktioniert!

14. Januar 2017

die Motorraupe vom Messieur Lehaître

1938 präsentierte Monsieur Lehaître in Paris sein Raupen-Motorrad der staunenden Öffentlichkeit. Seine Motochenille konnte über allerlei Geröll kraxeln, war aber sehr schwer zu fahren. Besonders das Lenken der Raupe war knifflig.

Solche Fahrzeuge mit Kettenantrieb wurden damals viele erfunden; und die wenigsten funktionierten. Aber die Lehaître-Motorraupe schaute wenigstens wirklich mega stylisch aus.

12. Januar 2017

Ohne Visum nach Weissrussland

Schon bald kann man ohne Visum nach Weissrussland. Wir waren ja bereits 2014 ohne Visum dort – aber jetzt soll es bald dauerhaft so sein. Man bekommt ohne Papierkram ein 5-Tage-Visum. Dazu braucht man bloss einen gültigen Reisepass und genügend Geldmittel für den Aufenthalt. Irgendwo habe ich gelesen das seien 46 Rubel pro Tag; aber das sind ja bloss ca. 0,00 Franken!





Vorerst geht das erst am Hauptstadt-Flughafen Minsk, nicht an der Landesgrenze. Aber man kann ja einfliegen und mit dem Mietauto und/oder der Eisenbahn herumreisen.

Etwa so, wie wir das gemacht haben. Nix wie hin, es lohnt sich.

11. Januar 2017

Schnellkochtopf - der Wundertopf

Jetzt erst ist mir wieder aufgefallen, wie oft und wie gerne ich unterwegs unseren Schnellkochtopf gebrauche. Eigentlich ist das die ideale Pfanne für unterwegs. Damit geht das Kochen deutlich schneller und deshalb verbraucht man auch viel weniger Gas.

Ideal ist der Schnellkochtopf – oder Dampfkochtopf – für Kartoffeln. Die fülle ich in den Topf und heize während des Frühstück-Abwasches einige Minuten ein, bis das Ventil die Stufe 2 erreicht. Dann schalte ich ab und verstaue den heissen Schnellkochtopf in der Fresskiste. Am Abend ist der Topf kalt und Kartoffeln gar. Und perfekt für Rösti oder Kartoffelsalat.

Der Dampfkochtopf funktioniert auf Gasherd genau so gut wie auf dem Elektroherd. Man muss einzig darauf achten, dass die Gasflamme nicht seitlich hoch brennt und die Gummidichtung am Deckel verbrennt.
Auch auf dem Holzfeuer kann man den Schnellkochtopf benutzen. Aussen wird er aber russig und die besagte Gummidichtung ist noch mehr gefährdet. Da sind die afrikanischen Dampfkochtöpfe besser, deren Gummidichtung ist innen und wird von Deckelrand verdeckt. Zudem sind sie um ein vielfaches billiger als unsere einheimischen.

10. Januar 2017

tödliche USA-Grenze

Jetzt mal im Ernst - mir platzt gleich der Kropf. Gestern sah ich im Fernsehen einen Bericht über die Mauer zwischen Mexiko und den USA. Jedes Jahr sterben 250 bis 400 Menschen beim Versuch die Mauer zu überwinden.
Das sind jedes Jahr mehr Mauertote als damals in der DDR. Hier starben in den 40 Jahren DDR etwa 150 bis 250 Menschen.

Wo bleibt da der Aufschrei der freien Welt?

9. Januar 2017

Reiseproviant einkochen

Für unsere nächste Marokko-Reise will ich zwei, drei vorgekochte Menüs einpacken. Selbstverständlich könnte ich auch Konserven verwenden, aber da gibt es nur eigenartigen Matsch an roter Sosse. Deswegen habe ich selber gekocht und das Essen dann „eingekocht“. Also bei hoher Temperatur sterilisiert. So wie früher.

Und das geht so: Das Essen wird halbwegs fertig gekocht und kommt dann in Gläser; Einweck-Gläser oder gebrauchte Gurkengläser. Egal.
Traditionell werden die verschlossenen Gläser nun 90 Minuten gekocht. Dabei sterben alle Keime ab und das Essen wird monatelang haltbar. Mir war das zu langen, deshalb habe ich die Gläser im Schnellkochtopf sterilisiert; 20 Minuten bei etwa 115°C. Bei meinem Schnellkochtopf bedeutet das Vollgas auf der zweiten Stufe.

Gekocht habe ich die Hausfrauenvariante von Boeuf Stroganoff und Hühner-Curry. Beides noch ohne Rahm oder Kokosmilch; denn die Sauce werde ich erst vor Ort fertigkochen.
Und wenns nicht klappt, werden wir mitten in der Sahara sehr hungrig und sehr traurig vor leeren Tellern sitzen.

6. Januar 2017

was man über den Winter wissen muss

Wenn ich in meiner Schulzeit eines gelernt habe, dann dass man im Winter Handschuhe anziehen sollte. Aber erst kürzlich ist mir klar geworden: Immer - jawohl, ohne Ausnahme immer - zuerst die Fingerhandschuhe anziehen. Und erst dann die Fäustlinge drüber.

Andersrum gehts nämlich nur sehr schwer  - und das Ergebnis ist wenig überzeugend.

4. Januar 2017

unser Leih-Hund

An Silvester/Neujahr hatten wir einen Hund – einen Leih-Hund: Einen pelzigen Tetrapoden in der Grösse eines Kinderfahrrades. Seinen Namen konnte ich mir nicht merken und nannte ihn deshalb „lass das“, „weg da“ oder „neiiin“. Der Hund war ganz nett und tat nichts ausser Fressen und Liegen. Also genau wie ich. Wobei wir aber nur teilweise vom gleichen frassen. Die getrockneten Schweineohren zum Beispiel fand nur er lecker.

Mitten in der Nacht kläffte er laut auf. Erst dachte ich, es sei wegen dieser Silvester-Feuerwerks-Knallerei; aber nach genauerer Betrachtung glaube ich nun, er hat sich an meiner Schnarcherei erschreckt. Jedenfalls sagte ich „neiiin, lass das!“ und er legte sich brav wieder hin ‒ und wir schliefen weiter.

Mehrmals am Tag knüpften wir eine Leine an den Hund und zerrten ihn hinaus in die neblige Kälte. Dann immer das gleiche Spiel. Der Hund schnüffelte eifrig herum, brunzte vielerorts hin. Dann gingen wir schnell wieder rein an die Wärme und ich bekam ein Leckerli.

Als der Hund uns wieder verliess, schwänzelte er wie wild und hatte nicht eine einzige Träne in den Augen. Und ich meinen Platz auf dem Sofa wieder ganz für mich alleine.

2. Januar 2017

Winter am Lungerersee

Manchmal denke ich, da wo ich wohne ist es halt schon schön. Ganz besonders nett ist es zurzeit am Lungerersee. Das Wasser plätschert friedlich ans Ufer und die Fischer schwenken Maden.

Trotz des trockenen Winters ist noch Wasser im See. Aber schon in zwei Monaten wird es hier ganz anders aussehen. Dann breitet sich hier eine krustige Schlammwüste mit den Ruinen von der damals untergegangenen Häusern aus. Und da drauf freue ich mich ganz besonders, denn dann gehe ich hier auf Schatzsuche.

31. Dezember 2016

steinharte Wintersonne

Wie Haferbrei lag der Nebel ums Haus herum. Deshalb fuhren wir gschwind zu unserer Alphütte hinauf. Hier oben strahlt die Sonne vom enzianblauen Himmel und erwärmte unser Gemüt.

Es ist Ende Dezember. Wir spazieren über die Alpweiden und geniessen die milde Wintersonne. Es hat kaum Schnee, aber die Bäche sind steinhart gefroren. Über die ersten beiden Furten kommen wir gut hinüber, doch über die dritte nicht. Das Eis ist glitschig und wir wollen lieber nicht in die Schlucht hinunter rutschen.

Wer sich noch erinnern kann – DAS ist Schnee.

30. Dezember 2016

ein Ausserirdischer landet in Giswil

Die Pressemeldung ging im vergangenen August um die ganze Welt: In Giswil kontrollierte die Polizei einen Sattelschlepper mit Diplomaten-Kennzeichen. Der Fahrer nannte sich „Jesus Zen Droïd“ und war Transportminister von „Île de Peilz“. Dass die Île de Peilz nun aber keine Nation, sondern bloss eine winzige Insel im Genfersee ist, machte die Polizisten stutzig.

Bildquelle: google.ch
Jesus Zen Droïd heisst in Wirklichkeit David und wohnt und arbeitet schon länger in dem umgebauten Sattelschlepper. Das Fahrzeug ist autark. Es hat eine Regenwasser-Aufbereitungsanlage, eignem Strom und einen Holzofen mit CO2-Wäsche (PCC). Aber es hat eben auch fragwürdige Bremsen und selber gemalte Kennzeichen; was die Polizei veranlasste, den Sattelschlepper vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen.

Bildquelle: google.ch
Der „Transportminister“ war auf dem Weg nach Spanien. Seine Reiseroute war bisher Renens – Morges – La Chaux-de-Fonds – Zürich und nun Giswil, wo die Reise für Erste endete. David und sein Laster wurden bis auf weiteres auf einem unbenutzten Industrieareal zwischengelagert.
Als ich ihn einige Tage später besuchen wollte, war er aber schon wieder abgereist. Keine Ahnung, wie und wohin?

Bildquelle: google.ch
Ganz besonders nett finde ich den Führerschein vom „Jesus“. Laut diesem darf er mit allem fahren; von Velo über Lastwagen bis zu Bagger, Seilbahnen und Supertankern. Und selbstverständlich auch Ufo.

Für mich ist er ganz eindeutig der „Schweizer des Jahres 2016“.

28. Dezember 2016

unser Reisejahr

Rückblick: Das 2016 war wieder ein wunderbares Reisejahr. Begonnen hat es im Januar mit unserer Zypern/Nordzypern-Tour. Weiter gings im April mit der grossen Iran-Rundreise. Im Mai fuhren wir mit dem Wohnboot durchs Burgund. Im Juni erkundeten wir das Centovalli und im September die Alpenpässe Oberitaliens. Und im Oktober städtereisten wir nach Mailand.

Bis jetzt habe ich fürs kommende Jahr erst eine Reise fix geplant. Im Februar geht’s wieder nach Marokko. Sechs Wochen goldgelbe Sanddünen, quirlige Märkte und Relikte aus längst vergangenen Zeiten.

Mehr habe ich noch nicht geplant. Im Frühling möchte ich mit der Bahn nach Trieste reisen. Und irgendwann nach Irland, denn da war ich noch gar nie.

26. Dezember 2016

kitschige Weihnachten

Diesen weihnächtlichen Beleuchtungswahn mag ich gar nicht. All die kitschigen Lämpchen, zappelnden Rentiere und blinkenden Leuchtsterne an allen Fassaden nerven. Ein Augengraus!

Mein Nachbar ist auch so einer. Sein Haus hat er über und über mit Lämpchen behängt. Mir ist das viel zu viel, und viel zu aufdringlich.
Aber – ich finde das irgendwie auch grossartig. Denn er macht das ja nicht nur für sich alleine, sondern er will damit offensichtlich vor allem die anderen Leute erfreuen. Und das finde ich nett und ein „Danke“ wert.

24. Dezember 2016

die Karawane zieht weiter

Heute buck Frau G. ‒ oder heisst es backte, oder bäckerte?  Weihnachts-Guetzli. Eine Kamel-Karawane aus Mürbeteig.

Doch von den vielen Kamelen hat keines den Abend erlebt...

22. Dezember 2016

Milchsuppe

Neulich assen wir in einer Gaststätte zum ersten Mal Milchsuppe. Ich fragte den Koch nach dem Rezept und kochten es dann zuhause nach. Schmeckte wunderbar altmodisch und währschaft.

Milchsuppe gibt es schon seit vielen Jahrhunderten und es gibt verschiedene Rezepte. Meines ist ganz einfach: Eigentlich ist es eine verdünnte Béchamelsauce. Also aus etwas Mehl und viel Butter eine hellblonde Mehlschwitze herstellen, dann unter ständigem Rühren mit Milch ablöschen. Mit Salz, Pfeffer, Nelken und einem Lorbeerblatt würzen, und köcheln lassen. Fertig, so könnte man sie bereits essen. Ich habe mir aber aus Zwiebeln und Knoblauch eine Gemüsebrühe gekocht und die Milchsuppe damit ordentlich verdünnt und etwas gehackte Petersilie untergemischt.
Darüber streute ich in Butter geröstete und gesalzene Brotwürfel. Und das nächste Mal streue ich noch Pul Biber, diese türkischen Paprikaflocken, drüber.
Die Milchsuppe erinnert uns natürlich auch an die berühmte, historische "Kappeler Milchsuppe" von 1529. Doch was für eine Milchsuppe sie damals in Kappel gelöffelt haben, wurde nicht überliefert.

21. Dezember 2016

die Inder sind wie Kinder

Gestern haben wir über unsere alten Indienreisen geplaudert. Dabei fasste mein Bruder das Wesen der Inder knackig zusammen:

«Die Inder sind wie Kinder. Sie machen viel Lärm und Dreck – und scheissen überall hin!»

Was soll man dazu sagen? Genau so isses.

20. Dezember 2016

wohn mobil im Möbelwagen

Immer wieder fragt man uns, wie denn unser Möbelwagen innen aussieht. Deshalb will ich jetzt das Rätsel lösen. Also.
Unser Wohn-Mobil wurde seinerzeit von einer exklusiven Wohnmobil-Manufaktur massgefertigt – allerdings nicht für uns, sondern für jemand anderes und nach dessen Vorstellungen. Das Besonder ist, dass er keine seitliche Schiebetür hat, dafür aber zwei Tische! Zumindest den zweiten tisch bräuchte ich nicht unbedingt. Aber egal, jetzt wo er schonmal da ist, nutze ich ihn als Schreibtisch.

Die Fahrerkabine lässt sich mit einer Schiebetür vom Wohn/Schlafraum dicht abtrennen. Eine geniale Sache; denn so bleiben die Kälte, die Hitze und der Strassenlärm vorne. Und im Winter beschlagen Scheiben nicht.

Wohnen tun wir hinten. Wenn wir die Hecktür öffnen, sitzen wir gleich im Freien. Und während es vor dem Auto oft unruhig ist, wohnen wir hintenraus ganz ungestört - und oft auch ganz unbemerkt. Und anders als bei der seitlichen Schiebetür brauchen wir hinten auch keine Sonnenstore und es regnet nicht hinein.
Die Sitzgruppe im Heck ist gross genug für vier füllige Leute und auf dem langen Sofa kann ich gut mein Mittagsschläfchen machen.

Das Bett wird aus der Sitzgruppe umgebaut. Das ist zwar etwas lästig, doch die 60 Sekunden Arbeit am Morgen und am Abend bringen einen enormen Platzgewinn. Zudem können wir unser Bett auf zwei Arten umbauen, zum quer oder längs schlafen. Wir schlafen fast immer quer. Ganz anders als in den meisten anderen Wohnmobilen haben wir über dem Bett 1,50 m Kopffreiheit; also keine Übereinanderkrabbeln und kein Hitzestau im Sommer.
Unser Badezimmer ist sehr praktisch eingerichtet und ohne jeden Charmes. Einfach nur ein Badezimmer.

Insgesamt ist der Möbelwagen für uns ideal. Aussen klein und innen gross. Zumindest deutlich grösser als die meisten anderen Kastenwagen. Dafür hat er keine Heckgarage, was uns aber davor schützt, unnötigen Krempel mitzunehmen. Deshalb ist unser Möbelwagen reisefertig beladen und vollgetankt auch bloss 2'700 kg schwer.

19. Dezember 2016

stille Nacht, heilige Nacht, lala laaa

Was kaum einer weiss, das Weihnachtslied «Stille Nacht, heilige Nacht, lala laa…» wurde vor 200 Jahren in Arnsdorf bei Salzburg erfunden. 1816 dichtete der Hilfspfarrer Joseph Mohr den Text; zwei Jahre später komponierte ein Franz Xaver Gruber die Melodie dazu.

Heute gilt «Stille Nacht, heilige Nacht …» als das bekannteste Weihnachtslied weltweit und gehört zum UNESCO Kulturerbe Österreichs. Etwa so wie das Wiener Schnitzel oder das Hundstoaranggeln.

17. Dezember 2016

frostige Zeiten

Ich mag die Zeit gerne, wo die Sonne tief steht ...

und die Blätter mit einem frostigen Zuckerguss überzogen sind.

16. Dezember 2016

Kopfschütteln gegen die Naivität

Neulich in der Zeitung: «Tanzen als Zeichen gegen häusliche Gewalt»

Und was kommt als Nächstes? Lichterkette gegen Lawinen; oder vögeln für die Jungfräulichkeit! Kopfschütteln gegen Naivität!