Der Muezzin von der nahen Koutoubia-Moschee muss mehrmals rufen bis wir endlich aufstehen. Die Sonne lacht und die Friedhofsvögel „singen“. Wir schlendern zum Djemaa el Fna und trinken einen frischen Orangensaft. Gegenüber bemalen Frauen einander die Hände mit Henna und die Schlangenbeschwörer breiten ihre Schlangen am Boden aus, damit die Morgensonne sie lebendig macht.
Als erstes besuchen wir den Hühnermarkt. Hier gibt es Hühner. Und Eier. Und Katzen, die auf einen Leckerbissen hoffen. Etwas weiter hinten im Souk ist der Schreiner-Markt. Wir schauen einem Drechsler zu, der mit der einen Hand die Drehbank antreibt und mit der anderen und einem Fuss das Messer führt. Raffiniert.
Noch etwas weiter hinten ist der Färber-Markt, der Souk Sebbarine (N31.6304, W7.9889). Überall hängen dicke Stränge feuerroter Wolle zum Trocknen. In winzigen Werkstätten wird in grossen Bottichen Wolle gefärbt. Es dampft und faucht; aber seltsamerweise stinkt es nicht.
Neben Schaf- und Ziegenwolle färben sie hier auch Kaktus-Seide, eine Faser die aus Agavenblättern gewonnen wird. Frau G. kauft sich einen rot-orange gestreiften Kaktus-Schal.
Mitten im Souk stehen die Youssef-Moschee und die dazugehörige Medresa, also die Religionsschule. Die ist aber schon lange nicht mehr in Betrieb und kann deshalb angeschaut werden. Um einen grossen Innenhof gruppieren sich auf zwei Stockwerken die Kammern der Studenten. Überall scheint die Sonne durch Oblichter in kleine Lichthöfe. Alles ist mit Gipsschnitzereien reich dekoriert und strahlt in dem milden Sonnenlicht. Grossartig.
Im Norden Marrakeschs ist der legendäre Majorelle-Garten. Bambus-Haine, Kakteen und zahlreiche Palmen aus aller Welt. Dazwischen plätschert Wasser und drängeln bleichbeinige Touristen zum Ausgang.
Aber wir sind eigentlich wegen dem Majorelle-Blau hier. Ein ganz spezielles Kobaltblau, womit Jacques Majorelle vor hundert Jahren sein Atelierhaus anmalte. Blau, Licht und Schatten, und Pflanzen. Das Farbenspiel ist faszinierend.
Ein Bergler auf Abwegen. Der Schweizer Weltenbummler, Klugscheisser und Sapperlot berichtet von weltweit und zuhause. Ein Reiseblog.
19. März 2015
18. März 2015
Marokko: PIN-Code 29252 und achtmal Null
Dichter Nebel verhüllt Moullay Bousselham. Rund um unseren Bus herum stehen ein Dutzend Ibisse und schauen abweisend. Ich will sie fotografiere, doch sie drehen mir immer ihren Bürzel zu.
Nebel. Egel; wir wollen sowieso weiterfahren. Nach einer Stunde auf der Autobahn drückt langsam die Sonne durch den Nebel und gegen Mittag ist wieder strahlendes Wetter.
Bis nach Rabat ist die Autobahn festlich beflaggt und auf jeder Brücke und an jeder Ein- und Ausfahrt stehen zwei Soldaten in Gala-Uniform. Vermutlich nicht wegen uns – wenn doch, dann vielen Dank.
Im vergangenen Herbst war hier alles staubbraun, jetzt grünt und alles. Erst die endlosen Bananenplantagen, dann weiter südlich die riesigen Oliven und Obstgärten. Dazwischen ab und zu ein rotbraunes Dorf mit einem weissen Minarett. Sonst nichts, nur Autobahn.
Um Casablanca herum ist die Autobahn kostenlos und deshalb auch gut besucht. Lieferwagen mit haushohen Ladungen, Fussgänger und alle Arten von Lastwagen. Dann kommt eine Zahlstelle und wir sind fast alleine unterwegs.
In Settat lassen wir uns bei Maroc Telecom unsere letztjährigen Internet-Sticks wieder aktivieren. Routiniert knackt ein Angestellter den längst vergessenen Code und es funktioniert wieder. Bis Marrakesch sind es noch 100 Kilometer, also fahren wir hin.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir das Stadtzentrum und unseren Übernachtungs-Parkplatz hinter der Koutoubia-Moschee (N31.62436, W7.99637). Ennet der Friedhofmauer machen die Vögel gubuu-gu gubuu-gu - und während des Gebetsrufes hustet der Muezzin ins Mikrofon.
Das war ein 500 Kilometer langer und schöner Tag. Nun bin ich aber hungrig und müde. Gubuu-gu gubuu-gu gubuu…
Nebel. Egel; wir wollen sowieso weiterfahren. Nach einer Stunde auf der Autobahn drückt langsam die Sonne durch den Nebel und gegen Mittag ist wieder strahlendes Wetter.
Bis nach Rabat ist die Autobahn festlich beflaggt und auf jeder Brücke und an jeder Ein- und Ausfahrt stehen zwei Soldaten in Gala-Uniform. Vermutlich nicht wegen uns – wenn doch, dann vielen Dank.
Im vergangenen Herbst war hier alles staubbraun, jetzt grünt und alles. Erst die endlosen Bananenplantagen, dann weiter südlich die riesigen Oliven und Obstgärten. Dazwischen ab und zu ein rotbraunes Dorf mit einem weissen Minarett. Sonst nichts, nur Autobahn.
Um Casablanca herum ist die Autobahn kostenlos und deshalb auch gut besucht. Lieferwagen mit haushohen Ladungen, Fussgänger und alle Arten von Lastwagen. Dann kommt eine Zahlstelle und wir sind fast alleine unterwegs.
In Settat lassen wir uns bei Maroc Telecom unsere letztjährigen Internet-Sticks wieder aktivieren. Routiniert knackt ein Angestellter den längst vergessenen Code und es funktioniert wieder. Bis Marrakesch sind es noch 100 Kilometer, also fahren wir hin.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir das Stadtzentrum und unseren Übernachtungs-Parkplatz hinter der Koutoubia-Moschee (N31.62436, W7.99637). Ennet der Friedhofmauer machen die Vögel gubuu-gu gubuu-gu - und während des Gebetsrufes hustet der Muezzin ins Mikrofon.
Das war ein 500 Kilometer langer und schöner Tag. Nun bin ich aber hungrig und müde. Gubuu-gu gubuu-gu gubuu…
17. März 2015
Marokko: Vaterland, König und wir
Malaga. Wir haben wunderbar geschlafen in unserem Expeditions-Fahrzeug. Beim klarschiffmachen zeigt sich, dass wir noch ein neues Navi besorgen müssen. Also fahren wir in ein Einkaufszentrum und kaufen eines.
Am Mittag erreichen wir den Hafen von Algeciras. Auf der Hinfahrt haben wir uns in einer Bude am Strassenrand noch eine Fahrkarte für die Fähre nach Tanger gekauft; 135 Euro für eine einfache Fahrt. Von der Autobahn fahren sozusagen bis direkt in den Schiffsbauch. Wir sind die letzten Mitfahrer; hinter uns schliesst sich das Tor und wir legen ab. Unsere Fähre heisst „Kattegat“ und überzeugt vor allem durch den schönen Meerblick.
Schon bald kann ich in der Ferne den Berg mit dem riesigen arabischen Schriftzug erkennen. „Gott-Vaterland-König“ steht da weiss auf Stein. Kurz nach zwei landen wir in Tanger Med. Am Zoll stehen schon einige Hundert Autos von einem anderen Schiff. Nicht gut; aber mit etwas Glück, Routine und Charme können wir uns nach vorne mogeln und rasch die Formalitäten erledigen. Wir sind in Marokko.
Wegen der Zeitumstellung ist es hier erst zwei Uhr. Also fahren wir noch ein Stück südwärts. Wir wollen ja schliesslich in die Wüste; und hier im Norden ist alles saftig grün. Kühe stehen knietief in Blumenwiesen, Bauern pflügen und verstreuen den Samen.
Unser Tag endet in Moulay Bousselham. Der Campingplatz (34.8762, -6.2885) ist gut besucht. Vor allem alte Franzosen mit neuen Plastikmobilen und kleinen Hunden. Die Sonne scheint mild und wir sind glücklich, dass die Anreise so problemlos geklappt hat.
Den Abend verbringe ich damit, unserem neuen Navi die fremden Karten schmackhaft zu machen. Dann funktioniert es endlich und wir sind endgültig startklar.
Am Mittag erreichen wir den Hafen von Algeciras. Auf der Hinfahrt haben wir uns in einer Bude am Strassenrand noch eine Fahrkarte für die Fähre nach Tanger gekauft; 135 Euro für eine einfache Fahrt. Von der Autobahn fahren sozusagen bis direkt in den Schiffsbauch. Wir sind die letzten Mitfahrer; hinter uns schliesst sich das Tor und wir legen ab. Unsere Fähre heisst „Kattegat“ und überzeugt vor allem durch den schönen Meerblick.
Wegen der Zeitumstellung ist es hier erst zwei Uhr. Also fahren wir noch ein Stück südwärts. Wir wollen ja schliesslich in die Wüste; und hier im Norden ist alles saftig grün. Kühe stehen knietief in Blumenwiesen, Bauern pflügen und verstreuen den Samen.
Unser Tag endet in Moulay Bousselham. Der Campingplatz (34.8762, -6.2885) ist gut besucht. Vor allem alte Franzosen mit neuen Plastikmobilen und kleinen Hunden. Die Sonne scheint mild und wir sind glücklich, dass die Anreise so problemlos geklappt hat.
Den Abend verbringe ich damit, unserem neuen Navi die fremden Karten schmackhaft zu machen. Dann funktioniert es endlich und wir sind endgültig startklar.
16. März 2015
Marokko: in die Wüste fliegen
Jetzt geht’s endlich los, Frau G. und ich reisen nach Afrika. Diesmal wollen wir in den Süden Marokkos und in die Westsahara. Erst einmal schaukeln wir aber mit dem Zug gemütlich nach Basel. Die Sonne scheint und die ersten Güllewagen segnen die Felder. Der Frühling scheint nah.
Wir haben reichlich Zeit, unser Flug geht erst am späteren Nachmittag. Drum machen wir in Basel einen Zwischenhalt und gehen in die neue alte Markthalle neben dem Bahnhof kaffeetrinken. Es sind viele Eingeborenen da und essen exotische Speisen. Ich esse nix, obwohl schon eingespeichelt.
Dann kutschiert uns ein grüner Bus zum Flughafen. Wenig los heute. Doch als wir einsteigen, ist unser Easyjet-Flieger wie jedes Mal gestrichen voll. Und alle sind mit maximalem Handgepäck unterwegs, so dass in der Kabine ein heilloses Durcheinander und Gewürge entsteht. Ich klemme mich in den Stuhl, flechte meine Beine in den spärlichen Freiraum und verharre reglos. Wir heben ab und landen zwei Stunden später in Málaga.
Unser Parkplatzvermieter erwartet uns und chauffiert uns zum Wohnwagen-Winterquartier*. Unser Brummer steht da, so wie wir ihn abgestellt haben. Batterien anschliessen, Wasser tanken und die Fenster durchsichtig waschen. Und los geht's.
Hinter den Palmen geht grad die Sonne unter. Und als wir vom Einkaufen zurückkommen, ist es bereits dunkel. Zufrieden geniessen wir den frühlingskühlen Abend. Dann fröstelt es uns und wir gehen schlafen.
Dann kutschiert uns ein grüner Bus zum Flughafen. Wenig los heute. Doch als wir einsteigen, ist unser Easyjet-Flieger wie jedes Mal gestrichen voll. Und alle sind mit maximalem Handgepäck unterwegs, so dass in der Kabine ein heilloses Durcheinander und Gewürge entsteht. Ich klemme mich in den Stuhl, flechte meine Beine in den spärlichen Freiraum und verharre reglos. Wir heben ab und landen zwei Stunden später in Málaga.
Unser Parkplatzvermieter erwartet uns und chauffiert uns zum Wohnwagen-Winterquartier*. Unser Brummer steht da, so wie wir ihn abgestellt haben. Batterien anschliessen, Wasser tanken und die Fenster durchsichtig waschen. Und los geht's.
Hinter den Palmen geht grad die Sonne unter. Und als wir vom Einkaufen zurückkommen, ist es bereits dunkel. Zufrieden geniessen wir den frühlingskühlen Abend. Dann fröstelt es uns und wir gehen schlafen.
Morgen wollen wir übers Meer nach Afrika.
*Und hier hat unser Möbelwagen überwintert: NOVOparking Malaga (n36.6702, w4.4742) gleich neben dem Flughafen Málaga. Der Anbieter ist neu; junge Kerle, die mit Leidenschaft dabei sind, perfekter Service, nett und sehr hilfsbereit.
*Und hier hat unser Möbelwagen überwintert: NOVOparking Malaga (n36.6702, w4.4742) gleich neben dem Flughafen Málaga. Der Anbieter ist neu; junge Kerle, die mit Leidenschaft dabei sind, perfekter Service, nett und sehr hilfsbereit.
15. März 2015
das Lösungswort ist Sudoku
Frau G. macht immer ganz eifrig dieses Sudoku. Ich nicht, ich schaue immer nur zu. Jetzt will ich ihr keinesfalls den Spass daran verderben, aber ich habe glaub das Lösungswort herausgefunden: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
13. März 2015
9 Wohn-Mobil
Für mich ist es unverständlich, warum künftiges Weltreisende ausgerechnet Pickups als Expeditionsmobile wählen. Vielleicht finden sie die Kombination aus enger Fahrerkabine und kleiner Ladefläche attraktiv?
Wobei man natürlich problemlos auch eine etwas grössere Wohnkiste auf so einen Pickup schrauben kann. Allerdings kann es vorkommen, dass sich deshalb die Bodenfreiheit etwas vermindert.
Wobei man natürlich problemlos auch eine etwas grössere Wohnkiste auf so einen Pickup schrauben kann. Allerdings kann es vorkommen, dass sich deshalb die Bodenfreiheit etwas vermindert.
12. März 2015
8 Wohn-Mobil
Das Wichtigste unterwegs ist das Vorwärtskommen – und jeden Abend ein bequemes Bett.
Dieser VW-Pritschenwagen bietet beides. Echte Abenteurer schlafen sowieso am liebsten draussen unter dem Sternenhimmel.
Bild: Hans Frommelt, (Wüstenschiff.de) Südalgerien in den 1990-er Jahren.
Bild: Hans Frommelt, (Wüstenschiff.de) Südalgerien in den 1990-er Jahren.
11. März 2015
7 Wohn-Mobil
Wenn schon klein, sagen sich einige Wohnmobilisten, dann richtig klein. Und vier Räder braucht auch keiner, mit drei fährt's auch.
Diese Piaggio APE hier fährt bei uns herum und ist ein komplettes Wohnmobil für eine Person. Und darüber braucht keiner lachen, ist immer noch besser als ein Motorrad und ein Regenmantel.
Diese Piaggio APE hier fährt bei uns herum und ist ein komplettes Wohnmobil für eine Person. Und darüber braucht keiner lachen, ist immer noch besser als ein Motorrad und ein Regenmantel.
10. März 2015
6 Wohn-Mobil
Das „Universal-Motor-Gerät“ von Mercedes ist wegen seiner exzellenten Geländegängigkeit besonders bei Afrika-Reisenden sehr beliebt.
Beim Unimog mit dem kurzen Radstand ist dann halt die Wohnkabine vielleicht etwas kurz. Aber - Pferde schlafen ja auch stehend.
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Beim Unimog mit dem kurzen Radstand ist dann halt die Wohnkabine vielleicht etwas kurz. Aber - Pferde schlafen ja auch stehend.
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9. März 2015
schon wieder in Marokko
Unser Ferienhaus-Automobil steht ja immer noch in Südspanien und wartet auf uns. Demnächst flügeln wir hin und fahren damit nach Marokko. Ein paar Wochen Frühling, Afrika und kulinarische Höhenflüge erwarten uns.
Ich tue von unterwegs wieder reiseberichten, sofern ich Internet habe und meine Trägheit überwinden kann. Mal schauen, sonst gibt es halt ab und zu eine Lücke. Oder gar nichts.
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7. März 2015
am Samstag
Heute schreibe ich nichts, überhaupt nichts
Gar nichts, nichtser als nichts. Zudem reduziere ich heute auch noch die Rchtschreibn...
ein Schweizer Dschihad-Trottel in Syrien
Jetzt mal im Ernst - mir platzt gleich der Kropf. Seit einigen Tagen berichten die Medien über einem Schweizer Dschihadisten, der sich Syrien der al-Nusra-Front angeschlossen hat. Die al-Nusra-Front ist eine al-Qaida Gruppe und steht der ISIS nahe.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein junger Kerl aus Arbon am Bodensee zieht in den Dschihad. Das Presse nennt ihn „Onur“ oder „A.A.“. Ich nenne ihn mal - Alperen Altindas.
Er ist ein junger Kerl aus Arbon am Bodensee. Vor zwei Jahren wurde er Salafist, dann heiratet er eine kaum 20-jährige aus Tübingen, lässt sich einen Bart wachsen und zieht in den Krieg. In Syrien will er den Kuffar, den Andersgläubigen, die Köpfe abschlagen, wie er sagt. Später reist ihm seine Frau nach. Nun lebt sie in Syrien und ist mit der Gesamtsituation unzufrieden - und jammert im Fernsehen, sie wolle zurück nach Europa. Doch er will nicht und lässt sie nicht.
Ich hätte da noch zwei Fragen an ihn:
+Wenn er Andersgläubige bekämpfen will, warum ist er dann nach Syrien gereist? Um den Bodensee herum gäbe es davon ja reichlich.
+Wenn er Andersgläubige bekämpfen will, warum ermordet er dann ausgerechnet seine muslimischen Brüder in Syrien?
Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein junger Kerl aus Arbon am Bodensee zieht in den Dschihad. Das Presse nennt ihn „Onur“ oder „A.A.“. Ich nenne ihn mal - Alperen Altindas.
Er ist ein junger Kerl aus Arbon am Bodensee. Vor zwei Jahren wurde er Salafist, dann heiratet er eine kaum 20-jährige aus Tübingen, lässt sich einen Bart wachsen und zieht in den Krieg. In Syrien will er den Kuffar, den Andersgläubigen, die Köpfe abschlagen, wie er sagt. Später reist ihm seine Frau nach. Nun lebt sie in Syrien und ist mit der Gesamtsituation unzufrieden - und jammert im Fernsehen, sie wolle zurück nach Europa. Doch er will nicht und lässt sie nicht.
Ich hätte da noch zwei Fragen an ihn:
+Wenn er Andersgläubige bekämpfen will, warum ist er dann nach Syrien gereist? Um den Bodensee herum gäbe es davon ja reichlich.
+Wenn er Andersgläubige bekämpfen will, warum ermordet er dann ausgerechnet seine muslimischen Brüder in Syrien?
6. März 2015
fremdgehen
Es ist ja nicht so, dass ich oft zum Fremdgehen aufrufe. Aber heute schon. Schaut euch mal dem Andreas seine globetrotter-info.de an. Er schreibt da nämlich die Serie „Reisewörtliches von Profis“. Gestern über den Muger. Ich fühle mich daher ausserordentlich gebauchpinselt und die Schamesröte lässt mich erglühen...
Darum zur Feier des Tages wieder einmal etwas Musik: Liz Brady aus Ägypten tut für uns singen und tanzen.
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5. März 2015
Wüsten - wohin kann man noch reisen?
Zurzeit wüten in fast alle Wüstenländer Unruhen, Krieg oder Terror. Wo kann am da eigentlich noch hinfahren? Ich meine individuell und mit dem eigenen Fahrzeug. Vor zwei Jahren habe ich schon einmal darüber berichtet, nun schauen wir doch mal, wie es jetzt aussieht.
Marokko ist ein wunderschönes Reiseland mit netten Menschen und abwechslungsreichen Landschaften. Die Anreise ist aber recht lang und es dort gibt halt nicht allzu viel Wüste. Fazit: Nix wie hin, wer weiss, wie lange es noch geht.
Tunesien ist etwas langweiliger als Marokko, dafür ist die Anreise viel kürzer, so dass sich auch eine 2-Wochen-Reise lohnt. Im Süden gibt es recht schöne Wüstengebiete. Allerdings sind die teilweise für Touristen gesperrt. Und auch die Grenzregion zu Algerien ist vielleicht unsicher. Fazit: ja, aber!
Mauretanien und Mali sind schön, aber weit weg und je nach dem auch unsicher. In die Republik Sahara kommt man auf dem Landweg kaum hinein. Und alle drei sind minenverseucht. Fazit; nix für normale Reisen.
Algerien und Libyen haben die wunderschönsten Wüstenlandschaften. Zudem sind beide gut erreichbar. Aber beide Länder sind zurzeit für Individualtouristen nicht zu bereisen. In Algerien hat sich die Lage im Norden zwar stabilisiert, aber die Wüstengebiete sind immer noch kaum zu bereisen. Führerpflicht, Sperrgebiete und Rebellen. Nein; sehr schade.
In Libyen ist die Sicherheitslage katastrophal. Das Land ist geteilt und im Osten sind die Islamisten an der Macht. Nein; undenkbar.
Ägypten ist ein grandioses Reiseland, Wüste und Kultur. Zurzeit ist wegen den Unruhen freies Reisen kaum möglich; überall Sperrgebiete und Polizeikonvois. Zudem gibt es keine Autofähre mehr und in allen Nachbarländern sind Unruhen, so dass man sowieso nicht mehr hinkommt. Fazit: Man kommt sowieso nicht hin.
Syrien und Jordanien sind beides schöne Reiseländer mit ganz netten Wüstengebieten und sie wären relativ gut erreichbar. Aber in Syrien ist Krieg und Terror, und deswegen kommt man auch nicht nach Jordanien. Fazit: Vergiss es.
Der Iran hat alles zu bieten; grandiose Landschaften und Kulturen. Man kann sich frei bewegen und die Sicherheitslage ist immer noch recht gut, mit Ausnahme von einigen Grenzgebieten im äussersten Osten. Die Anreise ist relativ einfach, aber enorm lang.
Saudi-Arabien und die Golfstaaten sind bestimmt interessante Reiseländer. Aber die Saudis geben keine Visa. Und deswegen kommt man erst gar nicht hin. Fazit; geht nicht.
Marokko ist nach wie vor das einzige Wüstenland, das sicher UND und überland gut erreichbar ist!
Tunesien ist etwas langweiliger als Marokko, dafür ist die Anreise viel kürzer, so dass sich auch eine 2-Wochen-Reise lohnt. Im Süden gibt es recht schöne Wüstengebiete. Allerdings sind die teilweise für Touristen gesperrt. Und auch die Grenzregion zu Algerien ist vielleicht unsicher. Fazit: ja, aber!
Mauretanien und Mali sind schön, aber weit weg und je nach dem auch unsicher. In die Republik Sahara kommt man auf dem Landweg kaum hinein. Und alle drei sind minenverseucht. Fazit; nix für normale Reisen.
Algerien und Libyen haben die wunderschönsten Wüstenlandschaften. Zudem sind beide gut erreichbar. Aber beide Länder sind zurzeit für Individualtouristen nicht zu bereisen. In Algerien hat sich die Lage im Norden zwar stabilisiert, aber die Wüstengebiete sind immer noch kaum zu bereisen. Führerpflicht, Sperrgebiete und Rebellen. Nein; sehr schade.
In Libyen ist die Sicherheitslage katastrophal. Das Land ist geteilt und im Osten sind die Islamisten an der Macht. Nein; undenkbar.
Ägypten ist ein grandioses Reiseland, Wüste und Kultur. Zurzeit ist wegen den Unruhen freies Reisen kaum möglich; überall Sperrgebiete und Polizeikonvois. Zudem gibt es keine Autofähre mehr und in allen Nachbarländern sind Unruhen, so dass man sowieso nicht mehr hinkommt. Fazit: Man kommt sowieso nicht hin.
Syrien und Jordanien sind beides schöne Reiseländer mit ganz netten Wüstengebieten und sie wären relativ gut erreichbar. Aber in Syrien ist Krieg und Terror, und deswegen kommt man auch nicht nach Jordanien. Fazit: Vergiss es.
Der Iran hat alles zu bieten; grandiose Landschaften und Kulturen. Man kann sich frei bewegen und die Sicherheitslage ist immer noch recht gut, mit Ausnahme von einigen Grenzgebieten im äussersten Osten. Die Anreise ist relativ einfach, aber enorm lang.
Saudi-Arabien und die Golfstaaten sind bestimmt interessante Reiseländer. Aber die Saudis geben keine Visa. Und deswegen kommt man erst gar nicht hin. Fazit; geht nicht.
Marokko ist nach wie vor das einzige Wüstenland, das sicher UND und überland gut erreichbar ist!
4. März 2015
Schwangerschaft aus dem Automaten
3. März 2015
der verschwundene Tunnel von Saint-Hippolyte
Früher konnte man mit der Bahn von Montbéliard bis Saint-Hippolyte fahren. Letzten Sommer haben wir nach den Resten der ehemaligen Bahnlinie gesucht – und nichts gefunden. Vorallem deshalb, weil wir auf der falschen Talseite suchten. Diesmal suchten wir auf der anderen.
Im winterkahlen Gestrüpp finden wir schon bald die Reste der Bahngeleise und den alten Eisenbahntunnel. Nach knapp hundert Jahren Bahnverkehr stürzte 1969 das Tunnelgewölbe ein. Bei der Reparatur stellte sich heraus, dass die Schäden sehr viel grösser sind und eine Sanierung sehr aufwändig. Deshalb legte man kurzerhand die Strecke still.
Die Einsturzstelle wurde seinerzeit provisorisch geflickt, aber inzwischen sind weitere Stellen eingebrochen. Als Wanderweg ist der alte Tunnel deshalb eher weniger geeignet.
Der ehemalige Bahnhof Saint-Hippolyte ist heute ein Schulhaus. Und auf dem Gleisfeld sind Einfamilienhäuser und Parkplätze entstanden.
Ich fand auch ein altes Bild vom Bahnhof. Vier Geleise und im Hintergrund das ehemalige Frauenkloster. Gute alte Zeiten.
Im winterkahlen Gestrüpp finden wir schon bald die Reste der Bahngeleise und den alten Eisenbahntunnel. Nach knapp hundert Jahren Bahnverkehr stürzte 1969 das Tunnelgewölbe ein. Bei der Reparatur stellte sich heraus, dass die Schäden sehr viel grösser sind und eine Sanierung sehr aufwändig. Deshalb legte man kurzerhand die Strecke still.
Die Einsturzstelle wurde seinerzeit provisorisch geflickt, aber inzwischen sind weitere Stellen eingebrochen. Als Wanderweg ist der alte Tunnel deshalb eher weniger geeignet.
Der ehemalige Bahnhof Saint-Hippolyte ist heute ein Schulhaus. Und auf dem Gleisfeld sind Einfamilienhäuser und Parkplätze entstanden.
Ich fand auch ein altes Bild vom Bahnhof. Vier Geleise und im Hintergrund das ehemalige Frauenkloster. Gute alte Zeiten.
2. März 2015
richtig packen – meine Kleiderwurst
Wie man seinen Koffer oder Rucksack richtig packt, habe ich ja schon einmal beschrieben. Auch wie man eine Kleiderwurst oder neudeutsch „travel dresses sausage“ herstellt.
Für unseren kleinen Malaga-Ausflug habe ich fünf Kleiderwürste in eine Einkaufstüte gesteckt und mit Klebeband komprimiert. Das Paket ist so noch etwa A4 gross, wetterfest und enthält eine knappe Wochenration Kleider. Und passt in meine alte Laptop-Tasche, die ich gerne als Reisegepäck nutze.
Für unseren kleinen Malaga-Ausflug habe ich fünf Kleiderwürste in eine Einkaufstüte gesteckt und mit Klebeband komprimiert. Das Paket ist so noch etwa A4 gross, wetterfest und enthält eine knappe Wochenration Kleider. Und passt in meine alte Laptop-Tasche, die ich gerne als Reisegepäck nutze.
28. Februar 2015
am Samstag oder Sprühkäse
Das aus Protest gegen diese Dings - öööhm - Sprühkäse. Aber wem erzähl ich das...
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27. Februar 2015
schamloses Alpnach
Unser Nachbardorf Alpnach glänzt eigentlich nicht mit erkennbarer Hübschidität. Bloss eine Ansammlung von Häusern entlang der Hauptstrasse. Jetzt haben sie aber die Fassaden der „Pfistern“ goldig angemalt. Ob sie so Alpnach aufhübschen wollen?
Wenn man sowieso schon da ist, lohnt es sich ein Blick auf den spitzigen Kirchturm. Der ist gut hundert Jahre alt und knapp 100 Meter hoch. Und nach wie vor das höchste Gebäude Obwaldens. Gratulation.
Wenn man sowieso schon da ist, lohnt es sich ein Blick auf den spitzigen Kirchturm. Der ist gut hundert Jahre alt und knapp 100 Meter hoch. Und nach wie vor das höchste Gebäude Obwaldens. Gratulation.
26. Februar 2015
ausgekugelte Schulter und sonnige Zeiten
Gestern passierten grad zwei erfreuliche Sachen. Zum einen habe ich meine Steuererklärung eingereicht. Das Ausfüllen der Formulare ist jedesmal eine zähe und mühselige Angelegenheit - und etwa so beliebt wie eine ausgekugelte Schulter.
Zum anderen blinzelte die Morgensonne schon um 9 Uhr über den Berg. Vor zwei Wochen musste ich noch bis nach 11 Uhr darauf warten. Und in einigen Tagen wird sie dann schon um halb neun aufgehen. So macht das Frühlingserwachen Spass und ist viiiel eindrücklicher als im Flachland.
Zum anderen blinzelte die Morgensonne schon um 9 Uhr über den Berg. Vor zwei Wochen musste ich noch bis nach 11 Uhr darauf warten. Und in einigen Tagen wird sie dann schon um halb neun aufgehen. So macht das Frühlingserwachen Spass und ist viiiel eindrücklicher als im Flachland.
25. Februar 2015
quer über den weissen Jura
Pontarlier. Über Nacht hat es wieder geschneit. Ein Schneepflug pflügt durch den Schnee. Wir brummen dem Doubs entlang. Die Welt ist schwarzweiss, Tannen und ab und zu ein Bauernhof, sonst ist alles schneeweiss.
Kurzer Halt am Bahnhof Gilley. Da waren wir im letzten Sommer und damals war es brütend heiss. Jetzt nicht. Zwei Spuren im Schnee verraten, dass heute oder vielleicht gestern ein Zug vorbei fuhr.
Auf einsamen Nebenstrassen fahren wir weiter nordwärts. Menschenleere Tannenwälder. Dann hinunter ins Tal des Dessoubre. Aufs Mal kein Schnee mehr. Dafür sind die Bäume mit giftgrünem Moos überwachsen. Wie im Regenwald.
Dazwischen hockt ein Tier, vermutlich ein Waschbär und später sehen wir auch noch einen Fuchs.
In Saint-Hippolyte wenden wir und fahren wieder hinauf auf die Jurahöhen. Ein letztes Mal über den Doubs und hinüber nach Saignelégier. Und nachhause.
Kurzer Halt am Bahnhof Gilley. Da waren wir im letzten Sommer und damals war es brütend heiss. Jetzt nicht. Zwei Spuren im Schnee verraten, dass heute oder vielleicht gestern ein Zug vorbei fuhr.
Auf einsamen Nebenstrassen fahren wir weiter nordwärts. Menschenleere Tannenwälder. Dann hinunter ins Tal des Dessoubre. Aufs Mal kein Schnee mehr. Dafür sind die Bäume mit giftgrünem Moos überwachsen. Wie im Regenwald.
Dazwischen hockt ein Tier, vermutlich ein Waschbär und später sehen wir auch noch einen Fuchs.
In Saint-Hippolyte wenden wir und fahren wieder hinauf auf die Jurahöhen. Ein letztes Mal über den Doubs und hinüber nach Saignelégier. Und nachhause.
24. Februar 2015
Expedition nach West-Sibirien
La Brévine liegt im Neuenburger Jura und direkt an der Grenze zu Frankreich. Bis vor etwa 150 Jahren gehörte die Gegend sowohl zur Schweiz als auch zu Preussen. Interessant, aber noch lange kein Grund hinzufahren. Und schon gar nicht mitten im Winter. Doch wir hatten grad Zeit und wollten etwas ausflügeln.
Beim losfahren wussten wir noch nicht wohin. Hauptsache in den Winter, in den Schnee. Weg von diesem bräunlichen Plotsch. Hinter Bern begann es zu schneien und dann ging es bergauf. Alles um uns schneeweiss. Wie in der Tundra. Frost und sehr viel nichts. Und dann waren wir in La Brévine.
Das Dorf ist bekannt als das „Sibirien der Schweiz“. Hier wird es manchmal richtig kalt. Der Rekord liegt bei –41,8°C, wie eine Tafel neben der Kirche prahlt. Heute aber nicht, bloss laue null Grad.
Kaum Menschen unterwegs. Alle die wir sehen, räumen Schnee. Schneeräumung scheint hier ein wichtiger Erwerbszweig zu sein?
Wir kaufen uns etwas Proviant und rollen weiter durch die Polarlandschaft. Im französischen Pontarlier schlagen wir dann unser Nachtlager auf. Der Schnee ist pampig und nur noch kniehoch. Es bläst eine frische Bise. Kein Sonnenuntergang, dafür eine mondlose Nacht.
In der Nacht höre ich einen Eisbären knurren und seine kalten Füsse spüre ich auch.
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Beim losfahren wussten wir noch nicht wohin. Hauptsache in den Winter, in den Schnee. Weg von diesem bräunlichen Plotsch. Hinter Bern begann es zu schneien und dann ging es bergauf. Alles um uns schneeweiss. Wie in der Tundra. Frost und sehr viel nichts. Und dann waren wir in La Brévine.
Kaum Menschen unterwegs. Alle die wir sehen, räumen Schnee. Schneeräumung scheint hier ein wichtiger Erwerbszweig zu sein?
Wir kaufen uns etwas Proviant und rollen weiter durch die Polarlandschaft. Im französischen Pontarlier schlagen wir dann unser Nachtlager auf. Der Schnee ist pampig und nur noch kniehoch. Es bläst eine frische Bise. Kein Sonnenuntergang, dafür eine mondlose Nacht.
In der Nacht höre ich einen Eisbären knurren und seine kalten Füsse spüre ich auch.
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23. Februar 2015
der Muger sei eine eklige Drecksau
Neulich beschimpfte mich jemand als „grusige Sau“ und „echt eklig“, und so weiter. Und das nur, weil ich erzählte, ich trüge auf Reisen immer schwarze Unterhosen, damit ich die braunen Bremsspuren mit einem Kugelschreiber übermalen könne.
Stimmt ja gar nicht! Ich benutze nämlich immer einen schwarzen Edding.
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21. Februar 2015
20. Februar 2015
wir haben Nachwuchs bekommen
Gestern hat ein Bänz gelammert. Zwillinge, ein schwarzes und ein weisses. Bezüglich der Vaterschaft stellen sich da natürlich einige Fragen. Aber einers ist sicher - es war ein Schwarzer.
Ein schwarzes und ein weisses Lamm. Warum eigentlich nicht zwei graue? Oder zwei gestreifte - oder dürfen das nur die Zebra? Myschteriöööös.
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Ein schwarzes und ein weisses Lamm. Warum eigentlich nicht zwei graue? Oder zwei gestreifte - oder dürfen das nur die Zebra? Myschteriöööös.
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19. Februar 2015
Tipps fürs Tintenfischen
Es war ein regnerischer Tag, damals an der türkischen Südküste, als ich den Angelhaken fand. Es war auch noch etwas Schnur dran und so kam ich auf die Idee damit zu fischen. Ein Kaugummi an den Haken und einfach ins Wasser geworfen. Und schon nach kurzer Zeit zappelte etwas daran. Ich zog den Fang heraus – und es war ein Tintenfisch!
Eigentlich wollte ich das Tier wieder ins Wasser werfen. Doch der Tintenfisch wehrte sich wie eine Handvoll Würmer. Er klammerte sich an meine Hand und ich kam nicht an seinen Mund um den Haken zu lösen. Was tun? Irgendwie totmachen und kochen.
Aber wie tötet man einen Tintenfisch, der sich an meiner Faust festgesaugt hat und umsverrecken nicht loslassen will? Erschlagen? Oder erwürgen? Kopfumdrehen, erstechen - oder?
Einen eigentlichen Kopf hat der Tintenfisch ja nicht, bloss viele Arme und einen Sack. Und zwei Augen. Grosse traurige Augen; und damit guckt er wie ein kleines Mädchen. Er tat mir leid, aber es hilft ja nichts. Ich steche mein Taschenmesser zwischen seine Augen. Immer wieder bis er nicht mehr zappelt. Dann klaube ich seine Saugnapf-Arme von meinen. Nun seine Innereien raus und ihn in Salzwasser kochen. Nach einer halben Stunde ist er gar. Kleinschneiden und mit etwas Gemüse zu einem Salat machen. Schmeckt gut, mein irrtümlicher Fang.
Eigentlich wollte ich das Tier wieder ins Wasser werfen. Doch der Tintenfisch wehrte sich wie eine Handvoll Würmer. Er klammerte sich an meine Hand und ich kam nicht an seinen Mund um den Haken zu lösen. Was tun? Irgendwie totmachen und kochen.
Aber wie tötet man einen Tintenfisch, der sich an meiner Faust festgesaugt hat und umsverrecken nicht loslassen will? Erschlagen? Oder erwürgen? Kopfumdrehen, erstechen - oder?
18. Februar 2015
Kunstecke in Málaga
„Dispatchwork“ (Reparaturarbeit) nennt der Bildhauer Jan Vormann sein Werk. Mit farbigen Lego-Steinen flickt er Löcher und Risse in Mauern – und bringt so Farbe und Witz in die manchmal etwas trüben Städte. Und wer mag, soll es ihm nachmachen.
Neulich sind wir in Málaga zufällig an so einer Lego-Kunstecke vorbeigekommen. Ich habe gleich den Jan Vormann angefragt - nein, leider kein Originalwerk von ihm. Aber gefallen hat es mir trotzdem.
Neulich sind wir in Málaga zufällig an so einer Lego-Kunstecke vorbeigekommen. Ich habe gleich den Jan Vormann angefragt - nein, leider kein Originalwerk von ihm. Aber gefallen hat es mir trotzdem.
17. Februar 2015
Giswiler Hybrid-Pfarrer ist geflüchtet
Eigentlich wollte ich heute erzählen, dass bei mir zuhause ein Hirsch auf den Vorplatz geschissen hat. Ein HIRSCH! Aber nun hat sich eine ganz andere Geschichte vorgedrängelt: Unser Hybrid-Pfarrer ist davon gelaufen!
Und das kam so: Im letzten Sommer ging unser alter Pfarrer in Pension; ein neuer musste her. Nicht einfach, denn die katholische Kirchgemeinde Giswil ist bettelarm und frische Pfarrer generell rar. Nach langem Suchen fand man dann doch einen. Der war nicht jung und hatte auch sonst ein paar kleine Mängel: Er sprach nicht Mundart - und er war ein Protestant!
Der neuen Pfarrer war – öööhm – etwas eigenartig. Ein komischer Kerl! Aber mir egal, auch der soll seine Chance bekommen; wir werden uns schon aneinander gewöhnen. Ausser bei Beerdigungen brauche ich den sowieso nicht.
Im Verlauf des Herbstes wurde überall Unmut laut. Viele beschwerten sich über den verhaltensoriginellen Paffen. Unflätige Schimpfworte und Drohungen kursierten. Dann; kurz vor Weihnachten war unser neuer Pfarrer aufs Mal verschwunden. Weg, abgetaucht, geflüchtet?
Und jetzt steht in der Zeitung, dass man „das gemeinsame Arbeitsverhältnis“ aufgelöst habe. Irgendwie schade, hätte noch eine unterhaltsame Geschichte werden können.
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Und das kam so: Im letzten Sommer ging unser alter Pfarrer in Pension; ein neuer musste her. Nicht einfach, denn die katholische Kirchgemeinde Giswil ist bettelarm und frische Pfarrer generell rar. Nach langem Suchen fand man dann doch einen. Der war nicht jung und hatte auch sonst ein paar kleine Mängel: Er sprach nicht Mundart - und er war ein Protestant!
Der neuen Pfarrer war – öööhm – etwas eigenartig. Ein komischer Kerl! Aber mir egal, auch der soll seine Chance bekommen; wir werden uns schon aneinander gewöhnen. Ausser bei Beerdigungen brauche ich den sowieso nicht.
Im Verlauf des Herbstes wurde überall Unmut laut. Viele beschwerten sich über den verhaltensoriginellen Paffen. Unflätige Schimpfworte und Drohungen kursierten. Dann; kurz vor Weihnachten war unser neuer Pfarrer aufs Mal verschwunden. Weg, abgetaucht, geflüchtet?
Und jetzt steht in der Zeitung, dass man „das gemeinsame Arbeitsverhältnis“ aufgelöst habe. Irgendwie schade, hätte noch eine unterhaltsame Geschichte werden können.
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16. Februar 2015
peinlich am See
Ich sag mal so; es war einfach nur peinlich. Da stellt man bloss mal kurz sein Auto auf dem Spazierweg am See ab – und dann lässt es sich nicht mehr starten. Es macht nur noch chrrrrrrr-rrr statt brummm. Kurze Analyse: Das Anlasser-Relais funzt, aber das Ritzel geht nicht rein. Da muss der Pannendienst her.
Der gelbe Engel heisste René und misst die Batterie: 28 Ampere – viel zu wenig. Die Batterie ist seeehr müde. Neue rein und der Motor tut wieder.
Wegen so einer Kleinigkeit habe ich den Pannendienst gerufe - wie peinlich.
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Der gelbe Engel heisste René und misst die Batterie: 28 Ampere – viel zu wenig. Die Batterie ist seeehr müde. Neue rein und der Motor tut wieder.
Wegen so einer Kleinigkeit habe ich den Pannendienst gerufe - wie peinlich.
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15. Februar 2015
unglaublich – ich an der Fasnacht in Giswil
Nach all dem warmen Frühlingswetter in Andalusien bin ich froh, wieder zuhause zu sein. Denn: Morgen ist bei uns Fasnacht - und da will ich unbedingt dabei sein. Eigentlich wollte ich mich heuer als Architekt verkleiden; Freitag-Tasche, schwarzer Rollkragenpulli mit Schuppen und so.
Jetzt gehe ich aber doch als "Hello Kitty". Solltet ihr also morgen einer etwas stämmige „Hello Kitty“ begegnen – das bin ich..
Jetzt gehe ich aber doch als "Hello Kitty". Solltet ihr also morgen einer etwas stämmige „Hello Kitty“ begegnen – das bin ich..
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