15. Mai 2017

in der Alphütte

Jetzt ist die schönste Zeit auf den Alpen. Der Schnee ist weg und es sind noch keine Hirten und Ausflügler unterwegs. Wir schlendern bergauf, vom Frühling bis in den Winter hinauf. Vom Löwenzahn und Enzian bis zu den Krokussen und zum fleckigen Altschnee.

Der kühle Wind scheucht Wolkenfetzen über den Himmel. Ein Milan fliegt im Kreis herum und lauert auf eine pelzige Mahlzeit. Im Osten fliegt eine Ju 52 über den Brünig ins Berner Oberland hinüber. Einfach immer wieder schön hier oben.
Frau G. kreuzt Worträtsel und ich lasse meinen Computer glühen. Denn ich habe Arbeit mitgebracht; und die muss kurzfristig erledigt werden. Meine Kunden brauchen das Ergebnis und ‒ öööhm ‒ ich das Geld.

Zum z’Mittag gibt’s heute eine gebratene Wurst. Eine „Saucisse à rôtir de campagne" aus dem Kanton Waadt. Schmeckt guuut, die welsche Bauernbratwurst.

14. Mai 2017

Giraffen sind ganz anders als ich

Neulich habe ich im Fernsehen zugeschaut wie sie eine tote Giraffe sezieren. Man schneidet den Giraffenhals der Länge nach auf und klaubt das Gschludder einzeln heraus. Ich meine, es ist gut zu wissen, wie man sowas macht. Vielleicht finde ich irgendwann eine tote Giraffe und möchte gerne mal hinein schauen?

Aber darum geht es jetzt nicht: Mir ist nämlich aufgefallen, dass manche Tiere einen langen Hals haben und andere gar keinen. Zum Beispiel Schnecken und Fische haben keinen; Schweine auch nicht. Und als ich mich heute morgen im Spiegel betrachtete, musste ich feststellen - ich habe auch keinen. Irgendwie liegt mein Unterkiefer direkt auf den Schlüsselbeinen.

Ich habe keinen Hals! Was das wohl zu bedeuten hat - ich weiss es nicht. Ich bin etwas verunsichert...

12. Mai 2017

ein exotisches Russen-Auto aus meiner Heimat

Eigentlich suchte ich ganz etwas anderes, als ich auf Bilder eines Autotreffens in der damaligen Sowjetunion stiess. Schrullige Autos, aber eines stach mir gleich ins Auge; das schwarze mit den Flügeltüren. Und ich bin mir fast ganz sicher, dass es eines aus meiner Heimat ist: Ein ALBAR Sonic.

ALBAR war in den 1960-er Jahren der erfolgreichste Buggy-Hersteller Europas. „ALBAR“ heisst Alois Barmettler und der produzierte in Buochs, gleich bei uns um die Ecke. 1982 präsentierte er am Genfer Automobilsalon seinen ALBAR Sonic GT; ein extravaganter und extraflachen Sportwagen mit Flügeltüren. Sein Design war ‒ öööhm ‒ seltsam eigenwillig.

In den folgenden zehn Jahren wurde etwa fünfzehn Albar Sonic in verschiedenen Varianten verkauft.
Vermutlich ist der russische ALBAR eines der Autos aus dem Film „Killing Cars“ sein. Aber ich habe keine Ahnung, wie es nach Moskau und hinter den Eisernen Vorhang kam?

11. Mai 2017

warum meine Mofa-Expedition grandios scheiterte

Im letzten Jahr wollte ich ja eine Mofa-Expedition unternehmen. Ich besorgte mir dazu extra ein Oldtimer-Solex und eine Sporttasche. Doch schon auf der ersten Probefahrt zeigte sich dann, dass die Kombination aus 0,5 PS Motor, Bergstrasse und mir etwas suboptimal ist! Bergab konnte ich den Gaul reiten, doch bergauf musste ich nebenher laufen.

Na gut – so wurde mir zumindest das Ziel meiner ersten Fernreise klar: Lourdes in Frankreich. Da pilgern ja jedes Jahr Millionen Fusslahme und Schwächliche hin und hoffen auf Linderung und Stärkung. Genau das, was mein Solex jetzt auch braucht.
Ich sehe mich schon der Rhone entlang Richtung Süden donnere. Der Fahrtwind zerzaust mein Haar und die Landschaft fliegt an mir vorbei. Dann hinter Avignon rechts ab und immer am Canal du midi entlang nach Toulouse. Und von da weiter bis zum Wallfahrtsort Lourdes am Fuss der Pyrenäen.

Doch dann erzählte mir ein Mofapilot, dass ich auch mit dem Vélo-Solex nicht auf den Rad- und Kanalwegen fahren dürfe. Und; immer einen Helm tragen müsse. Auch in Frankreich.
Das geht nun aber gar nicht: viel zu gefährlich. Und peinlich.

10. Mai 2017

Hund und Elefant spielen miteinander

Nur ein paar Wollflusen an seiner Schnauze, weisen drauf hin, dass unser Leih-Hund mit seinem Elefanten gespielt hat. Also keinem richtigen Elefanten, bloss so einem plüschiges Rüsseltier mit einer lächerlichen blaugelben Mütze.

In Minutenschnelle hat er es von seinen wolligen Innereien befreit und es entohrt. Der schlappe Rest – der Fachmann spricht hier von der Karkasse – hat er noch ein wenig durch die Wohnung gezerrt und dann vor dem Fernseher liegen lassen.
Jetzt spielt unser Hundi mit der rosafarbigen Hello Kitty. Ein Auge hat er schon separiert…

8. Mai 2017

der Hund tut nix

Wir haben einen Hund; zumindest für einige Tage. Er ist eigentlich ganz ein netter. Und dass er Frühmorgens und Spätabends raus muss ist Vor- und Nachteil zugleich. Immerhin hat es jetzt ja wenigstens keinen Schnee mehr. Und die Saublumen glitzern im schrägen Licht.

Den ganzen Tag über tut der Hund nichts. Liegen, dösen, schnarchen – und an getrockneten Schweinsohren nagen.
Immer wenn wir zusammen raus gehen, läuft er schnurstracks zur Grünfläche gegenüber und krummbuckelt dann einen lauwarmen Gagel in den kurzgeschnittenen Rasen. Ich schaue derweilen in die Landschaft und tue, als ob ich’s nicht bemerkte. Dann gehen wir wieder nachhause und tun nichts.

6. Mai 2017

Frankreich hat die Wahl

Jetzt mal im Ernst. Morgen wählen die Franzosen einen neuen Staatspräsidenten. Zur Auswahl stehen der windige Investmentbanker Emmanuel Macron und die unanständige Rechtsanwältin Marine Le Pen. Beide möchte man keinesfalls als Nachbarn haben. Und schon gar nicht als Staatspräsidenten.

Wer Krieg und Elend will, wählt Le Pen. Wer Le Pen nicht will, wählt Macron. Wer nicht wählt, bekommt Le Pen. Wer Macron wählt, wäre unter anderen Umständen ein Idiot.

Am Sonntag Abend werden wir dann sehen, was die Franzosen ausgewählt haben?

5. Mai 2017

Frau G. kauft eine Dampfmaschine

Beim hinausgehen sagte Frau G. neulich, sie wolle eine Dampfmaschine kaufen gehe. Suuuper - da freue ich mich wie ein Gritibänz. Ich mag nämlich Dampfmaschine. Den Geruch von Kohlenrauch, den öligem Dampf, das rhythmische Stampfen und Fauchen - pfftsch-pfftsch-pfftsch. Hurraaaa...

Jetzt ist Frau G. vom Einkaufen zurück. Die Dampfmaschine ist in einem grossen Karton verpackt. Darauf ist eine Frau mit einem Staubsauger abgebildet; daneben steht "easy clean" und "eignet sich hervorragend für alle Bodenbeläge“! Ich mach mal auf und schaue mir die Dampfmaschine an.
In der Schachtel ist ‒ öööhm, ich kann es fast nicht glauben ‒  so ein Staubsauger-Dampfreiniger-Dings.
Völlig unnütz. Das Ding könnte man bestenfalls zum Putzen gebrauchen.

Keine Dampfmaschine. Nix mit pfftsch-pfftsch-pfftsch!

3. Mai 2017

ein Bombenfund in Marokko

Dass im Grenzgebiet zwischen Marokko und Westsahara noch viele Minen herumliegen, weiss wohl jeder. In der Regel sind die verseuchten Gebiete aber unzugänglich oder abgesperrt.
Doch jetzt habe ich gelesen, dass man vor wenigen Tagen anderswo eine Anti-Panzer-Mine gefunden hat. Und zwar genau da, wo wir vor zwei Jahren herumstiefelt sind!

Etwa 25 Kilometer vor der ehemaligen Grenze zu Westsahara gibt es zahlreiche alte Militärlager. Bemerkenswert daran sind die bienenstockförmigen Lehmbauten, die den Soldaten einst als Unterkunft dienten. Und hier fand man jetzt die Miene - und zwar ganz präzise da (N27.882257 W11.490838), wo wir damals herumstöberten.
So eine Panzermine ist ja gar nicht so sehr das Problem; denn nur drauftreten reicht nicht aus, um sie uszulösen. Dazu braucht es schon ein schweres Gefährt. Aber: Da wo Panzerminen sind, liegen normalerweise auch Anti-Personen-Minen. Und bei denen reicht dann oft schon eine leichte Berührung, damit sie explodieren und einem das Bein zerfetzen!
Uiii - da haben wir ja richtig Glück gehabt, dass wir damals keine explosiven Geschichtsspuren fanden.

2. Mai 2017

Kinderhüten wie im Schlaf

Über die Neujahrsfeiertage hüteten wir ja einen Leih-Hund, diese Woche waren Kinder da. Ein Bub und ein kleines Mädchen. Ich durfte einen Nachmittag lang auf die beiden aufpassen und sie bespassen. Zuerst zeichneten wir Dinosaurier und warfen Papierflieger aus dem Fenster. Dann tranken wir Limonaden und rülpsten im Trio.

Dann schauten wir fernsehen. Ich wollte mir eine Reportage über Montenegro ansehen, unterlag aber bei der Programm-Abstimmung. Und deshalb schalteten die Knirpse zu den Kindersendern um und wir schauten einem Rollstuhl-Schlupf und einem Ninja Turtle mit brennenden Handschuhen zu. Dann döste ich weg.
Die beiden Setzlinge waren ganz lieb – und dürfen gerne wieder einmal zu mir kommen. Aber als nächstes kommt wieder ein Hund zu uns.

1. Mai 2017

die weisse Pest

Ich will jetzt nicht klagen, aussehen tuts ja schon schön...


... Schnee bis ins Flachland. Aber doch nicht Ende April!

29. April 2017

die Hodenbader

Neulich hat einer geschimpft; „...schlimmer als die Hodenbader!“. Hodenbader - was zum Teufel sind Hodenbader? Und warum?
Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere. In den 1980-er Jahren gab es in Zürich eine Männerbewegung, die sich mit natürlicher Empfängnisverhütung befasste. Man diskutierte die verschiedenen Variante; Wärme schien dann am erfolgversprechendsten. Das verlangte nach einem Menschenversuch – dem "Hodenbaden".

In der Theorie ist das ganz einfach: Man erhitzte seine Hoden und die Spermien gehen ein. Doch die Praxis war tückisch und manchmal schmerzhaft!
Die Hodenbader benutzten einen Stuhl mit einem darin integrierten Wasserbecher und einen Tauchsieder. Es war nicht einfach, die Temperatur konstant auf 45°C zu halten. Wurde es heisser, verschmorte man sich nämlich die Testikel.
Zudem gab es unerwartet technische Probleme; die Hoden mussten beschwert werden, denn sonst schwammen sie obenauf und wurden nicht richtig gegart.

Die Sache ist eine ganze Weile gut gegangen ‒ bis eines Tages ein Radiosender die Hodenbadergruppe „bekannt“ machte. Die Hörer krümmten sich vor Lachen und die Hodenbader fühlten sich irgendwie unverstanden. Und dann kam sowieso AIDS und die Pariser. Und das Interesse an der Hodenbaderei kühlte merklich ab. Die Hodenbader-Gruppe-Zürich wurde bald vergessen - irgendwie schade...

27. April 2017

der Todesstrahl

Im Februar 1961 tauchte bei uns in Sarnen ein „Dr. Hans Ehrhardt“ aus Deutschland auf. Er war Physiker und experimentierte mit einer neuartigen Strahlenkanone. Der Dr. Ehrhardt hiess in Wirklichkeit aber Hans Engelke und war ein etwas eigenartiger Kerl.

Er behauptete, seit dem Krieg eine "Strahlenkanone“, die "im Frieden Kranke heilen und im Kriege Feinde töten" zu entwickeln. Ein Plasma-Strahl aus einem Hohlspiegel soll 30‘000 km weit wirken und eine gewaltige Zerstörungskraft haben. Bei einem Versuch soll er auf eine "Entfernung von zwölf Kilometern binnen Sekunden anderthalb Meter Gletscherschnee wegschmolzen haben".

Im Sommer 1961 erschien in einer Regionalzeitung ein Foto des "Todesstrahls" über Sarnen. Nun bekam es die Bevölkerung mit der Angst zu tun. Bis dahin hielt man den Deutschen für einen Spinner. Als man dann aber eines Nachts den "Todesstrahl" wirklich sehen konnte, war man sich nicht mehr so ganz sicher. Vielleicht hat der Ehrhardt da etwas ganz ungeheuerliches erfunden - etwas ungeheuerlich gefährliches? Die Bevölkerung reklamierte bei den Behörden. Diese legten daraufhin dem Dr. Hans Ehrhardt und seiner Familie nahe, sich besser andernorts niederzulassen. 
In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1963 verschwand der Strahlenkanonen-Erfinder aus Sarnen. Seither hat man von ihm nichts mehr gehört oder gesehen...

Eine leider fast vergessene Geschichte.

26. April 2017

Garten des Schreckens - bissige Tulpen

Neulich, in Deutschland gesehen: «Gartenanlage - Betreten auf eigne Gefahr». Was einem da wohl erwartet? Bissige Tulpen, pöbelnde Primeln oder unflätige Magnolien?

Ich hab mich jedenfalls nicht hinein getraut und ging schnell weiter. Wrrrhr…

24. April 2017

der Bub mit der Schlange

Gestern war unser kleiner Nachbar-Bub - er ist etwa sieben - bei uns zu Besuch. Ich habe ihm meine Schlange geschenkt. Ich habe die mal in Bulgarien gekauft. Sie ist aus Holzlamellen und bewegt sich fast wie echte Schlange.
Wie auch immer – er trug die Schlange stolz nachhause. Dann hörte ich einen schrillen Schrei…

Kurz darauf standen der kleine Bub mit der Holzschlange und seine Mutter bei mir an der Haustür. Er wolle die Schlange zurückgeben. Denn es wäre doch schade, wenn er die schöne Holzschlange beim Spielen kaputt machen täte. Odr so.

Auch gut – ich habe ja noch Maden aus Plastik da.

22. April 2017

Brust bitte nicht betreten

Traben-Trarbach liegt an der Mosel und mittendrin steht ein fast siebenhundert Jahre alter Turm. Da kann man hinaufsteigen und hinunterschauen.

… und ein Schild unterstützt die Besucher mit nützlichen Verhaltenshinweisen.

20. April 2017

3 Kilo 400 und 52 cm

Was sich nach einem wackeren Säugling anhört, sind aber die Ausmasse unseres Oster-Desserts. Eine prächtige Cremeschnitte mit Erdbeerbelag.

Meine Lieblingsschwester hat diesen flauschigknusprigen Brummer gebacken. Gegessen haben wir ihn dann gemeinsam. Der war so guuut, dass allein die Erinnerung mir noch immer die Freudentränen rausdrückt...

18. April 2017

das Flugboot in Montreux

Man mag es kaum glauben, aber vor 60 Jahren gab es internationale Flüge direkt nach Montreux. Die britische Aquila Airways flog von Southampton an den Genfersee. Und da es hier keinen Flugplatz gab, flogen sie mit einem mächtigen viermotorigen und doppelstöckigen Flugboot – mit einer Short S-45 Solent IV.

An der Uferpromenade in Montreux erinnert heute nur noch ein unscheinbar Sockel-Anker an die damalige internationale Fluglinie. Und deswegen sind wir – na gut, ich – neulich extra nach Montreux gereist.

Die Aquila Airways flogen mit ihren Flugbooten vor allem nach von England auf die Kanarischen- und Mittelmeerinseln. Im Juni 1957 dann auch nach Montreux an die schweizer Riviera. Doch das Geschäft lief schleppend, so dass sie nach nur acht Flügen die Schweiz-Flüge wieder einstellten musste.
Ein Jahr später war dann ganz Schluss mit der Aquila Airways. Sie verkaufte ihre Wasserflugzeuge an die portugiesische ARTOP Linhas Aéreas, die kurz später auch Konkurs ging.

Die Short S-45 Solent (G-AOBL) wurde 1949 in Irland gebaut, flog zuerst in Neuseeland und im Südpazifik und wurde dann von 1955 bis 1958 in Europa. Ab 1959 stand das Flugboot untätig auf Flughafen Lissabon-Cabo Ruivo herum, wo es dann 1971 verschrottet wurde.

17. April 2017

vegetarische Ostereier

Ostern gehört bestimmt zu den zehn beliebtesten Frühlingsfeiertagen. Auch wir feierten gestern ausgiebig mit üppigem Essen und Verwandtenbesuch.

Frau R. beschenkte uns mit einem wunderbaren Korb voller vegetarischen Ostereiern. Pflaumen, Zitronen, Kartoffeln, Äpfel in herzallerliebsten Farben. Und viiiel saftiger als die üblichen Hühnereier.
Eine tolle Überraschung - vielen Dank.

16. April 2017

Geheimtipps für Bayern?

Irgendwann im Juni möchte Frau G. nach Prag städtereisen. Und wir wollen, wie damals in Genova, unseren Möbelwagen als Stadthotel nutzen. Soweit so gut – aber: Wie sollen wir hin- und zurückfahren? Und was sollten wir unterwegs unbedingt besuchen und anschauen?

Unsere Route ist noch völlig offen. Vermutlich fahren wir relativ direkt nach Prag und dann über Südböhmen und Bayern wieder nachhause. Ich würde gerne noch einmal in die Gegend um Kelheim und Passau besuchen, in einem Biergarten eine Wurscht essen und/oder ein Automuseum heimsuchen. Oder irgendetwas Skurriles anschauen …

Wir sind euch um jeden Vorschlag oder (Geheim-)Tipp dankbar.

14. April 2017

nix zu lachen

Karfreitag - der höchste christliche Feiertag. Und dies, weil vor gut zweitausend Jahren die Römer in Palästina einen Juden ans Gebälk genagelt haben.
Religion ist manchmal schon seltsam.

13. April 2017

Eisenbahnsport; Muchtern retour

Montreux. Am Nachmittag besteigen wir den „Belle Epoque“ der Montreux-Berner Oberland-Bahn. Das ist ein Schmalspur-Zug im Stil des legendären „Golden Mountain Pullmann Express“ aus den 1930-er Jahre. Nobles Kirschbaumholz-Interieur, Messing-Hutablagen, geblümter Teppich und weiche Polstersitze. Schön und schön kitschig.

Doch die Wagen sind aber nicht etwa alt. Nein, die Bahngesellschaft hat sie vor gar nicht allzu langer Zeit aus angejahrten Personenwagen in diese „historischen“ Salonwagen umgebaut – allemal besser als verschrotten!

Der Zug verkehrt jetzt im ganz normalen Alltags-Betrieb. Von Montreux geht es in langem Zickzack-Kurven erst den Berg hinauf und dann schier endlos durch die noch kahle Bergwelt. Unterwegs kommen wir im mondänen Gstaad und Château-d'Oex vorbei. Hotelpaläste und braungebrannte Chalets.

In Zweisimmen endet unser Orientexpress; und die Schmalspurgleise. Wir müssen in die normalspurige Lötschbergbahn nach Interlaken umsteigen. Damit ist aber demnächst Schluss, denn zurzeit baut am grad eine automatische Umspur-Anlage. Da fährt der Zug dann einfach drüber und seine Räder werden so weit verschoben, dass sie auf die Schmal- oder Normalspurgleise passen. Sitzenbleiben statt umsteigen.

In Interlaken Ost steigen wir ein letztes Mal um. Mit der Zentralbahn, wieder Schmalspur und mit Zahnradantrieb, fahren wir über den Brünigpass nachhause.

Und so reisten wir:
Zentralbahn (zb), Interregio Giswil-Luzern
Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), Regio-Express Luzern–Olten
SBB, InterCity-Neigezug 1512 Olten–Lausanne
SBB, InterRegio 1815 Lausanne-Montreux
Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB), Belle Epoque 3126 Montreux–Zweisimmen
Lötschbergbahn (BLS), RegioExpress 4076 Zweisimmen-Interlaken
zb, Interregio Interlaken-Giswil

12. April 2017

Eisenbahnsport; nach Montröö

Eisenbahnsport: Heute wollen wir an den Genfersee. Kurz nach sieben geht’s los; zuerst mit der Zentralbahn nach Luzern, dann mit Regionalexpress weiter nach Olten. Hier besteigen wir um neun den InterCity nach Lausanne.

Der Neigezug saust wie auf Schienen durch die malerische Landschaft. Er ist gut besetzt und neben uns schnattern zwei Amerikanerinnen bis unsere Ohren glühen. Unser Zug fährt auf der Jurasüdfuss-Linie, also am Bielersee und Lac du Neuchâtel entlang. Eine wunderschöne Landschaften mit Weinberge, Schlössern und Frühlingssonne.
In Lausanne steigen wir in den InterRegio nach Montreux um, wo wir um kurz nach elf landen.

Der Bahnhof von Montreux liegt fast direkt See, aber dennoch einiges höher oben. Wir steigen die Treppen hinunter - gehen dann aber nicht an den See, sondern fahren mit dem Bus nach Territet. Territet ist ein ehemals mondäner Stadtteil in der Nachbarbucht.

Hier urlaubte auch die östereichische Kaiserin Sissi oft und gerne. Und anlässlich eines solchen Urlaubs wurde sie dann im nahen Genf ermordet. Wir schauen uns das Marmordenkmal an – und spazieren dann an der Seepromenade entlang zurück nach Montreux.

Frühlingsblumen quellen aus den Rabatten und die ersten Bäume blühen. Vor der historischen Markthalle streckt ein metallener Freddie Mercury die Faust in den Himmel. Auch er lebte, wie viele andere berühmte Musiker, jahrelang in Montreux.
Und morgen gehts hier weiter...

11. April 2017

Spanien: Solarbabies - ein Film-Monster

Als wir im Februar in Tabernas die Filmkulissen-Stadt anschauten, entdeckte ich in einem Schuppen ein mehr als sonderbares Fahrzeug. Irgend etwas zwischen Barbie-Kutsche und Marsmobil. Mit drei Sitzplätzen und vier Rädern. Aber was ist das?

Fündig wurde ich beim grottenschlechten Science-Fiction-Film „Solarbabies“ von 1986. Die Handlung ist verwirrend, doch schnell erzählt. Amerikanische Jugendliche kämpfen gegen das Böse – auf Rollschuhen! In der Wüste! Hirnloses herumgehüpfe und viel Gewalt.

Im Film kommen verschiedene futuristische Fahrzeuge vor. Und mehrere davon gammeln immer noch in Tabernas vor sich hin. Wer genau schaut sieht ein zweites im Hintergrund.
Wer mal da vorbei kommt - das Ding steht im Fort Bravo, bei den Pferdestallungen.

10. April 2017

Schon wieder dieses Chakchouka?

Schon wieder dieses Schakschuka-Zeug? Jawohl. Weil ich es gern mag– öööhm – und weil es ein Eintopfgericht ist. Kochen und essen aus einem einzigen Napf, das spart der Frau G. viel Abwasch.

Heute kochte ich gelbes Chakchouka. Viel roten Zwiebeln, orangen Rüebli, gelbe Peperoni und einer handvoll Reis. Gewürzt mit Ras el-Hanout, das ich noch vom vorletzten Jahr übrig hatte.
Das ganze habe ich etwa eine halbe Stunde in der Tajine schmurgeln lassen. Dann kamen die Eier darauf und weiter köcheln lassen bis sie gar sind. Und Schnittlauch als Begleitgrün.

8. April 2017

goldiger Alp-Frühling

Neulich: Es ist mild und Frau G. hat einen freien Tag. Die Frühlingssonne hat die Schneeresten weitgehend aufgesogen – also fahren wir gschwind zu „unserer“ Alphütte hinauf. Das erste Mal in diesem Jahr.

Die Alpweiden sind voller Krokusse und Schneeglöggli und kein Mensch weit und breit. Überall kriechen glänzende Käfer herum. Keine Ahnung wie die heissen, aber es gibt sie vor allem in grün und blau, manche auch in Gold.
Wir sitzen auf dem Bänkli vor dem Alphüttli bis der kühle Nebel die Sonne und uns verscheucht. Ein herrlicher Saison-Auftakt.