Kembs. Eigentlich wollten wir mit dem Heissluft-Ballon fliegen. Doch das Wetter wollte nicht und so fuhren wir halt ins Elsass. Ich bin immer noch etwas rekonvaleszent, deshalb endet unsere erste Tagesetappe bereits an der Rhein-Schleuse in Kembs. Schiffe gucken, aber vorwiegend nichts tun.
Am nächsten Morgen trommelt der Regen aufs Dach trommelt. Nasse Schiffe schleichen sich vorbei und wir fahren nach Mulhouse. Frau G. braucht Tapeten und ich einen Wasserhahn. Im Baumarkt haben sie weder das eine noch das andere. Dafür steht vor uns ein Kerl, der wirklich gut stinken kann. Wie ein nasser Köter; und brennender Kehricht.
Es regnet immer noch, also fahren wir über den Rhein nach Breisach. Die Tapetenfabrik macht grad Feierabend, als wir ankommen. Wir dürfen aber noch einen kurzen Blick auf die Tapeten werfen – und dann ist Schluss. Nächstes mal.
Wir übernachten im nahen Burkheim auf einem Waldparkplatz an einem See. Die Sonne scheint, es ist herrlich hier. Die Vögel zwitschern und die Kröten machen seltsame Geräusche.
Am Seeufer hocken ein paar Leute mit Gummistiefeln und Tarnjacken im Gras und richten ihre Gerätschaften aus. Ornithologen, Heckenschützen - Spanner? Nein. „Makro-Fotografie“ erklären sie mir. Und tatsächlich, sie fotografieren winzig kleine Insekten, ganz gross.
Ich bin so beeindruckt, dass ich meinen Knipser auch drauf halte. Freihändig und ohne so ein Gestell. Geht doch.
Ein Bergler auf Abwegen. Der Schweizer Weltenbummler, Klugscheisser und Sapperlot berichtet von weltweit und zuhause. Ein Reiseblog.
13. Mai 2013
11. Mai 2013
Rundreise mit der Oensingen-Balsthal-Bahn
OeBB heisst „Oensingen-Balsthal-Bahn“ und die hat gar nichts mit den "Österreichischen Bundes Bahnen" zu tun. Die Oensingen-Balsthal-Bahn bedient die Eisenbahnlinie Oensingen – Balsthal. Und da die beiden Städtchen unmittelbar nebeneinander liegen, beträgt die Gesamtlänge des OeBB-Streckennetzes nur etwa 4‘010 Meter. Meter, nicht etwa Kilometer!
Gestern erfüllte ich mir meinen langgehegten Wunsch und lud Frau G. zu einer Reise mit der OeBB ein. In Balsthal bestiegen wir den Zug nach Oensingen. Aufgrund der erwarteten Fahrzeit von zehn Minuten, verzichtete ich auf ein Taschenbuch. Wir platzten in einem Grossraumwagen und warteten auf die Abfahrt.
Der Zug glitt sanft und normalspurig dahin. Rasante Fahrt entlang eines Gewässers. Nach zwei Haltestellen und zehn Minuten erreichten wir die Endstation Oensingen. Grosse Zufriedenheit meinerseits.
Nach einem kurzen Aufenthalt setzte sich der Zug erneut in Bewegung. Diesmal in umgekehrter Richtung und zurück nach Balsthal. Die Landschaft ist uns jetzt schon etwas vertrauter. Umso mehr geniessen wir die Zugfahrt durch die wilde Bergwelt. Erschöpft und glücklich entsteigen wir in Balsthal dem Zug.
Gestern erfüllte ich mir meinen langgehegten Wunsch und lud Frau G. zu einer Reise mit der OeBB ein. In Balsthal bestiegen wir den Zug nach Oensingen. Aufgrund der erwarteten Fahrzeit von zehn Minuten, verzichtete ich auf ein Taschenbuch. Wir platzten in einem Grossraumwagen und warteten auf die Abfahrt.
Der Zug glitt sanft und normalspurig dahin. Rasante Fahrt entlang eines Gewässers. Nach zwei Haltestellen und zehn Minuten erreichten wir die Endstation Oensingen. Grosse Zufriedenheit meinerseits.
Nach einem kurzen Aufenthalt setzte sich der Zug erneut in Bewegung. Diesmal in umgekehrter Richtung und zurück nach Balsthal. Die Landschaft ist uns jetzt schon etwas vertrauter. Umso mehr geniessen wir die Zugfahrt durch die wilde Bergwelt. Erschöpft und glücklich entsteigen wir in Balsthal dem Zug.
10. Mai 2013
9. Mai 2013
die Sache mit den Windmühlen
Windmühlen sind eigentlich völlig überflüssig - Wind ist doch von natur aus schon sehr fein.
Das müsste uns zu denken geben.
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Das müsste uns zu denken geben.
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8. Mai 2013
marokkanisch kochen
Im Rahmen meiner Marokkoreise habe ich dort auch ein Buch erworben. Jetzt hatte ich endlich Zeit, sie etwas eingehender zu betrachten. Das Werk heisst: „الساندويتش أكلات خفيفة“ (belegte Brote) und wurde von Rachida Amhowh verfasst.
Es beginnt auf Seite 2 gleich mit einem ersten Höhepunkt; dem "Lachs-Käse-Brot". Gefolgt von einem mediterranen "Käse-Brot". Auf Seite 3 gleich ein weiterer Höhepunkt, das "Thunfisch-Brot". Ein wahres Feuerwerk aufregender Rezepte. Sowohl die Zutaten, wie auch die Zubereitung sind detailliert und gut verständlich beschrieben, so dass auch ein ambitionierter Laie das Gericht nachkochen kann. Ich möchte das mal am Beispiel des anfangs erwähnten Lachs-Käse-Brotes aufzeigen.
Zu den Zutaten: Für zwei belegte Brote benötigen wir vier(!) Scheiben Brot, mindestens zwei Scheiben Lachs und Käse und Butter. Die Zubereitung kann man dann in mehrere Phasen einteilen. Als Erstes alle Brotscheiben, einseitig, mit Butter bestreichen. Dann die bebutterten Brote mit einer Scheibe Lachs oder Käse belegen. Bis dahin unterscheidet sich das Rezept kaum von der uns vertrauten mitteleuropäischen Küche. Nun aber - je eine mit Lachs und mit Käse belegte Brotscheibe so aufeinander trapieren, dass die beiden Belage aufeinander zu liegen kommen. Mit den beiden übrigen Brotscheiben wiederholen wir den Vorgang. Nun haben wir also zwei belegtes Brot - der Engländer würde dazu wohl Sandwich sagen - mit aussen herum Brot und Lachs/Käse im Inneren. Vom Geschmack her ginge es auch andersherum, aber nur so entspricht es der traditionellen marokkanischen Küche.
Als Serviervorschlag empfiehlt und der Autor die beiden belegten Brote mittels eines Diagonalschnittes zu teilen. Als Garnitur eignen sich eine ausgelutschte Zitrone und eine gehäkeltes Deckchen von der Schrankwand.
Wie ihr seht, mit etwas Übung lässt sich die marokkanische Küche durchaus nachkochen.
Es beginnt auf Seite 2 gleich mit einem ersten Höhepunkt; dem "Lachs-Käse-Brot". Gefolgt von einem mediterranen "Käse-Brot". Auf Seite 3 gleich ein weiterer Höhepunkt, das "Thunfisch-Brot". Ein wahres Feuerwerk aufregender Rezepte. Sowohl die Zutaten, wie auch die Zubereitung sind detailliert und gut verständlich beschrieben, so dass auch ein ambitionierter Laie das Gericht nachkochen kann. Ich möchte das mal am Beispiel des anfangs erwähnten Lachs-Käse-Brotes aufzeigen.
Zu den Zutaten: Für zwei belegte Brote benötigen wir vier(!) Scheiben Brot, mindestens zwei Scheiben Lachs und Käse und Butter. Die Zubereitung kann man dann in mehrere Phasen einteilen. Als Erstes alle Brotscheiben, einseitig, mit Butter bestreichen. Dann die bebutterten Brote mit einer Scheibe Lachs oder Käse belegen. Bis dahin unterscheidet sich das Rezept kaum von der uns vertrauten mitteleuropäischen Küche. Nun aber - je eine mit Lachs und mit Käse belegte Brotscheibe so aufeinander trapieren, dass die beiden Belage aufeinander zu liegen kommen. Mit den beiden übrigen Brotscheiben wiederholen wir den Vorgang. Nun haben wir also zwei belegtes Brot - der Engländer würde dazu wohl Sandwich sagen - mit aussen herum Brot und Lachs/Käse im Inneren. Vom Geschmack her ginge es auch andersherum, aber nur so entspricht es der traditionellen marokkanischen Küche.
Als Serviervorschlag empfiehlt und der Autor die beiden belegten Brote mittels eines Diagonalschnittes zu teilen. Als Garnitur eignen sich eine ausgelutschte Zitrone und eine gehäkeltes Deckchen von der Schrankwand.
Wie ihr seht, mit etwas Übung lässt sich die marokkanische Küche durchaus nachkochen.
7. Mai 2013
das Gürteltier ist so eine Sau
Zu den Folgen solch eines viralen Infektes gehören ausgiebiger Schleimhusten, Albträume und Agonie. Und das sind erst die angenehmen Folgen. Ans Bett gefesselt bleibt mir bloss Dösen und/oder Fernsehen schauen. Viel zu schwach um zu zappen, werde ich genötigt exotischen Tieren beim Kopulieren, naiven Mädchen beim singhopsen und Börsenexperten bei der Luftverdrängung zuzuschauen.
Dann kommt eine bizarre Reportage von zwei Päpsten, die zusammen gezogen seien! Irgendwie erinnert mich das an die alte Frage: Dürfen katholische Pfarrer heiraten? «Ja - aber nur, wenn sie sich wirklich lieb haben».
Wo bleibt eigentlich der vom Sigi Freud versprochene "sekundären Krankheitsgewinn"? Ich will gesund werden - bittääää.
Dann kommt eine bizarre Reportage von zwei Päpsten, die zusammen gezogen seien! Irgendwie erinnert mich das an die alte Frage: Dürfen katholische Pfarrer heiraten? «Ja - aber nur, wenn sie sich wirklich lieb haben».
Wo bleibt eigentlich der vom Sigi Freud versprochene "sekundären Krankheitsgewinn"? Ich will gesund werden - bittääää.
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6. Mai 2013
Hirnmassenverlust
Ich bin immer noch krank
Bellender Husten mit schlifrigen Ausscheidungen
Etwa 400° Fieber, abgerundet und im Schatten gemessen
Mugerweh
chraaank :-(
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Bellender Husten mit schlifrigen Ausscheidungen
Etwa 400° Fieber, abgerundet und im Schatten gemessen
Mugerweh
chraaank :-(
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5. Mai 2013
mundartig
Neulich sagte einer zu mir: «Friäner isch är sonä Spränzel gsi – etz ä gherigä Schlari». Hat mir gefallen, der Mundart-Satz. Das ist Poesie, und genau so reden die Leute um mich herum.
Hier mein Versuch einer Übersetzung: "Früher war er so ein Winzling – jetzt ein richtig strammer Bursche". Ein Schlacks, odr so.
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Hier mein Versuch einer Übersetzung: "Früher war er so ein Winzling – jetzt ein richtig strammer Bursche". Ein Schlacks, odr so.
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4. Mai 2013
Krankigkeit und Siechtum
krank
ich bin krank
krrraaank!
krachender Husten
Schnudder, Schleim, Säfte
schmierige Auswurfschnecken
seifigglitschig denoch geschmacklos
furchtbare Gliederschmerzen, alles ausser selbiges
unmenschlich
ich bin krank
krrraaank!
krachender Husten
Schnudder, Schleim, Säfte
schmierige Auswurfschnecken
seifigglitschig denoch geschmacklos
furchtbare Gliederschmerzen, alles ausser selbiges
unmenschlich
3. Mai 2013
wir verrückten Hunde
Behinderten-Taxi. Heute habe ich wieder den ganzen Tag meine Behinderten herumkutschiert. Frühlingswetter. Landauf landab roch es nach Gülle, nur bei der Birchermüesli-Fabrik in Sachseln ganz fein nach Kuchen.
Meine Fahrgäste waren den Umständen entsprechend nett, so wie meistens. Lukas präsentiert uns seine Ambulanz-Sirenen-Imitationen aus seinem Spanienurlaub. Taatüüü – jiiiep-jiiiep, piuuupiuuu-piuuu. Wir andern waren nicht unglücklich, als wir unser Fahrziel erreichten. Im Schulheim herscht am Morgen immer reger Andrang. Eine stattliche Anzahl Busse kalben ihre Passagiere. Päda- und allerhand andere –gogen schnappen sich dann ihre Schützlinge und sie zu beschulen.
Am Mittag sind wir bloss zu fünft. Wir tragen schwarze Mützen und machen einen auf Gangster. Jou Määän. Aber die anderen lächelten bloss milde. Ich glaube, die hielten uns für verrückt.
Diese Behinderten-Taxi-Fahrerei gefällt mir deshalb so gut, weil ich nie am Feierabend unerledigte Arbeit mit nachhause nehmen muss. Anderseits gibt es aber auch so gar kein Trinkgeld.
In den Wartezeit lese ich "Hundskrüppel - Lehrjahre eines Übeltäters" vom Gerhard Polt. Schöne, kraftvolle Kurzgeschichten.
Meine Fahrgäste waren den Umständen entsprechend nett, so wie meistens. Lukas präsentiert uns seine Ambulanz-Sirenen-Imitationen aus seinem Spanienurlaub. Taatüüü – jiiiep-jiiiep, piuuupiuuu-piuuu. Wir andern waren nicht unglücklich, als wir unser Fahrziel erreichten. Im Schulheim herscht am Morgen immer reger Andrang. Eine stattliche Anzahl Busse kalben ihre Passagiere. Päda- und allerhand andere –gogen schnappen sich dann ihre Schützlinge und sie zu beschulen.
Am Mittag sind wir bloss zu fünft. Wir tragen schwarze Mützen und machen einen auf Gangster. Jou Määän. Aber die anderen lächelten bloss milde. Ich glaube, die hielten uns für verrückt.
Diese Behinderten-Taxi-Fahrerei gefällt mir deshalb so gut, weil ich nie am Feierabend unerledigte Arbeit mit nachhause nehmen muss. Anderseits gibt es aber auch so gar kein Trinkgeld.
In den Wartezeit lese ich "Hundskrüppel - Lehrjahre eines Übeltäters" vom Gerhard Polt. Schöne, kraftvolle Kurzgeschichten.
2. Mai 2013
nein – ich erlaube keine Schafe im Taxi
Diese Woche fahre ich wieder einmal Behinderten-Taxi. Meine Fahrgäste sind alle geistig behindert - mehr oder weniger. Aber im Vergleich zu dem, was einem im Alltag sonst so begegnet, sind sie eigentlich ganz normal.
Meine erste Tour beginnt jeweils morgens um halb sieben. Ich sammle meine Fahrgäste ein. Die wohnen allesamt sehr abgelegen. Stotzige und kurvige, dafür aber schmale Strassen. Heute hat Iwo während der ganzen Fahrt laut gelacht. Worüber weiss keiner, denn sprechen tut er nicht. Jedenfalls nicht mit uns. Der Lukas kann täuschend echt das Signalhorn der Feuerwehr nachmachen. Und mir damit jedesmal einen Schrecken einjagen. Zudem wollte er heute unbedingt eine blühende Hecke in die Schule mitnehmen. Ich habe das nicht erlaubt. Dann wollte er stattdessen ein grasendes Schaf mitnehmen. Nein – morgen. Morgen fährt jemand anderes und wird bestimmt viel Freude mit meinem Versprechen haben.
Nach gut zwei Stunden ist meine Morgentour vorbei. Keiner hat genässt – schon mal ein guter Anfang. Die folgenden Mittags-Rundfahrten verlaufen eher ereignisarm. Liegt vermutlich daran, dass meine Passagiere taubstumm und lahm sind. Hauslieferung mit dem Rolli.
Auf der Abend-Tour kommt "Highway to hell" im Radio. Ich drehe voll auf und wir singen alle mit. Den Text kann keiner - das stört uns aber nicht. Ein Taxi voller Irren.
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Meine erste Tour beginnt jeweils morgens um halb sieben. Ich sammle meine Fahrgäste ein. Die wohnen allesamt sehr abgelegen. Stotzige und kurvige, dafür aber schmale Strassen. Heute hat Iwo während der ganzen Fahrt laut gelacht. Worüber weiss keiner, denn sprechen tut er nicht. Jedenfalls nicht mit uns. Der Lukas kann täuschend echt das Signalhorn der Feuerwehr nachmachen. Und mir damit jedesmal einen Schrecken einjagen. Zudem wollte er heute unbedingt eine blühende Hecke in die Schule mitnehmen. Ich habe das nicht erlaubt. Dann wollte er stattdessen ein grasendes Schaf mitnehmen. Nein – morgen. Morgen fährt jemand anderes und wird bestimmt viel Freude mit meinem Versprechen haben.
Nach gut zwei Stunden ist meine Morgentour vorbei. Keiner hat genässt – schon mal ein guter Anfang. Die folgenden Mittags-Rundfahrten verlaufen eher ereignisarm. Liegt vermutlich daran, dass meine Passagiere taubstumm und lahm sind. Hauslieferung mit dem Rolli.
Auf der Abend-Tour kommt "Highway to hell" im Radio. Ich drehe voll auf und wir singen alle mit. Den Text kann keiner - das stört uns aber nicht. Ein Taxi voller Irren.
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1. Mai 2013
der Wohnwagen aus Ägypten
Hinten auf dem Foto steht bloss: «eng. Weekend Auto 1933». Vorn drauf sieht man einen Wohnwagen auf der Hauptstrasse bei mir zuhause; in Giswil. Erst einmal nichts Besonderes! Aber – so grosse Wohnwagen sind in der Schweiz erst seit 1950 erlaubt, davor gab nur winzig kleine Wägelchen.
Beim abgebildeten Wohnwagen handelt es sich, unschwer zu erkennen, um einen „Car Cruiser“ aus Middlesex, London. Fast fünf Meter lang und damals einer der modernsten Wohnwagen überhaupt. Das Zugfahrzeug ist schon etwas schwieriger zu bestimmen: Aber es ist ein „Hillman Wizard 75 Saloon“, kraftvoll und luxuriös. Soweit so gut; aber warum steht das Gespann vor dem Bahnhof Giswil? Ich begann zu suchen – und nun die grosse Überraschung!
Im Januar 1933 starteten im Auftrag der „Hillman Motor Car Co. Ltd“ vier abenteuerlustige Briten zu einer Überlandfahrt nach Ägypten. Die Route führte sie von London nach Marseille, dann weiter von Tunis über Tripolis nach Kairo. Nach genau drei Woche Fahrt waren sie am Ziel und der brandneue Hillman konnte auf der „Cairo Motor Show“ präsentiert werden.
Nach der Messe fuhren die vier Briten wieder zurück nach London, diesmal über Italien und die Alpen. Anscheinend auch über den Brünigpass. Und an jenem Freitag, dem 19. Mai 1933 pausierte das prominente Gespann ausgerechnet bei mir zuhause ...
Man darf wohl behaupten, das war damals der erste Wohnwagen in Giswil, der direkt aus Ägypten kam.
Beim abgebildeten Wohnwagen handelt es sich, unschwer zu erkennen, um einen „Car Cruiser“ aus Middlesex, London. Fast fünf Meter lang und damals einer der modernsten Wohnwagen überhaupt. Das Zugfahrzeug ist schon etwas schwieriger zu bestimmen: Aber es ist ein „Hillman Wizard 75 Saloon“, kraftvoll und luxuriös. Soweit so gut; aber warum steht das Gespann vor dem Bahnhof Giswil? Ich begann zu suchen – und nun die grosse Überraschung!
Im Januar 1933 starteten im Auftrag der „Hillman Motor Car Co. Ltd“ vier abenteuerlustige Briten zu einer Überlandfahrt nach Ägypten. Die Route führte sie von London nach Marseille, dann weiter von Tunis über Tripolis nach Kairo. Nach genau drei Woche Fahrt waren sie am Ziel und der brandneue Hillman konnte auf der „Cairo Motor Show“ präsentiert werden.
Nach der Messe fuhren die vier Briten wieder zurück nach London, diesmal über Italien und die Alpen. Anscheinend auch über den Brünigpass. Und an jenem Freitag, dem 19. Mai 1933 pausierte das prominente Gespann ausgerechnet bei mir zuhause ...
Man darf wohl behaupten, das war damals der erste Wohnwagen in Giswil, der direkt aus Ägypten kam.
30. April 2013
Frau B. hat einen Vogelbock
Ich habe schon mal davon erzählt: Frau B. und die Vögel. Kürzlich war ich wieder einmal bei ihr zu Besuch und sie präsentierte mir ihren neuen „Flocki. Ein bleiches Getier ohne Augen und Ohren. Es hockt stumm auf seinem Stängeli und schaut feindlich. Was war geschehen?
Als sie von ihrem Osterurlaub heimkam, lag der Ex-Vogel auf dem Käfigboden und stellte sich tot. Sehr tot. So tot, dass ein Ersatzvogel her musste. Im Gebrauchtvogelhandel besorgte sie sich für wenig Geld den „Flocki“. Ein Wellensittich. Wobei irgendwie die Wellen nicht ersichtlich sind. Laut ihren Angaben ist das nun ein – öööhm - Bock? Hengst, Rüde? Wie auch immer, man sieht es ihm jedenfalls nicht an.
Als sie von ihrem Osterurlaub heimkam, lag der Ex-Vogel auf dem Käfigboden und stellte sich tot. Sehr tot. So tot, dass ein Ersatzvogel her musste. Im Gebrauchtvogelhandel besorgte sie sich für wenig Geld den „Flocki“. Ein Wellensittich. Wobei irgendwie die Wellen nicht ersichtlich sind. Laut ihren Angaben ist das nun ein – öööhm - Bock? Hengst, Rüde? Wie auch immer, man sieht es ihm jedenfalls nicht an.
29. April 2013
multiple Delinquenz
Unser Schlafwagen stand nun den ganzen Winter alleine zwischen zwei Wohnwagen mit den Namen "Dethleffs" und "TravelKing". Nun ist die Zeit gekommen, ihn wieder reisefertig machen. Also raus zum probefahren.
Schlüssel drehen, brrr-br-brummmm, ein schwarze Nebel quält sich aus dem Auspuff. Alles gut, los geht’s, ab auf die Strasse. Nach etwa zwanzig Minuten kommt mir so ein Gedankenblitz: Gopferdammi - ich habe keine Nummernschilder dran.
Also zurück fahren, Kennzeichen montieren, und weiter geht's. Etwa eine halbe Stunde später schlägt erneut ein Gedankenblitz ein: Keine Autobahnvignette, nicht gut, gar nicht! Also nächste Ausfahrt raus und an die erstbeste Tankstelle, Vignette kaufen. Obwohl ich keinen Frühlings-Rabatt bekomme, kaufe trotzdem eine nagelneue 13-Vignette.
Heute war irgendwie mein Glückstag. Trotz mehrfachem Gesetzesverstoss bin ich ungestraft davon gekommen. Ich bin ein Glückspilz und habe ein reines Gewissen.
Schlüssel drehen, brrr-br-brummmm, ein schwarze Nebel quält sich aus dem Auspuff. Alles gut, los geht’s, ab auf die Strasse. Nach etwa zwanzig Minuten kommt mir so ein Gedankenblitz: Gopferdammi - ich habe keine Nummernschilder dran.
Also zurück fahren, Kennzeichen montieren, und weiter geht's. Etwa eine halbe Stunde später schlägt erneut ein Gedankenblitz ein: Keine Autobahnvignette, nicht gut, gar nicht! Also nächste Ausfahrt raus und an die erstbeste Tankstelle, Vignette kaufen. Obwohl ich keinen Frühlings-Rabatt bekomme, kaufe trotzdem eine nagelneue 13-Vignette.
Heute war irgendwie mein Glückstag. Trotz mehrfachem Gesetzesverstoss bin ich ungestraft davon gekommen. Ich bin ein Glückspilz und habe ein reines Gewissen.
28. April 2013
das Fressen kommt vor der Kultur
Für den Samstag wurde mit trübem Regenwetter gedroht. Also - was wollen wir tun? Wie immer in solchen Fällen, besuchen wir eine Kulturveranstaltung. Solche gibt es an diesem Wochenende landauf landab zahlreiche. Zum Beispiel «Ruchstock - Kunstbegegnung auf höchster Ebene» in der Turbine Giswil. Musik, Theater, Literatur und mehr.
Wir entscheiden uns dann aber doch für «Endurance Alpnach», ein Mehrstunden-Enduro Rennen. Der Dreck spritzt hoch, die Wolken hängen tief und der Regen nieselt. Schön ist anders. Aber in Sachen Bratwurst sind die Töff-Fritzen den Kulturschaffenden einfach überlegen.
Sechzig Töfffahrer fräsen Furchen ins Kulturland. Motorengebrüll, bunte Männer und dreckige Schuhe. Muss man nicht mögen – aber man kann. Heute Sonntag geht das Rennen übrigens weiter. Die Kunstbegegnung auch.
Wir entscheiden uns dann aber doch für «Endurance Alpnach», ein Mehrstunden-Enduro Rennen. Der Dreck spritzt hoch, die Wolken hängen tief und der Regen nieselt. Schön ist anders. Aber in Sachen Bratwurst sind die Töff-Fritzen den Kulturschaffenden einfach überlegen.
Sechzig Töfffahrer fräsen Furchen ins Kulturland. Motorengebrüll, bunte Männer und dreckige Schuhe. Muss man nicht mögen – aber man kann. Heute Sonntag geht das Rennen übrigens weiter. Die Kunstbegegnung auch.
27. April 2013
Kaffee statt betagter Spaghetti
Ob ich will oder nicht, ausgerechnet jetzt kommt mir dieser blöde Flachwitz in den Sinn: «Was ist haarig und liegt in die Pfanne - eine Bartkartoffel.»
Gestern Mittag rief mein alter Reisefreund Christoph an. Er sei grad in der Gegend und wöllte ein Kaffee trinken, wenn ich mitmachen täte. Und so kam es, dass wir einige Tassen leerten und über unsere gemeinsame Reisezeit in Frankreich plauderten. Gut - das war damals bloss ein Tag. Aber ein besonders schöner. Und noch heute, wenn ich ich abgelaufene Lebensmittel sehe, erinnere ich mich das an unser gemeinsames Nachtessen. Fossile Spaghetti mit antiker Tetra-Sauce.
War schön euch wieder mal zu sehen und ich habe mich riesig gefreut. Danke – bis ein andermal.
Gestern Mittag rief mein alter Reisefreund Christoph an. Er sei grad in der Gegend und wöllte ein Kaffee trinken, wenn ich mitmachen täte. Und so kam es, dass wir einige Tassen leerten und über unsere gemeinsame Reisezeit in Frankreich plauderten. Gut - das war damals bloss ein Tag. Aber ein besonders schöner. Und noch heute, wenn ich ich abgelaufene Lebensmittel sehe, erinnere ich mich das an unser gemeinsames Nachtessen. Fossile Spaghetti mit antiker Tetra-Sauce.
War schön euch wieder mal zu sehen und ich habe mich riesig gefreut. Danke – bis ein andermal.
26. April 2013
Sieg - für die Saublumen
Eigentlich wollte ich heute etwas wahnsinnig Interessantes über das kotzende Einhorn und die prallen Möpse schreiben. Aber dann war ich draussen unterwegs und habe die vielen Soibluäme gesehen.
Deshalb bloss ein Foto vom Löwenzahn, dem Frühling und der Lebenslust. Sooo schön - warum denn nicht gleich so.
Deshalb bloss ein Foto vom Löwenzahn, dem Frühling und der Lebenslust. Sooo schön - warum denn nicht gleich so.
25. April 2013
Monate ohne „r“ und Sandale
Damals, als ich so um die acht Jahre alt war, durfte ich nur in den Monaten ohne „r“ barfuss gehen. Also zwischen Mai und August. Zwischen Septemberrr und Aprrril nicht. Dieser Zeitraum galt als kühl und gesundheitlich bedenklich. Und ich wurde genötigt eine dichte Fussbekleidung zu tragen. Im Winter bedeutetes es zudem halbhohe Winterschuhe, mit Teddybärenfell gefüttert. Und wenn es sibirisch kalt war, kombiniert mit wollenen Strumpfhosen. Braune oder dunkelblaue. Solche mit einem Gummielast am Bund und einer gewissen Enge im Schritt. Aber darum geht es jetzt nicht.
Im Sommer, also in den Monaten ohne einen „r“ - ihr habt das Prinzip verstanden? – in diesen Sommermonaten durfte ich barfuss gehen. Zuhause; für auswärts musste ich Sandalen tragen. Rote Sandalen. Sandalen aus rotem Plastik. Mädchensandalen! Diese wurden von der Mutter mit den entsprechenden Riemen stramm an meinen Füssen verankert. Kaum weg von zuhause, demontierte ich natürlich gleich die ungeliebten Füsslinge und deponierte sie irgendwo am Wegesrand. Und am Abend, wenn ich ohne meine roten Sandalenmonster nachhause kam, schimpfte meine Mutter: «ich glaub's nicht, wie kannst du immer wieder deine Sandalen verlieren?»
Und jetzt wo die leidige Sache wohl verjährt ist, kann ich es ja sagen: Ich habe meine Sandalen gar nicht verloren. Auch nicht vergessen. Ich hätte schon gewusst, wo sie sind - aber danach hat ja nie jemand gefragt.
Im Sommer, also in den Monaten ohne einen „r“ - ihr habt das Prinzip verstanden? – in diesen Sommermonaten durfte ich barfuss gehen. Zuhause; für auswärts musste ich Sandalen tragen. Rote Sandalen. Sandalen aus rotem Plastik. Mädchensandalen! Diese wurden von der Mutter mit den entsprechenden Riemen stramm an meinen Füssen verankert. Kaum weg von zuhause, demontierte ich natürlich gleich die ungeliebten Füsslinge und deponierte sie irgendwo am Wegesrand. Und am Abend, wenn ich ohne meine roten Sandalenmonster nachhause kam, schimpfte meine Mutter: «ich glaub's nicht, wie kannst du immer wieder deine Sandalen verlieren?»
Und jetzt wo die leidige Sache wohl verjährt ist, kann ich es ja sagen: Ich habe meine Sandalen gar nicht verloren. Auch nicht vergessen. Ich hätte schon gewusst, wo sie sind - aber danach hat ja nie jemand gefragt.
24. April 2013
glotz nicht - du Pinguin
Als ich neulich im Technikmuseum Berlin war, fiel mir zwischen all den betagten Maschinen ein schäbiger Glaskasten auf. Darin stand ein Pinguin auf einem hölzernen Felsen und schaut etwas mürrisch in den Saal hinaus. Gut, wer mit Holzwolle ausgestopft ist, hat wenig zu lachen. Aber was tut der Vogel im Technikmuseum?
Der Königspinguin, liebevoll “Charly” genannt, ist der letzte Überlebende des ehemaligen „Museum für Meereskunde“. Ende Januar 1943 brannte das wegen einer britischen Bombe komplett ab. Von der biologischen Sammlung hat wenig überlebt – einzig der Charly. Und der starb eigentlich ja auch schon im Jahr 1902 in der Antarktis.
Der Vogel gehört eigentlich der Humboldt-Universität; die können ihm aber nicht gebrauchen und leihen ihn deshalb dem Technikmuseum. Und jetzt steht der staubige Pinguin in seiner Glaskiste und beglasäugt die Besucher draussen.
Der Königspinguin, liebevoll “Charly” genannt, ist der letzte Überlebende des ehemaligen „Museum für Meereskunde“. Ende Januar 1943 brannte das wegen einer britischen Bombe komplett ab. Von der biologischen Sammlung hat wenig überlebt – einzig der Charly. Und der starb eigentlich ja auch schon im Jahr 1902 in der Antarktis.
Der Vogel gehört eigentlich der Humboldt-Universität; die können ihm aber nicht gebrauchen und leihen ihn deshalb dem Technikmuseum. Und jetzt steht der staubige Pinguin in seiner Glaskiste und beglasäugt die Besucher draussen.
23. April 2013
Anal-Aal oder die Pressevielfalt
Mann führt Aal anal ein – Mann lebt, Aal tot
öööhm – dazu hätte ich noch die eine oder andere Frage. Aber mich graust es vor den Antworten!
öööhm – dazu hätte ich noch die eine oder andere Frage. Aber mich graust es vor den Antworten!
22. April 2013
Gott im Kühlschrank
Ein Hüngerli trieb mich erst einmal zum Kühlschrank. Und oha - die Überraschung war gross. In meinem Kühlschrank ist neues Leben entstanden. Und stinkt vor sich hin.
Halloooo – ist da irgendwo der liebe Gott. "Am fünfter Tag sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor …" - ist ja gut, aber doch nicht in meinem Kühlschrank.
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Halloooo – ist da irgendwo der liebe Gott. "Am fünfter Tag sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor …" - ist ja gut, aber doch nicht in meinem Kühlschrank.
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21. April 2013
Frühlingsmüdigkeiten
So gschwind kommt dieser Frühling dann wohl doch noch nicht.
Selbst die Bäume sind noch im tiefen Winterschlaf.
Früüühling - wooo bischt duuu???
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Selbst die Bäume sind noch im tiefen Winterschlaf.
Früüühling - wooo bischt duuu???
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20. April 2013
Berlin: durch die Wolken und heimwärts.
Wie erwartet geht heute meine Berlinreise in die letzte Etappe; ich fliege mit der Airberlin nachhause. Am Flughafen Tegel ist wenig los und ich habe noch reichlich Zeit für einen Kaffee und Schinkenbrot. Dann lasse ich mich sicherheitskontrollieren und warte auf den Flieger.
Neben mir sitzt ein Landsmann und wir schauen den Kontrollen zu. Er kommentiert halblaut unsere das Tun. «Ha-haa, schau dir die Flasche an, kann er jetzt alles wegschmeissen». «Wäääh, die möchte ich nicht abtasten müssen! Mit diesem Euter». Als es bei jemandem piepst, schreit er hämisch: «dein Ta-schen-mess-sser, du Dubel». Ich schäme mich leise.
Dann geht das Einsteigen los. Und wie immer renne alle los: Denn, wer früher ansteht, darf länger warten.
Der Flug selber ist eher ereignisarm; Salzgebäck und Wolkendecke. Dann die finale Zugfahrt: Zürich – Luzern – und zuhause.
Wenn diese Berlin doch bloss nicht so abgelegen wäre...
Neben mir sitzt ein Landsmann und wir schauen den Kontrollen zu. Er kommentiert halblaut unsere das Tun. «Ha-haa, schau dir die Flasche an, kann er jetzt alles wegschmeissen». «Wäääh, die möchte ich nicht abtasten müssen! Mit diesem Euter». Als es bei jemandem piepst, schreit er hämisch: «dein Ta-schen-mess-sser, du Dubel». Ich schäme mich leise.
Dann geht das Einsteigen los. Und wie immer renne alle los: Denn, wer früher ansteht, darf länger warten.
Der Flug selber ist eher ereignisarm; Salzgebäck und Wolkendecke. Dann die finale Zugfahrt: Zürich – Luzern – und zuhause.
Wenn diese Berlin doch bloss nicht so abgelegen wäre...
19. April 2013
Berlin: mittendrin und ganz allein
Eine letzte Architektour, dann ist Schluss. Heute will ich mir noch das Regierungsviertel etwa genauer anschauen; das „Band der Bundes“. Ein ganzer Kilometer Häuser voll Beamter!
Direkt neben dem Bundeskanzleramt steht die Schweizer Botschaft. Sie ist das älteste Gebäude weit und breit, sogar älter als der Reichstag. Einst war das Haus ein Teil eines noblen Quartiers, dem Alsenviertel. Heute steht es ganz einsam da - mittendrin und ganz alleine.
Die Schweizer Botschaft hat eine spannende Geschichte. Vor gut hundert Jahren erwarb die Eidgenossenschaft das Stadtpalais von einem Industriellen. In den 1930-er Jahren planten die Nazis ausgerechnet hier die „Grosse Halle“. Das gesamte Alsenviertel sollte dazu abgebrochen werde. Für die Schweizer war eine Botschafts-Villa am Tiergarten vorgesehen. Doch im November 1943 fiel diese den britischen Bomben zum Opfer und verhinderte so den Umzug. Also blieb man im Alsenviertel. Rundherum wurden derweilen die anderen Gebäude schon mal abgebrochen.
In den letzten Kriegstagen besetzte dann die Rote Armee für einige Wochen das Botschaftsgebäude und befehligten von hier aus den Sturm auf den Reichstag. Nach dem Krieg war Deutschland geteilt und Bonn die eine der beiden Hauptstädte. Das Gebäude stand nun leer und direkt an der Mauer. Nutzlos. Nach der Wende wurde es renoviert und wieder zur Schweizer Botschaft. Dabei entstand auch der umstrittene Anbau von Diener & Diener. Der Anbau habe die Anmutung «der Futtermühle von Hasle-Rüegsau», sagte dazu ein schweizer Parlamentarier bei der feierlichen Eröffnung.
Na dann...
Ich fange mal ganz im Westen an, genau da wo das Bundeskanzleramt mit dem „Finanzloch“ endet. Menschenleer und unzählige Überwachungskameras. Hier würde Frau Merkel wohnen, wenn sich da wohnen täte.
Dann das „Paul-Löbe-Haus“. Wieder so gigantisch gross und gefüllt mit gut eintausend Büros für den Parlamentsbetrieb. Auf der anderen Seite der Spree dann noch das „Marie-Elisabeth-Lüders-Haus“ mit der Parlamentsbibliothek. Noch ein weisser Riese.
Direkt neben dem Bundeskanzleramt steht die Schweizer Botschaft. Sie ist das älteste Gebäude weit und breit, sogar älter als der Reichstag. Einst war das Haus ein Teil eines noblen Quartiers, dem Alsenviertel. Heute steht es ganz einsam da - mittendrin und ganz alleine.
Die Schweizer Botschaft hat eine spannende Geschichte. Vor gut hundert Jahren erwarb die Eidgenossenschaft das Stadtpalais von einem Industriellen. In den 1930-er Jahren planten die Nazis ausgerechnet hier die „Grosse Halle“. Das gesamte Alsenviertel sollte dazu abgebrochen werde. Für die Schweizer war eine Botschafts-Villa am Tiergarten vorgesehen. Doch im November 1943 fiel diese den britischen Bomben zum Opfer und verhinderte so den Umzug. Also blieb man im Alsenviertel. Rundherum wurden derweilen die anderen Gebäude schon mal abgebrochen.
In den letzten Kriegstagen besetzte dann die Rote Armee für einige Wochen das Botschaftsgebäude und befehligten von hier aus den Sturm auf den Reichstag. Nach dem Krieg war Deutschland geteilt und Bonn die eine der beiden Hauptstädte. Das Gebäude stand nun leer und direkt an der Mauer. Nutzlos. Nach der Wende wurde es renoviert und wieder zur Schweizer Botschaft. Dabei entstand auch der umstrittene Anbau von Diener & Diener. Der Anbau habe die Anmutung «der Futtermühle von Hasle-Rüegsau», sagte dazu ein schweizer Parlamentarier bei der feierlichen Eröffnung.
Na dann...
18. April 2013
Berlin: Bahnhof mit ohne alles
In den 1950-er Jahren wurde der Bahnhof dann stillgelegt und einige Jahre später gesprengt. Bloss ein kümmerlicher Rest vom Portal blieb stehen.
Da wo damals die Bahnhofshalle war, ist nun ein Fussballplatz. Im Wäldchen daneben finde ich noch einige Bahnsteige und Gleisschotter.
Ich will euch ja eigentlich nicht immer wieder mit toten Bahnhöfen und rostigen Zügen langweilen. Aber ich mag die doch so sehr.
17. April 2013
Berlin: müde Lokomotiven und sehr tote Autos
Heute ist der sonnigste Tag seit viiielen Monaten; was liegt da also näher, als ein Museumsbesuch. Ins Technikmuseum die müden Fahr- und Fliegzeuge anschauen gehen. Deswegen bin ich ja schliesslich in Berlin.
In den alten Lokhallen stehen zahlreiche Lokomotiven; so gesehen, ist das keine grosse Überraschung. Ganz besonders gefällt mir, dass die meisten Ausstellungsstücke im Originalzustand dastehen. Mit allen Gebrauchsspuren, so wie sie zuletzt unterwegs waren. Und nicht zu Tode renoviert, wie so oft ...
Im Hauptgebäude stehen und hängen einige Flugzeuge. Viele davon sehen wie fabrikneu aus. Frisch bemalt und rekonstruiert. Oder noch schlimmer, das Blechkleid durchlöchert, damit man durch diese Sichtfenster die Innereien sieht! Wer will denn so was!
In den alten Lokhallen stehen zahlreiche Lokomotiven; so gesehen, ist das keine grosse Überraschung. Ganz besonders gefällt mir, dass die meisten Ausstellungsstücke im Originalzustand dastehen. Mit allen Gebrauchsspuren, so wie sie zuletzt unterwegs waren. Und nicht zu Tode renoviert, wie so oft ...
Nebenan ist die Autosammlung. Sehr schön präsentiert, aber alle Autos glänzen wie nie zuvor. Leblos und steril. Eigentlich schade um die interessanten Fahrzeuge; mag ich gar nicht.
Vom dämlich grinsenden Pinguin erzähle ich ein andermal. Jetzt will ich hinaus an die Sonne. Es gibt ja noch viel zu sehen.
Vom dämlich grinsenden Pinguin erzähle ich ein andermal. Jetzt will ich hinaus an die Sonne. Es gibt ja noch viel zu sehen.
16. April 2013
Berlin: die Viktoria lässt jeden drauf
Die Siegessäule im Tiergarten ist so eines. Sie steht mitten auf einem Verkehrskreisel. Und obwohl ich der einzige Besucher bin, versucht mich ein Auto zu überfahren. Na gut, ich hätte ja die Fussgängerunterführung nehmen können; aber wegen den paar Autos gehe ich doch keine Umwege.
Bis in die 1930-er Jahre stand die Siegessäule vor dem Reichstagsgebäude. Die Nazis zügelten sie damals an den heutigen Ort. Vermutlich ahnten sie, dass es bald keine Siege mehr zu feiern gibt? Die Einschusslöcher am Sockel erinnern an diese unrühmliche Zeit.
Ganz zuoberst auf der Säule steht die „Viktoria“, freihändig und beflügelt. Sie ist mehr als acht Meter hoch und rundum goldig. Von der der Besucherterrasse erhasche ich einen Blick unter ihren goldenen Rock.
15. April 2013
Berlin: der Kotzbrocken glänzt nicht
Der Kerl neben mir im Bus sagt «Kotzbrocken» dazu; offiziell heisst das Ding aber „Humboldt-Box“. Sie ist ein provisorisches Infozentrum und soll Spendengelder für den Stadtschloss-Neubau anlocken.
Die Humboldt-Box werde wie ein „Diamant glänzen“, versprach damals der Planer. Aber glänzen tut hier definitiv nichts. Tagsüber geht’s ja noch, da ist es bloss seltsam. Aber nachts, da leuchtet sie kitschig bunt; wie ein türkischer Ramschladen.
Die Humboldt-Box werde wie ein „Diamant glänzen“, versprach damals der Planer. Aber glänzen tut hier definitiv nichts. Tagsüber geht’s ja noch, da ist es bloss seltsam. Aber nachts, da leuchtet sie kitschig bunt; wie ein türkischer Ramschladen.
Von der Dachterrasse sieht man die Humboldt-Box nicht, dafür wunderbar über die Stadt und auf die verschiedenen Baustellen hinunter. Und Baustellen mag ich gerne. So gesehen hat sich mein Besuch mehr als gelohnt.
Nachher besuche ich einen naheliegenden Inder. Also genau genommen seine Kostgeberei. Ich futtere Murgh Korma, Curry-Huhn mit Nüssen und Käse. Dazu Batura-Brot und ein Kartoffel-Raita. Berlin isst sooo gut.
Nachher besuche ich einen naheliegenden Inder. Also genau genommen seine Kostgeberei. Ich futtere Murgh Korma, Curry-Huhn mit Nüssen und Käse. Dazu Batura-Brot und ein Kartoffel-Raita. Berlin isst sooo gut.
14. April 2013
Berlin: mach die Schwiegermutter tot
Der Heilige Georg kämpft bewegungslos gegen einen grausligen Drachen. Böse Mäuler behaupten gegen seine Schwiegermutter. Gut gegen Böse.
Die Bronzeskulptur stand ursprünglich im Schlosshof des Stadtschlosses und wurde noch zu DDR-Zeiten hier im Nikolaiviertel aufgestellt. Wohl um das gerade neugebaute Quartier ein wenig zu hübschen.
In einer Sommernacht vor fünf Jahren kletterten zwei dunkle Gestalten auf den Drachen und klauten dem Georg sein Schwert. Fortan musste der tapfere Heilige mit der leeren Faust und der Fahnenstange gegen das Untier.
Das Schwert wurde nie wieder gefunden, vermutlich endete es als Altmetall in einer Giesserei. Später wurde die Skulptur restauriert und seither ist der Georg auch wieder vollständig bewaffnet. Und das neue Schwert ist diebstahlsicher verschraubt. Der heldenhafte Kampf kann weiter gehen.
Die Bronzeskulptur stand ursprünglich im Schlosshof des Stadtschlosses und wurde noch zu DDR-Zeiten hier im Nikolaiviertel aufgestellt. Wohl um das gerade neugebaute Quartier ein wenig zu hübschen.
In einer Sommernacht vor fünf Jahren kletterten zwei dunkle Gestalten auf den Drachen und klauten dem Georg sein Schwert. Fortan musste der tapfere Heilige mit der leeren Faust und der Fahnenstange gegen das Untier.
Das Schwert wurde nie wieder gefunden, vermutlich endete es als Altmetall in einer Giesserei. Später wurde die Skulptur restauriert und seither ist der Georg auch wieder vollständig bewaffnet. Und das neue Schwert ist diebstahlsicher verschraubt. Der heldenhafte Kampf kann weiter gehen.
13. April 2013
Berlin: eher schlichte Eleganz
Gleich nebenan ist mein Lieblingscafé mit dem schönen Namen „Warschauer Pakt Kaffee Kombinat“.
Die Umgebung ist - öööhm - von sehr schlichter Eleganz.
Mein neues Hotel ist wieder ganz toll. Hier gibt es sogar zwei Sorten WC-Papier zur Auswahl. Herbes in rustikaler Vollkornoptik, wohl für werktags - und flauschig microsoftig für Sonn- und Feiertage. Heute ist nicht Sonntag - hoffentlich merkt niemand, dass ich beschissen habe?
12. April 2013
Berlin: aus Neu mach Alt
Da wo letztes Jahr noch eine grosse Rasenfläche war, ist jetzt eine Baugrube. Hier stand einst das Berliner Stadtschloss. Im zweiten Weltkrieg wurde es beschädigt, dann geflickt und 1950 gesprengt und entsorgt. Nachher war da längere Zeit nichts. Später der Palast der Republik und davor ein Grossparkplatz. Beides wurde vor ein paar Jahren auch entsorgt.
Jetzt wird hier eine Kopie des alten Stadtschlosses gebaut. Man möchte damit ein Stück vergangenes Berlin wieder aufleben lassen. Und vielleicht auch den verlorenen Krieg etwas vergessen machen?
Die umliegenden Bauten sind auch nur Rekonstruktionen - passt also.
In der Baugrube stiess man auf mittelalterliche Resten und auf ein paar Kellerräume des alten Stadtschlosses. Diese werden nun erhalten und im Neubau integriert. Ein wenig Original in der Schlosskopie.
Eines der alten Schlossportale steht gleich hinter der Baustelle. Es ist der Eingang zum ehemaligen DDR-Staatsratsgebäude. Das Portal ist aber grösstenteils auch eine Nachbildung. So gesehen, passt es hervorragend zum neuen alten Schloss.
Jetzt wird hier eine Kopie des alten Stadtschlosses gebaut. Man möchte damit ein Stück vergangenes Berlin wieder aufleben lassen. Und vielleicht auch den verlorenen Krieg etwas vergessen machen?
Die umliegenden Bauten sind auch nur Rekonstruktionen - passt also.
In der Baugrube stiess man auf mittelalterliche Resten und auf ein paar Kellerräume des alten Stadtschlosses. Diese werden nun erhalten und im Neubau integriert. Ein wenig Original in der Schlosskopie.
Eines der alten Schlossportale steht gleich hinter der Baustelle. Es ist der Eingang zum ehemaligen DDR-Staatsratsgebäude. Das Portal ist aber grösstenteils auch eine Nachbildung. So gesehen, passt es hervorragend zum neuen alten Schloss.
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