7. Dezember 2013

Demokratie erfordert manchmal Opfer

Heute wollen wir uns gemeinsamen an einen schicksalshaften Tag erinnern; den 13. Dezember 2009. In Mailand wirft einer dem italienischen Ministerpräsidenten ein Souvenir an den Kopf. Einen extra dafür gekauften Mailänder-Dom aus Hartplastik. Dazu muss man wissen, der Mailänder-Dom ist üppig mit den für die Gotik typischen Fial-Türmchen ausgestattet. Richtig stachelig obenrum und als Wurfgeschoss daher ausgezeichnet geeignet.

Wie dem auch sei; Massimo Tartaglia gegen Silvio Berlusconi 1:0. Berlusconi flennte wochenlang, sprach von Terror und präsentierte stolz seine Wunde. Die Medien wiederum bezeichneten den Attentäter als „mutmasslich geistig Verwirrten“, bloss weil er dem Präsidenten-Clown eins auf die Fresse gegeben hat.
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6. Dezember 2013

Möbel im Gontäner

Wollte noch drauf hinweisen: „BROKI-LAGER-AUFLÖSUNG ALLES HALBER PREIS MÖBEL IMGONTÄNER“

Diese Alltagspoesie genoss ich kürzlich in Reinach - romantisch, odr…
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5. Dezember 2013

feurige Schwänze

Es sieht wie eine Notlandung aus. Eine „Venom“ mitten auf einer Wiese in der Nähe von Triengen (n47.2266, e8.0646). Das Flugzeug mit seinem markanten Doppelschanz gehört dem Flieger Eugen Wüest. Ursprünglich wollte er seine Venom wieder flugtauglich machen, aber das Flugzeug ist todkrank und ihm fehlt das Geld. So steht sie nun seit vielen Jahren auf der Wiese und gammelt vor sich hin.

Die „De Havilland DH-112 Venom“ trug ursprünglich die Kennung J-1624 und wurde bis in die 80-er Jahre von der Schweizer Luftwaffe geflogen. Auffallend ist das doppelte Leitwerk. Das kommt daher, weil damals die Konstrukteure dachten, die Kombination aus 1‘000 Grad heissem Düsenstrahl und Sperrholz-Rumpf sei wenig optimal. Deshalb baute man zwei Leitwerke, und diese so weit auseinander, dass das Heck nicht schon beim Start zu brennen begann. Das Kampfflugzeug sollte nämlich beim Feind für Angst und Schrecken sorgen - nicht für Gelächter.

4. Dezember 2013

das Boot ist voll

Kämen alle 7,1 Milliarden Erdenmenschen gleichzeitig in die Schweiz zu Besuch, bliebe für jeden genau 5,8 Quadratmeter Platz.

Auf der gleichen Fläche könnte man gemäss Bundesamt für Veterinärwesen auch zwei Schweine halten; aber keinen Hirsch. Ich meine - ist gut zu wissen, sollte mal jemand danach fragen.
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3. Dezember 2013

Kunst günstig abzugeben

In Solothurn ist wieder Kunst-Supermarkt. Heuer schon zum 14.-mal. Und wie jedes Jahr fahren wir dahin und schauen uns die Kunst an. Die Bilder hängen dicht an den Wänden und stapeln sich in Grabelkisten.

Wie im Supermarkt sind alle Bilder mit Preisetiketten versehen und können gleich mitgenommen werden. Sie kosten 99, 199, 299 bis 599 Franken. Ich interessiere mich ganz besonders für die neuen Werke meiner Lieblingsmalerin: Uli Krappen aus Marburg. Schööön, aber diesmal kaufe ich keines. Habe ja schon soviele.

Der Kunst-Supermarkt ist noch bis am 5. Januar offen. Sollte man hingehen.
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2. Dezember 2013

ein Pickel im Meer

Wohlwollende Umstände bescheren mir eine Reise nach Malta. Die Dezembersonne auf den Bauch scheinen lassen und das eine und andere anschauen gehen. Wird bestimmt ganz nett.

Vorgängig habe ich schon mal einen Blick in einen Malta-Reiseführer gewagt. Und was lese ich da? Der Staat Malta ist eher klein; sehr klein sogar, grad einmal knapp viermal grösser als meine Wohngemeinde. Dafür  mit deutlich längerem Strand. Und es sollen dort mehr als 400‘000 Maltanesen leben. Mir scheint, das sind etwas arg viele Maltaianer auf relativ wenig Insel. Na gut, vielleicht sind die Maltaner ja auch kleiner als wir? Wir werden es dann sehen.
Jedenfalls freue ich mich mächtig auf das unbekannte Land.

30. November 2013

Salami-Marmelade

So - jetzt ich habe ich mir die Fussnägel geschnitten, den Küchenboden feucht gemobbt und den Kehricht vor die Tür gestellt. Und das alles in diesem Jahr.
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29. November 2013

sing Vogel

Seit es winterlich geworden ist, hockt auf dem Baum gegenüber eine Krähe im Geäst. Eigentlich steht sie, die Hände in den Hosentaschen und tut nichts. Gar nichts, ausser ab und zu fürchterlich schreien. Nicht etwa singen, wie andere Vögel; „fiiiiip“ oder „siiirpsirp“. Nein, es hört sich eher an, als ob man einen Pavian schlachtet. Pavian nenne ich übrigens ein Mädchen aus der Nachbarschaft. Wegen ihres wenig grazilen Körperbaus und der orangen Haare. Als sie dann älter wurde und Brüste bekam, fand sie den Spitznamen nicht mehr charmant. Aber vergebens; Pavian.

Aber darum geht es jetzt nicht. Der Vogel! Heute habe ich zurück geschrien: «gib Ruhe du blöde Krähe – du bist ein Singvogel, also singe –oder halt den Schnabel». Genützt hat es nichts, aber im Quartier werde ich jetzt milde belächelt.

28. November 2013

ohne Visum nach Weissrussland

Im nächsten Mai finden bekanntlich in Weissrussland, oder wie der Eingeborene sagt Belarus, die Eishockey-Weltmeisterschaft statt. Das ist nett, war mir aber bis anhin völlig egal. Nun habe ich gelesen, dass Weissrussland für Besucher der Weltmeisterschaft die Visumpflicht aufhebt.

Und da habe ich mich plötzlich erinnert, dass tief in meiner Seele ein grosser Eishockey-Fan schlummert. Und in Frau G. auch. Also habe ich gleich zwei Karten gekauft, kosten ja bloss einen Döner. Sitzplätze zuoberst auf der Tribüne und ganz hinten. Dort ist sowieso sicherer, ich möchte nämlich nicht vom Ball getroffen werden.
Ob wir nun mit unserem Möbelwagen oder der Eisenbahn nach Minsk reisen, wissen wir noch nicht. So oder so, mit unserem Billet dürfen wir zwischen dem 25. April und 31. Mai ohne Visa einreisen. Ich freue mich jetzt schon auf eine kleine Weissrussland-Mai-Rundreise.

Wer diese einmalige Gelegenheit auch nutzen möchte, hier gibt es die Tickets zu kaufen.

27. November 2013

Berge in der Sahara

Letzte Woche haben wir uns hier doch über die Berge in der Sahara unterhalten. Und ich merkte, wie wenig viele über die Sahara wissen. Darum heute etwas Klugscheisserei.

Die Sahara ist für ihre Grösse erstaunlich flach. Die meisten Gebiete liegen bloss etwa 500 bis 1‘000 Meter über Meer. Es gibt nur zwei grosse Gebirge, Den „Hoggar“ in Südalgerien und das „Tibesti“ im Tschad. Der höchsten Gipfel im Tibesti ist der Vulkan Emi Koussi (3‘415 müM). Im Hoggar ist es der Tahat mit etwa 3‘000 m. Rundherum gibt es noch einige weitere hohe und/oder schöne Berge. Und den höchste befahrbaren Pass der Sahara, den Assekrem mit gut 2‘700 Meter über Meer.

In Nordafrika gibt es aber noch ein weiteres Gebirge; das Atlasgebirge. Nicht in der Sahara, aber gleich nebenan. In Marokko, Algerien und ein bisschen in Tunesien. Der Atlas ist etwa so gross wie die Alpen. Die meisten Berge sind aber niedriger, ausser in Marokko. Der Toubkal ist mit gut 4‘700 Meter der Höchste. Und in der Gegend gibt es auch Wintersportgebiete mit Skilift und so.
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