Episode 4: Körperertüchtigung
Eigentlich halte ich recht wenig von Sport. Anstrengend und man schwitzt und keucht. Und muss kurze Hosen und bunte Leibchen tragen. Nein danke!
Als ich dann in das Alter kam, wo mir überall Haare und Bibeli zu spriessen begannen, interessierte ich mich naturgemäss zunehmend für Mädchen. Aber die Mädchen waren schwierig und zickten immer herum. Sport war eine der wenigen Möglichkeiten, die Mädchen auf einem aufmerksam zu machen.
Ich nahm darum an den Innerschweizer Meisterschaften im Sackhüpfen teil. Als die ersten meiner Gegner ihre Hosen einbüssten und das eigentliche Wesen vom Sackhüpfen erkannte, verliessen sie unter Protest die Arena. Und ich wurde von einigen enttäuschen Zuschauern verjagt.
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Ein Bergler auf Abwegen. Der Schweizer Weltenbummler, Klugscheisser und Sapperlot berichtet von weltweit und zuhause. Ein Reiseblog.
6. Oktober 2011
5. Oktober 2011
Themenwoche: Muger 3
Episode 3: Schulung
Kaum konnte ich richtig laufen, bemängelte man meine Bildungsferne. Ich wurde kurzerhand eingeschult. Auf Kosten der Gemeinde lernte ich von nun an schreiben, rechnen, singen und sogar schwimmen. Viele, viele Jahre lang.
Weil mir im Schwimmbad ein kleines „Hopperla“ entglitt, verliessen einige das Bassin. Meine Braunwurst trieb ungeachtet dessen gegen Westen.
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Kaum konnte ich richtig laufen, bemängelte man meine Bildungsferne. Ich wurde kurzerhand eingeschult. Auf Kosten der Gemeinde lernte ich von nun an schreiben, rechnen, singen und sogar schwimmen. Viele, viele Jahre lang.
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4. Oktober 2011
Themenwoche: Muger 2
Episode 2: Windelzeit
In den Anfangsjahren machte ich nicht viel, vor allem essen und in die Windeln. Wobei man sagen muss, die Konsistenz und das Aussehen der Esswaren veränderte sich dadurch nur unwesentlich; breiig und bräunlich. Vorher wie nachher.
Die Leute sagten: uuuii, was für ein - öhm - ein Mädchen?
Ich konnte damals weder laufen noch reden, bloss übel riechen. Zum Auslüften schob man mich ab und zu ins Freie.
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In den Anfangsjahren machte ich nicht viel, vor allem essen und in die Windeln. Wobei man sagen muss, die Konsistenz und das Aussehen der Esswaren veränderte sich dadurch nur unwesentlich; breiig und bräunlich. Vorher wie nachher.
Die Leute sagten: uuuii, was für ein - öhm - ein Mädchen?
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3. Oktober 2011
Themenwoche: Muger 1
Episode 1: Schlüpfung
Alles begann in einer regnerischen Nacht. Im Morgengrauen erblickte ein kleines Mugerli das grelle Neonlicht des Kreissaales. Und das Gesicht einer wildfremden, weissgeschürzten Frau; der Hebamme, wie man mir später berichtete. Sie schaute skeptisch und ich mochte sie auch nicht leiden.
Die Eltern waren stolz auf ihren Setzling - Selbstgemachtes gefällt halt immer am Besten. Sie nahmen mich jedenfalls vorerst mal mit nachhause.
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Alles begann in einer regnerischen Nacht. Im Morgengrauen erblickte ein kleines Mugerli das grelle Neonlicht des Kreissaales. Und das Gesicht einer wildfremden, weissgeschürzten Frau; der Hebamme, wie man mir später berichtete. Sie schaute skeptisch und ich mochte sie auch nicht leiden.
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1. Oktober 2011
in einem Abwasch
Neulich berichtete einer im Radio ganz kurzatmig von Robben, die ersaufen, weil das Polareis schmilzt. Oder waren es die Pinguine? Jedenfalls ist die Klimaveränderung daran schuld. Und damit konnte er nicht den Herbst meinen, denn hier wird es zwar kühler, aber es hat kaum Pinguine. Wenn das so weitergeht, sagte er, haben wir bald nicht mal mehr genug Strom, um all die neuen Windräder drehen zu lassen. Dann ist dann windstill. Und die Robben ersaufen. ... irgendwie?
Jedenfalls spare ich jetzt auch Strom. Ich habe mir nämlich folgendes überlegt: Etwa ab 65°C werden die Eier hart und das Gemüse weich. Und das ist genau die Temperatur, die mein Geschirrspüler schafft. Das müsste doch in einem Abwasch gehen...
Also: hier das Rezept für pochierte Eier und gedünstetes Gemüse
Die Zubereitung ist überschaubar einfach und auch von simplen Gemütern zu bewältigen. Alles Essbare in einen Plastiksack packen, würzen und ins Besteckfach vom Geschirrspüler legen. Unten das dreckige Geschirr hinein. Vollgas geben und warten bis es «piiip pip» macht. Fertig – essen.
Jedenfalls spare ich jetzt auch Strom. Ich habe mir nämlich folgendes überlegt: Etwa ab 65°C werden die Eier hart und das Gemüse weich. Und das ist genau die Temperatur, die mein Geschirrspüler schafft. Das müsste doch in einem Abwasch gehen...
Die Zubereitung ist überschaubar einfach und auch von simplen Gemütern zu bewältigen. Alles Essbare in einen Plastiksack packen, würzen und ins Besteckfach vom Geschirrspüler legen. Unten das dreckige Geschirr hinein. Vollgas geben und warten bis es «piiip pip» macht. Fertig – essen.
30. September 2011
Rotz oder Vogler?
Obwalden ist einer dieser kleinen „Halbkantone“. So klein, dass wir bloss Anspruch auf einen einzigen Nationalrat haben. Dieses Jahr stehen dafür zwei Kandidaten zur Auswahl. Beide mit hässlichen Namen: Christoph von Rotz und Karl Vogler.
Ich beschreibe euch mal die beiden:
Der Christoph von Rotz (Gifi) ist der jetzige Amtsinhaber, Brillen- und Krawatteträger, zehn Zähne. Informatikfuzi. Er schämt sich offensichtlich seiner Partei, denn er wirbt ohne das SVP-Logo.
Der andere ist Karl Vogler (Schnupfer). Trägt Breschnjew-Brille und das Hemd offen. Keine Frisur und acht Zähne. Partei- und farblos. Rechtsanwalt. Vernünftig und ein ehrlicher Schaffer.
Welchen soll ich am 23. Oktober auswählen? Bitte helft mir ...
Der Christoph von Rotz (Gifi) ist der jetzige Amtsinhaber, Brillen- und Krawatteträger, zehn Zähne. Informatikfuzi. Er schämt sich offensichtlich seiner Partei, denn er wirbt ohne das SVP-Logo.
Der andere ist Karl Vogler (Schnupfer). Trägt Breschnjew-Brille und das Hemd offen. Keine Frisur und acht Zähne. Partei- und farblos. Rechtsanwalt. Vernünftig und ein ehrlicher Schaffer.
Welchen soll ich am 23. Oktober auswählen? Bitte helft mir ...
29. September 2011
28. September 2011
die Judendörfer
Auf den ersten Blick unterscheiden sich Lengnau und Endingen im Aargau nicht von den umliegenden Dörfer. Gewöhnliche Dörfer an einem Bach namens Surb gelegen. Wer aber genauer hinschaut, dem fallen als erstes die eigenartigen Kirchen auf. Und das sind gar keine; das sind Synagogen.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden Juden aus den Städten und Dörfern vertrieben. Sie durften sich künftig nur noch in den beiden „Judendörfer“ Lengnau und Endingen niederlassen. Und dies nicht etwa aus Nächstenliebe, sondern weil man sie da mit zahlreichen Steuern und Abgaben schröpfen konnte. Oder ab und zu auch mal plündern.
Jeremias Gotthelf schrieb 1812: «Die Kerls sind wie die Fliegen; man mag sie noch so derb treffen, wenn man sie nicht gerade totschlägt, so kommen sie immer wieder.»
Die Synagoge in Endingen weist zahlreiche maurische/orientalische Details auf. Und eine Kirchenuhr, was bei Synagogen unüblich ist.
Ennet der Brücke über die Surb steht ein jüdisches Badehaus. Heute wird es als Wohnhaus genutzt. Danke für die spontane Besichtigung...
Die Synagoge in Lengnau steht selbstbewusst und schweinchenrosa am Dorfplatz. Sie erscheint neoromanisch und hat auch eine Uhr über dem Eingang.
In einem Wäldchen an der Grenze zwischen Lengnau und Endingen befindet sich der älteste jüdische Friedhof der Schweiz. Bis 1750 wurden die Juden auf einer Insel im Rhein bestattet, im Niemandsland zwischen den Landesgrenzen. Der Friedhof wird auch heute immer noch genutzt und kann deswegen nur am Sonntagnachmittag besucht werden. Es lohnt sich...
Mehr Infos: Jüdischer Kulturweg.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden Juden aus den Städten und Dörfern vertrieben. Sie durften sich künftig nur noch in den beiden „Judendörfer“ Lengnau und Endingen niederlassen. Und dies nicht etwa aus Nächstenliebe, sondern weil man sie da mit zahlreichen Steuern und Abgaben schröpfen konnte. Oder ab und zu auch mal plündern.
Jeremias Gotthelf schrieb 1812: «Die Kerls sind wie die Fliegen; man mag sie noch so derb treffen, wenn man sie nicht gerade totschlägt, so kommen sie immer wieder.»
Mehr Infos: Jüdischer Kulturweg.
27. September 2011
3 für 2 duschen
Viele Leute (mehrheitlich Leutinnen) haben zur Körperpflege ein überaus inniges, ja religöses Verhältnis. Die regelmässige Reinigung ist eine kultische Handlung. Das Spiegelschränkli über dem Waschbecken fungiert sozusagen als Hausaltar. Vollgestellt mit bunten Zauberfläschli und heilversprechenden Töpfchen und Tuben. Zum Schutz vor bösen Einflüssen werden allerhand Chemikalien aufs Gesicht gestrichen. Zudem süssliche Düfte aufgesprüht und einzelne Gesichtspartien mit bunte Farben hervorgehoben. Dies wohl um potentielle Sexualpartner anzulocken oder Eindringlinge ins eigene Revier zu beeindrucken.
Ich kann und will mich diesem Tun nicht entsagen. Neulich kaufte ich deswegen Shampoo der Marke: «3 für 2». Das stand jedenfalls auf der orangenen Banderole, die die drei Plastik-Flaschen umklammerte. Die Flüssigseife funktioniert tadellos. Allerdings riecht sie herb nach Tabak. Nach abgestandenem Zigarrenrauch. Erinnert mich an das alte Bahnhofrestaurant in Bratislava. Da trat ich an einem kalten Wintermorgen ein. Und eine strenge Wolke aus Zigarrenrauch, feuchten Stiefeln und Sauerkrautsuppe schlug mir entgegen.
Wer hätte damals geahnt, dass dieser Mief einst Vorlage für mein «Shampoo for men» sein würde.
Ich kann und will mich diesem Tun nicht entsagen. Neulich kaufte ich deswegen Shampoo der Marke: «3 für 2». Das stand jedenfalls auf der orangenen Banderole, die die drei Plastik-Flaschen umklammerte. Die Flüssigseife funktioniert tadellos. Allerdings riecht sie herb nach Tabak. Nach abgestandenem Zigarrenrauch. Erinnert mich an das alte Bahnhofrestaurant in Bratislava. Da trat ich an einem kalten Wintermorgen ein. Und eine strenge Wolke aus Zigarrenrauch, feuchten Stiefeln und Sauerkrautsuppe schlug mir entgegen.
Wer hätte damals geahnt, dass dieser Mief einst Vorlage für mein «Shampoo for men» sein würde.
26. September 2011
was zum Teufel ist Quorn?
Kürzlich habe ich in der Migros aus versehen „Quorn Schnitzel nature“ gekauft. Quorn, was zum Teufel ist das? Und wozu?
Quorn ist fleischloses Fleisch; hergestellt in England. Beides muss einem arg zu denken geben. Quorn besteht aus einem Schimmelpilz, der in grossen Stahltanks in der Fabrik aufwächst, dann mit Eiweisspulver und Geschmacksstoffen angereichert und zu Esswaren gepresst. Sieht aus wie geknüllte Einlegesohlen.
Und was kocht man mit dem „Etwas“? Wie immer in solchen Fällen; anbraten und Curry-Sauce drüber – und nennt es „indisches Sandwich“.
die Zutaten:
1 Packung „Quorn Schnitzel nature“, gibt es im Migros…
Brötchen
verschiedene Gemüse
Joghurt
diverse Gewürze
Die Quorn-Schnitzel würzen und anbraten. Für die Sauce habe ich Nature-Joghurt mit Curry (ohne Kardamom), Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Kurkuma gewürzt. Etwas Chilli, Rosinen und Schnittlauch dazu. Und dann daraus und etwas Salat (und/oder Gemüse) ein Sandwich basteln. Essen.
Das Quorn-Zeug schmeckt überraschender gut, jedenfalls wesentlich besser, als man es sich vorstellt. Es schmeckt wie - öhm - fleischloses Fleisch.
Quorn ist fleischloses Fleisch; hergestellt in England. Beides muss einem arg zu denken geben. Quorn besteht aus einem Schimmelpilz, der in grossen Stahltanks in der Fabrik aufwächst, dann mit Eiweisspulver und Geschmacksstoffen angereichert und zu Esswaren gepresst. Sieht aus wie geknüllte Einlegesohlen.
Und was kocht man mit dem „Etwas“? Wie immer in solchen Fällen; anbraten und Curry-Sauce drüber – und nennt es „indisches Sandwich“.
1 Packung „Quorn Schnitzel nature“, gibt es im Migros…
Brötchen
verschiedene Gemüse
Joghurt
diverse Gewürze
Die Quorn-Schnitzel würzen und anbraten. Für die Sauce habe ich Nature-Joghurt mit Curry (ohne Kardamom), Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Kurkuma gewürzt. Etwas Chilli, Rosinen und Schnittlauch dazu. Und dann daraus und etwas Salat (und/oder Gemüse) ein Sandwich basteln. Essen.
Das Quorn-Zeug schmeckt überraschender gut, jedenfalls wesentlich besser, als man es sich vorstellt. Es schmeckt wie - öhm - fleischloses Fleisch.
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