Wäääh - weisch wie grusig! Die Maden mussten Frau. R. von innen anschauen! Gedärm und so...
Ein Bergler auf Abwegen. Der Schweizer Weltenbummler, Klugscheisser und Sapperlot berichtet von weltweit und zuhause. Ein Reiseblog.
22. August 2011
Made in R.
Neulich hat mir Frau R. erzählt, sie sei fischen gegangen. Ich selber tue ja nicht fischen. Oder angeln, wie die Gebildeteren sagen würden. Die Vorstellung, einen Fisch am Haken zu habe und ihn dann totschlagen zu müssen, ängstigt mich. Die Fische schauen doch immer so gutgläubig, mit ihren kugligen Augen. Und genau dazwischen müsste ich dann mit einem Knüppel schlagen. So fest es geht, notfalls auch mehrmals - bis er tot ist. Ich hätte die Befürchtung, dass ich eine Muttertier erschlage. Die Fischkinder wären dann waisen und kämen ins Fischheim. Das möchte ich keinesfalls.
Jedenfalls erzählte Frau R., sie sei zum fischen eingeladen gewesen. An einen See, mit der Firma. Fischruten bekamen sie vom Fischer. Und dazu eine handvoll saftige „Bienenmaden“ als Köder. Wobei wir alle natürlich wissen, dass „Bienenmaden“ eigentlich Wachsmotten-Larven sind. Die Fische jedenfalls sollen die Bienenmaden-Ködern wie verrückt mögen. Sollen - nur diesmal nicht. Im Verlauf des Abends liess sich jedenfalls Frau R. zur Aussage hinreissen: «Wenn die Fische die Maden nicht fressen wollen, dann ess ich sie!». Und es kam, wie es kommen musste, Frau R. schluckte den Köder!
Wäääh - weisch wie grusig! Die Maden mussten Frau. R. von innen anschauen! Gedärm und so...
Wäääh - weisch wie grusig! Die Maden mussten Frau. R. von innen anschauen! Gedärm und so...
20. August 2011
der pralle Darm
Es war ein schwüler Sommertag. Was lag näher, als DAS saisonales Gericht zu kochen. Die Wurst-Freunde ahnen wohl schon, was jetzt kommt:
Cervelat-Krebse.
Cervelat-Krebse.
Die Cervelat ist eine Brühwurst aus Schweinefleisch. Leicht geräuchert, prall und rotbraun. Sie ist ein Symbol der schweizerischen Sparsamkeit und des heimischen Erfindergeistes. Das Ergebnis von Metzgerhandwerk: Rinderdarm und Fleischresten.
2 bis 6 Cervelats
Stecken, einen je Esser
ein Feuer
Die Zubereitung
…ist nicht sehr aufwendig. Man hockt sich an ein lauschiges Bachufer und entfacht ein Feuer aus trockenem Schwemmholz. Dieses lässt man soweit abbrennen, bis sich auf der Glut weisse Asche bildet.
Die Cervelats schneidet man mit dem Sackmesser an beiden Enden kreuzförmig ein. Nun steckt man einen angespitzten Haselstecken in den Masseschwerpunkt einer jeden Wurst. Die so präparierten Würste werden nun über die verbliebene Glut gehalten; fingerbreit Abstand halten. Keinesfalls das Grillgut in die offene Flamme halten oder in die Asche fallen lassen. Ab und zu drehen und wenden. Wenn sich die Wurstenden erwartungsvoll krümmen und schwärzen - fertig.
Dazu geniesst man Brot, niemals aber Senf oder Ketchup. Und nur ängstliche Anfänger verwenden metallene Bratspiesse. Oder schälen sogar die Wurst!
19. August 2011
der Massstab der Schweiz
Kürzlich erzählte ich von den Mittelpunkten der Schweiz. Nun geht es um etwas ganz ähnliches, um die Vermessung der Schweiz - um die Kartografie. Eine Landkarte zu zeichnen ist ein schwieriges Unterfangen. Man kann ja nicht einfach mit dem Messband losmarschieren, abmessen und zeichen. Man macht so etwas üblicherweise mittels der Triangulation. Markante Punkte, zum Beispiel Berggipfel, werden präzise eingemessen und es entsteht so ein Messnetz aus lauter Dreiecken. Diese Messpunkte dienen dann als Bezugspunkt für lokale Vermessungen.
Das Problem dabei ist der Anfang. Um die ersten Punkte einzumessen, braucht man zuerst eine Basislinie, also zwei sehr präzise Messpunkte. Diese Punkte sollten möglichst weit auseinander liegen, denn sie bilden sozusagen den Massstab für die gesamte Vermessung.
Im Jahre 1791 wollte man es genau wissen: Wie gross ist die Schweiz? Also vermass man eine pfeilgerade Linie im Grossen Moos westlich von Bern. Die Messung begann bei Walperswil, westlich von Aarberg. Von da peilte man den Kirchturm von Avenches an und mass nun in gerader Linie bis zum Murtensee, nach Sugiez. Die gemessene Strecke betrug genau 13‘053.86m.
Zum Messen verwendete man damals eine Art klappbare Messlatte, gut 30m lang und aus Eisen. Ein paar Jahre später, 1797, wiederholte man die Messung. Diesmal ergab sich eine um 7cm längere Distanz. Und 1834 wurde erneut gemessen, diesmal waren es 13‘053.74m, also 12 kürzer.
Vor ein paar Jahren wurden die schon fast vergessenen Messpunkte renoviert und mit Infotafeln versehen. Es lohnt sich hinzuschauen.
Das Problem dabei ist der Anfang. Um die ersten Punkte einzumessen, braucht man zuerst eine Basislinie, also zwei sehr präzise Messpunkte. Diese Punkte sollten möglichst weit auseinander liegen, denn sie bilden sozusagen den Massstab für die gesamte Vermessung.
Zum Messen verwendete man damals eine Art klappbare Messlatte, gut 30m lang und aus Eisen. Ein paar Jahre später, 1797, wiederholte man die Messung. Diesmal ergab sich eine um 7cm längere Distanz. Und 1834 wurde erneut gemessen, diesmal waren es 13‘053.74m, also 12 kürzer.
18. August 2011
ungeklärt...
Unsere Kläranlage ist von einem mannshohen Gitterzaun umgeben. Jedesmal wenn ich an dem Zaun vorbeikomme, frage ich mich, wozu der Zaun wohl da ist. Will man damit verhindern, dass das Personal die Flucht ergreift? Oder dass sich jemand nachts hereinschleicht und aus dem Klärbecken nascht?
Es bleibt unerklärlich...
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Es bleibt unerklärlich...
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17. August 2011
das Gipfeltreffen
16. August 2011
wundersame Fruchtfliegen
An und für sich mögen Fruchtfliegen ja possierliche Tierli sein, nützlich für die Wissenschaft und so. Aber in meiner Küche will ich sie nicht haben. Da sind sie lästig, eklig und stören mich beim Essen. Fressen alles was herumliegt und produzieren nebenbei fortwährend Nachwuchs. Also eigentlich genau so, wie mein Bekannter, der Rüssel-Robi. Aber um den geht’s jetzt nicht.
Ich wollte das Ungeziefer weghaben. Erst versuchte ich es zu „vergrämen“. Das hat ja seinerzeit beim Bären und dem Rüssel-Robi gut funktioniert. Aber nicht bei den Fruchtfliegen, die liessen sich nur wenig beeindrucken. Also versuchte ich sie mit Essig und Fruchtsaft in eine Falle zu locken. Vergebens, sie flogen weiterhin ihre Kreise und warteten auf mein Essen. Dann bastelte ich eine Falle aus einem Hammer, der niederdonnern sollte und die Fruchtfliege zerschmettern. Leider sind die Fruchtfliegen schlauer und lassen sich nicht erschlagen.
Aber jetzt habe ich die ultimative Abwehrwaffe gefunden. Ich sage nur „Sprühkleber“. Damit kann man sie im Fluge abschiessen und an die nächste Wand nageln. Und von da dann bequem pflücken, mit chinesischen Essstäbchen geht’s am besten…
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Aber jetzt habe ich die ultimative Abwehrwaffe gefunden. Ich sage nur „Sprühkleber“. Damit kann man sie im Fluge abschiessen und an die nächste Wand nageln. Und von da dann bequem pflücken, mit chinesischen Essstäbchen geht’s am besten…
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15. August 2011
mein Mauerfall
Früher wollte ich immer mal die DDR bereisen. Doch die Deutsche Demokratische Republik wollte mich nicht hinein lassen. Jedenfalls wurde meine Visum-Anträge mehrmals abgelehnt. Ende 1989 begann sich die DDR aufzulösen und im Sommer 1990 fielen dann auch die Grenzkontrollen weg.
Wir wussten nicht, ob die visumfreie Einreise in die noch bestehende DDR nun auch für Schweizer gilt? Alles war im Umbruch. Also fuhren wir hin und schauten uns die Sache Vorort an. An der Grenzübergangsstelle Eisfeld stauten sich lange Autoschlangen und die Grenzer fertigten emsig die Leute ab. Als wir dran kommen, haut einer einen Stempel in den Pass – und das war’s!
Genau heute vor 21 Jahren, am 15. August 1990 reisten wir das erste und letzte Mal in die DDR ein.
12. August 2011
zum Nullpunkt der Schweiz
In vielen Ländern steht am Ausgangspunkt der Vermessung ein prächtiges Denkmal. Es ist quasi der Mittelpunkt des Landes. Zahllose Kinder schulreisen dahin und alte Männer stehen ergriffen vor dem Monument. In Paris steht dieser Nullpunkt vor der Notre-Dame. In Budapest am westlichen Donauufer und in Istanbul gleich gegenüber der Hagia Sophia. Und in der Schweiz?
Der Nullpunkt der schweizerischen Landesvermessung war einst die „Alte Sternwarte“ in Bern. Diese stand auf der Grossen Schanze hinter dem Bahnhof. Sie wurde aber schon 1876 abgebrochen. An der Stelle steht heute ein schäbiger 70-er Jahre Bau, das „Institutes für Exakte Wissenschaften“. Und hier befindet sich Koordinaten-Nullpunkt mit dem schönen Namen „600‘000/200‘000“. Ein unscheinbarer Stein auf einem Flachdach(!) im Innenhof des Gebäudes. Versteckt im Grünzeug und kaum beachtet. Um ihn zu sehen gibt es zwei Möglichkeiten. Man klettert über das Absperrgitter, oder man besorgt sich den Schlüssel für das Tor zum Innenhof.
Die Koordinaten:
LV03 (CH1903): 600‘000/200‘000
LV95 (CH1903+): 2‘600‘000/1‘200‘000
WGS84: N46.951081°, E7.438637°
UTM: 32T 381264m E 5201057m N
Der Nullpunkt der schweizerischen Landesvermessung war einst die „Alte Sternwarte“ in Bern. Diese stand auf der Grossen Schanze hinter dem Bahnhof. Sie wurde aber schon 1876 abgebrochen. An der Stelle steht heute ein schäbiger 70-er Jahre Bau, das „Institutes für Exakte Wissenschaften“. Und hier befindet sich Koordinaten-Nullpunkt mit dem schönen Namen „600‘000/200‘000“. Ein unscheinbarer Stein auf einem Flachdach(!) im Innenhof des Gebäudes. Versteckt im Grünzeug und kaum beachtet. Um ihn zu sehen gibt es zwei Möglichkeiten. Man klettert über das Absperrgitter, oder man besorgt sich den Schlüssel für das Tor zum Innenhof.
LV03 (CH1903): 600‘000/200‘000
LV95 (CH1903+): 2‘600‘000/1‘200‘000
WGS84: N46.951081°, E7.438637°
UTM: 32T 381264m E 5201057m N
11. August 2011
Eichhörnchen gefunden
Neulich habe ich ein Eichhörnchen gefunden. Ein überaus herziges Tierli. Es schaute mich mit seinen dunklen Knopfaugen ganz lieb an und ich glaube, es hat sogar gelächelt. Mir wurde ganz warm ums Herz - Muttergefühle?
Von den Kalorien her, besteht ja kein grosser Unterschied zwischen dem Nagertier und einem Salami-Sandwich. Beide sind etwa gleich nahrhaft, aber der Kleinnager ist deutlich hübscher anzuschauen.
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10. August 2011
meine Schulden in Ungarn
Vor dreiundzwanzig Jahren war ich in Ungarn. Ich kann mich noch gut erinnern; es war im August 1988. Wir besuchten unter anderem auch Eger. Obwohl kaum Autos unterwegs waren, fanden wir zuerst keinen Parkplatz. Wir kreisten einmal ums Stadtzentrum und da erblickte ich einen wunderbaren Platz. Die Grösse passte genau zu meinem Bus und asphaltiert war die Fläche auch. Zudem hat es beidseitig Blumenrabatten; richtig hübsch. Als hinstellen und ab in die Stadt.
Als wir zurück kamen, klemmte so ein Zettel unter dem Scheibenwischer - eine Parkbusse! Anscheinend wird es nicht gerne gesehen, wenn ich mein Auto auf dem Zugang zum Kriegshelden-Denkmal hinstellen! Dabei störten wir den Kerl auf dem Sockel gar nicht. Und die Besucher konnten unsern Bus wunderbar über den Rasen umgehen. Die Parkbusse war somit völlig ungerechtfertigt und wir haben sie damals nicht bezahlt. Ich hatte aber deswegen noch jahrelang ein schlechtes Gewissen.
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