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Ein Bergler auf Abwegen. Der Schweizer Weltenbummler, Klugscheisser und Sapperlot berichtet von weltweit und zuhause. Ein Reiseblog.
4. Juni 2011
nach Stansstad, wozu?
Viele kennen Stansstad am Vierwaldstättersee bloss vom daran vorbeifahren. Ein Schild an der Autobahn, Lärmschutzwänden, Baustellen - und das war’s schon. Dabei ist Stansstad gar nicht so hässlich, wie man auf den ersten Blick denkt. Im Dorf gibt es auch einige malerische Ecken. Zum Beispiel; ganz hinten, direkt am See - der „Schnitzturm“.
Der Schnitzturm ist ein mittelalterlicher Wohnturm aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Obwohl er in Nidwalden liegt, gehörte er viele Jahrhunderte zu Zweidritteln dem Nachbar-Kanton Obwalden.
Heute verbirgt sich im Innern des Turmes eine Treppe und ganz oben eine Aussichtsplattform. Von da hat man einen wunderbaren Rundblick; Vierwaldstättersee, Bürgenstock, Pilatus. Und hinüber zu den hässlichen Schallschutzwänden an der Autobahn.
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2. Juni 2011
wir sind Querschläfer
Wir werden immer wieder gefragt: «Wie schlaft ihr eigentlich in eurem Bus?»
«ausgiebig und guuut…» sag ich dann immer.
Also – unser Bett ist ganz hinten im Möbelwagen, quer. Wir schlafen also quer. Das Bett ist schön breit und weich gepolstert. Der Nachteil bei einem Querbett ist aber die Bett-Länge. Man muss bedenken, dass unser Möbelwagen aussen gut zwei Meter breit ist. Zieht man davon nun die Wanddicke ab, verbleiben noch 187 cm Innenbreite. Und das ist nun präzise die Länge unseres Bettes. Für mich heisst das, oben und unten bleiben noch ein fingerbreit Spielraum. Wenn ich mich kräftig ausstrecken tue, klemme ich zwischen den Wänden fest. Man könnte das Bett unter mir wegziehen und ich hinge frei in der Luft; so wie man das bei den Zauberkünstlern im Zirkus sieht. Da riecht‘s aber nach Elefantenmist; bei uns nicht - oder wir haben uns daran gewöhnt. Aber darum geht es jetzt nicht.
Unser Bett ist tagsüber auch eine Sitzgruppe. Zwei Sitzbänke und ein grosser Tisch. Die Sitzbänke sind mittagsschlaftaugliche. Und mit einem unbeschreiblichen Polsterstoff bezogen: schleimgrün-uringelb-rostrot gestreift! Quer! Wer solche Textilien herstellt, gehörte eigentlich eingesperrt. Aber auch daran haben wir uns gewöhnt.
Genau über dem Tisch und/oder Bett befindet sich ein riesengrosses Dachfenster. Da hindurch kann man nach dem Aufwachen die Baumkronen und Wolken sehen. Und manchmal nachts den Vollmond. Am liebsten mag ich es aber, wenn der Sommerregen drauf prasselt, das ist dann sooo romantisch.
«ausgiebig und guuut…» sag ich dann immer.
Also – unser Bett ist ganz hinten im Möbelwagen, quer. Wir schlafen also quer. Das Bett ist schön breit und weich gepolstert. Der Nachteil bei einem Querbett ist aber die Bett-Länge. Man muss bedenken, dass unser Möbelwagen aussen gut zwei Meter breit ist. Zieht man davon nun die Wanddicke ab, verbleiben noch 187 cm Innenbreite. Und das ist nun präzise die Länge unseres Bettes. Für mich heisst das, oben und unten bleiben noch ein fingerbreit Spielraum. Wenn ich mich kräftig ausstrecken tue, klemme ich zwischen den Wänden fest. Man könnte das Bett unter mir wegziehen und ich hinge frei in der Luft; so wie man das bei den Zauberkünstlern im Zirkus sieht. Da riecht‘s aber nach Elefantenmist; bei uns nicht - oder wir haben uns daran gewöhnt. Aber darum geht es jetzt nicht.
Genau über dem Tisch und/oder Bett befindet sich ein riesengrosses Dachfenster. Da hindurch kann man nach dem Aufwachen die Baumkronen und Wolken sehen. Und manchmal nachts den Vollmond. Am liebsten mag ich es aber, wenn der Sommerregen drauf prasselt, das ist dann sooo romantisch.
1. Juni 2011
stromlose Glühlampe
In der Zeitung steht, unsere Bundesrätinnen wollen die Atomkraftwerke ausschalten. Atomausstieg, Energiewende und so. Und wir sollen künftig Soloarstrom brauchen. Sonnenstrom – und was ist nach Sonnenuntergang? Finster ist es dann, stockfinster!
Darum habe ich mir jetzt eine raffinierte stromlose Glühlampe gekauft. Wenn ich sie mit Diesel befeuere, riecht es wie dem Rüssel-Robi sein alter Volvo.
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30. Mai 2011
etwas ist...
Ich habe ja schon neulich mal berichtet, dass mein Teddybär Funzi irgendwas im Schilde führt. Ich weiss bloss nicht was, aber ich vermute es ist nichts Gutes.
Jetzt habe ich ihn dabei erwischt, wie er mich durchs Schlüsselloch beobachtet hat. Wenigstes war er diesmal unbewaffnet. Aber man weiss halt einfach nicht, was in so einem Kopf vorgeht?
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29. Mai 2011
Schmetterlinge sind doof
In den Bergen ist wunderbares Frühsommer-Wetter; himmelblau und wolkenlos. Also marschierten Frau G. und ich auf selbige. Ich wollte Schmetterlinge fotografieren. Die flattern da oben in allen Farben und Grössen umher. Und das stellte sich auch gleich als ein Problem dar. Wenn sie flattern, kann ich sie nicht fotografieren. Und abhocken tun sie nur in etwas Entfernung von uns. Ich versuchte es mit Anlocken, Beschimpfungen und Winseln. Aber die Viecher zeigten kein Verständnis für mein Anliegen.
Auf dem Heimweg entdeckten wir dafür ein Reh im Farn. Es lag einfach da und schaute bambi-mässig. So schööön.
28. Mai 2011
Käse im Berg
In der kalten Jahreszeit essen wir Bergler ja liebend gerne Bratkäse - Raclette. Aber was macht der Käse eigentlich im Sommer? Ich zeig es euch.
Tief im Felsen drinnen liegt dieses Käselager in Giswil. Hier hat es schier endloslange Regale mit mehr als 30’000 Raclettekäsen drauf. Und die liegen auch nicht einfach träge herum. Nein, Roboter fahren umher und bürsten und massieren die Käselaibe.
Es hat hier runde Raclette-Käse für die Westschweizer und viereckige für den Supermarkt.
27. Mai 2011
die Killergurke
25. Mai 2011
bissige Buche
Droht uns eine „Stromlücke“ oder nicht? Und wenn ja, wie kommt so etwas eigentlich zustande? Bis heute war das selbst in der Fachwelt heftig umstritten. Heute konnte ich zum erstenmal beobachten, wie so eine Stromlücke entstehen kann?
Ein eigentlich harmloser Laubbaum, eine Buche, hat sich eine Stromleitung geschnappt und sich daran festgebissen. Glaubs der Teufel, kommt da der Strom nur noch lückenhaft durch.
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23. Mai 2011
mörderische Tat vereitelt
Jeder kennt das Gefühl von jemandem beobachtet zu werden. Man spürt förmlich den Blick im Nacken. Genau so ging es mir neulich auch. Ich hatte den ganzen Tag das dumpfe Gefühl, da ist jemand und beobachtet mich. Aber ich war ja ganz alleine zuhause, da war niemand. Aber trotzdem, da lauert mir jemand auf, das spür ich. Ich verhielt mich ganz ruhig und schaute belanglos ins Leere. Und dann: Mit einem blitzschnellen Ruck sprang ich auf und wirbelt herum. Und da erblickte ich IHN.
„Funzi“, mein alter Teddybär. Er hockte da und schaute mich finstererschrocken an. Ich hatte ihn wohl grad bei einer Missetat ertappt. Augenscheinlich wollte er mich hinterrücks anfallen und meucheln!
Vorsichtshalber habe ich ihn vorläufig mit dem Bostich auf ein Regalbrett genagelt. Man kann ihm ja nicht mehr trauen...
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Vorsichtshalber habe ich ihn vorläufig mit dem Bostich auf ein Regalbrett genagelt. Man kann ihm ja nicht mehr trauen...
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22. Mai 2011
auf dem Höhepunkt
Was viele nicht wissen, der schönste Berg in Obwalden ist – nein, nicht der Titlis; und auch nicht der Pilatus – nein, natürlich der Giswilerstock. Und er ist nicht nur der schönste, sondern auch der weltweit höchste. Man sagt, er reiche fast ein Dutzend Kilometer tief in die Erde hinein.
Wie dem auch sei, wir sind jedenfall hinauf gestiegen. Zuoberts ist der Gipfel. Und von da kann man schön ins Unterland hinunter schauen...
Jetzt, gegen Ende Mai, blühen überall die Alpenblumen. Ganz besonders hat uns eine Orchidee gefallen, das „Knabenkraut“. Es bekam einst seinen Namen vom schwedischen Wissenschaftler Carl von Linné. Ihn erinnerten die Wurzeln des Knabenkrautes an die Hoden eines Buben! Seither kochen Bedürftige aus der Knabenkrautwurzel ein schleimiger Saft, in der Hoffnung, der sei potenzfördernd.
Wie dem auch sei, wir sind jedenfall hinauf gestiegen. Zuoberts ist der Gipfel. Und von da kann man schön ins Unterland hinunter schauen...
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