22. August 2013

ein Frauenthema

Neulich sagte eine zu mir: „Muger, schreib doch nicht immer über Alteisen und Altstädten, schreib doch mal etwas für Frauen“.
Eine gute Idee, darum heute ein Frauenthema: Nudelsalat.

Nudelsalat ist recht einfach zuzubereiten. Man braucht eigentlich bloss weichgekochte Nudeln und etwas Kleinzeug, das grad vorhanden ist. Kleingeschnittenes Gemüse, Wursträdli, gedünstete Zwiebeln, Kräuter und so. Käse und Eier kann man auch nehmen. Alles schön vermischen und mit Salatsauce angiessen.
Salatsauce kann man auch selber machen: Öl, etwa halb soviel Essig und etwas Senf miteinander vermischen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker würzen. Ich tue wegen der Farbe meist noch eine Prise Kurkuma dazu.
Den Nudelsalat noch kurz ruhen lassen und dann servieren.
Liebe Frauen, so einfach geht Nudelsalat.

21. August 2013

Gummibeine über der Schlucht

In Sigriswil haben sie eine Brücke gebaut. Und was für eine! Eine feine Hägebrücke. Eine feingliedrige Stahlseil-Konstruktion, 340 Meter lang und hoch über die Gummischlucht.

Bis letzten Oktober betrug der Schulweg der Kinder von Aeschlen fast eine Stunde, jetzt sind es bloss noch einige Minuten. Zudem ist die Brücke ein Teil vom geplanten Brückenweg rund um den Thunersee.

Die Brücke hängt an zwei Tragseilen und wird zusätzlich über zwei Abspannseile stabilisiert. Der Brückentrog besteht aus gelochtem Stahlblech. Um die Windkräfte zu verringern, werden gegen die Brückenmitte hin die Bleche dünner und die Löcher grösser. In der Brückenmitte hat man deshalb fast einen unverstellten Rundumblick. Und da geht es immerhin 182 Meter in die Tiefe.

Beim darüber gehen federt die Brücke elegant. Und bei Seitenwind beginnt sie ganz leicht zu schwanken, schöner wie fliegen.

20. August 2013

der Dubel wollte unbedingt sterben

Am vergangenen Sonntag rollte ich mit dem Möbelwagen ganz entspannt nachhause. Die Strasse war breit und nachmittäglich leer. Einzig so ein Rennvelofahrer radelte zügig dem Strassenrand entlang. So ein hormongetränkter Hobbyrennfahrer in einem grellbunten Strampelanzug und eineme ebensolchen Putschiauto-Helm. Oberschenkeln wie mein Brustumfang, so ein Triatlon-Eisenmann.

Jedenfalls – als ich direkt neben ihm fuhr, streckte er ganz plötzlich seinen Arm raus und bog gleichzeitig links ab. Genau dahin, wo ich grad war! Zum Glück hatte ich gut zwei Meter seitlichen Abstand und konnte zudem noch einen herzhaften Schlenker machen; sonst hätte er mich gerammt. Was dann wohl eher zu seinen Ungunsten ausgegangen wäre.

Er bedankte sich bei mir mit einer wilden Schimpftirade und unmissverständlichen Gesten. So ein Dubel - dumme Sau…
Also Vorsicht wenn ihr ihn seht. Ihr erkennt den Burschen an seinen spiegeleigrossen Augen und seiner auffallend blasse Hautfarbe. Und er neigt zu einer kamikazehaften Fahrweise.

19. August 2013

Treffen im Wilden Westen

Am vergangenen Wochenende war ich im Jura; im Wilden Westen der Schweiz. In Saignelégier. Ganz alleine, denn Frau G. tat erwerbsarbeiten und konnte leider nicht mit. Ich war bei den MOWAG-Leuten eingeladen. Die vom der Marokkoreise und einige anderen.

Wir sassen unter Tannen beisammen, plauderten übers Reisen und assen Esswaren. Ich habe viel Neues erfahren; über Robben und verlassene russische Siedlungen auf Spitzbergen, über Lavendelfelder in der Provence. Und so.

Die Gegend hier um Saignelégier ist ja weltbekannt für seine Freiberger-Pferde. Die gedeihen hier auf den Jurahöhen prächtig. Was lag also näher, Pferdefleisch auf den Grill zu legen. Fohlen-Hacktätschli.

Bunter Himmel über den Jurawäldern. Herrlich schön. Vielen Dank für die Einladung – Anne und Ueli…

17. August 2013

auf den Napf

Der Napf ist ein sagen umspülter Berg im Luzerner Hinterland. „Napf“ ist eigentlich ein seltsamer Name für einen Berg. Napf? Mit dem „Fressnapf“ soll es aber nichts zu tun haben. Wobei – Fress-Napf umschreibt so ziemlich genau das Ziel unseres Ausflugs.

Unsere Wanderung auf den Napf begannen wir im Bramboden. Es war heisser Sommertag und der Weg weit und hogerig. Gute sechs Kilometer dauernd auf und ab. Immer einem Grat entlang, rechts und links steile Abhänge.

Überall Felswände aus Nagelfluh, dem typischen Gestein des Napfgebietes.

Gegen Mittag erreichten wir den Gipfel. Der ist, ganz anders als die Umgebung, oben sanft gerundet. Wurstig und dadurch ganz besonders touristenfreundlich. Liegewiese und ein Restaurant – schön hier oben.
Schon bald türmen sich die Gewitterwolken himmelhoch und wir machen uns auf den Rückweg. Es ist noch heisser und der Weg ermüdend weit.

16. August 2013

wo die Felsen wachsen

Als wir neulich in der Schlucht der Kleinen Melchaa waren, sah ich sie; die lebenden Felsen. «Na und - ist ja bloss nasses Moos», würden manch Unkundige vielleicht jetzt sagen. Stimmt schon, aber ich finde das so spannend, dass ich es unbedingt erzählen muss.

Nämlich: Bei diesem „nassen Moos“ handelt es sich um Kalktuff. Eine Lebensgemeinschaft zwischen Stein und Pflanzen. Beide können nicht ohne miteinander.
Kalktuff entsteht, wenn kalkhaltiges Bergwasser an die Oberfläche kommt. Das im Wasser gelöste Kohlendioxid entweicht und der gelöste Kalk wird ausgefällt. Es entsteht neuer Stein. Damit das gelingt, braucht es eine möglichst grosse Oberfläche; am Bestem geht das mit Moos.
Das Moos kann hier auf dem blanken Fels nur wachsen, weil es vom Bergwasser mit Energie, mit Kohlendioxid, versorgt wird. Das Kohlendioxid gibt ihm die erforderliche Energie und der dabei entstehende Kalk Halt. Aber gleichzeitig versteinert er die Pflanze; hinten stirbt sie ab, vorne wächst sie.
Ein ewiges Werden und Sterben. Dabei entstehen grossflächige Ablagerungen, sogenannte Tuff-Polster. Pflanzen aus Stein, Stein aus Pflanzen…

15. August 2013

Zeitgeist

öhhhm - Zeitgeist?

... an die Wand geschmiert.

14. August 2013

Rückenschwimmer im Melchaa-Tobel

Die Schlucht der Kleinen Melchaa beginnt, oder endet, gleich hinter dem Bahnhof Giswil. Sie ist ein kleines Paradies und unsere Zuflucht bei Sommerhitze.

Zuerst geht es aber erst einmal einen stotzigen Pfad aufwärts; auf den Melchaa-Tossen. Dann weiter hinüber und dann hinein ins „Tobel“, wie wir Einheimischen sagen. Wir transpirieren dabei heftig, es sind ja auch 35 Grad.

Im Sommer ist es im Tobel wunderbar schattig und kühl. Im Winter übrigens auch. Überhängende Felswände und dichter Wald. Im Bachbett vom Wasser geschliffene Steine und glasklare Tümpel. Wir faulenzen im Schatten und baden die Füsse im Eiswasser. Und überall schwimmen Schmetterlinge auf dem Rücken - wozu? Weshalb?

Als wir gegen Abend aus der Schlucht hinaus und in die grelle Sonne hinein kommen, trifft uns beinahe der Schlag. Die Umgebungstemperatur steigt schlagartig um mindestens 10 Grad. Als ob man in den Backofen hineinschaut.

13. August 2013

die Oliven vom Franz-Josef

Kürzlich kam mein Bruder von seiner Osteuropa-Kultur-Kurzreise zurück. Polen, Slowakei, Ungarn und so. Und nun ratet mal, was er für ein Geschenk nachhause brachte?

"Franz-Josef Oliven" aus der Slowakei. Oliven - ausgerechnet Oliven aus der Slowakei! Wo es doch dort allerhand grossartige Leckereien gäbe.

12. August 2013

unser grosses Weltreise-Treffen in Giswil

Am Freitag begann alles mit Regen. Als dann aber die ersten Gäste eintrafen, verschwanden die Regenwolken und die Abendsonne besonnte den Abend. Kurz darauf erwärmten ein Grillfeuer unsere Herzen und wir widmeten uns der Nahrungsaufnahme - und der Plauderei.

Am Samstag blauhimmelte es heftig. Die Sonne verbreitete Afrikastimmung und Schatten war begehrt. Zusätzliche Gäste trafen ein. Wir widmeten uns weiterhin ausgiebig der Plauderei und dem Stoffwechsel. Hätte ich nicht vergessen Fotos zu machen, könnte ich sie jetzt hier zeigen.

Am Sonntagmorgen weckte mich wieder die Sonne und ich hatte Grindweh. Das Tagesprogramm unterschied sich nur unmerklich von den vorherigen; plaudern und futtern.

Und gegen Abend gingen wir alle nachhause. Schön war’s.

10. August 2013

Sommer, Sonne und mehr

So – nun hat es begonnen; unser grossen und internationalen Fernreise-Sommertreffen. Hier ein erstes Bild vom Tatort. Heute morgen früh...

Weitere folgen demnächst.

9. August 2013

asbestfreier Joghurt

Aus gesundheitlichen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht davon, was ich neuerlich erfunden habe; asbestfreier Joghurt. Ideal für Raucher. Ich meine, wegen Lungekrebs – odr so.

8. August 2013

tief gesunken, nicht nur die Titanic...

Aus erkenntnistheoretischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht davon, dass ich als Fünfjähriger vom Nachbarn ein Trottinett geschenkt bekam. Dieses dann sogleich in den Bach warf, um zu sehen, ob es schwimmt. Tat es nicht. Und es tauchte auch nicht wieder auf. Erstaunt ob des blamablen Ergebnisses, schulterzuckte ich und ging dann nachhause - odr so.
.

7. August 2013

Christus anders herum

Aus biblischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass es mir neulich gelungen ist, Wein in Abwasser zu verwandeln. Fast wie der Christus, bloss anders herum. Davon trinken täte ich aber nicht mehr – odr so.
.

6. August 2013

wenn euch der Jauch fragen täte

Aus wissenschaftlichen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass Sublimation den unmittelbaren Übergang eines Stoffes vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand, ohne sich zwischendurch zu verflüssigen, bezeichnet. Zum Beispiel Schnee, der an der Sonne schmilzt.
Aber gut zu wissen, wenn mal jemand danach fragt. Aber darauf warten täte ich nicht. Odr so.
.

5. August 2013

der Fusspilz Gottes

Aus theologischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht davon, was mir heute bewusst wurde: Der liebe Gott hat die Welt an einem Montag erschaffen. Denn in der Bibel steht, dass er am siebten Tage ruhte; und das war ein Sonntag. Also eine Montags-Welt; deshalb darf man sich nicht wundern, dass dabei viel Unnützes entstand: Fusspilz, Tofu, pakistanische Koran-Utangs - odr so.
.

4. August 2013

das Heck der Mädchen

Aus ästhetischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht davon, was ich heute sah. Wegen der affigen Hitze laufen viele Leute, vor allem heranwachsende Leutinnen, spärlich bekleidet herum. Beim Anblick der verschwitzten Arschgeweihe fragte ich mich: Tragen Rehe eigentlich auch Arschgeweih? Odr so.
.

3. August 2013

heiss und feucht untenherum

Aus soziokulturellen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht davon, dass wohl menschliches Versagen die Ursache dafür ist, dass meinige Weichteile von heissem Frühstückskaffee übergossen wurden. Technische Ursachen halte ich für eher unwahrscheinlich, viel mehr handelte es sich um eine Fehlmanipulation - odr so…
.

2. August 2013

wie das Huhn es ausdrückt

Aus moralischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass ich Eier nur mit der Schale koche. Genau so wie sie aus dem Huhn herauskommen. Das spart nämlich Arbeit und die Spiegeleier werden wesentlich knuspriger. Crunchy – odr so.
.

1. August 2013

subnasale Wurstware

Aus patriotiachen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass wir Eidgenossen heute unseren Nationalfeiertag feiern. Dazu führen wir uns feuergeschwärzte Wurstwaren subnasal ein. Spätabends zünden wir allerlei Knaller und Raketen und gruseln uns vor den Ausländern – odr so.
.

31. Juli 2013

Zehennagel-Mathematik

Aus wissenschaftlichen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass ich heute morgen ausgerechnet habe, dass mir in meinem ganzen Leben vermutlich mehr als 4 Kilo Zehennägel wachsen. An jedem einzelnen Fuss. Hätte ich vielleicht doch sammeln sollen – odr so.
.

30. Juli 2013

vom Aussterben der Schlappschwänze

Aus medizinischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, was ich heute gelesen habe. Nämlich: Das neulich amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, das Impotenz nicht erblich sei. Leider stand da nicht, wieso? Hat aber bestimmt etwas mit dem Klimawandel zu tun - odr so…
.

29. Juli 2013

kalter Kopf im Google

Aus bildungspolitischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass wenn man im Google „241543903“ eingibt, man unzählige Bilder von Leuten, die ihren Kopf in den Kühlschrank stecken, findet – odr so.

28. Juli 2013

mein fuselt

Aus arbeitsrechtlichen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass ich vermute, das es hier in der Wohnung Feng Shui hat. Und das lässt überall den Dreck liegen und ich muss mit dem Flusenmofa drüber – odr so.

27. Juli 2013

Bumbeidschi mit Zahnlücke

Aus kulturellen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass ich durch meine Zahnlücke pfeifen kann. Ich heute hätte beinahe „heidschi-bumbeidschi“ gepfiffen, täte ich spanisch können – odr so.
.

26. Juli 2013

Gummistiefel oder wie Lurch

Aus klimatischen Gründen mache ich einige Tage Blog-Sommerpause. Ich werde nichts schreiben. Auch nicht, dass es unter meinen Achseln saftelt. Wenn ich sie bewege, gibt es ein lurchiges Geräusch. Schmatzt wie nasse Gummistiefel. Ihr wisst schon – odr so.
.

25. Juli 2013

Felssturz am Giswilerstock

Der Giswilerstock ist so ein typischer Voralpenberg. Nicht besonders hoch, aber immer in Bewegung. Irgendwie immer entgegenkommend.

Grad neulich ist wieder ein grosses Stück davon weggebrochen und effektvoll talwärts gedonnert. Ausser etwas Wald und einem nigelnagelneuen Wanderweg ist dabei nichts kaputt gegangen.
Ich schätze den Felsabbruch auf deutlich über zwanzigtausend Tonnen.
Und es hat noch mehr losen Fels droben. Mal schauen, wann der herunter kommt? Vielleicht bin ich dann zuhause, nicht dass ich wieder den entscheidenden Moment verpasse...

24. Juli 2013

zuhause - und nun?

Kaum zuhause werde ich schon wieder vom Alltag belästigt. Die Erwerbsarbeit lauert und die Briefpost stapelt sich schuhtief. Die Steuerverwaltung hat da noch einige Fragen und draussen ist heisses Sommerwetter.

Ich verspüre dringendes Fernweh.

23. Juli 2013

Benelux: noch etwas Elsass, dann ist Schluss…

Saverne. Früh am Morgen steige ich noch einmal ganz hinauf auf die Burgruine und betrachte den Sonnenaufgang. Orange-bräunlich leuchtet sie durch den Morgendunst. Wunderbar - Sonnenaufgang können sie gut, die Franzosen. Leck mich, was bin ich ein Romantiker…

Wir fahren von Saverne mitten durchs Elsass hinunter nach Süden. Nicht auf der berühmten Weinstrasse, sondern mitten durchs Ried. Topfeben und Getreidefelder.

Wie jedesmal besuchen wir zum Abschluss Neuf-Brisach und bewundern die kulturellen Höhepunkte der eigenwilligen Stadt.

Dann machen wir uns wehmütig auf den Weg. Die Schlussetappe in die Schweiz, nachhause. Schööön war's ...

22. Juli 2013

Benelux: Mosel interruptus

DER Tag beginnt ungut: Kein Brot, dafür Baumaschinen zum Frühstück. Gut, fahren wir halt nach Cochem. So früh am Vormittag hat es hier noch kaum Ausflügler. Wir schlendern durch die Gassen und Frau G. kauft eine neue Handtasche. Und das obwohl, wie ich anmerken möchte, sie schon eine Handtaschen besitzt. Ich stelle da einen gewisse Tendenz zur Zweit-Handtasche fest.

Ich kaufe mir auch etwas; ein Sandwich mit Curry-Huhn. Warum die da aber immer Tomate hinein tun? Die isst ja sowieso keiner! Gegen Mittag besteigen wir unseren Möbelwagen und verlassen das Mosel Tal. Es war schön hier, aber wir müssen etwas eher zurück als geplant. Also los.

Wir fahren südwärts, immer auf kleinen Nebenstrassen und über die Hügel des Hundsrück. Nach wenigen Stunden Fahrt sind wir bereits im Unterelsass. Erst wollen wir in Bitche übernachten, aber es ist noch früh. Und heiss. So fahren wir weiter südwärts bis nach Saverne. Ich mag Saverne gerne; und ich kenne es von früher, von verschiedenen Kanalschiff- und Velofahrten.

Diesmal übernachten wir beim Château du Haut-Barr. Von hier oben geniessen wir einen grossartigen Rundumblick. Ein ruhiger und lauer Sommerabend. Leider voraussichtlich der letzte auf dieser Reise.

20. Juli 2013

Benelux: bis Frau G. wankt

In Beilstein besteigen wir ein „Fahrgastschiff“. Eigentlich wollten wir Mosel aufwärts, aber da fährt grad kein Schiff. Also ausflügeln wir nach Cochem.


Eine Schleuse und eine Stunde später erreichen wir das Städtchen. Hier hat es uns das letzte Mal so gut gefallen. Heute reicht unser Aufenthalt aber grad einmal für ein Schoko-Eis, dann geht es gleich wieder zurück.

Die Flusslandschaft ist herrlich und das Schiff voller Senioren. Aus dem Lausprecher besingt uns Heino mit uralten Schlagern. Mit all dem habe ich ja eigentlich kein Problem; bloss eine Abenteuerreise sieht halt schon etwas anders aus.

Zurück in Beilstein geniessen wir die schattigkühlen Gassen und besuchen eine der hier typischen Weinschenken. Eisenstühle unter alten Eichen, Schiefermäuerchen und schattige Reben. Wir trinken Erdbeer-Bowle bis Frau G. wankt.

Wir übernachten in Valwig. Schöner Platz am Moselufer. Am Abend besuchen wir die Gaststätte nebenan. Ich frage ganz beiläufig nach Wlan. Da wird der Gastwirt ganz wild. Nein, und sowieso ausschliesslich für Hotelgäste und illegal und sowieso. Kurz darauf reicht er uns die Rechnung und verabschiedet sich wortlos - ein klassischer Rauswurf.

19. Juli 2013

Benelux: Wein, Berg und Schweiss

Vom „Calmont“ in Bremm sagen sie, er wäre der steilste Weinberg weltweit. Und in der Tat, er ist huerä stotzig. Grund genug für einen kleine Weinberg-Spaziergang.

Ein fussbreites Wegli führt steil bergan. Ab und zu geht’s über eine Treppe, dann wieder schräg dem Hang entlang. Schiefergeröll und Rebstöcke. Schon bald haben wir eine prächtige Aussicht auf die Mosel. Die schleift hier ziellos herum.

Weit unter uns brummen die Schiffe. Die Sonne brennt uns ans Gehirn, kaum Schatten hier oben. Da und dort wachsen wilde Erdbeeren; saftig und süss. Schön.

Die mittägliche Hitze treibt uns zurück. Und weiter. Unterwegs wirbt eine Metzgerei mit „Debbekoche und Apfelmus“. Ich habe keine Ahnung was das ist, ist aber bestimmt lecker. Ich erwerbe also eine schicke Polystyrol-Schale, darin geraffelte und im Ofen gebackene Kartoffelnmit Zwiebeln und Speck. Sieht sehr unschön aus, ist aber wie vermutet lecker.