11. April 2013

Berlin: macht Kunst und Erbsensuppe

„Macht Kunst“ ruft die neue KunstHalle der Deutschen Bank und über zweitausend Künstler kamen. Alle konnte nämlich am letzten Wochenende sein eigenes Kunstwerk vorbeibringen und ausstellen. Als ich das erste Mal hin ging, standen üppig Künstler an. Manche hatten handliche Kleinkunst dabei, andere wiederum schleppten zu zweit Riesengemälde an.

Die Ausstellung dauerte dann genau 24 Stunden, von Mittag zu Mittag. Bei meinem ersten Anlauf war die Besucherschlange viele Hundert Meter lang. Beim zweiten auch, es waren aber zusätzlich noch Wurstverkäufer da. Also versuchte ich es am Abend nochmal. Aber wieder war ein Massenandrang - und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone.

Meinen nächsten Versuch startete ich am nächsten Morgen um halb sechs. Und tatsächlich, keine Kolonne. Und eine kostenlose Brezel gibt es obendrein.

Die Bilder hängen bis zur Decke. Viele gute und einige ganz besondere. Ich war übrigens am frühen Morgen der 4‘900-ste Besucher. Und es werden wohl noch einige weiter dazu kommen.
Eine witzige Ausstellung. Ich könnte den Besuch empfehlen, doch leider schloss sie bereits wieder am Mittag - für immer.

10. April 2013

Berlin: schön und lustig beim Merkel zuhause

Das Ehepaar Sauer-Merkel wohnt im vierten Stock eines gelben Hauses, gleich gegenüber der Museumsinsel. Er ist Chemieprofessor - sie die deutsche Kanzlerin.

Die Adresse „Am Kupfergraben 6“ findet man leicht. Denn vor dem Hauseingang gehen Tag und Nacht zwei Polizisten auf und ab. «Wer hier wohnt, kann ich Ihnen nicht sagen», meint der ältere der Beiden Beamten.

Neben „Prof. Dr. Sauer“ wohnen auch noch „Ganz“, „Schön“ und „Lustig“ im Haus. Und das sind ganz bestimmt keine für Sicherheitsleuten angemietete Wohnungen!

Ich hätte die Frau Merkel gerne auf eine Wurst eingeladen. Aber die beiden Polizisten wollten nicht erlauben, dass ich bei ihr klingle. Schade - so musste ich halt meine Bratwurst ganz alleine essen.
Am Abend sehe ich die Merkel im Fernsehen. Sie ist in Hannover, zusammen mit diesem Putin. Und sie sagte, der Putin sei ein Freund...

9. April 2013

Berlin: das etwas peinliche Denkmal

Zurzeit wird in allen Zeitungen über die „East Side Gallery“ berichtet. Dies wegen einiger Lücken, die wegen wegen Bauarbeiten in das 1,3 Kilometer lange Kunstprojekt geschlagen wurden. Dabei ist die Aufregung eigentlich vergebens, da das ursprüngliche Kunstwerk bereits zerstört wurde.

1990 ist die Mauer offen und die DDR am Sterben. Der "Ministerrat der DDR" stimmt dem ersten gesamtdeutschen Kunstprojekt, der „East Side Gallery“ zu. Gut hundert Künstler aus aller Welt bemalen ein Stück der hinteren Sperrmauer. Im September 1990 wird sie eröffnet, eine Woche später hörte die DDR auf zu existieren.

In den Jahren darauf litten die Bilder unter dem Vandalismus  und dem bröckelnden DDR-Beton.

2009 wurde dann die gesamte Mauer aufwändig renoviert. Dazu wurden erst einmal alle Bilder entfernt, dann der Beton geflickt und dann die Bilder wieder frisch hingemalt. Einige der Künstler waren über die Zerstörung dermassen empört, dass sie sich weigerten, ihre Bilder ein zweites mal zu malen.

Auf mich wirkt das "gesamtdeutschen Kunstwerk" kitschig und etwas peinlich. Vor allem weil die Bilder bloss aufgehübschte Kopien sind. Als ob man zwischendurch mal die Mona Lisa neu gestrichen hätte!

8. April 2013

Berlin: an den Wolken kratzen

Ich will unbedingt einmal auf den Berliner Fernsehturm hinauf. Aber seit ich in Berlin bin ist es trüb und saukalt. Doch eines Morgens, man glaubt es kaum, sonnenscheint es kurzzeitig durch einige Wolkenlücken.

Der Fernsehturm ist 45 Jahre alt und 368 Meter hoch. Sein Fundament reicht aber grad einmal fünf Meter tief in den Boden.

In nur vierzig Sekunden rauscht der Lift nach oben in die Kugel. Der Ausblick aus zweihundert Meter Höhe ist grandios, ich sehe bis zum Horizont. Vielleicht noch weiter.

Ich setze mich an die Turm-Bar und fühle mich wie ein Siebensiech. Wie James Bond oder so ein arabischer Milliardär. Der Herrscher über die Welt. Einzig mein Milchkaffee verrät, dass ich bloss der Muger bin.

6. April 2013

Berlin: immer auf den Arsch gucken

Auch wenn man die Ameisen und Tauben nicht mitzählt, ist der Berliner Zoo der mit den meisten Tieren. Es gebe hier tausende exotischer Tiere aus aller Welt zu sehen. Und jetzt im Frühling sei es da ganz besonders schön. Habe ich gelesen.

Heute ist es trüb und sibirisch kalt; nordsibirisch. Wir gehen trotzdem hin. Die Bäume sind kahl und das Gebüsch struppig braun. In den Tiergehegen liegen Schneereste und da und dort ein paar Gagel. Kaum Viecher.

Ein Nashorn starrt auf seine Stalltür und fröstelt. In einem anderen Käfig schaut ein Zebra, ob Besucher da sind - und wendet sich angewidert ab.

Die Seehunde (der Robben, wer weiss das schon so genau) verstecken sich unter Wasser. Ich frage mich, woher ihr Badewasser eine solch eigenartige Farbe hat? Nebenan steht ein Vogel untätig im knietiefen Wasser und schaut mürrisch. Mein Schneeballwurf bringt etwas Bewegung in sein eintöniges Leben. Nichts zu danken, hab ich gerne gemacht.

Ich will an die Wärme. Also gehe wir ins Affenhaus, da wird es ja wohl tropisch warm sein. Tatsächlich, ist es. Hinter Glasscheiben hocken Affen und schauen - weg.

Nach einem Schweineschnitzel im Zoo-Restaurant gehen wir heim. War ein schöner Tag im Zoo.

5. April 2013

Berlin: Mädchen wie Welpen

Berlin ist gross. Die Häuser, die Strassen, die Baustellen - alles ist riesig. Ich bin mächtig beeindruckt.

Von meinem Hotelbett aus, sehe ich gleich gegenüber den Hauptbahnhof. In der Glashalle fahren Fernzüge und S-Bahnzüge. Und ich sehe Leute, die auf welche warten.
Mit meinem Hotelzimmer gibt es aber leider ein kleines Problem, ich muss morgen raus. Also sollte ich mich wohl um eine neue Bleibe suchen. Durch einen glücklichen Zufall finde ich ein preiswertes Hotel am Bahnhof „Warschauer Strasse“.

Den ganzen Tag waren wir unterwegs. Zuerst Kultur, dann Shopping mit meinem Göttimeitli. Sie ist sechzehn und eigentlich eine ganz liebe. Heute aber litt sie unter Quengelei und Misstimmungen. Sie hat kein Geld; und das scheint irgendwie ihr Shoppingvergnügen zu beeinträchtigen?
Immer wenn sie etwas Kaufbares entdeckt hat, schaut sie wie ein Hundewelpe. So mit grossen Augen und einem treuherzigen, glückseligen Blick. Nur schanzwedeln tut sie nicht. Je nach meiner Reaktion ändert sich ihr Blick schlagartig. Giftig und voller Abscheu.
Vermutlich sind das hormonell bedingte Stimmungsschwankungen – aber wer versteht schon die jungen Mädchen.

4. April 2013

Berlin: wo ist die Bombe?

Berlin. Heute will ich auf den Fernsehturm. Die Warteschlange davor ist aber wesentlich länger als meine Geduld. Dann erfahre ich von der Fliegerbombe am Hauptbahnhof. Toll, die will ich mir anschauen. Und der Filip, der kleine Bruder vom Göttimeitli, auch.

Also fahren wir zum Hauptbahnhof. Hier ist es wie immer. Viele Leute und viele Züge; aber keine Bombe. Nichts. Ich frage einen Bauarbeiter nach der Bombe. Er weiss nichts von einer Bombe. Und er sei sowieso nicht von hier.
Am Wurststand erklären uns dann drei orange Bauarbeiter den Bombenfundort. Die liege fast 1,5 Kilometer hier in einer Baugrube! Gut, da gehen wir hin.
Schon nach wenigen Metern treffen wir auf ein Polizeiauto. Es steht quer auf der Strasse blaulichtet. Wir grüssen präventiv die Insassen und gehen gschwind weiter. Bald steht schon wieder ein Polizeiauto quer auf der Strasse; diesmal zusätzlich mit rotweissen Bändern geschmückt. Ich frage den Beamten nach der Bombe und wo wir die sehen können. Er gibt uns einige sachdienliche Hinweise. Und in wenigen Minuten beginne die Entschärfung. Dann erzählt er noch von seinen Eltern und dem Krieg. Keine Zeit, wir müssen weiter.
Wenig los hier, die Strassen sind menschenleer. Wir marschieren in die angegebene Richtung. In der Ferne sehen wir die Baustelle und den Lastwagen der Bomben-Entschärfer. Wir müssen noch näher heran, sonst verpassen wir den Höhepunkt.

Leider versperrt uns kurz vor dem Ziel erneut ein Polizeiauto den Weg. Diesmal ist es ein grüner Bus voller Uniformierter. Erst zeigen sie verhältnismässig wenig Freude an unserem Besuch. Ich spüre sogar eine gewisse Feindseligkeit. Es entsteht dann aber doch noch eine nette Plauderei. Sie erzählen stolz von ihrem „vierhundert-Meter-Sperrgebiet“ und der Evakuierung, und so. Ich äussere meine Bewunderung über ihr Tun, aber wir möchten jetzt lieber die Bombe sehen. Sie wollen nicht. Sie beharren stur auf ihrem Konzept und wollen uns ums Verrecken nicht näher heran lassen. Dann halt nicht.
Sollte ich mal eine Bombe finden, zeige ich die auch keinem.

3. April 2013

Berlin: Ham wa nich

Milder Frühlingstage. Die Bäume tragen zartes Laub und ich sitze in einem Strassencafé und blinzle in die Sonne. Genau so stellte ich mir Berlin vor. „Ham wa nich“ sagt ein Eingeborener! Es ist trüb und sibirisch kalt. Ein Pullover täte gut. Ham wa nich.

Gegen Mittag treffe ich mich mit meinem Göttimeitli, das zurzeit auch in Berlin ist. Wir streifen durch die Stadt und schauen uns dies und das an. Die kalten Ohren treiben uns immer wieder in die Fänge der Gastronomie.

Am Abend wird es dunkel und die Wolken gehen weg. Mir ist kalt. Ich gehe heim und ich weiss nicht was schreiben.

2. April 2013

Berlin: dänkiuu Doitsche Bahn

Seit bald 125 Jahren gibt es ein Bahngleis von Giswil nach Berlin. Also will ich das mal ausprobieren und dahin fahren. Für 39 Euro habe ich mir im Internet ein Billet besorgt.
Stockdunkle Nacht und eiskalter Regen. Um acht Uhr bin ich bereits in Basel und steige in den ICE um. Gestern Abend habe ich extra noch gschwind einen Sitzplatz reserviert; Wagen 3, Platz 22. Jetzt bin ich der einzige Fahrgast im Wagen. Wir fahren nach „Böörlin“ quäckt der Lautsprecher mehrsprachig. Gut, da will ich auch hin.

Vor dem Fenster zieht viel Landschaft vorbei. Flach und neblig. Um zehn kommt die Sonne und dann Karlsruhe. Beides ist aber schnell vorbei. Neben mich setzt sich eine Lufthansa-Tante. Sie hat ein rosa Telefon und duftet nach Gummibärli. In Mannheim verlässt sie mich, dafür kommt nun wieder die Sonne. Dann kurz nach elf treffen wir auf Frankfurt. Im Abteil gegenüber ist man erstaunt darüber, dass wir rückwärts weiterfahren; das ist aber bei einem Kopfbahnhof nicht unüblich.
Um halb zwei halten wir in Göttingen. Nun haben wir plötzlich eine halbe Stunde Verspätung! Wieso - ich bin doch bloss kurz eingenickt!
Um vier Uhr bin ich am Ziel; Berlin HB. „Dänkiuu for träveling wiss doitsche Bahn“ ruft mir der Lautsprecher hinter her. Es ist arschkalt und der Wind treibt feine Schneeflocken über den Bahnhofplatz.

1. April 2013

die Lampe in der Tasche

Während meiner letzten Marokkoreise vermisste ich meine Taschenlampe. Sie war weg. Spurlos und unauffindbar. Ich war mir ganzganz sicher, sie eingepackt zu habe, aber sie blieb verschwunden! Von meiner Reisetasche verschluckt, dachte ich damals.
Gestern musste ich für meine nächste Reise packen. Die Marokko-Tasche war noch halbvoll mit ungebrauchter Wäsche und so. Und was glaubt ihr, was finde ich ganz tief unten? Ich meine, ausser sauberen Unterhosen und einer Herde Fuseln.
Genau – meine längst aufgegebene Taschenlampe. Ganz friedlich döste sie zwischen den Socken.
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29. März 2013

knallbunte Ostern

Zum ersten Mal sah ich sie vor vielen Jahren im Iran – die farbige Küken. Es gibt sie aber anscheinend in ganz Asien. Und nun schwappt die Kücken-Mode auch nach Europa über.

Die Tierschützerinnen landauf-landab sind empört - von wegen Tiere quälen; und so. Ich finde aber, warum soll man bloss ungefärbte Hühner quälen dürfen?
In diesem Sinne - frohe Ostern.

28. März 2013

mein Schöneuterpreis

Neulich fragte ein Kumpel: «Muger, du bist doch ein schlauer, grosszügiger und hübscher Kerl» – gut, hat er nicht genau so gesagt, aber ich wollte es mal erwähnen - «... wohlhabender Kerl, würdest du nicht für unser Jubiläum etwas spenden?» Auf meine Nachfrage, um was es denn gehe, erklärte er mir: Die Braunviehzuchtgenossenschaft feiere ihr 100-jähriges Bestehen und veranstalte deshalb eine Viehschau. Und sie täten sich usinnig freuen, wenn ich einen Preis spenden würde.

Symbolbild
Da konnte ich natürlich nicht Nein-sagen. Ich stiftete den „Schöneuterpreis für Erstlaktierende“; und zwar für den Gewinner.
Es ist halt einfach ein gutes Gefühl, sich für das Braunvieh zu engagieren. Und für schöne Euter beim Nachwuchs.

27. März 2013

Giswil: nicht schön hier ...

Kürzlich hatte ich Auswärtige zu Besuch. Ich zeigte ihnen mein Heimatdorf; Giswil. Und auch die Landschaft drum herum. Die Berge, Seen und Sehenswürdigkeiten. Über uns der enzianblaue Himmel und im Geäst zwitschern die Vögelein. Am Wegesrand recken die Schneeglöggli ihre Hälse. Sooo schön.
Mit stolzgeschwellter Brust sagte ich: «oooh - ist das nicht schön hier». «Ja das stimmt – ist nicht schön hier» meinte einer!
Sowas - sowas tut weh im Herzen ...
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26. März 2013

Verbrechen lohnt sich nicht mehr

Vor einigen Jahren eigentumte ich ein blaues Velo. Wenn ich auf ihm durchs Quartier ritt, fühlte ich mich wie ein König. Der Fahrtwind wirbelte durch meine Frisur und die alleinerziehenden Mütter grüssten uns mit einem lieblichen Schmunzeln. Eine Pannenserie beendete dann leider unsere gemeinsame und glückliche Zeit.

Der Versuch, mein blaues Velo zu verkaufen, misslang kläglich. Und auch geschenkt wollte es keiner haben. Also stellte ich mein blaues Velo in aller Öffentlichkeit ab - und hoffte auf einen Dieb. Nach einigen Tagen schaute ich nach. Es stand immer noch da, einzig der Sattel wurde entwendet. Selbst auf die Diebe ist kein Verlass mehr.

25. März 2013

in den Kopf gestiegen

Arona ist ein hübsches Städtchen am Lago Maggiore, in Norditalien. Auf einem Hügel am Stadtrand steht das grosse Denkmal für den heiligen Karl Borromäus; San Carlo Borromeo. Die kolossale Figur ist stolze 35 Meter - und das ist für eine Statue aus dem späten 17. Jahrhundert Weltrekord.

Die Statue ist komplett mit Kupferblech verkleidet. Im Inneren verbirgt sich eine Eisenkonstruktion, die wiederum von einer schulterhohen Granitsäule gestützt wird.

Auf der Nordseite kann ich durch eine Luke dem Borromeo unter den Rock schlüpfen und über enge Treppen und Leitern bis in den Kopf hinauf klettern. Der ist völlig hohl, was von einem Heilige nicht unbedingt erwartet hätte. Vor mir das Gesicht von innen, drei Meter hoch - seltsam. Durch die Augen und Nasenlöcher gucke ich in die Landschaft hinaus.

Wegen der Enge dürfen jeweils bloss zwei Leute gleichzeitig hinaufsteigen. Wer mag, kann sich einen Sicherungsgurt ausleihen. Aber wer den nimmt, sagt der Pförtner, kehrt sowieso nach ein paar Metern wieder um.

23. März 2013

mein Esel in der Sahara

Neulich habe ich in Marokko ja auch Felsbilder gesucht. Die Betonung liegt auf „gesucht“, denn gefunden habe ich kaum etwas. Dass die Sucherei aber auch ganz anders ausgehen kann, beweist meine Lieblings-Felszeichnung; mein Esel in Algerien.

Diese jungsteinzeitliche Gravuren fand ich in der Nähe von El Ghicha (33.9423, 2.1348) in Algerien. Sie zeigt vermutlich nicht einen Esel, sondern ein Zebra. Das vermutet man wegen der Ohrenlänge und der Streifen im Fell.
Die Felszeichnung wurden 1897 von zwei Franzosen, Reynaud de la Gardette de Favier (und das ist erst der Nachname!) und Joly, wiederentdeckt. Sie ist seither etwas in Vergessenheit geraten, vielleicht schützt sie das etwas vor dem allgegenwärtigen Vandalismus.

22. März 2013

heute keine Gummistiefel

Es regnet nicht mehr - die Wolken sind wohl grad defekt.

Von mir aus könnte der Frühling jetzt aber loslegen.

21. März 2013

Konfuzius irrt

Vom Meister Konfuzius: «Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben»

Und seine Küche wird für lange Zeit absonderlich stinken; und der Mann auch.

20. März 2013

Internet unterwegs

Ich werde immer wieder gefragt: «Wie kommt man unterwegs eigentlich ins Internet?» Gute Frage: Grundsätzlich gibt es da zwei Möglichkeiten; UMTS oder WLAN. Und es ist bei weitem nicht so kompliziert, wie es ausschaut.

UMTS ist das Handynetz. In vielen Ländern bieten die lokalen Telefongesellschaften Daten-Flatrates an, also einen zeitlich begrenzten Zugang zum Internet. In der Praxis kauft man sich dazu einen Stick mit einer Prepaid SIM-Karte (das weisse Zäpfchen auf dem Bild). Den muss man nur im Compi einstecken und man hat Internet. Zumindest überall da, wo Handyempfang ist.
Beispiel: In Marokko kostet einen Monat freien Internetzugang für etwa 25 Franken. Keine Registrierung, keine weiteren kosten; und es funktioniert. Verkauft werden diese Sticks von den Handy-Läden in der Innenstadt. Am besten nimmt man seinen Compi gleich mit in den Laden und lässt sich vom Verkäufer den Stick installieren und einstellen. Wer durch viele Länder weltreist, muss man dann halt aber in jedem Land einen neuen Stick kaufen.

Die zweite Möglichkeit ist WLAN, meist „WiFi“ genannt. Hierzu braucht man gar nichts. Man schaut sich am Compi die empfangenen WLAN an und klickt sich in ein Offenes ein. Diese erkennt man am „!“-Symbol.
Und wo findet man solche offenen Zugänge? In vielen Ländern wimmelt es förmlich von offenen WLan. Wenn nicht, so bieten zum Beispiel McDonalds, Starbucks oder ähnlichen kostenlosen Internetzugang an. Auch Tankstellen, Einkaufszentren und die Touristen-Info. Und wenn kein offenes Netzt da ist, setze ich mich auf den Hauptplatz und schaue was für Netze ich empfange. Meist sind da einige Gaststätten dabei. Und da bekommt man dann zu Kaffee auch gleich den Zugangscode. In manchen Ländern gibt es die Internetcafes. Hier kann man sich meist auch mit dem eigenen Compi einklicken.
Um meinen WLAN-Empfang zu verbessern benutze ich eine zusätzliche Antenne mit Verstärker. Damit habe ich deutlich mehr Reichweite und viel besseren Empfang.

19. März 2013

Krokusse glotzen

Neulich ging ich raus und schaute nach dem Frühling. Die Sonne leuchtete fahl und hinter dem Müllcontainer lag noch gräulicher Schnee mit Konfetti drin. Sonst war nichts los - Winterpause.

In einer Rabatte standen eine ganze Herde Krokusse. Sie glotzen mich stumm an und einer kaut eine Biene. Ist das jetzt der Frühling?

18. März 2013

der Papst ist ein Ausserirdischer

Jetzt bin ich mir sicher, der Papst ist ein Ausserirdischer! Denn überlegt doch mal: Für einen Menschen beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass er Papst ist, etwa 1:7,1 Milliarden. Das ist äusserst selten. Äusserst!

Jetzt habe ich grad neulich einen Papst im Fernsehen gesehen! Da das Vorkommen von Papst in der Erdbevölkerung aber so extrem unwahrscheinlich ist, kann das doch nur eines bedeuten: Der Papst ist kein Erdenmensch. Aber wenn nicht von der Erde, woher denn dann? Natürlich; aus Ausserirdien. Der Papst ist ein Ausserirdischer - höchst wahrscheinlich!
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17. März 2013

schrille Weiber und Reisezubehör

Zalando kenne ich bisher bloss vom Fernseher. Schrille Weiber und ein dämlich grinsender Pöstler mit Schuhkartons. Nichts für mich, wäääh ...
Zalando hat aber mittlerweile auch einen grossen Bereich für Outdoor-Klamotten und Reisezubehör im Shop.

Und derzeit können sich Kaufwillige von einem netten Info-Spiel bespassen lassen. In einer gammeligen Fischbüchse verbergen sich eine Handvoll lustiger Videos mit Fakten zum Weltreisen. Ganz witzig, irgendwie - odr so.

16. März 2013

erschröckhliche Feürsbrunst in Stans

Um zwei Uhr nachts brach im Haus des Pfarrers Franz Arnold vom Bach ein Feuer aus. Bald darauf brannten auch drei Nachbarhäuser und das Wirtshaus „bey dem Rosslein“. Die Leute versuchten alles, um den Brand einzudämmen. Aber es half nichts; das Feuer breitete sich aus. Stans brennt.

Als am 17. März 1713 der Morgen dämmerte, war Stans abgebrannt. Der Grossbrand hatte inner fünf Stunden mehr als achtzig Gebäude dahin gerafft. Zweidrittel des Dorfkerns waren zerstört.

Genau vor 300 Jahren. Übrigens: Ich habe im Bild den Ort des Brandausbruches markiert. Gleich oberhalb sieht man das abgebrannte Rathaus und rechts die Kirche. Die abgebrannten Häuser dazwischen wurde nicht mehr aufgebaut, hier befindet sich seither der Dorfplatz.

15. März 2013

300 Jahre Luftpumpe

Genau heute vor dreihundert Jahren erblickte ein gewisser „Nicolas Louis de Lacaille“ das Licht Frankreichs. Aus ihm wurde später ein weitherum bewunderter Mathematiker und Astronom.

Er entdeckte viele Sternbilder. Wobei man sagen muss, die waren schon vorher da, er hat ihnen bloss Namen gegeben. Sonderbare Namen; "Mikroskop", "Schiffskompass" und "Ofen". Mein Liebling ist das Sternbild „Luftpumpe“.
Denkt doch heute Nacht, wenn ihr in den Nachthimmel schaut, kurz an den grossen Nicolas Louis de Lacaille.
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14. März 2013

Gegenstände auf der Fahrbahn

Man hört es ja fast täglich in den Verkehrsmeldungen: «... liegen Gegenstände auf der Fahrbahn!». Bis jetzt war mir das völlig egal. Sollen die halt auf der Fahrbahn liegen. Ist mir doch Wurst. Aber heute - heute, war ich ein Direktbetroffener. Denn mir war so ein Gegenstand auf der Fahrbahn ...

Mitten auf der Strasse und ganz allein stand ein Anhänger. Ein kleiner, grauer Anhänger mit einem braunen Klavier oben drauf. Ganz einsam, ganz verloren. Traurig.

Ein richtiger Experte in solchen Sachen ist der charmante Philosoph und Feingeist Matthias Egersdörfer aus Deutschland.

13. März 2013

braungrüne Zärtling und kein Papst

Nachdem ich ja kurz weg war, habe ich nun den angestauten Zeitungsstapel durchlesen. Und was lese ich da für erschreckende Meldungen! Nichts ist mehr wie vorher.

+ der Papst hat seinen Job als "Stellvertreter Jesu Christi" gekündigt.
+ der „Braungrüne Zärtling“ ist der Pilz des Jahres.
+ viele Deutschen mögen keine Pferde.
+ die weltweit beliebteste Farbe ist bunt.

12. März 2013

kein Nichtraucherflug

Neulich plärrte die Platzanweiserin im Flugzeug: «… Damen und Herren, dies ist ein Nichtraucherflug ...».

Und woher - bitteschön – kommen dann diese Streifen am Himmel, wenn nicht von den Piloten, die bei offenem Fenster rauchen?

11. März 2013

isch bin kein Böörliner

Nach Ostern bin ich wieder für einige Tage in Berlin zu Besuch. Ich tue da Dinge. Ich habe aber noch Zeit übrig. Deshalb suche ich nach Tipps und Anregungen, was ich da so unternehmen könnte? Besondere oder skurrile Sehenswürdigkeiten, interessante Leute, odr so.

Oder vielleicht möchte jemand von euch einmal mit mir eine Wurst essen? Oder mir dabei zugucken. Oder mir etwas anderes zeigen.
Wie auch immer - ich täte mich darüber freuen.

9. März 2013

Marokko: und wie war’s?

Sooo – jetzt bin ich also wieder zuhause. Zuhause bei Frau G. und wieder im Winter. Die Post stapelt sich halbmeterhoch. Und alle fragen mich: Und - wie war’s in Marokko?
Ja - schön war es; die Reise, das Wetter und das Land. Marokko hat sich seit meinem letzten Besuch sehr positiv entwickelt. Überall wird gebaut und gewerkelt. Neue Bahnlinien, Stromleitungen, Schulhäuser und mehr. Für uns Touristen wirkt das meist nicht sehr malerische, sie machen es ja aber auch nicht für uns.

Am meisten überrascht hat mich, dass es das nervige Angequatsche nicht mehr gibt. Früher wurde man auf Schritt und Tritt von aufdringlichen Kerlen verfolgt, die einem umsverrecken etwas verkaufen wollten. Nun hat der König diese Belästigungen verboten. Und man glaubt es kaum – sie tun es nicht mehr. Jetzt kann man völlig entspannt durch den Souk schlendern oder im Strassencafé sitzen. Herrlich.

8. März 2013

internationaler Frauentag

Heute feiern wir Feministen den „internationalen Frauentag“. Neben dem Muttertag, Maria Empfängnis und dem Altweibersommer ist das wohl der wichtigste Frauentag im Jahr.

Vielen Dank allen bewegten Frauen. Ohne euch wäre die Welt um ein Vielfaches trister. Aber vielleicht auch etwas weniger kompliziert.
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7. März 2013

Marokko: Genua und die Schlussetappe

Ich bin der erste, und lange Zeit auch der einzige, Frühstücksgast im Restaurant. Der Seegang scheint manchen Passagieren gehörig auf den Magen zu schlagen. Der Wind hat inzwischen zwar etwas nachgelassen, dafür hat es jetzt tiefe Wolken. Mir aber egal; jetzt wird erst einmal gefrühstückt. Zusammen mit vierhundert leeren Stühlen und einem gähnenden Koch.

Unser Schiff namens „Fantastic“ ist auch so; sauber und intakt. Da bin ich schon mit weit mieseren Fähren gefahren. Einzig das Kantinenessen ist nicht so der Schreier. Nicht dass es schlecht wäre, nein, aber leblos und faaad.

Den Tag vertrödle ich mit Nichtstun. Oder mit schlafen. Am Nachmittag schreit es mehrsprachig aus dem Lautsprecher, dass wir etwa vier Stunden Verspätung haben und abends um zehn in Genua stranden würden.
Und genau so ist es dann auch. Um genau 22:15 sind wir aus dem Schiff raus und auf festem Boden. Und in Italien. Wegen unserer Sandreifen fürchten wir uns etwas vor den winterlichen Strassenverhältnissen. Aber vorerst sieht es ja ganz gut aus, trocken und klar. Also los; rüber die Ligurischen Berge.

Wir brummen durch die Nacht. Die Autobahn verschwindet unter dem Mowag. Doch vor uns hat es noch viel davon. Kurze Brünzlipause. Und weiter geht’s. Manchmal etwas Nebel, aber sonst gut.
Lange nach Mitternacht überqueren wir die Schweizer Grenze. Der Zöllner winkt uns durch und wendet sich angewidert ab .

In Bellinzona machen wir nochmal Rast. Alles geschlossen; also kein Kaffee. Und die Toiletten sind tiefgefroren. Raja brunzt deswegen mitten auf den Vorplatz. Ich steige in den blauen Mowag um, denn Raja fährt ab hier direkt in die Ostschweiz weiter. Wir geradeaus. Dichter Nebel. Kein Schnee. Punkt vier bin ich zuhause: Müde und glücklich.
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