28. August 2013

das Strassenflugzeug lebt

Als ich das Strassen-Flugzeug das letzte Mal sah, stand es in der Werkstatt. «Unheilbar krank», meinte der Mechaniker. Er versuche Ersatzteile aufzutreiben und dann hoffe er, rolle das Ding bald vom Hof.

So hässlich und nutzlos das Strassenflugzeug auch sein mag, es fährt hier schon seit mehr als einem Jahrzehnt herum. Unten drunter ist Mercedes-Düdo-Technik. Obenherum ein mir unbekanntes Flugzeug mit gestutzten Flügeln und einem Stummelschwanz. Vielleicht eine Twin Beech?
Aber das Wichtigste: Letzte Woche sah ich es auf der Autobahn - anscheinend lebt es!

27. August 2013

Demokratie ist Bratwurst

Die direkte Demokratie ist manchmal kompliziert. Mehrmals im Jahr werden wir Schweizer zu komplizierten Vorlagen befragt. Manchmal zur Armeeabschaffung, zu internationalen Verträgen oder Minaretten.

Im September ist es wieder soweit; und dann geht es um die Wurst.

26. August 2013

wohin Wüsten-reisen?

Als Wüstenfahrer hat man‘s heutzutage nicht leicht. In fast alle Wüstenländer sind Unruhen. Wo kann am da eigentlich noch hinfahren? Ich meine individuell und mit dem eigenen Fahrzeug...

Marokko ist ein wunderschönes Reiseland mit netten Menschen und abwechslungsreichen Landschaften. Die Anreise ist aber recht lang und es dort gibt halt nicht allzu viel Wüste. Fazit: Nix wie hin, wer weiss, wie lange es noch geht.
Tunesien ist etwas langweiliger als Marokko, dafür ist die Anreise viel kürzer, so dass sich auch eine 2-Wochen-Reise lohnt. Im Süden gibt es recht schöne Wüstengebiete. Allerdings sind die grösstenteils für Touristen gesperrt. Und auch die Grenzregion zu Algerien ist momentan unruhig/unsicher. Fazit: ja, aber!


Algerien und Libyen haben die schönsten Wüstenlandschaften. Zudem sind sie relativ nahe und gut zu erreichen. Aber beide Länder sind zurzeit für Individualtouristen nicht zu bereisen. Und seit sich die Bärtigen um die Macht streiten, ist die Lage unsicher und es kaum noch Visa. In Algerien herrscht zudem Führerpflicht, was sich dann von einer Geiselnahme kaum noch unterscheidet. Fazit: Nein; aber sehr schade.
Ägypten ist ein grandioses Reiseland, Wüste und Kultur. Zurzeit ist wegen den Unruhen freies Reisen kaum möglich; überall Sperrgebiete und Polizeikonvois. Zudem gibt es keine Autofähre meht und in allen Nachbarländern sind Unruhen, so dass man sowieso nicht mehr hinkommt. Fazit: Man kommt nicht hin.
Syrien und Jordanien sind beides schöne Reiseländer mit ganz netten Wüstengebieten. Und sie sind überland relativ gut erreichbar. Aber in Syrien ist Krieg und deswegen kommt man auch nicht nach Jordanien. Fazit: Vergiss es.
Der Iran hat alles zu bieten; grandiose Landschaften und Kulturen. Man kann sich frei bewegen und die Sicherheitslage ist sehr gut, mit Ausnahme von einigen Grenzgebieten im äussersten Osten. Die Anreise ist relativ einfach, aber enorm lang.
Saudiarabien und die Golfstaaten sind bestimmt interessante Reiseländer. Aber die Saudis geben keine Visa. Und deswegen kommt man erst gar nicht hin. Fazit: Geht nicht.
Mauretanien und Mali sind wunderschön. Aber weit weg und je nach dem unsicher. Fazit: Nix für normale Reisen.

Marokko ist also das einzige Wüstenland, dass sicher UND erreichbar ist! Ich sehne mich nach dem vorigen Jahrhundert, wo man da überall hinreisen konnte…
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25. August 2013

hinter dem Mond gibt’s Schlauch

Manche Städter meinen ja, wir hier wohnen hinter dem Mond. Kulturelle Ödnis, mal abgesehen vom jährlichen Rattenschiessen auf der Müllkippe. Dabei gibt es bei uns technische Errungenschaften, von denen die meisten Unterländer noch gar nie etwas gehört haben. Zum Beispiel der „Schlauchomat“.

Am Schlauchomat kann man rund um die Uhr Veloschläuche erwerben. Das ist ganz praktisch für Velofahrer. Und Leute, die noch dringend ein Gastgeschenk brauchen und nicht schon wieder Blumen von der Tankstelle mitbringen wollen. Odr so.

24. August 2013

Unterwasser-Fondue odr so

«Früher war alles besser», sagt der Volksmund.
Stimmt genau - grad neulich war Wochenende. Ungelogen.
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23. August 2013

Urwald-Expedition

Bei mir ganz in der Nähe gibt es einen Urwald. Baumriesen, giftgrüne Blätter und wuschliges Moos; genau wie im Amazonasbecken. Einfach ohne all die handtellergrossen Spinnen und das affigen Getier.

Der „Leihubelwald“ in Giswil ist ein Waldreservat und dient ausschliesslich der Wissenschaft. Seit hundert Jahren wird er komplett sich selber überlassen. Und alle zehn Jahre kommen die Forscher und vermessen jeden der etwa sechshundert Bäume.
Manche der Fichten und Tannen sind über vierzig Meter hoch und einen Meter dick. Andere wiederum liegen tot am Boden und vermodern. Beim wachsen und sterben zusehen; ein kleines Waldparadies.

22. August 2013

ein Frauenthema

Neulich sagte eine zu mir: „Muger, schreib doch nicht immer über Alteisen und Altstädten, schreib doch mal etwas für Frauen“.
Eine gute Idee, darum heute ein Frauenthema: Nudelsalat.

Nudelsalat ist recht einfach zuzubereiten. Man braucht eigentlich bloss weichgekochte Nudeln und etwas Kleinzeug, das grad vorhanden ist. Kleingeschnittenes Gemüse, Wursträdli, gedünstete Zwiebeln, Kräuter und so. Käse und Eier kann man auch nehmen. Alles schön vermischen und mit Salatsauce angiessen.
Salatsauce kann man auch selber machen: Öl, etwa halb soviel Essig und etwas Senf miteinander vermischen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker würzen. Ich tue wegen der Farbe meist noch eine Prise Kurkuma dazu.
Den Nudelsalat noch kurz ruhen lassen und dann servieren.
Liebe Frauen, so einfach geht Nudelsalat.

21. August 2013

Gummibeine über der Schlucht

In Sigriswil haben sie eine Brücke gebaut. Und was für eine! Eine feine Hägebrücke. Eine feingliedrige Stahlseil-Konstruktion, 340 Meter lang und hoch über die Gummischlucht.

Bis letzten Oktober betrug der Schulweg der Kinder von Aeschlen fast eine Stunde, jetzt sind es bloss noch einige Minuten. Zudem ist die Brücke ein Teil vom geplanten Brückenweg rund um den Thunersee.

Die Brücke hängt an zwei Tragseilen und wird zusätzlich über zwei Abspannseile stabilisiert. Der Brückentrog besteht aus gelochtem Stahlblech. Um die Windkräfte zu verringern, werden gegen die Brückenmitte hin die Bleche dünner und die Löcher grösser. In der Brückenmitte hat man deshalb fast einen unverstellten Rundumblick. Und da geht es immerhin 182 Meter in die Tiefe.

Beim darüber gehen federt die Brücke elegant. Und bei Seitenwind beginnt sie ganz leicht zu schwanken, schöner wie fliegen.

20. August 2013

der Dubel wollte unbedingt sterben

Am vergangenen Sonntag rollte ich mit dem Möbelwagen ganz entspannt nachhause. Die Strasse war breit und nachmittäglich leer. Einzig so ein Rennvelofahrer radelte zügig dem Strassenrand entlang. So ein hormongetränkter Hobbyrennfahrer in einem grellbunten Strampelanzug und eineme ebensolchen Putschiauto-Helm. Oberschenkeln wie mein Brustumfang, so ein Triatlon-Eisenmann.

Jedenfalls – als ich direkt neben ihm fuhr, streckte er ganz plötzlich seinen Arm raus und bog gleichzeitig links ab. Genau dahin, wo ich grad war! Zum Glück hatte ich gut zwei Meter seitlichen Abstand und konnte zudem noch einen herzhaften Schlenker machen; sonst hätte er mich gerammt. Was dann wohl eher zu seinen Ungunsten ausgegangen wäre.

Er bedankte sich bei mir mit einer wilden Schimpftirade und unmissverständlichen Gesten. So ein Dubel - dumme Sau…
Also Vorsicht wenn ihr ihn seht. Ihr erkennt den Burschen an seinen spiegeleigrossen Augen und seiner auffallend blasse Hautfarbe. Und er neigt zu einer kamikazehaften Fahrweise.

19. August 2013

Treffen im Wilden Westen

Am vergangenen Wochenende war ich im Jura; im Wilden Westen der Schweiz. In Saignelégier. Ganz alleine, denn Frau G. tat erwerbsarbeiten und konnte leider nicht mit. Ich war bei den MOWAG-Leuten eingeladen. Die vom der Marokkoreise und einige anderen.

Wir sassen unter Tannen beisammen, plauderten übers Reisen und assen Esswaren. Ich habe viel Neues erfahren; über Robben und verlassene russische Siedlungen auf Spitzbergen, über Lavendelfelder in der Provence. Und so.

Die Gegend hier um Saignelégier ist ja weltbekannt für seine Freiberger-Pferde. Die gedeihen hier auf den Jurahöhen prächtig. Was lag also näher, Pferdefleisch auf den Grill zu legen. Fohlen-Hacktätschli.

Bunter Himmel über den Jurawäldern. Herrlich schön. Vielen Dank für die Einladung – Anne und Ueli…