24. Oktober 2012

iPad mini - eine Ecke ab

Neulich hat doch diese komische amerikanische Apel-Firma vor Gericht einen Patentstreit gewonnen. Das Patent für ein "Rechteck mit abgerundeten Ecken" ist ihnen zugesprochen worden.

Aus lauter Angst, irgendwelche apelige Patente zu verletzen, habe ich meinem iPad mini Dings eine Ecke abgeschnitten. Mit der Geflügelschere geht das ganz gut. Und sieht jetzt noch schicker aus; find ich.
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23. Oktober 2012

getarnt Reisen

Wenn wir unterwegs sind übernachten meist „frei“, also nicht auf Camping- oder Stellplätzen. Damit wir belästigungsfrei ruhen können, haben wir unser Wohnfahrzeug getarnt. Das tönt jetzt spektakulär, ist es aber überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil; unser Bus schaut völlig gewöhnlich aus, uninteressant und laaangweilig.

Damit unser Sprinter noch weniger wie ein Reisemobil aussieht, haben wir vorne und hinten rotweisse Warnstreifen angebracht. Zudem waschen wir ihn nie vor der Reise, so dass ihn eine üppige Staubschicht überzieht. So getarnt sieht er aus wie einer vom Strassenunterhalt oder der Kanalreinigung.

Mit unserem „getarnten“ Fahrzeug haben wir sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Positiv ist: Wir können ihn überall abstellen, niemand interessiert sich dafür. Wir übernachten an den schönsten Plätzen, ob Flussufer oder Altstadt; immer problemlos. Wenn mal Parkgebühren anfallen, dann nicht die hohen für Wohnmobile, sondern die billigen für Lieferwagen. Und ganz witzig ist es an Baustellen und Umleitungen; da werden wir oft wie einheimische Baufahrzeuge behandelt und gleich durch gewunken.
Negativ ist aber: Wir werden von anderen Reisenden nicht als solche erkannt. Manchmal wäre es nämlich ganz nett, mit denen ein paar Worte zu wechseln. Und bei Polizei- und Zollkontrollen werden wir gerne raus gewunken, da die meinen, wir transportieren Fracht.
Insgesamt hat sich die "Tarnung" sehr gut bewährt. Wir sind damit unauffällig und sicher unterwegs. Keiner sieht uns, kein will etwas von uns. Wir werden ignoriert und in Ruhe gelassen.

22. Oktober 2012

Architektur ist gefrorene Musik

Am letzten Freitag besuchte ich die «Architektur 0.12» in der Maag Halle in Zürich. Hier werden Arbeiten von siebzig Architekturbüros präsentiert. Es sind viele spannende und anregende Projekte zu sehen. Und Architekten mit bedeutungsschwangerem Blick und schwarzen Rollkragen-Pulli.

Die Ausstellung war ganz clever gestaltet. Jeder Aussteller hat den gleichen weissen Klotz; 4x1x0,6 Meter, als Ausstellungsfläche zur Verfügung. Was er darauf oder damit macht, ist ihm überlassen.
«Wäre die Natur behaglich, hätten die Menschen die Architektur nicht erfunden» steht an einer Wand geschrieben. So kann man es auch sehen.

Ein Besuch lohnt sich, respektive hätte sich gelohnt, denn die Ausstellung dauert bloss drei Tage und ist leider schon wieder vorbei. Aber in einem Jahr gibt es vermutlich wieder eine.
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21. Oktober 2012

nutzlose Gebäude 4

Die sogenannte „Allmend-Gädeli“ stehen meist auf der freien Wiese. Da sind sie dem Wetter ausgesetzt und brauchen dauernden Unterhalt.

Manche der geschwächten Bauten überleben dann halt einen Föhnsturm nicht mehr.

20. Oktober 2012

nutzlose Gebäude 3

Manche der „Allmend-Gädeli“ wurden nicht als Scheune, sondern als Kantine benutzt. Hier konnte man am Schärmen das Znüni essen.

Heutzutage braucht niemand mehr diese Gädeli und sie verfallen. Jedes Jahr werden es weniger. Dieses hier wird aber ab und zu noch benutzt.

19. Oktober 2012

nutzlose Gebäude 2

Da das Echo gestern so überwältigend war, hier gleich noch ein „Allmend-Gädeli“.

Es leidet bereits etwas unter der Schwerkraft und ist inzwischen schon verschwunden.

18. Oktober 2012

nutzlose Gebäude

Wer bei uns übers Land geht, kommt immer wieder an so kleinen Gebäuden vorbei. Sie stehen auf der freien Weite und sind meist recht klein. Manche winzig. Das sind sogenannte „Allmend-Gädeli“.

Kleine Scheunen auf Gemeindeland. Die Wiesen können jeweils für einige Jahre gepachtet werden, dann werden sie an einen neuen Nutzer verlost. Heutzutage braucht niemand mehr diese Gädeli und sie verfallen. Jedes Jahr werden es weniger - eigentlich schade.

17. Oktober 2012

der Alltag ist wieder da

Draussen ist Herbst und der Alltag hat mich voll erwischt. Da sitze ich nun und denke wehmütig an die vergangenen Reisen. An die fremden Länder, die verhaltensoriginellen Menschen und die schönen Landschaften.

Nur gut, dass wir demnächst für einige Tage nach Berlin reisen. Mir fiele sonst die Decke auf den Kopf.

16. Oktober 2012

Osteuropa: und wie war es im wilden Osten?

Nun sind also zurück aus Osteuropa, wieder zuhause. Und nun - wie war es?
Schön war’s. Gut 4‘000 Kilometer, null Probleme und pannenfrei. Wir haben immer frei übernachtet, nie auf einem Camping- oder Stellplatz. Jetzt im Herbst waren die meisten sowieso geschlossen oder zu. Aber es gibt ja genug wunderschöne Übernachtungsplätze.

Und was haben wir gelernt:
+ Die Leute sind wie fast überall freundlich und hilfsbereit. Auch jene, die kyrillisch reden.
- Wenn man schon extra Landkarten kauft, sollte man sie auch mitnehmen.
- Die Tierwelt versteckt sich scheinbar. Jedenfalls sahen wir keine Bären, Wölfe oder Mammuts.
+ Die Grenzen sind problemlos; es sind bloss ein Pass und etwas Geduld erforderlich.
+ Der Strassenzustand ist nicht schlecht, mancherorte ist der Asphalt halt einfach etwas lückenhaft.
- Die "gute alte Zeit" ist definitiv vorbei; kaum mehr Ostprodukte. Irgendwie schade.
- Wir brauchen dringend neue Bettdecken. Bei den jetzigen kommen immer Feder-Fuseln raus.
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15. Oktober 2012

Doitschland: der letzte Tag

Ammersee. Die Morgensonne scheint und ich bin mürrisch, weil heute unser letzter Reisetag ist. Und ich erkältet bin. Seifiger Schnuder und kalter Schweiss - ein handvoll Aspirin sollen etwas Linderung bringen.

Am Ammersee hat es viele Wasservögel und Oldtimer. Den ersteren werfen wir altes Brot nach. Ich würde ja auch den blasierten Oldtimer-Fahrern altes Brot zuwerfen; aber die fressen das ja sowieso nicht.

Ja dann, fahren wir halt heim. Alles Autobahn, ein-, zweimal Baustelle, sonst ist wenig los. Hinter den Leitplanken spärliches Begleitgrün und sehr viel Umgebung.
In Memmingen machen wir Mittagsrast. Gucken an den alten Häusern hoch und trinken Kaffee. Für unterwegs kaufen wir zwei Schwarzwäldertorten-Stücke. Wie sich später zeigt, ohne Schokolade und mit zu überaus süsser Kirschenschmiere drin.
Eigentlich wollte ich noch bei "Feinkost Albrecht" Kohlsalat kaufen. Denn den gibt es im Aldi Suisse nicht. Aber als es mir wieder in den Sinn kommt, ist es schon zu spät. Bregenz, Korridorvignette für zwei Euro. Dann ein laaanger Tunnel, dann Lustenau. Dann die Schweiz.

Frau G. fährt. Ich sitze mit einem Sofakissen auf den Knien daneben, den Laptop tippsend. Geht ganz gut, jedenfalls muss nicht kotzen. Gut.
Gegen Abend sind wir daheim. Auch gut.