Ein Bergler auf Abwegen. Der Schweizer Weltenbummler, Klugscheisser und Sapperlot berichtet von weltweit und zuhause. Ein Reiseblog.
14. Mai 2011
geheimste Geheimanlage
Dieser Tage hatte ich die Gelegenheit eine bis vor kurzem geheime Militäranlage anzuschauen; "Uta", eine unterirdische Tankanlage aus den frühen 1950-er Jahren. Es war ein Einblick in eine längst vergangene Welt. Kalter Krieg und Angst vor dem Russen.
Da die Tankanlage weitgehend im Berg verborgen ist, sieht man zuerst bloss einige schlichte Gebäude am Waldrand. In diesen befindet sich aber enorm viel Technik. Ein Gewirr aus angejahrte Rohre, Pumpen, Schieber, Filter. Alles was man brauchte, um die gigantischen Tanks im Berg drinnen mit den Treibstoffen zu befüllen.
12. Mai 2011
Balkan: mein Fazit
Wir sind zurück von unserer Balkan-Rundreise; 4 Wochen, 10 Länder, 4‘100 Kilometer und null Probleme. Viele fragen uns; welches Land hat euch am besten gefallen? Keine einfache Frage, aber ich will versuchen eine Rangliste zu machen:
Ganz toll und anregend: Montenegro, Kosovo und Bosnien-Herzegowina.
Schön anzuschauen: Mazedonien, Griechenland und Kroatien.
Nett, aber etwas gewöhnlich: Slowenien und Italien.
Skurril: Albanien, da ist Absurdistan.
Weiss nicht: Serbien, da waren wir nur kurz.
Wir haben 1–mal auf dem Campingplatz und 2-mal auf einem Stellplatz übernachtet. Sonst sind wir immer frei gestanden. Das war überhaupt nie ein Problem und es gibt unzählige wunderschöne Übernachtungsplätze.
Wir hatten eine einzige Panne, gleich am ersten Tag: Vorne rechts rutschte ein Gummi vom Stabilisator. Keine grosse Sache.
Und was haben wir gelernt:
+Die Leute auf dem Balkan sind freundlich, hilfsbereit und zurückhaltend.
-Es gibt keine Delphine zu sehen, die Viecher verstecken sich unter Wasser.
-Man sollte sich erinnern, dass man seine Winterjacke doch dabei hat.
+Vier Meter Zahnseide reichen vier Wochen.
+Die Grenzen sind problemlos; nur Pass und "Grüne Versicherungskarte".
-Setz dich nicht dahin, wo oberhalb Tauben sind; die stoffwechseln dauernd.
+Ich bin stolz auf meine herzallerliebste Frau G.
.
Ganz toll und anregend: Montenegro, Kosovo und Bosnien-Herzegowina.
Schön anzuschauen: Mazedonien, Griechenland und Kroatien.
Nett, aber etwas gewöhnlich: Slowenien und Italien.
Skurril: Albanien, da ist Absurdistan.
Weiss nicht: Serbien, da waren wir nur kurz.
Wir haben 1–mal auf dem Campingplatz und 2-mal auf einem Stellplatz übernachtet. Sonst sind wir immer frei gestanden. Das war überhaupt nie ein Problem und es gibt unzählige wunderschöne Übernachtungsplätze.
Wir hatten eine einzige Panne, gleich am ersten Tag: Vorne rechts rutschte ein Gummi vom Stabilisator. Keine grosse Sache.
Und was haben wir gelernt:
+Die Leute auf dem Balkan sind freundlich, hilfsbereit und zurückhaltend.
-Es gibt keine Delphine zu sehen, die Viecher verstecken sich unter Wasser.
-Man sollte sich erinnern, dass man seine Winterjacke doch dabei hat.
+Vier Meter Zahnseide reichen vier Wochen.
+Die Grenzen sind problemlos; nur Pass und "Grüne Versicherungskarte".
-Setz dich nicht dahin, wo oberhalb Tauben sind; die stoffwechseln dauernd.
+Ich bin stolz auf meine herzallerliebste Frau G.
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11. Mai 2011
ein Vogel im Ohr
Heute Morgen kurz vor fünf war es draussen noch stockfinster. Ich war schon fertig mit schlafen und schaute mal nach dem Mond. Der war schon weg, was die Dunkelheit erklärte. Aber darum geht es jetzt nicht.
Im Geäst einer Birke hockte ein Vogel und machte seltsame Geräusche. Er zwitscherte heftig, fast etwas kurzatmig. Aber anhaltend und pausenlos. Es hörte sich interessant an, aber schön war das eigentlich nicht. Und als Singvogel würde ich ihn auch nicht bezeichnen. Für seine bescheidene Grösse, war er aber immerhin beachtenswert laut.
Ich frage mich seit dem, warum tut er das? So für sich ganz allein vor sich hin zu pfeifen. Das andere Geflügel jedenfalls schien noch zu schlafen. Und wegen mir hat er sich sicher nicht so ereifert.
Vermutlich hat er mit seinem Gepfeife die Quartierkatzen verspottet. Die schienen ihn zu beobachten. Jedenfalls waren mehrer zugegen und lauschten aufmerksam. Wer hätte gedacht, dass sich Katzen für Vogelgesänge interessiern. Das tun doch sonst bloss pensionierte Gymnasiallehrer...
Im Geäst einer Birke hockte ein Vogel und machte seltsame Geräusche. Er zwitscherte heftig, fast etwas kurzatmig. Aber anhaltend und pausenlos. Es hörte sich interessant an, aber schön war das eigentlich nicht. Und als Singvogel würde ich ihn auch nicht bezeichnen. Für seine bescheidene Grösse, war er aber immerhin beachtenswert laut.
Ich frage mich seit dem, warum tut er das? So für sich ganz allein vor sich hin zu pfeifen. Das andere Geflügel jedenfalls schien noch zu schlafen. Und wegen mir hat er sich sicher nicht so ereifert.
Vermutlich hat er mit seinem Gepfeife die Quartierkatzen verspottet. Die schienen ihn zu beobachten. Jedenfalls waren mehrer zugegen und lauschten aufmerksam. Wer hätte gedacht, dass sich Katzen für Vogelgesänge interessiern. Das tun doch sonst bloss pensionierte Gymnasiallehrer...
9. Mai 2011
Balkan: wir im Panoramabild
Als wir die Meteora Klöster anschauten, traf ich einen Kerl. Der hatte auf einer Felsnase so eine kuriose Maschinerie aufgebaut. Eine Panoramakamera sei das. Damit mache er ein hochauflösendes Panoramabild.
Nun habe ich mir sein Bild im Internet angeguckt. Und wer ist darauf zu sehen? Wir! Winzig klein, ganz oben, rechts...
Hier drauf klicken:
Panorama Meteora Klöster von Dimitris Stamoulis.
Nun habe ich mir sein Bild im Internet angeguckt. Und wer ist darauf zu sehen? Wir! Winzig klein, ganz oben, rechts...
Hier drauf klicken:
Panorama Meteora Klöster von Dimitris Stamoulis.
7. Mai 2011
Balkan: heimwärts
So – wir haben nun alle zehn Balkan-Länder besucht. Wir übernachten noch einmal in Slowenien. Dann heisst es nachhause fahren.
Auf der Autobahn quer durch Italien, es ist wie immer dichter Verkehr. Unzählige Lastwagen aus allen möglichen Ländern donnern westwärts. Wir fahren bis nach Varese. Am Lago di Varese finden wir einen recht schönen Übernachtungsplatz.
Von da ist es nicht mehr weit bis in die Schweiz. Und wie es sich für einen aufrechten Schweizer gehört, besuchen wir noch gschwind die Schokoladenfabrik in Caslano. Die haben Maschinen, da kommt unablässig Schokolade raus – fast unglaublich. Und man kann unbegrenzt Schoggi probieren. Das Eintrittsgeld habe ich jedenfalls mehrfach wieder hinein-degustiert.
Auf dem Gotthardpass erreichen wir endgültig unsere vertraute Heimat. Hier oben hat es himmelhoch Schnee und einer verkauft Cervelats vom Grill; so etwas können die nicht, die Balkanier.
Auf der Autobahn quer durch Italien, es ist wie immer dichter Verkehr. Unzählige Lastwagen aus allen möglichen Ländern donnern westwärts. Wir fahren bis nach Varese. Am Lago di Varese finden wir einen recht schönen Übernachtungsplatz.
6. Mai 2011
Balkan: in Slowenien drinnen
Ich werde von Wassertropfen getroffen. Jetzt befürchte ich, mir wachsen nun auch Tropfsteine am Kopf.
3. Mai 2011
Balkan: wir inseln durch Kroatien
Es soll regnen kommen, lesen wir in der Zeitung. Also brauchen wir einen guten Platz, um das schlechte Wetter auszusitzen. Wir fahren deswegen auf die Insel Murter. Diese liegt praktischerweise bloss einen Steinwurf vom Festland entfernt, so dass wir sie über eine Brücke erreichen können.
Als der Regen vorbei ist, besichtigten wir Zadar. Eine richtige Stadt mit einer Festung, schmalen Gassen, breiten Boulevards, ganz alten Kirchen und hippen Strassencafés. Und der Touristen-Tausendfüssler ist auch wieder unterwegs.
Nördlich von Zadar liegt die Insel Pag. Auch diese können wir über eine laaange Brücke zu erfahren. Die Insel selber ist steinig, karg und kahl. Der Hauptort, Pag, ist eher beschaulich. Einige Häuser drängeln sich um den Hafen, müde Fischerboote und nebenan eine Saline, sonst ist da nicht viel.
Wir übernachten an einem schönen Strand direkt am Meer. Ausser ein paar Möwen ist niemand da. Am anderen Morgen kommen dann noch ein paar Männer mit einem Betonmischer.
Eine Autofähre bringt uns ans andere Ufer, ans Festland. Die Berghänge sind nun wieder bewaldet und die kurvenreiche Strasse grossartig.
Hinter Senj werfen wir einen letzten Blick zurück aufs Meer und fahren über die Berge ins Innenland. Die Landschaft ist nun aufs mal frühlingsgrün. Üppige Wälder, grüne Matten und hübsche Dörfer. Fast wie im Heidi-Film.
1. Mai 2011
Balkan: noch einmal in Kroatien
„Hrvatska“ nenne die Kroaten ihr Land. Wir sind nach unserem Abstecher nach Bosnien wieder hierher zurückgekehrt. Am ersten Abend finden wir in der Cetina-Schlucht einen wunderbaren Übernachtungsplatz; im Wald, am Flussufer und gemeinsam mit zahllose Fröschen.
Weiter geht’s nach Trogir, einem schönen Städtchen auf einer kleinen Insel. Die einstigen Stadtmauern sind nur noch da und dort vorhanden, aber die Festung steht noch wie einst. Ansonsten enge Gassen und schöne Plätze. Ganz besonders sehenswert ist die Laurentius-Kathedrale im Zentrum. An dieser Kirche wurde viele hundert Jahre gebaut, deshalb sind am Turm verschiedene Baustile zu erkennen. Ganz unten Romanisch, dann Gotisch, dann venezianische Spätgotik und zuoberst Renaissance.
Es ist schönes Wetter und wir haben ja Urlaub, also fahren wir an den Strand. Blaues Wasser, blauer Himmel und bunte Blumen. Und wir haben den Strand für uns ganz alleine. Aber zum nackig machen ist es uns zu kalt, wir hocken uns bloss in die Sonne.
Auf der Strasse sehen wir immer wieder diese tiefergelegten Schlangen. Sie liegen ganz flach auf dem Asphalt und lauern wohl auf arglose Touristen – vermute ich.
Übernachten tun wir in Primoŝten, einem zauberhaften Städtchen. Auch auf einer Insel; ist wie Trogir, bloss viel kleiner.
Wir setzen uns in ein Hafen-Café und schauen den wenigen Leuten zu. Dazu essen wir Pizza und im Fernsehen an der Wand heiraten König‘s aus England. Die blaublütig, wir hautgerötet.
30. April 2011
Balkan: Delfine gucken
Ich habe Frau G. versprochen, dass wir uns Delfine angucken werden. Man weiss ja aus der griechischen Mythologie und dem Fernseh-Traumschiff, dass es in der Adria viele Delfine gibt. Also kein Problem, ich zeige ihr Delfine. Wir haben auch immer schön geguckt. Schon auf der Fähre; und immer wenn wir am Strand spazieren gingen. Aber man glaubt es kaum: Keine Delfine. Nicht ein einziger.
Jetzt muss man aber auch bedenken, diese Viecher leben ja alle unter Wasser. Da sind die natürlich schwer zu sehen. Im Fernsehen hüpfen die aber doch immer so geschmeidig über die Wellen. Und hier! Nichts. Kein Hüpfen, kein Schwänzeln, kein Flipper. Aber ich habe der Frau G. doch Delfine versprochen - und sie hat sich sooo gefreut. Was tun?
Da habe ich eine zündende Idee: Ich zeige einfach auf ein paar Fische im Hafenbecken und schreie: «Sieh da - junge Delfine! Noch ganz, ganz Kleine. Sind die nicht herzig?»
Hat aber leider nicht recht geklappt. Frau G. behauptet steif und fest, das seien einfach bloss gewöhnliche Fische und keinesfalls Delfine. Aber sie muss doch eingestehen; sie weiss nicht, wie junge, ganz junge Delfine aussehen tun.
Wer weiss, vielleicht waren es doch Delfine?
Jetzt muss man aber auch bedenken, diese Viecher leben ja alle unter Wasser. Da sind die natürlich schwer zu sehen. Im Fernsehen hüpfen die aber doch immer so geschmeidig über die Wellen. Und hier! Nichts. Kein Hüpfen, kein Schwänzeln, kein Flipper. Aber ich habe der Frau G. doch Delfine versprochen - und sie hat sich sooo gefreut. Was tun?
Da habe ich eine zündende Idee: Ich zeige einfach auf ein paar Fische im Hafenbecken und schreie: «Sieh da - junge Delfine! Noch ganz, ganz Kleine. Sind die nicht herzig?»
Hat aber leider nicht recht geklappt. Frau G. behauptet steif und fest, das seien einfach bloss gewöhnliche Fische und keinesfalls Delfine. Aber sie muss doch eingestehen; sie weiss nicht, wie junge, ganz junge Delfine aussehen tun.
Wer weiss, vielleicht waren es doch Delfine?
Balkan: wo ist Bosnien-Herzegowina
Wir lassen Dubrovnik hinter uns und fahren landeinwärts. Kurz darauf kommen wir schon an die Grenze Kroatien - Bosnien-Herzegowina. Der Grenzübertritt geht gschwind und problemlos. Gleich nach der Grenze ändert sich die Landschaft. Buschiger Wald, karstige Hügel und kaum noch Dörfer. Und wenn, dann zerbombte. Und in den Wäldern lauern immer noch Minen aus dem Krieg.
Trebinje ist ein schmuckes Städtchen an den Ufern eines Flusses. Es hat einen Marktplatz mit Strassencafés rundherum und eine kleine Altstadt mit türkischen Häusern. Sehr nett. Am Stadtrand besichtigen wir noch eine osmanische Brücke. Sie wurde vor einigen Jahren anderswo abgebrochen und hier wieder aufgebaut, jetzt steht sie etwas nutzlos im Neubaugebiet herum.
Kurz vor Mostar besuchen wir die berühmte Buna-Quelle. Der Bach kommt in einer kleinen Schlucht einfach aus einer senkrechten Felswand heraus. Praktischerweise haben die Bosnier einige Fisch-Restaurants hinzu gebaut, so dass man nun zum Quelle gucken auch gleich noch etwas essen kann.
Mostar liegt zwischen den Hügeln genüsslich am Ufer der Neretva. Berühmt wurde es wegen seiner osmanischen Bogenbrücke. Diese wurde im Krieg 1993 gesprengt und zehn Jahre später wieder rekonstruiert. Ein beeindruckendes Bauwerk. Bei der Rekonstruktion wurde die Brücke auch gleich etwas aufgehübscht, so dass sie jetzt wie eine Filmkulisse aussieht. Im Flussbett liegen immer noch Trümmer der alten Brücke.
Überall in Mostar sind noch die Kriegsruinen zu sehen. Pockennarbige Fassaden glotzen mit ihren leeren Fensterlöchern die Passanten an. Manche von Büschen bewachsen. Wobei schon auch sagen muss, vieles ist längst wieder geflickt und strahlt in altem Glanze.
Uns hat es in Mostar jedenfalls sehr beeindruckt. Wir fahren nun wieder ein Stück weiter west- und heimwärts.
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