15. April 2016

Iran: Essen gut, Navi tot

Naïn. Der Hunger treibt uns zurück nach Naïn. Im Stadtzentrum entdecken wir ein buntes Restaurant. Die dreiköpfige Besatzung spricht fliessend persisch, wir nicht. Also bestellen wir „Tschelo-Kebab“, denn das versteht hier jeder. Tschelo-Kebab ist gedämpfter iranischer Reis mit Grillfleisch und Beilagen; Salat, Joghurt, Zwiebeln, Zitronen und so.

Ausserdem ist Tschelo-Kebab die Nationalspeise der Iraner. Es gibt ihn in fast jedem Restaurant - oft auch gar nichts anderes.
Auf früheren Reisen habe ich das Zeug gehasst, wochenlang immer nur Tschelo-Kebab, nichts anderes. Und wenn ich mal kein Fleisch essen mochte, blieb davon bloss der ungesalzene Reis übrig. Das ging dann soweit, dass ich im Iran nur noch mit meinem eigenen Salzstreuer reiste.
Und heute – liebe ich Tschelo-Kebab. Und auch der Frau G. mundete es ausgesprochen gut.

Heute ist ganz plötzlich mein Navi verstorben. Erst stotterte es, dann war von der Stadt Naïn bloss noch ein Punkt mit drei Strassen zu sehen – alles andere war weg! Meine Nachforschungen ergeben, dass sie Speicherkarte mit allen Daten drauf kaputt ist.
Eine Ersatz-Specherkarte habe ich dabei und am Abend gelingt es mir trotz wackliger Internetverbindung die neue Iran-Landkarten herunterladen. Etwas Fummelei - und mein Navi läuft wieder. Ohne wäre jetzt wirklich blöd gewesen.

Zufrieden schauen wir dann noch eine Kochsendung im iranischen Fernsehen. Fünf Männer kochen für eine Frauenjury. Leider verpasse ich, wie es ausgeht, denn Frau G. schaltet zur Comedy um. Ist jetzt aber auch nicht unbedingt lustiger als die Kochsendung.
Draussen tobt ein Sturm. Die Fenster scheppern und die Landschaft ist in einen Staubnebel gehüllt. Gute Nacht, Tschadori  so nenne ich Frau G. seit sie immerzu dieses Kopftuch trägt.

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