15. Juli 2015

Skandinavien: keinen Hamburger, dafür Franzbrötchen

Hamburg. Gestern habe ich herumgefragt, was es denn in Hamburg für typische Essenwaren gäbe? Einer meinte; »ja, Hamburger! Äh - und Franzbrötchen». Also fuhren wir heute Morgen zur Bäckerei und kauften Franzbrötchen – ein feines Blätterteiggebäck mit Zimtzucker obendrauf.

Heute wollen wir Hamburg anschauen. Zum Glück ist ganz in der Nähe ein Fähranleger. Die Fähre fährt uns über die Station „Finkenwerder“ und weiter elbaufwärts bis zur Station „Museumshafen“. Es ist schon wieder brütend heiss. Zum Glück gibt es hier einige nette Gartenlokale. Wir setzen uns unter die Trauerweiden und geniessen Kaltgetränke und Ausblick auf die historischen Schiffen und den grossen Containerhafen gegenüber. Riesige Kräne angeln Container aus den Schiffsbäuchen. Immer und immer wieder.

Eine nächste Fähre bringt uns zur „Elbphilharmonie“. Einem Bau von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron; berühmt wegen dem kühn geschwungenen Dach und den ausufernden Baukosten. Nach bald zehn Baujahren scheint das Opernhaus nun doch langsam fertig zu werden. Zumindest die Baugerüste sind schon mal weg und man vervollständigt bereits an der Umgebung.

Gleich hinter der Elbphilharmonie beginnen die historische Speicherstadt und die nagelneue Hafen-City. Beide gefallen uns ausserordentlich gut. Grossartige Architektur mit schönen Details und schönen Leuten. In den Strassencafés sitzen Kunststudenten und innen.
Es ist grad Ebbe und die Kellergeschosse sind sichtbar, bei Flut steigt das Wasser dann aber um gut drei Meter. Das erklärt auch, weshalb alle Landungsbrücken schwimmen konstruiert sind und die Schiffe nicht einfach an der Hafenmauer anlegen.
Eine ältere Dame erzählt uns, dass sich in Hamburg sogar die Geburten nach Flut und Ebbe richten. Hamburger würden generell bei auflaufender Flut schlüpfen!

Wir schlendern flussabwärts bis zu den „St. Pauli Landungsbrücken“. Früher entluden hier die Schiffe Waren aus aller Welt, Tee, Tabak und so; heute nur noch Touristen aus aller Welt. Wir setzen uns in einen unscheinbaren Imbiss und futtern Krabbenbrötchen und Backfisch. Dazu ein „Mischmasch“, das ist Kola und Orangina gemischt – zuhause nennen wir das „Diesel“.

Unmittelbar neben den Landungsbrücken steht ein kreisrundes Haus, darin der Lift hinunter zum alten Elbtunnel. Der entstand um 1900 und verbindet unter der Elbe hindurch die Stadt mit den Schiffswerften gegenüber. Das war damals ganz besonders wichtig, weil es nur Fähren und keine Brücken gab – aber die Elbe regelmässig zufror. Dann kamen die zehntausend Hafenarbeiter nicht hinüber zu ihrem Arbeitsplatz. Heute ist das nicht mehr so, es gibt Brücken – und Arbeitslose.

Auf der Nachhause Fahrt beginnt es zu regnen, aber nur so viel, dass wir unser Zuhause einigermassen trocken erreichten. Der Himmel ist novembertrüb, aber es immer noch tropisch heiss. Ein Abendregen bringt dann etwas Abkühlung.
Wir übernachten noch einmal in Finkenwerder, wieder direkt an der Elbe.

Kommentare:

  1. Nun hast du die weltbekannte und von Hans Albers besungene Meile verpasst: die Reeperbahn nachts um halb eins.

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  2. um halb eins (was ja haargenau auch morgen ist) ist auf der Reeperbahn noch tote Hose. Vielleicht sind noch ein paar Übriggebliebene der letzten Nacht im Goldenen Handschuh oder bei Erna im Silbersack. Viel Spass auf Jeden

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