15. Januar 2015

wo einsame Frauen schwanger werden

Vor bald 550 Jahren marschierte ein Viehhändler aus Memmingen zu uns nach Obwalden und betätigte sich fortan als Einsiedler. Man nannte ihn Bruder Jost und er hauste unter einem Felsblock im Mösli, gleich gegenüber vom Bruder Klaus, dem Schweizer Nationalheiligen.
Da wo der Bruder Jost wohnte, baute man später eine Kapelle. Ein Teil des Felsens ragt auch heute noch in den Kirchenraum hinein.

Bis heute machen einsame Frauen, die sich nach einen Lebenspartner sehnen einen Bittgang zur Kapelle im Mösli. „Heiliger Wändel, gib mir einen Männdel“, sagt man. Gemeint ist damit das Bildnis des hl. Wendelin an der Wand über dem Stein. Im Allgemeinen ist der hl. Wendelin aber eher fürs Vieh und die Bauern zuständig, deshalb muss man annehmen, dass sich die Bitte eher an den Stein darunter richtet. Und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man daran zahlreiche Kratz- und Schabspuren. Man nimmt sich also etwas vom heilsbringenden Stein mit nachhause. Ein Brauch der bei uns noch da und dort zu beobachten ist. Vielleicht erzähl ich darüber ein andermal...

14. Januar 2015

Gen-Forscher und vegane Schweine

Wollte nur sagen - wäre ich auch so ein Gen-Forscher täte ich Schweine mit Tofu-Geschmack erfinden. Dann könnten auch wir Veganier wieder einmal ein ordentliches Schnitzel essen.
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13. Januar 2015

Marokko: klüger durch Zufall

In Marokko habe ich immer wieder diese Vierecke gesehen. An die Mauer gepinselt und nummeriert. Manchmal bloss ein paar, manchmal einige Dutzend nebeneinander. Und die gleichen Felder habe ich auch schon in Algerien und Tunesien gesehen, habe aber nie gewusst, was das sein könnte? Spielfelder der Gassenkinder oder vielleicht etwas Religiöses?

Nun habe ich zufällig die Erklärung gefunden. Es sind Markierungen für Wahlplakate. Jede Partei bekommt ein Feld zugewiesen und darf da ihr Wahlplakat aufhängen; und nur da. Nicht alles vollkleben, wie andernorts. Gar kein so unkluges Prinzip.

12. Januar 2015

Rückenschaudern im Dschungel

Neulich waren wir doch im Züri Zoo. Da entdeckte ich den Widmer, den berühmten Wanderblogger.
Ich gschwind zu ihm hin und am Ellenbogen gestupft.
 «du bist doch der Widmer» sage ich. Er schaut mich erstaunt an und schüttelt den Kopf.
 «doch doooch, ich hab dich gleich erkannt»
Der Widmer behauptet weiterhin steif und fest, nicht dieser zu sein. Zudem spracht er absichtlich Basler-Dialekt. Doch ich liess mich nicht täuschen.

Grad als ich ihm kameradschaftlich auf die Schultern klopfen wollte, zerrt ihn seine Begleiterin weg von mir. Und dann schaut sie mich mit so einem Blick an – ihr wisst schon – mit so einem kämpferisch-angewiderten Stechblick. Ich erschauderte und flüchtete mich ins tropische Grünzeug. Uahahaaa brrr...

11. Januar 2015

totlachen statt tot machen

Jetzt mal im ernsthaft: Seit dem Anschlag auf die Leute von Charlie Hebdo wird in allem Medien die Frage diskutiert – „was darf Satire?“ Das ärgert mich, denn die Frage lässt durchscheinen, dass die Satire eben nicht alles darf – und die Satiriker selber schuld sind, wenn sie deswegen ermordet werden.

Die eigentliche Frage muss lauten; darf man Satiriker ermorden?
Nein, ihr Idioten – darf man nicht. Und sowas ist auch nicht lustig.
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9. Januar 2015

Unterschied zwischen Kamelien oder Chamäleon

Immer werde ich nach dem Unterschiede zwischen Kamel und Dromedar gefragt. Dabei ist das ganz einfach: Beide haben Höcker und beide sind Kamele. Oder Kameliden, wie der Botaniker sagen tut.

Das Dromedar wohnt in Afrika und im Orient und es hat einen Höcker, das Trampeltier wohnt in Asien und hat zwei. Das Chamäleon wohnt in Afrika, Asien und Amerika - es haart nicht.
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