12. Juli 2016

nichts für Angsthasen

Noch selten habe ich einen sooo romantischen Bergsee gesehen, wie den Arnisee (n46.772, e8.643) hoch über Amsteg. Das Wasser kräuselt leicht im lauen Sommerwind und die Tannen rascheln gemütlich mit ihren Nadeln.
Die 3‘000-er haben noch Schnee und wir schlendern über die Alpwiesen und zupfen den Margeriten die Blätter aus. Sie liebt mich, sie liebt mich, sie liebt mich doch...

Zwischen dem Arnisee und dem Dorf Amsteg im Tal unten, ist eine fast 800 Meter hohe Felswand. Wir setzten uns deswegen in das enge und zitronengelbe Kabinlein und lassen uns dort hinauf seilbahnen.

Die LAA - Luftseilbahn Amsteg-Arnisee - wurde in den späten 1950-er Jahren erbaut und glänzt durch ihre robuste und äusserst simple Technik. Nichts daran ist überflüssig, oder schick.
Und vielleicht ist sie auch nichts für Ängstliche? Aber wir mögen den Flug über die schier senkrechten Felsen und Schründe hinauf und hinunter. Wenn die Talstation weit unten bloss noch ein kleiner Punkt ist. Und wenn die Kabine beim Masten schwungvoll auspendelt ‒ wunderschön.

11. Juli 2016

Bison - die Alternative zu Tofu

Sie haben die Ausmasse eines VW Golf und sind rundum mit Zottelfell bewachsen ‒ und sie sind eine nette Alternative zu Tofu: Die Bison.
Seit einigen Jahren wohnt hier in Giswil so eine Bison-Familie. Ich schaue ihnen gerne beim Fressen zu und stelle mir vor, wie sie dereinst als Wurst schmecken werden? Kräftig und urtümlich, erzählte man mir.

Und jedesmal wenn ich sie fotografieren will, laufen sie weg oder drehen sie mir ihr haariges Hinterteil zu. Ich mag sie anscheinend lieber, als sie mich.

9. Juli 2016

stummer Muger

Heute steht da nix, weil wir unterwegs sind.

... bloss ein Symbolbild - was mag es bedeuten?

8. Juli 2016

Istanbul: die toten Bahnhöfe

Kürzlich in Istanbul: Istanbul hat über 12 Millionen Einwohner und zwei grosse Fernbahnhöfe. Und beide sind mausetot. Es fährt kein einziger Zug.
Am europäischen Bahnhof Sirkeci endeten früher der legendäre Orient-Express und die anderen Fernzüge aus Paris, Budapest oder Genf.

Der Sirkeci-Bahnhof ist ein Kopfbahnhof im klassizistischen Stil des späten 19. Jahrhunderts. Seine prächtige Fassade zeigt zum Bosporus hin, doch der Eingang ist aber ums Eck herum - und alles andere als prächtig.
Der Bahnhof hat nur vier Bahnsteige, denn ursprünglich war er bloss als Zwischenlösung gedacht. Man wollte einen richtig grossen Hauptbahnhof bauen, was dann aber nie geschehen ist.

In einigen Jahren sollen hier auch wieder regelmässig Züge fahren. Doch daran glaubt eigentlich niemand mehr. Heute dient der Bahnhof jedenfalls nur noch als Abstellgleis für die Metro und für die neuen Marmaray-Züge. Einzig der Fahrkartenschalter ist geöffnet, doch Fahrgäste sind rar! Vor dem berühmten Bahnhofsrestaurant langweilt sich ein einsamer Kellner.
Gleich vor dem Sirkeci Bahnhof ist die alte Verladestelle, von wo früher die Züge mit Fähren über den Bosporus transportiert wurden. Aber auch hier ist alles geschlossen und verwahrlost.

Der Bahnhof Haydarpaşa steht drüben in Asien und direkt am Bosporus. Es ist ein prachtvoller Kopfbahnhof mit sieben Bahnsteigen. Von hier starteten einst die Züge nach Teheran, Bagdad und Damaskus. Nachdem 2009 das Dach brannte, stellte man nach und nach den Bahnverkehr ein.

Heute nutzt man den Bahnhof als Abstellplatz für ausrangierte Züge; alle vollgeschmiert und mit eingeschlagenen Fensterscheiben. Alles ist geschlossen. Ich laufe den Absperrungen entlang auf die Vorderseite. Das kleine Café ist noch da und müht sich durch den Alltag.
Hinter der Absperrwand find ich auch noch die alte Dampflock. Ein kümmerliches Überbleibsel der glanzvollen Zeiten.

7. Juli 2016

Frau G. hat einen roten Daumen

Manche Leute haben einen „grünen Daumen“, Frau G. hat einen roten. Ihr Peperoncini-Strauch auf dem Balkon trägt gleich dutzendfach Früchte. Feuerroter und rasend scharfer Chili. Oder Filfil, Pepper, Pfefferoni, Biber oder Gorria – wie andere dazu sagen.

Wir nenne sie Peperoncini und frieren sie ein. Einige tue ich sauer einlegen, aber davon berichte ich vielleicht ein andermal.

6. Juli 2016

Bulgarien: wie die Made im Speck

Vor zehn Jahren war ich letztmals in Bulgarien. Das meiste habe ich inzwischen vergessen, aber die schicken Flugzeugtreppen-Fahrzeuge auf dem Flughafen Burgas sind mir in Erinnerung geblieben. Flach und elegant wie ein – öööhm – wie komme ich jetzt auf Omelette mit Treppe.

Wir flogen damals mit der Tupolev TU-154 der „Air VIA“, die da im Hintergrund zu sehen ist. Die Tupolev war damals auch schon fast vierzig Jahre alt, aber es war ausgesprochen bequem und, weil alle drei Triebwerke am Heck waren, sehr leise. Zumindest innen, denn aussen machte es einen Höllenlärm und brandschwarzen Rauch.
Diese Tu-154, ich habe nachgeschaut, flog noch bis letztes Jahr in Russland herum. Inzwischen ist sie 48 Jahre alt und gammelt auf dem Flughafen Ufa vor sich hin.

5. Juli 2016

das Fabrikutop

Nach den Sommerferien wird die ehemalige Hürlimann Zementfabrik in Brunnen endgültig abgerissen. Wir nutzen die Kunstausstellung «Das Fabrikutop» um die Gebäude noch einmal anzuschauen.

Über die Kunst berichte ich später einmal, denn ich fand die alten Fabrikgebäude spannender. Ich mag verlassene Orte und verfallende Häuser halt fast noch etwas gerner als neue Kunst.

Die Ausstellung «Das Fabrikutop» dauert noch bis am 16. Juli und ist im alten Gesteinsmühle-Gebäude zu finden. Ein Besuch lohnt sich – aber es pressiert.

4. Juli 2016

Iran: mein Geld ist wieder da

Für unser Europcar-Mietauto im Iran mussten wir eine Kaution in bar hinterlegen: 300 Euro für allfällige Verkehrsbussen und so. Nun ist die Zeit um – und das Geld ist wieder da. Restlos und pünktlich wie versprochen.


Weil der Iran ja nach wie vor vom internationalen Bankensystem ausgeschlossen ist, könne sie den Betrag nicht direkt zu überweisen. Man benütze, wie angekündigt, eine Adresse in Kuwait. Und das hat nun tadellos geklappt.
Und nicht nur das. Zuerst erkundigte sich der Manager von Europcar Isfahan, ob wir wohlbehalten zuhause angekommen seien? Dann informierte er mich regelmässig über den Stand der Dinge. Bei der Überweisung bekam ich über jeden Schritt der Transaktion jeweils die entsprechenden Belege. Und nun zum Schluss die Anfrage, ob das Geld auch wirklich bei meiner Bank eingetroffen sei? Jedesmal verbunden mit allerlei Nettigkeiten und persönlichen Grüssen. Einen so perfekten Service habe ich noch nie erlebt. Und ich gebe es zu, auch nicht erwartet.

3. Juli 2016

die Perle in der Krone der Schöpfung

Kürzlich hat Frau G. gekocht: Bratwurscht und Röschti, mit brauner Zwiebelsauce und viel Liebe.

Ich wollte das bloss gesagt haben, falls einmal einer danach fragt.

1. Juli 2016

Revolutionär bei uns

Vor ein paar Jahren tauchte ein Foto auf, das Lenin in unserem Nachbardorf Flühli zeigen soll. Ich berichtete damals darüber. Kürzlich zweifelte jemand daran, ob das tatsählich Lenin sei? Der war nämlich eher klein und hatte wenig Haare. Manchmal tarnte er sich zwar mit einer Perücke; aber grösser machte die ihn wohl nicht. Und der Kerl auf dem Foto ist gross und haarig.
Also ging ich der Sache auf den Grund: Und siehe da – das alte Foto scheint tatsächlich nicht Lenin, sondern wohl eher Leo Trotzki zu zeigen. Siehe das Vergleichsbild von Trotzki im Jahr 1915.

Lenin und Trotzki weilten damals beide in der Schweiz. An der Konferenz von Zimmerwald (Bern) konzipierten sie die russische Revolution und die kommunistische Sowjetunion. Wie’s aussieht, hat Trotzki damals seinen Freund Lenin im Entlebuch besucht. In der Lokalgeschichte war dies bis jetzt völlig unbekannt.

Und jetzt kommt die Überraschung! Vor einigen Jahren entdeckte ich im Wald oberhalb von Flühli einen Felsen mit einem eingeritzten Gesicht. Bisher konnte ich den abgebildetetn Kerl mit dem Kinnbart nicht identifizieren, vermutete aber schon immer einen Zusammenhang mit dem russischen Internierungslagers ganz in der Nähe.

Zeigt das Steingesicht Leo Trotzki?

30. Juni 2016

Tschumplhund

Ihr kennt das doch auch: Da macht man eine kleine Feierabend-Ausfahrt mit dem Velo. Abendsonne und ein, zwei Wölkchen am Himmel.

Dann auf einmal erste Regentropfen, noch drei Kilometer Heimweg und glühende Beine.
Gschwind heim, bevor‘s seicht.

29. Juni 2016

unschlagbarer Bud Spencer Bohneneintopf

Es gibt kaum einen Film mit Bud Spencer, wo er nicht Bohneneintopf isst. Meist mit dem Holzlöffel und direkt aus der Pfanne. Und anschliessend verteilt er einige herzhafte Schläge an die umstehenden Gauner. Gerne auch mit der Bratpfanne.

Mein originales Bud Spencer Bohneneintopf-Rezept:

Die Zutaten für zwei kräftige Fresser
1 grosse Dose rote Bohnen
ordentlich Speck
1 Paprika
1 Zwiebel
2 fleischige Tomaten
viel Knoblauch
Chilli
Salz, Pfeffer, Zucker

Nun das Pferd beiseite stellen - und los geht's: Die Zubereitung: Den grob gewürfelten Speck und ebensolche Zwiebeln kräftig anbraten. Tomaten, Paprika und Knoblauch dazugeben und dünsten. Würzen mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker. Nach etwa fünf Minuten die Bohnen dazu schütten und köcheln lassen. Wie länger, wie besser und weicher. Fertig.

Mit dem Holzlöffel direkt aus der Pfanne futtern. Die böse dreinblickenden Gauner bekommen nichts - höchstens eine Tracht Prügel...

28. Juni 2016

besoffen Auto klauen

Neulich bei uns in der Zeitung: Im Nachbardorf Melchtal wurde ein Autofahrer erwischt, der auf einer Strasse mit Fahrverbot unterwegs war. Zudem war er besoffen, hatte keinen Führerschein - und das Auto war gestohlen.

Mich erstaunt bloss, dass der im Melchtal aufgefallen ist. Denn da gehört besoffen und ohne Führerschein im Fahrverbot herumfahren sozusagen zur lokalen Volkskultur.

27. Juni 2016

Istanbul: zwei Brücken - und noch eine

Kürzlich in Istanbul: Zur Zeit baut man hier die 3. Brücke über den Bosporus; und die will ich mir ansehen. Der Bosporus trennt hier in Istanbul ja nicht nur die Stadt, sondern auch Europa und Asien.
Die „Erste Bosporus-Brücke“ (n41.0453, e29.0344) wurde in den 1970-er Jahren gebaut. Es ist eine klassische Hängebrücke mit einer Spannweite von etwas über einem Kilometer. Die Brücke ist aus Stahl und die beiden Pylone über 160 Meter hoch.

Etwa fünf Kilometer weiter nördlich ist die zweite Brücke, die „Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke“ (n41.0912, e29.0620) aus den späten 1980-er Jahren. Auch sie ist eine Hängebrücke aus Stahl; mit einer Spannweite von einem Kilometer und über 200 Meter hohen Pylonen.

Nochmals 13 Kilometer weiter nördlich und fast schon am Schwarzen Meer entsteht zurzeit die dritte Bosporus-Brücke; die „Yavuz-Sultan-Selim-Brücke“ (n41.2030, e29.1119). Und diesmal wird es eine äusserst interessante Kombination aus Schrägseil- und Hängebrücke. Es wird eine kombinierte Autobahn- und Eisenbahnbrücke mit einer Spannweite 1,5 Kilometer. Die Fahrbahn und die Pylone sind aus Beton. Und diese über 320 Meter hoch, so hoch wie der Eifelturm.

Wenn die Brücke fertig ist, wird sie die weltweit längste Eisenbahnbrücke sein. Und deswegen bin ich hier herauf gefahren.

Nach so viel Brücken-schauen brauche ich zum einen Ausgleich einen Schoggi-Kuchen. Der schmeckte gut, war aber etwas pampig. Und dann ging ich heim.

24. Juni 2016

Unpässlichkeit auf der Alp

Der erste heisse Sommertag in diesem Jahr – und ich zügle mein Büro in die Alp hinauf. Und da unsere Alphütte 1‘000 Meter höher oben steht, ist es da oben naturgemäss auch etwa 8 Grad kühler als unten im Tal. Perfekt, an einem einem Tag wie heute.
Während ich ganz alleine in den Computer hineinschaue, stehen draussen ein Dutzend Kühe und glotzen mich an. Mit kühnen Schwanzschwängen wedeln sie die Fliegen weg. Toll - wenn man sowas kann.

Als ich gegen Abend wieder heimfahren will, macht mein Toyota keinen Mucks. Kein Strom. Tot, völlig tot. Und ich habe natürlich auch kein Telefon dabei. Was nun?
Ich stelle mich an den Weg und warte, bis ein Auto kommt. Zum Glück ist es ein Geländewagen mit einem kernigen Kerl am Steuer. Damit kann ich was anfangen.
Zuerst schleppen wir mein Autoli quer über die Wiese auf den festen Untergrund. Ich versuche in anzurollen. Rückwärts geht’s schon mal nichts. In der nächsten Alp unten kann ich wenden und es vorwärts versuchen. Immer noch nix.

Also darf ich ins Tal hinunter mitfahren. Eine Stunde später kommt die bestellte Pannenhilfe. Eigentlich wollte er mit seine 7,5 Tonner anrücken, aber ich empfehle ihm ein etwas kleineres Auto. Und damit kurven wir dann die zehn Kilometer den Berg hinauf.
Mein Autoli steht noch unversehrt da, wo ich es abgestellt habe. Die Fenster sperrangelweit offen und immer noch stromlos. Der Pannenhelfer spendet Elektrizität und der Motor säuselt wieder, als ob nichts gewesen wäre.

23. Juni 2016

in 1,5 Sekunden von 0 auf 100 - Weltrekord!

Gestern Nachmittag hat der Elektro-Rennwagen "Grimsel" der Hochschule Luzern und Zürich den Weltrekord geknackt: er beschleunigten in 1,513 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Und dafür brauchte der Flitzer nicht einmal 30 Meter.

Vor eineinhalb Jahren haben wir in Alpnach beim Training zugeschaut. Schon damals war das Auto irrsinnig schnell, brauchte aber noch über 0,2 Sekunden länger um von 0 auf 100 zu kommen.

Mein Solex braucht deutlich mehr als 100 Meter, um von 0 auf 30 zu kommen.

22. Juni 2016

Döner Büx, ohne viel scharf

Ach - wie habe ich mich gefreut, als ich im Migros eine „Döner Büx“ sah. Döner in der Büchse. Genial, odr.
Die Döner Büx gab es letztes Jahr schon einmal. Damals gelang es mir aber nicht, eine zu ergattern. Darum habe ich mir gleich eine gekauft und sie zuhause nach Rezept zubereitet. Also einige Minuten in den Mikrowellen, umrühren, fertig. Erst als ich die dampfende Pampe vor mir liegen sah, erkannte ich was da noch fehlt. Brot! Und Salat, und viel scharf.

Die Döner Büx sieht toll aus und der Inhalt schmeckt zwar ganz lecker, aber kaum nach Döner Kebab. Und überhaupt nicht nach Türkei oder Orient. Und das obwohl auf der Büchse ein anatolischer Koch abgebildet ist. Gut: Der sieht ein wenig aus wie Saddam! Oder ein italienischen Porno-Star aus den 70-er Jahren.

21. Juni 2016

Istanbul: Seilbahn über den Friedhof

Kürzlich in Istanbul: Ich will nichts unternehmen und fahre deshalb mit dem Fährschiff das Goldene Horn, den Haliç, hinauf. Nahe bei der Schiffs-Endstation Eyüp ist die Talstation der „Teleferik“ (n41.0498, e28.9344), der neuen Seilbahn auf den Friedhofshügel hinauf. Sie wurde 2005 gebaut und fährt in drei Minuten zur Bergstation Piyerloti (n41.0533, e28.9334) hinauf.

Der Eyüp Hügel ist, obwohl unglaublich steil und steinig, komplett mit Gräbern überbaut. Es müssen Hunderttausende sein; uralte und auch ganz frische. Hier ruhen Sultane und Gelehrte, Händler und Generäle, Mörder und ihre Opfer.

Direkt neben der Bergstation ist das Gartencafé „Piyerloti“ mit einem grandiosen Ausblick über den Haliç und Istanbul.

Bis vor einigen Jahren war hier auf dem Eyüp Hügel auch die Prostitution und der Drogenhandel zuhause. Nach einigen unschönen Zwischenfällen wurde sie vertrieben und nun sind die Ausflügler und Toten wieder unter sich.

Es ist heiss und durstig. Statt mit dem Schiff fahre ich mit dem Linienbus nachhause. Das ist zwar weniger bequem, dafür aber viel schneller. In Eminönü wuseln Menschenmassen umher, Fischbrater und Limonadenverkäufer halten ihre Waren feil. Und überall stehen Polizisten herum. Zivile mit einem Knopf im Ohr, solche mit roten Westen, solche mit gelben Westen und andere in schwarzen Kampfanzügen. Daneben gibt es noch Motorrad-Patrouillen gepanzerte Einsatzfahrzeuge. Die neuerlichen Bombenanschläge und Schiessereien zeigen Wirkung.

20. Juni 2016

anderswo ist jetzt daheim

Am Samstag war bei uns „Weltflüchtlingstag“; Musik, Tischfussball und exotisches Essen. Da wollten wir natürlich auch mitmachen. Allerdings beteiligten wir uns nur beim Essen aktiv.

Am Sarner Wochenmarkt verkauften unsere Flüchtlinge allerlei Gebackenes und Gebratenes aus ihrer alten Heimat. Tschetschenische Kartoffelküchlein, syrische Börek, irakische Kokos-Kügeln, Curry-Röllchen aus Sri Lanka, Biskuit mit Caramell-Füllung und vieles mehr.

Manchmal lugte die Sonne durch eine Wolkenlücke und wir schlenderten noch über den Flohmarkt nebenan. Ich kaufte mir ein ungelesenes Buch. Dann begann es wieder zu seichen und wir gingen heim. Isch guet gsi...

18. Juni 2016

Zipfeltrockner

Wenn ich eines umsverrecken nicht leiden kann, dann diese neumodischen Pissoirs

Danach habe ich immer eine beschlagene Brille; und einen fahlen Geschmack auf der Zunge.

17. Juni 2016

Istanbul: der weltgrösste Tulpenteppich

Kürzlich in Istanbul: Letzte Nacht habe es, erzählen sie im Fernsehen, ganz in der Nähe eine heftige Schiesserei gegeben. Sie zeigen Bilder von einem durchlöcherten Auto – und ich hab alles verschlafen. Dafür hat es heute Pommes Frites auf dem Frühstücks Buffet. Das ist jetzt wohl diese gesunde Mittelmeerküche sein, die von allen so gelobt wird!

Direkt vor der Hagia Sophia haben sie über Nacht den „weltgrössten Tulpenteppich“ aufgebaut. Jetzt am Vormittag sind noch kaum Besucher da. Nur Wachleute und Bienen.
Ja, ich meine, Tulpen sind ja ansich ganz hübsch. Aber gleich millionenfach? Ich weiss nicht - in meiner Stube wöllte ich die jedenfalls nicht haben.

Heute tue ich nichts. Liege bloss herum und schaue Fernsehen. Da gibt es nur Unmengen orientalischer und arabischer Sender. Und das ZDF mit einem lahmen Krimi. Also schaue ich halt türkischen Fussball. Ein stürmisches Spiel, alle paar Minuten fällt ein Tor. Irgendwann merke ich, dass das bloss ein Zusammenschnitt der letzten Jahre ist.

16. Juni 2016

Wäsche waschen auf der Durchfahrt

Neulich sind mir in Frankreich wieder diese neuen Selbstbedienung-Wäschereien aufgefallen. Hier kann man rund um die Uhr und das ganze Jahr seine Wäsche waschen lassen. Ganz praktisch für Leute die länger unterwegs sind und/oder im Möbelwagen wohnen.

Meistens findet man diese Automaten vor Einkaufszentren. Ganz besonders gefällt mir dabei, dass es Profi-Waschmaschinen und Trockner sind. Die schlucken ganze 16 kg Wäsche auf einmal, also auch Schlafsäcke oder die Dreiwochenwäsche von zwei Leuten. Und ein Waschgang dauert bloss eine halbe Stunde - also grad solange wie ein Einkauf. Ich finde das sehr praktisch.

15. Juni 2016

meine Fress-Expedition - Kokoreç

Was ich in Istanbul immer schon einmal probieren wollte, ist „Kokoreç“. Kokoreç sind aufgewickelte Schafdärme vom Grill. Wenn sie aussen herum schön knusprig und innen gar sind, werden sie zusammen mit Tomaten und Zwiebel kleingehackt und im Brötchen serviert; gewürzt mit „Pul Biber“ und viel Oregano.

Im rohen Zustand sehen die Kokoreç-Rollen aus wie – öööhm – lassen wir das.

Gebraten riechen sie wie Döner und überaus lecker. Aber der Schafgeschmack und der Gedanke daran, was man da kaut, ist nicht jedermanns Geschmack.

Kokoreç mag für die Liebhaber von gegrillten Schafdärmen eine Delikatesse sein, mir aber mundete es nur mässig.
Den Rest lege ich im Vorbeigehen bei einem Kleiderhändler in die Auslage. Der freut sich bestimmt über einen leckeren Happen Kokoreç?