13. April 2016

Iran: süsse Mädchen und dunkle Wolken

Jemand hat mal die persische National-Suppe „Asch Reschteh“ als „Magenvernichtungswaffe“ beschrieben. Heute Morgen stand ein ganzer Topf voll auf dem Frühstücksbuffet. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Die grüne Suppe ist sehr breiig und es schwimmen Kichererbsen und Bohnen darin – und sie schmeckt ausgesprochen gut.

Vor dem Bazar stehen einige Radfahrerinnen. Sie sind aus Kerman im Südosten Irans hierher geradelt und wir freuen uns gemeinsam über die Zielankunft.

Wir schlendern durch den Bazar. Es sind noch nicht so viele Leute da und wir geniessen die morgendliche Ruhe. Da und dort zweigen Gassen zu malerischen Innenhöfen ab. Darin blühen Blumen und es ist ganz ruhig; so ganz anders als in den geschäftigen Bazar-Gassen.
Ein Verkäufer bietet verschiedene uns völlig unbekannte Speisen feil. Wir probieren kleine käsige Kügelchen, in Sirup eingelegte Sauerkirschen und eine gummiartige Süssigkeit. Die schmeckt ganz fein, ist aber zäh – bis mir der Händler erklärt, dass ich vorher hätte die Plastikfolie entfernen sollen.

Nach ungefähr zwei Kilometer endet der Bazar am neuen Imam Ali Platz (n32.6671, e51.6842). Bei meinem letzten Isfahan-Besuch brodelte hier noch der Strassenverkehr. Nun sind die Strassen unter die Erde verlegt worden, die Altstadthäuser abgerissen und ein riesiger Platz breitet sich stattdessen aus. Wie eine Kopie des alten Meidan-e-Imam. Rundherum sind wieder diese Arkaden mit unzähligen Ladengeschäften. Hier gibt es auch zahlreiche Tschador-Händler. Die schwarzen Überwürfe gibt es nämlich in vielen Ausführungen. Von ganz simpel bis mit allerlei Glitzerkram bestickt für die modebewussten Iranerinnen. Die meisten Frauen tragen aber eher bloss ein Kopftuch oder einen einfachen Hidschab.

Direkt vom neuen Imam Ali Platz kann man nun in die Freitags-Moschee (n32.6697, e51.6852) hinein. Die Moschee besteht im Wesentlichen aus einem grossen Hof mit vier reichgeschmückten Portalen. Sie ist eine typische vier-Liwan-Moschee, wie man sie vor allem aus Zentralasien kennt. Die eigentliche Moschee ist innen eher enttäuschend schlicht ausgestattet. In der Kuppel nisten Vögel und der Boden müsste wieder mal geputzt werden.

Leider ziehen am Nachmittag wieder weisse Schleierwolken auf. Es ist heiss und die restliche Sonne blendet. Wir marschieren quer durch den Bazar zu unserem neuen Lieblings-Café. Es heisst „Cafe Narvan“ und ist ganz klein. Und eines der ganz wenigen im Bazar. Heute gibt es Eiscafe und für Frau G. einen Schoggi-Kuchen.

Auf dem Nachhauseweg wollen wir noch schauen, wo unsere Autovermietung zuhause ist, damit wir sie morgen dann auch finden. Am Tor spricht uns ein Mann an: «Ich bin Europcar und du wohl der Muger?». Er hat mich erkannt, weil ich bei der Buchung eine Kopie meines Führerscheines geschickt habe! Wir nutzen die Gelegenheit und erledigen gleich den Papierkram. Unser Auto steht zurzeit noch in Teheran, soll aber morgen früh aber hier sein – hierhin sind es ja bloss 450 Kilometer!

Am Abend essen wir wieder dasselbe im gleichen Lokal wie gestern. „Turkish Sandwich“ und Irani Bier. Das Wetter hat sich verändert, ein kräftiger Wind treibt Wolken über den Himmel. Vielleicht räumt er auf und morgen ist es wieder schön?

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Ich hätte ein Rezept: stammt von PARS TODAY
      Das iranische Nationalgericht "Asch-e Reschteh" ist ein perfekter Eintopf für die kalte Jahreszeit. Von diesem Gericht werden in Iran meist größere Mengen gekocht, denn eine Schüssel davon für die Nachbarn ist immer dabei, sonst schmeckts nicht.


      Regional gibt es Abwandlungen, aber in der Regel gehören die Hülsenfrüchte Kichererbsen, rote Bohnen und Linsen in diese "dicke Suppe".
      Die Beschaffung der notwendigen Kräuter könnte außerhalb Irans ein Problem werden, aber wer die speziellen notwenigen Kräuter nicht zur Hand hat oder sie nicht getrocknet in einem iranischen Laden kaufen kann, kann sich auch mit Petersilie, Kerbel und Spinat behelfen. Letzterer sollte auf jeden Fall dabei sein.
      Falls man eine getrocknete Kräutermischung hat, dann sollte diese zunächst in warmem Wasser eingeweicht werden.Vor dem Verwenden das Einweichwasser wegschütten und überschüssiges Wasser aus den Kräutern ausdrücken. Die Hülsenfrüchte werden am besten (über Nacht) eingeweicht und besonders die Kichererbsen und Bohnen vorgekocht.
      Die Zwiebeln werden in Streifen geschnitten und in Öl angebraten mit Gelbwurzelpulver (Kurkuma), und nach Belieben mit Pfeffer und ein wenig Salz gewürzt. Auch feingeschnittener Knoblauch kann hinzu gefügt werden.
      Vorbereitete Hülsenfrüchte und kleingeschnittene Kräuter und Spinat zunächst zusammen in einem Topf kochen, die Reschteh aschi (dicke Nudeln) hinzugeben und weiterkochen. Vorsicht! die Nudeln dürfen nicht zu weich werden. Wer diese Nudeln nicht findet beim Einkauf kann auch Nudeln selber machen (1 Ei mit etwas Wasser und Salz aufschlagen, Mehl solange zufügen bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Diesen dünn ausrollen, aufeinanderlegen und in feine Streifen schneiden = Nudeln). Gebratene und gewürzte Zwiebeln ebenfalls hinzugeben und je nach Bedarf noch Wasser und Salz. In Iran kommt zumeist auch noch Kaschk (eingedickte Molke) in diese dicke Suppe. Dieses Produkt hat für europäische Gaumen einen gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Als Ersatz kann auch saure Sahne oder Creme fraiche oder eingedickter Joghurt verwendet werden.
      Um die Verdaulichkeit dieses Eintopfs zu erhöhen, werden getrocknete Pfefferminzblätter zwischen den Händen zerrieben und ganz kurz! in gutem Öl/Butter angebraten und schnell aus der Pfanne genommen (wird sonst bitter). Ein Teil davon wird in die dicke Suppe gerührt und ein Teil davon wird ebenso wie ein Teil der gebratenen Zwiebeln zum Dekorieren verwendet.Auch gehackte Walnüsse (evtl geröstet der kurz angebraten) können zum Servieren Verwendung finden, ebenso wie Safran (fein zerrieben in etwas warmem Wasser aufgelöst).

      Zutaten:

      100 - 150 g Hülsenfrüchte, zu gleichen Teilen Kichererbsen und rote Bohnen und
      100 g Linsen
      1 kg Kräuter (frische), getrocknete entsprechend weniger
      2 Zwiebeln
      1-2 Knoblauchzehen, je nach Geschmack (können auch weggelassen werden)
      200 g Nudeln ( Reschteh-aschi)
      1 Eßl. getrocknete Pfefferminze
      Öl, Butter oder anderes Fett zum Anbraten

      Durch Fleischbrühe anstatt Wasser wird die dicke Suppe gehaltvoller.

      Die Asch-e Reschteh in eine große Schüssel oder kleine Schalen füllen und dekorieren. Die Nachbarn nicht vergessen! Nusche dschan!

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    2. ja, Nusche dschan - odr so.

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