23. Dezember 2012

Tunesien: abgestempelt und warm gebadet

aus meinem Tagebuch: Teil 14
Freitag 19. April 96. Nach dem Morgenessen bekommen wir Besuch von einem Militär-Unimog. Er kommt extra einige Kilometer querfeldein, um unsere „Legitimation“ zu kontrollieren. Dabei dachten wir gestern noch, uns würde hier zwischen den Dünen keiner sehen!

Wir bleiben bis gegen Mittag hier. Andi besteigt mit dem Töff die höchste Düne. Weiter nordwärts. Erst ist die Piste gut und schnell. Dann sind es bloss noch holprige Spuren. Fast 80 Kilometer geht es so. Barchane-Felder und Kieshügel, dann wieder weite Ebenen mit Grasbüscheln. Etwa 55 Kilometer südlich von Ksar Ghilane verlassen wir das Sperrgebiet und donnern auf der Pipelinepiste nach Norden. Gegen Abend erreichen wir da.
Leo aber nicht. In einem stinkigen Tuaregzelt finden wir dann aber seinen Rucksack, also hat er es doch hierher geschafft. Als wir unser Lager eingerichtet haben, kommt er dann auch tatsächlich angehumpelt. Er ist erstaunt, uns zu sehen, er hat uns erst am Sonntag erwartet!
Am Abend essen wir auswärts: Hier gibt es nämlich ein "Restaurant" für die Badetouristen auf „Sahara-Expedition“. Ich essen auf jeder Reise einmal hier. Nicht weil es so gut ist, sondern um mich beliebt zu machen. Man weiss ja nie, ob man später einmal auf die Leute angewiesen ist. Es gibt wie jedesmal orange Suppe und lederige Spaghetti. Im Hintergrund findet derweilen die obligate tunesische „Feuerschau“ statt. Als dann der Volkstanz beginnt, gehe ich schlafen.
In einer Woche fährt unser Schiff … 

Wegen der Weihnachtereien gibts es morgen eine besinnlichen Beitrag. Hier geht es erst am Mittwoch weiter, dann aber schon.

Kommentare:

  1. Barchane-Felder (?)

    "Ich essen auf jeder Reise einmal hier."

    Soll das so, oder Verschreiber? So reden hier Leute aus Tunesien und so....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. die Formulierung ist in der Tat etwas hölzern ;-(

      Löschen
  2. "Barchane" sind Sicheldünen. Die entstehen auf kiesigen Ebenen, wenn der Wind vorwiegend aus einer Richtung bläst. Auf der Windseite sind sie flach und fest, auf der Luvseite steil und weich und im Grundriss sichelförmig. Je nach dem aus welcher Richtung man daherkommt, sind die nett zu befahren; oder eckelhaft ...

    AntwortenLöschen
  3. Und das ging mit dem MB immer gut durch den Sand? Oder oft geschaufelt?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nicht ein einziges mal! Es raucht halt zu der Technik noch einen talentierten Fahrer :-)

      Löschen
    2. Ok, dann miete ich dich, und wir fahren durch die Sahara - sobald ich im Lotto gewonnen habe...

      Löschen
    3. ... das Beste ist: Ich fahre tatsächlich demnächst wieder einmal dahin :-) Zwar bloss nach Marokko, aber Hauptsache Wüste.

      Löschen
  4. Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, was aus Leo geworden ist. Gut wieder über ihn zu lesen.
    Aber dass die Bürokratie nicht mal zwischen Sanddünen aufhört... *staun*

    AntwortenLöschen