20. April 2012

meine Expedition – Sorgenfalten

Die Vorbereitungen zu meiner super-mega Expedition ans „Ende der Welt“ sind in vollem Gange. Mein Ziel soll Sewastopol auf der Krim sein. Dahin will ich ja schon seit vielen Jahren unbedingt mal. An der Promenade entlang fahren, dann eine Grillwurst essen und den Schiffen nachgucken. Wer möchte das nicht?
Jetzt habe ich mir mal angeschaut, wie man dort hin kommt? Auf meinem Globus sind es bloss fünf Zentimeter. Aber in Wirklichkeit, man glaubt es kaum, mehr als dreitausend Kilometer. Mit einem Töffli! Gopferdeckel - das sind mindestens 120 Stunden Fahrt! Und nachhause noch einmal so viele. Ich bin ja von athletischem Körperbau und ein zäher Hund; aber das geht nicht. Ich befürchte entstellende Schwielen am Heck.

Dazu kommen noch unerwartete Probleme mit dem Triebwerk meines künftigen Expeditionsgefährts. Statt einem kraftvollen Röhren bleibt der Motor überwiegend stumm. Bloss so ein rasselndes Gestöhne; wie man es von sterbenden Filmhelden kennt.
Vielleicht sollte ich mit meinem Töffli vorerst gscheiter nach Lourdes fahren und auf ein Wunder hoffen. Wie all die Blinden und Lahmen...

Es sind ja noch einige weitere kleine Unpässlichkeiten vorhanden: Kupplung kaputt, Bremsen bremsen nicht, Reifen platt, umfangreiche Hässlichkeit usw. Darum überlege ich mir nun, den Gaul sterben zu lassen. Und wenn ich’s mir recht überlege, wäre es ja sowieso klüger, das Expeditionsfahrzeug etwas näher am Ziel zu erwerben. Das würde mir die laaange und peinliche Fahrt durch meine engere Heimat ersparen.
Also: ich suche ein Mofa, Moped, Moperl oder eine Schwalbe in Orient-Deutschland. Hätte jemand von euch zufällig so etwas abzugeben? Bei mir wäre es in guten Händen: Artgerechte Haltung und genügend Auslauf.
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19. April 2012

Augen schaudern - dramatisch

Neulich war ich auswärts speisen. Erwartungsvoll drückten meine Gedärm und ich musste stoffwechseln. Dringlich. Der Gastwirt schickte mich in ein finsteres Kämmerlein im Keller.

Während ich auf dem Keramik hockte, gewöhnten sich meine Augen langsam an das Dämmerlicht.
«Bwuääääh – ich bin umzingelt» schrie ich. Amöbenartige Tupfen besiedelten die Wände und glotzten mich schamlos an. Und wegschauen geht nicht; die sind überall! Ich kneiffe fest die Augen zu und flüchte ohne Hände waschen.
Manchmal beneide ich die Blinden.
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18. April 2012

Flieger in Not

Es war Donnerstag und über den Himmel zogen Wolken; am 24. Mai 1934. Und auf dem Stanserhorn prallte ein Flugzeug in den Berg.

Jedes Mal besuche ich den kleinen Gedenkstein unterhalb vom Gipfel: «Hier fanden den Fliegertod - Heinrich Vogt von Arbon – Rudolf Scheller von Richterswil». Was war damals wohl geschehen? Jetzt habe ich mich mal schlau gemacht:
Die beiden starteten auf dem Militärflugplatz Dübendorf zu einem Alpenrundflug. Leutnant Scheller war der Pilot der „Häfeli DH-5 MV“, einem damals schon etwas angejahrten Trainingsflugzeug. Sie kreisten einige mal über dem Gipfel und dann prallten sie im Sturzflug in die Bergflanke. Der Pilot war sofort tot. Sein Passagier, Heinrich Vogt-Wüthrich, überlebte zunächst. Er starb aber kurze Zeit später an seinen schweren Kopfverletzungen.
Die Absturzursache ist ungeklärt. Vielleicht nahm ihnen eine Nebelschwade kurz die Sicht, oder der Pilot versuchte eine Notlandung? Wie auch immer - Flieger tot.

17. April 2012

Swiss Travel Festival

Vom 27. bis 29. April findet in Meierskappel wieder das Swiss Travel Festival statt. Drei Tage lang dreht sich alles ums Reisen, ferne Länder und Plagieren.

Ach so! Wir sind auch da. Man erkennt mich an meinem hellgelben Hosenanzug, den ich eventuell anhabe. Und man kann mit mir reden - wer das möchte. Und mit Frau G. auch...

16. April 2012

Kinderkiste in Monthey

Wie ein riesengrosses Spielzeug liegt es in einem kleinen Park neben dem Bahnhof Monthey. „La Tonkinelle“ - der Kindergarten für 180 Kinder.

Das zweigeschossige Gebäude schlängelt sich übers Gelände und um die alten Bäume.

„La Tonkinelle“ wurde von Bonnard Woeffray Architectes in Monthey geplant. Das Architekturbüro ist bekannt für seine interessanten und klugen Bauten.

Also unbedingt mal anschauen gehen. Aber Vorsicht: Die Kindergärtnerinnen nerven sich ab der zahlreichen Architektur-Gucker.

15. April 2012

am Sonntag

Ich schreib's nun schon zum x-tenmal: Heute ist Sonntag und da tu ich nichts.

...gar nix.
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14. April 2012

bäuerlicher Nebenerwerb - wäääh

Die Landwirtschaft ist seit den 1980-er Jahren in einem umfassenden Strukturwandel begriffen. Die Erzeugerpreise sinke, während die Anforderungen stetig steigen. Händeringend sucht die Branche nach Auswegen.
Gestern las ich nun dieses zauberhafte Inserat: «Bäuerin, XXL-Busen, putzt ohne Höschen deine Wohnung» (Zusammenfassung).

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das künftig wird, wenn sich dieser bäuerliche Nebenerwerb durchsetzt. Hagere Bergbauern mit schlaffen - öhhhm – ich will nicht dran denken.

13. April 2012

taubstummer Hamster

Neulich ist mir ein Hamster zugelaufen. Er ist kurzhaarig und getigert, die Pfötchen und das Schnäuzchen sind fast weiss. Für einen Hamster hat er einen auffallend lagen Schwanz; ich vermuten drum, es ist ein junges Männchen.

Der Hamster ist sehr verschmust. Beim Kuscheln beisst er gelegentlich um sich, die Wunden verheilen aber gut.
Er ist nicht stubenrein und nicht dressiert. Ich haben alle erdenklichen Kommandos ausprobiert, er reagiert überhaupt nicht. Vielleicht ist das arme Tierli taubstumm?

Wer sachdienliche Hinweise hat, soll sich doch bitte melden.

12. April 2012

der letzte Hund im Weltall

Genau vor 51 Jahren, am 12. April 1961, kletterte Juri Gagarin in Kasachstan in die Spitze einer Rakete. Kurz nach sechs am Morgen schoss man ihn damit in den Himmel. Und einmal rund um die Weltkugel. Kurz vor acht plumpste er nördlich vom einstigen Stalingrad auf ein Feld. Juri Gagarin war der erste Mensch im Weltall. Vor ihm waren da oben bloss ein paar Hunde unterwegs.

Später soll Gagarin mal gesagt haben: «Ich war nicht der erste Mensch, ich war der letzte Hund im All»
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11. April 2012

der Untergang

«Trag immer saubere Unterhosen» sagte meine Mutter früher, «sonst nimmt dich der Krankenwagen nicht mit, wenn du mal verunfallst!» Und wie recht sie damals hatte, erlebte ich grad kürzlich.

Ich war etwas in Eile, ein ganz wichtiger Termin. Noch kurz die Schuppen vom Hemd wedeln und einmal mit den eingespeichelten Fingern durch Haar. Und die Schuhe ordentlich binden; guten Eindruck schinden. Ich bückte mich - und da traf mich das Unheil. Aus heiterem Himmel. Ein schabendes Getöse und ein eiskalter Luftzug kündeten vom Unglück. Ein langer Schranz auf der Steuerbordseite.

Genau wie damals bei der Titanic…
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