10. Dezember 2015

Ligurien: in schwarze Löcher gucken

Als ich neulich auf dem Righi war, habe ich da oben nicht nur die Aussicht genossen, sondern mir auch das dortige Observatorium angeschaut. Die Tür zur Sternwarte stand weit offen, also ging ich hinein. Und die Treppe hinauf. Die Frau Astronomin guckte etwas erstaunt aus ihrem Fernrohr - eigentlich habe sie ihren Freund erwartet, nicht mich. Ausserdem sei die Anlage nur für Forscher zugänglich.

Da ich aber schon mal hier bin, darf ich mir das Teleskop und die anderen Gerätschaften anschauen. Leider sieht man im Fernrohr lauter schwarz, im Weltall scheint es noch Nacht zu sein...

Eine ganz andere Messeinrichtung lockt mich in den Hafen. Gleich hinter dem Aquarium steht ein unscheinbarer Glaskasten voller Elektronik und einem Schwarzen Loch im Boden. Das ist der „Pegel Genova“. Der Pegel misst für halb Italien - und die ganze Schweiz – den Wasserstand des Mittelmeeres. Nicht dass das Meer unbemerkt leerläuft...

Nach soviel Wissenschaft widme ich wieder meinen eigenen Forschungen - der schier grenzenlosen Welt der Wurstbrote.

Kommentare:

  1. Das heisst, wenn durch die Erwärmung der Erdatmosphäre die Meeresspiegel ansteigen, werden unsere Berge (z.B der oder das Rigi) kleiner und müssen neu beschriftet werden?

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    1. NEIN – das Land schwimmt doch auf dem Meer. Das weiss nun jeder!

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    2. Hallo Muger,
      das Land schwimmt auf dem Meer. Das stimmt. Aber die Berge sind fest auf dem Meeresgrund verankert. Es kann also sein, dass der Mont Blanc in den kommenden Jahren bei steigendem Meeresspiegel immer kleiner wird.

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  2. Hast Du eine Ahnung, was der "Cacciatore"-Verein, der das Teleskop betreibt, eigentlich nun sein will? Erst dachte ich, das sei ein Schützenverein, als ich dann das Teleskop sah, dachte ich: OK, die jagen nur Sterne. Auf dem Rückweg den Berg runter kam mir dann der Verdacht, dass die auch den Tennispatz betreiben. Also eher sind die Cacciatores vielleicht eher ein Zusammenschluss von Freizeitaktivitäten in der Nachbarschaft? Weißt Du da was genaueres?

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    1. Ich wusste ja vorher nicht einmal, dass es auf dem Righi ein Observatorium gibt. Da der Schlitz offenstand ging ich rein.
      Die Sternenfrau wartete auf eine Schulklasse, mehr gaben unsere Fremdsprachenkenntnisse leider nicht her.

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  3. Für die Schweiz ist nicht Genua massgebend sondern Marseille. Interner Referenzpunkt ist der Pierre du Niton (Neptunstein), ein Felsen im Hafen von Genf mit 373,6 m. Uebrigens haben wir Eidgenossen uns 1902 um 3,6 m verkleinert! Damals wurde exakt nachgemessen bis in die Deltas von Rhein, Rhone, Inn und Adria..
    Der Bauingenieur der Hochrheinbrücke stolperte 2004 über die Differenz von 27 cm zwischen dem Pegel von Marseille und dem in Deutschland verwendeten Amsterdamer Pegel

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    1. Ja aber - beim Pegel geht es längst nicht mehr um die Höhenvermessung, sondern nur noch um den Meeresspiegel.

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    2. Die Brücke mit dem 54 cm Absatz war damals in Laufenburg ein beliebtes Fasnachtssujet... Unterdessen eheisst sie im Volksmund aber "ALDILIDLBRÜCKE". Völlig unerklärlich.Zumindest auf der Schweizer Seite.

      CRyw

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