1. April 2015

Marokko: ohne Hosen im Regenland

Seit gestern Abend werde ich von einer Erkältung geplagt. Heisse Stirn, kalte Füsse und eine saftende Schnudernase. Deshalb bleibe ich heute Morgen liegen, während Frau G. ganz allein zur Speicherburg hinauf wandert. Es ist stark bewölkt und kaum 10°C, als sie losmarschiert.
Später nutze ich die Wartezeit und wasche meine Hosen. Als ich eine neue Hose anziehen will, haben die alle kurze Beine. Ich habe doch tatsächlich nur ein einziges paar lange Hosen mit – und die hängen jetzt nass an der Leine!
Nach etwa eineinhalb Stunden kommt Frau G. zurück und nötigt mich, bis meine Hosen trocken sind, ihre Trainerhosen zu tragen. Also den ganzen Tag!

Inzwischen hat es begonnen zu regnen. Eigentlich wollten wir dem schlechten Wetter ausweichen, doch es regnet überall. So beschliessen wir heute weiter zu fahren. Wenn sich dann in zwei drei Tagen das Wetter bessert, sind wir wenigstens schon da.

Frau G. fährt. Ich sitze daneben und kritisiere ihre Fahrweise. Sie fährt immer so nahe am ausgefransten Strassenrand und weicht jedem Entgegenkommenden bereitwillig aus.
«Wie ein Hosenscheisser, der immer der Hauswand entlang geht und glaubt, keiner rieche ihn» sage ich. «Dann fahr du doch!» war ihre nicht sehr subtile Reaktion! Seit sie diese Ausbildung „Personalführung und Kommunikation“ macht, ist sie irgendwie aufmüpfig.

Wir fahren auf einer kleinen Nebenstrasse durch die Hügel. Nebel, Regen, manchmal beides. Kaum Dörfer, aber überall blühende Blumen.

Dann kommen wir nach Tafraoute, dem Städtchen bei den blauen Steinen. Wir finden einen ruhigen Platz im Zentrum, wo wir übernachten wollen. Rundherum gibt es zwar einige Campingplätze, aber die sind voller französischer Wohnmobile und viel zu weit vom Stadleben.

Als der Nieselregen nachlässt schlendern wir durch die Gassen. Ich will Hosen kaufen, sagt Frau G. Sie haben meine Grösse aber nicht vorrätig und bis morgen sind meine alten sowieso wieder trocken. Also kaufe ich stattdessen diese fettgebacken Teigkringel; sechs Stück für fünf Dirham. Heiss und knusprig schmecken die wie – öööhm - guuut.

Kommentare:

  1. Hey Muger und Frau G. Gute Besserung, guter Fahrstil, gutes Wetter, gute Moroccon Donuts und zum Znacht ... ein gutes Tajine umweht vom guten Geschmack der Holzkohle... wünschen wir Euch! ... und natürlich trockene Hosen :-)

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    1. vielen Dank - wir geben uns Mühe, doch versprechen können wir nix. Zumindest das Wetter tut was es will. ;-)

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  2. Fettgebackene Teigkringel liebe ich über alles. Kannst Du mir so fünf bis sechs vielleicht übers Internet rüberschieben? Im Zeitalter der Mondflüge und Weltraumexkursionen dürfte das doch möglich sein. Die Dirham überweise ich dann postwendend auf Dein Konto.

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    1. Ich habe heute beim Kringel essen an dich gedacht ;-)

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