9. Februar 2015

Andalusien: Olé - mach den Stier tot

Irgendwo habe ich gelesen, Ronda sei die schönste Stadt weitherum. Also nix wie hin und anschauen. Schöne Gassen mit kreuz und quer abgestellten Autos, prächtige Kirchtürme und maurische Häuser. Und mitten im Stadtzentrum steht eine kreisrunde Stierkampfarena.

Schon vor dem Eingang steht ein mannshoher Stier, einer aus Metall. Drinnen aber leider kein einziger, bloss gähnende Leere und rundherum eine Tribüne. Irgendwie schade, ich hätte gerne mal so einen Stierkampf angeschaut.

In einem kleinen Museum unter der Tribüne zeigen sie Trophäen, Stierkämpfer-Trachten und ausgestopfte Stierköpfe. Alte Plakate und Bilder von stolzen Stierkämpfern, eitel wie Gockel und mit einem irre erhabenen Blick.
Die Pferdestallungen nebenan sind leider grad im Umbau und für uns zu.

Einige Schritte weiter überspannt die weltberühmte Brücke einen kleinen Bach. Der plätschert gut hundert Meter weiter unten zufrieden dahin. Wir lehnen uns wie die japanischen Touristen übers Geländer und machen die genaugleichen Fotos wie sie. Schön hier.

Ennet der Brücke ist die Altstadt. Enge Gassen und wunderschöne Plätze. Die Palmen wedeln am himmelblauen Himmel und die Leute machen Siesta.

Sonnenuntergang ist gegen halb sieben am Abend, nicht schlecht für einen Winter. Wir fahren mitten in die Altstadt hinein und finden einen netten Übernachtungsplatz in einem ruhigen Hinterhof.
Dann noch ein kleiner Abendspaziergang durch die nun wieder geschäftige Stadt. Frau G. kauft ein paar grandiose blaue Schuhe und eine Handy-Batterie. Ich eine Teigtasche mit irgendwas drin, was sich später als Käse-Tomaten-Oregano-Matsch herausstellt. Und ein Schinken-Käse-Brot mit Schinken und - öööhm - lassen wir das. Odr so.

Kommentare:

  1. Mehr als Torero gegen Stier würde ich mir einen Kampf Torero gegen Torero wünschen. Dann wären die Chancen auf jeden Fall für beide gleich.

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    1. Ja – ich finde Kerle in knallengen rosa Glitzerhosen und Rüschenhemden auch toll. Und wenn sie noch miteinander ringen täte ... uuuha :-)

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  2. An der Brücke saß ich auch mal mit einer Freundin, war schön. In der Zwischenzeit bekam unser Auto einen Strafzettel, weil der Parkschein, den ich gekauft hatte, von einem Betrüger war, der sich als Parkwächter ausgegeben hatte, und ich war drauf reingefallen. Meine Freundin schimpfte mich aus, das hätte sie dem sofort angesehen und so, ich fand, ich hatte einem armen Mann was gespendet ...

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  3. "Ennet der Brücke ist die Altstadt."
    "Ennet" ein Wort aus früher Kindheit. Inzwischen hats die Sprach-Nivellierung bei uns gefressen.
    Nur noch Relikte. Bei Mengen an der Donau gibt es einen Ort Namens Ennetach. Jenseits der Ach.

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    1. "ennet" ist bei mir täglich im Gebrauch. So wie "nidsi" und "obsi" und so ...

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    2. Schön wenn diese alten Worte weitergepflegt werden.
      Ich bin der Ähne meines Enkels, und ich habe den Begriff tatsächlic allerorten durchgesetzt.

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