29. Mai 2014

Weissrussland: Externer Nasenbohrer in Litauen

Vilnius: Als ich um viertel nach fünf aus dem Fenster schaue, quält sich grad die Sonne über die Hügel. Hübsch bunt, aber wozu, um die Zeit schaut doch eh keiner hin.

Ich liege noch etwas herum und warte aufs Morgenessen. Denn heute will ich eine kulinarische Schneise quer durchs jungfräuliche Frühstücks-Buffet schlagen. Aber wir sind zu spät, einige Koreaner und Franzosen sind schon drüber.

Um neun Uhr schlendern wir zum Busbahnhof hinüber. Auf einem Plakat bohrt einer einem anderen in dessen Nase; wer's mag! Wir sitzen herum und warten auf den Flughafenbus. Dann kommt er und wir fahren mit.

Am Flughafen ist es sehr ruhig, kaum Leute da. Irgendwann können wir einsteigen. Wieder dieser Propeller-Flieger. Die Mixer heulen auf und schon eine halbe Stunde später landen wir in Riga. Hier müssen wir einige Stunden auf den Weiterflug warten.
Am Nebentisch sitzt eine russische Reiseleiterin. Wir plaudern übers Reisen, Russland und den Konflikt in der Ukraine. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Um 16:10 geht’s  weiter. Unsere Boeing 737 ist halbleer. Während sich die Leute in der vorderen Hälfte dichtgedrängt ii ihr Gestühl klemmen, ist es bei uns hinten komplett leer. Frau G. und ich beanspruchen je drei Sitzplätze. Unter uns verschwindet Lettland im Dunst.

Um halb sechs landen wir fahrplanmässig in Zürich. Eine Viertelstunde später fährt bereits unser Zug mit uns nachhause.
Ich mache mir immer noch Gedanken wegen heute Morgen: Weshalb bohrt der Mann in der fremden Nasen - rätselhaftes Baltikum.

Kommentare:

  1. Was meint sie denn zum Konflikt in der Ukraine? Mein Zahnarzt hat mir gestern auch ungefragt seine Meinung gesagt.

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  2. Sie findet den Anschluss der Krim OK, nicht aber die undemokratische Vorgehensweise. Und sie hält die derzeitigen Machthaber der Ukraine für - ööööhm - Idioten....

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  3. Die deutschen Nazis haben Kontakte zu russischen Gesinnungsgenossen , die sogar der Regierung angehören, das sagt wohl viel über den erbitterten Widerstand der Separatisten.... Gruß th

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    1. Neo-Nazis sympathisieren aber auch mit der derzeitigen ukrainischen "Regierung" - und die mit diesen!

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  4. Der Nasenbohrer war eine praktische Hilfe, der Standsoldat durfte sich ja nicht bewegen... oder einfach ein Witzbold, der die Situation ausnutzte (?)

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  5. Und ich frage mich, warum manche meiner Kommentare hier im Nirgendwo verschwinden und manche erscheinen. Und jetzt bin ich, wie inner, gesoannt, was mit diesem hier passiert

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