30. April 2014

Frankreich: haut ab - hier gibt’s nichts zu sehen!

Der Wind treibt blaue Wolkenlöcher über den Himmel und niesst auf unser Dachfenster. Es ist kalt und ich hungrig. Eine warme Dusche und ein Kaffee ändern daran nichts Grundsätzliches.
Wir verlassen Genf und fahren gegen Süden. Schauen uns noch gschwind den Pont de la Caille an. Als 1838 die Hängebrücke erbaut wurde, war sie mit ihren 150 Meter die höchste weltweit.

Autobahn, graue Wolken und gelbe Rapsfelder. Dann brummen wir erst über die Landstrasse, dann über immer schmäler werdenden Waldweg. Wir suchen eine geheimnisvolle Anlage. Kein Schild weist den Weg und auf der Karte ist sie auch nicht eingezeichnet: den „Port Revel“.

Auf diesem abgelegenen Teich mitten im Wald werden Hochsee-Kapitäne ausgebildet. Sie fahren in Modellschiffen umher. Zahlreiche Hafenanlagen und Leuchtfeuer sind nachgebildet; Manhattan, den Suezkanal und viele internationale Häfen im Massstab 1:25. Dazu gibt es noch Wellenmaschinen und Windgebläse um das miese Wetter nachzubilden.

Bildquelle: Tageszeitung//www.etools.ch
Wir schlendern die letzten Meter gaaanz unauffällig zum „Port Revel“. Kaum da, kommt auch schon ein Mann und erklärt uns – ich fasse es mal zusammen – „verboten, haut ab!“ Wir schlendern einen Umwegbogen und erreichen dann doch noch die grünen Hangars mit den Modellschiffen. Noch bevor ich Fotos machen kann, kommt auch schon wieder der Mann von vorhin angeschossen. Irgendwas scheint ihn zu erzürnen. Er spricht einige energische und auch etwas unfeine Worte. Ja dann - wir wollten ja sowieso grad gehen...

Da unser Besuch bei den Schiffen etwas gar kurz ausfiel, machen wir einen faulen Nachmittag. An einem malerischen Teich ganz in der Nähe finden wir einen schönen Platz. Am Ufer wimmelt es von Kaulquappen und im Schilf hocken einige Fischer und ruten Fische. Manchmal kommt etwas Sonne durch, aber meist ist es bloss trübkalt.

29. April 2014

Genfersee: wo das Internet erfunden wurde

Das Cern ist dieses grosse Forschungszentrum in Genf, wo Physiker so Atomdings aufeinander schiessen und schauen was dabei heraus kommt. Keine schwarze Löcher und auch sonst nichts Greifbares. Dazu haben sie hinter dem Genfer Flughafen einen 27 Kilometer langen kreisrunden Tunnel gegraben und gigantische Sensoren installiert. Das ganze in 50 bis 100 Meter Tiefe, wohl damit keine der Atomdings abhauen können.

Genau hier unter mir prallen die Atomer mit unvorstellbar hoher Geschwindigkeit aufeinander. Dabei zerplatzen sie und die Cern-Leute versuchen die Spritzer zu vermessen. Und wenn sie einen finden, sind wir alle etwas klüger.

Vor Ort sieht man von der gigantischen Anlage nichts. Viele Laborgebäude – und eine grosse Holzkugel. Diese ist ein alter Bekannter von mir. Das ersten mal sah ich sie als genialen Schweizer Pavillon an der Expo 2000 in Hannover. Anschliessend wurde das Holz zum „Palais de l’Equilibre“ an der Expo 02 in Neuenburg umgearbeitet. Und nun steht die Kugel hier als „Globe of Science and Innovation“ und dient als Besucherzentrum.

In diesem einfältigen - oder sagen wir schmucklosen - Bürogebäude erfand der Brite Tim Berners-Lee im März 1989 das Internet. So ganz für sich alleine machte das Internet allerdings wenig Spass und so verbreitete er seine Erfindung weltweit. Es wurde ein grosser Erfolg und wird bis heute gerne benutzt. Seine damalige Webadresse „http://info.cern.ch“ ist die erste überhaupt - und läuft immer. Und wir reisen nun wieder nach Frankreich.

28. April 2014

Genfersee: das Kilometer-Haus

In einem Genfer Vorort steht das vermutlich längste Wohnhaus Europas. Der zickzack Wohnblock ist einen ganzen Kilometer lang und 15 Stockwerke hoch. Am südlichen Ende türmen sich zudem noch zwei 30-stöckige Hochhäuser auf. Schandfleck oder Kulturerbe? Wie wollen ihn anschauen.

Die Cité du Lignon wurde zwischen 1962 und 71 erbaut; im Kampf gegen die Wohnungsnot. Sie hat 2‘700 Wohnungen und wurde damals für 10‘500 Bewohner geplant. Also eine ganze Stadt in einem einzigen Haus.

Im Innenhof gibt es ein Einkaufszentrum, einige Restaurants, zwei Kirchen, ein Theater und eine nette Parkanlage. Alles im etwas einfältigen Baustil der 60-er Jahre.

Seit einigen Jahren steht das Haus unter Denkmalschutz. Und es ist in einen überraschend guten Zustand. Also: Interessant anzuschauen, aber da wohnen möchte ich glaub lieber nicht. Mir reicht schon weniger als ein Kilometer zum Wohnen.

26. April 2014

Genfersee: Schaf im Wolfspelz

Letztmalig sah ich diese Limonade vor zehn Jahren bei uns am Bahnhof. Und es gibt sie anscheinend immer noch: Swiss Cannabis Ice Tea.

Bläterliwasser mit Brennesselgeschmack - wohl eher was für die pickligen Pubertiere.

25. April 2014

Genfersee: da hat einer die Sisi ermordet

In der Nacht haben sich Wolken angeschlichen. Alles trüb und grau. Unweit liegt St. Gingolph. Mitten im Dorf ist die Schweiz zu Ende, die andere Hälfte von St. Gingolph liegt schon in Frankreich. Auch die Bahn ist hier zu Ende, drüben in Frankreich ist bloss noch das Gestrüpp unterwegs.

Wir brummen genussvoll dem Genfersee entlang. Zuerst ist nicht viel, dann kommen wir nach Évian. Mondäne Villen und ein nobles Casino. Und hier füllen sie das bekannte Evian in die Wasserflaschen. Es beginnt zu regnen – wir rollen weiter.

Bis nach Ivoire; einem mittelalterlichen Dorf und Touristenmagneten direkt am See. Wir schlendern durch die alten Gassen und essen Lebkuchen mit Orangengeschmack. Schön hier.

Zu unserem Erstaunen finden wir dann mitten in Genf einen Parkplatz. Also auf zu einem Stadtbummel. Nebenan spritzt die Fontäne Wasser in den Himmel. Mindestens – öööhm – sehrseeehr hoch. Eine Art Regenmaschine, was aber grad heute sinnlos ist. Ansonsten gibt’s hier Boote, Möwen, und Schiffe.

Wir schlendern der Promenade entlang, und dann über die Brücke auf die andere Seeseite. Hier drüben, gleich vor dem Hotel „Beau-Rivage“, hat 1898 der italienische Anarchist Luigi Lucheni die österreichische Kaiserin Sissi erstochen. Ein unscheinbares Messingschild erinnert an den damaligen Königsmord. Im selben Hotel „Beau-Rivage“ ist 1987 Uwe Barschel in seiner Badewanne ersoffen. Vielleicht hängt da jetzt auch ein Messingschild?
Wir schauen uns in Genf noch einige andere Sachen an und fahren dann zum Übernachten an den äussersten Zipfel der Schweiz. In La Plaine finden wir einen netten Platz an der Rhône. Es tröpfelt leise aufs Dach.

24. April 2014

Genfersee: eine Hochschule macht Wellen

Von der Strasse her sieht es erst einmal recht unspektakulär aus; das neue „Rolex Learning Center“ der Technischen Hochschule Lausanne. Ein riesiger Faden, der sich da und dort etwas aufbäumen. Wie ein Teppich, den man aufhebt um den Staub drunter zu wischen. Beim näher kommen merkten wir dann, wie gross das Ding ist: Riesig. 120 mal 160 Meter lese ich irgendwo.

Bildquelle: Tageszeitung/www.etools.ch
Durch eine der Wellen betreten wir das Gebäude. Überall sind runde Löcher ausgestanzt, so entstehenzahlreiche Innenhöfe; und unter den Wellen gedeckte Aussenplätze und Durchgänge.

Innen formt der Boden eine Berg- und Tallandschaft. Da und dort flätzen Studenten in utopischen Sitzkissen und dösen. Andere sitzen in gläsernen Blasen und studieren. Ich interessiere mich aber mehr für die Gatronomie. Mehrere riechen sehr verlockend. Und preiswert essen ist ja nie verkehrt.

Ein spannender Bau, aber auch etwas arg künstlich. Überall wird das eigentlich schöne Konzept von Schutzgeländern, Rollstuhlrampen und Warnmarkierungen blossgestellt. Etwas weniger Spektakel wäre vielleicht schlussendlich klüger gewesen.

23. April 2014

Genfersee: toter Charlie Chaplin für fünfzig Franken

Seine letzten Jahre wohnte der britische Komiker und Filmproduzent Charlie Chaplin in Corsier-sur-Vevey am Genfersee. Hier starb er an Weihnachten 1977 und wurde auf dem Dorffriedhof beigesetzt. So weit so gut. Dann aber, in der Nacht vom 1. auf den 2. März 1978, verschwand er spurlos. Auf dem Friedhof klaffte ein grosses leeres Loch.

Einige Tage später rief ein „Monsieur Cohat“ bei Frau Chaplin an und verlangte 600‘000 Dollar Lösegeld für den Leichnam. Frau Chaplin lehnte ab. In den folgenden elf Wochen rief der Ganove noch einige Dutzend mal an, um zu feilschen. Ohne Ergebnis. Irgendwann endete die unrühmliche Sache und die Polizei verhaftete die Täter. Zwei Automechaniker aus Osteuropa, Roman Wardas und Gantscho Ganev. Der eine wurde zu einigen Jahren Gefängnis verurteilt, der andere bekam wegen seiner nachweislichen Doofheit bloss eine bedingte Strafe.

Frau Chaplin erzählte später; wenn sie hätte weiter verhandeln können, hätte sie den Leichnam für weniger als 50 Franken, inkl. Eichensarg, zurückbekommen! Heute liegen beide nebeneinander auf dem Friedhof. Diebstahlsicher einbetoniert, munkelt man.

22. April 2014

Westschweiz: grauslig schöner Anfang

Wenn wir einen Tag früher losfahren und später heimkehren - haben ich mir überlegt - hätten wir spürbar mehr Osterurlaub. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist solala, also fahren wir über den Jaunpass in die Westschweiz. Architektur gucken und anderes.

In Greyerz, oder Gruyères wie die Leute hier sagen, besuchen wir das mittelalterliche Städtchen. Auf einem Hügel hockt ein Schloss und drumherum kuscheln sich einige schöne alte Häuser. Gefällt uns.

Neben dem berühmten Greyerzer-Käse gibt es hier noch eine weitere Berühmtheit: H.R. Giger. Bildhauer und Alien-Erfinder. Und darum gibt es auch eine H.R. Giger-Gaststätte. Die Einrichtung ist so etwas zwischen Horrorfilm und Leichenschauhaus. Wirbelsäulen, Rippen und hagere Roboterfrauen mit spitzigen Brüsten. Von einer wand glotzen Monster mit Skibrillen und eine Lampe sieht wie ein Gebärmutter aus. Wir bestellen uns einen Kaffee und lassen uns begruseln.

Vevey liegt am Genfersee und ist bei näherer Betrachtung ganz hübsch. Die Cafés an der Uferpromenade sind voller Leute, die bunte Getränke und die milde Frühlingsonne geniessen. Wir auch. Und Sachen anschauen tun wir auch.

Gegen Abend fahren wir zum Übernachten ans obere Ende vom Genfersee. Hier finden wir einen schönen Platz direkt an der Rhône. Das Schmelzwasser gluckst seewärts und die Abendsonne versinkt im bierfarbigen See. Fühlt sich an wie richtige Ferien.

19. April 2014

Eierschlacht

Wer das Knusprige aussen an den Ostereiern nicht mag, kann sie in Sarnen schlachten lassen.

Und dann nur das weiche Innere essen. Odr so...

18. April 2014

wichtige Mitteilung, heute betreffend:

Heute ist - ääähm  - dings, dingsda: Feiertag.
Jedenfalls haben sie damals diesen Juden ans Gebälk genagelt. Für ihn wohl eine etwas unerfreuliche Sache. Dennoch erinnert man sich bis heute gerne daran.
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17. April 2014

rosa Hasen-Kunst?

Seit gut acht Jahre liegt der rosarote Riesenhase nun schon auf einem Bergrücken in Norditalien. Wie ein verloren gegangenes Stofftier aus arschwischfarbener Strickwolle. Und der Hase ist tot, aus seinem Bauch quellen bunte Innereien.

Das Kunstwerk wurde von der Wiener Künstlergruppe "Gelatin" geschaffen. Der Hasenkörper soll nun etwa zwanzig Jahre liegen bleiben, dem Wind und Wetter ausgesetzt.
Ich wollte die rosa Skulptur schon lange einmal anschauen gehen. Aber nun habe ich den Kadaver auf dem Luftbild gesehen - und bin mir jetzt aber nicht mehr sicher, ob sich die weite Fahrt lohnt? Die Verwesung hat ihm schon arg zugesetzt.

16. April 2014

hummelbrummen und der Osterduft

Nach dem fehlenden Winter hat nun der Frühling zugeschlagen. Die Wiesen leuchten blumig gelb und ein launischer Wind bläst Wolkenfuseln über den blauen Himmel. An den Bäumen spriessen zartgrüne Blätter und die Singvögel pfeifen bis ihre Schnäbel glühen. Eine Hummel brummt beharrlich und futterneidig um meinen Fruchtkuchen. Es ist Frühling.

Und es würde mich nicht wundern, gelänge es nicht dem eine oder anderen Bauern, noch vor Ostern gschwind seine Matten zu güllen - und die Feiertage herzhaft einzustinken.

15. April 2014

Fenster aus Stein und Ägypten

Die "Paulus-Basilika" in Rom gilt als eine der grössten Kirchen weltweit. Und ja, gross ist sie. Schön aber nur bedingt. Das liegt vor allem daran, dass sie im Juli 1823 komplett abbrannte und dann dem Zeitgeschmack entsprechend wieder aufgebaut wurde.
Mir haben ganz besonders die Fenster aus durchscheinendem Alabaster gefallen. Sie erinnern mich an die St. Pius Kirche in Meggen, die ja komplett aus durchscheinendem Marmor gebaut ist.

Die Alabasterfenster sind ein Geschenk vom Mohammed Ali - nicht vom Boxer, vom anderen - dem ägyptischen Vizekönig. Er liess damals in Kairo grad die "Muhammad-Ali-Moschee" bauen. Und die ist über und üppig mit Alabaster ausgestattet; weshalb sie heute auch "Alabastermoschee" genannt wird. Wie dem auch sei - Fenster aus durchscheinendem Stein sind im christlichen Baukunst eher selten und schon deshalb sehenswert.

14. April 2014

den Stier reiten

Bei uns in Kägiswil war am Wochenende Büchermarkt. Eine alte Industriehalle voller Bücher in Kartonschachteln. Und da ist er mir gleich ins Auge gesprungen; der neue "Jungbauernträume 2014"-Kalender. Ganz besonders das berauschende Ding mit den sinnlichen Rundungen auf dem Titelbild.

Auf genau so einem Deutz D15 habe ich damals Traktor fahren gelernt. Ein Arbeitstier mit brachialen 14 PS und einem elastisch gefederten Blechschalensitz. Der Einzylindermotor katapultierte uns auf weit über 20 km/h Höchstgeschwindigkeit. Es fühlte sich an wie ein Ritt auf einem wilden Stier.
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12. April 2014

nichts für schwache Nerven

Die heisse Bratpfanne ist das, was die Fischstäbchen eiskalt und steinhart macht, wenn man keine hat.
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11. April 2014

was ich an Campingplätzen mag – nichts

Was liegt in meiner persönlichen Beliebtheits-Skala noch hinter Nasenbeinbruch und Zimmerbrand – Campingplätze. Wobei die Idee eigentlich ja gar nicht verkehrt ist; gemeinsam mit anderen Reisenden an einem schönen Platz urlauben.
Die meisten Campingplätze verströmen jedoch den Charme eines IKEA-Parkplatzes. Dicht an dicht stehen Wohnmobile und Wohnwagen, die Zwischenräume mit allerlei Hausrat vollgestellt. Und mitten in dem Plunder hocken spärlich bekleidete Rentner mit leichenblassen Beinen und trinken Rotwein aus Plastikgläsern. Im Schatten modern hechelnde Hunde vor sich hin. Die Luft duftet nach Schweiss, Sonnenmilch und WC-Chemikalien. Also eigentlich ganz nett.
Doch der Schein trügt. Die an sich harmlosen Camper sitzen aus einem einzigen Grund draussen auf ihren Klappstühlen. Sie beäugen die Neuankömmlinge und lästern was das Zeug hält. Eine Atmosphäre wie im Zoo, oder bei der Stasi. Wer sowas mag - ok - aber für uns ist das eher nix.

10. April 2014

den Frosch lutschen

Die Kombination aus seniorenbrauner Cordhose und Seitenscheitel liess mich verwegen ausschauen. Damals. Ich war ein pfausbackiger Bub, der in der Schule zum Singen und Turnen genötigt wurde. Ansonsten war die Welt rundherum in Ordnung. Wir schossen mit der Steinschleuder auf Mädchen und lutschten „Goggi-Frösch“.

Goggi-Frösche gibt es immer noch, grad gestern bekam ich eine Handvoll geschenkt. Heutzutage heissen sie aber „Cola-Fröschli“ und sind deutlich kleiner als damals. Vielleicht ist aber zwischenzeitlich auch bloss mein Mund gewachsen?
Wie dem auch sei. Cola-Fröschli sind ein schweizerisches Kulturgut und es gibt sie schon fast so lange wie Coca-Cola; seit 1938. Neben vielen Vitaminen und wertvollen Spurenelementen bestehen sie vor allem aus gut 100% vegetarischem Zucker. Herrlich gesund.

9. April 2014

ein Meisterwerk der Kröten-Filmerei

Anlässlich meiner Suche nach dem Krötenkuchen-Rezept kam mir dieser grossartige australische Dokumentarfilm wieder in den Sinn: „Cane Toads - an unnatural history“.
Wenn die Australier nämlich eins nicht leiden können, dann diese Riesenkröten. Hässlich, eklig und giftig seien sie. Und eine Plage sondergleichen. Die Aga-Kröten, die Australier nennen sie „Cane Toads“, wurden in den 1930-er Jahren ausgesetzt, um den Zuckerrohrkäfer zu fressen. Da die Käfer aber wegfliegen konnten, konnten die Kröten sie nicht fressen. Dafür frassen sie alles andere Getier und vermehren sie sich seither explosionsartig.

Meine Lieblingsszene im Film ist die, wo ein Mann aus Cairns erzählt, wie er Kröten überfährt. Am besten sei es, wenn man sie vom Kopf her erwische. Die Krötenleiber würden sich dann aufblähen und wie eine Kaugummiblase platzten. Gleichzeitig sieht man ihn, wie er mit seinem orangen VW-Bus Schlangenlinie fährt und Kröten meuchelt. Ein wahres Meisterwerk der Kröten-Filmerei, lehrreich und sooo romantisch. >>> hier gucken

8. April 2014

englischer Kröten-Kuchen

In England gäbe es bloss schreckliches Essen und grausliges Wetter, spottet man seit Jahrhunderten. Doch das stimmt überhaupt nicht; es regnet einfach oft.
Neulich war bei uns auch so englisches Wetter und mir nach englischem Essen. Also bekochte ich Frau G. mit „Toad-in-the-Hole“, was auf Deutsch „Kröte im Loch“ heisst. Ein zauberhafter Name, finde ich.

Eigentlich ist es einfach „Yorkshire Pudding“ mit Würsten. Yorkshire Pudding ist ein Kuchen aus einem Ei-Mehl-Milch-Brei. Für den Krötenkuchen werden einfach noch einige gebratene Würstchen hinein gelegt. In der Backofenhitze bläht sich der Kuchenbrei dann bis weit über den Schüsselrand auf. Wenn braun, dann fertig.
Dazu serviert der Engländer traditionell Kartoffelstock, Erbsenmatsch und braune Sosse; ich mangels Zutaten nicht. Schmeckte aber trotzdem gut.

7. April 2014

wenn der Papst brennt

Brennen tut es im Vatikan ja eher selten. Aber selbstverständlich hat der Gottesstaat trotzdem eine richtige Feuerwehr; „Corpo dei Vigili del Fuoco dello Stato della Città del Vaticano“ nennt sie sich. Die Feuerwehrleute sind vor allem mit Kontrollgängen beschäftigt. Zudem halten sie Lebensmüde davon ab, von der Petersbasilika zu hüpfen, entfernen streunende Katzen von den Dächern und Besoffene von Baugerüsten. Und wenn der Papst verreist, betreuen sie den Helikopter-Flugplatz oder räumen Falschparker weg.

Als wir sie neulich besuchten, stapelten sich im Feuerwehrmagazin grad Hunderte von Streusalz-Säcken. Das kommt halt davon, wenn der Petrus den Winter ausfallen lässt.

Die vatikanische Feuerwehr ist mit fünfzehn Leuten rund um die Uhr im Einsatz. Und sie verfügen über eine interessante Flotte kleiner und wendiger Fahrzeuge. Die braucht es, denn der Vatikan ist sehr sehr eng und verwinkelt.

Der Fuhrpark; einige Kleinlöschfahrzeuge auf IVECO Daily und MB Sprinter, zwei Geländewagen und ein Abschlepper. Dazu noch ein nagelneuer Mercedes-Benz Econic mit einer Hubarbeitsbühne - der heute aber leider grad nicht da war.

5. April 2014

vakuumierte Grillratten

Wer braucht Wüstelli? Und wofür?

... noch ein Bild aus Rom.

4. April 2014

mein Hosentaschen-Tresor

Unterwegs benutze ich „immer“ meinen diebstahlsicheren Hosentaschen-Tresor. Eigentlich nichts weiter als ein Stoffbeutel, der am Gürtel hängt. Nach dem Gebrauch wird er einfach umgeklappt und in die Hose gestopft. So einen Beutel kann man auch gut selber machen; meiner ist aber ein Gekaufter.

Wichtig ist bloss, dass er im Querformat ist und zwei Schlaufen hat. Sonst dreht er sich und drückt und zwickt im Schritt. Und die Schlaufen sollten dunkel sein, damit man sie am Gürtel nicht sofort sieht. In tropischen Ländern packe ich meinen Reisepass zusätzlich in einen monsundichten Plastikbeutel.
Für Frauen ist so ein Hosentaschentresor leider weniger geeignet. Denn viele tragen keinen Gürtel und/oder diese Taubstummen-Hosen – und damit funktioniert‘s halt nicht.

3. April 2014

die eklige Bestie ist besiegt

Heute Morgen - das Gefühl war genau das gleiche, wie damals, als mir in der Kadaver-Sammelstelle die Brille in den Tierli-Container gefallen ist. Ich krempelte die Ärmel hoch, griff hinein und tat, das was getan werden musste. Ich öffnete angewidert den Briefumschlag der Steuerverwaltung.

Nach viele, viele Stunden harten Kampfes drückte ich dann den finalen „Senden“-Knopf – und meine Steuererklärung 2014 war erledigt. Anschliessend stolzierte ich mit geschwellter Brust durchs Dorf. Seht alle her! Jawohl, ich - ich hab‘s getan. Den Drachen niedergerungen. Ich bin ein Held…

2. April 2014

mein erster Taschendiebstahl - die Fahndung läuft

Nach all meinen vielen Reisejahren ist es mir nun also auch passiert: Mein erster Taschendiebstahl.
Also – der Diebstahl passierte ja in der Metro in Rom. Es waren zwei, vielleicht sogar drei, Mädchen und sie wendeten den Klassiker „Blocker und Greifer“ an. Beim Einsteigen in den Zug versuchte mich die Blockerin zu bremsen, damit die Greiferin hinter mir unbemerkt dieben konnte. Das habe ich aber bemerkt und sie zur Seite gerempelt. Ich quetschte mich in eine ruhige Ecke der Metro.
Im Gedränge bemerkte ich dann aber nicht, dass sich eine „Greiferin“ hinterrücks anschlich und mir den Geldbeutel klaute.

Mein Fehler war, dass ich dieses eine mal mein Portemonnaie dabei hatte. Sonst verstaue ich das grosse Geld und die Ausweise immer in meiner diebstahlsicheren Hosentaschen-Tresor. Diesmal nicht!

An der Metrostation fragte ich an einem Kiosk nach der nächsten Polizeistation. Gleich um die Ecke – und für Diebstähle sind die Carabinieri zuständig. Der Beamte hatte viel zu tun und wenig Fremdsprachenkenntnisse. Wie ich. Wir unterhielten uns mehr pantomimisch. Dann fragte er, ob ich französisch könne? Oui, en peu. Er leider leider überhaupt nicht, meinte er darauf sichtlich enttäuscht. Er kramte dann ein mehrsprachiges und –seitiges Formular hervor, das ich wie geheissen ordnungsgemäss ausfüllte. In Deutsch - was wiederum er nicht verstand; es aber dennoch unterschrieb und stempelte.

Die Carabinieri waren alle sehr hilfsbereit und geduldig. Doch sie schienen ob dem Vorfall nicht sonderlich aufgeregt. Kein Blaulicht, kein Helikopter, keine "SoKo Muger" - bloss das angestaubtes Formular. Mal schauen was die Fahndung ergibt...

Gestern bekam ich ein Email: Meine Versicherung hat den Schaden vollumfänglich bezahlt.

1. April 2014

kein April-April-Scherz

Ich wurde jetzt mehrfach nach dem Rezept für meine künstliche Kotze gefragt. Das will ich allen gerne verraten: Die Grundmasse besteht aus Haferflocken und Wasser. Viel Wasser, damit der Brei quellen kann, aber trotzdem schön flüssig bleibt. Zur Bindung, und besseren Haftung, füge ich Stärke oder Fischkleister zu.

Als Deko kommen nun eine Handvoll Makkaroni und zum Beispiel einige Maiskörner oder Erbsen rein. Die Masse nun noch mit einem grosszügigen Schuss Essig, Bier oder Rotwein würzen. Und fertig.
Und nun kann man damit gaaanz tolle saisonale Scherze mache. Und viel Freude verbreiten.