21. März 2014

Rom: im Zentrum der Christenheit ist eine Tiefgarage

Der Vatikanstaat hat zwei Gesichter - vorne der touristenschwangere Petersplatz und hinten das eigentliche Staatsgebiet; abgeschlossen und für Fremde kaum zugänglich. Und genau dazwischen arbeitet unser Freund. Nennen wir ihn mal Fredy. Fredy ist Hellebardier in der Schweizergarde, der Leibwache des Papstes. Das sind die der bunten Wächter im lustigen Gewand. Doch unter der historischen Uniform verbergen sich professionelle Sicherheitsleute.

Wir treffen Fredy an der Porta Sant'Anna, dem Haupteingang zum Vatikan. Er sieht toll aus und wir freuen uns aufs Wiedersehen. Wir schlüpfen durch eine unscheinbare Tür hinein in die Innereien des Vatikans. Lange Gänge und immer wieder Tore mit Gardisten davor. Dann schliesst Fredy eine Tür auf und wir stehen direkt in der Vorhalle des Petersdoms.

Gleich hinter dem Petersdom wohnt der neue Papst. Ihm war es im Papstpalast etwas zu pompös, er mag es lieber schlichter und wohnt deshalb in einem Gästehaus. Aber er ist nicht da, er und einige Kardinäle schlafen heute auswärts.

Weiter geht’s an der Tankstelle (n41.9010, e12.4528) vorbei hinauf zum Bahnhof und dem Governatoratspalast. Es ist grad Feierabendverkehr, zahllose Autos und Mopeds quellen aus einer Tiefgarage (n41.9013, e12.4517). Irgendwie haben wir uns das Zentrum der Christenheit anders vorgestellt - öööhm - ohne Tiefgarage.

Wir laufen um den Petersdom herum und dann wieder dicke Mauern, Tore, Innenhöfe. Wir sehen die vatikanischen Bibliothek und die Sixtinischen Kapelle - von aussen, ungewohnt.

Unmittelbar neben dem Papstpalast befindet sich das Quartier der Schweizergarde. Drei langgezogene Häuser, dazwischen zwei Innenhöfen. Einer ist der Ehrenhof mit dem berühmten Denkmal und dem direkten Tor direkt zum Petersplatz.

Fredy steigt mit uns hinab in die Waffenkammer. Hier sind Unmengen von alten und neuen Uniformen, Rüstungen und Waffen gelagert.

Gegenüber sind das Musikzimmer und die Schneiderei, wo all die verschiedenen Uniformen hergestellt werden. Und das … und ...

Wir essen Spaghetti in einem wunderbar gewöhnlichen Restaurant. An der einen Wand hängen Bilder von der Schweizergarde, an der anderen von der lokalen Fussballmannschaft. Am Nebentisch isst ein junger Pater Spaghetti. Erinnert mich an Don Camillo.

Vielen Dank, lieber Fredy, für diesen eindrücklichen und unvergesslichen Blick in deinen Alltag. Und hinter die Mauern des Vatikanes.

Kommentare:

  1. Wunderschön, - Eure Romreise! Und einfach, - wie immer - , saugut geschrieben.

    so..... irgendwie hab ich Hunger. Ob es der Frust der heute regnerischen Schweiz ist... oder doch das Bild oben von Don Camillos Spaghetti's...

    Ich glaub ich koch was mexikanisches... so wegen der Sauhitze in dem Land, ha, ha.....

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