24. März 2014

Rom: nächster Halt - Vatikanische Staatsbahn

Es mag euch jetzt vielleicht etwas überraschen, aber seit Jahrzehnten schon wollte ich die Vatikanische Staatsbahn aus der Nähe anschauen. Wobei: Viel ist das nicht. Das Eisenbahnnetz des Vatikans ist – öööhm – recht übersichtlich. Wenn man am Bahnsteig 1 steht, kann man es mit einem Kopfschwenker komplett überblicken. Und ausser diesen einen Bahnhof und einigen Geleisen gibt es eigentlich nichts, kein Stellwerk und keine Signale. Wozu auch, es gibt ja auch keine Züge.

Ab und zu schiebt die italienische Bahn einige Güterwagen durchs Tor in der Vatikanmauer. Das ist dann auch schon alles, mehr Bahnverkehr gibt es nicht.

Die Bahnlinie wurde 1929 gebaut, der Bahnhof einige Jahre später. Schon 1962 fuhr dann zum ersten Mal der Papst Johannes XXIII mit der Eisenbahn. Wenig später, 1979, 1986 und 2002 fuhr Papst Johannes Paul II. gleich dreimal. Und zuletzt erbarmte sich auch Papst Benedikt XVI. und fuhr 2011 mit dem Zug.

Das einzige vatikanische Eisenbahn-Fahrzeug ist ein weisser Traktor, der manchmal als Rangierlok dient. Ein New Holland Modell und Geschenk von Fiat. Der Tunnel im Hintergrund ist übrigens bloss ein halber und reicht etwa hundert Meter in den Berg hinein. Ohne ihn wäre der Bahnhof zu kurz für die Weichen.

Vor einigen Jahren das Bahnhofsgebäude zu einem Warenhaus umgebaut. Die einst schönen Innenräume gibt es nicht mehr. Heute werden darin Luxus-Schmuck, Parfüm, teuren Schnaps und exklusive Handtaschen feilgeboten. Wie ein Duty-free-Shop am Flughafen. Hier können aber nur Bewohner und Beschäftigte des Vatikans einkaufen. Wenn sie wöllen ...

Kommentare:

  1. Ich wusste gar nicht, dass der Vatikan eine eigene Eisenbahn besitzt. Aber wenn man das hier so liest macht es schon alles irgendwie Sinn!

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  2. Muger, Du hst Dich nicht getraut, den Tunnel zu betreten und deshalb
    das Tor zur Hölle verpasst...

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    1. Ha - getraut hätte ich mich wohl, aber gewöllt habe ich nicht.

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