31. März 2014

Libanon in extrudierten Polystyrol Formschalen

«ich will nix» sagte ich, als Frau G. mich fragte, was ich mir denn zum Geburtstag wünsche. Die Sache mit diesen Geburtstagen ist mir sowieso irgendwie unangenehm. Zumal ich mich an den damaligen Vorfall kaum mehr erinnere. Weissen Kittelschürzen und Leuchtstoffröhren, odr so.
Und dann kamen wir auf dem Nachhauseweg wie zufällig an einem libanesischen Restaurant vorbei. Wir trinken einen Tee und dann überreichte der Koch der Frau G. einen Plastikbeutel voller Formschalen aus extrudiertem Polystyrol.

Zuhause entpuppte sich der Beutelinhalt als eine Menge unglaublich gut mundendem libanesischem Essen.
Hommos (Kichererbsenbrei), Falafel (Kichererbsenbällchen), Wara Inab (Gefüllte Weinblätter-Röllchen), Baba Ghanouj (Brei aus gegrillten Auberginen) Shawarma (Rindsgeschnetzeltes), Tawouk (Poulet vom Grill), Soujouk (scharfes Rindshackfleisch), Kafta (gegrilltes Rindshackfleisch) und mehr...
Tassnim Orient, das soll das beste libanesische Restaurant der Schweiz sein. Klein und fein.

29. März 2014

unerfundene Sachen, odr so

Neulich im Zug vom Rom nach Giswil. Als ich so untätig vor mich hin dümmelte, fiel mir auf, wie viele tolle Sachen noch gar nicht erfunden worden sind. Zum Beispiel: Pizza in Konservendosen.

Ich täte sie „Pizza Costa Concordia“ nennen. Mit Meeresfrüchten, Grünalgen und Feigling drauf, odr so.

28. März 2014

Rom: zügig schlafen im Tiefflug

Heute ist unser letzter Morgen in Rom. Wir sind die ersten im Bad, noch vor Wei-Wei. Ich nutze die Gunst der Stunde und saue gehörig herum. Beim Frühstück erwartet uns auch heute wieder das volle kulinarische Programm; Butterbrot UND Kuchen.

Mit gepackten Koffern schlendern wir gegen Mittag zum Bahnhof hinüber. Alle scheinen unterwegs zu sein, Busse, Roller, Fussgänger, Penner. Am Bahnhof gibt es Porchetta in Geschenkpackungen - das finde ich nun mal ein wirklich schönes Souvenir.

Unser Zug kommt aus Neapel und pünktlich. Er flitzt mit uns nach Mailand. Genüsslich, donnern wir mit 250 bis 300 km/h durch die Landschaft. Ich schlafe ein; meine Füsse auch.

In Milano steigen wir in einen SBB-Zug um. Der quält sich erst durch Mailands Vororte. Schäbige Industriebauten, vermüllte Schrebergärten und viele, viele Strassen. Dann erreichen wir und die Schweiz. Ein Zöllner läuft durch den Zug und kontrolliert die Ausweise. Blöd nur, dass ich keinen mehr habe. Ich mache mein "Ich-harmlos-Gesicht" - und er läuft kontrollnickend an mir vorbei. Der Himmel ist schleierbewölkt und unser Zug macht weinerliche Geräusche.
Als wir daheim ankommen ist es stockfinster und kühl. Schön war's.

27. März 2014

Rom: der Fischmann mit den zwei Wurstbroten

Ein Wei-Wei schaut ganz nass und angewidert aus dem Bad, als ich auch hinein will. Ein klassisches Missverständnis; interessiere ich mich doch ausschliesslich für meine Körperpflege.
Das Frühstück ist wieder sehr übersichtlich, Butterbrot und Kuchen. Der Kaffee ist tadellos und der Himmel schleierwolkig. Darum wollen wir uns heute nocheinmal Rom ansehen.

Das Pantheon war ursprünglich ein römischer Tempel, dann eine christliche Basilika und heute ein Touristenmagnet. Alle fotografieren die grandiose Kuppel; dabei ist doch auch der Boden ein Meisterwerk aus buntem Marmor.

Ein paar Gassen weiter ist Piazza Navona, langgestreckt und mit drei Brunnen garniert. Vielleicht Roms schönster Platz. Der grosse Brunnen in der Platzmitte ist dir Fontana die Fiumi. Vier Männer stellen die vier grossen, damals bekannten, Ströme dar: Donau, Nil, Ganges und Rio della Plata. Der Nil-Mann zieht sich einen Lappen über den Kopf, weil er die Kirche vom Schweizer Architekten Boromini nicht anschauen mag.

An einem der anderen Brunnen kniet ein barocker Fischmann und kaut gleichzeitig an zwei Hot-Dog. Was auch immer das bedeuten mag; wir werden es wohl nie erfahren. Wir setzen uns in eine Bar und essen Bruschetta. Nett hier.

Das Wetter passt, darum fahren wir mit dem Lift aufs „Vittoriano“, dem riesige Nationaldenkmal. Von der Dachterrasse haben wir einen einzigartigen Rundblick über Rom. Weit unter uns wuseln winzige Autos und Fussgängern herum, und spielen Rom.

Am Abend gehen wir Schaufensterbummeln. Grad als ich die Auslage einer Konditorei anschaue, übermannt mich ein dringendes Verlangen nach knusprigen Röllchen mit Schoko-Pistazienfüllung. Mischteriös. Frau G. verschafft Linderung.

26. März 2014

Rom: Geld gestohlen und wenig Eisenbahnmuseum

Heute Morgen ist die Metro wieder knallvoll. Massenkuscheln. Und dann passiert das, was man in solch vollen Zügen immer befürchtet: Eine Zigeuner-Göre klaut mir mein Portemonnaie. Als ich es bemerke, ist es schon zu spät; sie und mein Geld sind weg.

Wir gehen schnurstracks zu den Carabinieri um den Diebstahl zu melden. Der Polizeiposten liegt in einer schäbigen Seitenstrasse, zwischen einem Kebab- und einem Reifenhändler. Die Beamten sind sehr freundlich und hilfsbereit. Das Verbrechen wird aktenkundig und ich erhalte eine Quittung mit Unterschriften und Stempeln. Alles ist gut, die Fahndung läuft. Aber jetzt bin ich halt pleite.

Ungeachtet des unerfreulichen Vorfalls sehen wir uns wie geplant einige Würdigkeiten an. Eine unglaublich grosse Kirche mit einem toten Apostel unter dem Fussboden. Eine halbe römische Pyramide und ein – öööhm – Eisenbahnmuseum.

Das „Museo Ferroviario“ ist direkt in der Stazione di Roma Porta San Paolo, und eigentlich gar keines. Hier stehen bloss einige alte Lokomotiven neben dem Bahnhof herum. Ein betagtes Tram und etwas Gerümpel. Mir gefällt das sehr gut. Frau G. sitzt derweilen auf einem Bänkli und frühlingsonnt sich.

Nach dem Mittag fahren wir mit dem Bus zur Schweizer Botschaft um für mich eine neue Identitätskarte zu besorgen. Die Botschaft liegt weit ausserhalb des Zentrums. Wir busfahren schier endlos durch die Stadt. Die Häuser werden immer hässlicher und der Bus immer leerer. Dann sind wir da. Die Villa der Schweizer Botschaft in einem herrlichen Park. Und sie hat zu.
Also fahren wir halt zurück in unser Hotel. Nicht ohne vorher in unserem Pizza-Bäckerei-Laden nebenan noch etwas zu futtern. Ich investiere mein verbliebenen Münzen in ein Käseröllchen und ein Stück Schinkenpizza mit salzigem Petersilien-Pesto oben drauf. Schmeckt himmlisch.

25. März 2014

Rom: ein Platz an der Nonne

Heute Morgen ertappe ich unsere beiden Hotelchinesen Wei-Wei dabei, wie sie mächtige Koffern die Treppe runter schleppten. Ich glaube, sie reisen ab. Wie auch immer, das Frühstück ist karg und der Himmel himmelblau.

Wir fahren zur Engelsbrücke. Der Bus ist gestossen voll. Ich fühle mich wie in einer Sardinendose; und es riecht auch schon etwas fischig. Links reibt sich ein Senegalese an mich. Er liest auf dem Handy im Koran. Aus Dakar sei er, erzählt er mir.

Die mittelalterliche Engelsburg hockt eigentlich auf einem römischen Mausoleum. Dicke Mauern und viele Treppen. Zinnen, Kanonen und prächtige Räume. Aussen massives Mauerwerk, innen palastige Säle. Nett. Von ganz oben geniessen wir den grandiosen Rundblick. Und etwas weiter unten ein Cappuccino. Schön hier.

In Rom gibt es unzählige Kirchen und Kapellen - und auch die grösste Moschee Europas. Die wollen wir uns natürlich ansehen. Sie steht etwas abseits vom Zentrum im Norden der Stadt. Wir fahren mit der Vorortbahn hin. Ein grauslig geschundener Zug, vollgesprayt und vollgemüllt. Und voller Leute; mir bleibt bloss wieder ein Platz an der Nonne.

Die Moschea di Roma ist knapp zwanzig Jahre alt und steht in einem staubigen Park mit schönen Bäumen. Eine silberne Kuppel und ein Wald aus schlanken Betonpfeilern. Nett. Aber vielleicht etwas zu grobschlächtig. Leider dürften wir heute nicht in den Gebetsraum hinein, sagt der Mann mit dem Putzeimer. Nur am Vormittag und am Samstag, odr so. Schauen wir halt nur von aussen, schade.

Auf dem Nachhauseweg gucken wir uns Schaufenster mit Plastikfrauen an. Ein silbrig angemalter Kerl steht auf einer Kiste und mimt eine antike Statue. Er raunt mich wegen einer kleinen Spende an. Ich schenke ihm ein Lächeln.

Ins Zimmer neben uns sind zwei Amerikanerinnen eingezogen. Einfachheitshalber nennen wir sie Wei-Wei. Seltsam ist nur, dass sie nur französisch sprechen. Irgendwas an meiner Amerikanerinnen-Theorie scheint nicht zu stimmen…

24. März 2014

Rom: nächster Halt - Vatikanische Staatsbahn

Es mag euch jetzt vielleicht etwas überraschen, aber seit Jahrzehnten schon wollte ich die Vatikanische Staatsbahn aus der Nähe anschauen. Wobei: Viel ist das nicht. Das Eisenbahnnetz des Vatikans ist – öööhm – recht übersichtlich. Wenn man am Bahnsteig 1 steht, kann man es mit einem Kopfschwenker komplett überblicken. Und ausser diesen einen Bahnhof und einigen Geleisen gibt es eigentlich nichts, kein Stellwerk und keine Signale. Wozu auch, es gibt ja auch keine Züge.

Ab und zu schiebt die italienische Bahn einige Güterwagen durchs Tor in der Vatikanmauer. Das ist dann auch schon alles, mehr Bahnverkehr gibt es nicht.

Die Bahnlinie wurde 1929 gebaut, der Bahnhof einige Jahre später. Schon 1962 fuhr dann zum ersten Mal der Papst Johannes XXIII mit der Eisenbahn. Wenig später, 1979, 1986 und 2002 fuhr Papst Johannes Paul II. gleich dreimal. Und zuletzt erbarmte sich auch Papst Benedikt XVI. und fuhr 2011 mit dem Zug.

Das einzige vatikanische Eisenbahn-Fahrzeug ist ein weisser Traktor, der manchmal als Rangierlok dient. Ein New Holland Modell und Geschenk von Fiat. Der Tunnel im Hintergrund ist übrigens bloss ein halber und reicht etwa hundert Meter in den Berg hinein. Ohne ihn wäre der Bahnhof zu kurz für die Weichen.

Vor einigen Jahren das Bahnhofsgebäude zu einem Warenhaus umgebaut. Die einst schönen Innenräume gibt es nicht mehr. Heute werden darin Luxus-Schmuck, Parfüm, teuren Schnaps und exklusive Handtaschen feilgeboten. Wie ein Duty-free-Shop am Flughafen. Hier können aber nur Bewohner und Beschäftigte des Vatikans einkaufen. Wenn sie wöllen ...

22. März 2014

Rom: Geld und Gelügeltes im Vatikan

Irgendwo habe ich gelesen, der Geldautomat im Vatikan spreche auch Latein. Ich habe jetzt die günstige Gelegenheit beim Schopf gepackt und die Sache überprüft.

Der vatikanische Geldautomat kann einige Sprachen - aber Latein nicht. Eigentlich schade, wäre eine nette Geschichte gewesen. So aber wird's nix...

21. März 2014

Rom: im Zentrum der Christenheit ist eine Tiefgarage

Der Vatikanstaat hat zwei Gesichter - vorne der touristenschwangere Petersplatz und hinten das eigentliche Staatsgebiet; abgeschlossen und für Fremde kaum zugänglich. Und genau dazwischen arbeitet unser Freund. Nennen wir ihn mal Fredy. Fredy ist Hellebardier in der Schweizergarde, der Leibwache des Papstes. Das sind die der bunten Wächter im lustigen Gewand. Doch unter der historischen Uniform verbergen sich professionelle Sicherheitsleute.

Wir treffen Fredy an der Porta Sant'Anna, dem Haupteingang zum Vatikan. Er sieht toll aus und wir freuen uns aufs Wiedersehen. Wir schlüpfen durch eine unscheinbare Tür hinein in die Innereien des Vatikans. Lange Gänge und immer wieder Tore mit Gardisten davor. Dann schliesst Fredy eine Tür auf und wir stehen direkt in der Vorhalle des Petersdoms.

Gleich hinter dem Petersdom wohnt der neue Papst. Ihm war es im Papstpalast etwas zu pompös, er mag es lieber schlichter und wohnt deshalb in einem Gästehaus. Aber er ist nicht da, er und einige Kardinäle schlafen heute auswärts.

Weiter geht’s an der Tankstelle vorbei hinauf zum Bahnhof und dem Governatoratspalast. Es ist grad Feierabendverkehr, zahllose Autos und Mopeds quellen aus einer Tiefgarage. Irgendwie haben wir uns das Zentrum der Christenheit anders vorgestellt - öööhm - ohne Tiefgarage.

Wir laufen um den Petersdom herum und dann wieder dicke Mauern, Tore, Innenhöfe. Wir sehen die vatikanischen Bibliothek und die Sixtinischen Kapelle - von aussen, ungewohnt.

Unmittelbar neben dem Papstpalast befindet sich das Quartier der Schweizergarde. Drei langgezogene Häuser, dazwischen zwei Innenhöfen. Einer ist der Ehrenhof mit dem berühmten Denkmal und dem direkten Tor direkt zum Petersplatz.

Fredy steigt mit uns hinab in die Waffenkammer. Hier sind Unmengen von alten und neuen Uniformen, Rüstungen und Waffen gelagert.

Gegenüber sind das Musikzimmer und die Schneiderei, wo all die verschiedenen Uniformen hergestellt werden. Und das … und ...

Wir essen Spaghetti in einem wunderbar gewöhnlichen Restaurant. An der einen Wand hängen Bilder von der Schweizergarde, an der anderen von der lokalen Fussballmannschaft. Am Nebentisch isst ein junger Pater Spaghetti. Erinnert mich an Don Camillo.

Vielen Dank, lieber Fredy, für diesen eindrücklichen und unvergesslichen Blick in deinen Alltag. Und hinter die Mauern des Vatikanes.

20. März 2014

Rom: das Zwergenland im Hinterhof

Entgegen der Wettervorhersage ist es heute schon wieder wolkig. Wei-Wei sind früh auf. Sehen tun wir sie zwar nie, aber manchmal hören. Und am Morgen haben sie unser gemeinsames Badezimmer geflutet; alles pflotschnass.
Heute besuchen wir einen wenig bekannten Staat mitten in Rom; den "Malteserorden". Dieser gilt als „souveränes Völkerrechtssubjekt“ und ist somit ein richtiger Staat, allerdings ohne Territorium. Wozu auch? Jedenfalls, nach der Vertreibung aus Malta fand der Malteserorden hier eine vorläufige Bleibe; im "Palazzo di Malta" in der Via dei Condotti 68 in Rom.

Als wir ankommen ist das mächtige Tor weit geöffnet. Im Innenhof stehen einige livrierte Männer herum und tun so, als ob sie uns erwarten. Also treten wir ein - Grüezi - und schauen uns um. Ein kleiner Hof mit einem Malteserkreuz im Pflaster und einem kleinen an der Wand. Rundherum Hauswände - nett, aber auch recht übersichtlich, dieses Malteserland.
Der Staat hat zwar kein eigenes Staatsgebiet, aber immerhin eine eigene Währung, den „Scudo“ und eigene "SMOM"-Autokennzeichen.

Wie dem auch sei, wir verlassen das Land und reisen wieder in Rom ein. Schlendern durch die Gassen. Frau G. erfreut sich an den Schaufenstern, während ich nach einer Bratwurst Ausschau halte. Nix da.

Auf der anderen Seite des Tibers versteckt sich zwischen den Häusern eine alte Markthalle; der „Mercato Rionale“. Eine hübsche Halle mit einem bunten Angebot; Früchte, Fische, Blumen. Wir kaufen zwei Äpfel und geniessen die friedliche Stimmung in einem Strassencafé. Der Horizont droht derweil mit graue Wolken.

19. März 2014

Rom: Wei-Wei aus Chinasien wohnen auch hier

Bis jetzt hatten wir unser Hotel-Stadtwohnungs-Zimmer ganz für uns alleine. Heute sind zwei Chinesen ins Zimmer nebenan eingezogen. Frau G. nennt die beiden Wei-Wei - weil sie genauso ausschauen täten.
Wir besuchen das Nationaldenkmal. Ein monströses Ding aus weissem Marmor, garniert mit kostümierten Ehrensoldaten und schnatternden Touristen. Innen stellen sie zahllose geköpfte Helden aus.

Rundherum hat es ein buntes Mischmasch aus barocken Kirchen, römischen Ruinen und faschistischen Monumentalbauten. Und viele Marmorfiguren, meistens blutte Römer mit oder ohne Pferd. Weshalb?

In Sachen Bratwurst ist Rom ein Entwicklungsland. Trotz umfangreichen Bemühungen meinerseits bekomme ich bloss eine Wurst im Teig. Schmeckte aber unerwartet gut.

Das Kolosseum versteckt sich heute hinter einem Baugerüst. Vermutlich gibt’s neue Fenster und einen ordentlichen Fassadenputz? Wir sitzen lange da und schauen dem Mond zu, wie er uns durch die Wolkenlücken anblinzelt.

Es wird kühl und wir fahren mit der U-Bahn nachhause. Der Zug ist schon rammelvoll als er in die Station einfährt, und hier quetschen sich noch einmal unzählige Leute hinein. Wie ein Bottich voller Aale.

18. März 2014

Rom: wilde Katzen und blitzschnelle Nonnen

Heute Morgen scheint die Sonne grau durch den Nebeldunst. Wir setzen uns im Frühstücksraum an einen Tisch in Bierdeckelgrösse und fleddern das Buffet. Es gibt Brot und Butter und Kuchen, und sonst nichts. Also typisch italienisch und passend zur Tischgrösse.

Mit dem Bus fahren wir zur Piazza Argentina. Mitten auf dem Platz ist eine grosse archäologische Ausgrabung, römische Ruinen. Und genau hier soll einst der Cäsar ermordet worden sein. Heute tummeln sich im alten Gemäuer streunende Katzen, die sich gerne kraulen lassen.

Etwas weiter ist die Piazza Campo dei Fiori. Hier ist jeden Tag Markt; Früchte, Gemüse und allerhand andere Essereien. Wir essen sonnenwarme Erdbeeren und schauen den Leuten zu.
Der Tiber hatte kürzlich Hochwasser. Das Treibgut hängt noch viele Meter hoch oben im Geäst der Bäume. Nun fliesst er wieder zahm und jauchefarbig dem Meer entgegen.

Ennet dem Tiber liegt Trastevere, das Quartier, von dem man sagt, hier wohnten noch die richtigen Römer. Und in der Tat, hier ist es ein wenig ursprünglicher, und chaotischer. Der Putz blättert von den Fassaden und die alten Männer sitzen draussen und spielen Karten. Gemütlich hier.

Ich will eine Nonne auf dem Fahrrad fotografieren. Aber die radelt wie der Teufel und ich bekomme sie nicht aufs Bild. Deshalb setzen wir uns in eine Bar und futtern eine Kleinigkeit. Knuspriges Brot, gefüllt mit gegrillten Auberginen und weichem Käse. So fein, als ob man von einer Fee geküsst wird...