31. Januar 2013

Portugal: kopflose Schweine und die Schickeria

Die grosse Markthalle ist nicht nur bei Regen ein Besuch wert. Es gibt viel zu sehen und da und dort auch etwas zu probieren.

Diese geräucherten Schweinegesichter werden überall und preiswert angeboten. Sie nennen sie „Orelheira“, ich weiss aber nicht, ob man die gleich roh isst, oder vorher noch etwas köcheln sollte?

Ganz in der Nähe ist auch das berühmte „Café Majestic“. Im noblen Ambiente des Fin de siècle sitzen zahlreiche Touristinnen, nippen Latte macchiato und kichern vielsprachig.

Wir setzen uns ins weiche Polster und schauen dem Treiben zu. Gruslig - die schnatternden Weiber; die Schweineköpfe waren wenigsten schweigsam ...

30. Januar 2013

Portugal: Kultur aus Beton

Porto wächst nach allen Seiten, das Zentrum wird dabei aber leider vernachlässigt. Die nagelneue Metro bringt nun wieder etwas frischen Wind rein. Die Metrostationen wurden vom Architekt Eduardo Souto de Moura angenehm schlicht und sehr grosszügig gestaltet - sensationell.

„Casa da Música“ nennt sich das neue Konzerthaus. Ein grosser, vieleckiger Klotz aus weissem Beton an einem Kreisel. Aussen wirkt er eher simpel, die Innenräume hingegen sind wunderschön. Ganz besonders gut hat uns die Dachterrasse mit den Azulejo gefallen. Geplant wurde das Gebäude vom niederländischen Architekturbüro „OMA“.

Noch etwas weiter vom Stadtzentrum weg steht das neue Hauptquartier von Vodafone. Ein UFO-artiges Betonspektakel. Wie vom Himmel ins Quartier geplumpst; lustig anzuschauen, aber eigentlich völlig unsinnig. Geplant von „Barbosa & Guimarães“.

Wir besuchen noch einige weitere an- oder aufregende Gebäude, aber davon erzähle ich vielleicht später mal.

Erst geniessen wir jetzt die Wintersonne. Wir setzen uns in ein Strassencafé und lassen es uns gut gehen.
Aus heiterem Himmel donnert plötzlich eine Möve im Tiefflug daher und raubt mir mein Gebäck vom Teller! Huerä Seckel ...

29. Januar 2013

Portugal: meine Wurst brennt

Wir haben nun schon viel gesehen und erlebt. Zu jeder vollständigen Reise gehören aber meine drei "Sehenswürdigkeiten"; einen Turm, ein Automuseum und eine Wurst. Bis jetzt haben wir noch nichts von den dreien angeschaut. Heute aber.

Zuerst fahren wir mit dem Tram an den Douro hinunter. Früher befuhr das Tram ein riesiges Streckennetz, in den 1980-er Jahren wurden dann fast alle Linien aufgehoben. Seit einigen Jahren sind nun aber wieder drei Strecken in Betrieb.

Ich fahre selbstverständlich ganz vorne mit und unterstütze den Chauffeur bei seiner Arbeit. Er freut sich sehr über meine konstruktive Kritik; auch wenn er es nicht offen zeigen tut.

Im alten Zollhaus am alten Hafen ist heute ein Automuseum untergebracht; "Museu dos Transportes e Comunicações". Eine nette Autosammlung. Und endlich mal eine ohne VW Käfer und Ford T!

Das kleine weisse „Auto“ im Hintergrund ist übrigens ein portugiesisches Erzeugnis; - ein „Sado 550“. Ein passender Name, wie mich dünkt.
Aus versehen schlurfen wir auch noch durch die "... Comunicações", eine Ausstellung über Kommunikation. Laaangweilig und komatös.

Und jetzt geht’s um die Wurst. Und das ist hier in Porto gar nicht so einfach, denn die Einheimischen essen fast alles, anscheinend aber kaum gebratene Würste. In einem Hinterhof werden wir dann doch fündig: „Chouriço assado“. Vor unsern Augen brät der Gastwirt aufgespiesste Wursträdli über einer Alkoholflamme.

Die Wurst schmeckt erstaunlich gut. Leicht angeschmurgelt, aber würzig.
Jetzt müssten wir eigentlich noch auf einen Turm steigen. Aber inzwischen ist wieder der Nebel und Nieselregen da, drum sparen wir uns den Aufstieg. Vielleicht morgen ...

28. Januar 2013

Portugal: heute blaumachen

Eigentlich wollten wir uns die Tage in Porto mit Nichtstun um die Ohren schlagen. Im Strassencafé die milde Wintersonne geniessen, odr so. Bis jetzt mangelte es aber ein wenig an der erforderlichen Wintersonne. Doch heute sieht es gut aus; blauer Himmel. Also gehen wir Architektur-gucken.

In der Altstadt stehen einige wirklich schöne Kirchen mit „Azulejo“ Fassaden. Das sind keramische Platten mit einer kobaltblauer Bemalung. Kobaltblau war damals die einzige  Farbe, die den Keramikbrand überstand. Die Azulejo wurden einst von den Araber hierher gebracht, später fand vorallem die katholische Kirche gefallen an ihnen.

Ab dem 19. Jahrhundert wurden auch viele Bürgerhäuser mit Azulejo verkleidet. Allerdings wurde diese damals bereits industriell hergestellt. Schön anzusehen. Leider sind aber viele der Altstadthäuser unbewohnt, und am zerfallen.

Zudem sind die Azulejo nicht richtig frostbeständig, so dass mancherorts die Glasur abbröckelt. Schade drum. Grad der Winterregen tut ihnen nicht gut. Uns auch nicht ...

27. Januar 2013

Portugal: Sonne im Herzen ...

Jeden Morgen schaut uns ein Vogel beim Frühstücken zu. Er hat so einen verschlagenen Gesichtsausdruck. Immer übellaunig, immer gierig, immer unzufrieden. Solche Typen kenne ich sonst nur aus Spaghetti-Western. Da tragen die schmutzigschwarze Hüte und werden jeweils kurz vor dem Rolltitel gemeuchelt.

Ein Lächeln nur, und er bekäme gewiss ein Brotmöckli von mir. Aber so! Nein – dieser fordernde Blick. So nicht - nicht mit mir!

26. Januar 2013

Portugal: feuchte Fische und ein totes U-Boot

Porto fühlt sich feucht an. Es regnet immer noch. Manchmal schüttet es wie aus Kübeln, dann wieder stark. Immerzu. Also fahren wir an den Strand. Der "Tiefausläufer" schlägt mit mächtige Wellen und ungeheurem Getöse an die Felsen. Es spritzt haushoch. Ich will mir das unbedingt ganz aus der Nähe ansehen - was sich dann aber als eine nicht sooo gute Idee herausstellt.

Zum Trocknen gehen wir ins nächstbeste Gebäude, ausgerechnet ein Aquarium! Passt ja gut zum Wetter.

Den Fischen da geht’s wie mir - nass bis auf die Haut. Sie schwimmen in ihrem Glasgefängnis herum und glotzen hohläugig zu uns heraus. Wir glotzen zurück. Manche versuchen mit uns zu sprechen; die Lippen bewegen sich, aber hören tut man nichts.

In zahlreichen Becken schwimmen grosse und kleine Fische, krötenhässliche und Paradiesvögel. Auch Schildkröten, Krokodile und allerhand Weichgetier sind zugegen. Das letzte Bild ist aber vom Fischmarkt, da sieht es nicht viel anders wie im Aquarium aus, bloss halten da die Fische still, wenn ich sie fotografieren will.

Hier an der Atlantikküste erinnern einige kleine Festungen an die kriegerischen Zeiten. Und fast direkt am Strand liegt auch die „U 1277“ im brodelnden Wasser. Das deutsche U-Boot irrte nach Kriegsende noch einen Monat lang ziellos herum, bis der Kapitän es hier versenkten liess. Die Besatzung schwamm ans rettende Ufer und alle überlebten. Die Bevölkerung versorgte die gestrandeten Seeleute mit trockenen Kleidern und warmem Essen, ehe sie in britische Gefangenschaft gingen.

Wir fahren zurück ins Hotel. Mir ist ganz feucht. Der Pförtner riecht wie immer nach Kokos.

25. Januar 2013

Portugal: heisse Französinnen und ein steifer Scheitel

Es regnet. Heftig. Also genau das richtige Wetter für einen Friseurbesuch. „Barbearia Garrett“ steht an der Tür, ein älterer Herr daneben; wohl der Barbier. Sein Salon ist leer, ich bin der einzige Kunde. Das Gestühl und das Ambiente ist etwa gleich alt wie der Meister. Er beginnt beherzt mit den Schneidarbeiten. Derweilen sitzt Frau G. auf dem Wartebänklein an der Rückwand und blättert sich durch eine Tageszeitung.

Dann hält der Meister einen Spiegel hinter meinen Kopf und ich darf sein Werk bestaunen. Ich trage nun einen geleckten Haarschnitt und einen strengen Seitenscheitel. Wie ein Chorknabe.

Es regnet immer noch, meine neue Frisur ist in Gefahr! Gleich gegenüber vom Friseursalon lockt das „Cafe Safari“. Zu wahr um schön zu sein - also hinein. Das Lokal zeichnet sich durch die völlige Abwesenheit von Ästhetik aus. Möbel aus den 60-er Jahren, handgeschrieben Plakate werben für irgendwelche Speisen und im Fernseh läuft Fussball. Hier gefällt’s uns. Wir bestellen „Francesinha“ - Französinnen.

Francesinha sind bloss ein Stapel aus verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten, abwechselnd mit geröstetem Brot zu einem Block geschichtet. Alles mit Käse überbacken und einer speziellen Sauce aus Portwein, Bier, Senf, Chilli und allerlei Unbekanntem übergossen. Sie ist vielleicht etwas stämmig, die Französin. Aber gut.

24. Januar 2013

Portugal: dunkle Wolken und kalte Füsse

Wenn man in unserem Hotelzimmer aus dem Fenster schaut, sieht man – Fenster! Und wenn man senkrecht nach oben schaut, erblickt man den Himmel. Regen tropft mir ins Gesicht.

Das Frühstücksbuffet ist ein Rechtsdreher; Teller-Müesli-Kaffee-Saft-Brot-Wurst-Kuchen. Dann ein grandioser Rundblick über die Dächer der Altstadt. Draussen treibt der Wind Wolkenfetzen über den Himmel. Regen, kurz darauf Sonnenschein.

Wir machen einen ersten Stadtrundgang. Mit der Metro fahren wir an den Douro, den Fluss unterhalb der Altstadt. Das heisst; wären wir, wenn wir in die richtige Metro eingestiegen wären! Also fahren wir halt zum Bahnhof Campanhã im Osten der Stadt. Von da schlendern wir durch ein moderiges Quartier hinunter zum Douro. Brücken schauen.

Grosse Brücken und eisiger Wind. Die berühmteste Brücke ist die „Ponte Dom Luís I“. Eine zweigeschossige Bogenbrücke aus genietetem Gusseisen. Gebaut wurde sie in den 1880-er Jahren vom Belgier Théophile Seyrig. Und nicht vom Eiffel, wie alle herum erzählen.

Vom Meer her kommen schon wieder die nächsten dunkeln Regenwolken. Es beginnt zu tröpfeln und wir flüchten uns in eine Hafenbar.

23. Januar 2013

Portugal: ein Nichtschwimmer-Flug

Am späten Nachmittag easyjetten wir vom Euroairport Basel-Mulhouse los. Schon nach kurzer Zeit durchstossen wir die trübgraue Nebelsauce.

Die Matrosen präsentieren uns in einer Pantomimenvorführung die Notausgänge und die Handhabung der Schwimmwesten. Es scheint sich hier um einen "Nichtschwimmer-Flug" zu handeln.

Wir fliegen der untergehenden Sonne entgegen; können sie aber einfach nicht einholen. Wie ein Köter, der kläffend dem Postauto hinterher rennt.
Ich schlafe eine Stunde in gekrümmter Quetschhaltung. Über den Pyrenäen weckt mich der Hunger und Frau G. Fertig geschnarcht - jetzt wird gegessen. Ich krame belegte Brote, Kuchen, Früchte und Getränke hervor. Sollen sie doch nur gucken, dieser Billigflug-Pöbel.

Es ist bereits stockfinster, als wir am "Aeroporto Porto Francisco Sá Carneiro" aufschlagen. Ein schöner, neuer Flughafen. Mit der Metro fahren wir direkt bis zu unserem Hotel. Kaum sind wir da, beginnt es heftig zu unwettern. Im Fernsehen läuft RTL. Schön hier.

22. Januar 2013

mit dem Velo nach Portugal

Ich war noch nie in Portugal. Aber ich kenne José; und der kommt von da. Und wegen diesem José ermute ich, dass es bis Portugal gar nicht so weit ist, denn er kommt jeden Tag mit dem Velo zur Arbeit.

oder so.
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21. Januar 2013

ab nach Portugal

Demnächst reisen wir nach Porto. Porto ist die Hauptstadt des Distrikts Porto in Portugal. Berühmt ist Porto für den Portwein, den Regenreichtum und die vielfältigen Innereiengerichte. Porto liegt ganz am Rande, um nicht zu sagen, am Ende von Europa. Manche sagen auch "anus mundi" dazu ...

In Porto möchte ich die üblichen Sachen unternehmen: Eine Wurst essen, ein Automuseum anschauen und auf einen Turm steigen. Sonst nichts, bloss reptilienhaft an der Wintersonne sitzen und in Büchern lesen.
Ich habe eine Flug und ein Hotel mitten im Stadtzentrum gebucht; beides ausgesprochen preiswert. Im Prospekt sieht das Hotel schonmal ganz toll aus; es hat zwei Betten, fliessend Wasser und Fenster.
Wenn wir da sind und ich mag, werde ich reiseberichten. Wenn nicht, nicht.

Hier könnt ihr zwischenzeitlich ja mein Interview mit "koffer-fuer-handgepaeck.de" lesen.
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20. Januar 2013

dieser Nichtsnutz im Dschungelcamp

Neulich habe ich mir im Fernsehen dieses „Dschungelcamp“ angesehen. Abgehalfterte Promis lümmeln im Wald herum und lallen Unsinn. Würmer fressen und Pfützenhüpfen. Ekelfernsehen - wer schaut da nicht gerne zu und verspotte die hirnweichen Dubel.

Von der aktuellen Staffel bin ich aber etwas enttäuscht. Vieles wurde verändert. Statt im Wald hocken sie nun in der guten Stube. Statt Ungeziefer gibt es nun Schnaps aus Zahngläsern. Einzig das dämliche Gerede ist gleich geblieben. In der letzten Nacht plauderte eine dicke Frau und ein neureicher Nichtsnutz über Eigenblut und Luftpumpen - laaangweilig…
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19. Januar 2013

ich bin ein Glückspilz

Man liest es doch immer wieder; einfache Mitbürger gewinnen im Lotto Millionen. Und was machen die dann mit dem unverhofften Wohlstand? Sie verjubeln es sinnlos in Immobilien, Wertpapier oder die Altersvorsorge.
Und dann kommt es, wie es kommen musste: Eines Tages werden sie von einem Aldi-Lastwagen überfahren oder erliegen dem kreisrunden Haarausfall. Von ihrem ganzen Wohlstand hatte sie nichts!

Nicht so ich. Wenn ich im Lotte gewinnen täte, würde ich alles gleich ausgeben und verprassen. Grad neulich, zum Beispiel, ist mir so ergangen. Ich fand in der Sofaritze mehrere Erdnüsse; die habe ich gleich gegessen. Und ihr glaubt es nicht -aber etwas tiefer unten fand ich sogar auch noch Chips. Wenn das Glück zuschlägt, sollte man es geniessen…
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18. Januar 2013

meine Mikrowelle

Ich sagte noch zu Jeanluc - meinem Fashion Hairdresser: Ich will so eine Dauerwelle haben. So ganz kleine Wellen. Wie dieser – öööhm - du weisst schon, dieser Dings – Atze Schröder …

Mit meiner neuen Frisur bin ich jetzt aber nicht recht zufrieden, sieht aus wie eine Mikrowelle auf dem Kopf.
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17. Januar 2013

da schwimmt ein Flieger

Die „Convair CV 990 Coronado“ war seinerzeit das schnellste Verkehrsflugzeug am Himmel. Die Swissair kaufte gleich acht Stück des viermotorigen und seltenen Jets. Nach nur zwölf Dienstjahren musterte man sie aus; die Bestuhlung war „eigenwillig“ und die Motoren qualmten beim Start dunkelschwarz.
Die HB-ICC schenkte sie dem Verkehrshaus in Luzern. Das war sehr nett. Es stellte sich nun aber die Frage: Wie kommt sie dahin? Immerhin ist der Flieger nicht gerade zierlich; Spannweite fast 37 Meter und ein Gewicht von 55 Tonnen.

Die erste Etappe war noch relativ einfach. Am 20. März 1975 flog man die Coronado auf den Militärflugplatz Alpnach. Der liegt nur fünfzehn Kilometer von Luzern – und direkt am See. In den folgenden Wochen wurde der Flieger trockengelegt und vom Heckleitwerk befreit. Und dann auf einen Schwimmponton verladen. Ein Flugzeugträger auf dem Vierwaldstättersee!

Am 2. Juni stach die Fuhre in See. Mit Motorbooten schob man dem Ponton übers Wasser. Die knifflige Stelle war die Achereggbrücke. Die Durchfahrt war nur knapp einen Meter breiter und genau gleich hoch wie der Flieger. Er passte grad so durch und bereits am Nachmittag erreichte man den Lidopark vor dem Verkehrshaus. Wegen der geringen Wassertiefe kam man nicht ganz bis ans Ufer heran. Für die restliche Strecke musste man eine Brücke gebaut werden. Und so konnte dann die Coronado ans sichre Ufer geschleppt werden. Jetzt war es nicht mehr weit. Zwischen den Bäumen hindurch und ums Haus herum - und hinein ins Museum. Und da steht sie seither.

16. Januar 2013

der Neger soll nicht wichsen

Der Thienemann Verlag überprüft seine Kinderbücher auf „veralteten und ungebräuchlichen Wörtern“. Und er ist fündig geworden: „Neger“, „wichsen“, „Dirne“ und so weiter sollen ersetzt werden.

Sonst ist zu befürchten, dass unsere Heranwachsenden in ihrer Sprachentwicklung gestört würden. Grad neulich habe ich einen Betroffenen seinen Unmut äussern hören. Ich zitiere: «Ey - isch fick deine Muttr - du Hurensohn - bisch behindred?»
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15. Januar 2013

grundlos stinken

Neulich gedachte ich der Tatsache, dass die meisten Vögel keine Hautdrüsen haben. Gar keine.

Der Wiedehopf hat eine; eine Bürzeldrüse.  Hinten am Heck. Damit verstinkt er allfällige Fressfeinde. Die Pinguine wiederum haben weder Hautdrüsen noch Fressfeinde, sie stinken dennoch bestialisch. Grundlos - einfach so. Pfuiteufel.
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14. Januar 2013

einzigartiger Bahnhof Aarau

Kürzlich besuchten wir ja die sensationellen "Meyerstollen" unter dem Bahnhof Aarau. Der Bahnhof selber ist aber auch einen Blick wert. Nagelneu – und zudem machen ihn zwei Sachen einzigartig.

Die Bahnhofsuhr hat eines der grössten Zifferblätter Europas; neun Meter im Durchmesser. Und es ist eine dieser typischen Schweizer Bahnhofsuhren mit dem Sekundenzeiger in Form einer roten Bähnler-Kelle. Und wer sie nicht kennt; der Sekundenzeiger bleibt zu jeder vollen Minute kurz stehen und zeigt so ganz deutlich die Abfahrtszeit an. Entworfen wurde die geniale Uhr von Hans Hilfiker.
Die zweite Sehenswürdigkeit - der Bahnhof Aarau hat ein „Gleis 0“. So etwas gibt es nur ganz selten. Das Gleis = entstand, als der Bahnhof erweitert wurde und man vor dem Gleis 1 eines dazu baute. Erst wurde es als Gleis 10 bezeichnet. Das schaffte aber immer wieder Verwirrung, weil es nicht wie erwartet hinter dem Gleis 9 lag, sondern vor dem Gleis 1. Und so fügte sich die Bahn dem Schicksal und nannte es Gleis 0.
In meinem Begeisterungstrubel habe ich ganz vergessen ein Foto zu machen.
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13. Januar 2013

Indianer vergiften

Eine Weissagung der Cree Indianer: «Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann»
Allerdings - um das zu merken, musste ich keinen einzigen Baum fangen oder Fisch vergiften! Schwanzgrind ...
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12. Januar 2013

dreieckige Quadrate

Kürzlich erfuhr ich, dass junge Toastbrote anfangs komplett viereckig sind. Die Biologen nehmen an, das sei deshalb so, damit die frischgeschlüpften Jungbrote nicht von der Klippe rollen.

Ich glaub aber  das ist nicht so, denn wären junge Toastbrote dreieckig, würden sie auch nicht rollen. Und es war auch nicht kürzlich.
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11. Januar 2013

mangelhafte Unsichtbarkeit

Neulich, als ich mein Unsichtbar-Kostüm von der Reparatur abholte, musste ich feststellen, dass es immer noch fehlerhaft funktioniert.

Oben ging es wieder, aber untenrum war das Resultat immer noch sehr unbefriedigend.
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10. Januar 2013

Nullstein im Bahnhof Olten

Olten gilt als Mittelpunkt des Schweizerischen Eisenbahnnetzes und als Ausgangspunkt der Kilometrierung. Hinter dem Gleis 12 befindet sich auch ein entsprechender Kilometerstein „0“. Nur – das ist leider falsch. Auch wenn es genau so in Wikipedia steht!

Und das kam so: Um 1850 begannen in der Schweiz zahlreiche Eisenbahngesellschaften mit dem Bau einzelner Bahnstrecken. Die damalige „Schweizerische Centralbahn“ (SCB) aus Basel baute zwei Strecken: Basel-Luzern und Bern-Aarau; die beiden Linien kreuzten sich in Olten.
Damit der Lokführer immer genau weiss, wo er grad fährt, werden entlang der Geleise Kilometersteine gesetzt; damals „Stundensteine“ – das ist jetzt aber egal. Die Kilometersteine beginnen immer beim Hauptsitz der Bahngesellschaft. Bei der Centralbahn war das Basel. 1853 waren die ersten Teilstücke um Olten fertig und man wollte den Betrieb aufnehmen. Da aber der Hauensteintunnel noch nicht fertig war, klaffte noch eine Lücke zwischen Basel und Olten. Und man konnte die Strecke zwischen Basel (Kilometer 0) und Olten noch nicht vermessen. Also vermass man die ersten Streckenabschnitte erst einmal ab Olten und verwendete dazu einen provisorischen Nullpunkt im Bahnhof Olten.
Als dann 1858 der Hauensteintunnel fertig war, konnte man die Kilometersteine von Basel bis Olten vermessen. Die genaue Distanz betrug 39,291 km. Jetzt hätte man eigentlich alle provisorischen Kilometersteine ab Olten versetzen müssen. Der Aufwand erschien aber zu gross und man liess das bleiben; ging ja auch so.
Jede Bahngesellschaft hatte damals ihre eigenen Strecken und entsprechenden Ausgangspunkte für die Vermessung. Die „Gotthardbahn-Gesellschaft“ (GB) zum Beispiel hatte ihren in Immensee. Und als ab 1902 die Bahngesellschaften zu den „Schweizerischen Bundesbahnen“ (SBB) verschmolzen wurden entstand ein richtiges Bahnnetz. Die einzelnen Bahnstrecken Strecken haben immer noch an am einen Ende einen Nullstein. Solche gibt es in Basel, Luzern, Zürich, Lausanne usw. Nur in Olten gab es nie einen richtigen Nullstein!

9. Januar 2013

feuchtes Geheimnis unter Aarau

Die Seidenfabrikanten Meyer lebten und arbeiteten vor gut zweihundert Jahren in Aarau. Fürs färben und veredeln ihrer Textilien benötigten sie sehr viel und sehr sauberes Wasser. Und das war schon damals rar. Was sie dann auf die geniale Idee brachte, weiss man heute nicht mehr; aber sie begannen im Untergrund Stollen zu graben und Grundwasser zu sammeln. Die „Meyerstollen“.

Ab 1791 entstanden in einer Tiefe von zehn bis fünfzehn Metern die ersten Wasserstollen. Einige Jahre später erweiterten sie die Anlagen und installierten ein riesengrosses Wasserrad. Heute kennt man etwa 1,7 Kilometer Stollen und Kammern, es dürften aber noch einige unentdeckt sein.

Kürzlich erfüllte ich mir einen alten Wunsch und besuchte die Meyer Stollen. Seit dem Bahnhof-Neubau gibt es einen neuen Zugang in diese Unterwelt. Vom 3. Untergeschoss geht es bloss noch ein paar Stufen hinab und dann kann man ein kurzes Stück eines Zulaufstollens betreten. Eng, finster, nass - grossartig. Und wer sich getraut, kann auch noch etwas weiter ins Dunkel vordringen...

Wer sich für die genaue Lage interessiert, kann sie hier erkunden.

8. Januar 2013

Gretzenbach - Land des Lächelns

Der "Wat Srinagarindravararam" steht in Gretzenbach, unweit von Olten. Und zwischen Aldi, Denner und Lidl. Als ich 2003 das erstemal hier war, stand er noch ganz alleine auf der Wiese, jetzt nicht mehr.

Der buddhistische Tempel ist im traditionellen Thai-Stil gebaute. Schlangenähnliche goldene Spitzen züngeln gegen den Himmel. Ein vielgliedriger Kirchturm überragt ein buntes Ziegeldach. Trotz des trüben Wetters ein Augenschmaus.

Wir werfen einige Münzen in den Goldfischteich, treffen aber keinen der nassen Bewohner.