27. Juni 2013

Benelux: übergeschnappt, und viel bahnfahren

Rumelange. Beim Frühstück erzählt Frau G. vom Feuerwerk in der vergangenen Nacht. Ich habe geschlafen und nichts davon mitbekommen. War alles bestimmt bloss ein Traum! Sie beharrt aber auf dem Feuerwerk und versucht ihre Träumerei sogar mit Fotos zu belegen. Jetzt fotografiert sie schon ihre Träume - ist Frau G. nun übergeschnappt?

Mal vom Nieselregen und dem eisigen Wind abgesehen, ist das Wetter ganz gut. Wir fahren einige Kilometer weiter, bis zum alten Bahnhof „Fond-de-Gras“. Er ist erstaunlich gross und liegt in einem abgelegenen Wald. Einst war hier das Zentrum der umliegenden Eisenerzgruben, bis diese in den 1960-er Jahren eingingen.
Ausgerechnet heute fahren auf den alten Geleisen wieder die Züge. Da wollen wir – ich- natürlich dabei sein. Unsere erste Fahrt geht mit dem Schienenbus nach Pétange.

Zurück nach Fond-de-Gras mit dem Dampfzug; wir reisen 1. Classe.

Die dritte Fahrt mit der Schmalspur Grubenbahn und einer Dampflok nach Doihl.

Die vierte Fahrt mit der elektrischen Grubenbahn durch die Erzgrube hindurch nach Lasauvage.

Dann weiter mit einer Diesel-Grubenbahn nach Lasauvage Eglise und Saulnes in Frankreich.

Die sechste Fahrt geht wieder durch den Stollen zurück nach Doihl, Elektro-Grubenlok.

Und wieder zurück nach Fond-de-Gras mit der Dampflok.

Im Bahndepot stehen noch mindestens ein Dutzend Lokomotiven. Einige sind fahrbar, andere schwer krank.

Nach drei Tagen mit alter Eisenbahnen ist jetzt genug. Frau G. zeigt sich zwar nach wie vor nachsichtig, doch ich will ihre Geduld keinesfalls überstrapazieren. Die nächsten Tage sollen frei von müden Maschinen sein. Ausser der Zufall sollte es anders wollen…

Kommentare:

  1. Soviel rollendes Alteisen - ein Zufall? Ob sich dahinter nicht ein insgeheim lang geschmiedeter Plan verbirgt? Da erscheint mir der Eintrag vom 17. Juni doch eher wie Camouflage: "...ist nun auch geklärt wohin: Irgendwo nach Lotringen, Belgien, Luxemburg. Odr so.
    Am Vorabend der Abreise lag ich nichtsdenkend auf dem Sofa ...".

    Meine Verneigung vor dem Langmut von Frau G.

    Moppelix

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    1. Hoi Moppelix - um alte Bahnen zu finden, brauche ich keine Planung. Sowas habe ich in den Genen...

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