27. Dezember 2012

Tunesien: eine ganz süsse Zuckerschnecke

aus meinem Tagebuch: Teil 16
Montag 22. April 96. Gemeinsam mit einigen Mopeds aus Hamburg fahren wir heimwärts. Doch wie so oft, passiert auf dem letzten Pistenkilometer ein Missgeschick. Diesmal trifft es Andi. Ein Stein schlägt ein Loch in den Motorblock seiner Kawasaki. Da wo das Öl herausläuft kann man nun tief hinein gucken; gar nicht gut! Also verstauen wir den Andi und seinen Töff bei uns im Bus.
Nach wenigen Kilometern auf dem Beifahrersitz beginnt Andi von diffusen Ängsten zu jammern. Nach seiner Meinung hängen diese direkt mit der Pistenfahrt zusammen. Und mit meiner, seiner Ansicht nach, zügigen Fahrweise. Dabei ist es im Bus am ruhigsten, wenn alle vier Räder in der Luft sind. Kopfschüttel.
Wir nächtigen in einem Hotel in Gabés.

Dienstag 23. April 96. Gegen Mittag fahren wir weiter nach Kairouan, auf der direkten Route durchs Innenland. Nur Olivenbäume und Kakteen. Laaangweilig.
In Kairouan beziehen wir wie immer Zimmer im Hotel „Tunisia“. Ein erfreutes „Hallo“, wir kennen uns seit Jahren. Spaziergang durch den Souk, den alten Markt. Leo kauft sich ein Trommel. Toll - beim Didgeridoo tröten hat er ja bisher seine Hände frei, da kann er ja auch gut noch etwas trommeln.
In der Nähe vom Bir Barouta futtern wir „Brik au Thon“. Das sind frittierte Teigtaschen mit köstlichem Inhalt. Und hier gibt es die besten weltweit. Der Bir Barouta ist ein Brunnenhaus. Im ersten Stock oben läuft ein Kamel im Kreis herum und treibt so den Pump-Mechanismus an. Das Kamel und sein Chauffeur haben sich für die Besucher extra herausgeputzt. Beide tragen einen Hut mit bunten Fransen. Im Nebenraum gurgeln wir eine Schischa, eine Wasserpfeife.
Am Abend sitzen wir im Cafe „Sabra“ beim Stadttor und schauen den Leuten zu. Hier treffen wir doch tatsächlich wieder unseren grossmäuligen Schweizer von neulich. Und er wohnt sogar im gleichen Hotel wie wir; ja hurrrra.
Wie jedesmal in Kairouan, gehe ich am Abend in "meine" Konditorei gleich hinter unserem Hotel. Hier gibt es zuckersüsse Naschereien. Und eine ebensolche Bedienerin. Immer wenn sie mir das Rückgeld gibt, krault sie mir die Handfläche und lächelt scheu. So schööön …

Morgen geht es weiter, und vielleicht gibt es noch mehr Frauengeschichten.

Kommentare:

  1. Ich will auch gekrault werden, wann fahren wir?

    Der Andi ist ja lustig, Töff fahren ist doch viel gefährlicher, oder?

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  2. ... und der Konfekt war auch zauberhaft. :-)

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  3. Ich verstehe irgendwie, dass der Schweizer nervt. Hoffentlich hat er euch damals nicht zu viel genervt.

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