30. März 2011

Joiz, und jetzt?

Wer hat’s bemerkt? Seit einigen Tagen gibt es einen neuen Fernsehsender: „Joiz“. Es sei ein interaktiver Jugendsender. „Joiz“ bringe frischen Wind in die TV-Landschaft, prahlten die Macher vor dem Start. Und jetzt?

Ich habe mal hingeschaut. Bunte Bilder und schöne Grafik. Und sonst? Überdrehte Berufsjugendlich machen auf originell. Zappeln herum und tun unheimlich coool - sind aber bloss Füdlibürger mit Mikrofon. Unterbrochen wird der Leerlauf von zu recht unbekannten Musikanten. Etwas blutleer, das Programm!

Es ist halt genau so, wie bei einem aufgedunsenen Hunde-Kadaver am Strassenrand. Man weiss, es ist ein grusiger Anblick, aber man schaut trotzdem immer wieder ganz gwunderig hin...
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29. März 2011

dein Seelenheil und Nacktwanderer

Beim Aufräumen ist mir ein Zeitungsschnipsel vom Februar 1997 in die Hand gekommen. Ein Joseph Ratzinger lässt ausrichten: «Die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche ist keine unabdingbare Voraussetzung für die Erlangung des Seelenheils».

Über die genauen „Teilnahmebedingungen“ zur Erlangung des Seelenheils hat er leider nichts gesagt. Aber ist es üblicherweise nicht so, dass die "Firmen-Mitarbeiter" von der Teilnahme ausgeschlossen sind? Hat er wohl Pech gehabt...
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27. März 2011

Frankreich: feuchte Elsass-Tour

Die Winterpause ist zu Ende. Wir wollen die neue Saison mit einer Reise ins Elsass beginnen. 25. bis 27. März.

Die Wetterprognose ist nicht allzu gut, aber wir müssen fahren, denn der Ausflug ist zugleich eine Testfahrt. Bald starten wir ja zu unserer grossen Balkan-Tour. Ohne bestimmtes Ziel fahren wir nordwärts; zur Schleuse Kembs, Schiffe gucken.

Der Samstag beginnt mit wunderbarem Frühlingswetter. Und dann kommen die Wolken und vergraulen alles. Wir besichtigen zwei Konditoreien in Ensisheim, schlendern über den Samstagsmark in Rouffach und besuchen noch Eguisheim. Überall hat es nette Fachwerkhäuser, brünstige Störche auf den Dächern und keine Touristen. Dafür blühten die Bäume und Büsche.

Auf dem Rückweg kamen wir an der Domaine du Hombourg vorbei, dem „Schloss Burrus“. Das Ding sieht wie eine neugotische Burg mit Zinnen, Wassergraben und Burgtor. Aber statt einem hübschen Burgfräulein und edlen Rittern wohnen hier gut 150 Kühe; und die Türme sind Silos. Die Anlage wurde 1939 von Mauritius Burrus komplett aus Beton erbaut und mit der damals modernsten Landtechnik ausgestattet. Seltsam schön!

Es war trotz des trüben Wetters eine ganz schöne Frühlings-Tour.

25. März 2011

Geburtstag und blutte Brüste

Neulich hatte mein Zwilligsbruder Geburtstag. Habt ihr jetzt den subtilen Schalk bemerkt? Mein Zwillingsbruder. Geburtstag! Neulich!! Ja genau - ich auch!!!

Ich möchte mich für all die netten Geburtstags-Mails bedanken. Ganz besonders bei Shavon, sie schrieb: „Big Penis-Pillen. Natürliche Penisvergrößerung durch BigManhood Pillen ist die beste Penisvergrößerung Pillen auf dem Markt...“ Und auch bei Betty: „Superpillen: mach Deine Freundin gluecklich im Bett…“ Daniel versprach sogar „je hebt de loterij gewonnen“. Und Wrbust; „Bekommen Sie eine straffere und schönere Brust mit unseren Produkten!“ Und ganz besonders der Felecia; „Ett lågt pris för att få ditt rykte upp“. Und die Sandra schickte mir sogar ein Foto ihrer Drüsen und schreibt dazu ganz romantisch: heute noch mit dir ficken wollen“.
Vielen, vielen Dank; so lieb von euch, dass ihr an mich denkt.
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24. März 2011

mein Bärlauch Kuchen

Zurzeit ist Bärlauch in aller Munde. Wo man hinschaut: Bärlauch-Pesto, Bärlauch-Suppe, Bärlauch-Brotaufstrich und so weiter. Zudem sei Bärlauch überaus gesund und bekömmlich. Deshalb hier mein Bärlauch-Lieblingsrezept: "Obwaldner Lebkuchen"

die Zutaten für 2 Leute:
2 Stück Obwaldner Lebkuchen, oder mehr 
ordentlich Nidel; Schlagrahm, schlimmstenfalls aus dem Rahmbläser
gar kein Bärlauch.

Die Zubereitung ist nicht allzu aufwendig. Zuerst alle Zutaten adrett auf einem Teller anrichten - und dann zusammen mit Kaffee und Frühlingssonne geniessen.

23. März 2011

Mund-zu-Mund - wääähh

Diese Tage hat mir ein Vorstand der CVP verkündet, dass sie plane, für ihre Kandidaten „Mund-zu-Mund-Propaganda“ zu machen. Mund zu Mund? Mund-zu-Mund ist doch die Sache mit der Beatmung. Meinte er vielleicht doch eher die „Mundpropaganda“?

Oder gedenkt der Parteivorstand, mir ihren Kandidaten in den Mund pusten. Das will ich nicht – wäääähhh!

22. März 2011

es ist zum Rotwerden...

Seit Jahren trage ich zum Wandern meine Jacke. Sie ist rot. Vielleicht etwas viel rot; sozusagen feuerrot. Und sie ist mir etwas zu gross. Viel zu gross. Gestern, und ich schwöre, die Geschichte ist genau so passiert, stoppte direkt neben mir ein Auto. Der mir unbekannte Fahrer liess das Fenster runter und sagte:
«Jetzt habe ich für einen Moment geglaubt, ich sehe ein rote Ampel! Höhöhöö»

Ich weiss ja selber, dass meine Jacke rot ist. Und dass ich darin aussehe wie so ein Teletubbie. Aber das es so schlimm aussieht, dass man mich mit einer Ampel verwechselt ...


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21. März 2011

Trauriges aus dem Wald - Bärlauch

Neulich schlenderte ich arglos durch den Wald. Da hörte ich plötzlich ein Rascheln im Gebüsch. Es hörte sich an, wie ein Getier im Unterholz. Ein Rascheln, ein Schnaufen; ab und zu ein Knacken. Und es mussten viele sein, denn rundherum war es zu vernehmen. Ich war umzingelt!
So langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Soll ich auf einen Baum klettern, so wie man das immer in diesen Tier-Dokus aus Afrika sieht? Vielleicht sind es Wildschweine. Und die können recht angriffig sein. Aber was aber, wenn es Bären sind! So einer könnte zu mir auf den Baum klettert. Da wäre ich ihm ausgeliefert; und ich würde vor Angst meine neuen Hosen einnässen. Ich will nicht gefressen werden; nicht jetzt.
Auf einmal bewegten sich direkt vor mir das Gebüsch und eine ganze Herde brach durch. Ich blieb wie angewurzelt stehen: Ein Unterländer-Päärli mit seinem Nachwuchs. In gebückter Haltung zupften sie eifrig Grünzeug vom Waldboden. Gefrässig wie ein Heuschreckenschwarm, eine Schneise kahler Waldboden hinter sich lassend.
„Bärlauch-Sammler und aus Zürich“ seine sie, sagte der einer.

Uns Einheimischen macht solch ein Anblick traurig. Fahren diese Unterländer den weiten Weg zu uns in die Berge, um in unseren Wäldern nach essbarem Unkraut zu suchen.
Ich habe diesen hungrigen Stadtmenschen eine Handvoll Sugus zugeworfen. Wollte ihnen eine kleine Freude machen; haben ja sonst nichts zu beissen.
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19. März 2011

Bier unter afrikanischen Palmen

In Nordafrika gibt es in jedem Land mindestens eine Bierbrauerei. In Algerien „Tango“, in Tunesien „Celtia“, in Marokko „Flag“. Bier wird aber vor allem für die Touristen gebraut und es wird nicht so gerne gesehen, wenn die Einheimischen Alkohol trinken. Deswegen geschieht das meist im Verborgenen. Wo das ist, wissen nur Eingeweihte.

Vor einigen Jahren wollte ich mir die Sache mal aus der Nähe anschauen. Die Bierschenke lag etwas abseits vom Städtchen mitten in den Palmgärten. Sie glich einer abgehalfterten Schrebergarten-Baracke. Aber es gab Bier; viel Bier. Und billig! Kurz nach Sonnenuntergang begann sich die Spelunke langsam zu füllen. Schon bald war es rammelvoll; es wurde plagiert, gelacht, geraucht und getrunken.

Gegen Mitternacht machten sich die etwas angeheiterten Mannen auf den Heimweg. Die meisten mit ihrer Mobylette; einem französischen Mofa. Nun muss man aber wissen, Mobylettes gibt es nur in hellblau oder hellbraun, die schauen somit alle irgendwie gleich aus. Und in einer stockfinsteren Nacht noch viel gleicher. Und so stoplerten die Bierseligen im Dunkeln umher und versuchten ihr Töffli zu finden. Und wer glaubte, das seinige gefunden zu haben, sass auf und fuhr damit nach Hause.

Und am nächsten Morgen, so vermute ich, haben sie dann die Mobiletten wieder ausgetauscht, bis jeder wieder seine eigene hatte. Und am Abend fuhren alle damit wieder hinunter in die Palmerie zur Bierschenke...

18. März 2011

Bettler und so

Wer in fernen Ländern unterwegs ist, kennt das Problem, immer und überall diese Bettler. Vielen Neulingen ist das sehr unangenehm und sie wissen nicht wie reagieren. Ich handhabe das so: Jeden Morgen sortiere ich mein Bargeld. Das Einkaufsgeld versorge ich in der linken Hosentasche, das Kleingeld kommt als „Bettlergeld“ in die rechte Hosentasche. Es ist nämlich äusserst unangenehm, vor den Augen eines mausarmen Bettlers in seinem Geld zu wühlen um eine passende Münze heraus zu klauben.
Wenn ich nun einem Bettler was geben will, reicht ein Griff in die rechte Hosentasche. Und ich bin mir sicher, eine entsprechende Münze oder Note zu ergreifen.

Zudem habe ich mir angewöhnt, am Freitag ist jeweils mein „Bettler-Tag“, da gibt es etwas mehr. Das tut den Bettlern gut - und mir auch.
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17. März 2011

Spinatkuchen für Trottel

Neulich habe ich gebacken; „Spinatkuchen mit Feta“. Es ist ein sehr einfaches Rezept, eines für Backtrottel.

die Zutaten für 2 Leute:
Blattspinat, tiefgekühlter Spinat geht am einfachsten
Teig, zum Beispiel fertigen Blätter- oder Pizzateig
2 Eier
ein Becher Saucenrahm
Zwiebel
Knoblauch
Käse, ich nehme Feta
gut 100 g gekochten Schinken
Salz, Pfeffer, Muskat

Den Tiefkühl-Blattspinat auftauen und dann kräftig ausdrücken. Die Zwiebel und den Knoblauch kleinschneiden und glasig dünsten. Die zwei Eier mit dem Rahm verquirlen und salzen, pfeffern.
Nun gewürfelten Kochschinken, die Zwiebeln und den Knoblauch auf dem Teig auslegen, dann den Spinat lose darauf. Mit dem Ei-Guss auffüllen und mit zerbröseltem Feta bestreuen. Etwa 30 Minuten bei 180° schön kräftig backen - und schon ist er fertig!

Wer wie Frau G. keinen Spinat mag, soll den Kuchen trotzdem mal versuchen. Und sonst könnte man den Spinat auch durch etwas anderes, zum Beispiel, Rosenkohl, ersetzen; wobei ich nicht versprechen kann, dass er dann besser munden tut!

16. März 2011

meine Frühlingsrolle

Neulich bebte in Japan die Erde wie kaum je zuvor und eine Flutwelle ersäufte zehntausend Menschen. Zudem dampft es bei zahlreichen Atomkraftwerken aus allen Ritzen und sie verbreitet Angst und Schrecken.
Und was berichtet die kurzatmige Frau heute im Morgenradio? Hier in der Schweiz könnte demnächst die japanische Soja-Sauce knapp werden...


Da bin ich sprachlos - uns bleibt wohl gar nichts erspart! Als ob die Katasrophen nicht schon genug schlimm wären, müssen wir nun auch noch die dümmlichen Journalisten aushalten...

Auch ich mache mir grosse Sorgen - um meine Frühlingsrolle.

15. März 2011

zu Besuch beim Heiligen

Eine Bergab-Wanderung von Kapelle zu Kapelle, immer auf den Spuren vom Bruder Klaus, dem einzigen heiligen Obwaldner.
Von der Postauto-Haltestelle stiegen wir hoch zur „Samiglaiser Chappelä“, der Kapelle St. Niklausen in Kerns. Eine bemerkenswerte Kapelle mit beeindruckenden Fresken aus der Zeit um 1370 und einer reich bemalten Kassettendecke aus dem Barock; vergleichbar mit Hergiswald.

Es geht steil hinab ins Tal der Grossen Melchaa und zur Mösli-Kapelle. In dieser spätmittelalterlichen Kapelle wohnte einst der Bruder Ulrich, ein Weggefährte von dem Bruder Klaus. Der Legende nach hauste er unter einem grossen Stein. Dieser eiszeitliche Gletscherfindling kann heute im Nebenraum der Kapelle bewundert werden. Um ihn ranken sich einige Lokal-Legenden.

Weiter gehts steil bergab, hinunter in den Ranft. Hier unten einsiedelte der Sachsler Klaus von Flüe; später heiliggesprochen und heute als Bruder Klaus bekannt. Zwei Kapellen stehen ganz malerisch am Waldrand. Bedrängt von der Melchaa und unzähligen Pilgern. Jetzt im Winter ist es aber ganz still und besinnlich.

Ein kurzer Aufstieg bringt uns hinauf ins Flüeli. Da stehen das Geburts- und das Wohnhaus vom Bruder Klaus. Und auf der Fluo thront die barocke Flüeli-Kapelle mit ihrer eigenartigen buntbemalten Walmdecke und dem reich geschnitzten Chorgestühl.
So, ab hier geht es nun nur noch bergab, zuerst Richtung Sachseln bis zur Lordes-Kapelle am Wissibach. Dann weiter über die Sachsler-Allmend und die Polenstrasse ganz hinunter nach Sarnen.

Obwohl uns föhnige Aufhellungen  versprochen wurden, wurde es zusehends trüber. Aber es war ein schöner Kreuzgang; etwa 9 km lang, 150 Höhenmeter bergauf und 450 bergab. Und an sieben Kapellen vorbei.

13. März 2011

unterwegs: Fluchen nach Zahlen

Vor einigen Jahren sass ich im Süden von Tunesien in einem Strassencafe und trank mein BOGA. In der Nähe sass ein Wüstenfahrer und beäugte seinen parkierten Töff. Immer wenn die Dorfbuben seine Maschine befingerten, schrie
er ihnen Zahlen zu: «Siebenhundertneunundneunzig - hundertdreiunddreissig - Dreitausendzweihundertfünfundachtzig» und so weiter...

Ich schaute und hörte dem Tun eine Weile zu. Warum ruft der immer Zahlen? Und was sind das für Zahlen?
Er klärte mich auf: Er schreit Zahlen statt Fluchwörter. Die Einheimischen verstehen ja sowieso kein deutsch und so macht es für sie ja keinen Unterschied. Er schreit und sie lassen die Finger von seinem Töff. Er aber kann sich die Flucherei ersparen und den Anstand wahren.

Ein huerä gscheiter Wüstenfahrer; von ihm kann man einiges lernen.
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12. März 2011

Robidog wird 30

Ihr alle kennt das: Ein Hund drückt krummbucklig eine Geggel aus seinem Leib. Gschwind bückt sich das Herrchen und greift nach dem warmweichen Würstchen im Gras; die Greifhand mit einem schwarzen Plastiksäckli geschützt. Kurz mit der anderen Hand das Säckli auf links gezogen, und schon ist das Hundedreck im besagten Plastiksäckli gefangen. Der Hündeler trägt das fest zugeknüpfte Säckli nun wie eine Trophäe mit sich, um es dann in einen grasgrünen Sammelkasten zu stopfen; in einen „Robidog“. Der Blechkasten sieht aus wie ein Briefkasten - der ginge übrigens auch, aber die Pöstler mögen das gar nicht.

Der Robidog wurde heuer vor 30 Jahren, 1981, von Joseph Rosenast aus Thun erfunden. Der Robidog gehört wie die Ovomaltine, das Rivella, der Turbo und die Swatch zu den bekanntesten Schweizer Erfindungen.

Die schwarzen Robidog-Plastiksäckli eignen sich auch wunderbar als Znünisäckli. Und nachher kann man damit ja immer noch ein Köter-Pralinen einsammeln.

10. März 2011

Untiefe auf eigene Gefahr!

«Baden auf eigene Gefahr» steht da geschrieben. Bei solchen Schildern komme ich immer ins Grübeln. Ich frage mich dann; auf wessen Gefahr könnte ich denn sonst baden?

Und wenn jetzt kein Schild da stünde, dann würde ich ja wohl nicht auf "eigene Gefahr" baden. Dann vermutlich auf "fremde Gefahr"? Könnte ich dazu einen Badegefahren-Stellvertreter anfordern? Der würde dann für mich die Gefahren des Badens erdulden...

9. März 2011

zuhause: nicht die Sändy beissen - neiiin!

Gestern ging ich dann doch nochmal an die Fasnacht, Umzug anschauen. Es begab sich, dass ich genau hinter einer Frauengruppe zu stehen kam. Diese hatte ihr Rudel Kinder mitgebracht. Alle verkleidet; die Mädchen waren pink oder lila Feen. Die Buben als Cowboys eingekleidet und mit Plastik-Revolvern bewaffnet.
Genau vor mir stellte sich die Leitkuh hin; gebärfreudiges Becken, üppige Milchdrüsen, spannende Stretch-Jeans, hohe Stiefel, Sonnenbrille im Haar - und eine eindringliche Stimme.

Aber gut, hingucken muss man ja nicht. Aber leider hinhören! Im Gegensatz zu den Augen, lassen sich meine Ohren nicht zu machen.

Das ging nun immerzu so:
«Tscheiiisen – nicht die Sändy... nein, nicht – neiiiiin!»
«Tschastin komm her; sofort! komm heeer, nein - sooofort! Tschastiiiin!»
«Tscheisen, Tscheeiiisen! Hör jetzt... - neiiin»
«wääähhh»
«Tschastiiiiiin, Tscheiiiisen, wer hat der Kimberli sei Flügel runtergerissen?»
«wääähhh»
«Geht da weg. Komm her, neiiin, nicht, nicht die Flügel, neiiiiin, Lewin»
«wääähh – der Tscheisen... wääähhh»
«Tscheisen – nicht die Sändy... nein, nicht die Krone – neiiin! Tscheiiisen!»


Währenddessen zogen unzählige lustige Maskeraden und farbige Guggenmusigen vorbei, ja ein ganzer Fasnachtsumzug. Und es wurde Zeit, dass ich auch weiter ziehe. Noch lange konnte man in der Ferne das langsam leiser werdende Geblöcke der Leitkuh vernehmen:  
«Tscheiiisen, Tschastiiiiiin - neiiin...»

8. März 2011

internationaler Frauentag

Heute feiern wir Feministen den „internationalen Frauentag“. Neben dem Valentinstag, Muttertag, Maria Empfängnis und dem Altweibersommer wohl der wichtigste Frauentag im Jahr.
Dieses Jahr in Kombination mit dem "internationalen Autosalon Genf" und dem "Fasnachtszyschtig". Also für jede von uns ein Feiertag.

Vielen Dank allen bewegten Frauen. Ohne euch wäre die Welt um ein Vielfaches trister. Aber wohl auch etwas weniger kompliziert.
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7. März 2011

Konfetti in der Unterhose

Gestern waren Frau G. und ich an der Strassenfasnacht. Ich hatte meine geheimnisvolle Eulen-Mütze auf, wurde aber dennoch von allen erkannt. Es war schön, kalt, laut und bunt. Und wir wurden mit Konfetti und allerlei Bonbon beworfen. Die Pfefferminz-Lutscher warf ich zurück, die mag ich nicht.

Nächstes Jahr will ich mich als Fischstäbli verkleiden. Oder als Barbie? Vorerst klaube ich mir jetzt aber die diesjährigen Konfetti aus den Ohren und den Unterhosen.
Und dann beginnt die neue Reisemobil-Saison...

5. März 2011

Steinmanndli und Bettnässer

Neulich habe ich zu Ehren vom "St. Veit", dem Schutzpatron der Bettnässer, ein Steinmandli gebaut. Himmelhoch, bis meine Arme zu kurz wurden.

Jetzt denken sich bestimmt einige; wo ist da der Zusammenhang zwischen Bettnässer und Steinmanndli...

3. März 2011

überall ist Fasnacht

Es ist Schmutziger Donnerstag, auch "Schmudo" genannt! Heute hat in aller Frühe die diesjährige Fasnacht begonnen. Erst wollte ich nicht mitmachen, aber dann konnte ich nicht mehr widerstehen. Ich habe mich kurz entschlossen kostümiert und mich dem bunten Narrentreiben angeschlossen.

Das Thema meines diesjährigen Kostüms müsste ja leicht zu erraten sein? Es ist nicht der Tarzan. Und auch nicht die Miss Schweiz...

Kunst: Franz Gertsch in Burgdorf

Wer mal in Burgdorf vorbei kommt, sollte die Gelegenheit nutzen und das Museum Franz Gertsch besuchen. Zum einen ist die Beton-Architektur durchaus einen Blick wert, zum anderen sind die grossformatigen Bilder und Holzschnitte von Franz Gertsch wirklich beeindruckend.

Franz Gertsch malt Bilder im Jumbo-Format. Frauen-Portraits so gross wie ein Garagentor. Und manche seiner Holzschnitte sind noch grösser. Leider sind die Ausstellungen von fremden Künstlern nicht immer sooo seheswert; nett ausgedrückt...
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2. März 2011

braune Schokolade

Ein Sprichwort für die kommenden Ostertage:
«Bei weitem nicht alles Braune, was am Wegrand liegt, ist Schokolade.»

1. März 2011

geheimes Geld und die Filzläuse

Ich reise ja nun schon seit einigen Jahren auf der Erdkugel herum. Die meisten Missgeschicke, die Neulingen so passieren können, sind mir bereits passiert und somit hinter mir. Ich bin jetzt wohl ein Routinier und trampe nicht mehr in jedes Fettnäpfchen - dachte ich.
Als ich neulich, zurück aus Istanbul, meinen Koffer ausräumte, fand ich darin nicht ganz unerwartet meine Schmutzwäsche. Was ich nicht fand, war mein Reserve-Notfall-Hunger-Geld. Ich hatte es ganz raffiniert im Koffer versteckt. Und nun war es nicht da; weg; verschwunden, spurlos!

Ich meine, man kennt das ja. Und sieht es täglich im Fernsehen. Dieses Ausland ist gefährlich. Da werden bleiche Touristen von ruchlosen Hoteliers bestohlen, von Taxifahrern um ihr Vermögen geprellt, vom Eiscremeverkäufer auf offener Strasse ausgeraubt und Meerblick hat ihr Hotelzimmer auch keinen. Bei uns war das aber anders. Alle waren ganz nett und zuvorkommend. Aber wo ist dann nun mein Geld?
Gehörte unser rehäugiges Zimmermädchen einer räuberischen Bande an? Kaum kehrt man ihr den Rücken zu, vergerift sie sich an Touristenkoffern? Nö, glaube ich nicht. Auch der Mann an der Rezeption schaute recht unkriminell aus. Und die Frühstücksköchin eigentlich auch.
Aber wer könnte denn dann in meinen Koffer gelangfingert haben? Die Zöllner - klar, die waren das! Wer weiss schon, was die im Halbdunkel des Flughafenkellers so alles mit meinem Koffer getrieben haben. Darin gewühlt haben die, und nach Wertvollem gesucht. Natürlich; deswegen durchleuchten sie ja auch jedes Gepäckstück. Die wollen sehen, wo man was stehlen kann. Und dann klauen sie das Geld und fressen die Biskuits aus den Koffern. Elendes Gesindel, Filzläuse sollen die bekommen.

Heute habe ich meine frischgewaschenen Istanbul-Hosen angezogen. Diese haben eine extra eingenähte Innentasche; ein geheimes Geheimversteck. Und jetzt ratet mal, was da drin war? Mein Geld, frisch gewaschen, zwar etwas geknüllt, aber noch brauchbar. Und vollständig. Ich muss mich nun wohl bei allen Istanbuliensern für meine Verdächtigungen entschuldigen. Und ganz besonders bei den Zöllnern; wegen der Filzläuse...