21. Juni 2011

erotisches Abenteuer

Tief im Innersten bin ich ein Abenteurer. Kein Sammler, nein, ein Jäger. Ich täte endlose Wüsten und Meere überqueren, wilde Menschenfresser in dampfenden Urwäldern entdecken oder giftigem Getier nachsetzen. Täte ich. Aber im Alltag sieht das eher so aus, dass ich Hosen mit Beintaschen trage und mir die Ohrenhaare spriessen lasse.

Neulich war wieder einmal Zeit, etwas ganz Verwegenes zu tun. Erst wollte ich mir ein Gummiseil um die Knöchel knüpfen und von einer Brücke springen - laaangweilig, wie Fallobst. Oder ich gehe einheimische Schlangen fangen - nicht schon wieder, habe ich schon am letzten Sonntag gemacht. Es müsste etwas ganz verwegenes sein. Irgendwohin reisen, wo ich noch gar nie war. Neuland betreten, fremdartig und exotisch. Nach Timbuktu, oder vielleicht nach Djibuti? Dann aber hatte ich die zündende Idee: in einen Erotik-Markt.

Das Gebäude mit dem Erotikmarkt erschien mir etwas arg unerotisch. Sieht aus wie ein Pneuhändler oder ein Brockenhaus. Also gschwind hinein, bevor mich hier jemand sieht.
Im Laden präsentierten sie ein reichhaltiges Angebot von anscheinend erotischem Zubehör. Viele bunte Hefte und Filme mit schmollmundigen und langschwänzigen Darstellern. Textilfreie Unterwäsche, die bloss aus den Nähten bestand. Alle möglichen Körperteile aus Gummi, bunt oder in der Farbe von Stützstrümpfen. Gummischwänze, so lang wie mein Unterarm. Lustig anzuschauen, jedenfalls deutlich lustiger als die feilgebotenen Scherzartikel.

Eine aufblasbare Gummifrau schaute mich mit ihren Augen erstaunt an; ist wohl Zeit zu gehen! Genug Abenteuer für diesesmal...
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