31. Dezember 2011

wandern im Schnee

Für einmal wollte ich bei einem neuen Trend-Sport frühzeitig dabei sein. Ein Pionier.

Beim nochmaligen durchlesen der Gebrauchsanleitung musste ich dann aber erkennen, dass ich fürs Nacktwandern komplett falsch ausgerüstet bin.
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30. Dezember 2011

Demonstration für nichts

Neulich wollte ich, wie so viele andere, auch einmal demonstrieren.

Auf dem Schild steht in weisser Farbe und grossen Buchstaben:
«Hier gibt es nichts zu sehen - bleiben Sie mir fern». Es kam dann auch tatsächlich niemand näher. Beeindruckend!
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29. Dezember 2011

12 Dinge die man einpacken... 3. Teil

Hier den dritten Teil meiner „12 Dinge, die man unbedingt einpacken sollte“.
erster Teil
zweiter Teil

13. vakuumierte Kleider. Unterwegs braucht man immer mal wieder eine Garnitur saubere Kleider. Sei es für einen Besuch oder die Rückreise mit dem Flieger. Am einfachsten vakuumiert man diese ein, so bleiben sie sauber und nehmen kaum platz weg. Ich lasse das jeweils in der Metzgerei machen.

14. Saugnapf-Haken. In den Campingplatz-Duschen hat es vielerorts keine Kleiderhaken. Und so fällt dann bestimmt das über die Türgeworfene Frotteetuch noch gschwind in die Nässe. Oder die frischen Unterhosen. Da helfen eigene Saugnapf-Kleiderhaken.

15. Stoffbeutel. Für die Schmutzwäsche nehme ich immer einfache Stoffbeutel mit Kordelzug mit. Diese bekommt man für wenig Geld bei den Werbematerial-Händlern. Luftdurchlässig und die Wäsche kann platzsparend komprimiert werden.

16. Plastiksandalen. In manchen Gegenden der Welt ist das Gras nass und die Dusche pilzverdächtig. Dagegen helfen billige Plastik-Latschen. Die kann man auch vielerorts kaufen, aber manchmal passen die nicht, sind pink oder stinken nach alten Reifen. Darum nehme ich meine von zuhause mit.

und das kann man getrost zuhause lassen:
17. schrille T-Shirts oder Fussball-Leibchen. Oder solche mit lustigen Texten drauf, wie „Bier formte diesen Körper“ oder „sexy girl“. Damit fällt man nämlich garantiert auf und jeder Noggel ruft einem irgendwas nach. Selten etwas Nettes!

18. ...vielleicht hat jemand von euch noch Ergänzungen?
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28. Dezember 2011

meine Rucksack-Wollmilchsau

Ich brauche einen neuen Rucksack! Der alte ist kaputt und ich will doch demnächst ferienhalber dem garstigen Klima entfliehen. Mit dem Flieger. Da kam das Angebot der Koffer-Arena zum Rucksack-Test grad goldrichtig.

Mein neues Reisegepäck muss nämlich einiges können:
+im Hotel soll er wie ein Koffer ausschauen.
+im Flughafen soll er hinter mir herrollen.
+und unterwegs will ich ihn am Rücken tragen können.
+nicht zu gross, aber auch nicht zu klein.
+keine bunte Farbe, aber auch nicht schwarz.
Also; ich brauche eine Rucksack-Wollmilchsau - einen „Rucksackrollkoffer“! Gibt es nicht! Doch, sowas gibt es tatsächlich: Nennt sich "Rucksack-Trolley".

Ich habe mich für einenSamsonite Offtread Trolley-Rucksack entschieden. Und nun ist es da, mein Test-Exemplar. Khaki-grün und etwa 40 Liter Volumen. Nach einem ersten Augenschein bin ich mehr als zufrieden damit. Robust, überraschend bequem und einige kluge Details. Gut, bis jetzt musste er sich aber erst in der heimischen Stube bewähren. Doch das ändert sich demnächst, dann verreisen wir nach Ausland.

27. Dezember 2011

mein Selbstportrait

Ich kann nichts dafür. Ich bin halt so!

...wollte es nur mal gesagt haben.

26. Dezember 2011

Eskimo sind wortlos

Manche sagen, die Eskimo kennen über achtzig Wörter für „Schnee“.

Sie kennen aber für ...
-sich im Nebel verirren,
-sich im Scheesturm verirren,
-am Abend nicht mehr nach Hause finden,
-sich zuhause aussperren,
-draussen den Haustürschlüssel verlieren,
-
ohne Mantel kurz Zigaretten holen gehen,
-kurz Bier holen, ohne Mantel,
-ohne Mütze raus gehen,
-ohne Strumpfhosen raus gehen,
-exhibitionistisch den Mantel öffnen,
-ins Wasserloch fallen,
-in die Eisspalte stolpern,
-vom Eisberg stürzen,
-vom Gletscher rutschen,
-in der Kurve vom Schneemobil fallen,
-vom Hundeschlitten purzeln,
-sich beim Eisplatte-Hüpfen in der Weite verschätzen,
-nicht merken wenn das Kanu leckt,
-vergessen das Kanu an der Scholle festzumachen,
-kurz mal schwimmen gehen,
-einem hungrigen Eisbär begegnen,
-zwei hungrigen Eisbären begegnen,
-einem hungrigen Walross begegnen,
-einem hungrigen Killer-Pinguin begegnen,
-einem hungrigen Eskimo begegnen,
-Nacktwandern,
-vergessen vor der Abfahrt das Schneemobil zu tanken,
-vergessen die Schlittenhunde zu füttern,

-vergessen den Hundeschlitten an den Schlittenhund zu knüpfen,
-den fremden Husky reizen

... bloss ein einziges Wort: „døde“
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24. Dezember 2011

ein Lieblingsbild zu Weihnachten

Weihnachten ist ja geprägt von kitschigen Bildern. Von überall blicken uns pfausbackige Engel und aufgedunsene Weihnachtsmänner an. Es geht aber auch anders.

„Die Jungfrau züchtigt den Jesusknaben vor drei Zeugen“. 1926 von Max Ernst gemalt. Ein grossartiges Bild, dass einem verblüfft und verwirrt.

Was sehen wir? Maria, die Mutter Gottes, versohlt ihr Kind; den Jesus. Seine Füdlibacken sind schon gerötet und sein Heiligenschein liegt am Boden. Drei Männer beobachten gelangweilt das Geschehen.
Die Jungfrau Maria, Mutter Gottes, ist traditionell das Sinnbild für Sanftmut, Milde und Gnade. Hier wird sie aber als Frau und Mutter dargestellt. Sie entzaubert sich selber. Auch Jesus ist einfach ein Menschenkind; augenscheinlich mit den üblichen Problemen.
Statt der einfältigen Hirten sind drei kritische Denker Zeuge des Vorfalls. Max Ernst und seine beiden Freunde Paul Éluard und André Breton.
Nicht bloss ein Heiligenbild, ein Denkbild.

Ich wünsche euch allen wunderschöne Festtage.

23. Dezember 2011

Schminkzeug und die Söldnerei

Meine Götti-Meitli ist fünfzehn und eigentlich eine ganz liebe. Öhm - für fremdsprachige Leser: Ein "Götti-Meitli" ist ein "Patenkind-Mädchen". Also: Mein Götti-Meitli ist eine ganz liebe und wurde neulich beim Ladendiebstahl erwischt! Schminkzeug für 22,10 Franken hat sie gestohlen!

Ich war darüber nicht sehr erfreut. Überhaupt nicht! Mit Ladendiebstahl ist nämlich nicht zu spassen. Damit hat schon manche Kriminellen-Karriere begonnen. Und geendet hat das ganze mit Flugzeugentführung und Söldnerei; habe ich ihr erklärt. Sie musste mir versprechen, künftig von Diebstahl und Flugzeugentführung abzusehen. Weiter habe ich sie augeklärt, dass sie wohl zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt wird.
Sie bekommt dann einen orangen Overall mit Rückennummer und Gummischuhe in Einheitsgrösse. So gekleidet muss sie dann jeden Morgen vor dem Bahnhof auf den vergitterten Kleinbus warten, der sie zum Einsatz karrt. Dort muss sie Brennesseln mähen oder den Schleim aus Kanalisationsschächten schaben. Oder in der Kadaver-Sammelstelle Sortierungsarbeiten erledigen. Und das ist bloss das Freizeitangebot für die Tüchtigen. Die anderen müssen richtig arbeiten. Am Mittag gibt es einen Napf Kohlsuppe und etwas wässrigen Tee. Schluss ist abends um Neun. Und dann muss sie nachhause laufen, da der Busfahrer längst Feierabend hat.

Meint ihr, reicht das? Oder hätte ich weiter erzählen sollen, bis sie richtig weint?
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22. Dezember 2011

Matratzen-Aufschnitt

Neulich musste ich die betrübliche Feststellung machen, dass meine Matratze mürbe geworden ist. Sie hat schlapp gemacht; sie hängt durch. Ich kann mir ihr Verhalten eigentlich nicht erklären, da ich ja eigentlich von überaus feingliedrigem Körperbau bin. Ich vermute einen Materialfehler.

Wie dem auch sei, ich investierte mehr als hundert Franken in eine neue Matratze. Eine ganz stramme, die sich dennoch weich und sanft an meinen Körper schmiegt. Nun musst ich aber die alte loswerden. Wohin damit?
Mit dem Brotmesser schnitt ich den Schaumstoffkern in handliche Würfel. So konnte ich nun jeden Morgen einen davon mitnehmen und beim Bahnhof in den Abfalleimer stopfen. Nach einer Woche war die komplette Matratze vollständig weg. Raffiniert, oder?
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21. Dezember 2011

Vergangenheit ist kein Zufall

Heute vor genau 46 Jahren war auch Mittwoch. Unglaublich!
Sowas kann doch kein Zufall sein...

die Geschichte von den Mandarinen-Böcken
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20. Dezember 2011

es weihnachtet schlimm

Früher, als kleiner Bub, als ich im Winter noch wollene Strumpfhosen trug, war meine Welt noch übersichtlich. Im Herbst hockten die Krähen auf den Telefondrähten, bevor sie wegflogen. Irgendwann stellte die Mutter einen Adventskranz mit vier Kerzen auf den Stubentisch. Dann kam jedes Jahr dieser Nachmittag, wo wir mit dem Vater spazieren gehen und nachher baden mussten.

Anschliessend stand völlig unerwartet eine kleine Tanne in der Stube. Und ein Vogelhäuschen mit Figuren drin: Maria, Josef und das Jesuskindli. Dazu zwei Hirten und einiges Beistehgetier. Dann zündete der Vater die die Kerzli an und wir assen die Schokolade-Mäuse vom Baum. Zwei Wochen später kamen die Drei Könige hinzu. Am Tag darauf warf die Mutter den nun ausgedienten Christbaum aus dem Fenster und der Vater machte Anfeuerholz daraus. So war Weihnachten. Jedes Jahr. Schön.

Heutzutage findet Weihnachten im Einkaufszentrum und Fernsehen statt. Und es hat viel mehr Mitwirkende. Einen dicken Mann im roten Hosenanzug, einen rotznasigen Hirsch. Zahlreiche Engel, eine Kutsche mit Rehen, einen Limonaden-Sattelschlepper. Schoko-Osterhasen in Zäpfchenform. Jedes Jahr schlimmer.

19. Dezember 2011

Geheimnis um Kim Jong-il gelüftet

Eilmeldung + aktuell + Geheimnis gelüftet +++
Auf dem Bahnhofplatz in Giswil (Obwalden) steht seit gut einem Jahr ein beeindruckendes Denkmal. Eine Herrscher-Figur steht stramm und blickt über die parkierten Autos gegen Westen. Und den Bahnreisenden streckt sie ihr Hinterteil entgegen. Wen aber soll diese Statue darstellen? Bis heute ein Rätsel.

Nun scheint das Geheimnis um die geheimnisvolle Statue gelüftet: Gerüchten zufolge soll es sich um Kim Jong-il handeln, den nordkoreanischen Führer und Staatenlenker. Bis anhin vermutete man eher den „Schacher Seppli“ oder den Papst. Aber nein: Giswil hat das erste und einzige „Kim Jong-il Denkmal“ ausserhalb Nordkoreas. Eine Sensation!
Man möchte damit nordkoreanische Touristen anlocken. Und mit Jong-il hat man die perfekte „Galionsfigur“ gefunden. Man erwartet, dass sich das verschlossene Land nach dem Hinscheiden des Herrschers öffnet und die Nordkoreaner in die Welt hinaus reisen wollen. In Giswil geht man davon aus, dass die Nordkoreaner bei der Wahl ihrer Reisedestination nicht besonders wählerisch sein werden; Hauptsache raus aus Nordkorea. Und da bietet sich richtiggehend Giswil an. Man darf gespannt sein, ob die Rechnung aufgeht.

Der Werbeslogan lautet übrigens: "Grüezi Koreaner - bei euch ist es auch nicht schön".
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18. Dezember 2011

Höllenhund von Guatemala

Genau heute vor vierzehn Jahren war ich in Guatemala unterwegs. Wir fuhren von Antigua nach Copán Ruinas in Honduras. Das war zu der Zeit, wo ich keine Foto machte. Geblieben ist mir von dieser Reise deshalb einzig mein Tagebuch und dieses Holzpferd.

Kurz vor der Grenze machten wir in Chiquimula Mittagsrast. Und dort kaufte ich diese bunte Holzschnitzerei. Ein Holzpferd. Ich mag solche volkskundliche Schnitzereien.  Und die "Ursula" hat mir immer Glück gebracht und mich glücklich und wurmfrei nach Hause gebracht.
Allerdings kam ich später ob der eigenwilligen Darstellung ins Grübeln. Wegen der gelben Augen vermute ich, dass es gar kein Pferd ist. Vermutlich ist’s ein Höllenhund? Oder so.
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17. Dezember 2011

Joachim ist ein Schafseckel

Nun war es also da, das Sturmtief „Joachim“. Es kam mitten in der Nacht und rüttelte heftig an den Storen und ich tagwachte sinnlos früh. Zudem seichte es monsunmässig. Wozu das alles?

Es gibt wohl wenig, was unnützer ist, als so ein Sturmtief „Joachim“? Scheidenpilz vielleicht; der nässt auch, das aber wenigstens geräuschlos. Vakuumverpackte Spiegeleier, Pissoirstein mit Zwiebelgeschmack oder Fenster im Blindenheim; alles auch völlig nutzlos. Horoskope oder Werbeanrufe abends um zehn; braucht kein Mensch. Oder die Plastik-Weihnachtsmänner und blinkenden Weihnachts-Girlanden; nutzlos. Die verwüsten auch ganze Landstriche. Genau wie das Sturmtief „Joachim“.

"Joachim" ist ein Schafseckel..

16. Dezember 2011

12 Dinge die man einpacken... 2. Teil

So - hier nun der zweite Teil meiner 12 Dinge, die man unbedingt einpacken sollte wenn man auf Tour geht:
erster Teil

7. Bettuch. Ein leichtes, billiges Leintuch wiegt nicht viel und schützt in fremden Betten vor Krabbeltieren und Speichelflecken des Vorgängers. Ich schreibe zusätzlich oben „oben“ drauf. So liege ich immer auf der richtigen Seite vom Leintuch. Die andere Seite ist dann offiziell die schmutzige.

8. Leimstift. Wer gerne Papierschnipsel, Visitenkarten, getrocknete Blumen oder anderes ins Tagebuch kleben möchte, der braucht einen Leimstift. Je nach Reisegebiet sind solche vorort kaum zu bekommen.

9. Streuwürze. In manchen Gegenden dieser Welt kocht man gerne ohne Gewürze und Salz. Nach einigen Wochen kann man die fade Esserei nicht mehr ertragen. Ungesalzenen Reis mit Fisch; jeden Tag! Streuwürze hilft über die schweren Zeiten. Schweizer nehmen ihr „Aromat“ mit.

10. Kabelbinder. Auf Flügen verschliesse ich damit die Reisverschlüsse an meinem Gepäck. Ich wurde „während“ der Flüge schon ein paarmal beklaut. Und ich verdächtige die Flughafenmitarbeiter. Wozu sonst röntgen die wohl jedes Gepäckstück? Bestimmt um zu schauen, was drin ist und geklaut werden kann!

11. Aroma. In der Wüste muss man viel trinken. Aber irgendwann kann man das lauwarme Wasser kaum mehr hinunterwürgen. Da hilft Lebensmittelaroma. Einige Tropfen davon ins Wasser und es schmeckt wesentlich angenehmer. Aroma gibt es in der Apotheke in zahllosen Geschmacksrichtungen. Aber unbedingt drauf achten, es muss wasserlöslich sein! Ich mag am liebsten Pfefferminze und Zitrone.

12. Universal-Kabel. Ein solches Kabel hat auf der einen Seite eine heimische Steckdose, am anderen Ende blanke Drähte. Da kann dann einen entsprechenden Stecker vom lokalen Markt montieren. Manchmal gehen auch Krokodilklemmen oder Bananenstecker. Oder man würgt einfach die blanken Drähte in die fremde Steckdose.

Fortsetzung folgt...
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15. Dezember 2011

war dann doch nicht so schlimm...

Neulich besuchte ich einen Weihnachtsmarkt in Bremgarten. Mit Frau G. - freiwillig! Es war düster, eiskalt und nieselregnete leicht. Mich fröstelte und die Ohrwascheln röteten sich zusehends. Ich hätte wohl klüger doch einen Pullover anziehen sollen. Und die neuen Winterschuhe.

Wir investierten vier-fünfzig in eine Grillwurst. Eine Cervelat. Beim ersten Bissen war sie so heiss, dass ich kalte Luft durch die Zähne ziehen musste. Davon gab es ja um mich herum genügend. Den Kartonteller mit den Senfresten drückte ich ganz beiläufig an ein Schaufenster. Er blieb haften; die Adhäsion von Senf ist immer wieder erstaunlich.
Ich wollte noch Geschenkpapier kaufen. Ich fragte, ob sie es mir einpacken tun, es soll nämlich ein Geschenk werden. Tun sie nicht!
Ein schöner Ausflug. Ich gehe vielleicht wieder mal nach Weihnachtsmarkt.

14. Dezember 2011

Blogger-Chinese war bei uns

Im vergangenen August war der berühmte Blogger Yibo Fan in Ob- und Nidwalden unterwegs. Jetzt ist sein zweiter Beitrag darüber erschienen; diesmal über Engelberg. Der erste Beitrag erschien im Oktober, über das Stanserhorn.

Qi Se Di Tu“ heisst sein Blog; „farbige Weltkarte“ oder so... Seit sechs Jahren bereist Yibo Fan die Welt und berichtet darüber seinen Landsleuten. In China ist er ein Superstar und sein Blog wurde schon weit über 50 Millionen mal angeklickt. Und hätte der Beat mir vorher gesagt, dass er mit dem berühmten Chinesen wandern geht, wäre ich gerne mitgegangen...

Sehr lesenswert. Und schöne Bilder. Hier auf deutsch.
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13. Dezember 2011

fast ausgestorbene Näschpli

Am vergangene Samstag habe ich zum ersten mal in meinem Leben "Näschpli" gesehen; Mispeln. Wir sind dafür extra nach Nidwalden, nach Ennetmoos auf den Mueterschwanderberg gereist.
Heutzutage sind die Mispeln sehr selten geworden, fast ausgestorben und vergessen. Aber in Nidwalden gibt es noch einige wenige Näschpli-Bäume, wie die Mispel hier genannt wird. „Näschpli“ kommt übrigens vom „Nespola“, dem italienischen Ausdruck für Mispeln.

Aus den Mispeln wird meist Marmelade gemacht: Näschpli-Gelee. Recht süss und mit einem feinen Zimtgeschmack.

Näschpli werden erst im Spätherbst nach den ersten Frostnächten geerntet. Die etwa zwetschgengrossen Früchte sind vorher kaum geniessbar. In ihrer ledrigen Schale verbirgt sich ein braunes, weiches Fruchtfleisch und einige eckige Kernen.

Mispeln werden oft mit Misteln  verwechselt. Das sind aber zwei völlig unterschiedliche Pflanzen. Auf diesem Mispel-Baum wachsen alllerdings auch Misteln; eine immergrüne Schmarotzerpflanze. Mispelbaum mit Misteln!

12. Dezember 2011

Schnee in Fahrt

Vielleicht habt ihr es auch gelesen in der Zeitung. In Engelberg wollen sie demnächst Skispringen. Ansich eine schöne Sache: Junge Männer in hautengen, knallfarbigen Anzügen unterhalten das Publikum mit Luftsprüngen. Das Problem ist nun aber der fehlende Schnee. Deshalb wird dieser aus dem 80 Kilometer entfernten Andermatt herbei geschafft.

Wer jetzt aufschreit; welch eine skandalöse Umweltbelastung! Den kann ich beruhigen - natürlich nicht. Die Engelberger haben den Schnee in Andermatt bloss ausgeliehen. Nach dem Gebrauch wird er selbstverständlich wieder in seine ursprüngliche Heimat zurückgebracht und der Natur zurückgegeben. Ganz sicher ...
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10. Dezember 2011

einst in Kirgisien

Wieder mal ein Bild aus den alten Zeiten; aus Kirgistan. Oder Kyrgysstan, wie man vor Ort sagt. Das Land liegt mitten in Zentralasien und an der Grenze zu China.

Das Bild entstand in einem Gebirgstal nördlich vom Yssyk-Kul, dem grössten Gebirgs-Sees in Asien. Die Landschaft da oben ist grossartig und nur auf dem Foto so blass.
Kirgisien blieb mir aber vor allem wegen dem Baumwoll-Öl in Erinnerung. Es schmeckt recht gut, verursacht aber üblen Durchfall. Bei allen, ausser den Kirgisen!

9. Dezember 2011

12 Dinge, die man einpacken sollte

Was sollte man unbedingt einpacken, wenn man verreist. Die Reiseführer und das Internet sind voll von mehr oder weniger sinnvollen Tips und Packlisten.
Trotzdem - hier meine 12 Dinge, die man unbedingt mitnehmen sollte:

1. Zahnseide. In fernen Ländern gibt es gerne mal zähes Fleisch oder fasriges Grünzeug. Das Zeug bleibt dann in den Zahnlücken stecken und ohne Zahnseide bekommt man das kaum mehr heraus. Am schlimmsten sind die pelzigen Mango in Westafrika.

2. Vaseline. Vaseline brauche ich für drei Anwendungen. Hilft gegen rissige Fersen. Um beim Reifenwechsel den Pneu über den Felgenrand zu bekommen. Und mit Vaseline und einem Knäuel WC-Papier kann man die besten Ohrenpfropfen basteln. Und am Morgen hat man auch noch ganz zarte Ohren.

3. Zahlenschloss. Ein Vorhängeschloss braucht man, um das Hotelzimmer zu verschliessen oder das Gepäck oder Velo an den Baum zu fesseln. Beim Zahlenschloss kann man keinen Schlüssel verlieren. Und die Reisepartner brauchen keinen Zweitschlüssel.

4. Handbürste. Ein kleines Handbürsteli aus Plastik braucht man, um nach dem mechen die schwarzen Pfoten einigermassen sauber zu bekommen. Zusätzlich eine Dose Handreinigungspaste ist auch nicht falsch.

5. Zip-Beutel. Die Plastik-Tüten mit einem „Gleitverschluss“ brauche ich immer, um den Pass und das Geld sicher und wasserdicht zu verstauen. Jede Währung bekommt dabei ihren eigenen Beutel. Zudem packe ich alle Kabel und Netzgeräte je in eine solche Tüte; nie mehr Kabelsalat.

6. Familienfoto. Ich habe immer ein Familienfoto mit ein paar Kindern im Reisepass. Wenn die Beamten dann meinen Pass durchblättern und auf das Foto treffen, entspannen sie sich immer blitzschnell. Unbedingt vor neutralem Hintergrund aufnehmen, zum Beispiel vor Gebüsch. Nicht dass sie denken, man sei reich. Die Kinder müssen nicht die eigenen sein, kann man ausleihen.

Es geht demnächst weiter...
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8. Dezember 2011

wir feiern Maria Spreitenbach

Heute haben wir in der katholischen Schweiz Feiertag; Maria Empfängnis. Feiertag bedeutet auch immer freier Tag.

Traditionell wallfahren wir an solchen Feiertagen ins protestantische und darum werktätige Unterland. Aber nicht etwa, weil wir plötzliche eine Zuneigung zu unseren Miteidgenossen verspüren. Nein, einzig wegen der Tatsache, dass dort die Geschäfte auf haben.
Wir nennen solche katholischen Feiertage darum auch „Maria Spreitenbach“; benannt nach dem ersten Shoppingcenter in der Schweiz, dem Shoppi Tivoli Spreitenbach...

7. Dezember 2011

das Herz im Aargau

Die Habsburger waren viele hundert Jahre lang deutsche und später österreichische Kaiser. In der langen Dienstzeit ehelichten sie in zahlreiche andere Herrscherhäuser, so dass sie heute mit fast allen europäischen Königen verwandt sind.
Die Habsburger stammen aus der kleinen Gemeinde Habsburg im Kanton Aargau. Einer der erste war der Graf „Radbot von Habsburg“. Der verstarb 1045 und wurde in der Klosterkirche Muri neben seiner Ehefrau "Ita von Lothringen" beerdigt. Ihre Gräber kann man heute noch besichtigen. Ganz unscheinbar; in der Kirche vor dem Chorgitter. Im Fussboden zeigen kaum sichtbare Markierungen die Grablege. In der Mitte die Ita, rechts der Radbot und links sieben weitere Adlige aus der Familie der Habsburger.

Nebenan in der Loretokapelle befindet sich die Gruft, wo heutzutage die Habsburger beigesetzt werden. „Felix von Habsburg-Lothringen“ ist der letzte Neuzugang hier. Ende September dieses Jahres kam er hinzu.
Und in einer Nische hinter dem Altar stehen zwei silberne Urnen. Darin die Herzen von „Karl I.“ und „Zita von Bourbon-Parma“, dem letzten Kaiserpaar von Österreich.
Wohl an keinem anderen Ort in der Schweiz kann man mehr Könige und Kaiser angucken. Gut, alle sind tot und einige zudem unvollständig. Aber trotzdem...

6. Dezember 2011

spielerisch Kinder überfahren

Kürzlich hat das Telefon geklingelt. Dran war eine Telefonverkäuferin mit einer weinerlichen Stimme. Sie warb für eine Spende für ein Kinder-Malbuch. Darin soll den Kindern «spielerisch die Gefahren des Strassenverkehrs vermittelt werden».

Spielerisch? Was bitte ist an Verkehrsunfällen spielerisch zu vermitteln? Wie der kleine Kurt spielerisch vom Tram zweigeteilt wird. Wie die Lea auf die Strasse läuft und vom Lieferwagen spielerisch verquetscht wird. Wie der Kevin wieder sprechen lernt, nachdem er mit seinem Velo so spielerisch frontal aufprallte.

Halten die mich, und die Kinder, für blöd? Warum sagt man den Kleinen nicht einfach die Wahrheit: Passt auf, sonst kommt ihr drunter.

Ich habe den Hörer ganz spielerisch aufgelegt - und nichts gespendet!
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5. Dezember 2011

kaum Klimaerwärmung

Neulich bin ich mitten in der Nacht aufgeschreckt. Ich hatte eiskalte Füsse. Und geträumt, jemand habe mir zum Geburtstag einen Pinguin geschenkt. Einen lebenden Pinguin. So ein quicklebendiges Vieh. Und jetzt; wohin damit?

Das Eisfach im Kühlschrank ist deutlich zu klein dafür. Also haben wir versucht, mit der Geflügelschere das Federvieh entsprechend zu kürzen. Aber es wehrte sich und gab unflätige Beschimpfungen von sich!
Dann bin ich aufgeschreckt und hatte eiskalte Füsse. Was mag das bedeuten? Seltsam...
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3. Dezember 2011

vor der Fleischerei 8

Noch mehr Metzgerei aus Italien.

"Nö Luigi - Carni Chianine ist nicht Hundefleisch aus China! 

Oder doch?"
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2. Dezember 2011

Fänz sieht zwar aber übel aus...

Schon lange wollte ich mal „Fänz“ (oder Fenz) kochen. Fänz ist ein seeehr traditionelles Essen der Bergler. Heutzutage wird Fänz am ehesten noch in Schwyz und Appenzell gekocht.
Fänz entspricht eigentlich dem „Mus“, dem mittelalterlichen Getreidebrei. Manchmal war das Mus auch aus Gemüse oder Obst zubereitet; Apfelmus. Und auch Milchreis, Polenta, Griesbrei sind Varianten von Mus.

Rezept für zwei kräftige Esser
200 g Anken (Butter)
2 grosse Esslöffel Mehl
2 dl Milch
Salz

Den Anken schmelzen bis er schäumt und dann das Mehl einrühren. Leicht salzen. Wenn es hellbraun ist, mit der Milch angiessen und solange rühren, bis die Masse schön sämig ist. Allenfalls ein Schluck Wasser dazu geben. Fertig! Sieht übel aus, schmeckt aber währschaft.
Wer mag, kann noch eine handvoll Beere hinein geben.

Der Fänz wird mit dunklem Brot und einem Löffel gegessen. Unbedingt authentisch breitbeinig und vorübergebeugt am Tisch sitzen.
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1. Dezember 2011

Museum angeschaut

Neulich habe ich mir in Lugano das Kunstmuseum angeschaut.

Ich fand es eher langweilig und wenig inspirierend. Das nächstemal sollte ich mal hinein gehen?

30. November 2011

die Bergler-Ananas

Neulich hat mich einer gefragt: «Muger, was ist eigentlich dein Lieblingsessen?». Da musste ich nicht lange überlegen. Mein Lieblingsessen ist der Herdöpfel. Manche sagen auch Gummel, Häpere oder Kartoffel dazu.

also - mein Lieblingsessen ist:
1. Kartoffelstock
2. Rösti
3. Pommes Frites
4. Bratkartoffeln
5. Salzkartoffeln

Der Kartoffelstock mag ich am liebsten mit Muskatnuss. Ohne würde ich ihn auf Rang 5 setzen.
Wenn die Pommes Frites belgische sind, kämen sie natürlich auf Platz 1.
Die Rösti auf Platz 2 mag ich mit Speck und etwas Rosmarin. Mit Zwiebeln täte ich sie statt der Salzkartoffeln auf Platz 5.
Die Salzkartoffeln, nun auf Platz 3, mag ich sehr gerne mit Peterli und etwas Butter; so zubereitet kämen sie auf Platz 2, wo jetzt unverdient die Bratkartoffeln sind.
Die Rösti, jetzt auf Platz 5 tausche ich noch mit dem Kartoffelstock auf Platz 4. Genau in der Reihenfolge mag ich die Kartoffelspeisen.

Ich habe den Kartoffelsalat vergessen! Der käme natürlich auf Platz 2; mit der klaren Sauce. Mit der Mayo-Sauce eher auf Platz 4. Oder sogar auf 5. Und die Herdöpfeltorte wäre ja auch noch...
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29. November 2011

das Ei des Architekten, in Chiasso

In Chiasso, kurz bevor die Schweiz fertig ist, hat ein Architekt ein Ei gelegt. Direkt neben die Autobahn. Es nennt sich „Polaris“ und ist eigentlich ein Einkaufszenter. Die Leute reden aber bloss vom „Centro Ovale“.

Die Architekten "Ostinelli und Partner" haben ein markantes Gebäude entworfen. Ein flachgedrücktes Ei aus Beton. Mit unzähligen Bullaugen und einem Streckmetallgitter verziert. Aus der Ferne sieht es ja noch interessant aus. Aus der Nähe ist es dann bloss noch seltsam. Und ohne jeden Bezug zum Quartier. Das Innern hat mich dann endgültig enttäuscht; ein banaler, fünfgeschossiger Konsumtempel. Da helfen auch glänzender Chromstahl und bunten Lampen nichts. Sieht ein wenig aus wie ein alter Spielautomat. Oder eine aufgetackelte Nutte ...

28. November 2011

vor der Fleischerei 7

Meine Metzgerei-Serie geht weiter; diesmal solche aus Italien.

"Ja, ja - als Kunde dürfen sie hier parken. Jedenfalls nach Mitternacht und natürlich nur am Wochenende; ausser an Fest- und Feiertagen. Und selbstverständlich nur im Winterhalbjahr. Dann aber unbegrenzt."
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26. November 2011

vor der Fleischerei 6

Meine Serie mit den Metzgereien geht weiter; diesmal aus Italien.

„Jetzt hat schon wieder jemand in die Geranien gepisst! Jetzt kommen die weg - floraler Schmuck hin oder her…“ 
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25. November 2011

Sprichwort: die Hühner

Aus aktuellem Anlass; jetzt wo die Nächte lang sind:

«Wer mit den Hühnern ins Bett geht – öööhm - ist eigenartig.»
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24. November 2011

Ciao Italia

Bellaria. Ganz früh am Morgen fahre ich los. Die Autobahn ist noch menschenleer. Das Radio dudelt Schlager und der Kerl im Navi schweigt. Manchmal ist der aber sowas von rechthaberisch: «bittä wenden Sie! - bittä wenden Sie!». Jawohl; er siezt mich, obwohl wir schon seit vielen Jahren gemeinsam unterwegs sind!

Nach gut zweihundert Kilometern mache ich nochmal ein ausgiebiges Parkplatz-Nickerchen. Als ich wieder erwache, ist draussen Vormittag und Nebel. Weiter geht’s. Jetzt bin ich nicht mehr alleine auf der Autobahn. Ganz im Gegenteil; sie führen Italien auf, dreispurig. Eine nie endende Lastwagenschlange brummt nordwärts und wird andauernd von einer ebensolchen Autoschlange überholt. Und ganz links jagen Heimwehgetriebene durch den Nebel.

Irgendwann spricht der Kerl im Navi wieder mit mir: «fahrän Sie rechts Richtung A4!». Tu ich nicht. Ich fahre geradeaus weiter. «Neubärechnung - Neubärechnung» jammert er. Hab ich extra gemacht, geschieht dir ganz recht...

Gegen Abend bin ich zuhause - schön war's in Italien.

23. November 2011

Italien: ein Strand für mich

Als Abschluss meiner Solo-Tour fahre ich ans Meer; ist ja nicht weit nach Rimini. Die Strandpromenade ist wie ausgestorben und ausgesprochen hässlich. Als ob kürzlich die Pest gewütet habe.

Alle Strandkioske und Gartenrestaurants sind zu. Das Strandmobiliar ist zu grossen Haufen geschichtet und winterfest verschnürt. Zudem wurde ein Sandwall gegen die zu erwartenden Winterstürme aufgehäuft. Ich habe den ganzen Strand für mich alleine; will ihn aber gar nicht haben.


Zum Übernachten fahre ich noch einige Kilometer heimwärts. In Bellaria finde ich einen schönen Platz direkt am Hafen. Gelegentlich fährt brummend ein Fischerboot aufs Meer hinaus. Nebenan durchstöbert ein Zausel die Müllcontainer nach Brauchbarem. Offensichtlich hat er sich etwas Mut angetrunken.
Beim Sonnenuntergang spaziere ich auf die Mole und mache einige Fotos. Und etwas Unfug. Mich fröstelt.

22. November 2011

San Marino - was das?

Lucignano. Habe schnell geschlafen, drum bin ich um sechs schon wach. Eine heisse Dusche, mein Faserpelz und ein Kaffee bringen mich auf Betriebstemperatur. Beim Frühstück rätsle ich, ob der Gorgonzola aus dem Sonderangebot schmeckt oder eher stinkt? Wie auch immer, ich esse ihn.

Heute fahre ich auf die andere Seite der Berge. Ich will nach San Marino. In die Republik San Marino.

Der Staat besteht eigentlich bloss aus aus einer Felsklippe und etwas Umland. Mit 60km2 ist er deutlich kleiner als meine Wohngemeinde! Ganz oben auf dem Felssporn steht trotzig die mächtige Festung. Darunter krallen sich die Häuser der Hauptstadt an den Südhang. Viele Treppen und steile Gassen. Und einige grandiose Paläste und Kirchen. Schön hier.

Von meinem Parkplatz am Fuss des Hügels fahre ich mit der Seilbahn in die Hauptstadt hinauf. Und dann weiter bergauf bis zur Festung. Vom allerhöchsten Turm überblicke ich die ganze Republik. Und am Horizont täte man, wär es nicht so dunstig, das Meer sehen.
Ich bin heute zum ersten mal in diesem Land. Zur Feier speise ich auswärts; Bruschetta und Pizza Diavolo an der Wintersonne.

21. November 2011

Italien: es kommt doch nicht auf die Grösse an

Pisa. Die Nacht war frostig. Ich schabe den Reif von den Fenstern und fahre beizeiten los. Die Landschaft glänzt märchenhaft in der Morgensonne.

Einst wetteiferten die Adligen von San Gimignano drum, wer den Grössten habe - den grössten Wohnturm. So entstand nach und nach ein ganzes Heer von immer höheren Türmen; heute sind noch ein gutes Dutzend zu bestaunen. Aber auch das Städtchen drum herum ist schön, schön gemütlich.

Ich fahre auf welligen Nebenstrassen gegen Osten. Quer über Italien drüber. Die Landschaft ist augenschmeichelnd. Toskana, wie aus dem Bilderbuch: herbstbunte Weinberge, schlanke Zypressen und Hügel mit Gutshöfen obendrauf. Und über all dem der tintenblaue Himmel. Ich komme an einigen hübschen Städtchen vorbei. Jedes wäre es wert, länger als für ein Caffè zu bleiben. Aber ich will vorwärts machen.

Kurz vor dem Sonnenuntergang sehe ich ganz oben auf einem Hügel ein nettes Städtchen. Lucignano heisst es; hier will ich bleiben. Das winzige Städtchen ist von einer eiförmigen Stadtmauer umgeben und innerhalb dieser kuscheln sich die Häuser um die Kirche. Frau G. würde es hier auch gefallen.
Ich übernachte unter den Bäumen vor dem Stadttor. Mein Abendspaziergang wird mit einem Caffè und einem Wlan belohnt.

19. November 2011

Italien: dieser Turm ist schön schräg!

Brescello. Heute Morgen ist der Nebel so dick, dass ich beim gehen schon Schwimmbewegungen mache. Ich möchte gerne den Po sehen. Doch trotz gutem Willen meinerseits versteckt der sich im Nebel. Der Po ist für den Arsch!
Ja - dann fahre ich halt ans Meer. Hinter Parma äugt die Sonne müde durch den grauen Dunst. Und etwas später erstrahlt die ganze Landschaft in kunterbunten Farben und grellem Sonnenschein. Na also, geht doch.
Das Radio dudelt sirupige Popmusik und der Motor brummt genüsslich. Herrlich.

Beim Wegweiser „Carrara“ kommt mir in den Sinn, dass ich schon immer mal die weltberühmten Marmor-Steinbrüche anschauen wollte. Ich sehe sie schon aus der Ferne, ganz weit am Berg oben. Aber wie komme ich da hinauf?

Ich folge einfach mal einem dieser staubigen Marmor-Lastwagen. Es geht stotzig und kurvenreich bergan. Und tatsächlich, irgendwann stehe ich mitten in einem Steinbruch. Über mir türmen sich ganze Steilwände aus weissem Marmor. Und im Fels hoch über mir kleben Bagger und Kräne.

Ich besuche einen Bildhauer und schaue ihm beim kunsten zu.

Am Nachmittag kommt Pisa in Sicht. Jetzt kann mich nichts mehr zurückhalten; im Sauseschritt galoppiere ich zum "Campo dei Miracoli", den schiefen Turm gucken! Vorbei an ungefähr einer Milliarde Souvenirläden und ebensovielen Touristen. Und da steht er plötzlich vor mir: Der Dom und dahinter der schiefe Turm. Im weichen Novemberlicht sieht der Marmor aus wie Butter.

Neben dem schiefen Turm ist auch die Stadt einen Besuch wert. Schöne Gassen und Paläste. Und nach Sonnenuntergang kaum Touristen. Ich übernachte am Stadtrand auf einem öden Parkplatz.

In der Nacht kriecht der Mond übers Dachfenster. Es ist kalt und ich bin allein.

18. November 2011

Italien: Nebel am Po

Seit langem träume ich davon, wieder einmal einige Monate unterwegs zu sein. Leider kann Frau G. nicht so lange weg, also müsste ich alleine fahren. ALLEINE! Das mag ich nun aber gar nicht. Jetzt bot sich mir kurzfristig die Gelegenheit, es zu versuchen.
Frau G. tut arbeiten. Also packe ich kurzentschlossen meine Habseligkeiten und fahre alleine los. Als erstes in die Buchhandlung; ich brauche noch ein Reisebuch von Italien. Man will ja nicht unvorbereitet verreisen.
In Italien soll es im November noch einigermassen warm sein. Und tatsächlich, ennet dem Gotthard strahlt die Sonne vom tiefblauen Himmel. Bis hinter Milano; die Po-Ebene ist in dumpfen, grauen Nebel eingelullt. Wohin man schaut, keine Landschaft, bloss Nebelbrei.

Ich fahre nach Brescello, in der Nähe von Parma. Kurz vor der Abenddämmerung bin ich da und finde einen guten Übernachtungsplatz. Alles im Nebel. Brescello kennt man vom Film, hier wurden die “Don Camillo und Peppone“-Filme gedreht. Und tatsächlich: Don Camillos Kirche, das Rathaus vom Peppone, der Bahnhof – alles kommt mir bekannt vor.

Um fünf ist es bereits dunkel. Zum Glück finde ich im Städtchen ein offenes Wlan. Ich setze mich neben die Peppone-Statue und lese meine Mails. Ein Passant schaut mich erstaunt an. Vermutlich wegen meiner neuen Schuhen?

Am Abend koche ich Tomatenspaghetti. Wobei „kochen“ etwas zu hoch gegriffen ist: Ich schütte ein Glas Sauce über die heissen Nudeln – fertig! Es ist kalt, draussen und drinnen. Morgen früh muss ich wohl die Heizung einschalten.

17. November 2011

vor der Fleischerei 6

Die nächsten paar Tage bin ich nicht Online. Darum gibt es eine Serie von französischen Fleischereien...


"Machen Sie sich da keine Sorgen; Fleisch wird ja immer gegessen. Da besteht überhaupt klein Risiko."
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16. November 2011

vor der Fleischerei 5

Die nächsten paar Tage bin ich kaum online. Darum gibt es eine Serie von französischen Fleischereien...

"Früher war hier eine Fahrschule drin. Das Mobiliar konnte ich übernehmen. Jetzt fehlt bloss noch das Schild über der Tür."
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15. November 2011

vor der Fleischerei 4

Die nächsten paar Tage bin ich wenig online. Darum gibt es eine Serie von französischen Fleischereien...

"Nein, das ist nicht verwaschenes Pink, das ist ein nobles Altrosa."
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14. November 2011

vor der Fleischerei 3

Die nächsten paar Tage bin ich selten online. Darum gibt es eine Serie von französischen Fleischereien...

"Claudiaaa - guck mal? Hier draussen steht ein - hihihiii - Hühner-Solarium..."
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12. November 2011

vor der Fleischerei 2

Die nächsten paar Tage bin ich nicht Online. Darum gibt es eine Serie von französischen Fleischereien...

"Ich hab grad neulich dem Jean-Luc gesagt: Etwas weniger Fleisch essen würde uns gut tun. Und unserer Beziehung auch..."
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11. November 2011

vor der Fleischerei 1

Oft werde ich gefragt: «was tust du eigentlich immer, wenn du unterwegs bist - nur herumfahren?» Natürlich nicht!
Ich tue zum Beispiel – öhm – Metzgereien fotografieren.

"Blutwürste, Leberwürste, Speck, Siedfleich und etwas feissen Schinken. Aber ob die Froschfresser auch Sauerkraut haben?"
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